Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 593 (17.9.1920)
- Date
- 1920-09-17
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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'fr' 'Cfcifeg ■'»« ny »WWn HW «ij» t'i Wien, Freitag Wiener Moegenzettung 17. September 1920 Rk. 593 Marienbild. (1fo^brurf b R^ffteii.) jÄei« NeIMV,^ sondern f'.ne übrrauverwackelte Schichte,- ^ie ^Wischen'Warschau und Manenbad iprclt, i.i Ä: Driefen.. 14 Billei-dvux Md 46 Telegrammen. ' .' . < VE Scholem Alejchem. r. . - lL«s dem Iüdö'Hen rll'rrtiasen von S i e g f r i'LUch ch/i tz. . ■■ (26 FottsetzmigL/ r Hatte ich früher von oincm Kongreß und wim einem Basel etjriäö gewirkt, so warF ich lieber nach.Basel mbren; oenriHe "garizc -Welr — s«o sagt-.'MÜ. wird' in Basel sein. Hub ich schreibe Dir, - Welweldaß ich scharr im 4»carchoweiß,^was'- Du. mir darauf antworten wirst. Du wirst mir schreiben/ich möge Dir nichts vvB Basel schreiben; „denn nach Deiner „verständigen Uebet-- ist doch alles umgekehrt, Kopf unten, Füfte. vörn. Dorum schreibe "ich Dir nicht erst vM Basel,, denn es ist leichter- 'MariTnstad aus die Nalewir.:M^ rrrv.rtruM oder die dtal^'vkr nach Marienbad, .als Dich tzu überzeugen. Und ich schreibe Dir, Welwel, daß Eu Hur. ie^r-ftyl^cht Harnst tun wirst, ivenn Dü nicht sofort die ^'sche Maiers ouffuchst, da- «reine ich, Hersch'jäüuftvmann, >ccUüian Brauchstuhl, Hizchok Mojer Scherenzes rrnd, <pH.chol Maier Pekeles und vor allem 'Schlojme Ourkänser;' Utw" sie fragst, was das für .ein rBvrgtzhen ist. t>aß^sie"chre Weiber losgelassen und ftlber-M Hause gedliebew Hnd? 'Es wäre viel besser, fief iÄnen her, «nt wenigstens ein bißchen Freude zu haben^M. sehen, wie ihre 36eiberstch damit besassen, anderer Leute BräurigaulE'ei-lFma nge u, jungen Leuten zuzureden/ sie 'Mögen nicht beic-.nen. Man ist ein weing hergekbNÜNeN. '.Du «n-einst zur. ,chur"? Was für eine Kur? Um Tag und Nacht Kavaliere zu suchen. Ledig — ledig; geschieden — geschieden; Witwer — Witwer; auch ein Berheicateter. kann'.s sein, wenn» nur ein Mann' ist. solange ich lebe, habe ich so etwa» nvch^ Nicht gesehen. Wenn inan endlich erlebt; ein. Stück Mnm; hier zu sehen, überfallen ihn unsere Damen von den Nalewti wie die Fliegen,-und-da beginnt es mit den Aeuglein stnbdeü Mündlein und den Zünglein und mit süßen Wörtlem: Bibi fifi'—- pipi: — Und natürlich Deutsch, anders tün sie's nicht. Nachher'.gehen alle zusammen Paarweise/ angeblich. Kaffee itrmlftn, uberin Wirklichkeit tzeMs' MttS bibi — mimi — sissi —pipi. Das geht so' lang und schlank, bis man -einen. Ausflug außöN ^vrGtällt^ macht^.: .Md dort igehKman in den. Wald -oder TWit'rir-dertl auf'Schiffen Mer 7— -weiß der Teufel, was sie dort treiben! Und ich schreibe Dir, Welwel, daß Du mir schreibst, ich möge Dir schreiben -Üb«' dcht.'Kischimav^iäM^ischinew, und so ich schreibe Dir,.;dst^ ich Dir'^'schon ^schrieben habe. , Wievielmal muß 'masti^x. d^selbe-schrLchen? bErr heißt.!nit Namen Seidener nnd ckst ern Zghttdöltor; von Angesicht ist er ein hühscherl juntzerEüNnrwan könnte svao.r-i sagen:.mi-' sehnlich;^ chr/kleidet sich gut/ ist'- ein B.rgnügen, es zu sehen; alles' sitzt wie anyU.:d ich schreibe Dir, Welwel,' haß /her, zweimal nach' Kischinew geschrieben hat, chau möge ihm schreiben, wer und was der Seidener ist;, und man hat ihm vvn dort" geschrieben^ daß er wirklich ein Zahndoktor ist und ein guter Zahndöktvr-— schreibt man — und eine sehr ' schöne/ Praxis-'Hat --urch^ sehr'viel' zu tun und sehr schön -verdient — schreibt man. Und man sieht wirklich, daß er ans.Geld nichts gibt; er redet über« Haupt nicht von Cftld wie die anderen, wie zum Bei-' spiel der Bialystoker, der schon zwei Wochen mit mir handelt, als gingf^es-stm einen Ochsen. Vielmehr — nicht er handelt, sonderst der Schadchen handelt. Er selbst steht anscheinerü» ohne Interesse dabei, damit es heißen soll, er mische sich nicht in derlei Dinge . . . l Und ich schreibe-Dir, Welwel, daß der Kischinewer Dentist 1 ptiv sehr' gitf gefällt? Ich denke - daran). nach, der Hoch^. zeit -unseren ^Jankek. zü. ihm zügeben;' vielleicht. Mnn-I er aus .ihm etwas.