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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-10 · Heft 942 (10.9.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 942 (10.9.1921)
Date
1921-09-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Geile L Wien, Samstag! Wiervev Arorgenzermns 1V. Sept der 19LL Rr. 942' -------A t SchAlftiefel für Mädchen und Knaben müssen in nster Sinte gut passn: und strapaziähig sein. Dcl-Ka-Schttlstic et besitzen üuö,r diesen Vsrzügcu noch einen : billigste Preise. Kindersiri'impfe i» allen Größen. - J! Wetterbericht. Die Wetterlage ist im Umbau begriffen- Ein Tief erscheint über Irland. Der Drucks Mi Über ganz Europa. Dom '.'besten her pflanzt sich eine Südstlömung rasch ostwärts iott. In Mittelem opa ist der Himmel noch wolkenlos, das Druckgetällr hat liier eine allgemeine südöstliche Strömung erzeugt. Voraussage: Moigen neck heiter, dann werden voraussichtlich dohe Wolkenschleier vom Süden oder Südosten auS den Himmel überziehen und sich rasch verdickten. Südöstliche, später südl-cke Wnde, Tempera lurzunatmte, leichte Meenipritzcr nickt ausgeschlossen, zunehmende Verschlechterung .des. Wrttncharaktcis. * Reklame auf öffentlichem Grunde Der Magistrat W-e» hat im Elnvernehmen mit der Dolizeidirtttion jede Reilametäligkeit auf oder über öffentlichem Grunde ohne vorherige Bewilligung des Magistrats untersagt. Hiezu gehören insbesondere das Herumtragen von ReNamegegeuständen aller Art durch Fußgänger, Retter oder Nadfahrer. die Verwendung Von Fuhrwerken zu Reklonnzwecken, das Änbringen von Plakaten aus oder über öffentlichem Straßen-runde, drs Verteilen von Zetteln auf der Straße. Dir Bewilligana erteilt die Magistr.ttsabteiirmg 36, Neues Rathaus. D:e für Rcklamezwecke verivendeten Personen haben die Bewilligung bei sich zu tragen und über Verlangen den Organen der Sicherheltswacbe vorzuweiten^ Uevertrerungen dieser Kundmachung werden mit Geldstrafen bis zu IC 2000 oder mit Arreüstrafen b s zu 1.4 Tagen geahndet. * 5Do» Schicksal eine« Briefes. Durch das Verschwinden eines einfachen Briefes bat t n hiesiger Zahntechniker einen Schaden von einer halben Million Kronen erlitten. Und das kam so: Am 20. v. M. hat der Zahntechniker Emil Mabler, XU., Ruckergaffe 12 wohnhaft, dcr sich damals in Bad Ischl aufhielt, einem dortigen Postbeamten einen Brref rmi der Brtte übergeben, ckn, da das Postgebäure schon gesperrt war, mit dem Postwagen eines dmchtahrcnden Zuges nach Wien zu befördern. Der Postbeamte stellte den Liebesdienst in Aussicht; seit der Zeit ist aber der Brief spurlos verschwunden. Nun bat aber der Brief einen Gepäckschein enthalten, der auf zwei Koffer lautete, di? in der Bahrihofgardcrobe des W e st b a b n h o f e s deponitt waren. Der ' eine der beiden Koffer ist besonders groß und-hat ein Gewicht von 110 Kilogramm. Er enthielt Kleider und Wäsche im Werte ron r'mer halben Million Kronen. Als Herr Mahler nach Wien kam nnd besorgt um das Schicksal der Koffer fragte, erfuhr er zu seiner Bestürzung, daß ste schon behoben-worden find. Der Unbekannte. in dessen Hand« der verschollene Blies gelanot ist, bat die beiden Koffer in