Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 841 (31.5.1921)
- Date
- 1921-05-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Meü, VienMss IRdinmud-Theater), Hofrat Dr. Karl G l o s s y (Grillparzer-!G»sellschast) und Alfred Straffer- (RaimMd-Theater-Berein) steSuahme», wurde der R a i « u » d - P r e i S, der nach Ablauf dreier Jahre feit der PreiSverleihrmg satzungsgemäß unbeddmgt verliehm werden mußte, dem Dichter Richard B e e r- Hof« ann für fein zum ersten Male 1919 im Burgtheater aufgefährteS Drama „Jaäkobs Traum" mit Stimmenmehrheit verlieh«. Da ein Stück aus dem Wiener Leben in der Periode 1918 bis 1921 nicht als preiswert erschien, entschied nach dem Wortlaut des Stiftsbriefes das Preisgericht für „Jaäkobs Traum* 'als «in. reifes Kunstwerk das durch selbständige Behandlung des biblischen Stoffes zugleich als volkstümliches dramatisches Werk sich beglaubigt. . ' Ans de« Theatern. Im Burgtheater gelangt morgen Mittwoch „Der Schwan* zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im Schönbrunner S ch.l o ß t h e a t e r wird morgen Mittwoch, „Der R a u b der S a b i u e r i n n en" gegeben. Hugo Thimig wirkt als Gast mit. Anfang 7 Uhr. In der St a a t s o p e r gehen morgen Mittwoch „D ft M a n t e l", „S ch w e st e r Angelica* und „G i a n n i Schicchr" in Szene. Anfang 7 Uhr. In der Volksoper geht heute, Dienstag, „Der Pro-P h e t* in Szme. Beginn V,7 Uhr^ Im D e u t ch e u Volkstheater ist die Uraufführung des Wiener Schauspiels „Die Rax" von Hans S t i fitz g g e r für Samstag den 4. Juni, 7 Uhr abends, angesetzt. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen: Keller, Thallrr nn^ Pohl, die Herren Amon. Kutschers. Nowotny, Ranzenhofer und Wmgraf. Spielleiter: Dr. Heinz Schuibaur. In den Kammer spielen des Deutschen Volkstheaters findet Samstag dm 4. Juni, 7 Ubr abends,, die deutsche Uraufführung der dreiaktigen Komödie „Mann und Frau" von Ladislaus LakatoS mit den Damen Olly, Schilling und Kreim und den Herren Lackner, Jwald, Sima,-Liebl nud Holzer statt. Spielleiter Max Liebl. i . In der F r e.i e n j n d i l ch e n V o l k s b ü h n e gelangt b e « t e „Der Fr e m d e", m>.t B e n - Z w i in der Hauptrolle, zur Aufführung. Ab heute Dienstag beginnen die Vorstellnngm im I o fe fist 8 d t e r -Theater täglich um V28 Uhr. Zur Aufführung gelangt mit Gisela Werbesirk als Gast der erfolgreiche Schwank .„Rosa Altschul" von Haus Kollow und Beda. Hansi Niese spielt nächsten Freitag den 8. Juni am WienerStadttheater in der Volksstückneuhcit „Zum golden e n S e g e n" von Bernhard. Buchbinder. Musik von Ludwig Gruber, die weibliche Hauptrolle. Die Künstlerinchringt ou diesem Abend drei neue Gesangsnummern zum Vortrage. Fachmännische Führungen im Kunsthistorischen 'Staatsmuseum. Donnerstag den 2. Juni findet von 12 bis 1 Uhr . -eine ' fachmännische Führung in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Staatsmuseums ^Niederländer des XV. Jahrhunderts) statt. Karten zu K 8 sind am 1. Juni von V„9 bis 5 Uhr und am 2. Juni von V,9 bis 742 Uhr zu haben. Sonn?