Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 899 (28.7.1921)
- Date
- 1921-07-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 899 Wien, Donnerstag Wiener MorgenzeiLung 28. Juli 1921 Autobusverkehr zwischen den Meffegebauden. Auf der Drecke Stiftskaserne—Hofstalluugen—-Kärntnerstraßc—^tephanSplatz-—Rotunde wird in den Messetagen ein sehr reger AutvbuSverkehr eingerichtet werden, um so einen direkten Betbindmigsverkehr zwischen ulken Messegebäuden herrustellen. Die Wiener Kinomeffe. Die Wiener Kinomessc verspricht einen lückenlosen Ueberblick über den derzeitigen Stand der Kinematographu. zu bieten. Neben den Fachleuten wird auch das Publikum zahlreiche sehr interessante Expositionen zu sehen bekommen. Sämtliche führenden Firmen, die ■ Filmindustrie Deutschlands und Oesterreichs, sowie zahlreiche ausländische Firmen haben bereits Plätzeauf der Messe belegt. Es. ist beabsichtigt, auch den Vergnügungspark am Praterstern für die Zwecke der Amomesse^ heranzuziehen. Buchmesse. Alle Interessenten für die in der alten Handelsakademie rmtecgebrachte Buchmesse werden von der Wiener Jntevnationalen Messe aufgefordert, bis Samstag den 29. Juli, mittags, sich bei der Platzvermietungsabdeilung der Wiener- Messe, 2. Bezirk, Aspernbrückengasse 2, anzumelden. Der Buchmesse sind die Gruppen Graphik und Philatelie angegliedert, außerdem werden dort Buchbinderei-Erzeugnisse und Tapeten un hergebracht sein.. Die Ernährung. - Die Lebensmittelmärkte. Viir Kilogramm Traube« K 120 bis 170 (!). Die gute Beschickung der Grünwarenmiirkte hält auch werter an, was im allgemeinen nach dem gestrigen Preissturz für viele Gemüsearten ein werteres Sinken der Preise zur Folge bar. An^ Gäintnergemüse waren dem Naschmarkl allein über 370.900.kg urgesiihrt, die Zufuhren an Kartoffeln. Fisolen und ollen anderen fcldmaßig gebauten Sorten waren gleichfalls weit über Bedarf ausgefallen. Auch die Beschickung der Märkte mit Obst ist gut. die Preise zeigen auch hier weichende Tendenz. Gestern waren aus dem Naschryartt das erstemal Trauben aus Ungarn ein getroffen. Du Breis stellt sich allerdings!c> doch, daß sie für die breiten Schichten der Bevölkerung noch nicht in Bewarbt kommen. Ein Kilogramm stellte sich >m Kleinhandel auf fv 120 bis 170. Der Zoll für ein Kilogramm beträgt allein ungefähr R 40 (!. Marillen bester Qualität notierten heute im Kleinhandel auf dem Naichmarkt mit K 75 bis 86, mindere Sorten K 65 bis 65, l-ffommn* waren unter dem marltämtlschen Pleite Mit K k.v biS 24 ver Kilogramm angrvoteri, Kriecherl kosteten K 15 bis 20, Himbeeren K 70 bis 80, Heidelbeeren urka R 40, Jübannisbecren, die bereits zur Neige gehen, K 6*2, Aepfel guter Qualität K 40 bis 50, mindere Qualitäten R 24 b,s 40, la-Birnen K 50 bis 60, mindere Qualitäten K BO bis 43. E-erschwämme, die schwächer v rtretcn sind, notieren im Detailverkaus mit 54 Kronen ver K>logranim. Eier waren in genügenden Mengen vorrätig, der Stückvreis beträgt für polnische Eier bis zu K 12. inländrsche kysten bis zu R 14 das Stück. In der Grobmarkthalle hielt sich der Verkehr in beschüdcnen Grenzen. Billiger wurden Rindsmim eun um K 10 und Kälber um R 20 per Kilogramm. Fleischausgabe in Wien (Gestehungskostenwoche). In der Abpabewoche vom 2S. Juli bis zum 3. August erhalten nur die öffentlichen Heilanstalten und die Gcmi-inichafto- und Amt sttsküchen in Wien eine Znwe sung von verbilligtem Rindfleisch und -war erstere ihr-- ganze Quote, letztere die halbe Quote. An die Haushaltungen sinket.eine verbilligte Abgabe von Flersch in dieser Woche nicht statt. Zur Deckung' des Lchaties. der etwa durch das im, freien Verkehr befindliche Fleisch, nicht gedeckt se>n sollte, wird jedoch den Flcischabgabestellen Gefrierrindfleisch zum Gestehungspieise zur Verfügung gestellt, welches an den für die Deta»lausgabe reservierten Tagen, Donnerstag, Freitag und Samstag, bezogen werden kann. Freie Jüdische Volksbühne fe.Upt8Ü!