Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 751 (27.2.1921)
- Date
- 1921-02-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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IT. flWhnwr Sf2! Leinwand* nur Orientalen zu sehen bekommt, so verwechselt er besagte Leinwand ganz offenkundig mit -er Bilderecke -eS Abendblattes 'der „Reichspost*. E§ -ist also nicht einzusehen, warum nicht auch das Kino «eben abenteuerlichen Szenen aus dem Leben der Beduinen, Indianer und anderer exotischer Stämme Hinter der Rotunde ausgenommen!) gelegentlich Episoden aus der Geschichte cmes Volkes bringen soll, für welches gerade die antisemitischen Organe daS Interesse der weitesten arischen Kreise stets aufrechtzuerhaiten bemüht find..4 Gege« de« „Arierxaragraphe»- in Alpinistik. der Die Sektion Mienerw ald" des Oesterreichischeu Touristenklubs hat in ihrer am 24. d. M. abgehaltenen Jahreshauptversammlung folgende Entschließung einstimmig gefaßt: Die am 24. Februar 1Z21 tagende Jahreshauptversammlung der Sektion ^LVienerwald" des Oesterreichischen Touristenklubs erblickt!rrr der von einigen alpinen Vereine« geplanten ober bereits durchgeführten Einführung des Arierparagraphen eine schwere Schädigung der alpinen Interessen, da diese rein parteipolitische Maßnahme geeignet ist, die den satzungsgemäßen Bestrebungen dieser Vereine zugrundeliegende Förderung der Druristik zu beeinträchtigen. Die Sektion „Wienerwald" lehnt derartige Einschränkungen mit der Begründung ab, daß es nicht im Interesse der für alle Edrlmenscheu geltende« Bergfreiheit gelegen erscheint, bas zur Ausübung des Bergsports unbedingt notwendige Zusammengehörigkeitsgefühl vorsätzlich zu stören, umsomehr, als durch Einführung des „Arierparagraphen" auch vollständig schuldlose und in jeder Hinsicht schätzenswerte Mergfveunde getroffen und bei Ausübung ihrer alpinen Betätigung behindert werden. Nichtsdestoweniger wird zin der Mitgliedschaft einzelner Parasiten der Touristik, die wohl bei allen Bekenntnissen und Rationen zu finden sind und die in würdeloser Art aus der Vereinszugehörigkeit lediglich Vorteile ziehen wollen, eine zumindest gleichartige Schädigung erkannt; es gibt jedoch genügend andere satzungsmäßig begründete Mittel und Wege, derartige Schädlinge der Touristik, die sicher nicht in unsere Kreise gehören, von tzurs sernzuhalten." ___ Jüdische Kinder ins Ansland. ' Die Zentralstelle zur Berkorgung jüdischer Kinder im jkuslarid, Leitung Frau Anitta Müller, teilt mit: Demnächst wird ein Kindertransport van 300 Kindern nach Rumänien abgefertigt. Die Anmeldungen und Untersuchungen sind bereits abgeschlossen. Den Kindern, die aus pen Reihen der bedürftigsten Schützlinge der Zentralstelle ausgewählt wurden, steht in Bukarest und aus den Landgütern der Umgebung die günstigste Erholungsmöglichkeit bevor. Die Lernen Schützlinge sind der größten Vorsorge und herzlichsten Aufnahme sicher — dank den Bemühungen einiger rühriger Persönlichkeiten, die mit angestrengtestem Eifer und liebevollstem Interesse sich für das Wien« arme, jüdische Kind einsetzien. An der Spitze des Komitees steht Frau Jda Lazarvbici in Bukarest, die mit aufopfernd« Mühe seit viele« Monaten bei unseren rumänischen Volksgenossen für das Wien« Kind warb. Ihr zur Seite standen in eifrigster, literarischer und propagandistischer Tätigkeit die Herren Oberrabbin« D'r. M. Beck, Chefredakteur des „Curierul Israelit", M. Schweig und Dr. Nemirower. Ihnen allen fühlen wir uns zu stetem innigen -Danke verpflichtet. Zn ihr« besonderen Freude konnte die Zentralstelle dies« Tage Frau Jim Lazarovici selbst in Wien begrüßen, die in Fordsetzung ihr« Bemühungen zur Beseitigung der Schwierigkeiten des Transports auch, hier an Ort und Stelle beratend zur HanV sein wird. scheine« dem Schnellzugreisenden die Zeit und die Längen am Bahndamm sich zu verkürzen, da « ja infolge der Relativität d« Bewegung fich als „ruhend" betrachten darf. (Diese Verkürzung der bewegte« Körper nennt man Loren.tz- Verkürzung, weil Lorenh zur Erklärung mancher Erscheinungen auf dem Gebiete d« Elektrizität diese Hypothese aufgestellt hat. Einstein hat nun diese Dev» kürzung nicht nur der Längen, sondern auch d« Zeit mathematisch uachgewiesen» so daß das Unbefriedigende des Hypothetischen entfällt.) Wie