- 'tag dm 5. Juni finden rn der nämlichen Abteilung zwei fachmännische Führungen, . eine von 10 bis 11 Uhr und die zweite Don 12 bis 1 Uhr statt. Karten zu X 4 sind am 2., 3. und 4. d. M. vou bis 5 Uhr und am 5. d. M. von bis '/ilv Uhr beim Torwart, Burgring 5. erhältlich. Sonntag den 5. d. M. ist das Hochparterre von 9 bis 1 Uhr für den allgemeinen Besuch geöffnet. Die russische Operettentritppe eröffnet unter Mitwirkung der Mitglieder der Jüdischen Bühne (II., Taborstraßc 12) und unter Leitung des Direktors Podzamc'.e morgen, Mittwoch, den 1. Juni ein Gastspiel in der Rolland-Bühne. Der Wiener MLunergesangsverein veranstaltet nach :7jähriger Panse mm erstenmale wieder am 9. Juni eine S 0 m m e-r- Liedertafel, welche bei schönem Wetter in Weigls Dr e h er p a r k, im Falle ungünstiger Witterung in W ei gls Ka llha r i n e n h a l l e in Meidling stattfindet. Mitwirkend das.Simphonie-Orchester des Tonkünstler-Konzertvereins unter Leittmg des Kapellmeisters Martin Spörr nnd ' das, Heitere ’!Quartett de§ W.ener Männergesangsvereins. Park-, beziehungsweise Saaleröffnung um 5 Uhr, Beginn der OrchcrstervorNüge 6 Uhr, der Gesangsvorträge 7 Uhr abends. Karten rm Vorverkauf zu X 30 au der Konzertkaffe der Gesellschaft der Musifreunde, 1., Karlsplatz 6, bei Kehlendorfer. I., Kruacrstraße 3. und im Etabliffement Weigl, XU., Schönbrunnerstraße 307. Karten an der Abeüdkaffe zu K50. - Jüdische Schriftsteller verlaffen Nutzland. Im letzten Monat haben neunzehn jüdische und hebräische Schriftsteller, die - über 50 Jahre alt sind, von der Närxrcgnrung die Erlaubnis erhalten, Rußland zu verlassen,. und ihre Werke im Münnskripl oder die Matrizen ihrer bereits mdrnckten Werke -mitzunehmen. Die Schriftsteller B i a l t t, D r u i a n 0 w, iR a.w nitzk h, I e r u s s a l i m s k y und andere fahren, i sobald es möglich 'ist, nach P a l ä st i n a. Aus Danzig kommt übrigens die Meldung, daß die ruffische Regierung B i a l i k ersucht hat, in Rußland zu' bleiben. Er soll dort Präsident der jüdischen literarischen A k a d e m i e. w e r d e n. Schalem Alejchem als hebräischer Schriftsteller.! Es ist wohl von Jntereffe. zu erfahren, daß Schvlem Aleichcm, j dessen Todestag sich am Lag b'Omer zum iünUcn Male fühlte,! nicht bloß ein Meister der jüdi'chen Erzählungslunst war, )onidcrn daß er auch eine verhältnismäßig reiche scbiiftstellensHe iTLtigkrit in der^. hebräischen Sprache entfaltete. Er schrieb em l ausgezeichnetes Hebräisch und war auch lange Jahre Mitarbeiter ^verschiedener hebräischer, Blätter und.Zeitschriften. Er schrieb 'zusammen mit dem brlamnen Schriftsteller ^.Rawnhtzlh, 'an den rr einmal in einem Briefe dre denkwürdigen Worte i schrieb: „Ich schreibe jüdisch, aber ich liebe das iHebräische", im „Hamcln" Feuilletons, war auch lange Zeit Mstjotbciter der „Hazefirab" und veröfsentlichie im „Hapardes" drei! Erzählungen in hebräischer Sprache. An der hebräischen Uebevctzüng i seiner Werke, von denen einige durch Berkowits ganz meisterhaft iübertragen wurden, nqhm Scholem Alejchm selbst Anteil. Sein!Verhältnis zur hebrän'ch'N Sprache verdeutlicht am besten seine j Einleitung zur hebräi'chen Ueberjetzung von „Tewje der Milchige". Er schreibt dorr: „Ich kenne keinen graduellen Unterschied in meinem Verhältnis zu den beiden Sprachen Jüdisch und Hebräi-ch.;.Mi schreibe Jüdisch mit Liebe und! Freude, das, Hebräische aber schalst mir einen Festtag. Ich möchte i gern eine Anzahl Bücher nr jüdischer Sprache schreiben, aber sie ldann in Hebräische übersetzen; denn die verbissensten Gegner des 'Hebräischen müssen zugrstehen, daß es eine solche Sprache nicht mehr gibt. Es ist die ewige Sprache drr Vergangenheit und d-r Zukunst, die Sprache, die aus uralten Zerren stammt und ewig leben wird. Und wenn ich ,clbst nicht das Glück haben kann, meine Werke ins Hebräift'm übersetzen, werl-u andere ionimen' und die Arbeit vollende.., d.e ichbegr. -v,\ habe." - Ties W^-tc verrated-ntstch, wie begeistert Scholem ' Alejchem das -Hebräische u?btc. , . 