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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-17 · Heft 798 (17.4.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 798 (17.4.1921)
Date
1921-04-17
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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M7SS' Sonntag .-Wierier^ MoWärettruiL zweite 9 ptfluuieu, Bald «ach der Eroffvmig wird daZ neue Lustspiel 1 neuen Stück die chauvinistischen Strömungen in Europa. Das n ... t e - l* - ~ - - ' Drama wird demnächst aus amerikantschen und englische» Bühnen zur AMHrung'gelangen. "" ^D.i e kl eine L e c a s s o t* von E g e r herauskonmten; Nächste Woche werden i» Wien die letzten Besprechungen jarifc MaxNein Hardt gepfio^n werden. Von ihrem Er--!gebu!§ hängt Las Aktionsprogramm des Burglheciters für den iRrst der Saison ab. V ''' . 1 - -KE Wiener FreMchkauffüheungen. Im Monat Juni wird in Wien eine Freilichtaufführung de-Spieles von „3 e d e r m a un" statifinden.Auf dem alten Universitätsplatz wird die Szene des Spiels aufgcbant werden. Dm Jedermann wird M o i f f i spielen. — Gleich« falls im'Freien, und zwar ans dem i n n e r e n B n r g p l a tz, wird am 4. Juni eine Monstercmsiührung der IX. Symvbome von Beethoven statifinden. Der Chor wird eine Stärke von 8M Mann umfassen. Aus den Theatern. i K 2ltt Bur fl t h cd t e t gelangt morgen, gmont zur Aufführung. Anfang V,7 Uhr. Montag, In der S t a a t s o p e r geht morgen, Montag, „D i e K » h 1 h a y m er i n" in Szene. Anfang 7 Uhr. Kein Kartenverkauf. In der V o l k s o P e r nimmt SamStag den 23.' d. M. «.Der Ring des Nibelungen" mit „R h e i n g o l d" unter der Leitung Direktor Felix Weingartners seinen Anfang. Die weiteren Abende find: Sonntag den 24. d. M. „D l e W a l k ü r e", Donnerstag den 23. d. M. „S i e g f r i c b", und Samstag den 30. d. M. „G ö tt e r d!i m m e r u n g". Für, düse Vorstellungen werden Sonderabonnemcnts ausgegeben. Die Besetzung der Hanptpartien des „Ring" ist folgende: Siegmund, Sirgscred Herr Kammersänger Rudolf Jung als Gast, Brünnhildr--- Fräulein Rantzau, Freia, Sieglinde, Gutrnne — Frau Reich, Erda — Fräulein Salinger, Fricka — Fräulein Schimon, Wotan — Herr Fleisch er-Jancak, Alberich -- Herr Mainaü, er? < -- Herr Hubert Lener als Gast dre Partie des Stcklzing. Beginn der Vorstellung Vz6 Uhr. Im D e u i s ch e n Volk § t h rate r. grlaugt Freitag den 28d. M. 7 Uhr, die dreialtige Komödie „H i n t e r d e m Bor h a u g" von Marco Brociner. mit den Damen Olly, Thaller, Hochwald' und Keller und den Herren Ziegler, Krrtschera und Wengrnf ns den Hauptrollen, zur ersten Ausführung. Spielleiter Dr. Heinz Sch u l b a u r. V; In den Kam m e r s v i e len beginnt der heutige zweite Tanzadcud Elsie Altmann pünktlich um 10 Uhr- Die Künstlerin hat als Neuheiten ihrcnr Programm die Humoreske von Gneg, die Gavottejoyense von Mozart und Golliwoge Cakewalk von Debuffy eiugesügt. . , Woche ns Ü i e t pla tt de r Kam merspielr: Sonntag, 733 Uhr,. ..Einsame Menschen"..V-7 Uhr, „Man kann auch anders". — 10 Uhr „Zimmerherren". — Montag, ' bis inklusive Samstag. 