-5,n,tra» Ensembla-Gastsplel ln der Neuen Wiener Bühne “Ä Schma Jisruöl StäXdÄ Bühne und Kunst. Ans den Theatern. Die Fr eie jüdische Volksbühne beendet am Sonntag den 31. d. M. ihr Ensemble-Gastspiel an der Nmen Wiener Bühne. Brs dahin gelangt am Donnerstag das Schau? 'viel „Schma Jiroel", Freitag »Der Fremde", Samstag ^Dec Unbekannte" und Sonntag als letztes Gastspiel' das Sauspiel „Jekel der Schmied" zur Aufführung. Beginn '/,8 Uhr. In den Kammerfpielen deS Deutschen B » l k S t h e a t e r s spielen ab 29. d. M. um. 7 Uhr abends nn. erfolgreiche» Schwank „D e r F l o h im Ohr" Ernst Wurms er vom Lcssingtheater in Berlin die Rolle - des Emanuel Chandbiso und Fräulein Asien die Rolle der ftucianne. — Die Iv-Uhr-Vorstellmig bleibt auch weiterhin auf dem Repertoire. Im Johann Strauß-Theater gelangt ab Donnerstag den 4, August wieder täglich die Operette ,D i e T a n z g r ä f i n" von Leopold Jacobson und Robert Bodauzkv, Musik von Robert Stolz, zur Aufführung. AlS erste Nachmittagsvorstellung nach den Ferien wird nächsten Sonntag „Das Yollandweibchen" gegeben. Im L n st s P i e l t h e a t e r beenden P e p i Glöckner-Kramer und Leopold S t r a ß rn a h e r Freitag den 29. d. M. ihr erfolgreiches Gastspiel. — Samstag den 30. d. M. sinder die Erstaufführung des Volksstückes. „D i e V r a 1 e r f e e" von August Neidhardt, Musik von Karl Josef Fromm, statt. In den Hauptrollen stno^die Damen Mizzi Freihntht, Ella Peer, die Herren Hans Moser. August Härtner, Gustav Wilsan beschäftigt. Die vorkommenden Tänze sind von Professor Gnndlach einstudiert. Beginn V»8 Uhr. Metro poltheater. In der am Samstag dm 30. d. stattfindenden „Troubadour"--Borstelluna mit dem bekannten Heldenbariton Julstis Watt a. G. als Graf von Luna, pustet men zum Besuch des XII. Zionistenkongresses CI. bis 10. September 1.1. In Karlsbad) und der (11. bis 17. September I. J. In Wien) Die Tatsache, dass die „Messe“ zeitlich gleich nach Schluss des Kongresses abgehalten wird, gibt der „Wiener Mprgenzeitung“ Gelegenheit, für den Besuch der „W. I. M.“ bei den Kongressteilnehmern zu propagieren und dieselben durch zweckentsprechende . Annoncen über günstige Exportverbindungen zu informieren. Sie gewinnen für Ihre Waren im ‘ Auslände neue, wertvolle Absatzgebiete, wenn Sic in den der „Wiener Morgenzenzeitune“ ».M »» «bLLVSd «* «dLL | Tor Beginn der Kesse erscheint in Massenauflage unser Messe-FQhrer IHlI iliiti," ' itiliifeirie iielisi Msli.ier toeslli (alphsbstiscb nach Branchen porM) Dieser „Messe-Fübnu:“ wird . allen MeMMele kostenlos zugehen. Unseren Inserenten gewähren wir ein Inserat irtesse-Fiier kostenfrei. Inseraten-Annahma in der Administration,. Wien, II., Taborstrasse 1—3, Tel. 44-0-38 und 43-3-10. sowie durch alle Annoncen- Expeditionen dos ln- und Auslandes. — Auf Wunsch Besuch durch unsere Vertreter. . ->io fingt Billy Fi or i s htc Öoitore und M ix .H e i t n e r den Mcmnco. Mitwirlend der Eyvr der S amöoper. Dirigent: Maestro Edourdo G ran c 111. Professor Johann Bohm gcstorbeei. Im Wiener Allgemeinen Krankenbanse ist vmgestern der Professor an der Nlkademre kür Musik i. R. in Wien, Johann B ö b n», nach längerem Leiden im 60. Lebensjahre oestviben. Der Verstorbene war Mitglied der Hosmusiktapelle