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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-15 · Heft 591 (15.9.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 591 (15.9.1920)
Date
1920-09-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien. Mittwoch Sekretariat. Näheres wird noch verlaütbart. Führer: E. Ran« brtschek. Kulturabteiluno. Neuanmeldunaen für alle Alt ilnngm werden bei sämtlichen Proben sowie im Sefietariat cntmgengenommen. — Orchester: Nach einer zweimonatigen Panse eröffnet die Sektion ibre offizielle Tänflkeit am 15. d. M« Die -->ste Probe findet am 15. d. M.. präfise ^,7 Uhr abends, im "'ereinsiaale des Konzerthauses, I.. Heumarkt, statt, woselbst auch '.ckniMmeldunnen entgraengenomm'-n werden. Instrumente mit» brinaen. — Chor: Die erste Probe findet am 23. d. M., 0 flirr abends, nn Bereinssaale des Konzerthauses statt. <^mute Mitleilung folgt noch schriftlich. — M a n b o ti n enorchester: Die Orchestervroden finden ab 16. d. M. vor« läufia iedm Mntwoch und Samstaa vrhzise 6 Ubr abends im Klubhe'!'! statt. In den Kursen für Anfänger unb Vorgeschrittene we^en!'?'■' Nenanmetdungen anMvmmen. —Frterarrsche A b t e, i u n g: Der erste Bo, trag im Rabmen der literarischen Abi!"i„>"r Ende dieses Monats statt. Nähere Mitteilungen hlttüveL lolgen. Den' Stcidtewettbamvf Wien—-Berlin im Schwimmen, Springen, Tauchen und Waffe,ball, der am Sonntag rm Diana» dad erstmalig m Ausiraaimg gelangte, gewannen die Berliner -'Vertreter überlegen. Sie siegten in sämtlichen Einzel- und ff^annsckaflskonNnrenun, nur nn Wasserballspiel blieben die W'.'ner 1t : 0 siegreich. Meistersckaftsfpiele auf dem Floridsdorfexr Cr.-'rtiletz. Aut d>-m Fsondsdorier A.-C.-Plaö finden Sonntag n^ch'n-.'^ags zwei MeisierschaitsPiele statt: um '/-3 Uhr spielt F. A. (5.—S i m ni e n n g und um 6 Ubr Hakoa h— '?!dinira. — Mit Rücksicht an' den n^e-wcui-ud>-n Massenbesuchwurde im Cate City, I.. Börsegisic 10. und >m SzryrtwarenbanL Stad-.on, ll.. Obere Dvnaustraße Ist. ein Vorverkauf erLssnst. Sportklub Unitas. Heute um 7 Uhr abends im Tekletariat Cafs ^Ncue Wiener Bühne*, IX., Liechtensteinnraße 37, Le-tungssitzung. Hakoah-Iungmannschast gegen Hazaiv l 3 2 (2^1). Schönes Spiel gleichwertiger Gegner, das bis ->nm Abpfiff in äußerst schnellem Temvo geführt wurde. H-na-r sv'elte mit anerkennenswerter Ambition, so daß die Hakoahner Müde ballen. das Sviel für sich m entscheiden. Hakoah stellte eine recht lium Elf. die bei einigem Training m der Meisterschaft eine sehr gute Rolle üuelen wird. Schwach waren nur der Tv'mann, dem .iucki das eiste Tor zur Last fällt, sowie der sonst verläßliche rechte puu er. Der Haza'v gefiel die Verteidigung und der kleine Wort- -uarm im Angriff, der auch beide Tore für seinen Verein erzielte. Torschützen für Hakoah: Grgnwald. Drucker und Herlinger lEtier). Ein Eiter wmde von Drucker verschollen. — Ha ko ah ll Inngmannschaf t-H a z a r r U 1:1. Gerichtssaal. . ' AebarfaL auf die Praterwirtin. Ein in. der Ocfftutlichteit seinerzeit viel bespro- >t'onor Vorfall, der Uebersall auf die Praterwirtin '.ofcfine Iakobitsch, hatte Dienstag vor dem Ein- -rl'.'ichter, OLerlandcksgerichtsrat Dr. Hotter, ein V-Uchrrichr? N-achiviel. Die Frart wurde am 26. Juni e- Inach Mitternacht von dem Fleischhauer Josef i-ianzwohl durch Fußtritte unb Schläge verletzt-' ölrich soll Ganzwohl gegen die Frau geschossen--und sie n'it ciu'iu Messer bedroht haben. Mit Gauzwohl, der weg.'n schwerer Körperbeschädigung angeklagt war, hatte nch au.ch der Bauzeichner Oliver Simet wegen leichter r'erietzung im Naufhandel zu verantworten. Im, lag dir Wirtin ebenfalls geschlagen zu haben. Nach '.r."