Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 771 (19.3.1921)
- Date
- 1921-03-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Teile 8' Wien, StzmsLog^ 'MorgerszeTkrretL 19/ März 1921' 9fr? 77 K Wind-Dreher, siegreich' den Platz behauptete und Vorschuß von Den Börsenkönigen einstrich. Madame Melanie erschien, mit: Federn, Schmuck und Seidenkleid angetan, und unterwarf mit einem Opernglas von der Bühne herab die anwesenden Damen näherem Augenschein. Endlich hatte sie die Richtige -erspäht. Die Schergen stürzten ans einen Wink der Börsenkönige ins Parkett hinunter und holten ein junges, reizendes, /schrill schreiendes und verzweifelt zappelndes Geschöpf auf die sBühne hinauf, das dann von Madame einfach unter den Arm genommen wurde und hinter Lei: Kulissen verschwand. jStm Ende versaaH plötzlich das elektrische Lichts ein Donnet- Kchlag schittteltbdie Kulissen durcheinander, und blutrot lzwischen feuerspeienden FabrikSschlöten stieg der fünfzackige .Stern der Sowjetrevolution über dem Trümmerfeld der Börse m die Höhe. Das Publikum dieses Theaters bestand!zum größten Teile aus Mattosen der Roten Flotte. Oben Mber, über diesem Kellertheater, im Erdgeschoß des Hauses, jfpielte man derweilen eine phauteftisch-herrlich kostbar aus- Deftattete Spieloper: „Den goldenon Drachen" von -Ander, rrud zwar vor einem Publikum, das an Bürgerlichkeit des Mussehens, Geschmacks und Benehmens gar keinen Zweifel -in. b^ug auf seine versteckten Speürlantenverdienste zuließ." - Russisch-jüdisches Ensernble. &eiteinigen Tagen gastiert wieder das russische Ensemble an der Jüdischen Bühnern .der Taborstraße. Zur Aufführung gelangt eine Komödie „Die Malle vün die drei Chusauem", welche zwar literarisch nicht gewertet werden darf, aber,, ins Deutsche übertragen, gewiß ein Seneirersolg für manches Theater wäre. Dieser an lustigen Episoden und Verwechslungen Hciche Schwank wird ausgezeichnet und flott gespielt und es gebührt allen Darstellern ^vollstes Lob. Die drei Brüder, von den Herren Bengolo, Mendelowicz und Sirrin dargestellt, sind.Figuren von ergötzlicher Komik; der letztere ist auch ein vortrefflicher Tänzer, Frau Kaniewska eine wohlgeschulte Sängerin. Der Beifall, den der volle Saal den Mitwirkenden nach den Aktschlüssen sowie nach den Gesangs- und Tanzeinlagen spendete, war wohlverdient. J.L. Jüdische Bühne. Unter der Leitung des Schriftstellers Josef Grob findet rnorgen, Sonntag, um halb 3 Uhr nachmittags in der Jüdischen Bühne, -2. Bezirk, Taborsrratze 12 (Hotel Stephanie), eine Sondervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt „V erzweite H am an", ffomifche Operette in vier Akten. In den Zwischenpausen künstlerische Vorträge der Frau Mali P i c o n und des Herrn Direktor I. Kali ch. '. Mvfgeschvbenes Konzert. Infolge technischer Schwierigkeiten muß. der für morgen, Sonntag, um halb 5 Uhr nachmittags xra Mittleren Konzerthaussaaltz an gesetzte „Jüdische- Liederabend" der Frau Mirra Sokolskaja unter Mitwirkung Professor Wolfsohns für. einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Der Tag, an dem der Liederabend statt? finden wird, wttd rechtzeittg bekamitgegeben werden. Streik der Linzer Schauspieler. Wie das »Liryer Tagblatt* meldet, hat das gesamte Personal des LandestheatrrS infolge Mchterfüllnng seiner seit drei Monaten gestellten Forde? ruvgen seitens drs Landes den Beschluß gefaßt.' morgen in-- den Streik zu treten. Die heutig« Vorstellungen. in Linz und Wels bleiben aufrecht. __. Sport. Eine Berliner Mannschaft-in Wien. ^.