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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-12 · Heft 793 (12.4.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 793 (12.4.1921)
Date
1921-04-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ßtttt ff Me«, Dienstag Hott in Bewunderung ersthSL. Hans Ziegler hat rh» hr der vErnstndierten^ wohlgenmdeten Vorstellung ganz meister- W dargestettt, Der Titelrolle gibt Alfred Bernau seine starke Männlichkeit, den tiefblickenden, feinkuMblerten Menschen- KLner Bernhardt bleibt er schuldige Harrs F i f tfj e r, der treff- Me Charakterdarsteller, zeichnet den kaltstreberndLr Doktor l§benwald mit scharfe» Konturen und von den übrigen Mittürkenden sind insbesondere die Herren Zetenrus, Lackner Und Onno bervorzuhebeil. Direktor Bernau dankte im Namen .Schnitzlers für die Merans beifällige Aufnahme. ' 0. A. Freie Jüdische Volksbühne. In Gord'ms mit Paradervllen vvllgestotzsiwx naiver AuS' ^emanderfetznng über Liebe uni) Tod, die sich der Unbekannte" betitelt, gestaltete — im wahren Sinne des Wortes ejn interessanter Gast die Figur des Korschinsly. Herr B en - Zw i kommt von der russischen Bührdr. Ec bringt ausgezeichvetr äußere Erscheinung mit, die er — was vor allem erfreulich ist — ein' dringlicher CharaktcLisienmgskunst unicrordnet. Die Geste wird nicht zur Pose, das (übrigens der jüdischen Theatersprache ungewohnte) Wort nie zur Fanfare, wozu Gordins Figur leicht verleiten konnte. Eine schaupielerisch« Individualität ist am Werk, nite . beseelte Menschengestalt aus Gordins Theatkifigur z« schaffen. Der Gast fügte sich ausgezeichnet in das vorzügliche Ensemblespirl ein, das Herrn Deutsch' Regie geschaffen hat; such dies ein Beweis von. Kiinsilcrschast Herr B e n - Z w i wäre ein großer schauspielerischer Gewinn snr daS jüdische Theater. Seine treffliche Leistmtg, der auch anfängliche Befangenheit nichts anhnben konnte, wurde mit reichem Beifall ausgenommen. Reben dem Gast ragte Frau Weiutra«b-Graf hervor, deren Berta riue darstellerische Leistung ersten Ranges ,st. Herr Steiner, unstreitig eine Begabung, gibt als Schneider Schsoime Hutz zuviel Gordin und »vvirl Gordin ist ungesund. Als Schmnel Aschkenasi war Herr Brecher an gekündigt, doch hinderte ihn Krankheit am AMeten; hoffentlich gesundet er bald — schon um der Figur deS alten Aschkenasi willen, die nach einer Darstellung verlangt. Die ganze Aufföhurng ist abgerundet und sorgfältig; cs gibt sehr wenige Bühnen m Wen, deren Aufführungen so viel Ernst und Sorgfalt zeige«. Das südliche Theaterpubüknm hätte allen Anlaß, sich um feine — diejöd-sch: — Bühne zu kümmern. Daß es dies nicht in ausreichendem Masse tut, obwohl dir Darbietungen künstlerisch hochwertig sind, stellt dem Meschen Publikum ein Armutszeugnis auS. ____ 8. 