-ständiger Tauer wurde die Verhandlung zum wcitsrrr Erhebungen vertagt. Verurteilter Einbrecher. Vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz des Oberlan.'esgerichtsrattzS Dr. Reim hatten sich Dienstag der Kut'ch'r Leopold Sandner und dte-Hilsso Mi Sie'an Jans ki, Karl Berzik und Leopold Nachvnici.verboien.) Marienbad. mn, ioudeuk eine überaus verwickelte GeschickU». die Marschau und Marienbad spielt, in 36'' Tr eien- 11 Billel-doux und 46 Telegrammen. Von Scholem AleZchem. n .jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. (24. Fortsetzung.) jj.-e ihm nur einen freundlichen Gruß von mir;-.ii nimm bei ihm Geld für meine Rechnung, tote* v.UDu brauchst. Überlege Dir nicht lange, wieviel; Du rveistt, auf einen Fünfundzwanziger, einen Fünfziger mehr oder weniger kommt es schon nicht an; es kostet nsinediee genug Geld! . . . Das halte Dir vor Augen einfür allemal, daß ich Dir den Groschen, Gott bewahre, nicht nachrechne, wo es um Deine Gesundheit geht, die mir doch schließlich und endlich teurer ist als all?7in der Welt. schließlich teile ich Dir mit, teure Belebe, baß ich ei.-n Gast halte, Deinen Onkel Mojiche aus Radom; er ha! mich einen ganzen Tan und eine ganze Nacht an-- geplärt. Er r-'ill, das; ich ihm ein' Stelle bei mir in mein?!' .Haus geMu soll. Ich habe ihm ein schönes . Vchg?sch.mk gegedeu. Er wollte kein Geldgeschenk annehmen. Er sagt, er sei kein Schnorrer. Er will —' sagt er . e h r l: ch s?in Brot verdienen. Nun weiß ick) U'irklich nicht, was er unter „ehrlich" versteht und was mit ihm zu tun ist. Und von Deinem Onkel Nachrnan aus Kutno habe ich einen Brief erhalten. Er schreibt, daß er bei dem großen Brand abgebrannt ist und jetzt mit Weib und Kindern dasteht, wie sie Gott geschaffen hat, und ec bittet mich um Hilfe. Ich habe ihm geschickt, was ich konnte, obwohl ich, aufrichtig genigt Ich lese Zeitungen), nirgends davon gelesen habe, daß Kutno abgebrannt wäre. Mit einein Wort, das (Äeld fliegt in alle vier Winde, und ehe man von den Mietern b?n Zins sieht, kommt es einen sauer genug an. Hl'd dr? neue Haus hat mich schon -so hergerichlct, fefc ich das, Wasser bis zum Hals spüre. Glaube nicht,. Wiener MorgenzeklunK Makowsti des voL:b"ai'n u und rer-nch'-rnDieöstalKS zu verantworten. Die Angeklrigten find Burschen im Alter von Ist bis 22 Jahren. Am 26. lllpril wurde die in der Wohllebengasse gelegene Wohnung des Magistratssekrstärs Dr. Kipper erbrochen und sämtliche Kasten äufg7.sptengt. Es wurden Juwelen. Kleider und sonstige Effekten im Werte von über 50.000 Kronen zum Fort tragen hergerichtet. Als Sanduer hörte, baß zich Leute der Türe näherten, ließ er sich an einem Leintuch, bas er. rasch zerschnitt^ in den Hofraum hinab, wurde aber verfolgt und festgenommen. Hilfsarbeiter Janski und Berzik hatten im Hofe gewartet, bis Sandner den Einbruch vollführt. Sie wurden gleichfalls festgenommen. Die Gefchwvrnen erkannten nur Leopold Sandner des Diebstahls schuldig, worauf ihn der Gerichtshof zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilte. Die übrigen Angeklagten tmtvöctt freigesprochen. _ Der Volkswirt. Eine Krone ----- 2.77v2 Centimes Geld. Gestern notierte in Zürich: die österreichische Krone Gckd . 