‘:y r Den Bemühungen der in Men verbleibenden^ Bereüi'e'ist ds endlich gelungen, zumindest eine mlswart^e Mannschaft für Prater-Atblrükerllnb aus dem Kuecmer Sportplatz (Endstation A, Ak) bet bcr?(lbiccjit’4J'aScrnc'. Schutzgruppe Nord. Dienstag den 22. d. M., V»?'Uhr abends, Spielerausschußsttzung im Fußball-Verband. I./Annagasse 7. - ' , Hazair. .Leute. 7 Uhr abends, im ,Klubheim, Biberstraße 10 (Caf6 Postsparkasse). Spielervollversamml u n g. Morgen Meisterschaftsspiel mit zwei Mannschaften gegen Leopoidauer Sportfreunde um */°9 und 10 Uhr vormittags auf dem Leopoldauer Sportklnb-Platz, XX!.,. Siemensstraße. Akademische Syortabteilnng, Judaa—Akademische Sektion Rudolfshügel. Dieses Meisterschaftsspiel findet beute, Samstag, um 4Ubr nachmittags am Rndolfsdükwlplcitz <X., Endstation der Linie 66) statt. Um V-3 Uhr tragen die H. Mannschaft der Judäa und die lll. Rudolfshügrl ein Freundschaftsspiel aus. Um V-3 Uhr spielen: Hausmann, Zellinek. Druckmann, Lichtblau- Ullmann, Raucher) Nebenzahl, Dr. Frucht. Reich, Max, Erdtracht. Ersatz: Messels, Bremer. Um 4 Uhr'spielen: Kaupy, Ungar, Mcrndl, Kleinmann, Spira, Flesch, Freiymyn, Lantner, Mahler, Fisch. Falk. Ersatz; Jokl. . I. $£. 9, Morgen um halb 11 Uhr vormittags Meisterschaftsspiel , i-jflcu Sechs Hauser F. ®. am Meidlinger Sportplatz. Erreichbar mit dem 8er Wagen bis zur Endstation'. Mends KlMbunterhalturrg im Kaftz Hindenburg, 8. Bezirk, Alserstraße 71. . , - BANKHAUS ROHATYN Wien, I., Maria Theresienstrasse 10 Telephon 20-3-63 484 Der Volkswirt. \ Eirre Krone W 1.50 Centimes Geld. Bedeutende SLergernng unserer Krone. . - Irr?'Äich notierte:' ' .• ' ‘ . die österreichische Krone.., (1.36l/s am 17. März) die österr. gestempelte Krone.95 (—.90 am 17. März) die tschechische Krone . '.7.65 ('7.60 am 17. März) die Macker'i..)-. i-. . fc.|.§.\9.20 (9,12'/', am 17., März) 96t«R fl.^FF.^4k-^(.S.g0 lam 17. März) ( 7.90 am 17. März) ,ychapek-M,^1<. (1.42Vam 17. März) .6v^(—.85 gm 17. März) vusttagen wird. Das genaue Programm liegt rwch' nicht fest, doch dürfte ein großes. Rundspiel zur Austragung getaugen. ■, Internationale RsstiieWen. f > Die Abenbrennen vom DorrnerÄag naHmeu^chWer.erneu reiht interessanten Verlauf. D-ie wichtigsten Ergebnisse woran ^>as Hauptfahren gewann irr Abwesenheit Schrats Hiofmarur vor stttrdÄ und Abraham. . Im Prämimfahren bli^b Tadewald Sieger vor Abraham und Hofmann, im MrischädigungssaWu Valetta vor Köttl und Mückler, während das VerfolgungstrnMn Münzer-Hofmann gegen KokM-Duschinskh unentschiedeu. endete; die Entscheidung wird Sonntag ausgettagen werben. Zum xrsten Male fanden auch Radballspiele, statt. TEd beiden Matches wurden von „Lcmdsttaße 93", beziehüngsw^e ^SturmvvZÄ" 'gewonnen. .. : ' . . . ' ..... 'Hadoah—HeeHa. D^r Dorverradf^zir^ddÄE^^^mf (W. A. E.-Platz im Prater stattfmdenden Cupspiel Hcchoah— :ha wird heute' um .6 Uhr abends geschlossen. }*■. i ) , Hvchschnlnleisterschaste». Heute beginnen die Hochschmjmeisterschaften in der FuvballdiSzipIin. Die Initiatoren dieser Meisterschaft sowie her Ncederösterrerchischrr Ftlßbgll-Beroand haben sich mit der Verwirklichung derselben ein großes Verdienst um die Enkwlckltmg deS Hochschulsports in Oesterreich erworben. Wenn '«uch dir Teilnehmer?,ahl momentan eine verhältnismäßig geringe istes gibt vorläufig fünf akademische Stzortmstitutionm — so aß zu -hoffen,' daß die dem Fußbastspsrt irmews-hnende Werbc-!kraft schon in kurzer Zeir größere Massen der HochschÄjngmd zur svortlichm Bttätiguug heranziehen wird. Heute treten sich folgende Mannschaften gegenüber: Akademische Sektiors RndvIfMgel— Akademische Sportabteilung Judäa (Nndolsshügel-Platz). Akademische Sektion Simmering—Kacholffch-dentsche Hochschüler (Srmmerrnger-Vlatz), Akademische Sektion LibrrtaS—Am« (Red Star-Platz). Es find fast durchwegs gleichwertige Gegner, die kch bier gegenübettreten. und es kann deswegen Jrct -A.usgaygcher MeisterfchastÄ-rele nicht vora«sgtsa-t'Verdes. L -\p:-. T* Jfe.