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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-31 · Heft 636 (31.10.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 636 (31.10.1920)
Date
1920-10-31
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 636 Wien. SyWW Tagesbericht. Siegmund Mayer. Der. gestern im, Alter von neunzig Jahren in Wien verstorbene ehemalige Gemeinderat Siegmund. M ä her war der letzte Uebsrrest de» jüdischen Halbliberalismus, velchee Wien und Oesterreich am Ende de» vorigen Jahrhunderts beherrscht hatte. Siegmund Mayer war die überragendste, zielbewuhteste und auch ehrlichste Gestalt im greise jener altlilvralen Juden, deren Politik dem jüdischen Leben im allgemeinen Jahrzehnte hindurch das Gepräge gegeben hatte. Mayer war ein überzeugter AsiimUant. der seiner politischen Anschauung bis an sein Lebensende treu blieb, für die er lis zu seinem Tode in Wort und Schrift gekämpft hat. Er war ein AufklarungSjude. dem selbst das Judentum nur als Objekt und Medium zum Kampfe, gegen sie Nieaktion gedient..hat. .Wiederholt hat der Verstorbene iem Schreiber dieser Zeilen gegenüber sich gewissermatzen dagegen verwahrt, daß «t jemals eine Judenpolitik getrieben )ätte. Selbst die „Oesterreichisch - Israelitische Ä n i o n", deren Gründer Und langjähriger Präsident,' spater Ehrenpräsident er war, zog ihn, wie er versicherte, nicht deshalb an, um auf ihrem Boden eine Judenpolitik zu inaugurieren, sondern nur deshalb, weil sie Gelegenheit bot, jür verfolgte Menschen einzutreten. Deshalb war ihm das stechtSschutzbüreau der Union daS einzige Institut dieser Organisation, für 'daS er sich erwärmen konnte. Er ging in 'einer Ablehnung alles spezifisch Jüdischen so weit, daß er edeSmal, wenn es galt, , die Union Lei den KultuSwaylen,. zü mobilisieren, sich mit aller Entschiedenheit gegen cinr Teilnahme der UNion an dem Wahlkampf, als nicht in das Programm der Union gehörig, aussprach. Aber schon damals erwies sich die Macht des Sekretärs Fleischer in der Union stärker als diejenige des Präsidenten. Mayer. Besonders stark trat Siegmnnv Mäher , in seinen Schriften als nslitanter AsiimUant hervor, in denen sich so recht zeigt, blitz dies« Assimilation selbst Männer von der geistigen Bcgrbung eines Siegmund Mayer zu verblenden und auch für de Historischen Tatsachen unempfänglich zu machen vermag. £1« Stellen in seinem Buche »Die Juden bon 1700 bis 190c)", N denen er sich mit dem jüdischen Nationalismus und dem Zionismus beschäftigt, zeugen für die Berliffenheit Siegmund Players gegen alles, was spezifisch jüdisch ist. j . Man mutz jedoch Sicgmund Mayer in der Beziehung gerecht werden,, datz er als Mitglied des Wiener Gemeinde» :ate» im Gegensatz zu. seinen damaligen! jüdischen Gemernvesgtskollegen im Kampfe gegen den Antisemitismus, wenn «Ah vom reinen Allmenschlichkeitsgesichtspunkt aus, Bedeu- HdeS geleistet hat- und datz er ganz besonders in den kommunalen Wirtschaftsfragen sich um die Gemeind« Wien.