Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 895 (24.7.1921)
- Date
- 1921-07-24
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ätmftundjricfjte». DaS Berliner Kupferstichkabinett hat ein kostbares Geschenk erhalten: Eine Handzrichrmng Raffaels, den Marienkopf für daS im Kaiser Friedrich-Museum bewahrte Rundbild der Madonna del Duca di Terranuoda. Die Zeichnung flibt den Marienkopf mit Metallstift und Kohle wieder, in der Neigung des weichen Hauvtes wie auf dem Bilde. Die Neuerwerbung ist 1505 zu datieren. — Watteaus 200, Todestag ist, während Paris ihn nicht offiziell gefeiert hat, von seiner Heimatstadt Valenciennes festlich begangen worden. Der französische Kunstminister leitete den Festakt vor dem Watteau-Denkmal von Carveanx und vor dem Geburtshaus deS Meisters- Es aab eine Festvorstelluug im Theater und TanzvorsÜhrmigm im Watteau- Stil. Literatur «^Wissenschaft. Ernst Horneffev. Der Platonismus und die Gegenwart. Verlag Orma, Caffel. Der Brrfaffer dieser klug geschriebenen Darlegung will ein* Aenderung der wissenschaftlichen Methode in der Philosophie, indem an die Stelle der reinen Induktion zur „universalen Betrachtung"^ die Wiederverlebendigung der Metaphysik in der Philosophie treten soll. Er findet,, daß unsere Zeit selbst dahin" strcbt, und sieht sogar — paradox genug — in der Philosophie des Als-Ob einen Vorläufer dieser Sehnsucht nach der Metaphysik- Eme Fülle kluger und guter Gedanken, die Horneffer über diese Dinge äußert^ zwängt er nun in eine Systematik. die ihm nicht liegt, und die auch nicht geschloffen ist. Die Lücken werden mit einem Kitt ausgefüllt, welcher der ganzen Untersuchung schadet. Für Horneffer ist der Platonismus bas Streben zur universalen nicht ratronalistischenPhilosophie.Diese fortwLhrendeBeziehung ergibt schon eine Anzahl von Geauältheiten. Dennoch ist das Buch intereffant, da eS viel gescheite und richtige Ansichten mthält, die gut formuliert werden. So die Darlegung, daß eine Metaphysik, wie die Kants, nicht etwa wie man gewöhnlich annimmt, ein Ausfluß der abgeklärten Ruhe und der Sachlichkeit rft, sondern im Gegenteil aus dem stärksten Temperament kommt. Ebenso ist die Ablehnung der Induktion für die metaphysische Betrachtung gut herausgearbeitet. Wertvoll besonders der vom Verfasser auSgeführte Begriff der Prolevfis, „das Vorwegnehmen durch den kühnen Schwung und Wurf der Idee, durch Intuition, die Über die schritt- und stufenweise Erfahrung hindurch und hinaus das universelle Gesetz, den universalen Gehalt, zu ergreifen sucht. —r. r. Die Bolschewikernnvafion und die Juden Polens. Eine Dokumentensammlung (polncsch). Heft 1. Warschau, 1921. Das Archiv des Jüdischen Nationalrates in Wa'schau birgt eine Fülle von ungemem wichtigen Aktenstücken, die speziell dre Leidensgeschichte der polnischen Judenheit während der Bolschewikemnvasion im Sommer 1920 illustrieren. Bor kurzem wurde in einem. 185 Seiten starkem Bande eme größere Anzahl dieser Aktenstücke herausgegrben. _ Diese Aktensammlung umfaßt die Interpellationen des jüdischen Sejmklubs, Anfragen, Urteile. Protokolle und schriftliche Antworten der Regierungsbehörden, die auf die Judenverfolgungen während des russisch-polnischen Krieges Bezug Haben. Besonders reichhaltiges und gut fundiertes Material enthalten dre Interpellationen der, jüdischen Abgeordneten in Angelegenheit der Internierung von jüdischen Soldaten in Jablonna, der durchwegs antisemitischen Hetzzwecken dienenden Fälschungen der Pat-Agentur wegen der Unterstützung bolschrwikischer Truppen