8. Eine KnnstaussteLnng in Jerusalem. r Am 7. April wurde in I e r u s a l e m die erste Kunstausstellung eröffnet, die von der Pro-Jerusalcm-Grfellschaft veranstaltet ist. Die Ausstellung ist im Migdal Davtd (Davids-Turm) «ntrrgebracht. Der jüdische Künstler verein bat. seine Werke m einem besonderen Pavillon ausgestellt. Ober- ^mmisjär Sir Samuel hat die frierllche Eröffnung vorgenommen. Ans de« Theater». Im Bürgt beater gelangt morgen, Mittwoch, »Der Schwan" zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. In der S t a a t s o p t r geht morgen, Mittwoch, „D i e lute S 1 a d t" in Szene. Anfang 7s7 Uhr. In der Volksoper gebt heute, Dienstag, «D e r Freischütz" m Szene. Die Hauptrollen sind mit den Damen Reich, Wag'chal, den Herren Prcuß, Frachter, Mainau, Markowsky, Beer, Lazer und Dörich besetzt. Dirigent Herr Kraus. Im Deutschen Bolkstheater wrrd Romain Rolland» Dramü „DirZeit wird kommen" morgen, Mittwoch, ferner Donnerstag dev 14., Samstag den 16. und Sonntag den 17. d. M. wiederholt. Für Sonntag den 17. d. M.. nachmittags 2 Uhr. wurde Sudcrmanns Schauspiel „Iohannisseuer" angrietzt. Für diese Vorstellung gellen bolkstiimllche Preise ohne Vormertgcbühr. In den Äammersvielen gelangt Sonntag dm 17. d. M., 7-3 Uhr nachmittags, Gerbart Hauptmanns Drama »E i n s a m e M e n s ch e n" zur Aufführung. In der Freien Jüdischen Volksbühne gelangt heute Wttemkis »Eine l u st i g e Nacht", Komödie m drei Akten, zur Aufführung. Anfang */*8 Uhr. Heute, Dienstag, bringt das ^Ensemble des Moskauer Kunstlertheoters im Wiener Stadttheater ÄntoU Tschechows Svenen aus dem ländlichen Leben »Onkel Wanj a" zur Erstaufführung. Die Hauptrollen sind mit den Dcmen Kmpver-D'chechawa und Krischanowskaja und den Herren Katlchalew, Massal'tinow und Scharow beseht. Diese von H. O. Maffaliiinvw inszenierte Vorstellung beginnt um 7*7 Uhr. AusstsVvng jL'orschsr Künstler in Budapest. Aus Budapest wird uns geschrieben: In der Vorwoche wurde hier eine Kunstausstellung 'eröffnet, die sowohl, was die ausstellenden Künstler betrifft, als auch wegen des Ortes der Ausstellung für die heutigen Zustände in Uitgatr bezeichnender ist als manches andere politische Ereignis. Alle Aussteller sind jüdische Künstler, die in der Kulturgeschichte Ungarns noch vor etwa drei Jahren als die glänzenden Beweise für den kulturellen Fortschritt UngattrS geoucht wurden. Es sind jüdische Künstler, die vielleicht noch vor zwei Jahren es als eine Ehrenbeleidigung und als eine Anzweiflung ihres Ungartums und ihres Patriotismus mit Entrüstung zurückgewiesen hätten, würde man sie eingeladen haben, sich an einer ausgesprochen jüdischen Kunstausstellung mit ihren Werken zu beteiligen. Vor zwei oder drei Jahre« -noch standen diesen Künstlern die großen Ausstellungsga terren zur Verfügung, sie wurden gebeten, die Ausstellung mit ihren' Arbeiten «zu schmücken". Heute muffen diese jüdischen Künstler mit dem Klublokal der demokratischen Partei als Asyl für ihre Ausstellung vorliebnehmen. Unter den Ausstellern finden sich Namen wie die Maler Gustav Magyar-Mannheimer, Nandor Katona, Leopold Gedö, Ernst.Barta, Alfred Lakos, Rudolf Fabri und Bildhauer, wie Josef Siena, Philipp Beck und andere. Die Aussittlung ist bei dem heutigen christlichen Kurs, selbstver» fichchi-rK uur au[ jüdische Käufer :;uo jüdische B esu Her be-; MorgertzeMmg rechnet. Aber es mag viel Wahrheit in der ironischen Bemerkung eines christlichen Blattes stecken, welches behauptet, datz verläßliche christliche Kunstliebhaber, die vor Ausbruch des christlichen Kurses gerade diese jüdischen Künstler bevorzugten, und auch ein großer Teil der im ersten schrecken