-nicht g«ing« Verdienste erworben hat/ Als Kaufmann .und vo'ks- Ärtfä,östlicher Schriftsteller genotz 'der. Verstorbene den ver- Li'nten guten Ruf/ Er war ein ehrlicher politischer Gegner, ba dem manf stets wußte, was er will, und der mit offenem Ißllet kämpfte. Ein Vorzug, den man nicht allen feinen jüdischen Zeit- und Gesinnungsgenossen, noch weniger aber seinen Marbeitern nachrühmen kann. / Die bttnde Frau. 1 ■ DaS ist eS, was man Freunden und Feinden, Wohl» wollenden und Bösen, Harn/os'n und DoShasten, immer wieder l»pn neuem sagen und zeigen muß: wie grotz, wie cr- Wtternd das jüdische Elend ist. . Man muß es den Christen flogen, dl?, ausgchstzt und trregesührt von gewissen'ofen Dema-ogen, mitunter wirklich glauben, dre Mehrzahl der Juden seien Schieber und erfolgreiche Schleichhändler, und man n^utz es noch lauter und eindringlicher den Juden sagen, btrcit zumeist. Überentwickelte Selbstkritik sie oft genug in der Stille denken läßt, etwas sei an den Vorwürfen koch yiahr. Sie alle sehen nur den Protzen, nicht aber die Mische Not. Freilich, auch wenn man aus diesem Gebiet fjj manches gesehen hat und es nicht die erste Armeleut- »iwhlnlng ist, die man betritt, wrrd man betroffen stillstehcn ^>r dem Elendsquartirr der blinden Frau. Es liegt m einem gichtigen Diener VorstadthauS, zwischen Heurigenschenken und «»deren Stätten der Gemütlichkeit. . Von einem großen Hos mit Pumpe und Tauben schlag führt eine Türe drrekt rn die SLche, die Schlaf-, Etz- und Wohnzimmer bildet. Em« heisere Estinm« fragt: „Wer ist'S?" und dann wird ohne weitere Formalität. dts Schnur loZgrmacht, dre die Klinke befestigt; yter kann nicht viel gestohlen werden, obwohl «m Wust von, alten Luinpsn». zerbrochenen Kvchtöpsen, Schachteln, allerhand» Hausrat die wenigen Möbelstücke des kleinen Raumes bedeckt. Aus dem Herd liegt eine wenig saubere Nachtjacke neben einer Mistschaufel und einem halben Laib Brot. Unter einer Decke auf dem wackligen schmalen Sosa tönt ern biimpses Knurren hervor — Amt, der kleine Führer und esnzrge Gefährte der Blindßn. „Ich Hab' heute noch nicht gründlich räumen können/ entschuldigt sich dre Frau, „ich Hab' länger geschlafen, weil ich doch heute keinen Kosttag Hab', und wenn ich nur einen Kaffee und ein Brot esseni kann, dann ist der Tag so lang." Dabei streicht sie verlegen die grauen Haare zürecht und fährt mit einem Taschentuch über das Gesicht; Gewohnheiten aus früheren besseren Tagen, die -7in der Art, tit der fie geübt werden immer noch die Dame verraten. Bessere Tage hat die Blinde gesehen, nicht nur, Mit sie std wirklich gesehen, ihr Augenlicht besessen-hat. Unter dem Sofa holt, sie ein vierecklges Kästchen hervor und entnimmt Ihm, das Format tastend, den Totenschein ihres Mannes. Er war Arzt und -ist im Jahre 1691 gestorben. -Das kleine Vermögen, das fit hinterlassen, hat die Witwe vollständig darauf verwendet, das drohende Schicksal der Erblindung abzuwehren. Schließlich muhte man rhr doch da» linke Auge entfernen und dem rechten schwand auch der iSjefct® matte ®dummer. Bettelarm stand dir Klmsunbsünfzrgjahrige dem Leven in dunkler Nacht, in jammervoller Einsamkeit getzenllbee. Kein Kind/kerne Schwester Und kein Bruder, der, für sie sorgen, ihr helfen würde. Daß sie in den fünf Jahren seit ihrer völligen Erblindung, in diesen Jahren furchtbarer Teuerung, nicht verhungert ist, gehört zu den Wundern des Elends, über die man nie genug staunen kann. Dre Drünner Aerztekammer gibt der Kollegenwitwe 200 Kronen Unterstützung, das Wiener Doktorenkollegium 10» Krönen *—: im