der Bahnhofgarderobe behoben. Der Koffer war so groß, daß ihn der Gauner unbedingt nicht allein wegbefördert haben kann. Für Fntnwetter. oder Gepäckträger bietet sich nunmehr die Gelegenheit, zu einer sehr hohen Belohnung zu gelangen. Sie müssen sich nur im Zimmer Nr. 10 l im Sicherh.itsbmeau beim Pölizeikommsisäc Dr. Wessely melden und angeben, wohin sie rn der Zeit' vom 20. bis 22. August diesen besonders großen und 110 Kilogramm schweren'Koffer befördert haben. * Berhafteter Defraudant. Am 29. v. M. erstattete die Firma Teller A.-G-. VH.. Mariahilfcrstmße 22. die Anzeige beim PolucikomMfsariat Neubau, .daß der bei der Schiffswerft Da« Nemo in Triest angestellte 56jährige Oberbuchhalter Karl Herngartner, der für die Firma TiÜer' die Jnkchsi bei dm Beamten besorgte, rinkassierte Beträge in der Höhe von 6000 Lire unterschlagen habe. Beamte der Werft hatten von der Firma Tiller Kleider bezogen und .He-ngärren - hat die Rechnungen einzuka'sieren gehabt. Wegen dieses.Brrgehens batte He-ngilti'er sei«? Stelle Bei der Schiff-werft aufgrben müffen. Auf Grund der Anzeige wurde Hrmgartner verhaftet. * Vikderdrebftatz! im Werte von 80 ÄMSionen Lire. Aus K a s ck a u wird dem „Uj Kelet" denchtet: Die hiesige Polizei führt, Erhebungen in cntec sensationellen Strafsache, welche auch die tschecho slowakische, ilabeni'che, französiiche und ungarische Polizrr bffckä'tigt. ^Ais während des Krieges die österreichisch-ungarische Armee G ö r z wiedereroberte, bezog ein Oberleutnant dis B u d a p r st e r 1. H o n v e d in s a n t er i e- 'regiments namevS Karl G a l l a h. der in Zivil Maler war, das Schloß der aus der Stadt flüchtenden Familie Stefani und eignete sich 30 Oc'.gmolmcisterwetkk, unter ihnen ' einige Leonardo, d a V i n c i-, Veronese- und V e l a s q u e z - B j l d e r, im Werte von 30 Millionen Lire an. Nach Schluß des Krieges ei öffnete die italienische Polirei die,Nachforschungen nach dem Bilderdieb, die schließlich das Ergebnis hatten, daß Gallah in Paris verhaftet wurde. Bei seiner Emvernahme behauptete Gallay, daß er einen Ter! der gestohlenen Meisterwerke, verkant t und einen Teil an Freunde in Ungarn und. iw der T s ch e ch o- Slowakei verschenkt habe. Äus solche Weise wurde der Bilderd'ebstahl von Oörz zu einem internationalen Krimmalfall, da es sich jetzt darum handelt, die Angaben Gallahs auf ihre Richtigkeit zu prüfen und der Bilder, bei den Käufern und angeblichen Freunden Gallays habhaft zu werden. ' * Die Firmv Spirniamr & Hororvitz, Wien. II., Mschergasse 4, Teleplmn Nr. 47-0-66. teilt mit, daß sie anläßlich der Wiener Internationalen Messe große Quantitäten an Galoschen, Gummiabsätzen, Schnee- und Turnschuhen nnd allen anderen Gmnmiattrkeln auf Lager hak nnd diese Waren zu FabrikSprnsen sellbretet. Siehe Inserat in der heutigen Nummer. * Das Grand Eaf6 National, H, Taborssraße 18, eine Schöpfung W. Prückls, des kunstsreudrgen Begründers des moreruen Wiener Kaffehaustyps, wurde anläßlich der Wiener Messe von seinem gegenwärtigen Besitzer, Herrn Hermann Äonrad in Prückischem Geiste ans das gediegenste renoviert und bildet heute mit seinen hohrn,' lustigen Räumen, seiner