Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 634 (29.10.1920)
- Date
- 1920-10-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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8wt«r Men. Freitag Wiener Morgeirzeltrmg 29. Mover 192» 9TT. VSV tzen Antrag aus Rückverweisung -es Referats, um mit ->em Syndikat neue Verhandlungen aufzunehmen. Der Rückvenveisungsantrag wurde, wie schon er« Wähnt, abgekehnt und die Vorlage nach einem Schluß- Wort des Referenten, welcher alle Einwendungen der Gegner widerlegte, angenommen. Hierauf wurde die'Sitzung geschlossen. Die EhristNchsozialen verlangen neue Gemeindewahren. In der gestrigen Sitzung de- GememderateS hat Gemeindrrat Kun'chak an den Bürgermeister eine An» frage gerichtet, m welcher er verlangt, der Gemrinderat möge sich mit Rücksicht auf das Ergebnis der Wahlen vom 17. d. Mmit seinem Antrag auf Neuwahlen in den Gemeinderat befaßen- SPORTKLUB „HAK0AH“, WIEN Kulturabteilung (Orchester, Kammermusik, Mandolinenorchester, Chor, Literatur) Dienstag den 2. November 1920, präzise 7 Uhr abends, im Grossen Musikvereinssaale II. ORCHESTER-KONZERT unter Leitung des Dirigenten S. BRAZLAVSKY Mitwirkend: Prof. Julius Wolfsohn (Klavier) Das Orchester der Kulturabteilung PROGRAMM: 1. Graedener: Eine Lustspiel-Ouvertüre — 2. Mendelssohn: Symphonie D-Aur Nr.4 (italien sehe) — 3. Beethoven: Klavierkonzert C-Moli, Klavier; Prof. Jul. Wolfsohn — 4. Mozart: Ouvertüre zu: „Die Hochzeit des Figaro“ Karten im Musikvereinsgebäude. Sekretariat der H a k o a hi tndnstrirJien-Cafe, I., Konkordiaplatz, u. R. Löwit, Rolenturmstr- Bühne mrd Kunst. TheaLernoLizen ans Amerika. Das Milche Theater in New-Aork steht wohl aus höchster Stufe unter den Theatern aller Natronen, die rn dieser 9?te|enftaM Theater spielen. Damit ist noch nicht gesagt, baß es wirklich auf einer allzu hohen kulturellen Stufe steht, aber eines muß hervorgehoben werden: Die jüdiichen Theater in New-Pork haben einen abwechl'.ungsreichen Sprelplan und eine gewisse künstlerische Ambition. Dies ist auch daraus zu erjehen, daß Perez' „Goldene Lkett^ (allerdings in einer recht kühnen und dem Gedankenwert des Stückes nicht gerecht werdenden Bühnenbeardeitung) zur Ausführung kam. Welcher Art das sogenannte zugkräftige Repertoire der Rew-Dorker jüdischen Theater ist, Las zeigen einige Zugstücke. So wird rm Keßler-Theater (so genannt nach dem vor kurzem verstorbenen berühmten jüdischen Charakterdarsteller Davrb Keßler) seit längerer Zeit ein Stück von Lilien, „Das Stiefkind der gegeben, welches auch in den jüdischen Theatern In Brooklyn, Haarlem uno Chicago Repertoirestück war. Dieses Rührstück wirb tm Keßler-Theater von emem schon früher oft gespielten Stück gleicher Art, „Des Rebbens Nigen", abgelöst werden. Das Thomas Lewsch-Theater in Ncw-dork pflegt die Operette. Dort herrscht eine Soubrette, Sina Goldberg, unumschränkt in einer Operette, „Das Unzarmädel", welche bereits Leharfche Ausführungsziffern erreicht hat. Cme Operette des irr New-Iork bekannten jüdischen Srngspleidmpo nisten Liow, benannt „Das musikalische Städtchen", soll folgen, bis „Das Ungarmädel" seine Pflicht getan hat. Die Sensation New-Borks bildet heute Rudolf Schildkraut. Cr begann sein Gastspiel am Neuen Jüdischen Theater mit einem Stück, das er von Europa mitgebracht hatte, und entzückte in der Rolle eines