Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 700 (7.1.1921)
- Date
- 1921-01-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 700 Dirn, Freitag NNstter Wlorse«zerr«trs 77^cinntt 1Ö21 Sette r Der Volkswirt. Eine Krone « 1.45 Centimes Geld. In Hflnd» «mierte: Wt österrelchiichr Krone .... .145 '1.37V, am 5 Jänner' dir oftett orstemvelte Krone . , 1.-— ( 1-— itn 5 Ianinr dir tichechischr Krone....... 7.15 ( 7.1V im 5 Jamn-.) die Mark. .. «90 6 65 am 5. Jänner Ämam4 -— ( 4 — rm 5 Jä ti'i Bukarest .. 8.30 7.70 im 5 Farme Dubavesi...... 1.15 1.07'/, am 5 Jänner Warschau.. 1 — 1.— am 6. Jänner^ Das ArbeiLslosenprohlem in England rmd die WeltwirLWrrfLskrise. Die Zahl der Arbeitslosen in England, in der» Bereinigten Staaten und auch in anderen Staaten stergr andauernd. Vor wenigen Wochen gab es in England eine halbe Million Arbeitsloser, heute hat ihre Zahl die Million bereits weit überschritten.' Am stärksten ist die Arbeitslosigkeit rn der LextilkonfektionS- und Schuhindustrie, ferner im Schiffbau, während sich im Baugewerbe und in verwandten Industrien sogar Mangel an geübten Arbeitern fühlbar macht. England hatte vor dem Kriege ein System der ArbeitSlosigkeitSversicherung (zum Test nach australischem und neuseeländischem Musters eingeführt. daS allgemein, staatlich und obligatorisch war. Dieses Arbeitslosen- Versicherungsgesetz war ein Stück der großartigen Sozialgesetzgebung Lloyd Georges, das sich glänzend bewährt hat und 0s«. England ermöglichte, über die wirtschaftlichen Erfchütte- ^irgen zu Beginn des Krieges im Jahre 1914 mit verhältmSpräßig geringen Schwierigkeiten hinwegzukommen. \ Die notwendigen Mittel für diese Arbeitslosenversicherung jverden durch Beiträge der Unternehmer und Arbeiter und durch staatliche Subventionen aufgebracht. Die Prämien sind gleichmäßig hoch, auf Abstufungen konnte iilfolge der Gleichheit der Risken, verzichtet werden. Die Arbeitslosenversicherung steht natürlich im engsten Zusammenhang mit einer vorzüglich aufgebauten Arbeitsvermittlung ldie Arbeiterborse), wobei den Trade UnionS, den englischen Gewerkschaften, die Rolle öffentlicher Organe zufällt. Rach dem Gesagten ist eS begreiflich, daß der erratische Staat ein ganz b-sonderes Interesse an der Arbeitslosen* fxage hat. daß dies heute daS Grundproblem Englands ist. neben dessen ungeheurer Wichtigkeit selbst die irische Frage einigermaßen in den Hintergrund treten muß. Wie kommt es nun, daß dem englischen Staat trotz' seiner klassischen Sozialgesetzgebung, trotz der vorzüglichen Organisation deS ArbeitSmarkteS, trotz der tätigen Mitarbeit der Gewerkschaften die ArbeitSloscnfrage einfach über den ftppf wächst? Die Weltwirtschaft war vor dem Kriege auf eine Art internationale Arbeitsteilung eingestellt. Jever Staat produzierte das, wozu er auf Grund seiner natürlichen Hilfsquellen und seiner wirtschaftlichen Entwicklung vorzugsweise befähigt und geeignet war. Neben vorwiegend agrarischen Staaten, wie Rußland und den Balkanstqaten, gäbe es überwiegend industrielle Staaten (England und Deutschland), die wechselseitig aufeinander angewiesen waren. Die industrielle Produktion in den Industriestaaten war geradezu bedingt durch den Welthandel, durch die Kaufkraft und durch die räumliche Nnbcschränktheit des Absatzgebietes. Durch die Politik der Entente, wie sie in den Friedensschlüssen von Versailles, Saint-Germain usw. zutage trat, wurde die