Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 685 (21.12.1920)
- Date
- 1920-12-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Jgfjte 6_ Men. Dienstaq htm sprechend«» Auge, und vermag dem Orchester siegreich feinen Willen allfzuzwingeu. In der Aufsagung Beethovens bevorzugt er die einfachen, geraden Linien; er ist kein „interessanter" Dirigent» der durch -klci:e Retuschen Beethoven Tnodernisieren Will. Wie improvisiert erklang in der Zweiten Symphonie die Eiileitung, mit wienerischer Wärme das „ivargyetto", das wie von Vorahnungen.Schuberts erfüllt ist. In der großen,L-eonvren-Oilvertüre schien das' überlastete' Symphonieorchester etw«s ermüdet, in der Fünften Symphonir verstand es 5ltemperer, die Einheitlichkeit des Werkes rn klarster Weife festzuhalten: Atemöeklemmend klopfte im ersten Satze das Schicksal an die Pforten, süßes Hoffen erblühte im Andante, nach den bangen Zweifeln des dritten Satzes wußte Klemperer im Fiua'e di: thematischen Quadern, voll Wucht un» grandioser Stsi^erung übereinander zu, bauen und den Sieg über das Schicksal zu erringen. Es *<it zugleich ein Sieg feiner Dirigentenkunst. De. Erwin Felder. Aus den Theatern. FmBvrgthrater gebt morgen, Mittwoch. zu erhöhten P.e fen ..H a m l e t* in Czrnr. An ans V-7 Udr In der Staatsoper gelangt mo,gru. Mittwoch, „D e t ' N e g e n d e H o l l ä n d e zur Aufrührung Anfang */,7 Udr. — Infolge Indisposition des Kimm rfänqe, S Piccaver werden brüte statt „Movon" die PnccH-Ore'n ^D e r M i» ck t eS ck w e st e r A n g e! l c a" und „<$ ra n n i E chiechi* gegeben. Beginn '/,7 Uhr. Im Deutschen BolkStheater wird morgen. Mittwoch .Flamme" gegeben. Aniana 7 Uhr. — Donnerstag., »ea 23. d. M. asianat Paul B u f i o n s Traum p'el „W i n t e r-' legende" in folftnd r Besitzung ter Haup'.roÜcn mr Ursufsiihnma: Die Mutier — F,au Fa^ower. Schrrtchr — Fräulein Keller, Weichensteller und Mmkuslöw' — Herr Kammauf. Dolor unv Petrus — Herr Kut'ckera. Förster und Nikolaus — Herr R mzenho er. Lehrerin und Zäzlie — Fiänlein Trebitsch. Waldhauslin — Fiau Thaller. Guguhmsl — Herr N'worny. Max — Fräulein Danegger. F itz — Frau Hochwald, Kutscher, rmd Tod — Hexr Amon. Spielleiter: Hans Fi cher. I« den Kammerivielen wird morgen, Mittwoch. »A n n et e" geiplclt. Anfang 7 llhr. Der S v i e l P l a n der B o l ks o p e r dis 3U d. M lautet' Montag. 20.. 7 Uhr: »Mm narrte lFnM". (Ma gare e — Frau Ames de Bonkomsia als Gast) — D enstag. 21.. */»8 U^r: »Dre verkau'tr Bmm". — Mntioock. 22., Uhr: „Der Freischütz". — Donmislag, 23.. 7 Uhr rium eisten Male : «Cäcilie". — Frritaa. 2t.: Ge'chlossen. — Sams ag,i.5., 2 Uhr: «Äleui Wolspangs Zaude,nicht", 7 Ubr^Cäc lic". — Sonnlag. 26., */*B Uhr: „Ter Zig nnntaron", '',8 Uhr: „ToScr". — Montag, 87.. ^/,4 Uh,: „Fuelio", '.8 Ubr: Irsviata". — Drensmg. S8-. 6 Udr: «Lobeugr n". — M ttwock. S9. 7 Uh»: „Cäolie" (Hans: Herr Hubert Veuer als Gast. — Donnerstag. 