2'77V, ( 3.05 nnt 13. September) di: ösierr. gestempelte Krone Geld 3 50 v 2.50 am 13. September) btc tschechische Krone..... S 90 9 50 am 13 September) die Mark. 10 40 11.26 am 13. September'! Agram. ... 5.75 >. 6.50 am 18 Septembers Warschau.. —am 13. September'! Budapest..2.15 ( 2.35 am 13. September) Einfuhr von Baumaterialien nach Palästina. Die Svkditionsabteilung der Jüdisch-palästinenfischen Reise- und Transportgesellschaft m. b. H.. Wien, l., Bauernmarkt 24. teilt uns folgendes mit: Dem Publikum wird nutßctellt, daß nachstehende Kategorien von Baumaterialien auS dem Ausland« importiert werden können auf Basis von 3*/o valorem Zollgebühren. Dieser Tarif wird in Kraft bestehen für die Dauer von zwei Jahren» vom 31. Hugust 1920 beginnend. Mast¬ oder W e i ch h o l z von jedem Schnitt zu Bau- oder KonstruktionSzwecken und inbegriffen vorgearbeitete Ttfchlerwaren, wie Türen und Fenster mit oder ohne Rahmen und öhnlichcs. Drechselbank fürBlinde: Pfähle, Pstöike, Balken, Einfaffung (Slabhobel), Bilder und Zitumkreiusaffungen, Holzwaren für Fuhrwerke, Holz und alle daraus verfertigten Artikel. Ohne Rücksicht darauf, ob diese Artikel ganz oder unvollständig vrr" arbeitet find. Eisen- und S t a h l b a r r e n, rund, viereckig. flach, b?s zu vier Inches im Durchschnitt und ^on jeder Länge. K u vferplatten Und -d i (t b t, inbegriffcn Zrnkplatten, galvanisiert, gerolltes Eisen. Teile von gerollt e ilt E if. e n o d e r S r a h l w a r e n für Stocke, Nobren, Winkelstücke und ähnl'ckes. Au6gc'chlollen find alle Arttlel aus Messing, Kupier. Blech oder solche, die' mit Blech» Kupfer oder Messing belegt sind. Röhren und Tuben und alle Eiz.'ugn.sie aus E-sen und Stahl, die N'.cht anderswo besonders angeführt find. Glas, Fenster und einfaches Glas. Ausgeschlossen sind: Plattcnglas. Seegläser und Spiegel* pläser, motnierl oder unmontirrt. Ziegel st eine, Ziege^ für Scheidewände. Ziegel und Schiefertafel für Dächer. Ausgeschlossen sind Wandziegel. Badrzifgel, lackierte und gebrauchte Ziegel. — Nlichstehende Artikel können auS dem Auslande importiert werden auf Basis einer 3%ig:n Zollc infuhr ad valorem für die Dauer eines Jahres, beg.nncnd am Bl. August 1920: Poitlaridzemmt. ebenso Roman«, Keens und ähnliche Zemente. b-aß ich Dir das alles schreibe, damit Du weniger brauchst. Gott bewahre! Spare Dir nichts ab! Nur vor schlechten Mnschsn hüte Dich, vor Müßiggängern, vor Scharlatanen, welch; nicht an ihre eigenen Frauen denken, sondern nach schöneren ausschaUen. Halte Dich .lieber an meine, wahrhaft guten Freunde und halte genau, die Kur und bleibe mir gesund und komm' zu Gutem,, so Gott will, nach Hause, wie es. Dir wünscht , Dein Gemahl Schlojme Kurläirber. V Nr. XX. Esther Speaker aus Warschau (auf der; Ru. . M;—«, Gatten, Wann Soroker in Marienbad. Lieber Ulij/.ir! Es wundert inich, schcn . s-r lange von Dir keine Nachricht zu haben. S.tt dein Brief, in welchem Du über das „öde" Marienbad klagst, lso es nichts zu tun