tatsächlich vorhandene Wirtschaftseinheit der Welt endgültig zerrissen, di? trennenden Schranken durch die in weiterer Folge eingetretenen Valutaunterschiede befestigt. Die Produttionsfähigkeit Deutschlands wurde ist Versailles vorsätzlich und nach Möglichkeit herabgesetzt — man wollte ja auch in England vor dem unangenehmen Konkurrenten sicher sein — gleichzeitig wurde aber durch den so hervorgerufenen schlechten Stand der Mark seine Absatz- und Konkurrenzfähigkeit, allerdings ganz unvorsätzlich, maßlos gesteigert. Englands ProduktionSfähigreit blieb zunchst wohl unbeeinträchtigt, aber feine Abfatzfähigkeit wurde durch den gegenüber den andere« europäischen Valuten verhältnismäßig hohen Stand des Pfund sehr berabgemindert. Heute erkennt Lloyd George bereits selbst die Schwere der Fehler, die in Versailles gemacht wurden. Er will alles Mögliche tun, um der englischen Industrie neue Absatzgebiete zu schaffen. So ist seine Politik «.gegenüber Sowjetrußland zu verstehen, so erklären sich die Kredite an Deutschland als Versuch, an dem deutschen Wirtschaftsgebiet wieder einen Abnehmer für die infolge der Valutaverhältnisse großenteils unverkäuflichen Jndustrieerzeugnisse Englands zu! gewinnen. Auch der Plan, daß sich England in Oesterreich ein bedeutendes Absatzgebiet schaffen könnte, ist in der britischen Presse lebhaft erörtert worden, nachdevi ibn das bekannte Londoner Sonntagsblatt „Observer" aufgegriften und verfochten hatte. Ob alle diese Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen werden, bleibt abzuwarten. Die Arbeitslosigkeit in England, die Absatz-, Arbeite und in der Folge Gesamt» Wirtschaftskrise der Welt kann nicht durch kleine Gegenmittel ^behoben werden. Die Beseitigung der trennenden politischen und wirtschaftlichen Schranken ist die Bedingung für die Gesundung des Weliwirtfchaftslebens. Dazu ist in erster Linie eine Revision der Friedcnsverträge erforderlich, weiterS sind zwecks Beseitigung der bereits eingetretcnsn schädlichen Folgen des Friedcnsdiktats ausgiebige Kredit» und Sanierungsmaßnahmen, durch die allein die jeden Staat wirtschaftlich isolierenden Valutaunterschiede aufgehoben werden können, unerläßliche Voraussetzungen. Dis Kriegsanleihe in der Tfchechs-LleWskei. Das t checknicheFmainm n stenum hat dcn knsrkündigten Ges(tzcniwu> f, b treffend die Bcwcriung der KuwScmlcryen »ihr dre Zw'cke de- Bermögeusabaabe, anSgeardet t. Oefleireichische und ungarisch'- KriceSanleibcn weiden, im'owet sie nv-m der Bsrmog<nKabgabc unterl elenden De'Mvgen angehoren, mir 40V« deS Nenrimettrü > ewk'i's Der d l zwischen March rrnö Rußland. Deutsche HanbelSkreije haben in der letzten Zeit einige größere Transaktionen mit Rußland gemacht und es. wird versucht, Unterhandlungen über eine köntiivrierTHe HandelSverbindung zu führen. Cs haben sich jedoch dabei folgen^ Schwierig-; ketten ergeben: Bisher haben di-: Bolschewiken dem russischen privaten Handel "de» °' Mnkaüs 'M" DMischlarH nicht gestattet, Den ganzen Auslandshandel sühr^dje'chylsche-öi.ische Regierung selbst. Die Zahlungen werden bar i n G old geleistet. Diese Zahlungsmodalttat kann jedoch.'die rrtssische Rrgieimng - nicht aus dir Dauer durchführen, ivci-l dazu die Golövorräte nicht reichen^ Die Zahlung^ müssen deshalb mit Waren erfolgen und da ergibt sich eine zweite Schwierigkeit: Rußland braucht heute vor allein Maschinen, landwirtschaftliche! wie Transportmaschinen