30„ */*8 Ubr: Tonzg.,st'p:el der Schm stern Elsa. Be-ta und Marta Wielembal. Zum e,sten Male d:e Pantom'me „Die Ro'e", vorher „Cavalleria rusticana“. — gieuaQ, 31., 7 Uhr: »Die schöne Helena", / , Fm Johann Strauß-Theater findet morsen- Mittwoch, die 3t 0. Auffüllung der Kalmanfchen Ope,cltr »D d s H o Ilandwerbchen" statt. ' . Zuguyst n der Kmderhiltsaklion der engl'schen und amerikanischen Hll'smi'ston der GeseLichasi der Fi runde wird im Deutschen B o l k s t h e a t e r für die Borstellung von LanS Müllers „Flamme" Sonntag den 26. d. M. e«n KaittNmWag emoehoben. und zwar für fr^e Loge K 5^.—,. Iß: jeden Sitz im Pmkttt und m der ersten N ihr Balkon X 10.—, isLr alle werteten Sitze ans Balkon und ©alerte K 5.—. Dre W ener U r a n i a widmet ihren nächsten Mend m brr Reibe „Mrist-r per Kamme»mu tt" tTorrnerstag den 23. d. M.. 7 Uhr. Großer Saal> dcm Andenken Ludwig v. Beethonens. Aastubrende: Das Kleinecke-Quartett' (G. Kinzel. 8. Fö'dnl, St. Frriih. W. Kleinecke), Konzertfängcr LouiS S o p a r t und Prof Ka l L a f r k e. Hr«8«e in Pelzmänteln, Füchsen, Bo» / Israel gangrvUl. (38. Forstetzung.) Wehe dem, der sich' weigerte, Vormund der Gesang men — also der, der die gefangenen Geiseln «oder die von den Türken i-n" Gewahrsam gehaltenen Kriegsgefangenen los kaufte — oder Vorsteher, der Gemeinde oder Parnas des heiligen Landes oder ^Bräutigam der Thora" ober einer der sonstigen zahlreichen Würdenträger einer Komplizierten Verfassung zu werben; Häufige und schwere Geldstrafen zugunsten der Armenbüchse erwarteten ihn „mit Erlaubnis des Machamad". Wehe dem.Wicht, der sich ln der Synagoge „durch Beleidigung des Vorstehers oder grobe Besichimpfuug irgendeiner anderen .Person," wtiWdie köstliche Vorschrift lautete, schlecht anfMrte! Nachdrückliche und. gualvolle Strafen standen auf diesen und ähnlichen- Vergehen: Ent-ichung -der ,Mizwos", der Er- , laubnis die GrsetzeZro'le e-nzuschließen ader t ie Bundeslade zu öffnen, schmähliche Relrgierung hinter-das Lesepult, Entziehung von Gerechtsamen, das Verbot des Nasirrens auf einige Wochen. Wenn der Jachid. ^>as Amt Äbernahntt aber gegen die pünktliche^ und rechtmäßige Erfüllung seiner Hflichten verstießt so-wurde er nicht weniger gestraft. Eine Geldbuße im Betrage > von 40 Pfund vertrieb Jsak DisrMi, den Sammler der „Merkwürdigkeiten der Literatur?^ aus der Synagoge Und ermöglichte jene politische Merkwürdigkeit', die Laufbahn Lord Beaconsfields. Die^Bätekder Synagoge, die in jenen Tagen, als- Pepys die UNM- Aänbigkeiien in jhter kteinöN Svuagoge. in Kin^s Street bemerkt«, ihre Verfassung in reinem Äastilianisch niederschrlebev, gedachten mit ihren Statuten die Gemeinde M festigen, nicht zu zersetzen. Die Tyrannei des Macha- Mth, diese unelastische Han' habnug eines eisernen. &obei, der in. den „goldenen Tagen des guten Königs Wkei^er Mor^e«zen«n^ % •. "’CIi Urara-Gy^Ph-t«1-'drHOr>e. Die Urania?pl«it>M Nahmen- .ihrer Arbeitsgem.l s^aften aus der Rrihe^-sthrer Mttglisber M:d' Änschtußhrftb.fitz-er ein Uran'i'a-Symphonie orche ft er 'zu" begründen, wozu bereits zahlreiche Änmeldungen vorsiegen. Proberr und Aufführungen werden« teils von dem 'künstlerischen> L. i er deS schon chestchanden Urania-Frauenchörs Dr. Hans P l /ß, teils von 'dem Kapellmcister d?S Uräniä-Orchesters ö Jcsef M a y e r - Ä i ch h ö r n ..geleitet werden. 