-machen.' Und ich 'schreibe Dir, Welweh.ü baß Düükeinen -Grimd .hast, mich mit Briefen zu bom-'- bardiertzl,! ich möge Dir schreiben;. denn es;, ist -vor-; läufig' nichts zu schreiben» Wenn - etwas zu.schreiben' sein wird,' jverde. ich es: Dir' selbst schon schreiben' oder,: telegraphieren,". Du - mögest :zutn:. Fertigen' komknen. -> Und/ ist schreibe D'ir, WelweZüdaß iich für die Sache mil dem. Kischmewer unsere Dschapnitm -herangeKogen Sie lebt auf großem Fuß. und hat - kein Geld, alsör habe -ich: ihr ' einen kleiüen Veridi/enst zugeschanzt. Warum soll der Swirski, der Allertveltsschadchen, von'dem ich" Dir geschrieben Habe, den ganzen Rahm ab schöpft«? Was liegt mir daran, wenn die Tschapnikin auch etwas naschen darf? Gott gebe, /daß. ich die Sache, so Gott will, zu . guter Stundej zusammenbrmge,' damit, ich Dir etwas. Neues schreiben-kann.'. Und ich schreibe Dir, Welwel," Dü mögest Dir Zeit nHuucu und um Himmelswillen doch.' den "Lauftrmamc, den' Brauchstuhl unh vor allem, den. Ochsen Kurländer aufsuchen und ihm die Augen öffnen über feine'Belcie. 'Es ist gescheiter, wenn er auf sein Weib acht gibt als auf seine Häuser.' Die Häuser wird' hofftntlich der Wind nicht.dadontragen, aber seine Beleie kokettiert da mit fremden Bräutigamen und mit fremden Männern, die sich sogar'umi sie raufen, wie um etwas! ganz Besonderes. Es ist.-'zum'Hinwerden, eine.Schande und Herzleidi zugleich. Denn wären nicht die Weiber;, von den Nalewki, so wäre, die Kischinewer Heirat längst eine Heirat. Und ich - schreibe Dir, Welwel, daß ich: Dir gär nicht alles schreiben kann, soviel hätte ich zu schreiben. Bleib' gesund und grüß' die Kinder, ZMkel und Mendel, sehr herzlich von mir, Deiner Frau ■ / : / Ier l Jamajter. L '(Fortsetzung folgt.)' nonari.«i& Theater von heute. 7 Burglheater: Zuidrh. . 7 Lchvndruuner Schlotztheater. Der erste Bksti.' M hm iuchl sollcn sein. " '/,7-St»atsoperi Armdve auf NaroI. . 7/ L28 Holtrsopre- La Traviata. - - L,6 Deutsches Volkstheater: Faust. 7 Wiener Kammerfpiele: Schloß Wetterstttn. " * J 2de«aisia«ce-Bühne. Papa. 7 Fvfefstädter Theater: Gretchen. '.47 Neue Wiener Bühne -Doktor Stieglitz. 7 Wiener Etadttheater: Der Hüt'.enbesttzer. 'tiH Wiener Komödientzans. Das Sperrsechserl. 7 Wiener Bnrgertheater: Der. unsterbliche Lump? Tarl-Thenter: Liebesrauskh. 7 Theater an der Wien: Die blaue Mazur. / Raimund-Theater: Das Dreimäderlhaus. . Wetropol-Theater: Pevston SÄ öl! er. 7 Zotzann StrLntz^Theater. Das Hollaudweibcheu li,% Koland-Bühne: Der Herr Kammersänger und der große Varieieteil. -- 7 Lnftspieltheater. Der Filmfter». Slefinden WohnUBtgfcii, Zimmer, Kabinette, möbliert oder leer, Eureaus etc. bei L. HANNI im „Uoim" Wien, IX.f Berggasse 2 517 ■ n * t o iy i Dj>»nr?■»;■;« rrrrmtö n nJtoij® DER0S1JUDE WodsenB-thrift in liddischor Sprache Zentralorgan des Verbandes der Ostjuden in Deutschland DER dient der Klärung der dae Ostjadenfnm betreffenden attneüen Probleme politischer, sozialer and kultnreiler üatnr. WI8BACH bringt die neaoaten allgemeinen^ und jtidiecheB iiwronnationen aas der ganzen Welt. JDD hat eigene Korrespondenten in den grössten Zentren and veröffentlicht Ahhandlangen ans der Feder namhafter Schriftsteller, Verteidigt energisch die Interessen der Ostjnden, ist nützlich fr Grösse nnd Herstellong von Vorbindapgen von Verwandten and Prennden in Amerika, England new., ist die einzige in Deutschland erscheinende Zeitung in jiddischer Sprache und biO-' bildet eia geeignetes lassrUonso/gan. / Abonnemenispreis: Ä3SB Mark vierteljährlich Redaktiou und Administration: „DER OSTJUDE11, Berlin C 54, Rosental er str. 43 Zeitun<?sYertriebsbureau -HAMEWASSER* jgWJfcl 4 Säcke aus Juie, UciMois und Paju' r^vrobe in allen Gröasen kaufen und verkaufen ri<: t::t» Ja Weingarten St Coa Wien, XX., Ifcnschcrsirasse 10, Telephon 41074 KLE1NKÜHST8ÖHNE VI. Marialiilfsrstrasse Kr.tOS Tel. 155. Dir«: H.Waininger. Xäglicla '/.8 Uhr CSfae Beregi Nora Herbert Eduard Sekter int phantastische» Sketch 5,Die Ptippa“ von Gecrg'Aolf Regie: Dir. 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