lost sich nun d« im Anfang unseres Artikels, geschilderte Widerspruch? Wir sehen sogleich, daß unsere, auf Dxund des .Relatiditätsprmzips" der klassischen Mechanik augestellten Neberlegungen nicht richtig find.' Die Kugel unseres PanzerzugeS legt zwar, vom, Standpunkt des pichenden Beobachters aus betrachtet, 300 Meter in der jSekmrde zurück; aber, vom fahrenden Panzerzug auS gesehen; hewegt fich ja die Kugel weniger als eine Sekunde iivb da noch die vom Schnellzug zurückgelegte Stecke auch kleiner ist als 20 Meter (vom Schnellzug aus betrachtet; verkürzt fich ja daS auf den Bahndamm bezogene Längenstratz), so «gibt sich, daß die Geschwindigkeit., der Kugel in Bezug auf den Panzerzug nicht 300—80 Meter ist, sondern etwas größer. Freilich ist der Unterschied so Gering, daß wir mit unsere« Hilfsmittel« ihn . nicht sestellen können. Rach genau denselben Erwägungen erhalten tote Bann die Geschwindigkeit des Lichtes in bezug auf de« LZanzerzug rtwas größer als e—80, und -zwar genau Bleich c- Das ist der wesentliche Inhalt d« »speziellen Aelativitätstheoxte", die besagt, daß alle Rattw» gesetzr, einschließlich dem der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, dieselbe Formulierung . haben für jeden gleichförmig-geradlinig sich bewegende« ZSezugSkörpec. Rur darf man nicht die Geschvindigkeiten so subtrahieren» wie wir eS zuerst getan haben» sondern muß die Lorentz-Verkürzung der Amt und dar Länge« MM» in*..." ... ,, Mitteil«»gc« «O dr« P»Nik»«. MM MM «Ne». V». 6«isU»ek»U«r der Plnak Bttinatr, WJnkl*r & C*„ Wien, L empfehlen sich fcls Verlobte mtt Steift jeder besonderen Anzeige! Helene Reinhorn Wysowa Verlobte Adolf wewern Gorlice Wen, im Februar 1981 Mirjam Popper Emil Roth Kalusz St Oallen Verlobte Wien, Im Februar 1981 Möbel n. 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Karl Menger, einer der Begründer der Modernech Nationalökonomie, ist gestern früh, 81 Jahre oft, gestorbene Einer der tüchtigen Männer, die die österreichische Provinz dem geistige« Leben der Monorchie schenkte, scheidet aus der Entwicklung zu einer Zeit, wo das Land das Wort und dift Erfahrung dieses Große«, der fich schwer zur Aneekermung durchdringen konnte, hätte verwerte« können. Mengen dessen Familie aus Eg« stammte, Urne i« Reüsandee in Galizien geboren tmb strchi«tttn Wien, Prag und Krakau. 1872 begann « seine Lehrtätigkeit als Dozent für Rattonalökonomie m deft Wiener Universität, trat für kurze Zeit in den GtaaftSdienH den er jedoch bald verließ, um fich ganz der Wissenschaftliche« Arbeit hinzugeben. 1878 erschienen seine »GeundsLtzft der Nationalökonomie", ein dünnes Büchlein, das zur ooL? ständigen Abkehr von der klassischen Nationalökonomie de« Am laß gab. Während diese daS Pveisproblem durch die zutz Produktton und Reproduktton nottgen Kosten zu «klär« sucht, richtete Menger die Wertlehre auf dem subjektivea Gebrauchswert der Güter auf. Dieser vollständige Bruch mih den Lehren der französischen Phyfiokraten und der englische« Hume^-Echule rief natürlich heftigste Gegenwehr hervor unhj eS bau«te lange, bis Menger fich durchsetzen konnte. Prag feffor Wies« in Prag und Bohm°Bawerk, die beide eiuffei mals österreichische Minist« waren, traten entschieden <ra$ die Seite MengerS, dem sich vor allem die amjrrikanrschü ' Gelehrtenwelt anschlisß. Von Mdnger ist die ganze Forschung' d« letzten Jahre fruchtbar beeinflußt worden. Er hat ix der Folgezeit die Wissenschaft noch durch eine lange Reih« wertvoller Arbeiten, besonders über die, Theorie deS Kapitalst und des Geldes, beschenkt und ihr in den .Untersuchungen üb« die Methode der Sozialwiffenschaften und der politw scheu Oekonoinie" neue Bahne« zur Erkenntnis der G« Mschaftsstruktt» gewiesen. Neue Stkaer« der Gemeinde Wien. Am Freitag hat Stabtrat Nreituar in der Sitzung des Finanzausschusses mitgeteilt, daß sich für die Gemeind« die unbedingte Notwendigleit «gäbe, in umfangreichem Maßö neue Einnahmen zu «schließen. Parallel mtt den Berhandümgen, die b« Staat mtt seine« Angestellten führt, gehest! solche mit de« städtischen Angestellte«, «nd wie lmmer dieselben enden, wird sich für die Gemeinde ei« sehr de-, deutende Belastung «gebe«. E» ist golant, eine stnrA GrhShung deo Getränkeabg oben vvrzmwhme«. Vöe Fürsorge». oLoMstst. bfe tes«ctt L osä m 0W