'Die Uebungen sollen ber.its anfangs Jänner beginnen und an einem Abend in jeder Woche stattfin«den. Neubeitretende' , m,ögen schriftlich Lekanntgeben, . welches OrchesterinstrumeNt sie beherrschen sind ob sie dieses' beistellen können. Schriftliche Anmelbmtgen an das BolkZliidungshäüs Wiener Urania, Wim, 1. Bezirk, Uraniastraße 1. <Jüdische. Ausst'p«^4 in Berlin. Die Berliyex Kunstsammlung bep j üd ischen Gemeinde eröffnete Sonntag den 13. d. M. in ihrem Verwaltungsgebäude ihre zweite Ausstellung. Sie enthält ein« bemerkenswerte Serie „Moses Mendelssohn und sein Drrtiiter Kreis" und Bilder aus Polen und Rußland. Die W:ih"ach'San^t< k^u^a d^r DuchhaEmg und .Fsttv'^stiur arr ldcrmaun. G>owj<m i dt, Gos. m. b. H., ist ttzqlich von 9' bis. 12 Uhr und von 2 K3 6 Uhr geöffnet. Sie. enthalt, ein r-rt VS Lager an schöner Literatur, Luxusausgaben sowi^- bi.' i^ere Jugendschrifteu. Grötzte Auswahl in sämtlichen v- und auslandischrn Tages- und Wochenblättern,, besonders Modezeitfchriften. Sport. Wochenprograyim des Sportklub Hakoah. (Elichnnt jeden DnnStag.) Klubleitung: Dre Stzung wird auf schriftlichem Wege bekann'gegeben. * Futzballsektion: Trnying ckngestellt. Schwimmsektion: Training am D mS'ag im Deal, ixbad. und war: für Damen von 6 bis V-8 Uhr abmds, für Herren von '/,8 b s 9 Uhr ab ndS. Leichtathletiksektion: Train ng Monmq und Donnerstag, 7 Uhr abends, 1. Jüdn'cher Turnverein, IX., Liechtenstemfiröiic 20. Schwerathletiksektion: Trun ng iiir die ll'ngiekrion Montag und Tonne,slag vo» 7 bis 9 Uhr abends im Tmns,ai der Bolkschule. Bölsegaste 5. kür di- Box'ektwn Tttnstag ab 7 Uhr in der K8,pe,schule troUram, U., Sprmgcrgaffe k». Fechtsestsion: Training. Montan nn^> DonnerS'og im Fcch^aü ter Neure Jchuda. IX. Se.vit ngaüe 10, und -wa, für Damm von 6 bis 7 Uhr abends, fü> Hcnen (Anfänge,) von ^7 b s 8^Uhr abends, für Herren ^.Vorgeschrntene) von 8 bis 3 Uyr abends. , Kukturabteilung: Chor : Da iLr Ans mg Jän?rr. ein großes Orchesterkonzerk mit Chor g.rlant ist. ergebt an alle 'ang sknnd'aen Mitglieder der Hakoab der Amruf. dem Gesanoschor rer Kul>u,-> abterlung beimlreten. Anmeldungen täglich im Sekretauat. Orchester: Piobe Tonne:Slog 7 Udr adcnes im <tranh- Lanner-Saal d:s Konzeriham-s und Sonntag, 'hlQ Uhr vormittags. nn B relnswale des Konwrtliauies. ' Mandotinenorchester: Probe Mittwoch im Klubhcim. Begm» f Ubr abends. Schachsektion, Reackmaü er Sp elab''nde Montag, Dienstag. Fr itag von 7 bis 9 Ubr abends. Am 1- Jänner beamnt ein Kurs «Th:or>e des Schachsprekes" unter Lestm'g eines bekannten Memers. Anmeldungen, auch Aniünger, an dm Sp eiabrnde». Mitte Jänner Beginn des g'vßen Hakoah-Schach urnms. l>. J. PIPERSBERG Karl" tzeschmiedet wrrrde, als di« Kolonie der holländischspanischen Verbannten einem Lagrr.in Feindesland glich und ein, militärisches Regime brauchte, war taktlos und vereinigte sich mit der Anziehungskraft einer ungehinderten „christlichen" öaufbahn. um manche glän-; zende Familie zu den Toren des Ghettos hinauszutroiben. Athen ist stets eine gefährliche Nebenbuhlerin Spartas gewesen. Aber der Machamad selbst bewegt sich streng in den Bahnen, die ihm vo 'geschrieben waren. Jettsr*legislatorische Instinkt das Hebräers, aus dem sich das .gewaltigste und minutiöseste. Gesetzbuch