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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-20 · Heft 772 (20.3.1921) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 772 (20.3.1921)
Date
1921-03-20
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Rr. 772 Wien, Sonntag Wiener Morgenzertrm( 2l). Mörz 1921 /Seite 11 1— ,m r mm, Vi ...I ■ .‘ . — ■ ■ '■ 1 wwwnwWJH ww^wwfc w.—■ ■ ." ■ 1 ■ -.. »Hi Ai.;A-i»r«—<.. ■■■■■■-■■ ■!■■—■■■■■■■ •4 weiters zum Verzicht «uf alle Ansprüche entschließen r' können? Amerika ist im Völkerbund nicht vertreten Und aus der Mparatwnskonunission ansgetreten. Det Verzicht der Nationalstaaten, obwohl er noch keineswegs feststeht, dürfte leichter zu erlangen sein. •« Am kompliziertesten jedoch scheint daS neuerliche '" Eingreifen Louch eurs, der' zwar. in London mit - seinen Plänen keinen Erfolg hattet jedoch mit dem - - Bundeskanzler Dr. Mahr in Paris als Vertreter Frankreichs Besprechungen pflog. - Wenn sich die gestrigen Meldungen bewahrheiten, hat Loucheur einen neuen Plan zur Versorgung Oesterreichs Mt den dringendsten Nahrungsmitteln und Rohstoffen ausgearbciiet, wonach zunächst die Tschecho-Slowakei zur Köhlenversorgung herangezogen werden soll. Aber über die geplante An- -7 leihe selbst, über ihre Höhe und' die sonstigen Einzels". heilen ist nochgar nichts bekannt; und wenn iin Zusammenhang damit der BcMg von 250 Millionen 7 Goldfrancs genannt wird, so ist das-eine bloße Ver- , mntung. Jedenfalls wird sich eine solche Anleihe auf unsere Aktiven stützen, Falls die Zeichen nicht wieder trügen, sind wir über den Tiefpunkt unseres Wirtschaftsebmds bereits hinweggekommen und dürfen mit einigen, wenn 7?. auch nicht übertriebenen Erwartungen in die Zukunft blicken, die uns den Wiederaufbau ermöglichen wird. 6~etb eTta re eit z I Schneider- und SclraslericrMttfi des Verbandes der JÜd. IfiYälMßfl und Heimkehrer j XX. Bezirk, Heinzelmanngasse Nr. 15 Der tschecho-slswMische Textilmarkt. 'si! Von rrrrserem Drünner 8.-Bevichter51atter. Während früher die Frage der Beschaffung der Roh- '' Materialien die Industrie vornehmlich' beschäftigte, ist E heute die Absatzfrage die brennendste geworden. Im 8 Gegensatz - zu der: noch vor einem Jahre herrschenden J Rohmaterial? urch Warenknappheit, ist, derzeit sowohl auf I dem' Rohstoffals auch Warenmarkt ein merkliches Anl gebot zu verzeichnen, das selbstverständlich drückend j auf die Preislage wirkt.- Dies ist umsomehr der * Fall, als, wie allgemein bekannt fein dürfte, in letzter Zeit eine schwere Absatzkrise ausgebrochen ist, für die durch, ihre Verfehlte Handelspolitik unsere Regie, rung in erster Linie verantwortlich - gemacht werden muß. ' ,;; ^Mo.-M.MMeMchÄpMolvakMMev stM-Men die AusfuhvMhrvr K o h le^ünh' ihres: Z u ck er s in die Sukzessionsstaaten gewehrt, in dem Gefiihle, das allei- ,, nige-Monoppl über diese beiden Artikel zu besitzen.-Jn> f' folge der herrschenden Weltkrise jedotz hahen es diese 7.. Staaten allmählich verstanden, sich vondiesen beiden 7/ Hauptausfuhrartikeln der ffchecho-slowakrschen Republik, 77 wenn nfcht gqnz, sa doch' zum großen Teile unabhängig /7 M machen. Und nun gehen diese früher so siiefmütter-? lich behandelten. Staaten daran, gegen uns in jDtrtfdjjaft- ,'ix sicher Hinsicht Repressalien zu üben. So wehren sich "'heute Polen, Oesterreich und Ungarn, die fvüher die Hauptabnehmer .unserer Textilprodukte waren, entschieden gegen die Einfuhr dieser Erzeugnisse und »7. umsomehr mit Erfolg, als die ausländische Konkurrenz -- '(Deutschland) in der Lage ist, zu bedeutend billigeren Preisen Lieferungen zu übernehmen. Dies ist mit ein .