1 . Wkener MorgenzeiLmrg Gerichtssaal. DieSchüdsnersatzpflichtderDienstvermittlungsb«reaus für Diebstähle der Hausgehilfinnen. ' Der Oberste Me ri 'ch'ts hv^ hat Är den letzten Tagen bL für alle Frarken, die sich! in der glücklichen Lage befinden, eine Hausgehilfin „engagieren" zu können, und für alle Dieusbdermittümgsbureaus prinzipielle Entscheidung gefällt, daß letzteve für Dieb stäh le hvn H'ausgehi lfrnne« »yrter gewissen Voraussetzungen aufzuöommen haben. Die inzwischen verstorbene Trafikantin Marie Pokorny wandte sich! an daS Dienstvermittlungsbureau Stephanie Sch ober, 9. Bezirk, Garelligasse, mit dem Ersuchen, ihr ein Dienstmädchen zu senden, betonte aber ausdrücklich, daß das Mädchen sehr ehrlich und verläßl ich sein müsse, dasie (die Dienstgeberin) den ganzen Tag über in der Trafik sei und sie nicht kontrollieren könne. Frau Schober schickte ein Mädchen mit einem Zettel, worauf der Name des Mädchens und die Starrt piglie des Bureaus stand. Um nächsten^ Tage war die neue Hausgehilfin verschwunden, mit Ihr Pin Geldbetrag, Schuhe und einige andere Gegenstände. Die Pokorny hat sofort die Strafanzeige bei der P 0 l i z e i erstattet und diese stellte fest, daß die Schober das Mädchen geschickt hatte, ohnedaßsie D o k u m nt t e b e sessen hatte, ferner, daß sie sich unter f <t l schemNamen im Bureau gemeldet habe und eine bekannte Diebin sei. Frau- 'Pokornh klagte nun die Dienstvermiltllmgsbmeau-Jnbaberin. durch Rechtsanwalt Dr. Tennenbla11. auf Schadmersatz von K 2000 für beit erlittenen Schaden, da sie ausdrückliche ein ehrliches Mädchen verlangt und die Beklagte ihr eine polizeibekann^e Diebin geschickt habe. Das Bezirksgericht Jpsefstadt . (Oberlaudesgerichtsrat Doktor R a tz e n h 0 f e r) hat vorerst ein e ' A n f r a g e an Lasm a g i fir a t-hstch «^, B e z-rr k s a m t für den!X. Bezirk über die Pflichten der Auskunftsbureaus gerichtet. Die Antwort lautete dahin, daß die Bureaus veipflichtet sind, Bücher zu führen, aus denen das Vorhandensein von Dokumenten der Dienstsuchenden e:sichtlich ist. Die Nichtbeachtung'dieser Vorschrift stelle sich als eine U e b e r t r e t u n g d e r Gewerbeordnung dar. Der Richter verurteilte die 'Beklagte zum Schadenersatz, ftdoch nur zur Halste des angesprochenen Betrages, denn es liege auch.ein. Verschulden der Klägerin vor; sie wäre ihrerieM 'verpflichtet..-gehresen, (»ach Ausweisdokltmenten zu fragen. .Gegen dieses Urteil hat das Dienstberm>ttlungsbureau Schober die Berufung au das Landesgcricht' erhoben. Dieses bat unter Vorsitz des Hosrates Dr) Hellmerdie Klage zur Gänze a b g e w i e s tu Das Gericht hat den Kausalzus.'.mmtnhang zwischen dem Diebstahl und dem Nichtvorlegen der Dokumente seitens der Diebin nicht iür gegeben er-, achtet..Es. könne ein Mädchen, auch ohne daß sie die Papiere vorlege/ das ehrlichsteWetzE ^in. wogegen rs gctviß nicht ausgeschloffen ist, daß ein MäHem( im Besitz aller möglichen Dokumente,, diebisch'veranlagt'sein. könne. Gegen dieses Urteil hat Dr. Tennenblatt namms deMKlägerin die Revision an den O cb ersten G e r i ch t)si-h o-fringrbracht. Dieser hat den letzt-n Tagen der NeWon Gunter) Vor sitz des SeNgtsm Präsidenten B u r.ck h ä r : ' ,.st' a t't g e g eben und die erstricht rliche Entscheidung" wieder; hergestellt. Ju der Begründung tvi«d.xrMtzbMH«-M'-M8dchett von einem Bureau geschickt wird, so müß^^NensHebeiin^veimnlen/ daß die Auswelßpapiere von dein Bureau geprüft worden sind. Da das Mädchen jedoch leine ordnungsgemäßen Dokumente besaß, so Wabe es Pflicht der Beklagten gewesen, darauf Hinz rr iv eise n, dann hätte die Dienstgedcrrp''entweder daß Mädchen nicht an genommen oder, wenn die Aufnahme trotzdem erfolgt wäre, chr erhöhte Aufmerksamkell.zugewend-t. Di das Bureau die Mitteilung über dle-Mangelhastigkeit der' Doknniente unterlassen bat, so muß es die Verantwortung für ten Diebstahl wenigllens zur Hälfte auf sicti nehmin. ' ' -. > - SporL. Ä. Mai Ml . Nr. 81! ..