jüdischen Uhrmachers ganz New- Iork; man weiß ja, wie Schildkraut solche Gestalten dar. pellt. Gegenwärtig spielt Schlldkraut tn einer Dramatisierung der Tolstoischen Kreutzer-Sonate" den Podschinew; seine Partnerin ist Frau Orszewska. Demnächst bnngt das Neue Theater Juschlrewitsch* „Miserere", «me Tragödie aus dem jüdischen Leben in Rußland. Außerdem wird Perez HlrschlleinS Drama „Grüne Feldes demnächst aufs Repertoire Sommen. DaS Irving Place-Theater, welches unter der Direktion d«S auch als Schauspieler künstlerisch ambitionierten Morris Schwarz steht, der auch die „Goldene Kette" herausgebracht hat, bringt jetzt Scholem Alejchems Komödre „Es ist schwer, Jude zu sein". Das Peoples-Theater, dessen Direktorin und Haupt- Zugkraft Frau Bessie Tomaszewska in einem mit einer Hosenrolle ausgestatteten und das Frauenstimmrecht behandelnden Schwank ,Zerrny kandidiert als Mayor ^Bürgermeister)" Triumphe feiert, wird demnächst einen illustren Gast beherbergen. ES ist Jakob P. Adler, der einer bekannten jüdischen Schauspielerdynastie entstammende Künstler, welcher jetzt kein festes Engagement annrmmt, sondern sich, lediglich für Gastspiele verpflichtet. Er tritt rn Jakob GordinS Dramen „Der Fremde" und „Der wilde Mensch" auf. l Wenn man noch hinzusügt, baß tn Boston Perez Htrsch- LeinS Drama „Ein verworfener Winkel" zur Erstaufführung gelangt, was darauf hinweist, daß auch dre Theater in den übrigen größeren Städten Amerikas literarische Ambitionen haben, so ist mit diesen kurzen Angaben genugsam gezeigt, daß baS jüdische Theater abwechslungsreich und interessant ist. Und das ist letzten Endes die Aufgabe der Theater. Aus den Theatern. Im Burgtheater gehl morgen. Samstag, zu rilwhtcn Preisen ,8 r brrs s a" in Szene. Beginn 7*7 Uhr. JndnStaatSoyer gelangt morgen, Samstag, „D i e Entführung aus dem Sera,!" zur Äufführnng. Beginn 7 Uhr. Im Deutschen Bolkstbeater wird mv'gen, Samstag, „SpielderLeidenschaft* gegeben. Anfang 7 Uhr. Im Deuts r^enBolkstheater findet Freitag den k». November, am füntt'gstcn Jahrestage der erfien Auf- Urkrung von An enernberS »Pfarrer v o n K i r ch t r l d", eine F fivorslellnna statt. Das Annerl 'vielt auS die en Anlaß de Enkelin des Dichters Fräulein Ännie Anzengruber» dre Titelrolle Herr Kl i t s ch. den Wurzelsepp Herr Kutschers, den Michel Berndorier Herr L a ck n e r. die Brigitte Frau T h a l k e r, den 'i^arr r Vetter Herr K i r s ch n e r. den Schulmeister Herr Wolf. Spielleiter: Friedrich Rosent h a l. Der Kartenverkauf für diele Borstestung beamnt morgen. In den K a m m e r s p t111 n halten Samstag den 6. November nm 10 Uhr abends Lena Am,kl Und Ernst Walt etnm Tanzabend ab. >Ür den der Karienvcrkauf heute beginnt. In der BolkSovrr verabschiedet sich heute. Freitag. Mattia Battistini als Scaipia in „T o S c a* von: Wiener Publ kum; der Künstler hat diese Rolle in Wie» noch nie gesungen. In derNenenWienerDübne beginnt die Samstap-Bvrsteüung von »Eifersucht*, mit Jda Roland und Oskar Beregt als' Gäste, ausnahmsweise erst um 8 Uhr abends. In der Renaisfance-DÜbne gelangt morgen, Samstag, das erfolgreiche Lustspiel »P a v a" ml Har,h Waloen als Graf von Lar ac ur 50. Austührnng. Nachmittags '/.4 Uhr findet ebendaselbst em Lustiger Nachmittag für die Jugend mtt btmtcm Programm statt. Im Johann Strauß-Tbeaker findet Mittwoch den 3. November