> Grund für die Tatsache, daß wir heute nicht einmal in - den Nachfolgestaaten, geschweige denn auf dem Welt- -v. markt konkurrenzfähig sind. Weiters spielen hiebei die -unsinnigen S t e u e r n, welche der Industrie auf-? geljalst werden, eine wichtige Nolle. Auf allen Gebieten - , macht sich langsam ein Preisabbau bemerkbar, nur die .... Steuerschraube wirid. unentwegt fester angezogen. So. ist : - gerade jetzt die Jnv estition sanier he ein krasses ^Beispiel dafür, in welch horrender Art und Weise die 7: Industrie zur Steuerzahlung herangezogen wird. . Wesentlich zur Verschärfung der Krise trägt natürlich der Umstand Lei, daß in diesem Industriezweig nicht ww in anderen Betrieben auf Lager gearbeitet'werden kann. Der Grund hiefür liegt in der stark wechselnden Moderichtung, weiters aber mich in dem wesentlichen Wert des Rohmaterials, der in ‘bzm Fertigprodukt enthalten ist und beim Fallen der Nohstoffpreife - einen schweren Verlust bedeuten würde. (Es genügt, hier aus das rühmlich bekannte Baumwollgeschäst unserer Negierung hinzuweisen!) - Der innere Markt kommt, bei der riesigen Erzeugung fast gar nicht in . Betracht und sämtliche. Textilbetriebe sind selbstredend an der Ausfuhr enorm interessiert. In sehr merkbarer Weise macht sich hier die. deutsche Konkurrenz fühlbar und es werden von deutschen Werken Artikel tu Preislagen gebracht, die der tschecho-slowakische Industrielle nur mit Staunen vernehmen kann. Die Ursache hiefür ist Wohl'in erster Linie in dein viel regeren Außenhandel. Deutschlands zn suchen, der es den Deutschen - ermöglicht, ihre Rohmaterialien viel billiger einzukaufen, weiters aber auch in. dem Umstande, daß Deutschland mit Farbstoffen wesentlich billiger versorgt ist als wir. Außerdem macht sich auch schon die überragende. Qualität des deutschen Arbeiters in dem Erzeugnis bemerkbar und letzterer Umstand äst Wohl auch mit ein Grund für die scharfen Wirffchastsmaßnahmen der. Entente gegen Deutschland, weil diese Staaten die schon -vor dem Kriege, gerühmte qualitative Ueberlegenheit des deutschen . Arbeiters fürchten. ' . , , - Die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse lassen es nur zu begreiflich erscheinen, daß die Industriellen' nicht in der Lagesind/ langfristige Kredite bei Banken aufzun-ehmen, weil das Risiko für derartige. Geschäfte ein viel, zu hohes ist. . Der. Rückgang in den Warenpreisen dürfte sich gegenüber der.'Zeit vor einem Jahre auf 15 bis .25 v. H. belaufen und ist einzig und allein auf den Rückgang der Rohmatmalpreise Zurückzuführen, während die Löhne - up'o Steuern poch.immer eine steigende Tendenz ausweisen. Wir sind wohl, derzeit auf dem Kulminationspunkt fiir Löhne angelangt, doch sind wir sicher, heute noch weit von dem. Zeitpunkt eütfernt, in welchem an eine Hsrabsetzung der Löhne wird geschritten werden können, 7 .„ v. ’ .. . . Hsgedüs über die NngarLscherr Firrarrzer?, '-'-AwSEuchapest '.wird^Mrlchtet:'- Der Finanzminister hat fti dep gestrigen Sitzungder NationalversanmUung einerr . GesetzWtMff Me?