und Waggons aller Art. Ausfuhren kann «8 landwirtschaftliche Produkte,. Getreide und Fleisch. ES ist jedoch nicht imstande, zu garantiere,^ daß die Pro-- - dukte regelrnü^tg geliefert werden, wcil erstendie Transportmittel fehlen und zweitens dir regelmäßige Ablieferung von : seiten der Bauern nicht gesichert ist. Deshalb kann die bolsthewikische Negierung die Regelmäßigkeit im Tauschhandel nicht garantieren. Aiuh kann man ohi',r Kredit nicht anskommen. Alle diese Momente erschtoexeu die SlaLUisterung des russisch-deutschen Handelsverkehrs. > Tie Krise auf dem engttshsn Wollmartt. Die „TimeS" vom 84. Dezember v. I. berichten: ,$« Uorkshirr und Laneafhlre liegen riesenhafte Lager dort Textilen, haupk» sächlich Luchen, fest, die die Kaufleute nicht aüsetze« könne«, da die Lager für den Exporthandel gedacht waren. .19191 überstieg der Export an Wolle den an Kohle um 18 Million«, Pfund Sterling. Aus allgemein bekannten Gründen ist fÜA unsere Tuche die Ausstrhr tatsächlich verschlossen. Die Kauft leute können deshalb den Fabrikanten keinp neuen Aufträa» geben. Die letzteren erzielten bis vor sechs Monaten groß« Verdienste. Heute perfügt die Wolltextilindustrie über M geringe Mittel zur Weiterfühcung. Wenn nicht bestimmt» Maßregeln zur Räumung der Lager der Kaufleute ergriff« werden, so wird der Handel ab Fabrik innerhalb der nächst« zwei Monat«, wenn nicht früher, "eingestellt' werden. Dl» im Besitz der Äaufleute befindlichen Vorräte wurden zu den abnormen Preisen eingekauft, die anfangs 1920 oo» standen; denn neun Morste vergehen zwischen dem Einkauf der Rohwolle und der Zeit, wo das fertige Tuch auf d« . Markt gelangt. Das Problem von heute ist, wie diese Dopräte abzusetzen wären. Vor dem Krieg war unser größt« Abnehmer Europa. Der Exportkreditplan der Regierung, der sich aus die Randstaaten Estland,.Finnland, Pyler^ Letpland, auf Tschecho-Slowaken, Rumänien, Bulgarien mrd Jugoslawien erstreckt, ist seiner Wirkung nach illusorisch geblrebm und das versuchte Austauschsystem ist fast überall zusammengebrochen. Die volkstümliche Anschauung, daß die primitive Methode der Tauschhaubelsbeziehung sehr einfach ist, ist unzutreffend. Sie braucht umfassende Organisation, bettächt* llche Kredite und verschiedenartigstes Sachverständnis nicht nur hinsichtlich der Produkte, die wir zu verkaufe» Hab«, sondern auch bezüglich der Länder, an die wir verkauf« und mit denen wir tauschen wollen." r DaS italkMche Budget. Die italienische StaatSschuK nähert sich der hundertsten Milliarde. Zwanzig von diese« sind Kri.'gsvors.nüsse der Bereinigten Staaten und Englands. Das kommende Finanzjahr sieht einen Fehlbetrag von mehr als zehn Mtlliarden vor; tatsächlich ist jedoch die Lagst weniger verzweifelt, als es den Anschein hat. Denn btt$ Militärbudget ist allein um mehr als acht Milliarde» gostiegsn und wird nach Beendigung der d'AnnMzioschen Erneute dank dem Vertrag von Rapallo kräftige Abstriche vertrage«»' außerdem wird die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung des Brotpreises drei Milliarden ersparen. Ueberdies sind weitere Steuern und Erhöhungen der Posttaxen geplarH» so daß sich rechnerisch das Gleichgewicht im Staatshaushalt annähernd Herstellen ließe, falls nicht unvorhergesehen^ Ereignisse es zerstören. Solche wären teilpolitischer und teils wirtschaftlicher Art: Bürgerkriege, Meutereien und groß» erfolgreiche Streiks der