seitens der Juden, wie auch m Angelegenheit der grausamen Balachowicz-Pogrome. Sodann folgen Berichte des Abgeordneten Hartstein über Bialhstok. des Abgeordneten Hartglas über die Leiden der jüdischen Bevölkerung in Biala, Minsk, Mazowrccka, Siedler und des Abgeordneten Grünbaum über Plock. Aufrufe, die die loyale Haltung der Juden als Staatsbürger beweisen, Protokolle und Anfragen bilden die Schlußkapitel dieser für die Erforschung unserer Zeitgeschichte ungemein wichtigen und lehrreichen Dokumentensammlung. Es lst zu hoffen, daß auch/ bald die weiteren Hefte, die ungemein wichtiges Material zur Leidensgeschichte unseres Volkes während der rühmlich bekannttsi Prtljura- und Balachowicz-Pogrome enthalten, erscheinen. . „Unser Nus". Soeben erschien Nr. 2 der jüdischen Zweiwochenschrilt „Unser Nus" mit folgendem Inhalt. m. h.: Nach der Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees. — E.'Kaplan: Zur Konferenz der Httachduit» (H). — Dr. Martin Buber: Programmentwurf für den Weltverband Hitachduth. — w. h.: Die bankrotte Wiener Kultusgememde. — E.: Die Erleichterung .. Nachrichten aus Palästina., — Tr. Ch. , T a r t a k o w e r: Eine Reise durch Galizien; Hcchaluz in Rumänien; Von unserer Bewegung; Von der sozialen Bewegung; Pcrrternachrichten. Bücherund Zeitschriften und schließlich eine, Würdigung der jüdischen Uebersetzung der „Aufruf zum Sozialismus". Die Zukunft Palästinas und die jüdische Legion von Davis Erdtracht. Aus dein Inhalte: Die Juden im Weltkriege. Judentum und Heldentum. Der Kampf Mü Pcilästinü. (Historischer Rückblick.) Mission des Chüluz und deS jüdischen Legionärs. Organisation der jüdischen'Legion im Golus und Palästina. Für Arabien- Türkei oder England. Dlt zionistischen Führerund dieLegionsbewegnng. Der Weltbund der jüdischen Kriegsteilnehmer. An die jüdische Jugend. An den zionistischen Kongreß. Der Verfasser dieses Buches, daß demnächst im Inter* territorialen Verlage „Renaissance" erscheint, bat bekanntlich längere Zeit im Verbände der türkischen Armee gekämpft und die höchste türkische Auszeichnung erworben. Büchereinlauf. Moritz Hermann: „Wintergespinst", Zehn Novellen. — S. Fescher, Verlag, Berlin. — Simon Kronberg: „Chamlam". Verlag der Dichtung Gustav Kiepenhauer, Potsdam. — Der Aufstieg; Neue Zeit- und Streitschriften (Nr. 19/20 Der Taylorismus von Edgar Herbst; Nr. 2t/22 Sind wir Sklaven der Vergangenheit oder Werkmeister der Zukunft? von Paul Kämmerer; Nr. 23/24 Frauen, Freiheit und Frieden von Rudolf Goldfchetd). Anzengruber-Verlag, Wien, X. — Äs Keren Ha-Yesod-Boo«. Leonard Parsons Ltd., London. — Melech R a w i t s ch: „Rackete Lieder". Verlag „Der Kwall". ^ien, (jüdisch). _ Gerichtssaal. Die Bakterienfpritze. Man erinnert sich noch der großen Aufregung, welche im Herbst des vorigen Jahres in Budapest dadurch hervorgerufen wurde, daß zahlreiche Personen auf der Straßenbahn oder im Theater Nadelstiche verspürten, die schmerzhafte Anschwellungen verursachten und in manchen Fälle» den Tod der gestochenen Person herbeiführten. Die ärztliche Untersuchung ergab in allen diesen Fällen, daß es sich um eine durch Nadelstiche verursachte Vergiftung handelt. Der Umstand, daß ein großer Test der Gestochenen Christen waren, war fürdie arrtiscmitischenBlätterVorwand genug, von einer jüdische« . R a ch e v e r s ch w 8 ru n g zu schreiben und die christliche Bevölkerung von« neuem gegen die jüdische aufzuhetzen. So lange diese Verleumdungen allgemein gehalten waren, hatten die jüdischen Köperschaften keine gesetzliche Möglichkeit, gegen