Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 689 (25.12.1920)
- Date
- 1920-12-25
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Cdft K Wien, Samstag " Wiener Morgeuzettung SS. Dezemver!V2V Ar. 68$ Mr zwettwlchltgste Jnduftriegruppe wäre die ©fen? btbuflrk zu nennen, welche in Brünn gleichfalls.würdig vertreten erscheint. Die Brünner Maschinenindustrie reicht -war nicht so weit zurück wie die Wollwarenindustrie. Ihre Gründung ist mit der Deckung des maschinellen Betriebes der Vrün..er Textilindustrie in Zusammenhang zu bringen. Mit dem Aufkommen der landwirtschaftlichen Großindustrien (Zucker-, Brau-, Malz» und Mühlenindustrir) vergrößerte sich naturgemäß der Arbeitskreis der Brünner Maschinenindustrie, die durch die technische Vervollkommnung ihrer Fabrikate bereits einen guten Ruf erworben hatte, um ein Bedeutendes. Die Produktion ist gleich der der Textilindustrie durch ihre Mannigfaltigk it bemerkenswert: ES werden Dampfmaschinen. -Turbinen und -Kessel. Lokomobile und Trarisn.i.sionen, Lkrktrische Maschinen und Anlagen. Einrichtungen für lar£- tvirtschaftliche und chemische Fabriken, Spinnerei- und Webereimaschinen, Motoren und Pumpen aller Art, Röhrenleitungen» Waggons und landwirtschaftliche Maschinen inr großen SM erzeugt. Von besonderer Bedeutung für den wirtschaftlichen Aufschwung Brünns ist ferner, dank der ergiebigen Viehzucht der Umgebung, die Lederindustrie. Die hiesigen Lederfabriken, deren Erzeugnisse'der Qualität nach erstklassige genannt werden können, besinden sich zumeist in Händen von, Aktiengesellschaften. Neben diesen Drei HauptproduklionSzweigen, die dem Brünner Platze charakteristische Merkmale ci:le-. Jndustrio» Zentrums aufdrücken, gibt eS natürlich noch eine ganze Reihe anderer Industrien, die am wirtschaftlichen Aufschwung der .Mährischen Tuchmacherstadt" lebhaften Anteil genommen haben. So mutz von den landrSirtschaftlichen Industrien vorerst die hochentwickelte Zuckerrübeninoustrie hervorgehoben werden, die die in nächster Nähegelegene« Rübenbaugebiete des Dischauer, Sokolniyer und südmöhri.chen Bezirks mit Rohrbach, Lundenburg, Grußbach, GroH-Seelowitz ujw. ihrer Produktion nutzbar gemacht hat. Bon bedeutendem Umfang ist auch die Dampfmüllerri; im Zusammenhang mit letzterer steht eine hochentwickelte Malgindustrie, die ihre Produktion hauptsächlich aus das Vorhandeustür der voczüg.ichen Hanna- Gerste stützt. Die Brauindustri:, welche in den Gerstegebieten des Brünner Sprengels als Kleinbetrieb il)ren Ursprung hat, erfuhr durch die Bervolltonumiung der Transportmittel allgemeine Verbreitung und hat ,'ih in dm letzten Jahrzehnten immer mehr zur Großindustrie entfaltet. Im Brünner Bezirk bestehen heute bereits an zwanzig Großbranercien, die in hohem Maße für den Export nach sämtlichen Staaten Europas tätig sind. Auch di.' Holzindustrie des Brünner Kreises hat besonders in den letzten Jahren einerseits durch die Anlage von zahlreichen Bretter- und Furniersägerverkm, Holzschleifen. Fabriken für gebogenes Ho'.z, Parketten usw., andererseits aber auch in der Fttuverarbeitnug des Holzes (Möbel) große Fortschritte gemacht. Die kartosfelreichen Gebiete Westmährens bevorzugen zahlreiche Spiritus- und Branntweinbrennereien. Außerdem gibt es eure stattliche Anzahl von Ziegeleien, Kalkbrennen inr und Zementsabriken, die insbesondere in allerletzter Zeit in einem großen Ausschwutrg begriffen