vernebm-prunkvollen Ausstattung, dm sin Logenform angereihten Sitzplätze« und den separierten ruhigen Spielzimmern wieder eine Sehenswürdigkeit, das Ideal eiueS seinen bürgerlichen Wiener,Familiencafes. Da sein Besitzer dm Gästen prinzipiell an Speuen und Getränken nur das Beste zu soliden Preisen verabreiche« läßt, wird das Caft National für alle Besucher ein angenehmer Aufenthalt und, seiner zentralen Lage wegen, für Fremde ein bevorzugter Rendrzvousplatz bleiben. Sein Besitzer legt ganz ßesonderrn Wert darauf, diesen auf das eleganteste adapiiettkN Räumen wieder jenes Eiitepubliku« zu sichern, das sich vor der KriegSinvasion hier so heimisch. flMe uud nun gewiß gerne wieder das Cas-ö National zu behaglichen FammenzusammenkÜnsten benützen wird. * Transporte lassen Sie durch die befibekannte Sveditionsfirma Art bar Wolsmann & Co., Wien, I., Neutorgaffe 6, durchführen. Die Firma unterhält nebst Spezialverkehren nach allen Nela'ionen einen Transitverkehr, welcher ermöglicht, Güter, die, tranfit Wie» gehen, kulantest und raschest abzufertigen. Weiters besitzt die Firma ein eigenes Begleit- und Bersickerungsbureau und übernimmt Begleitungen sowie ÄLpffcherungen zu den günstigsten Konditionen. * Keine Aestenmeffe, sondern reelle Ware vom Stück. Da direkter Fabrrksbezug. staunend billig, Lextilwaren aller Art. Ux>er anderen dtefe Wocke Gabardin & 52o, Flanelle und Barchente von K 168 per Meter. Provinzversand. Ros-nbaum, VUL, Josefstädter straße 35. Möfaeifatrik J. gPIBA Wien, VII., Siebensterngasse l n. 2 Grösste Auswahl 61d gediegener ErZeugnisse * Die Filiale des Wiener Bankvereines m Karlsbad gibt allen Kongredmitglicdcrn bekannt, daß sie Ueber tveisupgen von Schecks allrr Kategorien sowie Umwechslungen sämtlicher Zahlungsmittcl zu den kuiantesien Beöiirgun^en durchführt. * „Praga", Internationale Transport- und Spedrtions- A.'G., ist eine Gründung der Miibrrschen Agrar- und Jndustriebank in Brünn und rst die Zentrakdircktion der „Praga", Tschechoslowakische Lagerhausnnd Spedirrons-A.-G. für Land- und Seetransporte, daselbst. Wir verweisen auf da§ nach den modernsten Prinzipien oraanifierte Unternehmen, welches ermöglicht, im Verein mit den aus den hauptsächlichsten Plätzen errichteten Filialen nnd Exposituren jedwede Art von Transporten, sowobl Export wre Import, promptest nnd kulantest durchzufithren. Die Firma hat große Lagerhäuser mrt direktem Geletseawchluß und ist mir allen ncu.rertlichen Hilfsmitteln auZgestattet. so daß sie die Aufträge ihrer Kommrttenten zu dm günstigsten Bedingungen jederzeit übernehmen und ausiirhren kann. Genannte Firma unrertialt ein ersiklassiacs, modern ausgestattetes Filialennetz mit Filialen in Bodenbach, Buirweis. 6aca, Cbiasto, Egrr (Böhmen), Fierstadt i. S.. Hamburg, KirÄy^Lza. Kufstein, Laube. Longatico, Luliw, Lundenburg, .Oderberg.' Prlim. Pontebba, Prag, Preßburg. Teichen., Triest, Udine. Beu-rdig, Brilach, Piedicoll?, Rosenbach, mit alliierten Hausern m aanz Dmtschland, Frankreich, S. H S.