die Verleumder gerichtlich aufzutreten. Diese Handhabe bot sich erst, als der Magistratssekretär in Ghongyös Koloman K i ß in dem dortigen Blatte, dem „Ghöngyöfi Hirlap" in einem Hrtzartikel die Behauptung aulstellte, daß die P e st e r Israelitische Kultusgemeinde eine eigene jüdische Damengarde zu dem Zwecke ausgenommen habe, um unauffällig die dem Judentum gefährlichen Christen durch vergistetete Nadelstiche aus der Welt zu schaffen. Wegen dieses Artikels strengte die Pester Kultusgemeinde gemeinsam mit mehreren anderen Kultusgemeinden, die sich ihr anschloffen, den Preßprozeß an. Nahezu ein Jahr dauerte es,. bis es zur Hauptverhandlung kam, da verschiedene Versuche unternommen wurden, die ganze Sache unter den Tisch fallen zu lasten. Bei der vor einigen Tagen stattgefundenen Hauptverhandlung erschien der Angeklagte persönlich und gab folgende Erklärung ab: „Ich bekenne, daß meine Informationen irrig waren. Man hatmich bewußt irregeführt, doch habe ich mir peuönlich die Ueberzeugung verschafft, daß die Behauptungen meines Artikels der Wahrheit nicht entsprechen. Ich halte eS für meine Mannespflicht, mein Bedauern über das Erscheinen der Mitteilung auszutuücken und die Vorstände der in ihrer Ehre .tiefverletzten Kultusgemeinde um Verzeihung zu bitten." Da der Angeklagte überdies sich verpflichtete, seine vor Gericht abgegebene Erklärung in sämtlichen Blättern von Gyöngyös zu veröffentlichen, har der Vertreter der KultuSgemeinden die Klage zurückgezogen, woraus das Gericht daS weitere Verfahren gegen den Magrstratösekretär Koloman Krß einstellte. Womit die Gerichte fich befassen müssen. Am 30. Jänner d. I. fand bei der Gastwirtin Marie G r u b e r in der Gudrunstraße zu wohltätigem Zweck cm Kostümfest statt, an welchem .sich auch der Heizer Josef Schrottner. ein kleines unansehnliches Männchen, beteiligt hatte. Schrottner hatte, sich .von einem bekannten Wachmann Rock und Kappe, von einem Greisler einen alten Beamtendegen ausaelühen. Ec brachte die Sachen in das Gastlokal, kostümierte sich dort und trat bei dem Feste als „Gmoawochter" auf. Im Laufe drs Fesies nahm er scherzweri'e Arretierungen vor und erregte in seiner Rolle als Wachmann und durch sein komisches Gehaben allgemeine Heiterkeit. Die Gäste waren fast ausnahmslos gute Bekannte und Vereinsgtnoffen. Es wurde getanzt und getrunken und man war in bester Laune. Diese schlug jedoch nach dem Genuß größerer Alkoholmengen um, der Scherz verwandelte sich m blutigen Emst, eS entstand eine regelrechte Rauferei, es floß Blut und die Wache mußte geholt werden. Diese schritt denn auch ein, wobei Schrottner sich bemühte, zu intervenieren, die Gemüter zu beruhigen, beziehungsweise —da er schon dte Uniform trug — bei den Arretierungen, die die Wache vornahm,.mitzuwlrken. Diese Mitwirkung wurde chm als AnmaHung eineS A m isch a r a k t e r s angelastet und gegen ihn in diesem Sinne die Anklage erhoben. Der als Zeuge einvernommene Revierinsvektor, der 'eine.Arretierung vor genommen halte, mußte auf die Frage des Nichteis, ob man Schrottner mrt-seiner kleinen, für einen Wachmann lächerlichen Gestalt für einen solchen halten konnte. Mit „n e r n" antworten. Dabei maß er den Angeklagten von oben bis unten mit einem '.ronhch Melden Blick.: Der Richter fällte einen F r e i s p r « ch. Monarchisten in Demfchiar.d. Ans G l o g a N wird berichtet: In den Strahlschen Weinstuben war am 27. Jänner d. I. eine monarchistische Ansprache gehalten worden, an deren Schluß , das Deutschland-Lied angestnumt winde. Rechtsanwalt