und des Overnorchestcrs, der Philharmoniler, Gründer der Barkatschule usw. Daß Leichenbegängnis des in Mustfkreisen hochgeschätzten Künstlers findet heute, Donnerstag um 4 Uhr nachmittags vom Zcnlralfrieddofe aus. statt. Die Leiche wird nach vollzogener kirchlicher Einlegnung im Familiengrab beigesetzt. GerichLssaa!. Dre Hitze und die Gerichtsverhandlungen In lewem anderen Wiener Gerichtsgebäude leiden die Menschen, amtliche und nichtamtliche, so sehr nmer der gegenwärtigen Hitze als im Strasbezirksgericht 1, welches die Judikatur über acht Wiener Bezirke anSübt. Die Fenster während der Gerichtsverhandlung zu öffnen, erweist sich als vyllkommen ausgeschloffen, weil, sowohl die Schiffamtsgasse als auch die Obere Donaustraße auch an den Fronten des GerichtsgebäudeS mit Gronitwürsrln gepflastert ist und man sich wegen des ununterbrochenen Wagengeraffels auch bei geschloffenen Fenstern nur schwer, bei offenen Fenstern, aber gar nicht verständigen kann: man hört buchstäblich lern eigenes.Wort nicht. Die Richter muffen fortwährend Unterbrechungen eintreten lassen, um wenigstens wahrend' dieser Pausen die Fenster öffnen zn können. Alle bisherigen, schon im tiefsten Friede» von dm verschiedensten Körperschaften auch von der Bezirksverlretung unternommenen Bemühungen, an deu beiden Fronten des Gerichtsgebaudes ein geräuschloses Pflaster zu bekommen, war vergeben-, obwohl die vom Stadtbauawt für die Beibehaltung deS Granitwürfelpflasters in Wien geltend gemach en Gründe, die Steigung der,Wiener Straßen und die Rücksichtnahme ans die Pserdehnfe. hier nicht zntreffen. Denn weder die Obere Donaustraße noch die Schiffamtsgaffe weisen an dieser Stelle eine Steigerung auf. Ganz abgesehen davon, daß die Rücksichtnahme ans die Mmschrn» amtliche und nichtamtliche, der Rücksichtnahme auf die Pferdehnf« vorangeben sollte. _ Eine Scheinehe für gültig erklärt. Der Rcchtsbörer Karl Winkler hatte «och während seiner Studienzeit ein Mädchen geheiratet, utit dem er vorher ein Verhältnis unterhalten hatte. Beide Teile vereinbarte«^ .daß di« Ehe, die nur geschloffen wurde, um den Ruf de§ Mädchens zu retten, eine S ch e i n e h e sein solle, vnd daß sie sofort nach der Trauung einander verlassen. Da die junge Gattin trotz dieser schriftlichen Vereinbarung die Ehe als eine gültige anzufehe» erklärte, brachte der .Schein-Ehemann" gegen seine Fran beim Zivrllandesgericht eine Klage auf üngülttgkertserklärnng der Ehe ein, indem er geltend machte, daß zur Gültigkeit der Ehe die vorbehaltlose feierliche Erklärung der Einwilligung erforderlich sei, das! aber im vorliegendem Falle die beiden Eheteile die feierliche Erklärung der Einwilligung vor dem Seelsorger nur mit einem inneren Vorbehalte abgaben, nämlich mit dem Borbehalte, die Ehe tatsächlich nicht zu vollziehen. Die Geklagte erwiderte, sie habe ihre Zustimmung zu der Vecembarrmg einer Scheinehe nur deshalb gegeben, weil sie vor ihrem Rechtsanwalt dahin belehrt worden sei, ihr Bräutigam könne sich täuschen, es seien ihm Fälle bekannt, daß solche Vereinbarungen für «ngültig, die als „Scheinehe" geschloffene Ehe somit für gültig erklärt wurde, i h r Jawort sei daher trotz der Vereinbarung der Scheinehe ein vorbehaltloses gewesen, sie habe die feierliche. Erklärung drr Einwilligung aufrichtig gemeint. Der Gerichtshof wies die Eheungültigkeitsklage ab, erklärte somit die Ehe für güllig. In der Begründung wird hervvrgehoben, daß, selbst wenn beide Eheleute im vorhinein beschloffe« hätten, sofort nach der Trauung einander z» verlaffev, so wäre «me solche Verabredung kein Hindernis für