7 Uhr, . „Man kann auch anders". — 1Ü utzr,„Zimmerherren". j $ Im Wie n e r S t a bi t h e a't e r jic&gt h e u t c, S o tt n t o g, a b e u d ch daserfolgreiche Schauspiel „T a i f n n", Nut Josef I di n o als Dr. Tekerame zur Darstellung. Als Ndchmitiagsvoxstellmrg wird ,,L u m p a z i v a a a b u n d u ö" mit Honst Nies e als Kuieuem gegeben. — Montag den 18. tttib Dienstag den lp, d. M. werden von. den Mitgliedern des M o 8 k a n e r K ü n st l e r t h c a ter § die beiden Teile der draiilüüsiertin RoutüUfi'a'gmente'von Dostojewski „Brüder K,a r a,m a s ö ch"7züm ersten. Male gegeben.. Dieses interessante Werk ist in den Haupirollen mit'den ersten Kräften des Moskauer Küustlertheaters besetzt. Für diese Abende wird .das Programm rr Lg Brosch ii v e m 11 eine rau s,f ü h rlichenInhal t s a n g a b e des Stückes ausgegeben. Im I o s esst ä d t e rth e ak e r wird allabendlich der Schwank »D i e Geliebt e i n M o l l" von Engel und Horst mit Gisela Weibe z i r k als Gast gegeben. Dieses zugkräftige Stück feiert. Mittwoch den 20-1). M. in der Prcmiecenbe^etzungdaS Jubiläum der 25. Aufführung. i n - s t L o t t e W i t t wird -Ernstes und Heiteres von Goethe und,Cäsar FlaisMen, amerikanische -und österretchische Volkslieder, sowie deinen Solo-Sketsch au8 eigener-Feder am Donnerstag drnM.^d. M«, 7 iUhr, 'M Großen Saale der Urania bieten. -! In der Freien Jüdischen Volks*bühve wird heute, Sonntag, nächmiltags 3 Uhr/ Scholem Aleichems „Ziseit in ziipreit"^ abends V-8'Uhr zDer Unbekannte", von I. Gmdin, gegebrm In der Rolle des Müllers Louis KorWniki tritt, Bcn-Zwi. ehenraliges Mitglied des wlstscheu Theaters in Petersburg, als Gast auf. — Morgen, Morttag. gelangt David Pinskis vieraktiges Drama ..I e ck e l, der Sch m i e d" zur Aufiübrnng. — D»e Freie Jüdische Bolksbülme bringt als nächste Novität Ende Avril S. BimkoL Drama ..Ganuwim" (Diebe), welches Vost - .de - berrühmte» Wiln'äer LKedterirupp'e mit durchschlagendem Erfolg ausgefübrt wurde. Die Proben m dieser interessanten Novilät, welche ein Drama auS dem DiebDleben Vvrführt, sind in vollem Gange. Die Hauptrollen haben Frau G r a f - W e i n t r a u b und Herr Egon Brecher inne. Die Salztzurger Festspiele. Das Programm der Salzburger Festspiele, die vom y. dis zum 21. August d. I. abgehalten werden, ficht nunmehr fest. . Eine Mozart-Woche mit Musteranfführungen Mozartscher Ovedn. von - Wiener ' Ktästen bestritten, wird den Miitelpmrkt der Veranstaltungen - bilden, dte außerdem Freilichtaufführungen ' des „S o m M e r n a ch t §- t r a u m" nuter Heines Leitung im Schloßpark von Mirabell, M u st e v d a r fi e l l u n g e n Wiener O p e r e t t e n unter Lehars Leitung, Konzerte Mayers, Loije LchmünnL, Allred. Grünfelds und Gastspiele dn Jeritza und Slezaks umfassen werden. Furtwäugler wird bei diesem Anlaß zwei Konzerte des Wiener Symphonicorchrsters. im Mdzarttuck-dirigieren. Eirr «e»es Drama Israel F««,g>viLo. Aps L a u s,a n n e wird uns berichtet: Der hier seit einem halben Jahre, weilende Israel Z a n g w i l l bat ein «eueS Drama beindek, das als Gegenstück zu seinem „Schmrlztiegrl" gedacht ist. Während in-letzterem bekanntlich die Verschmelzung der, Nationen in Amerika dargrstellt erscheint, geißelt der Dichter in semem JMttusz Wolfsoh», der seine Parapbraseu übrr ^jüdnche Volkslicdec in Wim.bcreits mehrfach murr großem Beifall von Publikum und' Preffe zu Gehör, gebracht /hot/ wurde für eine Reihe von Konzerten in Jugoslawien vetWichtetütud^ML. --vor dem Abschluß eines Kontraktes sür eine amerikanische Toutüee m der korrimenden Sarsou. Am 26. d. M. gibt.der Künstler im M i L L l e r e n K o n z e r t h a u s s e. a l emen K! a v t c rabend, beffeit Programm. ansscliließl ch Werke von Chopm enthält, und zwar: Nocturne 6-moll. Präludes -^s-ckur, 6i8-Mol>, D-moll, Phantast: F-moU. Etud'm A-moll. op?2ü, Nr. 11 F-mol), op. 2\ Nr. 2 Sonate H-moll. Walzer As-dur, Cis-moli. Berceuse, MazmkaS Cis-mol', Dos-dur, A-moll. Polonaise Fis-iaoÜ. Karten an der K a nz ert h a uS k as s t und bei K e h l e n d o r f c r. Arraugnmnt: Konzertduektion Georg Kugel. Gls BuLLler» welche im zweiten Konzert des Fraucn- Sylnvhonieorchtsters umer großem Beifall mitwirkte, gibt auf Einladung der Jka am 20. d. M. einen Liederabend. 