Staatsangestellten mit tvetteren Lohnerhöhungen. Eine.neice — es wäre die siebente — Staats«« anlrihe seit Kriegsausbruch kann jetzt nicht unternomniertz werden, so notwendig sie zur Verringerung der schwebend« Schuld und des Notenumlaufes wäre; die Stockung mchi .Geldnot ist dazu zu bedrohlich. — Diese werden f£ri& bei 'der Abhäugigkir J'alims vom Ausland nicht behebe» lassen, denn dis Pasfi i ät der Zahlungsbilanz drückt auf den Li«. knrs, wodurch der Geldbedarf rm Ausland sich wieder vergrößert. Die AuSivanderung, mit ihr die Geldrückflüsse dev Emigranten, hat fast ganz aufgehört, die Fremdenindustris, früher eine starke Einnahmequelle, ist passiv. Bisher sinÄ noch uirg.'nds Zeichen einer Besserung der Lire zu bemerbertz. Erst eine Besserung der politiHerl Lage dürfte auf die Wirt-- schä'tliche x.urückgreifen. — Italien hofft, wenn Rußland wieder sn den Weltverkehr tritt, dort billigere Rohstoffe zu erhalten; es glaubt, feinest Verkehr mtt Deutschland ansehnlich. steigern und im Balkan und in der Levante eivfi wirtschaftlich« Suprematie erlangen zu können. Vorerst sind das jedoch! Überauszweifelhafte Hoftuuugen, während die Wirklichkeitz ^ine Notenemission von 23 Milliarden Lire, etwa 100 MU-- liqrden Schrrldeu und ein Defizit von mehr als 10 Mttiardvtz zeigt. .l ( Dis belgischen Finanzen. In der DrAsseler Kanmu^ dal der »?'navmünisicr T d e » n i 8 die krinsche Lage deb gischen Budgets da'gelegt. Die Schuld » betrage» 80'/, Millrard« Francs, von denen 9'/, konsolidiert sind. DaS Defizit ffda f 921 beträgt 6'/, Mil! arden; der Fehlbetrag bei den Ersenbabne« beträgt 822 Millionen, w?Shalb der. Minister »vrschlägt. sie « industt ellen Bttrieb zu geben. Die letzte innere Anleihe hat versagt. S>n .MeS Zricheu ist drr Ansttea der AuLiuyr.m.WU gs«rn einen solchen der Einfuhr um?",*/». .Deutschland, fttt l ieber & Milliarde« Francals Entschädiglmee» an Belgrm gele'sict. GeschLftsverkehr mit Mexiko. Laut Mitteilung d« . Expartübte luna der Kammer iür Handel, Gewerbe und Industrie- Do« Israel ZangwM. ltiS Fartses»»«.) „Denn es euch nicht zu viel Mühe machen würde!" „Was täte ich nicht für den Himmel!" sagte Manasse mit Gönnermiene. Er riß plötzlich die Tür des Nebenzimmers auf, so daß der davor kniende, schdel, dreinblickende Lakai sichtbar ward. „Tragt daS hinunter, lieber Freund" sagte er ruhig, und der Lakai war nur allzusroh, seine Verwirrung, beim Lauschen ertappt worden zu sein, verbergen zu können, indem er mit einem Arm voll Seidenröcken zum Wagen hinabeilte. Manasse schüttelte verzweifelt den Kopf, während er den Rest zusammenpackte. „Das bringe ich nie in die Postchaise hinein," sag^e er. „Ihr lverbet. mir euren Wagen leihen müssen." . „Könnt ihr sie nicht ab ho len 7" fragte der Stutzer mit schwacher Stimme. * „Warum sollte ich das Geld der Synagoge auf Mietwagen verschwenden? Nein, tvenn ihr eurer Güte hie Krone aüssetzen wollt, indem ihr mir den Bedienten mitgebt, damit er mir beim AuSPacken hilft, so werdet ihr eure Equipage in einer oder zwei Stunden wiederhaben." 