l. I. die 250. Aufführung der Kälmünfchen Operette »DasHollandwetbcheu* statt. Prnkas (JURAS) Ausländer, der „erwachende Ungar". Der christliche KlrrS macht sich, wie aus Mislolcz berichtet wird, bereits nicht ausschließlich unter den Juden m recht unangenehmer Weise fühlbar. An der Spitze des MiSkolczer Nationaltheaters steht der waschechte christliche Direktor Komrathy. Als die „Erwachenden Ungar«" daran schritten, auch in Miskolcz die christliche Kultur einzusühcen, begab sich eine Abordnung der lokalen Abteilung des Verbandes der „Erwachenden Ungarn" unter Führung des getauften iüd 1scheu Zahlmarkörs JuliuS rekte Pinkas Ausländer zum Direktor und stellte an. diesen dre ultrmative Forderung, sämtliche jüdischen Künstler und sonstigen jüdischen Angestellten des Miskolczer Nationaltheaters Inanen acht Tagen zu entlassen, da sich sonst tn Miskolcz dieselben Ereignisse abspielen würden wie an der Bndapester Königlichen Oper, wo bekanntlich „Erwachende Ungarn" die besten jüdischen Künstler während einer Vorstellung buchstäblich von der Bühne. fortprügelten. DaS jüdische Publikum blreb unter solchen Umständen naturgemäß dem Nationaltheater fern. Vor einigen Tagen forderte die Drrektion des Nationaltheaters in großen Plakaten die Miskolczer Judenschast auf, wreder das Theater zu besuchen, da die Direktion sonst gezwungen wäre, die der nationalen Kultur geweihte Kunststätte zu sperren. Die Direktion verwahrte sich in diesen Maueranschlägen auch gegen den Vorwurf des Antisemitismus, vergißt allerdings hinzuzusügen, baß die Direktton auch in der Lage sei, die jüdischen Theaterbesucher und Künstler vor Insulten der „Erwachenden Ungarn" zu schützen. Herr Direktor Komjathy ist sogar bereit, sich emem von jüdischen Schiedsrichtern einzuleitenden Rechtsertigungsversahren zur Verfügung zu stellen, um den Beweis zu erbringen, daß seiner öffentlichen Tätigkeit nicht der Makel deS Antisemitismus anhafte. Der Miskolczer jüdische Frauenverein „Deborrh" hat, wie der Bericht weiter besagt, sich für den Wrederbesuch des Theaters ausgesprochen, doch scheint daS Schicksal des Miskolczer Nationaltheaters besiegelt zu sein, denn dre „Erwachenden Ungarn" verzichtet auf jede Kultur, und die Juden scheinen biS aus weiteres die Sicherheit ihres Lebens höher elnschätzen zu wollen als die Rettung des Miskolczer Theaters und feine# Direktors Komjathy. Für das Arveighaus dee Urania. Zuaunsten des Baufonds für das Mariah lfer Zweighaus vronfialtet die Wiener Urania SamStag den 6. Novemb r, V,7 Uhr, rmGroßen KonzerthauSlaal firn Liederabend deS a«S den Herren 8. GodoScev, L. CclakovSky. E- Daletzek und K. R ö k s e l bestehenden Quartetts, der tnt Auswahl der beitnstkn Stücke aus dem Borttagsfchave d'rier weitbekannten künstlnt chrn Bercwtgnng brmgen wird. Am Klavier: Professor Kat l S e v e r i n. Kai tenverkauf (ohne Borverkautsgebübr. U' ania- M'talrkder genießen Ermätncung) tm Urana-Gebäude uud an der Tageskasse tm Konzerthaus. Sport. Grazer SportverhSILniffe. Die reaklionZr-ant-isemitische Strömung hat in Graz auch den gesamten Sport ergriffen. Den steirischen „Sports5eulen" ist vor «Dm die Grazer Hakoah ein Dorn im Auge. Die Stellungnahme der Vereine Sturm und G. A. K. sowie des steirischen Verbandes in der' Platzvermietungsfrage an die Hakoah ist allgemein bekannt. Die Wiener Sportpresse hat alle