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Wiener Morgenzeitung · 1921-01-23 · Heft 716 (23.1.1921) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 716 (23.1.1921)
Date
1921-01-23
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 718 Mett. Sonntag Wierser Morgenzeltuirq 23. Jänner 18ZI VevStterung borgegangen. Wer such im Jahre 1921 sollen die ausgestellten Gummen nur die unteren Grenzen der De,träge An. welch« dem Jüdischen Nationalfonds aus verschiedenen Orten zufließen. "Die Kontingstüe für das Jahr'1921 betragen: '}' ' Oesterreich insgesamt 7»5©O.OQÖ Ä) i en. . «.» ... * * » » * i . v ■. KultuSgenieirrdesprengel Oberholls- $,009*000 F ‘ L.Veürk . . ll. Bezirk... Ul. Benrk . . IV./V. Beörk.. Vk. Bezn-k ... VN. Beork . . VIII. Beürk. . IX. Bönrk . . X. /Xl Bezirk . -:ÄI.,XV. BeürL §ymn:/xvn. Bezirk uScvtH. B-znk . . V ' .M MIX.'Bezirk. f .XX. Bezirk .. fr „„XXL Bezirk.. 1,000000 H'ä r'ö e r ö st e r r.e i ch . . . . . . '-' KultusgcmemdesprengrhAmstettrn. . i’.iÄngeru... . . » . . . . . . Atzgerßdorf-Lrr'MK ...... . . , Baden (ohne Kurortr-Tag) . . . > Gänserndorf. -. . . . . .'. . . , - 'GroßenHrsßorf T - . . . , V AullüSgrmeindesprengrl Horn . , . „ Krems . 'Klosterneuburg.. l^orambata ......... KuIttrSgememdespreugel Mistelbsch Mödling . .. Kuliusgemembrsvrenael Neunlircheu 6 0 noo 150f),000 300.000 240,000 . 250.^00 250.000. 250.000 9OO;0DÖ. 220 P00 220.000 , 13^.000 ISO 000 . ISn.OOO 840.000 40000 6,000.000 I, 40.000 5.000 35:000 4.ÖOOO 15,000 15.000 20.000 45000 50.0' 0 lO.Of'O 25.000 4Ö.00Ö 20.Ö'Ü 550.000 bnttttt ••».*.•»••• 2b 000 Kultusaemcindesprengel St. Polte» . 60.0PÖ . > . Stockerau. . . . . ... . . . . 20000 - Tulln » « » » , «• . , « 20.00,0 KuliuZarmeindesprengtl Waidho^en era der Thaya> i,. . . 25.000 Wiener-Neustadt. . . 70000 Ob er 8 st er r e i^ch . . .'. *■ . . . . . ■* . . ■ 100.00) « » 75.000 . Steyr ...... . ... .. . . « 8.010 .A)el?« » .. * , * . . « » » » 4.000 ' Gm'wdeu............ 5001 übvge Orte........... 8.000 Salzburg ............ * ■ * 40.000 Tirol . . . » 70.000. Innsbruck ..... .. 60.0^0 übrige Orte. . . ..... . . . 10.000 Steiermark. . . . . . . . . . . . . . . . 220.000 20,000 500.000 ©fftj. « . « ...» . » i ... •* 200 000 Leoben « . « . . . » ..... . » 10 000 Übrige Orte. . .... .... . 10000 K a r n t e n . . . . . . * . .... Klagenfurt. ... 15.000 Villach ......... . . . 5.000 Kurorte . ... . . . . ..... Um die von Oesterreich geforderte Summe cmszubringen, plant die Zentrale ein« Reihe , von Aktionen. Vor allem soll versucht werben, durch den Aufbau der sogenäunttn „ZehnerSchäften" ein« lückenlose Organisation des Jüdischen Nationalsonds, besonders in Wiendurchzuführe^. Es sollen Heuer in den K u r orten nrindrstens 500.000 Kronen für unseren Volksschah gesammelt werden und schon, heirte fordert die Zentrale alle Gesinnungsgenossen auf, sich zur Durck-führung dieser Aktion zu Verfügung' zu stellen. Die größten Erfolge verspricht sich aber die Zentrale von dem galanten Herzl-Tag. 