1 So fuhr die Karosse mit zwei prächtigen Nossen dor und Manasse überwachte, nachdem er den Kutscher, Lakaien und Bedienten in seine Dienste gepreßt hatte, das Ausladen der Garderobe Belaseos auf dir zwei Gefährte. Dann Uahm er seinen Sitz in 'der Karosse ein, dir Kutscher und der prächtig gepuderte Bediente stiegen auf den Bock und die Prozession setzte sich unter fröhlichen Hörnerklängen in Bewegung, während Manasse sich liebenswürdig gegen den Herrn de§ roten Hauses verb:l,gir, dessen spitzenunrsüumte Hand aus rrnem c!''i"u:nmrant'ten lenster sserauswinkte. Nach einer angenehmen Fahrt hielt der Wagen vor dem von steinernen Löwen bewachten Hause, in dem Nathaniel Furjady, der reiche Kleiderhändler, wohnte. Er gab gerne fünfzehn Pfund für die spitzenbesetzten und gestickten Kleider des Stutzeps und außerdem ließ er sich noch zu einer Spende im Betrage von einer Guinee für die ausständige Schuld der Synagoge verlocken. Daraufhin schickte Manasse die Postchaisr mit einem schönen Trinkgeld fort und fuhr in der jetzt leeren Karosse, mit dem gepuderten Bedienten auf dem Bock, nach FinSbury CircuS zu dem Haufedes Rodrignez. „Ich komrste mir meine zehn Hfunb holen," sagte er und erinnerte ihn an sein Versprechen. Rvlrrkguez lachte, fluchte, lachte wieder und schwur, daß der Wagen nur gemietet sei, um dann vvn den zehn Pfund bezahlt zu werden. „Gemietet?" fragte Manasse. „Erkennt ihr denn nicht das Wappen meines Freundes, des Herrn Belasco^ Und er fuhr schnell mit der Banknote fort, denn Rodrignez war ein Schelm. D^rnn schickte der König die Equipage fort und begab sich zu Fuß nach Fenchnrch Street zu seinem Votier Bar^illai. dem Expflanzer von Barbadoes -und gegenwärtigen westindischen Kaufherrn/ Barzillai pflegte, da er von feinen Schreibern beschämt zu werden fürchtete, feinen Verwandten stets in die in der Nähe gelegene Taverne zu führen und mit teuren Likören zu bewirten.. „Ihr hattet aber kein Recht, Geld zuspenden, daS ihr nicht besitzt. Das war unehrlich," rief tzr, nicht imstande, seinen Zorn zu un erdrücken. „Potztausend," rief Manasse. sein GlaS so heftig niedersetzend, daß der Stengel brach. „Wurdet ihr nicht Nach mir zur Thora ansgerufen? Habt» ihr nicht auch gespendet?" „Gewiß! Aber ich hatte das Geld dazu" „Was, ihr hattet es bei euch?" „Nein, nein, gewiß nicht! Am Sabbat trage iH kein Geld bei mir." „Natürlich, ich ebensowenig." „Aber das Geld lag bei meinem Bankier." „Das meinige ebenfalls. Ihr seid mein Bankier^ ihr und euresgleichen, the trassiert auf enttn Bankier,' ich auf die meinigen." . Nachdem Manasse seinen Vetter derartig foibei*' legt hatte, fiel e; ihm nicht schwer, ihm zweieinhalb> Pfund herauszulockrn.^ „Aber nun solltet ihr wirklich etwas dazutun, um den Verlust, den die Synagoge erleidet, zu vtzr- : ringern," sagte er. > „Was habe ich denn jetzt getan?" rief Barzillal.' verblüfft. , s „Das habt ihr mir als Vetter gegebene um eure« ' - Verwandten instand zu setzen, seinen Verpflichtungen' nachzukommen. Ich halte das für etwas rein PersSn» liches. Nun aber bitte ich für die Synagoge, her ejnß schwerer Verlustbevorsteht; ihr seid nicht nue mein? Vetter, sondern auch ein Scphar'oi. Dieser Unterschied gleicht jenem, den ich euch so oft erftärvn muß; ihr seid verpflichtet, mir Almosen zu geben, nicht nur als ' Vetter, sondern auch als Schnorrer." ' . Nachdem er den ganz umnebelten KaufherrUt weitere Guinee abgepreßt hatte, begab er sich in 0w&>>'; stocks Comptoir, um den Wortbrüchigen zu suchen. 'Aber der schlaue Grobstock, durch Manus,'es Ver--, sprechen,, ihn zu besuchen, gewarnt urck durch sonntägigen. Morgenbefüch bereits erschreckt, hrttte fehl gegeben, ihn vor dem Schnorrer und jedem, nur eine entfernt? Nehnlichkeit mit ihm besäße. M, verleugnen. Konfctzung folgt.)