Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 671 (7.12.1920)
- Date
- 1920-12-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Dien. Dienstag Wiener Morgenzeitung 7. Dezember 1920 Nr. 671 Der SJinrt DrV-ampßsn Kud^rnstfch wurde Sonntag hi Prag von dem Tschechen Jahelka „Knock-out" geschlagen. Der Kamps war in der fünften Runde zu Ende. Sportsektion der BolkSdibliothek Aion. Heute, •/»t Ikhr, Volloeriammkuna im DereinZlokal. II.. Glockenpaste 30. — Mittwoch vormiliags Wettspiel einer kombinierten Mannichaff gegen Rapid- Lchlllr am Ncrpid-Platzt. Mit diesem «Zpirle wird d e Saison geicklossen. He«Karver. Vei'ungsnvuna a i ck» t morgen, sondern beute rmr V-8 Uhr ine Ca^ä Monopol. W.gen der. aaßel ordentlich wichtigen Tagesordnung haben alle Lritungsmilglstdee bestimmt ipr erfchetnen. __ Gerichtssaal. Der Oberst als Journalist. Der' Oberst «m Ruhestände Gnstiv Wolfs gibt ein Wochenblatt he aus. das monarchistische Ziele veriol'ff In diesem ' Blakte erichicnen e nrge Äriikel, durch welch» sich der Nationalrat L r v t b n e r bedroht und der LankeZde'ehlshabcr Oberst Haas beleidigt fühlten..-3n einemAikikelwurdedre damals noch s»-inldemokratl'che R grerung angegriffen uns an d-e Berufs- »'Miere die Äuffordrruna gerrcht-t. die »tchulülkagendrn Sraa-'swäniur* zur Rechenschaff zu ziehen. Wegen dieser Publikatronrn wird stch Wolff am 9. d. M. vor dem Sä würget cht wegen Verbrechens der Mntl chen Gewalt 8 iglest, b langen durch g> fadrliche Drohung, und wegen Eyienbelcidigung zn verantworten haben. . '. __ Der Volkswirt. Eine Krone --- 1.90 Centimes Geld. Gestern noliexte in Zürich: fc« österreichische Krone. ... . 190 ( 1.95 am 4. Dezember) die österr. gestempelte Krone. . . 1.80 ( 180 4 Dezember» dre tschechische Krone7.60 ( 7.65 am 4 Dezember) die Mark.......... S 77 V, 9.— am 4. Dettmder Ägram. ........... 4 60 ■{ 4 60 itn 4 Dezember Bll kürest . . . . ..... . . 9 20 ( 9.20 un 4 D'zcmber Bnravest ........... 1.40 l 1.40 am 4 Dezunberl Waricha« . .. 1.10 ( l.io am 4. Dezeyrber) Betrachtungen über den internationalen Seefrachtenraum. Im November-Dezemberheft des von Dr. Paul Cohn heraLsgegeöenen „Neuen Europa" veröffentlicht Eugen LSwinger den folgenden A ..'.Ui, der uns tm Vorabdruck fwmrd'ichst guc Verfügung gsfteM wurde: L.rs, englischen Quellen stamme« Arbeiten, die sich rrrit der gegenwärtigen Lage auf dem internaLionalen See-- frachtemnarkt Leschäftige«. Bei der ungeheuren Wichtigkeitdie dieses FragengeLLeL für unsere Wirtschaft hat, wird es «gebracht erscheinen, eiuijeS aus diesen englischen Arbeiten hier zu verwerten. Die Daten, die von der ausländischen Presse verarbeitet werden, sind natürlich schon unter Berücksichtigung des früheren deutschen SchiffsraumgshalteS herausgegeben. Vergleichsweise sind natürlich ble Ziffern der Vorkriegszeit heranzuziehrn. Hiernach stellt sich her Schiffsranmgehalt an Stahldampfern für 1911: Großdruannie».. 21,420.000 Raumksnma Bsremlgte Saaten. ......... 3.155OÖO ... Dmtscdland.. 