2lUmtm A.WßsieNschKft. Sefer-Pmskev. Bin Gedeulbuch anläßlich seines 100. Geburtstages (1821 — 1921), herausgegebcn von Dr. I. Klausner, ' JerMcnti (hevr.). ' ' . ' 'Anläßlich : des 100-Geburtstages Jehuda Lüb Pinskers (1. Temcth 5581 --- 25. Dezember 1821) gibt düs Odeffaer Palästina-Kömiter ein Gedeulbuch mit Aufsätzen von Dr. I. K l a ü s n s r. A ch a d - H a g m und. U s s i s ch k i n heraus, um auf diese Wefie diiS'Audmkcn des ersten Schöpfers des jüdischen StaatSgcdankens zn feiern. - -In -einem auf sehr gründlichem Materialfundierten Aussätze, schildert Dr. I. Klausner Pinskers Lebrusbild, insbesonders aber srinen Werdegang tzls Nationaljude. Ackad-Haam liefert eine stilistisch meisterhafie Uebrrsetzung der Plnikerschen „Autoernanzipation". Zu'bemerken ut bier. daß wir iiSnun keine gute hebräische Uebersetzung dieser klassischen Schrift unserer Bewegung besaßen. Allerdings hatte der bekannte hebräische Literarhistoriker S. L. Zitrou im Jahre 1883' eine Jnhaltsgabe dieser Broschüre und P.) Frankel (Bar Tobiali) im Jahre 1900 eine vollkommene Uebersetzung herauZgegeben- Doch keiner von ihnen war in der Lage, den wuchtigen Stil PinikcrZ wicderzugeden. Achad-Haams Uebersetzuug ist somit als erste klassische- Uehertragnug der „AutoemauZivation" zu würdigen.' Inzwei Aufsätzen (1.. Dr. Piuskcr und seine Schrift, 2. Theorie und Praxis) skiziert Achad-Haam Pinskers Gedankenaang und zieht einen Vergleich zwischen seinen und HerzlS^ politischen Ideen,..Er gelangt zum Schluffe, daß - der politische Zionismus nie Pinsler als den Schöpfer des jüdischen Staatgedankens zur Genüge gewürdigt lrabe, Nach'Achad-Haam ist der eigentliche Schöpfer des politischen Ziönismus Leo Pinsker, Herzl dagegen nur seinen „Apostel". Vinlker hat uns 'die Theorie gegeben. Herzl dagegen machte sie zum Gemeingut des Volkes, nur/ mit dem eiuen Unterschiede, daß Herzl, der ^Apostel", Pinskers Namen nicht popularisierte — kein Wunder also, daß sem Name den breiterm VolkSmaffen geradezu völlig unbekannt geblieben ist. In einer stimmungsvollen Skizze schildirt uns Usstschkin Vinsker als „Lehrer und Führer." Mit dem Appell „schreitet den Weg, derr. euch Pinsker vorgezeichnet -unterdem Banner, das Herzl Mstw.. ' Das GedcnllM'vreM etM:<sche- Mtvolletr Beitrag zur Geschichte unserer Bewegung und es wäre zu wünschen, daß auch unserem nicht hebräisch lesenden PnLlikum eine gründliche Schrift über Jebuda Leib.Pinsker, dessen Name allzuviel in Vergessenheit geräken ist, dargcbotcir werde. gr. Karl ,Wilhelm: „Jüdische Planwirtschaft ln Palästina." Welt- Verlag, Berlin. . Diese Schrift - rührt von etneitt hervorragenden Volks- Wirtschaftler. her, welcher, sich während der Umsturzzeit auch praktisch mit der Planwirtschaft zu beschäftigen in der Lage war. (Dr. Otto Neurath.) Bei dem ziemlich ungeklärten Stand der Frage des Shstems/des... Aufbaues Palästinas ist daher dieser Beitrag sehr zu begrüßen, wie immer man auch der Frage der Planwirtschaft tzegenüberstehen mag. Man könnte diese dort ablehnen, wo es sich um schon entwickelte Wirtschaften handelt, aber für einen- Neuaufbau als geeignet ansehen. Man könnte aber auch den