Jahre, wohlverstanden. Für das Zimmer, das sie einem „Fräulein" vermietet hat, bekommt die Blinde öl) Kwnen Mt Monat. Dann hat sie ihre .Fkosttage", vier in der Wochean denen sie sich wenigstens mittags sattesten kann, und mitleidige Frauen schenken ihr. mitunter eine^ Deller Suppe, ein Stück Mehlspeise ober irgendeinen alten Lappen, aus denen andere Mitleidige zurechtschneidern, wäs. sich zurechtschneibörn läßt. Ein jüdischer Blindenunterstützungsv:rrin läßt der Unglücklichen bisweilen etwas Lebensmittel zu kommen — das ist,»gewissenhaft ausgezählt, alles, was die Frau auf der EinnahmeUseibe buchen kann. Damit soll. in unseren furchtbaren Zeiten ein Mensch fern Auslaygen . fttiden, ein Mensch an der Schwelle des Alters, ein Mensch, geschlagcir W dem Jammer hilfloser Blindheit. Sst. klagt nicht, die blinde Frau. Mit der echten Leibensbereitschaft dev Jüdin nimmt sie das Schicksal hin, und »venu sie mit jedem Tage ein bißchen matter Und ein bißchen schwächer wird, so lächelt sie nur bitter dazu. Alle Menschen, dre den Juden nur rm Bilde des Kriegsgewinners und Geldprotzen kennen und kennen wollen, sollten, den Weg nicht scheuen zur blinden Frau. In der kleinen, schmutzrgen Küche gibt es für sie viel zu lernen und viel zu erfahren. : * Klara Mautner. Dke Anforderung von Flstchtttngswohnnngen. Die Gemeinde Wien will das Vdium auf sich nehmen. Dis Rathaus-Korrespondenz ttzilt mit: Mit Bezug auf die gestern publiziert« Mitteilung der Staatskorrespündeuz. über die Flüch'tlingswohnungen in-Wien wird festgestellt, daß die dort erwähnte Aufforderung aU das Wohnungsamt der. Stadt Wien bei diesem Amt bisher nicht ein ge langt ist. Es mnß übrigens betont werden, das die Wohnungsanforderung im selbständigen Wirkungskreis. der Gemeinde vorgenommsn wird und diese daher in diesen Angelegrnheiten den Staatsbehörden nur in jenem Maße unterstellt ist, als dies überhaupt für Angelegenheiten d;s selbständigen Wirkungskreises der Fall ist. Selbstverständlich ist aber das Wohnungsamt der Stadt Wien im Interesse, der wirksamen Durchführung aller auf die Bekämpfung des WohnungsmangclS bezüglichen Maßregeln gerne bereit,.jede Fühlungnahme mit drn sachlich berufenen staatlichen Behörden sowie allen ander?» im gleichen Sinne wirkenden Körperschaften zu pflegen. Der Pogrom ln Wilna. Entgegen den polnischen Dementis meldet daS Jewifh Correipondance Bureau aus K o w n o: Die Ausschreitungen in Wilna trugen ausgesprochen antijüdischen Charakter, waS auch die Namen, der Opfer beweisen. Der Portier des alten jüdischen Friedhofes Meier Israel Sa l man ow i cz wurde ermordet, als er den Soldaten das Tor öffnete. Die Schwestern Basia und Ethel Natyn l nrden, nachdem sie ihr ganzes Geld abgegeben hatten, ermordet. Szalman, ein Bäcker, und Rachel B! ima - Schuster wurden ausgeplüudert und ermordet. Schmul K a tz wurde von Soldaten ermordet, seine Frau verwundet. Jakob Pergament blutig geschlagen und ausgeplündert, Godel L i d f k i ausgeplündert, sein Sohn und seine Tochter blutig geschlagen. Außer diesen sind noch viele andere ermordet und ansgeraubt und viele jüdische Frauen geschändet worden. Auch der Korrespondent der ..Times" in Kowno, der mit S D Kaufmann, einem Vertreter des Joint Committee, reiste, gibt zu, datz seit der Einnahme der Stadt durch