- .die ungarischen Staatsschnsden eingebracht. - Im /Gesetzentwurfes wird der Zinsendierrst der seit Aüsbrlich des Weltkrieges emittierten ungarischen Staats- . papierv in der Mise geregeltbaß vom Id'Juni. '1921 bis -. Eude, A923 eüuü.H'er a b.s^-tz urik-g. Lev! Zinsen ans drei - P röz.en't. «xfolgt-,-. Die während der- Mteherrschqft nicht zur. Mszahlung gebrachten. Coupons werden ebenfalls mit- 3 Prozent eingelöst 'werden. Die 'Kriegsanleihen' der... Kriegswitwen und -Waisen, der Staatsbeamten sowie der öffentlichen Stiftungen werden in eine fimfprözenügo Rente umgetvandelt werden. Die anläßlich der Abstempellmg der Roten, der Oesterreichisch-nngarischen Bank erhobene fünfprozen- Uge Zwangsanleihr imrd unter 1000 Kronen eingelöst, über 1000 Kronen in Gewinnooligationen, innerhalb 30 Jahre» zur Verlosung gelangen, nmgetauscht werden. — Hegedüs sei in der Lage, rneldeu zulätmen, Paß die Vanknolenpresse zu den Osterfeiertagen stillsteheu.roerde,,(Das wird sich noch zeigen. " Dick Red.) Er wrrd« strengstes darauf achten, daß in Ungarn in!Zuftmft keine nnbrdeckten GÄdrioberr mehr gedruckt werden (?). In der Woche nach Ostern werde er eine,: Gesetzentwurf über die v orläuf i g a. R eg elun g des Pap iergetdVerkehrs «nterhrrit-sn. .Dem' Trianoner Friedensvertrag eutsprscheirb, fagt der Minister, werden die Noten der gern ein sä me« Bank in'selbständige nngansche Bank-, Noten mngetauscht werden. Ferner wird das Privileg drr Oesterreichisch -. img-arischen - Ban? in Ungarn aushören. Der Minister beabsichtige, nach den Osterfeirriagen nach Wien zn reisen, um mit den Vertretern der Oefterreichisch-- .ungarischen Bank die Modalitäten der Trennung zu besprechen. Diese müsserroch im Laufe des Monats Mai erfolgen. Meine erste. Pflicht war, erklärte Hegedits, die ungarische Valuta gegmüber der österreichischen inS Reine zn bringen. Wir NlAssen mit der Lei-' und Sokolwährung auf gleichem Niveau stellen. Der Uebergang zur Frankenwährung sei Aufgabe ganz Europas. Das Steigen der ungarischen Krone sei daraus zNrnckzuführ'cn, daß sie eineinhalb Jahre hindurch mrter der österrenhischeir Kroire gehalten wurde, wiewohl ihr innerer Wert größer gewesen sei. Dre Er^ Höhung sei eingetreten, weil der Geldmarkt und die Börs<s , empfunden hätten, das; die B a n kn o teu p.r esse z n'w' Stillstan d werde gebracht werden. : - ' - Der NöLenuMlauf der Welt. Der Londoner „Ecorwmift" veröffentlicht eine intern < essante Staitistlk über den Papiernoienumlaus der einzelnen Staaten.1 Hienach kucsierien am 15. Dezember 1920 etwas über 131 Millionen Pfurid-Noten der -Bank von Em g l a n d, daneben etwa 360' Millionen. Pfund .Currencys Notes. Am 13. Dezember 1920 zirkulierten in den Vereinigten S-taaten von Nordamerika nur etwcv 3.5 Milliarden Dollar in Banknoten. In Frankreich Le- . 7 trüg die Banknotenmenge am 15. Dezember 1920 rund- 87.5 Milliarden Francs, Arn 31,. Oktober 192tz zirkulierten . in I ta l ien etwas über 15 Milliarden Lire-Noten. 'Ach .6. November 1920 hatte dasgroße I apan nur eine Notenmenge von 1074 Millionen Den, welche mit Gold, überdeckt waren. Die Deutsche Ne.ichsbank hatte am 7. Dezember über 64.684 Millionen Noten. In S ch w ed e n beirntz , die Notenzirkulation am 4. Dezemec 747 Millionen Kronen.