-Staaten, Schweiz, Rumänien r>lw. und ist in der Lage, alle Aufträge prompt, exakt und ohne Dffferenzen durchzusühren. Die genannte Firma befaßt sich ferner. mit großen Transporten jeder Art, sowohl zu Wasser wie zu Lande, chartert ganz« Damp'er und Schlepper auf allen in Betracht kommenden, Wasserwegen und bietet dcn Verfrachtern die deutbar besten Vorteile. . * Für den Gottesdienst, der während der hohen Feiertage vom Verein Jüdische Kinderftkunde pemnn'am mit Er. Ebrwürden Nrrbbmer Edelstem im Lokale des Bereinrs. ll.. Obere Douausiraße 9t, II. Stiege, ll. Sock, veranstaltet wird, sind noch S tze ä K 200 und K I50 im Sekretariat des Vereines, l>., Obere Donaustrahe 91, rrhättlrch. * Die p. t. Kvngretzteil«eh«er aus Karlsbad, die ihren persönlichen Kleisrrbedarf in.Wien decken wollen, werden auf die Werstätten für feine Herrengarderoben nach Maß Sp'.tzer L Markus, l>.. Hollandstraße (früher Stephanrestraße) 1 (nächst Slephaniebrücke), aufmerksam grmacht. Das Haus hat sich durch seine kulante Geschästsgedarnn^ und grschmackvolle, tadellose Arbeit in erstaunlich kurzer Zeit das allgenreine Vertrauen erworben. Die Firma macki sich erbötig. während der Meffcwoche Herrengarderoben nach. Maß m nur bester Dualität und Ausführung zu ReklamePreise herzustelle». Deremswachrichle». Verein E r r z Israel, Wien, II., Hauptallce 5, Restaurant Pralerste. Heut?. 6 Uhr abends Mitgliederversamm- : lung, 5ÜbrAusschuß — Die Jüdische Boksbibliothek Z r 0. n,' 'II., Glockengafse 30, eröffnet d'e nächste Woche hehrärsche Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene unter Leitung des Herrn Bardai (Absolventen des Jaffaer Gymnasiums). Einschreibungen täglich von 6 M 8 Uhr abends- -- Jugendverein AhawathZiou, ll., Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute. 8 Ahr" abends Heimabend. — Iugendde r e r n N e ß Z i 0 » a. H., Jlgplatz 5 (Gasthatrs zum Komet). Mit Beginn der nächsten Woche Semlnareröffnung (Hebracsch, jüdische Geschichte uud Volkskunde, jüdische »ud zion'.stische. Literatur). Anmeldungen, im Vereinslokal täglich von 7 bis 9 Uhr abepds. Heute, 7 Uhr, Vortrag mit anschließmder Mitgl-kderversammlung. Die ErnähruNg. Die LeLsnsmiLtelmSrkte. Trotz der anhallend guten Beschickung der Markte ist em weiteres Ansteigen d e r P.r.r i s e. namentlich für einzelne Fleischsorten und Fett, zu beobachten, da R e st a u r a n 1S und Hotels bestrebt sind, anläßlich des erwarteten Fremdenzustro m S möglichst viel Ware rinzukaufen nnd ein noch weiteres Ansteigen der Preise befürchten. Abgesehen von der gestern, eingeirelenen Prersrrmüßtgunß. Ilix vorderes Rindfleisch um K 5 ver Kilogramm, ist überall die steigende Tendenzzu konstatieren. Auf den Grünwarenmärkten waren Gärtnerartikel nur knapp vorrätig, dagegrn herrscht lein Mangel an feldmäßig gebauten, Sorten. Auch Kartoffeln waren genügend vorhanden. Die Obstznfuhren sind gleichfalls gut ausgefallen, namentlich Zwetschken sind in bedeutenden Quantitäten tingetroffen. Die Prerse blieben auf der gleichen Höhe. MilchpreiserhÜhung. Gesten« fand bei, der LaudrSres.iermty «ine Sitzung der Landwirtschastskommission statt, - in welcher in Anbetracht der großen Fulternol und der hohen Futtermittelpreise von den beiden Gruppen der Produzenten und Kousumentm emstimmig beschlossen wurde, den