die polnischen Truppen sieben Morde, sieben Vergewaltigungen und 104 Naubfälle borgekommen sind. Die Zustände im Danzlger Answandererlager. D^r Berliner R -Korrespondent der „I. P. Z." berichtet: 'Nach den Schilderungen der durchreisenden Flüchtlinge sind die Verh'l'nisse im Auswandererlager in Danzig außerordentlich beklagenswert. Seit dem W'e^e-auff^ackcrn des Krieges und der Pogrome in Polen ha^en ilil '.elchn ss Mengen von Auswanderern den H«r'en von Dan'sig aufgesucht, um von dort nach Amerika zu kommen. Das Lager umfaßt zeitweilig 10.000 Menschen, fast du"chwegs Juden. Die Dan'iger Peg'e^nng hat verfügt, daß die Auswanderer sofort .in das Lager „Troyl" gebracht werden müssen und dieses Lager nur auf Erlaubnis, die sehr schwer erteilt wi 'd, ver assen dürfen. Beim Eintritt ins Lager müssen sie sich nicht nur der Desinfektion und einer!ä z'lichen Untersuch-ng rnlerzi-chen, sondern es werden auch den F auen die Haare ab.geschnitten. Ein junges Mädchen von 19 Jahren wollte sich dirser Prozedur widersetzen und als man sie doch dazugezwungen hat. Ertränkte sie sich im Me-er. Die Flüchtlinge werden 'überhaupt höchst bru'al behandelt. Am schlimmsten aber iist, daß sie purch das Verbot, das Lager verlassen, jeder Ausbeuiung innerhalb des Lagers schonungslos preisgegeben sind. Es werden für ein gewöhnliches Nachtlager aus einem Strohsack im Baracken-Massengltartier 19 Mark und in einem etwas besserere Bett 22 Mark pro Nacht verlangt, ebenso, hoch sind die Preise für ein gewöhnliches Essen, das doppelt so viel kostet als in einem Restaurant in der Stadt und viel skblecht«r ist. Sehr viel zu wüniLen laiirn die sanitärsn i ' wwroww ■iwiwwi wi M8MM ZIGARETTEWPAPIERE ZIGARETTENHÜLSEN Sie rtbertpeffen selbst Äio böchsrera Cpwartvn«iQ»ii oea Rauchers«, . Ä ••««»••aaaiiaaaaaeaaaseieef^ Einrichtungen des Lagers übrig. Die jüdischen Organisationen, die sich mit der Hilfe für die Auswanderev' befassen, insbesondere die H. J.A. S.> werden bon den Auswanderern beschuldigt, daß sie die Uebermittlungvon Briefen und Telegrammen aus Amerika sowie die Uebermitttnng der einlangenden Gelder nicht mit der nötigen Sorgfalt, Pünktlichkeit und., Schnelligkeit erledigen. Durch die Schikanen im Lager werden die Flüchtlinge oft so lange aufgehalten, daß sie in cher^ Zwischen-eit ihr Reisegeld verbrauchen und von ihren Verwandten in Amerika nerw Geldsendungen verlangen müssen, was W eier eine beträchtliche Zeit in Anspruch, nimmt, wodurch neuerlich Geld für das Leben im Lager' verbraucht wird. Die Zustände in Danzig beweisen, daß die internationalen jüdischen Organisationen noch immer nicht die nötigen, Organe besitzen, um den stets von/ neuem eintretew:en Kaiastrophen des jüdischen Lebens'' mit erfolgreicher Abwehr entgegentreten zu können. Der zionlstische Parteitag in Italien. Rom, 29. Oktober. (Jewish Corr. Bur.) Vom 17. bis. 19. Oktober hat in Triest der erste zionistische Del> giertentag in Italien. stattgefunden. Der Bericht, den Sekretär Rabbiner Dante Lattes erstattete, wurde gnt^ geheißen. Er beleuchtete darin die aufklärendr und agitatorische Arbeit, die das Sekretariat, ursprünglich' zum großen Befremden der italienischen Juden und Christen, für die der zionistische Gedan^ eine fast vollständige Neuheit bildete, geleistet