sind. Last not least sei der großartigen Emailgeschirrindustrie Erwähnung getan, die im Brünner Sprengel durch einige Großbet.ibe vertreten ist und deren Fabrikate einen wich.igen Aussuhrgegenstcurd für die . Republik bilden. Trotzdem die chemische Industrie fast ihr gesamtes Rohstossmaterial etnsühren mutz, hat diese jüngste Industrie bereit« seit längerer Zeit auch in Brünn festen Fuß gefaßt und unsere chemischen Fabrik«, sind heute bereits Etablissementvon bedeutendstem Umfang. So nimmt die Fruchtessig- und Delsabrikation einen immer größeren Aufschwung. Ebenso hat sich die hirsige Stearinkerzen- und Seifenindustrie kolossal rasch entwickelt und zeigt bereits deutliche Merkmale einer steigenden Entfaltung. Gepen da« Tabalrmonopol l« PnlLstina. Zar Bei* der iürkiichen Hcmcha't b stand m Palästina, wie m allen ankeren Teilen de- »ülkischeu Reiches, tm staailicheS Tabakmonopol. Dieses vt nunmedr auf die p a! 8 si , n e n f i I A e Regierung Ldeigogangeit. Der palästinensische LandeSra trißte in feine» fcoten Sitzung eine Re olnuon, welche du baldmöglicke Abtastung des TabalmonopolS veUmot. Oderkomm ffcir Samurl erkannte die Beschwerden beS RateS als ' 'einig an; auch er sei für Aushebung deS Monopols und habe »ich d eSbkzügl'ch m't der Londoner Ära erung in t Brrbinduna aefevt. da der noch nicht rali starrte türkische FriedcnSvcttrag jetzt noch gepusse Bcrpfllcktungev auferlege. mstHiNEm* BB BORO» ' aHWCHTUWO* NORBERT IJB- J&M M\ KOnTTANDlT» EHRLICH VFrm».pJ OBSSILSCHAFT Telephon 1793« ' **.. Po^checfcouto 62473 Wien, L., Wippllnserstra^se JNr. S» SPF.7IAI.ITAT- Fr«tk'n.s Farbbä det i irhon-n Warhsmni-rf Die Krisis auf dem Wel fachtenmartt Aus Hamburg wird den „Leipziger Neuesten Nachr,cht<-n* geschrieben ° Auf dem Weltsrachteum^ttkr ul e>ne Krisis außgebrochrn, wie fte -cit langen Jahren nicht mehr m Eisedeinnna petieren ist. Die beipielloS hohen Fr.relilsätze find klaal ch m'ammengeb'ochen. Be anders trostlos sicht es zureit aut den norstamr rbMiichen »s achtenmä'kren nnS. Da stch hier England und de Bew'ngen Lim en als scharf« Konkunem n. pe.aenu''ersted>n und sich gegenemg in den brachten »»''erbieten, so sind na'üilich hier die Einbußen am stärksten. So werdenzum Beisviel von den nord atlanuschen Hä»en nach F>anl,erch nlsKohleplrachr nm noch 8 Dollar lezrhlk.wZhiendnoch imJulrd. 1.1tDollar bew lligr wurken. Fü» Getrerke aus del» Be'e N'g'en Lianen nach England kamen emge Ab Miste zu ll ScknN,na Mmoe. während noch vor einige" Nonnen 18 Schilling bezahl» wurden. Gerre-delakung^n nach De»»1schlrnd wurden zu 9 Schilling nbaefchlosten. Einen karastrophalrn Zmommendruch bar »erner der 'üdrmerrkansche F-achkenmarkt nli'tren. Vom 8 r Mata . nach Ennland sind d e Getr eidesr 'chren auf 45 Sch ll-ng herunter geg rngen während noch >m März d e-es J.rkreS sage und schreibe 190 Schilling erhältlich war n. Jniolge des enormen Raumangrbo'S sind die ^rachi'ätz-- im Osten «-benfo stark a fall-n w e an den anderen Wrllrn^rkten Für ost ndi'che B-rumwoVe ab Bombay bezahlt man ziirreik Kb ^chillnip. wah-end noch imFe'"uar d>e'eSJabre- ->ine Du'.chschn r siiackt von 155 Sch l>mg bew strak wurd- .Für iie'chs'adrmgen von Burmah nach England sind 95 Schilling .rngelegi worden, wäbiend noch vor. verhälinismäßrg.tnrz-r Zeit l3'-> Schrllrng d,e M'licke Frnchi war Kür Znckei von Jiva nach England wurven rm -3nli dtt»'es Jahres 140 Sch ll-ng angelea»: heule sind nur noch S' Schilling erhältlich. Von Anst> alien sind die Frackuen rnnerkald ewiger ivochen um 20 Schilling gefallen. Sert Februar dre'es Fakres 'ft sogar nne Ein'nße m den allst'al'>ch'enat"Äen Frachren von I»0 Sch'llinq tu verzeichnen- Das FrachtcngeschLsi vom Wittel* ineer und der Levante lieg» gl-e chfalls >ehr im argen Für Banmwolle von Alerandr-en nach Enoiand wird eine Rate von Zl Schilling ai'geboen. was euer Enbusie von 10 Schillina in l ganz kurre, .fte,z gierchlomurt D^e Frachten für Errlaiaungen von mmeUänd-fch n Hä'en sind gleichfalls einem anvauernden Rückgang unter worfeu. Bezahlt wurde« z«« vestp'el von Bilb« nach Caidiff 18 Schilling, wählend noch »or kurzer geil 23 Schilling e'l älllich waren. Die Koblenfrachte« von SngkaÄ bewegen stch zurzeit aus der medrigstm Srule de» ganren Jahres Die Kodlen oe, lad r «i Card'st dewill gten 15 lftg IS Sch'Üi«- nach krau Sst'chen Häfen, während «och vor einem Vrerteljakt 8<» Schill ng bezahlt wurden. Don der Thne nach Antwe,pe« ist dre Rate innerhalb '«»es OuauolS von 88 auf 17 Schilling zw rückgegangcn. Deteittgung de» vefteerekchkfckie« Bode«.EreL!L. Anstalt an der Bank Malopolsfd. Von der Absicht geleit«. ihre wirtsckastlrchen und insbesondere »ndustnelle« Jäter» esten m Bolen wirksam zu vertreten. ,st die Oesterrerchtlche Bode«« Cr edit-Anstalt zu der v ank Malopoltki (frsthe« Galnsiche Bank tür Handel und Industrie' m Kraka» m ei« engeres BerbälmrS geireten. Diele Bank besteht feit «ehr att 'ünfzia Jahre» tmft besitzt dermalen ein Aktrenkapn-t vo» »13,000000 polnischen Mark, an welchem sich d>e Baden- Credit'Anstalt gelegentlich der jüngst erfolgten KävllalSerhöhuag eurch Nebernahme erneS grSheren Postens von Aktien beteiligt bat. Dem Ä-erw »ltnngsrate der Ge ell chast gebären hervorragende Perfänlichkerten deS Landes an. darunter als Präsident der Großindustrielle Baron G5tz v. Okocimski. Die Pank Malopolskü unterhält Frl alen m den w,chr,gst'v Plätzen Polen- und hat inSbisondere »n den letz en Jahre» einen bedeute den Aufschwung genommen, so daß ne dermalen m de« größte» voluische« Frnan msti'n'en zählt. Die kank dlalvpvlski beabsichtig^ demnächst auch eine F l alt m W t e » zu errrchl«. Zur Depotsprrre l« An gor». AvS Budapest w'rd gemeldet: Dag AmrSblatt veräffentlicht eme GrgSn««gr- Verordnung der Regierung, wonach d-e S0*/,ige Devoriverre auf je»» Unteit-rnen und Firmen auswärtiger Staate« anzuwenden ,st, dre ihren ständigen Wohnsitz, desiehungSweise ihre NrrdeilastuUtz -»ul ungarischem Boden haben, der vou ungarische» Behörde« verwaltet wird. Ein« pakSftknenstschr Hanbek-ka»««» stl« bla Schweiz. In der Schweiz ist laut Zromst Korr eine palästinensische HandelSkanimer für die Schweiz im Entstehe« begriffen, deren Gründung au» dre Jnitiat ve des Schwe zerische« ZiomstenverdandeS mri'ckru'üirren ist. Der Zweck ist Unterstützung de« wrrtfcha tlichen Neubelebung PalLtlrnaS. Dsivarverdeh«. Im gelingen Briva'verkebr war dag Gelchätt äußerst still. Lediglich für Alvme war Naehf-age bis 1^0000 vo, banden. — Für lrearde ZabluuaSm>»tel bestand erhSbtrS tn'elksie. ES not erien L e» n o 1 e n 7.90, MarknOtt« 8?(>» v v l« i f ck e M a r k 100 und Dollar SIS. Amerikanische« Budgetdrstzit. A«S W a s h i« «t « . mrb berichi«: Der StaarSsekretär dar ut der Fruanzlonterenz deS Senats bekanurgegebm. d'tz kaS Budgetdesizit fstr dieses Jahr 21'0 Millionen Dollar und nächste- Jahr 1500 Milli «ne» Dollar bctrnßftt wird. Die Devisenkurse. ssüeich, 94 Derember. Devümturte. — Mitgetrilt vvn der Sckwerzensrden Kreditanstalt.» Berlin 9.10 915. Hollou" 30«.