Goethe, der Führer der Glog.iucr Demolraten, blieb bei bent Gesang sitzen. Er wurde daraufpon den Anwesenden zur Rede gestellt und gewaltsam aus dem Lokal entfernt, wobei beleidigendeWorte gegen ihn unt> seinen Begleiter sielen. Jetzt hat diese nationalistische Tat ihre Sühne vor der Gloganee Strafkammer gefunden/ Wegen Beleidigung, Nötigung und Körperverletzung Goethes waren angeklagt der Gasanstaltsdirekt or Roth er, Major a. D. Karulb, Rittergutsbesitzer Balcke, Kaufmann Borchert und der Banklehrling Und Leutnant a. D. Jakubitz. DaS Gericht ging über den Antrag deSSlaalSanwaltS erheblich hinaus und verurteilte Rother und Karuth wegen Beleidigung zu je 600 Mark, Borchert wegen Nötigung zu 600 Mark, Balcke wegen tätlicher BAeldigung zu 150Ö Mark Geldstrafe, Jakubitz wurde freigesprochen. _ 84 Salvarsarrfälfcher vor Gericht. Hamburg, 22. Juli. Ein Riei'enprozeß mit 84 Angel l a g t e n und etwa 120 Zeugen wegen fabriksmäßi'ger Herstellung gefälschten Salvarsans, Pas . in Hmiderttansendin von Packungen schiebermäßig vertrieben wurde, wird demnächst vor dem hiesigen Landgericht mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Das gefälschte Salvarsan hatte viele Todesfälle, besonders im Ausland, zur Folge, was den erste» Anlaß gab, dem Ursprung der Fälschungen uachzugehen. Sport. Sport, Nationalismus und Gladiatorentum. Der Boxkampf zwischen dem französischen Meisterboxer Carpentier und seinem amerikanischen' Gegner D'empsey wurde durch? einen ungeheuerlichen .Apparat aus einem sportlichen Kampfe zu einem Mltereignis „aufgemacht". Es ist nicht das sportliche Moment,, bas uns an diesem Boxduell interessiert. Biel bedeutungsvoller ist für uns die Feststellung, baß diese Art Sport von dem, was wir unter Sport verstehen und anstreben, sichhimmelweit unterscheidet. Eine Analyse der in diesem Falle ja tatsächlich die öffentliche Meinung repräsentierenden Presse ergibt zunächst, daß überall das rem sportliche^ von einer Mrn, Sonntag '' . > Wiener MorgeMÄürng jrgSTiSSr * ■” T kw M.'8R Deute 4 mt Schwimmt«! im eigenen Strandbad der Hakoah im Knchelauer Hafen. Bs starten alle Wiener Vereine. — Wasserpolo. Zn erreichen mittels Franz Josefs-Bahn, Station Kahlenbergerdorf, ab Wien 1210,1*30, l-BO, 2*40 und 3 Uhr nachmittags, oder per Strassenbahn mit 36er Wagen bis Nussdorfer Brauhaus. 20 Minuten Gehzelt. Meihe anderer außerordentlicher Momente, vvm' Nativ-, nalgefühl' (namentlich! von den Franzosen), von bvr Lust an der Wette und auch von einer perversen Freuds am Gladiatorenkum überwuchert wird. Sio wie bitz Römer seinerzeit durch die Hoffnung' auf Lebensschenkung den Moriturus, den todgeweihten Gladiator, zu Höchstleistungen anzutreiben versuchten, so tun heutH die Angelsachsen dasselbe durch' Aufstachelung des. Ehrgeizes und durch! Maßlosigkeit des Honorars. Wir fassen den Begriff des Sports wesentlffhf anders auf. Das finanzielle Moment, die Wette, muß von vornherein und unter allen Umständen ausgeschälteft bleiben. Man kann allsonntäglich! hei den Pferderennen! sehen, wie die Wette, das finanzielle Moment, ausj dem Sport ein Geschäft und Überdies in sehr vielen. Fällen einen fragwürdigen, unredlichen Handel macht.,' Das Nationalgefühl als treibende Kraft im Siporh soll gewiß nicht unterschätzt werden — der Nationalismus ist geradezu die Wurzel, aus der sich der jüdischst Sport überhaupt erst entwickelt hat. Aber auchj hier tut Maßhalten gut. Das Nationalgefühl ist ein, geistiges Moment im Sport, das gerade den jüdische«' Sport nicht nur geschaffen hat, sondern auch notwendig ist, um ihn zu erhalten. Aber darüber hinaus ist der. sportliche Nationalismus ein Mbel. Es darf nicht soweit kommen, daß aus nationalem Ueberschwang die .Regeln des. sportlichen Anstandes und der Ritterlichkeit verletzt werden, daß gegen die Gesetze des „Fair Play" gesündigt wird. Die güte sportliche Leistung soll bei jedem einzelnen von uns auch dann Interesse und Anerkennung finden, wenn sie von einem Anbersnationalen erbracht wird.. . 