hinübergelaufenen Neuchristen sich in die Ausstellung schleichen oder Agenten betrauen, um Werke dieser einst als Säulen ungarischer Kultur verhimmelten und jetzt als destruktiv in Bann gelegten jüdischen Künstler zu erwerben. Berichtigung. In: Referat über das Gastspiel des Modaler KnnstlertbeaterS in der vorgestrigen Nummer unseres Blattes ioll es statt „verblüffende Lehrerin" richtig »verblühende Lehrerin" heißen. Bortragsmatinee. Fräulein Emmh Klauber, Mitglied der Jarno-Bühnen, hält am Sonntag den 17. d. M..um 11 Uhr vormittags im Kleinen Konznthaussaal eine Vortragsniatinee. Die Künstlerin liest unter mtborm aus der Bibel, ferner Dchmel (^ Zwei Menschen"), ColeruS, Wilde, Swinburne, Perez und WrltgaxZ. Unsere Nnnimer vom Sonntag den 24. April L J. erscheint als mit einer literarischen Beilage und in verstärktem Umfange. Dieselbe wird auch als Ansichts*Nummer für unsere Auslandspropaganda verwendet und in mehreren tausenden Exemplaren In das gesamte Ausland, insbesondere nach Polen, Jugoslawien, Tschecho-SIowakei, Rumänien, Italien und England versendet werden. Daher erhöhte Wirksamkeit der Insertion. Normaler Anzeigentarif. Inserate werden entgegengenomm&n: ln unserer Administration, II.,Taborstrasse 1, sowie von allen Annoncen-Expeditionen. Auf telephonischen Anruf (Nr. 44-0-33 und Nr. 43-3-19) Besuch durch unsere Vertreter. sie SMrt. Der Boykott aufgehoben. In der am Sonntag in Prag abgehobenen Generalversammlung des Cesky Svaz (Tschechischer Fußballverband) wurde der über die Verbände der Mittelmächte verhängte Boykott auf» gehoben, so daß dem sportlichem Verkehr zwischen dm einzelnen Landern kein Hindernis mehr im Wege steht. In der gleichen Sitzung wurde Dr. Petrik (Ä. C. Späita) zum Präsidenten des tschechischen Fußballverbandes gewählt. ' Audäa—Katl).°deutsche Hochschulen 4:0 (2:0). Dieses in interessierten Krei'rn mit Spannung erwartete Meisterschaftsspiel endete' zwar mit einem unerwartet hohen Siege der Judäa, entsprach aber sonst nicht dm Erwartungen. Beide Mannschaften hatten in dieser Saiion schon bessere Leistungen geboten. Bei den Katholisch-deutschen Hochschülern vermißte' man diesmal jedes Kombinationsspiel. Technitch war ihnen die Judäa auch sehr überlegen. Diesen Mangel suchten sie namentlich in der zwrtteu Halbzeit durch cm schnelles Tempo wettzumachen. Die flinke Judäa-Verteidigung konnte aber alle Vorstöße mühelos abwehren. Befriedigend bei den katholrschen Hochschülern war nur die Leistung der Deckung, irr der durch sein gutes Spiel der Zenterhalf Kasteletz hervorragte, und der Tormann Holubowski. Bei Judäa, die unter ihrer Form spielte, war der schwächste Mannschafisteil wieder die Deckung. Darunter litt auch sehr das Spiel der Mannschaft. Eine sehr gute Leistung bvt Kaupy im Tore, der auch einen Esimeierstoß meisterte. Sonst taten sich »nr noch die Flügelstürmer Lantner und Freimann hervor. Die - Tore erzielten Freimann, Fach, Mahler und Lantner. Durch d'.esen Sieg ist die Judäa zur Führung in'Mi Hochschulmeisterschajt'gelängt, die ihr in dieser Sarson aller Wahrscheinlichkeit nicht.mehr zu nehmen fern wird. Im Spiele der Rsierven siegte die Judäa 2; l. Tore Sliltzky (2) für Judäa, Gerind (i) für Katholisch-deutsche Hochschüler. S