- Am 39. November 1920 zirkulierten in Dänemark 856 Millionen Kronen in Banknoten. Zu ungefähr gleicher Zeit betmrg-die Zahl der Noten in Sp anie n eüva 4236 M». lionen Pesetas, in Portugal' am 29. Dezember nichts viel über 532 Millionen Eseudos, m, N o r-w.e gen am 7. Dezember 453 Millionen Kronen, m Kanada^ im Sep^ temer 231 Millionen Dollar, in Bulgarien am 30. Sw :'h7Ä zember 3456 Millionen Leva, in Griechenland etwas ’% über 1437 Millionen Drachmen,^ in Rumänien am; 4. September über'6878 Millionen Lei-. Die S ch w eiz harieach *'j 7. Dezember 1920 etwas über 944 Millionen Franken Noten! - - und Holland ach 15. Dezember 1920 etwas über'1074 Ml« lionen.Gulden Banknoten. Bo» der ReichernÄerger TexMinbrrftrie. Aus streichen-berg wird gemeldet:- Die Anglo« österreichische Bank und das Bankhaus Kola und Co. wandeln eine der größten und ältesten Wollwareu« sabrtken iur Neichenberger Bezirk in eine Aktiengesellschaft mtr* Die neue Aktiengesellschaft soll dem Textilkonzern der Anglo« bank ungegliedert werden Das Aktienkapital dürfte 29 Ml« lionen, tschecho-slowäkische Kronen betragen. -.1 vntfh'Esf 10.000 Kartons, eventuell 837 aucli kleineres Quantum KARBONPAPIER prompt ab Lager Wien äusserst preiswert abzugebeci. SsdeüÄDr» Payago, Bureaubedarfs-Grossbandtoig,WionjY. Hamburgerstr.8. Tel. 11-66, Stelle6. ' SiidSahnvesprechmlgen in Nom. Der Südbahn-Gesest^ schuft tst vom italienifchew Schätzminrste'riuM eine Einladungl ' " zur Besprechung der Ännuitätenfrage' ün Rom für deck 30. d.M.-zugegangen. Die gleiche Einladung ist an ..ditz ' Associatroa Nationale in Paris erfolgt. 's - Chemnitzer Wirktvarenindustrie. ftleber die Erfolge dev!. .Chemnitzer Wirkerei beruhtet die „Allgemeine Textilzeitung^ .7 wie solch:' Die Strümp f i n d u st r i e konnte sich mit Roh-!,,. stoffen ausreichend versorgen. Die Garne wurden größtenteils ‘ aus sächsischen Spinnereien, Flore aber auch aus Euqlaiw ' bezogen. Sie erreichten Preise von niegeahnter Höhe. 83$ in den März hinein waren die Betriebe allgemein flott be-; schästigt, dann hörten die Aufträge auf, ungeheure Kapital« i berlusw waren die Folge. Die Betriebe arbeiteten fast durch- \ < i wegS eingeschränkt. und höchstens bis .zur Hälfte 7 ihrep ' ' L FriedenSleiftung. Es wurden Waren aller Qualität' herge« . stellt. G « w o h n l i ch e Stapelwaren waren im Handels ' 7 7 kaum rwch abzusetzen, während sich die Nachfrage nach Quali.« tätsware verstärkte. Die Lager bei den Fabrikanten sind durchs Wegs überfüllt, so daß sich allgemein ein weiterer Mangel ack Betriebsmitteln eingestellt hat. Der Veredlungsverkehr mit auslärü)ischen Firmen hät beträchtlichen' Umfang angenommen. Day Auslandsgeschäft ließ auch stark zu wünschen übrig. Wiederholt mutzten größere Notvepkäufe vorgenommen werden. Daß die sächsischen Stoffhan.dsÄuh e nach wie vor-auf dem Weltmarkt so begehrt sind, ist in erster Linie dem! hohen Stand des Färberei- und Appreturverfahrens mit zuzu« schreiben. Men Versuchen ausländischer Fabrikanten, ihre Wirkstoffe in Deutschland veredeln zu lassen, wird deshalb schärfster Widerstand entgegengesetzt. Bei der immer noch andauernden Steigerung der Löhne ist leider zu fürchten, daßj . der Auslandsabsatz in Stoffhandschuhen, die zurzeit deck Taschenmesser, Scheren, Nagelfeilen, Basierartikel, Haar- und Bart- Schneidemaschinen, Bestecke, Löffel (Aluminium, Alpakka, Alpakkasilber, Pacbfong, Martinstahl etc. KUchenmesser, Zigarettendosen, Brenneisen, Feuerzeuge, Schltisselketten, Schlittschuhe, Korkzieher, Konservenöfflner Wien,; I.j Tuchlanhen 19 » fc'fVr » - - iS S16 engros Telephon 22.948 u. 62.299 internrban

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