gibt, bist Du plötzlich still geworden; anderen Leuten aber — so erzählt man mir — schreibst Du sehr oft und sehr ausführlich. Ich habe von fremden Leuten gehört, daß Tu, mit Gottes Hilfe, dort in.Marienbad ein Mvalisr geworden bist, der, wie man.mir erzählt, sehr wenig Manier, aber desto rnehr Frauenzimmer um sich hat! Ich glaube, Chaiin, daß es ganz angenehm sein muß, sich, wie man zu sagen pflegt, üls. ,^Hahn im 5korb" zu fühlen. Freilich,^ man rstuß, dafür, die gehörige Geschicklichkeit und gewisse Fähigkeiten besitzen, um es so vieten Damen, unberufen/recht'machen zu'können. Aber davon will ich nicht sprechen. Du weißt, Chaim, daß ich nicht so dumm bin, um eifersüchtig zu sein, wie züm Beispiel meine Schwester Chancie; deren sich Gott erbarmen möge; sie hat auch nette Grüße aus Marienbad! Die guten Freunde schlafen nicht und verlegen sich darauf, ihr stets neue Stückchen ihvss feinen Herrn Gemahls var^ulegen, Briefchen und Billet-doux an allerlei ..duschinkes" und „ljubinkes"; * 15». September 1920 Nr. 591 J An-?qtstl'.losieii w:rden: Gips ßii<5 P-Uis. oclrimfc itnb Mcntkrte G inr, H'flriic utv Basis eine Leinwei'awpung IuH'cjk Tptsrn itifc Einlagnuttg, Ti ansport- Und Stadtgebühren werden den obigen Taufen separat zugercchnet. / --- Handelsnachrichten auS der Tschecho^SloVakeü Prag, 14. September. (Privat.) In der Gmeralvrrfammlung der Zuckerfabriken Kremsier wurde beschlossen, aus dem Reingewinn von X 196.000 eine 6°/»lge Dividende zu verteilen. Die Gesellschaft sollte ausgelöst und von einer neuen Geiellschast Übernommen werben. Nun wurde der Weiterbestand der alten Gesellschaft und die Erhöhung deS Aktienkapitals auf S'S Mlllkvnen Kronen beschlossen.. Die neuen Aktien werden den Subskribenten der proirkturten neuen Gesellschaft zum Preise von £ 500.— Überlasten. Die Fabrik wird rekonstruiert Und auf die Verarbeitung von 600.000 dis 800.000 4 Rübe eingerichtet. Auch wird der Bau einer Raffinerie erwogen. Die Marienbergcr Maschinenfabrik, Eisen- und Stahlgießerei G. m. b. H. wird unter der Aegide der Bodrnbauk in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „M aricitberße; Eisenwerke» A.-G." umgewandelt. DaS Anfangskapital umfaßt 8 Millionkn Kronen. Die Gesellschaft beschäftigte im ^Kriege 150 Arbeiter und erzeugt insbesondere Hunte sowie Muldenkippwagen lür Kleinbahnen. Wie der „Pr. Zuckerm." meldet, habe« die s ch l e s ischenZuckersabrikenin einer in Tropvau abgrhaltenen Versammlung rin Rübenabkommen auf die Dauer von zwölf Jahren abgeschloffen. Durch dieses Uebereinkommeu, wckcheS größtenteils aw dem Grundsatz der Kontingentier««- beruht, wurde gleichzeitig mich die Frage der Rübe auS Deutschland und Polen peregklr. Zum Entwurf der Verordnung über die Filialen von W i r n e r B a n k e n in der Tichecho-Skowakri meldet das ^Prager Tagblalt", daß die bei Erfüllung aller Bedingungen erlaubte Frist fsir die Fortsetzung des Geschüstsbetriebes auf fünf, Jahre festgesetzt wird, nach deren Ablauf neuerlich anzusuchen ist. Die in der Tschecho-Slowakei eingelegten Beträge dürfen nicht in die Zentrale übertragen, sondern müffen ausschließlich m der Tschecho-Slowakei verwendet werden. Der Entwurf liegt vorderhand noch in dm Ministerien zur Begutachtung auf. Das provisorische Handelsübereinkommev mit