r S (3 rH» Ehe r u t h eröffnebr' Me Saison mit einem Stege über die körperlich stärkere Romania-Mannschaft. — Cheruth sucht Gegner mit zwei Mannschaften aus fremden Plätzen. Erstklassige Schülermannschasten bevorzugt. A. Scherzer, 2. Bezirk, Ennsgasse 13, Tür 18. — Morgen Mittwoch: Vortrag im Klubheim, W. Weift über „Palästina und die Jugend". Jugendliche willkommen. . V Jüdische Vevehve, die an dem Rund spiel beö Sportklub HaSmonea teiluehmen, werden ersucht, zwecks dringender Besprechung Mittwoch den 13. d. M., 8 Uhr, ins - Casö Butterfaß, Prater 8 tzreöen dem zweiten Kaffeehaus), Delegierte zu entsenden. . Phönix. Karlsruhe, -er kürzlich in Wien gegm l Hakoah 0:0 spielte, hat die Nhemkreismeisterschaft gewonnen. Sportklub Hokoah. Morgen obligatorisches Train« sämtlicher Mannschaften ans dem Florldsdorfer A. E.-Platz. Adavemifche Sportabteilrmg Judäa. Woche!!p tb flu nt4r Fnßballscktion: Training Mittwoch am Admi» lk% Uhr allgememeS Training, ab i Uhr nur!. m Platz. Ab HZZ Uhx allgeme ncs Training, ab 4- Uhr nur!. v H. Mannschaft. Leichtathletiksektior»: Traimng Mittwoch ab 3 Uhr l Admira-Platz. Anmeldungen beim Kollegen Fisch. Turnsektioi Das Turne« findet Momag und Mittwoch ab '/-8^Uhr aben! im Tvrnsaale dkS IV., Wieoner Hart fatk. ÜÄtt. -sw'.ch. /KT. DpM 1921_m YUar Der Volkswirt. Sitte Krone -- 1.67v» Centimes Geld, Vedeutende Besierung der Krone. In Zürich notierte: die österreichische Krone ...» 1.67'/, (1.52V, am 9. April) die österr. gestempelte Krone « . 1.— (—.97 am 9. April) die tschechische Krone . . » 7.95 ( 7.85 am S. April) die Mark. 9.40 ( 937'/, am 9. April) Agram.. . .r.;. .410 ( 4.05 am 9, April) Bukarest . 8.60 ( 8.60 am S. April, Budapest . ... . . 2.— ( 1.97'/, am 9. April) Warschau.. -.70 (-.70 am 9. April) Die Lage des tschecho-florvakischeA Wollmrrrktes. Aus Prag wird uns geschrieben: Nach' dem vorjährigen starken Preisaufschwunge der Schafwolle ish tm verflossenen Herbst auf der ganzen Welt emPr e i s-, stürz erfolgt, der unaufhaltsam verheerende Fortschritte, machte. Der Grund hiesür lag in der Ansamntlung der großen Zufuhren aus den Kolonien und de^ verfehlten! Spekrtlation der englischen Wollhandelsbehörden, welche enorme Vorräte an legten, ohne für den Absatz nachs dem Anslande zu sorgen. Nach der Befriedigung desl ' großen Warenhungers trat dann überall eine Stagnation im Absätze der Wollwaren ein, welche allenthalben .jede.Unternehlnrii-n.'lnst des Handels und der Jndu^ strie vollständig lahmlegte und ein Gefühl der Unsicherheit hervorrief, dessen Folge eine Flauheit in den Preiserx der Schafwolle war, die den Eignern der Wollvorrät« enorme Verluste zusügte. Zu Ende des vorigen Jahres glaubte man durch energische Abschreibungen diesem Rückgang einen Halt zu bieten, das fortwährende dringende Aus gebot der vorhandenen Vorräte verursachte jedoch noch weitere Preisrückgänge, sa daß in Auslände bis Ende dieses Quartals die Vorkriegspreise der sämtlichen Wollsorten erreicht wurden. In unserer Republik hatten die Wollpreise infolge des Minderwertes dev Valuta noch immer den acht-- bis zehnfachen Wert dev Vorkriegspreise behmrptet, immerhin aber ist der Stand der Wollpreise kaum 36 Prozent so hoch als im Vorjahre. Vom