gegenteiligen Standpunkt als berechtigt ansehen: Dort, wo. es schon eine entwickelte Produktion gibt, mag'. eS leichter erscheinen, sie durch einen Zentralen Wirtschaftsplan zu regeln. Die Versuche, die in Rußland damit gemacht werden, können heute noch nicht als ErfahrungSquelle angesehen werden, zu sehr sind diese EMMtenkö' -'fidurch'- apolitische- und ökonomische (Kriegszusammenbruch) Sonde-rumstände kompliziert worden. Dagegen scheint es vielendaß gerade dort, wo es sich um wirtschaftliche-Müerschließung eines Landes handelt, dem «freien' Spiel der Kräfte" Raum gegeben werden muß. Es ist aber bei Wilhelm dttrchaus nicht daran gedacht, der privaten Jmtiative in;endwe!che Fesseln aufzuerlegen und die WirtschaftS- Hrm von vornherein — etwa als reine. Genternwirtschaft—fest-, zülegen. Mlhelm läßt vielmehr die Frage, ob private-oder sozialistische Wirtschaft getrieben werden soll, völlig offen, er uüttzrsiucht nur, welche Vorkehrungen, nötig., sind, um . .die Schäden der ,,W ild wirtschaft^'Ms^,'-.ÄÄoiÄv»s^kejt,/ unnütze Zmiischengewinne üsw., zu 'vermeiden.' Eine solche Organisierung der Wirtschaft liegt schon deshalb sür Palästina nahe, weil das Ziel^de^ Zimtismus du ttational-soziales ijanb; die Wirtschaftiinur einMittel für-dieses Ziel ist,^ weil ferner die zentralen zionistischen Institute den Aufbau stützen muffen und damit' schon der Ansatz zu eiiver gewissen Organisatron der Wirtschaft gegeben ist, weil schbietzlich die zionistische Gesamtheit große A-ustvcndungen dafür machen muß, um das Land m aufnahmsfähigen Zustand zu bringen und eine ganze . Reihe wichtiger Elemente des' Aufbaues, wie die Einwanderung, der BodetÄauf üsw., schon von vornherein zentral,' -reguliert werderr, andererseits -Äe genossenschaftliche Bewegung unter den lllvüertern für Produktion, Konsum und' dergleichen mächtige Fortschritte macht. 'Damit ist -natürlich noch-nW-l gegeben, daß der Aufbau -PäläsMms nach - den ibekamtieq ' Ideen der Planwirtschaft - erfolgen soll. Dagegen sind schwere: Bedenken erhoben worden, es wurde gezeigt (siehe Matxq c .Planwirtschaft in Palästina", «Jüdische Rundschau" Nr.'Ll)^ daß sie, wenn sie von vornherein-als Zwangsorganisatron auf» gerichtet werden sollte, eher den Aufbau verhindern wird. Tat-« sächlich ist cs der schwächste Punkt inder-Wlhelmschen Kon^'s' struktion, daß sie die besondere Art nicht berücksichtigt, in dev' in der ersten Zeit die Arbeit vor sich gehen muß. In dieser - handelt es sich darum, die in verschiedener-Weise und in verschiedenem Tempo sich darbietenden Möglichkeiten auszunützen^ 1 Weder läßt sich vorhersehen und berechnen, welche Böden wir' gerade bekommen, üoch welche Interessenten für verschiedene Produktionszweige sich bsreitfinden werden, nach Palästina ziv i gehen. So werden wir gerade im Anfang gar nicht in der, Lage sein, nach einem vorgefaßten Wirtschaftsplan vorzugehen;i * wir werden nehmen müssen, was sich bietet. Dagegen '.st'eK-l schon jetzt nötig, die Arbeiten der zentralen Organi»Ä satronen in ein System zu bringen und später, mit der Entwicklung der Siedlung, wird manches von dem, was Wilhelm' ' vorschlägt, sich verwirklichen lassen. An dem Idealbild, das erp’ entwirft und durch sehr anschauliche Tafeln illustriert, ist eine-' Orientierung für die in jedem Zeitpunkt mögliche Organi»/' sierung der Wirtschaft erleichtert. Deshalb ist sein Schemavon- Wert, insolange man es oben als ein Schema betvachwt^ ' umsomehr es uns hsute über jede Klarheit in bezug auf. die Systematik der