Milchpreis u m <:5% zu erhöhe». gebärden- — Trotz einzelner Schwachen, die teilweise, kn den beschränkter! Mitteln der Volksoper und in der Enge des Raumes begründet sind, erfreute die Aufführung durch hübsche Bühnenbilder, sorgfältiges Zurammenspiel und manche Feinheiten in Chor und Orchester und bewies, daß der Geist ernster Arbeit an der Dolksoperwieder cingezogen ist. Vortrefflich in Gesang und Spiel war Herr H a g e n als Prpageno, stimmlich gut Fräulein Musil als Königin der Nacht und Herr L n stur ann als Tamino: der wuchtige tiefe Baß des Herrn Kaplan als Sarastro bedarf noch sorgsültigerer Stimm-, kultur und Fräulcin Bert-Deetjen als Paminr kämpft ebenso nrrt der Aussprache des Deutschen wie mit der Gcsangstechnik. DaS Publikum spendete allen Mitwirkenden lebhaften Beifall und schltepl-ch gab es stüimische Ovationen für Direkior Felix Wemgariner. _ - W Renaiffanee-Brihne. (Zum ersten Male: „Lea Lyvn", vomantisch'es Schauspiel in drei- Akten von Alexander Brody.) -Wenn ein literarischer Bubapester Import vevorsteht, wirb zienächst bas Publikum gar sehr bearbeitet. Der Blätterwald rauscht auf von Artikeln über den „Dichter" und sein Werk, über seine Stellung inv großen Kulturzentrum Budapest und in der kleirien übrigen Welt, über dis deutung des Dramas, mit welchem er Wien beglückt, über die Ankunft amerikanischer Direktoren, die bas Stück erwerben wollen usw. Diesmal galt die Reklame Herrn Alexander Brody und sein „romantisches" Sch au spiell „Lea Lyoy" ist «irr lächerliches Machwerk. — Man nehme den'Weltkrieg, ein norbgalizisches Judendors mit einem hohen Rabbi samt wunderschöner Tächter, ein einfallendes Kosakenreginmtt mit einem jungen Großfürsten mr der Spitze, und rncm menge diese Elernente, wie sich Judendorf, Rabbi, schöM Judrntochter, Großfürst, Kosaken eben mengen lassen.-Der Großfürst, ein furchtbarer Barbar, läßt im erstens Auftritt drei Kosaken henken und fordert des Rabbi Tochter für die Nacht. Der Rabbi bietet alle Schätze als Ersatz, die Tochter spuckt den Fürsten an. Der Fürst erklärt, alle Juden des Ortes 4liedermach«n zu lqssen, wenn die 'Leck nicht'freiwillig in sein Zimmer komnit. Die Juden flehen Pen Rabbi an, sie alle zu retten und seiue Tochter für des Fürsten Bett zu bewilligen. Der Rabbi will nicht, aber Lea will plötzlich, — alle, samt dem Rabbi, sagen Kabdisch rmd verlassen das Genrach! — der Fürst kommt, Antwort holen — Lea bittet den weich und unterwürfig werdenden Fürsten, daß sie noch' diese'Nacht allein bleiberr darf — er willigt ein — der Morgen graut — Kanonendonner — die Oesterreicher erobem das Dorf — Lea feiert mit dem Fürsten, der nicht fliehen will, eine Schäferstunde — er erschießt sich)' um der Schmach der Gefangenschaft zu entgehen — sie gesteht dem Rabbi, baß sie den Fürste»« geliebt habe, — der Rabbi ersticht hie entartete Tochter — der Vorhang sä(lt. Das JtcMt’ ich mir ein romantisches Drama Buda^eslcr Provenienz. Man. fqndg sich ab (müßte sich ab finden), kcince nicht ein' Schuß „Psychologie" uud ein Spritzer „Poesie" in die widerliche Mischurig. Diese beiden Brody scheu Zutaten sind aber nicht zu ertragen. Vom Wesen ei,res