'Den heurigen DobeStaz Theodor HerzlS, den ersten, nachdem durch Erteilung des Mandats die Forderung nach dem Charter erfüllt wurde, soll die österreichische Judenschaft, ln deren Mitte der gelebt und gewirkt hat, durch eine besonders großzügig und einheitliche Kundgebung zugunsten des PW-.-ihch ' schasfenen DolkSschatzes feiern. Die österreichische Zentrale hat sich , mit dem . Beb». - langen an das Hauptburearr gewendet, bei einer gegAnbeten Dolo nie ein .eigenes größeres Terrain bfe; Pflanzung eines Waldes °„0 e fr c r. rei ch" zur Verfügung', zu stellen. Wir verpflichteten uns, mindestmrL 100.000 Paümtz' zür^Stistung dieses Waldes aufzubringeu. , 's, - Die Forderung, welche die Wiener Zentrale. an - dA österreichischen Juden richtet, ist nun foitzende: 1 „Jeder österreichische J-ude und i e ¥«> Jüdin soll in diesem Jahr e mindestens eiOsH- Baum für diesen „Wald Oesterreich" spenden." Der ,Mald Oesterreich" soll ein lebendes, ewiges Den^ mal ' der Verknüpfung des österreichischen Judentums? mit Palästina bilden. - Der Name jedes . österreichischen Jubelt soll in dem Kataster enthalten» sein/ der jeden Spender erryH Baumes ausweist. Jeder Verein soll seinen „Garten", Hedev Ort und jeder Bezirk soll seinen ,Hain" in diesem WaDs hahen. ,Schon heute haben Linz und Amstetten fe einen Hain (t 1000 Bäume) zugesagt. DÄs Brigitte,ray' will 20.000 Bäume aufbringen, die we-stlichen 3$ezirA 4000 Bäume usw. All, dieö entspricht noch immer. nW unserer idealen Forderung: ' - : : i ■ -;-— . . i- W9MO Baume für de« Wenn dieses Ziel - verwirklicht wvtb, so würden aus Oesterreich einlaufenden Spenden Mt oben - als) - ( Kontingent angegebene Summe bedeuteurd übersteigere ' UM es muß'das Streben jedes Freundas des Nationalsonds die . Eingänge im heurigen Jahre so hach als rnöglich' M steigern. Jrn Vertrauen auf die tatkräftige Unterstützung Und Mitarbeit aller Nationalfondskommissäre, rechnen wie mit voller Zuversicht darauf, daß Oesterreich auch heuer , dentz Jüdischen Nationalfoirds gegenüber voll And ganz feiner Pflichtz Nachkommen wird. V * IHariahSlfer ' Teztilmarlst \Bh9 IKa^iahilfepslrasse Bis*« S0£3y isei ü@fe osinqer TELEPHOST 981B TSLEPHOEF 0315 Dawcntostawf fn prima An«rdIirffRp, aeneste Modell« L 7500,ö8'i0,28(X>. Ko« »MneBwäatol . . . . K SW, 1500, Demensflhössr aas prmaLodonaiofTon nsd blauem Cheviot, .... . K Knaben* nn<l Mdrfcenpnletot« an* prima Wintarstoffen ...... K Uerrenulster ........ K iöbO, Iierreannniigo ia prima. 4>n3ffihrhug E. SSCO, 3600, KarreHhosen........ K 860, M M a Kaabenan*3|re.. . K 660 450 Prim* JSephire u. Oxford (nr Hemden and Botlaeng . K 1Ä5. 185, Chiffon, prima, $3 em breit, K 185, 155, .123 Blandra ek, pruna,wascheeht, K175,155, 133 i elenrharohente ....... K 180, 140 H^rren-SepöSrlieniden. . . . 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Herzen sprudelte, über welchen hie-.robuste,, braune, haarige und sonnverbrannte Brust hdmmend sich wölbte. 'Draußen war noch finstere Nacht: Die in unserM Zimmsr brennenden Lampen warfen ihr fahles Zwie-- licht Wer unsere markierten Gesichier, wahrend jeder bpn mnsp. E 'vörgebeügtem Oberkörper? in einer.