- Sportklub Hakoah. Heute, Samstag/k t icwe-Ausgabe IboR Mitgliedskarten. Am Schalter ansichließlich Vorverkauf für das morgige Cupspiel. — Hockeys ektion:'Heute,'Sarüö^. raa, V-4 tlbr nachmittags HI. Mannschaft komb. am Lebrerplatz: Steiner Ul; Weinwnrnr, Wiener It Blcmstein. H. Reumann, Wald; Lebenschuß C. und Neumqnn I. und M„ Diamant. g'— Sonntag vormittags Meisterschaft gegen Lchrer-Sp.-V. am irerplatz?, 9. Uhr Reserve:. Steiner III; Grünsrlo, Weil; iener llk, Berger, Heller; Klimt, Nemnann, Wengraf, Wiener II, iemer. — Erste V, 11 Uhr.: Langer; Koch, KWsmmru^Nqschltz, Rurzmann, Nojsig.b; Rosensekd, Weiuwnrm, - Nosfig .tt^ LastdeS- Mann, Kars. * * * f Bueitas. HeuL. Sprelevvsrstmmlluug utn! rT iabündsi fm .Safs Kaiser Josef, 2. Bezirk, Heinesttahv! Ätz (früh« sKaiser Josessttaße). Entgegennahme von NÄramnelvungsn. jWorgen Wettspiel mit zwei Mannschaften. Gegner wird' erst Hesttmmt.-- . * --; j .!, . Ach duth. Sountaz Wettspiel gegen Brektmlee.' Die SMer Labm um V-12 Uhr beim Konzrrtsalon, XX., Wallenstrinstraße, ß» erscheinen. , ' * >. j Hasnronea. Heute, lk-Uhr, SpIelnverfKnMnng.' Mvrgm tlO Uhr 39 Mm. Wettspiel einer kombinierten II. unb ul. Wtann* gfrn, Dte tschecho-slowaLifchen; WirtschasLs- VerharrdLrwgen Mit Italien. Mus Prag wird uns gemeldet: ' Die feit längerer Zeft in Rom zwischen der tschechoslowakischen Abordnung und der ttaliemschen Regierung ge° führten Ve-rha-ndlrmgen über tzßn AbWuß eines Handelsvertrages (wir berichtete», unlängst darüber) haben bezüglich der Am- und AuSfuhrkorttinyente noch lein endgültiges Er» gäbms gezettigt. Immerhin P ein Uebereinkommen in nachstehenden Waren erzielt worden: Zur Einfuhr aus Italien in die Tfchecho--Glowakei werde» zugelaffen: bOOO Sutomobtt^ 300 S&otoxx&ec, 1000 Fahrräder, 8000 Reterzentaer daMrgchSrige BestvndteNe, 2OOO Meterzentner FlachSgarn, 1000 Meterzentner FlachSgewebe, Wvv Meterzenttver Rohseide, 8OOO Meterzentner Pneumatiks, tSM Meterzentner Gunrunartkkel,' 1ÜO.O0O Meterzentner Frichkartoffeln, 1OO.OO0 Meterzentner Drangen, 78.VVO Meterzentner Zitronen, 95.000 Meterzentner Feigen für Jndustnexwecke und 25.000 Meterzentner Fergen für Konsumzwecke, 60.000 Meterzentner frische Früchte, 10.000 Meterzentner Küchensakz und 10.000 Flaschen Wein. Italien hat auch den Amport größerer Mengen Kolomalwaren via Triest gefordert, doch wurde eine Dereindarung mrr bezüglich der Zulassung von 2GO Waggons Kakao, 100 Waggons Tabak und eines rmhsfchränkten Quantums Reis erzielt. Ferner .wurde ein Uebereinkonnnen getroffen, wonach Hütstroh, Rohhanf. Perlmutterroher Marmor, Mabastrr, Antimon. Quecksilber- Schwefel sowie RizinüSöl für Jndustriezwecke zur freien Einfuhr in die Tschecho-Slowakei gestattet werden. Demgegenüber hat Italien zugestanden, aus der Tfchecho-Slo- Wakei die Einfuhr einer uÄeschränkten Menge «uckerS, ferner von 3OO.OÖO ^estmeter Holz, 1O.VOO Meterzentner Notationspapier und 6O.OOO Meterzentner Zellstoff nach Italien zuzulassen. Die Verhandlungen über die von der