6,478.000 . «abne Länder. . . . . Siono.ooo . , zusammen. . . 01403 uCO Ranustonnen Grosse Auswahl in Pelzmänteln, Füchsen, Der König der Schnorrer. Vvn Israel Zsn§wUr. M. Fortsetzung.). j „Leibesbewegung. Es erhält mich gesund, Einmal sagte einer meiner Kunden, bei dem ich Me Woche eine halbe Krone bekam, er hätte es satt, daß ich Men Freitag käme und sie mir abholte. Er wollte sich auS- «gleicherr für sechs Pfund jährlich, aber ich. wollte es nicht annehmen." „Aber das war ein sehr billiges Angebots er zog nur - zehn Schillinge als Interessen von feinem Geld ab." „Daran lag mir auch nichts, aber ich wollte ein Kfunb mehr für tie Entziehung meiner LöibesLewegürrg, und das wollte er nicht zahlen; so gibt er mir noch immer Me Woche eine halbe Krone. Manche pon diesen wohltätigen Leuten find schrecklich geizig. Aber was ich sagen wollte: Ich trag' die Büchs zumeist in« den Straßen herum, wo meine Kunden sind. Das verbessert miene Stellung als Schnorrer." „Nein, nein, das ist eine Täuschung. Was, seid rhr so. schwachsinnig, um das zu glauben? Alle Menschenfreunde sagen das natürlich. Aber ihr wißt doch sicherlich, daß Schnorren und Arbeiten nie miteinander vermengt werden dürfen. Zweien Herren ksnri' man Nicht dienen; man mich feinen Beruf wählen und b/rbei bleiben. Ein Freund von mir folgte einst dem Rate der Philanthropen, statt mich um den meinen zu fragen. Er besaß eines der besten Provinzgeschäfte iin Königreich, war aber so schwach, in jeder Stadt auf die Vorhaltungen der Gemeindevorsteher zu hören, die ihm Arbeit predigten, urrü zuletzt legte er tatsächlich seine .jahrelangen Ersparnisse in Juwelen an und versuchte, mit ihnen hausieren zu gehen. Die Vorsteher kauften atk etwas, um ihn zu erruntt^i. obwohl sie den, Preis so ßeruüdrücklen. bo.f, u kei-rcu Mostt dabri - Demgegenüber wud jetzt als vschandmer Schiffsraum I berechnet: ' - K oßdrttamnm , 18/00.0'V Raumtonnen Berem'gff Staaten . . . » . . 10.992.VM „ Dentschland 375,000 v andere Länder . ........ . .17.720000 * zmainnnn. . . 47,587.000 mt[ ES wn'de sich, also pro unb «onira feNnb^ B ld egebm: Bereinigte Staatm 'Gcwmn) . . . . . 8,887.1X0 Raumtonnen Großbritannien (Verlust) . ...... 2,820.000 „ Deutschland x , ...... 6,103.000 „ andere Länder . , , ... . . . 8 380.080 m Ese^mtverkust. . . 12.358 000. Rauwtonnen ' . Net'oweltvnlust. . . 3.516.000 . AuS diesen Ziffern ergibt sich also, baß trotz der großen Arbeitsleistung auf dem Gebi't der Schiffsbanindustrie den- I noch es bisher nicht gelungen ist, in ihrer Gesamtheit oie Raumtonnage herzustellen, . die im Jckhre .1914 existierte, wenn auch der Rückstand verhältnismäßig klein ist, b«S heißt ungefähr 3,5 Millionen Raumtonnen beträgt., ' ‘ \ Nimmt mD Deutsch l a n d aus, so ist die' größte Verminderung beS Schiffsraumes int Vergleich, zum Jahve 1914 be! Großbritannien und Griechenland festzustellen.' Trotz der erhöhten DautStigkett und des deutschen Schiffsraumes, brr Großbritannim zuL^sp^chen worben ist, ist Grvßbritannim