d.ei Schuldigen in den Augen sämtlicher Sportinteressenten bloßgestellt. Dem steirilchen Verband war aber um eine neue Blamage nicht bange. Anläßlich des Länderwettspiels. Westungarn-—S.e'ermark richtete er an das W ener Schiebs ich erkol.'egium das Ansuchen, einen arischen Schiedsrich er nach Graz zu senden. Das Schiedsrichterlol.egium hat in seinen Reihen Juden, die wegen ihrer Objektivität, Fachlenntnis und ihres Pflichteifers allgemein geschätzt sind. Diese Herren, die in unette/.nützrgsierWeii'e '^e.u'Sprrt altsonn'ägl'ch dienen, von den G.a er Verban^sgrößen beleidigen zu lassen, lag nicht in der Ab ficht de3 Wiener Kollegiums und es leh.tte jede Delegierung ab. Die Gva er Fußlal e.', di: fiic len interuarionalsn Sport so gar nichts bedeuten, wofs"" anscheinend durch diese Brutalitäten die allgemeine Aufmerksamkeit auß sich len^n. Diese Absicht ist ihnen entschieden ge-, langen. Die oben geschilderten Vorkommnisse würden! n'cht nur in der Wiener Fachpresse, sondern auch int den deutschen Sportzeitungen abfällig beurteilt. Di«l Grazer Verbands„größen" vergessen, daß es wohl de« Vereinen sr.isteht, sich im Innern aufzubauen, wie sia wollen, daß aber die sportliche Betätigung international^ ist. Wir haben die Gra.er diesmal noch glimpflich behandelt, da wir der Ansicht sind, daß sportliche Unreif^ die Ursache ihrer Entgleisungen ist. In ihrem eigene^ Interesse hoffen wir, daß sie die. richtigen Geleise des internationalen Sp-ortgetriebes nicht mehr ver-l lassen werden. Beim nächsten Male würde ihnen ftf* hOriger auf die Finger geklopft werden. . Hasmonea-Polar 4:S. Obwohl HaSmvnea mit vm Elsatzlemen anttat konnte er den Spoikklub Polar stckirr fchlagens Das Spiel beamnt mtt einem fcknellen Angriff der Polar-Mann« frfmft, deren Rechlsauncn dir Fiilirnna errtnat. Auch t« der Folgf tst Polar mehr im Anariff. Einmal rettet Ficy i im letzte« Moment. In der 15. Ätinute gleicht Fi'cher aas. Acht Minute« später lä'tt Dankner ein leicht abwrbrbareS Geschoß vatsteren. Fq der 30 Minute verwandelt Fischer eine Flanke von rechts unhaitbaß z>un zweiten Tor. Gegen Schluß der ersten Halbzett tst HaSmoneö nrffjtiio. Nach Seitenwechsel drängt Hasmonea abermals und Drexler erzielt den dritten Treffer. Bald daraus gleicht Polar auSt Einiae scharfe Seltüffe wehrt Dankner effektvoll ab. In de« 25. Almute erzielt »vuetjer das tiegbringende Goal. Polar setzte alles dat an. e-nen Ausgleich herbeizufsthren, und suchte tbr Heil m einer Reibe von Derbheiten. Der Schußpfiff war eine Erlösung Hr-?monea svtelte in folgender Aufstellung: Dankner; Lev, Frey 5; Pineies» Ltchtenstern. Frey kl; L-ebrrmann. Gronnerwetter. Fisches LangSner, Drexler. Reserven 3:8. Hasmonea Jungmannschaft Achtm Reserven 8:1. Propagandasyiele. Ein« Heerschau über den fildischen' Svort wird am Montag aut dem FlondSdoifer A.-C.-Platz möglich fein, da an emem Nackm ttag die Belpine Hakoah, Hechawrr und Kadima ankre en. Entgegenkommenderweise habe« dte Amateure eine kombinierte Mannschatt »nr Verfügung gestellt, so daß zwei inlcreffcmte Wettspiele zur Austragung gelangen. Die gefam'en Emnahmen der V ranstaltung stießen den Vsre n?n Kadima und Hechtwec m, da Hakoah und Amateure auf jeden Anreck verzichtet haben. Vorderk rufskarten Enkrce K i0, Tribüne K 25) find an alle« bekannten Stellen zu habe». j Hechawer Iungmannschaft—Kadima Iungmannschast 8 :2. Trotzdem Kadima durch Svirlcr der Reserve verstärkt ist, sicht der Sieg der tüchtigen Hechmver-Jungen außer Frage. 