russischen: Großfürsten hat er natürlich ebensowenig Ahnung wie r»om Wesen der Ostjuden und die Reden, die er sie führen läßt, die Bröu'che, die bei Brodyschen Nordgalizianevn 'üblich' sind, kommen uns spanisch vor. Für ein Ainvstück wäre das zu Tode gehetzte.Sujet nicht mehr zu verwenden, auf der Bühne könnte es noch gespielt werde,:, wenn ein Schildkraut, wenn die Inszenierung eines Mannes, der das Milieu zu zeichnen verstünde, dm Text vergessen machten. Aber gestern gab's weder Schilb-- kraut. noch eine« solchen Regisseur. Der feine Künstler Karl Goeh kann nun einmal einen ostjüdischen Rabbi nicht darstellen und Hermine Ste rl er dürfte als AnZengrubersche Bmiemdirn trefflich sein, als Lea ist sie's jedenfalls nicht. Anton Po in tner als Fürst Konstantin ist annehmbares Provinzmittelnraß. Und nun erst die Regie! Diese Stube des hohen Rabbi samt „Hauskapelle", dieser Sabbat mit dem westjüdischen Synagvgalgesang, dieser Gänsemarsch aus- und - vbziehender ,Audenmafsen"! (Unter all den Larven eine einzige echte Gestalt, und die käiuiten wir richtig vom Jüdischen Theater her:) Nur ein Beispiel: Der schönen Lea legt die vermittelnde ,^veise Frau" das Brautkleid der Mutter an, bevor sie dein Fiirsten zugesnhrt wird. Gin grünseidenes, schulterntmd busenfrei... So ging die Braut eines hohen Rabbi nvemaA unter deir Trau. Himmel. Die Claque arbeitete mit Hochdruck.?lbev sie ftnut?., insbesondere nach dem leHten Akt, das. Zischen nicht unter', drücken.! _ 1 0. A. Freie jüdisehe Volksbühne Töte* Der Landsmann ■/.«Dhi, Dei? Unbekannte Jo'ST.ktbo,4“!: Bühne rmd Kunst. Volksoper. Gleich zu Beginn der Spielzeit hat uuZ Direktor Weingartner eine Aufführung der »gauberflöte" beschert. Manches befiemdet an dieser Neueinstudierung, wie die Gliederung der Oper in „brei" Akte, Neuerungen deS Textes, der. die »stet «flammende^ Königin zur „finsteren* Königin verdunkelt, ferner die gemütliche Inszenierung der „SchreckenSpfotten" und die nach Tammos Flöte tanzenden Tiere, die sich allzu menschlich A«s de« Theatern. W0cheuspielpCan des Burgth eattr 5. Sonntag, 7 Uhr, .Lckuffa*. — Montag,? M-r. „Jaü'odZ Traum*. — Dienstag, 7 Uhr, „Die Braut von. Messina". — Mrttwoch, 7 Uhr, „vios irae". — Donnerstag. 7 Uhr. „Torcmato Lasso". — Freitag, 7 Uhr, »Macbeth-. — SamAag, 7 Uhr, .Caesar nnd Cleopatra*. W v ch e n sp i e l p l an des Operntheatrrs; Sonntag, 6 Uhr, „Der Rosenkavalirr". — Montag, *lsl Uhr, .Aida". —> Dienstag, 7 Uhr, „Fidelio" (Leonore — Frau Helenr Wildbrnnn von der GtaatSover in Bnlm als — Mittwoch, 7 Uhr, »Die Zaubnflöie*. — '-vonncrsiag, „Lohengrin". — Freitag, ‘[,7 Uhr, „Der Maskenball" (Amelia — Fra» Helene Wildbrmm vo» der StaatSoper in Berlin als a. — Samstag, 7 Uhr, »Das Rhemgold* (Loge — Herr lf Ritter aas Stuttgart als Gast). A» der B 0 l k S 0 p e r wird heute, Gamstag, „A1 d a" mn den Dame» Rantzau, MettenS, Hub« nnd den Herren RltterSheim. Robinson, Lazer, Markowsky und Beer, gegeben. Dirigent: Herr de S r e r m r ch, Beginn 7 Uhr. Moderne Herbststoffe feiSrgjSsÄJ» Wiener Restenmesse 211811 Vorrates roc« sotir proiswort yfim GlGA

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