1 Das Gladiatorenkum, schließlich ProsessionalismUs und Rekordjagd/ sind Erscheinungen, die vom Standpunkt des jüdischen Sports aus' unbedingt und vollkommen abzulehnen sind. Das Gladiatorenkum basiert weniger auf: sportlichem Interesse, als vielmehr auf anderen, barbarischen und psychologisch durchaus minder- . wertigen Instinkten. In Unserem jüdischen Sport Müssen wir uns auch! gegenüber' der Rekotdjagd fehp viel Zurückhaltung aüserlegen. Der jüdische Sport erstrebt die körperliche Entwicklung möglichst. weiter Schichten des jüdischen Volkes, bas infolge wirtschaftlicher und politischer Tatsachen Jahrhunderte hindurch! ein überwiegend im Geistigen verankertes Leben geführt hat Unter unnatürlichen und ungesunden Bedingungen," welche die Gefahr der Degeneration^ des Volkes ini drohende und unmittelbare Nähe gerückt haben. Wenn einige Juden ein sportliches Mittelmaß, aber eine volle harmonische Durchbildung des Körpers erzielen, so ist das ein viel größerer Erfolg,, ungleich wünschenswerter und wichtiger als irgendeine zufällige Höchstleistung eines einzelnen. Aus dem guten Mittelmaß der Gesamtheit soll und wird sich! in der Zukunft auch! die Höchstleistung einzelner von selbst ergeben. Aber ein Endzweck ist der Mkord im jüdischen Sport nicht, er hat heute Sinn und Wert nur als Anetferungs- und Ani feucrungsmittel. . F. R. Mport in Palästina. In Palästina herrscht ein sehr reger Sportbetrieb. Anläßlich der Eröffnung seines neuen Sportplates veranstaltete Makkabi ein Sportfest, das ganz der Propaganda diente. Dank der aufopfernden Tätigkeit der Herren Ingenieur Pawssky, Willi Rosenthal (Hakoah, Wien), Wolpjanskh (Makkabi, Jaffa) war der Veranstaltung ein voller Erfolg beschieden. Das Programm des ersten Tages wurde durch einen Stafettenlaut eröffnet, dann folgten turnerische Vortührungen und zwei Fußballwettspiele. Zuerst trat die Reservemannschaft an, die ihrem spielstarken Gegner ein unentschiedenes Treffen lieferte. Ausgezeichnet schnitt dann die erste Mannschaft ab, die die „Elf" eines englisch en Artillerieregimentes .2 :1 besiegte. Am zweiten Tage fanden große leichtathletische Wettbewerbe statt. In der Stafette (100 -ft 200 -ft 300 + 400 m) wurde Makkabi erster. Vom Start weg ftihrte der Hakvahner Schmora? und Lumek lief, viel bejubelt, als erster durchs Ziel. Ein Faustballspiel fand sehr viel Anklang. Die Vorführung von Pyramiden bildete den Höhepunkt des Festes. Am Schluffe fand wieder ein Fußball- Wettspiel statt, in welchem sich Makkabi vor einer englischen Fliegermannschaft mit 1:2 beugen mußte. Die einzelnen Spieler waren durch die vorhergehenden großen Anstrengungen sehr stark übermüdet. Die besten Leistungen boten wie immer Lumek und Schmorak. DaS Sportfest wird aÜen Teilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben. Schwimmsest in der Küchel au. Heute nachmittags findet, wie schon mehrmals gemeldet, im eigenen Strandbad der ,Hakoah" im Kuchelauerhafen ein Propagandafchwimmen statt. Zahlreiche Nennungen und als Abschluß ein Wafferballspiel versprechen einen angeregten Verlauf.