1 Hechawrr IV—I. A. T. I. 8 :2. Sicherer Sieg. Hechawer—Vratersportkrlub spttken Sonntag in der Meisterschatk um 3 Nbr auf dem Hakoah-Platz. Der gute Geist rer Hechawa-Mann chatt g'bt die G wäbr, daß sie ungeachtet deS Schwächern^allcS vom vorigen Sonntag alles aus sich herausgebrn wird, nm dem Gerber dre Punkte abzutiehmen. Jedensallist ein intcreffantcr Kampf zu eiwar en. Vorher stehen im Wettspiel Nnitas-Gaswrrle gleichwertige Gegner gegenüber. Ti. I V. Menorah. Wandersektion: Sonntag den 81 d. M. und Mon'gg den.I. November findet kine zweitägige Wanderung st 'tt. Näheres rm Heim, Vl., Amerlingstraße IS. Anm ldungen daselbst bis längstens heute von 7 bis « Uhr. u ß b a l l l e k t i o n: Da der Abmarsch zur zweitägige« Wanoerung schon am Samstrg abends erfolgt, findet morgen kein Training statt Heule Lpielervetsammlung ,m Heim um 7 Uhr abends Nächste Sptelerverfammlung Mittwoch um 7 Uhr (nicht Freitag). Akademische Sportabtettung Iudaea. Henke. Freitag,! Train'ng und Au'stellnng der Mmnschatt für daS Turnier. Samstag, 5 Ubr nachmittags, Fu'rball>ckltonsstyung tm Hetm deS Jüdischen Hochschnlausschttffes.!X., Türkenstraße 9. Alle in Beltacht 'ommende Spieler wüsten erscheinen.! Hechawer. Die L Mannschaft findet sich heute 3 Uhr zweck- Bad und Maffage tm Brmrixbad ein. > Sportklub HaSmonea. Heute. 7 Nhr abends. Manuschaflsanistellung. Sämiltche Spieler müffen bestimmt erscheinen.! I. und H. Jungmann schäften spielen Sonntag vormittags gegen Volksbibliothek Zion. i Hechawer Schwimmsektkon. Heute abends ab V,8 Uhr Beatrixbad, Ul.. Münzgaste b, Schwimmabend für Damen und Herren (auch Anfänger). _ Gerichtssaal. Das Urteil tm Kommunlsterrprozeh Alle Angeklagten schuldiggesprochen. Die Verhandlung gegen dir neun ange Nagten Kommunisten wurde gestern abends zu Ende geführt. Nach den Schlußreden der Verteidiger Dr. Neuß« (für die Angeklagten Schramm, Böhnksch uikd Lorenz) und Dr. Telrtch (für Wukttftvtts und Lukaczi) replizierte der Staatsanwalt in längerer Rede. * Hierauf ergriff der Angeklagte Lorenz bas Wort und sagte: Meine Herren Geschwornenl Hoher Gerichtshofs Obwohl ich z.itlebens ein Kommunist gewesen bin und immer tn kommunistischem Sltcne gearbeitet halle und ei« Kommunist verbleiben w'rbe, solange ich lebe, habe ich niemalmcine Hatrd ztr einem gemeitren Verbrechen hergegeben. Jchl habe mcinetr MitarrgeLagten die Beschuldigungen, die sie gegen mich erhoben haben, im vorhinein verziehen und verzeih« ihnen^ heute öffentlich, daß sie das über mich gesagt haben.' (Mit lauter Stimme.) Ich kann mrr nicht helfen, ich faittt nichts anderes aussagen. Wenn mir hier in Oesterreich niomanb Glauben fcherrken will, ich kann mir nicht Helsen. Se$« und Trotzkt — ich bin unschu'drg. ' DaS Arte». Nach dreistündiger Beratung erschienen die Geschwornen im Saale und ihr Obmann verkündete dm folgenden Wahrspruch: Die Angeklagten Lorenz, Lumpi, Lukaczi, Bönisch uud Matura wurden hinsichttich des Faktums der versuchten Brückensprengung schuldig erkannt. Die Schuldfragen, betreffend die Aufbewahrung von Sprengstoffen in der Absicht, sie zu verbrecherischen Zwecken zu verwenden, wurden ebensallit bejaht. Ferner ericnmten die Gcschioornen olle an dem