Heute im Besitz einer Dampferflotte, die um 781.000 Tonnen geringer ist als 1914. Die meisten anderen Länder zeigen eine erhebliche Steigerung. Die Bereinigten S'taa t en haben rM Tonnage um 10,440.000 Tonnen erhöht, weisen also gegenüber den Ziffern von 1914 eine Steigerung von über 500 Prozent auf. Die größten Zugänge sind bei Japan festzustellen. Sie betrLgrn 1,286.000 Tonnen, bei Frankreich l,04l.000 Tonnen, bei Italien 683.000 Tonne»'. In ' allen, diesen Ziffern sich) beträchtliche Mengen von Schiffsraum der Zentralmächte mitenthalten. Einen sehr intensiven Wechsel yabsn die Ziffern für Deutschland durchgemacht. Im Jahre' 1914. kam Deutschland unmittelbar nach Großbritannien' mit $net Tonnage von über ü Millionen^ Tonnen Händelsdampfevn. Jetzt ist die maritime Stellung Deutschlands Nur' rnit' einem Schiffsraum von 419.000 Donnen dargestellt. 'Auf dieses traurige Kapitel hier des näheren eLnzugehen, liä'gt kein Anlaß-vor. Großbritannien hat in Jahre 1914 41,6 Prozent der Welttonnage besessen; hSute 'stellt sich der Prozentsatz auf 33,5 Prozent. Sin übersichtliches Dilb ergibt die - nachstehende Tabelle: : . . . Jam im Juni ML rsnAH GrvßbMtttrieu L . 18.1tt.00y. 18.892.000 -^- 781.000 Bereinigte Staaten . .13.4'6.000 S.0"7000 + 10,879.000 Oestenrich-UngLiN . . -- ,1^082000 — sfran'reich . . . . . . 2.988 00V 1.922000 4- 1 Olt 000 Deutschland . . . . . 410 000: 5.135.060 — 4,716 000 Italien >. . 2,118000 1,430/00 -f 068 COO Japan . . ... 2,990.000 l>7d8.000 + 1,289.100 Es scheint uns «"ch nstiprnbip, ein' Wort üb« \bie Entwicklung der Segelich ffahn-zv sagen. Es ist festaeftellt, daß durch de« SchiffsrüUmmaÄgelder Bau vvn Segelschiffen anfle» reiit worden rst. Jnsbesond re die Bereinigten Siaaren besitzen einen" Sese!'ch>Nramn weit großer als - im Jahr 1914. 48*/, aller Handclsfeg'er dri Welt/sind E-gentnm der Union. Erheblich «st noch daS E gmlum Großbr-tamuenS an Seglern '440.000 Tonnen), Frankreichs (182.010 Donnen'. NvnvegtuA (-'40.000 Tonnen', Im Jahre 1902 betrug daS BerhLlimS Mitcheu Seglern und Dampfern in der Handelsschiffahrt 22*/^ Jetzt ist das BerhaltruS auf 6'/» gesunlr». Tschechischer Koks für Ungarn. AaS Budapest wird aemeldrr: D e üicglerung geftatiele der Rimamuranver" Bergdäu A.-G d«e Einfuhr von t'chechvchem Kols. Der 6hmii'«p falonsvertrag verpffickeet die Tfch chen durch eehn Monate je 2000 Waggons Kots zu liefern, wogegen Ungarn je 20 Waggons Feinmehl gibt. BaluLenkurse. Qm gestrigen freien Verkehr herrschte stärkere Nachfrage noch fremden Zahlungsnutteln. Die Tendenz war fest. Nachstehend die ossizrellen Echlnßkurse: Ämsierdrm ^wam ,. Belgrad. 7 Berlin ' . . Budapest . . . . . Bukarest ...... Chr'st ania . . . . Kopenhagen . . . . London .. Mailand und Triest. New-Aork» ... . Par s.... . . . (ifi 0 * $ Sofra. . . . .' b . Stockholm. . . . . Warschau und4dr'akau Zürich . . . . . Dlnar-s Noten (große) ^H^'ttlerne) - belgisch' „ FraUwsische . „ Schn euer- „ Öolländrsche » Dänische: H Jugoslawische Norwegische „ Schwedische Tschecho»ilo«. „ Ungarrsche > L^r- , > . w Leva' Jialienifche v Deutsche Mark- , Polniicke Marl- » Mund Sterling „ Rubtl (Rom.) 6. Dezrmher 4. Deremb« Geld 'ä'.'dtt Geld Ware 16.825.