die Gültigkeit der Ehe geweicn. obwohl nur rme Scheinehe beabstchtigt gewesen Ware, denn nach § 59 A. B. G -B. „stehen getäuschte Erwartungen bei voransgcsetzten oder auch verabredeten Bedingungen der Gütigkeit dcS Ehevertrages nicht entgegen". Dies müsse umsomehr, auch dann gelten, wenn nur ein Eheteil dre feierliche Erklärung der Einwillkaung mit dem emen Vorbehalt, die Ehe nicht zn vollziehen (Menialreservation), abgibt. Dre von dem Kläger gegen diese- Urteil eingebrachke Be,uiuug wurde vom ObeklandrSgericht. in dem aui schrrftlichem Wcge berabgelangien Urteil« mit der gleiche« Begrüneuvg a b g e w : e s e n. Me Mspensehe Max Devrrents. Wie feinji^e-tt mügetcüt worden ist, hat Frau Babetttz D'evrient gegen die Schließung der Ehe ihre? Gatten, des Burgschausvielers Max Devrient, mit ihrer Vchwestrr. . Regine im Dispenswege, Einspruch erhobest und um die N n g ü l t i g ke its e r kl ä r un g dieser Ehr von AnttA wegen angesucht. Fran Reinhold-D'svrient wies insbesondere daraus, hin> daß ihre Ehe mit Max Devrient nicht geschieden sei, und daß ein Dispens erteilt worden .fei, trotzdem ihr« Ehe noch besteht und nicht einmal die primitivste Voraussetzung, nämlich die Scheidung ihrer Ehe, Vorgelegen war. Schon aus diesem Grunde durfte der Dispens nicht erteilt werden. Das Wiener Zivillaudesgericht hat auch Entschieden, daß die erste Ehe zu Recht bestehe, und die Dispensehe ttn* gültig sei, da durch. die zweite Ehe die Rechte der ersten Gattin verletzt werden. Gegen diese Entscheidung wurde dre B.'rusung an das Qberlaudcsgericht ergriffen. Bei der 'Erössnung der Verhaudümg lehnte der Vertreter der Frau Reinhold-Devrieut, RechtSanwalt Dr. Eckstein, den Vorsitzenden des Senats, Hosrat Dr. Co ul ott, wegen Befangenheit ab, '&« dieser sich in einem Vortrage für die GiÜtigkcit der Dispensehe mlsgesprochen habe. Diesem An« trag wurde staitgegeben und die Verhandlung vertagt. Am 8. d. M. fand, nun in dieser Ehesache eine neuerliche Ver- Handlung vor dem Oberlandesgericht unter Vorsitz des Hofrates D'r. P i,tt ner statt, worüber gestern im schriftlichen Wege den Parteien nachstehender Beschluß nach burchgesührter mündlicher Verhandlung bekanntgegebeu wurde: Das Ver- Wahrem in dieser Rechtssache wird bis zur Beendigung des über die D'isp^nserteilung von der ersten Gatttu auhäugig gewachten Verwaltungsverfahrens unterbrochen. 'Begrülkdet wurde der. Beschluß folgendermaßen: Babetle D'evrient Hut dargetan, daß sie ein Verwaltungsverfahren bei' der Behörde über den von d?r niederösterreichischen Landesregierung erteilten Dispens von dem Ehehindernis des bestehende« Ehebandes anhängig gemacht hat. Es besteht nun kein Zweifel, daß die Frage nach dem RcchtSbestanb dieses DtSpenS für die Entscheidung des gegenständlichen Rechtsstreites von' präjudizieller Bedeutung sein kann, nämlich dachr, wenn sie im Sinne der Ungültigkeit des erteilten Dispens ergehen sollte. - Sport. Brreh-Brith-Wanderprets. Das leichtathletische Meeting um den Bneh-Britb-Wander» preis, welches am Samstag den 16. d. M. nnkrr der Leitung der Leichtathletik-Sektron der Hakoah abgehalten wurde, nahm einen befriedigenden Verlauf. Der Wanderpreis wurde von M a k k a b i X mit 65 Punkten vor Hazair 47 Punkte, Kadima 14 Hakoah Graz 12, Makkabi!X und Hcchawer gewonnen. ' Sehr bedauerlich war das Fehlen des Turnvereines „Makkabi XV", der bestimmt gute Chancen gehabt hätte. Die einzelnen Ergebnisse waren: jetr.t schon Ihrem Einkauf ia unr guten und ituch hUlig’en Herren* '""1 Hnmcmvtpllvn Uesorgeii Wiener Restenmesse Kerl Schwarz & Go.. VI.. VKinMUaaett 2 54 4224