hat, sowie di? Arbeit^ die die italienischen Zionisten zugunsten der Kriegs^ gefangenen, Flüchtlinge und Palästina-Emigranten geleistet hahen. Dabei betonte er 6ie ständigen Sywpathvrn',' die die italienische Regierung, dem Zionismus gegeü-- über wiederholt zum Ausdruck brachte. Herr Fan« aus Triest erstattet einen Bericht über das Palästina- Amt von Triest, daS in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres über 3000 Chaluzim nach Palästina beförderte, wozu die Triestinev Inden etwa 65.000Live beigrstmert haben. Herr Glaß, der italienische Vertretet des' Nationalfonds, berichtete über seine Arbeit, die 1920 eine Sammlung von 100.000 Lire aufweist.^ Der Begründer des Budapester Jüdischen Museums gestorben. Donnerstag früh ist in Budapest, wie uns von bork berichtet wird, der Begründer und'Organisator des! Jüdischen Museums Dr. Berthold Fabo im Alters von 53 Jahren gestorben. Dr. Fabo war ein. genaue» Kenner der Altertumskunde und hat sich auf diiesem! Gebiete einen gu6rn Namen erworben. Lange, bevor er^ zur Schöpfung des Jüdischen Museums schritt, hatt^ die ungarische Akademie der Wissenschaften sein zwei-> bündiges Werk „Das ungarische Lied" herausgegeben.^ Dieses Werk war auch im Auslande hoch bewertet? Fabo spezialisierte sich allmählich als Historiker der,, altungarischen Musik, worüber er zahlreiche Arbeiten und Monographien veröffentlichte. Das Jüdische Museum in Budapest verdankt es ihm, daß es heute eines der schönsten und reichhaltigsten Museen ist. Fabo, der von Beruf Advokat war, hat. trotz seiner, großen Verdienste,' die er sich um die ungarische Kultur in anerkannter Welse erworben hat, seine letzten Lebensjahre in bitterster Not verbracht und fand selbst in seiner Krankheit von keiner S>ejte die entsprechende Unterstützung. , Antisemitische tz?tze ftt den Berliner Gemeind «schulen. Der „Vorwärts" sch"eibt: „Uns liegt' ein Flugblatt vor, welches handschriftlich in einer hiesigen Gemeindeschule verbrrilet-wird und in übelster. Weise« un'er Zuhilfenahme der üblichen deutschnalionalen Redensarten zur Judcnhetze" ausforderkr Es wird darin gleich'ei.ig zum Beitritt zu einem Dcutschnationalen Schülerbund geworben. Aus dem Inhalt sei namentlich hervorgehoben, Hatz darin von , der Einrichtung eines Deteklivbu.eaus die Rede ist, dus die Mitglieder des Bundes beobachten soll, ob sie nicht mit Juden reden. Dann heißt es: Folgt.uns und nicht den verfluchten In', enhnnden!" Zum Schuß wird mit.groben Schimpfworten gegen einen bestimmten Juden gehetzt, der elender Lump, Betrüger, Schuft, Schweinehund, Schieler und Mörder genannt wird. Das Blatt zirkulierte in der Oberstufe der 31. Gemeinde schule in Alt« Moabit, Ecke Wilsna:ber Straße. Es ist dies dieselbe Schule, in welcher ein sozialistischer Lrhrer seiner Gesinnung wegen kaue.md den ärgsten Drangsalierungen ausgesetzt ist.. An der Spitze der Schule steht Rektor Weiße, ein Mann von ansgcsp'-'ochen' reaklionärer Gesinnung. Ferner tut sich ein Lehrer namens Siewert beson'e s bei der reak.ionüren Hetze hervor. Es ist-dte Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß die/ Herren bei der Bildung der Vereinigung, von. der da- > «Ledackle Flnablatt auZLebt. nicht nnbeteiliat such.

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