der Welt entwickelt hat,- verlockte jene spätergeborenen Juden, Lokalgesetze hin-nzufügen, die bis zu zweihundert Seiten in portugiesischer Sprache anschwvllen-. ’ Es war ein verwirrtes Netz von Ta^anoth oder Vorschriften, die jede Möglichkeit der Synagogenpolitik vorsaheu, angefangen' von . den Streitig"eiten /der .Mitglieder um die besten Sitze bis zu dem Umfang ihrer Gräber in der Carreira, von der Verseilung der „Mizwoth" unter den Reichen t b.is.zu, her. Vertejlpwg'^der.Istazzoth uisier den Armen. Wenn sich die Räder und Schrauben des Gerneindeleb-rns mit-Erlaubnis Hs Machaw.ad" bewegten, so bewegte sich der Machamad mit _ Erlaubnis der Takanoth. Der feierlich^ Rat war versammelt in „vollständigem Machamad". Selbst .-der Vorsteher der Aeltesten w-yr kraft feines Privilegeums anwesend und bildete de^ Sechsten, abgesehen von dem Kanzler ober Sekretär, d-er zur-Rechten des Vorsitzenden^ faß und aufgeregt in dem portugiesischen Merkbuch blätterte. Er' wär ein kleiner Mann, etne wunderliche Mischung vön Pomp und Großsprecherei, ha te einch schnupftabakbeschmierte Oberlippe und «ine Nase, deren Röte auf die De kann'schuft mit dem Weingeist schließen ließ. Er war vom Bewuß sein seiner e'g?uen Wichtigkeit durchdrungen, aber dieser S olz hat.e seine Wurzel in Demut, denn er kam sich nur so groß vor, weil er der Diener der Größe war. Er, leb.'e „mit Erlaubnis des Machamad". Als Beamter war er jeder Theorie. 21. Dezember 1920 ,_ Ar. 6$g Einen eindrucksvolle« Sieg enEcher Amateare übr> firirr er acht die Univkrsi'ätSm'Mnilhaft Cambruge gegen Cdrlse.1. Cmwndge schlug die Profe'sionals 6:2. Ervrtkiub Haswvnea. D'en8»ag. 7 Uhr abends, bri» nevdc Besprechung im Ktubheun. Maskenrrdoule wegen Kellner» stieils nbgriaar. Der neue Bienna-Svortplast. Der Ban deS ne«e» B mna-Spo iplayl-s. d r stch ,m Krssel neb n rem edemal ge» §vort,'l -tz Hohe Lsrune btstmet. schreiin rüst-a vo,wänS. st daß d-e e» „ sttion die ersten -3 vi le der Frlidjadrsiaison wd der nk»en Ai'lage ansu.igen wnd. De Töl'l»,'per Kaden in dre Frtthiahrssau'on >n sSm.lichen zwölf Cprelr» Platzwahl. . Gerichtssaal. Der Kammer-ieuer des türkischen Ministers. ' Der bei dem türkischen Minister MehmedMouheb P a i ch ä bcdieustet gewesene Kamm^rd ener Arpad T « r g e i hat d:esem eine auf ik 400000 bewertete Priesmarkrrjammlnng entwendet und war darauf stüchtia geworden. Dem Gutsbesitzer Bruns Kern, bei dem er gleichfalls m Dien en stand, entwendete er Kleider, Wasche und Schuhe; auch s in« „Tante, die 'l,m kostei log Unterstand und Bervstegung gewährte, wurde von ,hm bestohlen. Turur, ein lungenlerden^er Invalider, war gestern vor dem Schöffengerichte des Diebstahls angcklagt. Er war ge» - ständig und wgtö: Bei Ex ellcnz Mehmed Mouhed Pascha wurde täglich basaidlnt. rch mußte d e ganzm Nächte anfbleibrn, Wie ich im Vorzimmer stand» dachte ich: Da drinnen spielen sie «« Bermöhen und du a mer Teufel mußt mtt kl 150 MonatSloh» auspaffen. Tre Bus'markensammlung führte M'ch in Versuchung. Der Ang k>agte wurde »cknldrg erkannt und zu acht-1 h n M o n at e u s ch w e r e n K e r k e rg »eiwtUilt Der Volkswirt. (Sitte, Strottc 1.30 Centimes Geld. Gestern nonene in Zürich: die kstcrreichiichr Krone .... 