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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-24 · Heft 805 (24.4.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 805 (24.4.1921)
Date
1921-04-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Kronen Einzelpreis SS Krone» ivienr Ln« fäluüm mttuäUA. OterteljShr««» * *«*- >«td»ß»ers^Lr «itt-ntz *•■'.•■• . Orßrrrüch: mtmßm.. srroue» 70 - >"^cTschechv.GIoW«krt:. tttotuciiid}... Kronen V.- «l-rteljühr«».„ 5^~ in^checho.siow,r>stzer«8hr»rrs U»§an»r , SÜoElkch .. Skronru S'o.^., WÄ® «&,**?•-? . m MWiMstypr XVCf nlil, ■ SNQothwtea: Monatlich .. Dtuirr Lt.- Hterteliiihrltch »«- Nr. 808 Wie«, Sonntag den 24. April 1921 PrL»««eratto»spr«ises Pole«: Monatttch . .Mar* Moratttch^^Märk 1*W Srnakrrkchr ' MorMich . .frtAStt« .«H _ . Aialim: ' Mo«aMch .... Lire Si^ Bbtttüntai: " '■«' Monatlich. . . . 8ei -SY.—> «chteeiz u. dar ttriz« AuslarchS Monatlich. . .FraacS-g.».! Red»Uio«u.Admiatstrati« Wien,»^vtz^TadorstrT-» Poftspartafsentonto 1KMBQ ( »a»——wb^' 3. Jahrgang Die Uölkerbundaktion für Oesterreich. Innere Reformen ®*\ttvn w(fym\tta$9 fand im Ministerium des Aeußerrr unter Vorsitz des B u nd e s- U a n z lers eine Besprechung mit den Delegierten der Finanzkommission des Völkerbundes statt. Bundeskanzler Dr. Mayr begrüßte die Delegierten «nd ersuchte sie» sich über ihre allgemeinen Eindrücke zu äußer«. Staatsrat G l Ä ck st a d gab im Namen der Kommission folgende Erklärung ab: „Seit unserer letzten Unterredung haben wir Besprechungen mit einigen der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes gepflogen. Deren Mitteilungen -hahen «ns E völlig aufgeklärt über die. La Le Oesterreichs. Wir wünschen, zusammen mit Ihnen die für die W i e der h e r st e II u n g d e s oft er r eich i s ch en Kr e d it's notwendigen Pläne aÜMstcllc» üytz ans diese Art die Auflegung und Verwirftichupg einer ausländischen Anleihe Und von ausländischen Krediten zu ermöglichen. Wir sind heute davon überzeugt, daß diese ausländische Hülse eine dringende Notwendigkeit ist, ja eine absolute Bedingung für die finanzielle Wiederherstellung Oesterreichs. Sie würde jedoch unausführbar sein, wenn sie nicht mit Ihrem festen Entschluß verbunden ist, die notwendigen Schritte für eine innere . N k s o r m trn d G e s n n dun g vorzunehmen. Wir wollen hiemit nicht andeüten, daß die völlige' Ausführung dieser Schritte' MrrÜ' z« ^Wir meinen jedoch, daß hie -MArDMllyvsdes -österreichischen Kredits und die Wchtdopg der inneren Lage den. Gegenstand eines chrzigen Planes bilden müssen, der in allen Teilen solidarisch ist.- als DorhedtngMg. Der durchaus abnorrnale wirtschaftliche und finanzielle Zustand, der eine Folge der Schwierigkeiten ist, die Ihr Land dnrchzumachen hatte, hat uns sehr betroffen. Wir müssen Ihnen jedoch ganz offen erklären, daß, falls nicht schon jetzt die Notwendigkeit erkannt wird, Oesterreichs wirtschaftliche Lage wieder in einen normalen Zustand zu bringen, indem man mutig allen f i ch e r u ir v r rn e i d l.i ch e n i n n e r e n S ch w r e- , r i g k e i t e n entgegentritt, Oesterreichs Kredit nicht genügen würde, um dem Lande eine ' ausländische Hilfe zu verschaffen, rurd eine solche ist, wie bereits gesagt, unbedingt notwendig, um Oesterreichs Gleich', gewicht wiederherzustellen. Es ist-eiste Bedingung, daß die ganze Welt, welcher gegenüber der Kredit Oesterreichs wiederherzustellen ist, darauf vertrauen kann, daß das Land - den Willen besitzt, seinen Verpflichtungen nachzükommeu. Dadurch, daß es kein Zaudörn zergt, den inneren Schwierigkeiten für seine, Gesundung entgegenzutreten, liefert das Land den besten Beweis, daß es den seiner Größe und seinen Hilfsmitteln entsprechenden Kredit verdient. Falls die Regierung geneigt ist, unsere diesbezüglichen Anregungen i» Betpacht zu ziehest, stehen wir zu ihrer