Handelsministerium wurde zur Erreichung eines,A6baues der Preise der inländischen Wollprodui'-- tron.zugesagt, daß Wolle aus die Freiliste sowohl für den Import als auch, für den Export kommen werde, bis heute ist es aber zu einer Erfüllung 'dieser Zusage nicht gekommen. Das Ausland bemüht sich mit ollen Kräften, seine überschüssigen Produktionen hier unterzubringen, jedoch bildet der hohe Kursstand der-ausländischen Devisen ein Hindernis für Abschlüsse. Wenn man den Export der für hier nicht geeigneten Wollsorten unbedingt freigeben würde, so könnte durch' freie Disposition eine Ansammlung der Exportvaluta für den Import von. Auslandswollen erfolgen und es dürfte dadurch ein langsamer Rückgang der ausländischen Valuta in die Wege geleitet werden. Auch wäre es hoch an der Zeit, dis Grenz- und Paßschwierigkeiten vollständig zu beseitigen, um den Warenabsatz nach dem Auslände zu fördern, da der hiesigen Industrie die rührige Konkurrenz des Auslandes bereits Schaden genug zugefügt hat. Dev jetzige Tiefstand der Preise veranlaßt bereits die Industrie, ihren kleinen Bedarf von Kall zu Fall zu decken. In der letzten Zeit findet eine Stabilisierung der Wollpreise sowohl hier als auch im Auslande statt, welche es ermöglicht, eine Marktpreisnotierung für inländische Wollen unter sorgfältiger Berücksichtigung der Avslandsnotierung festzustellen. Die Krise i« der Lodzer Textilindustrie. „Robotnvk", das Zentralorgan der polnischen Sozialdemokratie, veröffentlicht einen längeren Artikel über die Gründe der katastrophalen Lage de-r L-odger Textilindustrie. Darm heißt es unter anderem: Die chaotische Wirt, schaft «Nd Unordnung i>m Lande haben den höchsten Grad erreicht und dadurch ist die Existenz der polnischen Industrie bedroht/ Sie scheint bereits gänKlich untergraben zu fein und die Zukunft der polnischen Industriezentren, besonders der. Textrlimdustrie, ist in Dunkel gehüllt. Die Aeine Zahl der Lodzer Fabriken, wolche in Gang geblieben sird (es find etwa 36 Prozent der Zahl vor dem Kriege), must, ob sie will 'oder nicht, die Produktion einstellen. Dadurch wird eine , große Zahl von Arbeitern bvoMoS und fällt dc>n Staat und der Oeffenttichkeit zur Loft. Die Lodzer Industrie, .welche technisch so vervollkommt ist, datz sie nur Nrchmateria» lien, die man allerdings jetzt nicht hereinbskommen kann, benötigt und keiner HUfSsabrikation bedarf, wäre auch unten den ärgsten Bedingungen gut entwicklungsfähig. Man steht aber in unserem Staate der Ausnützung dieser Möglichkeiten hilflos gegenüber. Der Grund für die Schwierigkeiten der Lodzer Industrie liegt darin, daß wir den fachlich geschulten, Arbeitern 650 friß 750 polnische Mark täglich zählen muffen, während unsere Nachbarn viel billigere Löhn« zahlen, M-m Deiftriel Deutschland 28 bis 30 deutsche Mark täglich, die.Dschecho-Slowakoi 25 bis SO tschechische Kronen. Auf. den Kurs unserer Valuta umgerechnet, bedeutet dies einen täglichen Arbeitslohn von «nr 420 polnische» Mark. Daher können diese Lander Trxtllwaren, bei denen 30 Prozent der Kosten auf die Rohstoffe! und 70 Prozent auf die Ausarbeitung entfallen, WM etwqj iS üi*i oo Pr-.-.zrnt b^ir-cr erzeugen als Lodz.

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