180 f 1.40 enn 18. Dezember) dre osten, gestempelte Krone . .—.90 i—.90 bm 18 Dezember) die tschechische Krone . . . 7.25 ( 7.25 am 18 Dezember) ote Mark .. 8 95 9 05 am 19 Dezember) Ägram 405 ( 3 90 am 18 Dezember) Bukarest . . . . , . ... . 7.10 ( 7 50 am 18 Dezember) Budavest .......... 1.15 ( 1-80am IS Dezember) Warschau ..l.— (l.— am 18. Dezember) Amerika und die polnische» Eisenbahnen. Warschau, 18. Dezember. (Privat.) Wie der „Moment erfahrt, hat eine amerikanische Finanzgruppe d«r polnischen Regierung 500 Millionen Dollar gegen. BerpachtttrnA de*■'Staatsbahnen auf dreißig Jahre aw» geboten. . Das amerikanische Konsorttnm will sich verpflichten, eine Rache neuer Linien zubauen und di« nötige Zahl Waggons und Lokomotiven beizustellen. Dafür verlangt es Entfernung aller Über, fünfzig Jahre alten Bahnarbeiter und die Erlaubnis, eine Eigene Bahnbewachung z« organisieren. Ti.se Forderung wird damit begründet, baß bas Konsortium die Verantwortung für alle Eisenbahn« angelegenhriten übernimmt. Der „Moment" will wissen, batz die ^meisten PartcUlubs des Sejm für die Annahme dieses Angebots siitd.! Herrenpelzen und Pelz^akkof unzugänglich. Wenn man sich ihm in irgendeiner An-- gelegenheit näherte, breitete er entschuldigend die'Hättd« ans und keuch„Ich muß den Machamad befrageu.^ Man sag^e ihm qach, daß man ihn einmal nach der Uhr gefragt habe und daß er automatisch gekeucht habe; „Ich muß den Machamad fragen." Dieses Befrage« war eine leere Form; sin der Praxis hatte der Sekretär mehr Einfluß als der Qberrabbi, der Bittsteller ans dem wunderlichen Grunde nicht empfehlen durfte, weis die Ehrfurcht gegen ihn den Rat nngerechtermaßrn zn-- qunsten des Bewerbers beeinflussen könnte. Da die Herren des Machamad während der einjährigen Amtszeit unmöglich hie Statuten,bemeistern kormten,' besonders da nur selten ein Mitglied das Portugiesische verstand, in ^dem. sie zuletzt verfaßt worden waren, wendete mau sich stets an den Sekretär, denn sein Amt war ein dauerndes und er kannte alle Beschlüsse und Präzedenzfälle. So legie er denn die Gesetze Mit unparteiischer Ungenauigfeit „mit Erlaubnis des Mach«- mad" aus. In seinem innersten Herzen glaubte er, daß auch die'Sonnenur „mit Erlaubnis des Machamad" scheine. Die Ratsstube war ziemlich geräumig, und mit Tafeln geschmückt, auf denen in goldenen Buchstaben die Namen frommer Spender standen. Die Takes« standen so dicht nebeneinander wie Grabsteine, auf einem Friedhof und ergo,snr sich selbst bissin den Vorsaal. Um ^den Beratungstischchatte die Blüte der spanischeuJuden^ schuft giessen: Granden, die es mit den Stutzern ihrer' Tage ckufgeuommen und mit den Besten unter ihnen daV- Schwert gekreuzt hatten; dabei waren sie äußerst genau und zeremoniö?, und die Männer, die an diesem Nachmittag zusammen,kamen, bewahrten noch immer ihr^ stattUche kastil'anische'Höflichkeit, obwohl die Crinm-» rung an sie so schivach war wie die verblichenen Jnsch si^en auf den Paneelen. Diese Nachkommen hatten die sö öi u i,>\t Grüße und Umschreibungen, die strenge Würde bei Streitigkeiten noch immer beibtyalU?u t GortietzrUlS folgt.)