—.. Der Volkswirt Gestempelte Krone Auszahlung Wir« . In Zürich notierte: die österreichische Krone .. . die öftere, gestempüte Kwne ^.^. die tschechische Krovje die Mark . . . m,m Agram Bukarest. Budapest Warschau ..... - 1,02 Centimes. 1.3772 Centimes. 1SI% ( 1.35 t02 ( 1.02 « •' 'S"? •- J*; » » . . . 8.20 9J5 4.35 9.40 2.05 -57 ( 8.20 ( 9,10 ( 4.40 ( 9.45 ( 2.30 f—.56 um 58. Mai), am 28. Mai)j . am 28. Ma,)! am 28. Mai)! am 28. Mai)! am 28. Mai) am 28. Mai)' am 28. Mai) BtMKMBg Jüdisches SporLseft. .D e E-nschiidttnasspicl: finden^ Samstag den 4. Junr auf dem Douanstad'.-Plat; 'stätft vechawer - spielt gegen Judäa um 4 Uhr, Hakoah lomn vegcu L>a»monea- Brritas kvmb. um- '-/,6 Uhr. Um 1 Uhr und VäL Uhr iprUrn neugegründete jüdische Sportvereine um i-incn vom Obmann d-°r Hasmonea. Emanuel Fiscus, gespendeten Pokal. Hasmonea—Beritas 1:2. HaSmonca mußte eine unverdiente Niederlage m Kauf nehmen. Beide Mannschaften traten mit Ersatzleuten an. Beritas spielte übe, ans ambitianicrr und patte im Tormann Brück den besten Mann. Bor Halbzeit ist BeruaS durch Kowu-chower und Nerver erfolg'eich. Nach Seitenwechsel schnürte Hasmonea seinen Gegner c-.n. In der 25. Minute sendet Wolfson U unhaltbar ern. Hasmonea ist wdhl weiter überlegen, aber emerseils fchlt.es an der. vrrständmsvoütn Unterstützung der Stürmer von feiten der Halves. andererseits bot?orMann von Beritas eine Glanzleistung. Ju der .letzten .B. bietet sich Schierok eine totsichere Gelegenheit, doch wieder!.. -.gt'Brück den Ball ab- Bei Hasmonea bot Wolft'on U eine hervorragende Leistung. Schiedsrichter Susa. ' Die denlfche Meisterschaft. Im Kampfe um die deutsche Meisterschaft siegte in der Zivischenrnnee der Fuß''all'lnb Nürn- "Fußballklub Vvlwäits reinigiing Duisbnrg 2 :.l, chaft kommt nunmehr am 12. Ju,:». in Düsseldorf zwischen, Nürnberg und Vorwärts' (Berlin)-ur Aiislragung. Schutzgvupye Nord-^Ostmark komb. Am Mittwoch/ den 8; Junr, V«6 Uhl-, findet dieses ti-ettipiel an' dem Ostmark-r . Platz starr. Das NemeUrägn.sftlleijl dftrMrunglüälen Hasmonca- Tormann Schuster.zu: - - '. Hagibqr-Prag weilte Sonntag in Kladno und unterlag gegen d.?n oorligkn Fußbaltllub 2: 1. .; Mollltobi-Brünn hatte S ouutag die Viktoria'Zizkow -zu. . Gaste, die beim Stande won 1:1 abtrat, wer! e ncr ihrer Spieier aüsgeichlossen wWde. . . s-.'.chl gut-'Spieler. Ztr« schriften sind-aü Rudolf K a ß n e r, U., Haidgasse 3, zu richftn., , . ß&JSK- UND WECHSLERGESOHAFtI 8. ADVOKAT & 6L Wien, UFranzMskai 65 (Ecke Schottenrim) Iä| | Kulanteste Durchführung sämtl. Banku. B^rsötransaktionen. | Lodz bereitet sich zum Handel mit Rußland vor. Aus Lodz wird uns tzerneldet: Für bkie Stffoftetj Industrie ist die Anknüpfung der Handelsbeziehungen! mit Rußland eine Lebensfrage, da trotz ihrer vorüber-j gehenden Bewegung in den letzten Jahren eine geftrnde Entwicklung ohne die Verbindung mit dem russischen Handelsmarkt: nicht möglich ist. Daher hat die nahe Möglichkeit der Wiederaufnahme der HaudelsbeziehUngn, mit Rußland in den Kreisen der Lodzer Industrie keb-! Haftes Interesse erweckt und in der letzten Zeit käme« mehrfach Beratungen der Lodzer Großindustriellen