Tschecho-Slowakei gestellten Forderungen sind noch nicht zs Ende gediehen, doch wird eS von deren Annahme abhLngen, inwieweit die vorderhand von der tschechoslowakische« Delegation als annehmbar Sezeichneten vorerwähnten Kontingente ak» endgültig zu betrachten find. Vorläufig ist Äne definitive Abmachung lediglich über die Einfuhrbewilligung von 1000 Änwmobilen erreicht worden. Neben dem HandelSvextrag gelangt noch ein besonderes Uebereiükommen über die Benützung Triefter Lagerhäuser und über die Ewichtmn; einer Zollexpositur in Triest zur Beratung. einer weitere« Konvention werden die Schuldverhältnisfe in alten Kronen zivischen den Bewohnern der neuen italienische« Provinzen und der Tschecho-Slowcrkei geregelt. Die vör dem 3 November 1918 entstandenen Verbindlichkeiten sind zum 5tnrse von 56.80 Live für 100 alte Kronen, die nach dem 8. November 1918 entstandenen Verbindlichketten in tschechischen Krone« al pari z« erfüllen. Gin Anhang zum Hocndelsvertrag handelt schließlich über den Verkehr von .Wertpapiere^ und. die Auszahlung italienisch« GorchonS. " Die Frage der Regelmrg des DeÄtsenhattdels. In den Irhten zwei Tagen hat im Finanzmimstecinm.rmter Wo-rfitz des MimsterialratrS Dr. S'ch v'a r ^ty^l d ^'esveMsprrchpng mit FachleÄm >nnd Interessent«! dcs Zahlungsverkehrs mit dem Auslands stattgefimden. Veranlaßt wurde diese Enquete durch, den Umstands daß die im abgelausencn Herbst getroffenen Byffigungen cm! diesem Gebiet nur provisorischen Charakter hakten und num mehr auf Grund der bisher gewonnenen Erfahrungen eine definitive Regelung Platz greifen füll. , Bon den Experten wurde allgemein anerkannt, - daß das gegen-! wärtige provisorische Regime bei der großen Zahl der zum Devisenhyndel zugelassmen Banken und Firmen und der Freiheit der Verwendung der ausländischen Zahlungsmittrl einer'völliges Freigabe des Devisenhandels ziemlich nahekommt. Einzelne Interessentenvertteter sprachen sich für die Aushebung der noch restliche» Beschränkungen aus, die.überwiegende Mehrzahl der erschienenen' Experten war aber übereinstimviend der Meinung» daß der gegen^ wärtige Zustand, aus dem Gesichtspunkte aller in Frage kommenden Interessen betrachtet, durchaus befriedigm und daher bis auf weiteres ausrechtzuerhaltm sei. Ebenso war die Mehrheit der Experten in der Anschauung einig, daß eine,Freigabe des KronenverkehrS mit dem Auslande im gegenwärtigen Zeitpunkt bedenklich und für die vqlutarische! Situation nicht ohne Gefahr wäre und daß. daher anch auf de« Gebiete der Kroneupolitik der bisher beschrssteu« Weg nicht zw verlassen wäre. | Heute werden noch einzelne Detailfragen znr GrörtÜbung gelangen, womit die Enquete ihre« Abschluß finden dürfte. Die Finanzlage Polens. „Kurjer Warszawski" beschäftigt. sich m einer seiner^ letzten Nummern mit der Gesetzesvorlage des Finanzunnisters,' auf Grund welcher die LandeSleihkaff« eine vitstat Emission auf 20 Milliarden Mark «uSschreiben soll und der Minister ermächtigt wird, bei der genannten Kasse eine wette« leihe von 24 Milliarden Mark durchzuführen. Die Zeitung findet es sonderbar, daß diese einschneidende? Jinanzopera»! tton so ohne jede Emotion ausgenommen wird, und charakteri-! siert die Finanzlage Polens folgendermaßen: Der Finanzminister will also den Stand der Banknotenemission im Wegel der Kandesleihkasse vergrößern. Am 1. März war der Stand'! 