- Äe aNä'ÄnLm'. der- Tische stehend, die -dunkeln,' sehnigen, fettglanzenden Hände rhythmisch bewegtem die von einer sonderbar unheimlichen Äupserfarbe schimmerten, wie die Flinten und Revolver, mit deren Reinigung wir unS gerade befaßten. „Jüdisth:: Bausra", bsi % Löivit. ißctfcia, Und jedesmal, wenn wir die federn und Hähne der Gewehre untersuchten, entstand im Zimmer ein eigentümliches Geräusch; es-war. als schnalzte jeder aps purer Langeweile mit der Zunge; und von draußen her fiel das Krähen der Hähne ein. das gar nicht aufhören zu wollen schien, als stände man mit Peitschen über ihnen und Wange sie in einemfort, diese schrillen Töne von sich zu g-eben. Plötzlich fuhren alle Köpfe in Me Höhe und aller Blicke wandten sich, gegen die Tür, an die von außen leicht g-epocht wurde. - - ' Aus ünserer Mitte erscholl der Nus: . -.. ^>a wurde die Tür leise nach innen zu ausgesperrt und in der Oeffnung erschien Reb Joir, der - Stallaufseher, Zunächst kam sei« langer, wohlgepflegter Bart wie ein schneewe-'ßer Mck zum Dorschein "und ihm folgte allmählich se^n ganzer wöhlbdleibtLr Körper nach. So'sblieL er in der Mitte des Zimmers stehen, die Pfeife im Mund, aus der er unter seinem dicken Schnurrbart hervor dichte Rauchwolken nacheinander.in dis Luft steigen ließ, indes seine von übermäßigem Trunk um* nebelten, von einem leichten, vulgären Lächeln matt belebten Augen eins Zeitlang ' uns und unser Tu« musterten. Zuletzt nahm er die Pfeife aus dem Munde, glättete sich gemütlich den Bart, und mit einrr derben Paßstimme, die er stets im Gespräch mit' uns .anschlug, da er sich einbildcje. daß sie ihm uns.gegenüber mehr Geltung verschaffe und den „Aufseher" in ihm greifbarer zum Ausdruck bringe, schleuderte. er unS den gewohnten G.wß entgegen: „Guten Morgen, Bursche'" > rtrepe^^ , Einer von uns warf sich zu unserem Bertre auf, indem er entgcgnete: ' ,-Schönen guten Morgen, ReÜ Joir! Wann kn gsläntetBs - Er brummte scheinbar erbost': ' „Oho . .. ihr.habt euch heute beeilt der ,Rots' seht mir schon seit etwa einer Stunde 'tzu.^' Er schritt langsam von Tisch' zu Tisch, prüfte chM Gewehre,"., betrachtete sie mit einem Kennevauge,. lob^ und tadelte, hielt uns mit Anspruch auf FachlenntniE emen Bortvag über, die Kunst des Schießens und lieW/ sich mit uns, weit ausholenb, .in jgn langes und uM styndliches Gespräch über ungs'Zs» he Abenteuer^ eijtjj' die.er uns schon früher unzähl'g* Male erzählt-chatte^ und die er bei. jeder neuen Gelegenheit, gleichsamäuws; Trotz, mit denselben Worten, denselben drollrZeu bärden, denselben faulen Ditzen bis zum UeberdruHv wiederholte.'/ ' - . Plötzlich töntzr vom Hofe herüber dis' Stimme des- VorgLsetzten, diesmal besonders nachdrücklich n-ch bieterisch: . -. „Rev -Jvir, - zieht die Glocke!" Der Grufene machte sich- -hastig - auf> u'n> matz mit großen, vom Alter wankenden Schritiend-M Zimmer,- wobei er seinen ParL nach rechts und NLk^'-- lrnW schüttelte, de» Mundkrampfhaft verzog und mi^' den in eine Art fetter, schmutziger Seeligleit^geraucht^ Äugen blinzelte. . ' Inr Abgehen murmelte er: ' k - „Seht euch nur.meinen .Roten' an, wie er sW breitmacht!" Eyrtsstzuug folIt.)

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