Rumänien. Eine Kardlnalbesttmmung des HandelsüLereinkommenS. mri Rumänien ist, daß die Angehörigen, Schiffe und Naturvder Gewerbe-Erzeugnisse, jedes der vertragschließenden Teile im Gebiete des anderen nicht ungünstiger behandelt Werder dürfen, als jene irgendeines anderen Staates. Beide Vertrags-» staaten gestehen sich ferner gegenseitig die freie Durchfuhr über ihr Gebiet mit den üblichen Beschränkungen zu. Auch in der Handhabung der Aus- und Einfuhrverbote soll im gegenfeitigen Verkehr eine nlöglichst liberale Praxis beobachtet werden. Weitere Vertragsbestimmungen regeln hen Reiseverkehr von GeschäftLreisrnden, die die zeitweilige Zollfreiheit für ihre mitgestihrten Warenmuster, de«) »genannten Reparatur- Verkehr, mit» die Behandlung der Waren, die auf Märkten oder Mssen des anderen Startes oder auf ungewissen Verkauf (auf Konsignationslager) dorthin gebracht werden. Auch bezüglich des Verkehrs wurden günstige Abmachungen geschlossen, den Personenunb Gütertransporten auf den Eisenbahnen wird die Behandlung auf dem Fuße der Gleichstellung mit den inländischen Transporten sowohl hinsichtlich der Beförberungspreife als auch bezüglich ( der Zeit und Art der Abfertigung zugebtlligt. Ausgenomriien von dein Grundsatz, daß die Staatsangehörigen, ihr Eigentum und ihre Schiffe die gleiche Behandsung im Gebiete des anderer? Staates zu es ist ein Vergnügen, so einen Schwager zu Habens wie unser Mark ist, und die Freude ist noch größer^ wenn man düs Glück hat, ihn zum Manne zu haben. -L.'öreft Lu zu Hause, so könnten wir zusammen beraten, was mit diesem Paar zu tun ist (o-, das bittere .Los meiner Schwester); es wäre vielleicht ani besten, sie scheiden zu lassen, obwohl Chancie zu allem Guten noch in ihn verliebt ist und sagt, baß sie ohne ihn nicht leben kann. Sie ist rein närrisch! Nimm tnir's nicht übel, Chaim, baß ich Dir damit im Kopf liege-» Wie darf ich von Dir verlangen, Du mögest Familiendinge im Sinne haben, da Du doch dort so viel Pflichten hast? . .. Aber ich komme auf Deinen Brief zurück. *. Du beklagst Dich bei mir, Chaim,'und bedauerst, daß Du keili Schriftsteller bist. Wärest Du ein Schriftsteller — sagst Du — so hättest Du in Marienbad so viel Stoff, daß Du die Welt aus den Angeln heben würdest! Ich glaube, fin sagst das nur so, weil Du sehr bescheiden-bist. Denn ich müß Dir ein Kompliment machen: ich habe mir nie vvrgeftellt, daß mein Mann solch ein Dcilent zum Schviststeller haben würde. Deine. Briefe, Chaim, sind, ohne Ueberlreibung, Musterbrtefe für einen Brtz.fstetter. Abgesehen davon, daß sie so schön geschrieben sind, sind sie außerdem so schön variiert, jeder Brief in anderem Ton und mit anderem .Inhalt, obwohl sie alle fast zu gleicher Zeit geschrieben find. ' ' Zum Beispiel sind die Briefe, welche Du au Deine Frau schreibst, ganz anders als die, welche Du an Deine guten Freunde schreibst. In den Briefen an Deine Frau janunerst Du über düs „öde"' Marienbad, daß Du Port nichts tust, außer, was Dir die Doktoen erlauben. Du sagst, daß Du nicht iß't/ nicht ruhig sitzt, nicht eine Karte anrtthrst — Gott behüte mit ein7m Wort, Du machst die. Kur, bjst ganz abgeschlossen von der Welt und trägst alle Leiden des Marienbader Golus. I Versetzung folgt,)

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