-. (206 -1. New-Bork . .'57 - 657.- . Yxmt'ou 2322 28.27», Bans 88.90 80.10), v'a'land *i2.-l7 (2255 Brüssel 41.0& f41.30), Kovendags« 100.— (1(K>.—/, Stockholm IN».— 130.—;, Cbrisiiaura 99.— 99-). Madrid 85.— (85.—). Buen».8-A,reS 3S5.— ( 25.-). Brm -760 7.65. «am« 420 (4 S0>. Budapest 1.17',,. 1.3S. Bukarest 8.8S '8.10), Warschau 1.1» (1.10), ,‘Jtcn Geld 1.6?'/, 1.75, 'i»:w '2iote —(—.—), österr. ge st. Zkronen Geld 115 (1.15t,. ästen, gest. Kraue« Ware — Amsterdam. 24 Dezember. (Devise»-Ansa»gSkmse.) ' Wech'el auf London 1135. B rkm 4.48. Pari» 18.90, Schweiz 48 55, Wien—.84, Kopenhagen 48.?5. Siocktiolm 68.05, Ehustinna 48.-5. New-Jork L18.—, Brüssel 18.90, Madrid —Italien —' Lommvr2.-n.M8koLtoZLuk-z.8. Lovtralv Pressbnrs0 Filiale Wien, t.,Wipptir gerstrasse 24—26 ° Teiapon 12358,18296,17408 BeHorsran? aller bankgeachäftl. Traasaktlonen. Int« gegennahmQ toq fii'Meinla^en. JUagnbe ron Elnlagi* bSehern. Uebernahme tob Vermög'eaßferwaltRnfea* Warenabteilung, Export ron Serienmftbeht «. Ian4fftrtaehaftl«ti«ritefta Import Ton deutschen Heizmaterialien etc. o Der König der Schnorrer. Bon Israel Zangwrll. >87. 'sverr'enu?'".» „Wir haben den Fall eines unserer Schatzmeister zur Zeit Georgs U.." fa^te der kleine Kanzler, unter dem Sonnenscheine der Ermu.igirn^ des" Dorsi'xnden wieder aufblühend. Er nannie den Namen des V-orfahren einer heutigen Herzogin. „Er wollte eine deutsche Jüdin hei'a.en." „Und es wurde ihm untersagt," fügt« der Borsitzende hinzu. „Hm!" hüstelt« der Kanzler. „Er durfte sie nur unter demütig?nden Bedingungen he'raten — die Aeltesten ve boten die Anwesenheit der Mitglieder des Rabbina's und der Kantoren. In der Synagogtz durfte keine Feierlichkeit ftaitjinden; für das Wohl des Bräutigams durs'e kein Segrnssprnch gesagt werden, auch sollte ec nie mehr als „Bräutigam der Thora" aufgerufen werden. „Aber meinem Schwiegersohn werden die ältesten keine solchen Bedingungen auferlegen." sagte'Manasse. indem er um emen anderen Stuhl herum segelte, s" baß sein Zeigefinger jetzt auf den Vorsteher der Aeltesten gerichtet war. an dessen linker Seite er in seinem argumentativen Dorrücken an7>elangt war. „Erstens ist er nicht einer der Ünserigen. Sein Wunsch, stcl uns anzuschließen, ist ein Kompliment für uns. Wenn jemand eure Traditionen verletzt, so ist es meine Tochter. Aber sie ist kein Mann, wie der. erwähnte Schatzmeister; sie ist auch nicht tätig vorgegangen, sie hat nicht absichtlich einen Tcdesco gewählt, sondern ist von ihm gewählt worden. Eure männlichen Präzedenzfälle können ihr also nichts anhaben." „Aber wir können euch etwas anhaben." sagte der gegenwärtige Schatzmeister mit einem grimmigen Ausfr: p-f: uärh't b':n ftarr.^r. ÄW. L^ch eimi Jkm&Utäh- „Schön, so legt mir ein«-auf — wenn ihr euch denl Luxus gönnen könnt. Ihr vergeßt, ich bin ein Gelehrter. ein Ben Thora, der keine anderen Einnahmen besitz:, als was ihr ihm gebt. Wenn ihr diese Geldstrafen zahlen wollt, so ist bas eure Sache, in der An"e- ^sse'-ist imm-'r Platz. Ich. freue mich immrr. wenn ich von Geldbußen hö-e. Meine.Herren, es wäre be,,e , wenn ihr eu h i.» icj Unvermeidliche sclicten' woll.et — maß ich es nicht auch, tun? Es g bt keine Takana. .um meinem