— 16.925.- 16.150.- 15.250.— 882.50 887.50 868.- 872.^.; 1.530.— 1950.— 775.50 7X1.Ö0 746.— 752.— 3.5-5.- 3.595.- 3.380.— 3.42'».— 98.75 100.75 9875 100.75 785.- LOS.— 77u.— 780.— .“"iT' 7.315.— 7.375.— 7.815.— 7875.— 1929.- 1.945!- 1.830.— 1.850.— 1.965.- 1.985.— 1.890.- 1.910.— 661.— 665.-* 530.— 534.— 386250 5.412.50 3.200.— 8.240.— 611.— 646.- 618.60 623 50 630.— 650.— 625.- 635.— 10.775.- 10825.- 10.200.— 10.250.— 85.- 87.— 88.- SO.— 8 7‘0.— 8.750.— 8,275.— 025.- 1.52250 1.542.60 1.470.— 1.490.— 557.- 561.— 522.— 526.— 8.545!— 3585!— 3.86o!— 8.40o!— 3 387.50 3.387.50 3.180.— 3.220.— 8.675.— 8 725.- 8.250 — 8800.— 16.775.— 16.875.— 16.125.- 16.225.— 7.275.- 7.325»—. 7.275.— 7.9251—^ —.— 10.150- 10.200.— 649.50 654.50 627.50 632.00 102.60 104.50 102.- 104.— . 785.— 805.- 770.— 780.— ' — — 630.- 640.— 1.955!- 1.975l^bO.— 1.900.— 744.50 780.50 746.- 752.— 95 50 97.60 96.- 98.—, 1.915.- 1.935.- 1.820.- i.8ia«H 308.50 312.— —.— —\ Ocfterr. Berg- «nd Hattenwerb-sesellschaft. Js der am 4 d. M. obgeballcnen außerordenUrchev Generalver* s. mmlung wurde beschloffen» VaS Aktrcnkavrtal durch Ausgabe von bis m 125 0 0 Stück neue«, voll und bar emgezahtte» Attren L L 400 Nommale brs m K lOO.oto.OOO 8« erhöhen und den Bernaltungsrat rn ermächtige«, dm Begclungskurs fo«i« Zeripun t und Modaluäiev der Bcgchungen im eigenen Wickungsireife f stmseym. Dre durch b eTe KapüalSerdSbung fswre durch die Siyveileyuns nach Brün» votwendrg ürwordeueu Ltatulrriärreerungrn wurden edcufalls einstimmig beschloffe«. \ Die Ifchecho-flowakifche DermSgenaabgate. Mst Nückffcht auf aufgeläuchte Zweifel wird ans von der n'chechoslowawchen Gemn rschaft mugeteitt, daß ,dis für die tfchechv» slowakricheri Staatsangehörige und andere im AuSlande definblrchen und rmr B-rmogenSfaüerung verpstickletm Pevsnen de» willrgte Berlängerung der Fr,st gur Ueberreichung der Fatierungen für dre Lffrmvgensübgade biS Sl. d. M. auch am diejenigen arrs» ländische» junstl'chlu Personen (Banken, Geiell'chatten ufw.) Be ua hat, welche ihren Sitz >m Auslande babeuxund ,m Jnlandd in,.der tschecho-slowakifchen Republik) zwar weder Zweig-noch Hrl'setabliffcmeNtS noch Reprafeillarireu haben, jcdoÄ dorr Brrmögerrfchaflen besitzen, welche grundiaylich der BennSgeuSabgabs unte, Worten sind und dadrr angrmeldet werden müffe». 0. J. PlPEftSBERG hatte, und alle sprachen ilM Freude darüber aus, da^ er arbeite und eine männliche Unabhängigkeit zeige. „Aber fch schnorre auch," erinnerte er sie, indem ec die Hand ausstreckte, als sie mit ihren Reden fertig waren. Es war umsonst, keiner wollte ihm einen Heller geben. Er hatte sich geirrt und dagegen half nichts mehr. Mit einem Schlage hatte er sich die einträglichsten Verbindungen zerstört,.die je.ein Schnorrer hatte, ohne daß er das Geringste für den