62.5 Milliarden Mark. Nach Annahme de» RegierungSvorschlygeS durch den Landtag wird diese Ziffer sich ans 83.5 Milliarden erhöhen. Laut dem zweiten Vorschlag verlangt der. Finanzminifter die Ermächtigung, bei der LandeSlekhkasse eine Anleihe von 34 Milliarden avfzunechme». Gchlcyen wir diese Summe W dem Betrag von S4L Milliarden Anleche, welch«; durch den Staat bei der LandMechkaffe bereits vor längerer! Zeit effektuiert wurde, fo ergibt , sich eine Schuldenlast von SO Mlliarden, welche der ^mrtsschatz der DandeSlechkaffe schulden wird. Dabei kann der Firranzminister gar nicht, versichern, daß dieser Milliardenfland endlich zur ^Rnhe kommen werde, denn er stellt einfach fest, datz diese Anleihe aus höchstens drei Monate reichen werde. Seine Voraussage im November vorigen Jahres, daß da» StaatSdefiztt m. nächster Zukunft ungefähr acht Milliarden pro Momat vuSmachen^ werde, ist nun tatsächlich verwirklicht worden. Einen Veberblick über das Fortfchveiten der Noteninflativn erhält man, wenn man bedenkt, daß dn November 1K8 im ganzen 880 MMonen Mark im Umlauf waren, im Juki 1919 schon ein Notennmkauf von zwei Milliarden, im Dezember desfÄden Jahre« mehr als fünf MMarde«, während ein Jahr später der Notenumlauf auf «9 MMünde» angrwachsen war urtt> diese Nolenlawine jetzt bereits die Höhe von 62.5 Mil- Karden erreicht hat. Bezeichnend für die wirtschaftlichen Zustände sei, daß trotz' de» so furchtbar tiefe« Standes der pol-' Nischen- Mark der Export noch immer nicht den zehnte» Teil de» Import» beträgi, «nd e» sei so wett gekommen, daß dank der «ngewöhnkich hohen Pro. dukttonskosten manche Artikel, welche im Land« erzeugt werden, sich höher stellen als die «ingeführte Fertigware. (So zum Beispiel koste pölmscheS Roheisen ungefähr 8200 bis 8300 Mark per 100 Kilogramm, während dieselbe an-ländische Ware sich auf ungefähr 2740 Mark per 100 Kilogramm fWtt. Dividenden und KapUalserhöhrrrrgen tschecho- \ slowakischer Anlerirehmrurge«. •, J lr >18. März. (Privat.) Dle Br 8 » ner S ch u h>j f a-b r i ck s - A.- G. beschloß die Ausschüttung einer Dividende von t^U «nd di« Erhöhung des MimkapitalS von 4 Millionen auf 6 Millionen tschechische 5frouen. ■■■■•[ Die Ha « d «lS« «» d I n d u st r i e - Bank in Ka di« beschloß eine D i v i d e n d e von 6*^--- llä 30 pcr Mir und die E rhö h n n g deS Aktienkapitals anf 10 Millionen tschechische Kronen. ■ Äerg- «»d Hllttenwer-ke ««£ ch emisch e F a b x t k A.-G. Pernek (Slvwcckei) zahlt eine D i v i d endo .von.20V,---llS 40 per Aktie. j Holz bank A.-G. m. Prag vertM 6^ Mr^v i d e n d e «nd erhöht da- Kapit« - Vvn 5 Millionen cmftlO Mllwnen tschechische Kronen. —:— ,;v Der englisch-russische Handelsvertrag. Aus 8 ondost Wird' gemeldet: Gestern wurde ein russisch-englischer Konttak^ aus Lieferung von 800.000 Tonnen britischer Kohle an Rußland unterzeichnet. Ferner wird berichtet: Die russischen Handelsvertreter in Berlin haben alle Bestellungen auf Textilwaren zurückgezogen und sie englischen Firmen übertragen. Es verlautet auch, daß die russische«' Bankguthaben bei deutschen Danken behoben worden *** ', r.^f'u-i■< Balntensinrse.: Im Hinblick auft die Steigerung Klister rr Krone in Zürich waren bei Beginn deS gestrigen HerkehrS fremde ZahlungStnittel billiger erhältlich. Im Vttlanfe des Ver^ kehrS wurde» die Rückgänge gimr Teil wieder wettgemacht. Nach stehend die -Weste» Schüchkyrse: " Amsterdam 24.075.- Geld, 24.176.- Ware (gegen 47. Mär^ 24.425.— Geld. 24.525.- Ware), Agram 479.75, 488.76 (483:-; Belgrad 1927M 1W7^}0 -r-V#öctf 1%, UW.-M36^. 1182.-),\;%iMA5080.-r5l20, ““ .-7. 6rM.--7). Bndapch 1V4.-., ,U86.- <(177.50, 179.60’ 'M.