Verfügung, um Mit den Persönlichkeiten, die sie bezeichnen will, den entsprechenden Pkw z u.bexpten»"^ Die WiniftevDr. nnv Doktor G t f nb e r Wv ökWMMMe Wnat^- tznd dir MnShrunstzfräK^n. Die Mkllörischen Verhondlunge« werden am Montag vormittags im Fiyanzministerinm beg'mueni. B e r l i n» 23. April. Die neuen deutsche« Vorschläge solle», wie man in parlamentarische» Kreisen hört, dahin gehen, daß zunächst der Entente eine bestimmte Snmme angeboten wird, die höher sein soll als die von Dr. Simons in London angeborene. Wetter soll eine internatio nale Anlet h e vorgeschlagen werden, durch welche die ersten IahreSzahlnngen Deutschlands zn decke« märe». Außerdem soll Deutschland die Schuld en der Alliierten an Amerika übernehme«. Schließlich wird auch eine Ab gab e v o n der d eutsche« Prod uktion in Aussicht genommen. Der optimistische Kamenew. P a r i S, 23. April.(Funkspruch.) „L'Enrohe NouvelleE veröffentlicht einen Bericht K amenews über die Ko uz es s io ne«, die So- Der Bericht erklärt, daß die Welt, noch nicht für das Sowjetregime reif sei unw daß man daher einstweilen Versuchen müsse, mit dem ausländischen 'Kapitalismus zusammenzuarbeiten. Kamenew gibt zu, daß die fremden kapitalistischen Staaten stärker seien als Sowjetrutztand» daß sie eine beflere Organisation haben und, vom nationalökonomischen Standpunkt betrachtet» wirschaftlicher verwaltet werden. Er stellt fest, daß die Sowjets ohne Hilfe fremder Kapitalisten nicht imstande seien, das wirtschaftliche Leben wiederherzustellen. Kamenew unterscheidet genau zwischen fremden und russischen Kapitalisten. Letzteren Konzessionen zu erteilen, wäre gleichbedeutend mit der Abdankung des Sowjetregimes. Anders verhalte es .sich «ttKouzesfionen an den fremd en K apItalism u s, dp«« 'mtt jeder Schaufel Kohle und mit jedem Kübel Naphtha, hie in Nntzlanb mit Hilfe fremden , Kapitals, gewonnen werden, werde dem We.Miapttattsmns das Grab ae- MauwL. ' Die Geheimdiplowatie der deutschen Regierung. Berlin, 23. Äpril. (Korr.-Bur.) Zu Beginn der heutigen. Reichstagssihung teilte Präsident Lobe mit, daß dre Regierung zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei, ein? Erklärung über die a u s w ä r t i g e L a g e abzugeben. Prasi. de.M Haxding habe.in entgegenkommender Weise die Entgegennahme neuer Vorschläge von deutscher Seite m Aussicht gestellt. Die Regierung halte es nicht für tunlich, diese Vorschläge zur Besprechung gelangen zu lassen, bevor sie nicht in die Hände des Adresiaten gekommen sind. Es werde daher vorgeschlagen, die Entgegennahme der Regierungerklävung auf Montag anzusetzen. Abgeordneter C r i s p i e n verlangte die sofortige Besprechung der auswärtigen Angelegenheiten mit dem Begründung, daß mit der Politik der Regierung gebrochen werden müsse. 'Die Regierung schalte den Reichstag aus. und stelle ihn andauernd vor Ueberraschungen. Reichskanzler Feh rem b ach erwiderte, mit Rücksicht auf die Mchtigkeit des Schrittes, den bie" Regierung Zu imtet* rühmest gedenke, und von ^ffen Erfolg die Zukunft" des deutschen Volkds abhSrye/ könne sich 'die Regierung' m!cht dazu verfhehen, in eine Erörterung einzutreten. 1 Das Haus beschloß darauf gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten die Entgegennahme der Re- MrungsoxftchNM Mf MMg, 3 Wr/ yaMUtags^ Reparation und Vertrauen. —7. Wien, 24. April. : Die unheimliche Spannung des französisch-deutschen Konflikts wachst, je naher der 1. Mai heranrückt. Metz dreht sich jetzt um Ne Frage, ob Deutschland seinem Vorschläge rechtzeitig fertigstellen und, ob es alle Versuche auf eine diplomatische Spaltung der Verbündeten als untaugliches Mittel aufgeben wird. Ist Deutschlands Sache gerecht, ist sie die Sache des Volkes, nicht der. iw Firrnkreich und England mit so viel ^berechtigtem Arg-, wohn beobachteten Oberschichte von Kriegsgewinnern/ ibcnm wird sie sich durchsetzen. Denn die Vereinigten Staaten, die in eine Prüfling der deutschen Vorschläge emtreten wollen, wninschen doch nicht so xasch das Wort an die marschbereiten Generäle' abzugeben. Amerika! hat eine formelle Vermittlung abgelehnt. Es war. un»! richtig von Deutschland, sich uneingeschränkt und vqr-' behaltslos dem amerikanischen Schiedsspruch schon von vornherein zu unterwerfen, w.eil Präsident Harding Ne? ihm zugodachte Rolle nach der Art, in welcher Brians in der französischen Kammer jedem Vermittlungs«! geöanken entgegentrnt, gar nicht übernehmen konnte^ Amerika wird bei den Reparationsverhandlungen ' anwesend sein unid Errgland, dessen Oeffentlichkeit mit großer Sorge denr diplomatischen Zwischenspiel folgt,; wird nicht allein der militaristisch - chauvinistische« Koalition der französischen Vertreter gegenüberstehen.' Die für heute angesetzte Besprechung Lloyd Georges mit Briand findet eine doch einigermaßen erleichtexts Situation vor, Lls eine neue. deütfche Notft das. Ver^ r sprechen Deutschlayds wiederholt^ an denr'"MederäufKa^ ^öer 'von Haß zersetzten Welt „mit allen Mitteln undi Kräften, übet die es' wrMt,,-Mitzstarbeiten,' und z« diesem Zwecke so weit als siiöglich und in jedem Einzelfalle, jeden Wunsch der betreffenden Mächte zu berücke sichtigen". Es wird auch durch einen Londoner Funkspruch erklärt, daß die Regierungen Frankreichs und : Englands der amerikanischen Regierung mitteilen werden, daß sie zur.Wiederaufnahme von Verhandlungen in der Reparationsfrage bereit seien. Eine ' amtliche Bestätigung dieser Bereitwilligkeit steht noch aus, doch, wird zumindest die Ansicht der englischen Kreise zutreffend wiedergegeben, die mit großem Unbehagen ditz. Bestrebungen der von Herrn Loucheur geführten französischen Schwerindustrie Aschen, mit Hllfe der Prestige-' Politiker die nvdustrielle Arbeit Deutschlands zu unter-' jochen und der englischen Industrie in der gesicherte« Position der Hegemonie sich gegenüberzustellen. < Es besteht eine, wenn auch sehr geringe Hoffnung^ daß cs zu neuen Verhandlungen kommen wird.' Diel Grundlage jedes Verhandelns ist Vertrauen in Las/ Wort und m den guten Willen aller. Es mutz - deshalb festgestellt werden, daß auf seiten Frankreichs und Deutschlands einiges geschehen ist, was dieses Vertraue« schmälert. Frankreich hat in London Ne Verhandlungen zu brüsk abgelehnt und ist viel zu rasch zu Drohungen übergegangen. Deutschland hat nicht nur ferne Gegner im unklaren iiber seine Absichten gelassen - was allenfalls zu rechtfertigen wäre — soirderw auch seine eigene Oeffentlichkeit, soweit sie fiir Verträglichkeit und Ausgleich stimmt. Die Kreise der Hetzer waren imnler sehr gut unterrichtet und es ist eine scharfe, aber verdiente Rüge, die der Vatikan der Regierung, erteiltz' hat, indem er jeide Vermittlung unter Hinweis auf die^ Indiskretionen der deutschen Presse ablehnte. Bei jeder Gelegenheit zeigt sich die Gememgesährlichkeit dieser aus dem großen Sack des Herrn Stinnes, Loucheur'tz Gegenspieler, gefütterten Presse, der jede Der-», ständigungsmöglichkeit wie eine nationale Katastrophe' erscheint und die sich gerne zum Handlanger 'der dw deutsche Republik sabotierenden Elemente innerhalb der, Negierung, selbst hergrbt. Wenn man Deutschland! Glauben schenken soll, so muß sich noch sehr viel ändern,, innen wie außen. . Die deutsche Regierung steht einsam,- you allen Parteien verlassen, lda, und es ist interessantdaß in der gestrigen Pärteiführerkonserenz der pertrau-' liche Charakter ihrer Aufklärungen gerade von den T'eutschnationalen bestritten wurde, deren Lebensinhaltdoch stets das gehorsame Schweigen vor der Geheimdiplomatie war. Die Regierung traut den Politikern; nicht, diese mißtrauen der RegiMMg. Und da soll- McküLs kmii " "

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