Arbeit der Organisation vollkommen fehlt. ' Die Schrift Wilhelms hat jedenfalls das Verdienst, diese Fraae, neuerdings aufgerollt zu haben. ad bm. , Kritik des Zionist««-, von Heinrich M a-r g u N e s.U^ TeD. R. Lowit. Wien. '! Ein Unternehmen, den Zionismus m einen wetteren Z»^ - fammenhang -u stellen, ihn als soziologische Erscheinung an derj - Hand der Ergebnisse der modernen Gesellschaftswissenschaft kritisch zu untersuchen, wäre an sich sehr dankenswert. Heinrich M a r--j g u l i e §, der über . literarische Begabung, Belesenheit^ Verve und Originalität der AusdruckswM . verfügt,! geht aber an diese . Untersuchung mit. einer: vorgefaßtes Meinung heran, es rnangelt ihm an erkenntniskritisck)^, Schulung, an der Einsicht in Problematik der Dinge, an Selbstzucht des Urteils. Jene vorgefaßte Meinung ist zudem nicht halt-! bar. Im ersten Teile seiner Arbeit'bemühte er sich, nachzuweisen«'" daß der Zionismus nur die jüdische Spielart der nationalen Be Wogungen in Europa ist, und damit verlor er den Blick geradi sür das S p e z i f i s ch e, das heißt das Wesentliche des Zioms mus. Int zweiten Teile sucht er auss neue den revolutionären! und geistigen Charakter der ziomstische« Bewegung zu leugnen (von Jnkonsequen-.en, von denen das Buch wimmelt! abgesehen). Eine übertrieben ausgetragene Nüchternhttt auf bttj einen Seite, ein übersteigertes Selbstgefühl auf der anderen lassest ihn zu einer objektiv-kritischen Betrachtung selten kommen. Einiges,! wie zum Beispiel die Schildemhg der Ansichten Birnbaums, ist!' sehr gelungen, anderes, wie die Kritik Herzls, dem Heinrich MargulieS kindliche Unvertrautheit mit der Politik, Phantasterei, Welt--j fremdheit, Dilettantismus vorwirft, geradezu unmöglich. 3 Im allgemeinen hat man das Gefühl, daß der Autor sich^ von seinem Tempercmtent hinreißen läßt, das volle Reifen seines Urteile nicht obzuwarten. Wenn einmal sein heftiger Prodnktions^ drang gezügelt sein wird durch strenge Selbstkritik, genaues Ab-z wägen der rein subjektiven Komponenten seines, Urteils gegenribe^ den objektiven Tatbeständenwenn, seine Selbstficherheit, mit dev ex heute über die größten und tiefsten Geister, wie Fichte, Hegel/. Nietzsche usw. urteilt, durch die Erkenntnis kontrolliert sein Md,- . daß der Weg auf die philosophischen Höhen ein sehr steiler l-nn^ . mühsamer ist, dann wird man von dem begabten Autor - harmonischere Leistungen erwarten können. »ck. Lw. Lebensbilder berühmter Kantoren. II. Teil. Herausgeaebew von Musikdirektor Aron F r i e d m a n n. Verlag C. Boas Nachfolger, Berlin, 1921. -1 Musikdirektor Friedman» schickt nun den S. Tei^ seiner „Lebensbilder" in die Oessenllichkeit, doch läßt er diesmal, andere Autoren sprechen. Der hübsch ausgestattete Baud enthält; interessante Charakteristiken Lewaudowskis, Minskers, Schorrs u. (tj 'M'L ' S^orL Ed WiedersrUfbaV.' Die Hakoah erläßt folgenden Aufruf: ' ■% Als di« Idee der Wiedergeburt des jüdischen Valkes.^ bei den Massen noch nicht den Weg ins Bewußtsein gefun< den hatte, da fanden sich junge jüdische Menschen in Wrech in einer- Gemeinschaft zusammen und nannten sie Holoa^ Noch wanen sie nicht bewußte Träger einer JLer,-nochj' glaubten sie bloß ihren eigenen Zwecken zu dienen: .Dport zu betreiben und dies als freie, selbstbewußte kvkenfchLN iq der Gemeinschaft von Artgleichen."' bWWAVSflUWMSW (£“"D Nur eine machtvoll Organisation kann ihre e zionistische c^3) Aufgabe erfüllen! 0OLl»rL«tod.. Ik ÄrkUAWseM

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