vor,! bei denen die Frage des Exports nach Rußland ein-,! gehend erörtert wuchs. Bei diesen Konferenzen wurde ■ von den meisten Teilnehmern darauf hingewiesen, dast die polnische Regierung trotz der hohen Bedeutung, welche die rasche Wiederaufnahme der Handelsbezie- Hungen mit Rußland nicht nur für LodK, sondern für' den ganzen polnischen Staat hat, bisher keine ener-j gischen Schritte zur Beschleunigung der Handelsvechindüng mit Rußland unternommen hat. Die Regierung hat sogar die Absicht, den Handel mit Rußland z-u b e schr än ken und den Export dorthin einigen wenigen! Firmen als ausschließliches Monopol zu übergeben-j Dieses,.Projekt der Regierung begegnet in den Kreisen! der Lodzer Fabrikanten und Kaufleuts starker Oppv-! sitivn. >! In.de» erwähnten Beratungen wurde darauf hin-! gewiesen, daß derlei bureaukratische Systeme und! Monopolisierungen die Konkurrenzfähigkeit der polnischen Waren vermindere. Dies könne dazu führen,! daß Polen , den russischen Markt, auf den eine große! Anzahl von Anwärtern vorhanden ist, für immer verliere. Die Lodzer'Industriellen haben daher'der polnischen Regierung einige Memoranden mit Vorschlägen zur Organisierung.des Handels mit Rußland Überrest. Darin hekßt es unter anderem: ,",Rür ein! freier Handelnder sich' aust die eigene Initiative des- Kaufmannes stützt, kann der ausländischen Konkurrenz^ ^Widerstand leisten. Die russische« Märkte und guch die in der Ukraine^ sind schon jetzt mit Bäumwollware«. italienischer Fabrilation überschwemmt, welche in Ruß-! land zu billigeren Preisen als in Lodz verkauft werden. Die Gegner des freien Handels mit Rußlarch begründen ihren Standpunkts damit,, baß nur durcheine Monopolisierung ^es möglich' sein wird', von Ruß- , fand als Kompensation für die gelieferten Waren die notwendigen Rohstoffe' z«. erhalten. Mer nach den aus Rußland eingelangten Berichten ist es seht zweifelhaft, ob es möglich sein wird, von Rußland die nötigen Rohstoffe zu erhalten..Aber nach den aus Rußeland eingelangten Berichten ist es sehr zweifelhaft, , ob es möglich fein .wird, von Rußland die nötigen Rohstoffe zu erhalten. Die ' Woll- und Baum- 'wollvorräte. Rußlands sind' gering. Die Leder- Vorräte, welche am stärksten im )Norden Rußlands konzentriert waren, verfaulen jetzt infolge der Transportkrise. Wenn noch etwas Verwendbares davon geblieben ist, so wird esausschließlich durch die individuelle JnitiaMe-)d^7Wuflöuie^.'nach- Polen hereingebracht werden können. Denn, es kennt, niemand so genau öle Hanöelsmöglichleiten mit 'Rußland" und die Eigenart des. russischen Lieferanten so gründlich.und kann sich ihr so-anpassen wie dek Lodzer Kaufmann! Bei bet Uebernahme dieser. Memoranden, deu^n wichtiges statistisches Material beigelegt würde, hat der polnische Handelsmiriister erklärt, den Standpunlt der Lodzer Fabrikanten zu teilen. Danir aber sinv doch wieder die M0 n0 p 0 l p l ä n e aufgetaucht Bis diepolnische Negierung zu einem endgültigen Bc'sch!"-; jkommt, vergeht kostbare Zeit und der russische Marft ftvird. imtner mehr mit Waten überschlveunnt. Deshalb herrscht in. den Lodzer Jndustriekreisen lebhafte B-" unruh.ignng und sie bereiten eine neue, energische Alt: n vor, damit die Haüdelsmüglichveit mit Nnhiau, beschleunigt werde. ' ivesterreichische 'Wa^njaLriks-G.jcl.':-)t Der Beuvaliungsrat der Oeiterreichlschen Wafftniabrrc' Gesillschstt bat -.» fclit?« am 28. d. M. absehallcnen d:e Bilanz du. G.schä.üinuodc l9iJ?/20, welch,: m.olge d>.r u:t Ver.'abre tuschlvssenen Statutenänderuna diesmal den Zeitraum