Sch»vi:ge:sohn alle; gewöhnlichen P ivitegien vorzu?» halten. In der Tat. eigentlich kam ich nur her. um euch zu bitten, ihn am Sabbäk vor seiner Hoch-.eit zur Thora arifzurusen. Nach Abschnitt Hl, Paragraph 1 seid ihr ermächtigt, jeden zuzutassen, der im B grisse steht, die Tochter eines Jachid zu heiraten." Abermals ertönte das klangvolle Portugiesisch und überschau«! e die Wte mit all dem Grauen alter, in einer unverständlichen Sprache abgefatzten Statuten. Erft «in Viertetjahrhundert später wurden die Takano.h ins Engl: scl-e. übersetzt und von diesem Augenblick an.war ihre Autorität dem Tode verfallen. Der Kanzler war der erst«, der sich von dem . Zitat erholte. Die tägliche Brrührung mit diesen veralteten Heilig tümevn hatte ihr Grauen abgeschwächt und die ohnmächtige Gereiztheit des Präsidenten spornte ihn zum Handeln an. „Aber ihr seid kein Jachid," sprach er ruhig. „Nach Paragraph 5 desselben Abschnittes hört jeder, dessen Name auf der Armenliste erscheint, auf, ein Jachid zu sein."' „Ein ichöi-es Gesetz," sog'e Manasse ironisch. „Ein jeder' darf abstimmen, nur der Arme nicht," und den Kanzler völlig ignorierend, bemerkte er vertraulich zu dem Vorsteher der Aeltesten, an dessen Seite er sich noch befand: „Es ist sonte bar. wie wenige unter euch Ael.ester e'nsehen. daß die Almofenempsänger d''e Säu'en der Siinagoge sind. Was hält eure Gemeinde 5usa:nn:en? 'WWas s'cher: den N-'spekt vor j ccr Kci:’: -;u nj.' 0o oßras-nr. bewe.-st K ivp$ lÄ-bU Machamad? Geldstrafen. Und die Annan sind eS, hke für all dieses Geld einen Ausfluß bieten. Bei Gott, glaubt ihr. daß eure Mitglieder auch nur einen Augenblich eure Otrafrn dulden, würden, wenn sie Vicht wüßten, daß das Geld für wohltätige Zwecke ansgegeben wlrd? .,Wohltätigkeit ist das Salz der Neichtümer," sagt der Talmud, und in der Tat, sie ist das Salz» das unsew Gemeinde konserviert." „Genug. Herr! Genug!" schrie der Vorsitzende, all« Rücksicht für jene ernste Würde der alten Ratsstube ve. g 'ssend, die Manasse nach Möglichkeit aufrecht- ^zuerhalten suchte. „Vergoßt ihr, zu wem ihr sprecht?" „Ich sprecli« zu dem Vorsteher der Aeltesten," sagt« Manasse in verletz.em Tone. „Wenn ihr jedoch wollt, daß ich mich an euch wende —" und um den Bora steher der Aeltest«n eine Schwenkung beschreibend, landete er'mit seinem Stühle nächst dem deS Vorsitzenden. . „S:tll, Mensch!" d-onnürte der Vorsitzende, krampfhaft vor seiner vertraulichen Berührung zurückschreckend. „Ihr habt gar kein Recht auf ein« Stimme! Wie der Kanzler uns soeben aufmerksam machte, sejd ihr nicht einmal ein Jachid" '(Gemeindemi:glied). „Dann hat das Gesetz auch keine Anwendung auf mich", entgegnete der Bettler ruhig. „Nur einem Jachid, der zu diesem und lenejtt Vorrechte hat, darf dieses oder jenes verboten werden. Keine Dakana erwähnt des Armen oder gibt euch Gewalt über ihn." „Im Gegenteil, er ist verpflichtet, dem Wochentagsgottesdienst beizuwohnen", sagte der Kanzler, der sah, daß der Präsident wieder außer Fassung geriet „Aber dieser Mann tut dies nur selten, ihr Herrens" „Ich tue es nie", verbesserte Manasse mit rührender Trauer. „Das ist wieder ein«S der Vorrechte, au? die ich um euer Almosen willen verzichten muß; ich darf es nicht wagen, vor meinem Schöpfer im Lichte eines Söldling) zu erscheinen." „Und was hindert euch, die Wache a-»f v»', hrf zr'. Übernehmen, wenn die Reihe a.°, / . l- ..in-?" \ böhnl?! h:v