guten Willen-bekam. Wenn ihr. euch also von mir leiten lassen wollt, Jankele, so werdet, ihr den Philanthropen niemals helfen, euch zu ernähren. So etwas ze.stört ihre Befriedigung. Ein Schnorrer ^urn niemals vorsichtig genug sein. /Und bann, wo zieht man die Grenze, wenn mau einmal zu arbeiten anfäugt^ A „Absr ihr seid ja selbst ein Schadchen," sagte Jankele unvorsichtig. : „Das,"^ donnerte Mauasse mit zorniger Stimme, „bas ist Zieme Arbeit! Das ist ein Vergnügen!" „G, seht nur, da ist ja Henry Simons," rief Jankele, in der Hosfutyrg, seine Aufmerksamkeit abzulenken; aber er machte die Sache nur noch schlimmer. Henry Simons war ein Mann, der abwechselnd der jüdische Seiltänzer, Harry der Tänzer und der Gauklerjude genannt wurde. Er sollte später, als Held eines StÄntalprozejfes berühmt'werden, der England mit Pamphleten für und wider überschwemmte^ aber vorläufig hatte er die Gefühle seiner Mitschnorrer verletzt, indem er sich nach einer Richtung entfaltete, die so selten war, daß sie aus die Vermutung einer Tauft brachte. - Jetzt stand er da uud machte, von einer Menge umgeben, Gaukler- und Tascheuspiclerkünste. Es war eine seltsame Gestalt: ein Samtläppchen, aus dem ein paar Haarbüsch-'l hervorhingen, saß auf feinem Ko Ns und 'ein 'ch -.rla.hr.-)'es Tasch'Ntuch steclte in ::iucirt Sein H'.r'tcht war t\n olivenkarbems^ Herreapelzen und Felzsakkos von einem zerrauften Bart unrgebenes Oval, bas dvAl Stempel der Schwermut trug. „Da seht ihr, wozu die Arbeit führt," rief Manasfe. „Sie verlockt einen, auch am Schabbes zu 'arbeiten. Jener Ketzer entweiht den heiligen Tag. Kommt fort! Nein, entschieden gebe ich meine Tochter weder einem Arbeiter noch einem Schnorrer, der unrechtmäßige Einnahmen hat." „Aber es sind La doch' Einnahmen," beharrtq Jankele. „Ja, heule; abew morgen? Sie sind nicht sicher. Jede Arbeit ist schon an und für sich unsicher. . Ein Geschäft kann jeden Augenblick zugrunde gehen. Di« - Leute können weniger fromm werten und dann verliert ihr euer Schulklopftn — oder frömmer, und txum brauchen.sie Lerne Minjanleul^." „Aber.es entstehen doch immer neue Synagogen,^ warf Jankele eiir., . ' „Neue Synagogen sind noch voll Begeisterung,^ entgegnete Manasse. „Die Mitglieder sind ihre eigene« Minjanleudr." Jankele schmunzelte schelmisch. „Ja, zuerst, atzen - her Schnorrer wartet feine Zeit ab," gah er zu. Manasse schüttelte den Kopf. „Schnorren ist die einzige , Beschäftigung, die daS ganze Jahr geht," sagte er. „Alles andere kann zugrunde gehen — die großen Handelshäuser können; fallen, wie es geschrieben steht: „Er demütigt die Stolzen". Aber der Schnorrer ist immer sicher; mag fallen, wer will, es bleiben immer genug übrig, die für ihn sorgen. Wenn ihr ein Vater wäret, würdet ihr meine Gefühle verstehen. Wie kann jemand das künftige Glück seiner. Tochter auf einer fo unsicheren Grundlage aufbauen, wie die Arbeit ist! Nein, nein! Was verdient ihr durch das Besuchen der Privathäuser? Davon tzS.'g ab." (Fortsetzu-iL Völfit.)