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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-08 · Heft 586 (8.9.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 586 (8.9.1920)
Date
1920-09-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. 886 ■ r®3feit, MMwoch leidiger stellte daher den Antrag ans Untersuchung deS Geisteslnstandcs des heute angeklagten Grafen. Der Gcr.chtshos lehnte den Antrag ab, beschloß aber, die Verhandlung zu vertagen and die Akten zu neuerl-chen Erhebungen an den Untersuchungsrichter zurück'uleiten. Insbesondere soll frfigestrllt werden, welche von den aw den saisterten Legitimationen sich befindenden Stempeln echt und welche gefälscht find. Dem Un'ersuchungsrichi^er soll es dabei frcigestellt sein, zu seinen Erhebungen einen Vertreter des Wiener Paßamtes und ein Mitglied der hiefigen italienischen Mission beizunrhen. Em weiterer Antrag aus Entbastung der in Untersuchungkhast befindlichen Angeklagten Plateo und Kaposito wurhe vom Gerichtshof gleichfalls abgelehnt. Der Volkswirt. Eine Krone --- 2.55 Centimes Geld. Gestern notierte in Zürich: die österreichische Krone Geld. 2 55 (2.67*/,. am 6. September) die österr. gestempelte Krone Geld 2 40 ( 2.50 am 6. Sevtemberi die tschechische Krone ...... 9 90 1 9.95 am 6. September) die Mark.. 11.95 1215 am 6. September) Agram . .. 5 78 8.90 am 6. Septemberi Warschau.——.— am 6 Septemberi Budapest ... . 2.40 ( 2.85 am 6. September) Neuerlicher Kurssturz der Krone. Die Auszihlung Wien wurde auf de« Züricher Markte neuerlich stark herabgesetzt (von 2.67% auf 2.55), gleichzeitig wurden österreichische gestempel'e um zebn Punkte niedriger beweilet (mit 2.40 gegen eilten Vortagskurs von 2.50). Aehnliche Rückgänge zeigten auch die Mark und die tschechrsche Krone. Neuerliche Steigerung des Bank Notenumlaufes um 1*3 Milliarden. Der Banknotenumlauf der Oesterreichisch-ungarischen Bank betrug laut Ausweis vom 81. August 66 6 Milliarden» um 1‘3 Milliarden mehr als in der Vorwoche. Vom Gesamtnotenumlauf entsallen auf bic österreichische Ge'chä>lsiührung 20 05 Milliarden, um 960 Millionen mehr als iu der Voiwoche. Die starke Steigerung des Banknotenumlaufes erklärt sich zum Teil aus der starken Vermehrung des Ärch'eleskomvt (um 761 Millionen) und ist zwei ellos unter anderem auch eine Ursache jür die Deroute des Kionrnkurses und du Zerrüttung unseres gesamten Wirtschajtslebens.__ Verbot der industriellen Verarbeitung inländischen Mahlgetreides. Eine Vollzirgsanwcisung deS Staatsamtes für Volkskrriährung vom 3t. August untersagt b>S auf weiteres die industrielle Verarbeiiung inländischen MahlgetreideS (Weizen, beziehungsweise Spelz, Roggen. beziehungSwer'e Korn und Gerste sowie Mischfrüchle), insbesondere jene zu Malz, Bier, Kaffeelurrogaten, Preßhefe, Spiritus, Teigwarcn und Nährpräparaten. Verträge, die gemn diese Anordnung verstoßen, sind ungülttg. Düs Staatsamt für Volksernährung kann Ausnahmen von dem Verbote blwrllrgen. Ausländisches Mahlgelreide rst zur industriellen Verarbeitung zugelassrn, insofern es vom Staatsamt iür Volksrrnährung zugewiesen ' oder frrigegeben wurde. Die Bollzugsänwerjuug tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft. _~ Vom amerikanischen Baumwollmarkte.. Aus Washington wird gemeldet: Nach Meldungen aus Montgomery hat die >«yerikamschr Baumwoüvereinigung beschlossen, den Preis für Middlmgbavmwolle mit 40 Cents sestzutNachdnick verboten.) Marienbad. Kein Roman, sondem eine überaus verwickelte Geschichte, die Wischen Warschau und Marienbad spielt, in 36 Briefen.. 14 BiÜer-doux und 46 Telegrammen.. Von Scholem Alejchem. Aus dem Jüdischen übertragen von S t e g f r i e b Schmitz. (20. Fortsetzung.) Das Couplet heißt „Die überspannte $afle" und fängt so an: „Es war einmal in Warschau ein Mädel, Schlank, elegant, gebildet und edel: Spielt Klavier virtuos, Französisch parliert sie Wie ein echter Franzos. Äiest Romane famos. Und jedes Jahr führt U- Ihre Schönheit, die für Warschau zu groß, Ins Ausland, kurz, sie ist erster Güte. Ein Fehler nur schadet der Mädchenblüte — Ihr glaubt wohl, sie hat keinen Kreuzer Geld, Wie es gewöhnlich geschieht auf der Welt'?' Da habt Ihr diesmal falsch geraten. Geld wie Mist, ein fetter Braten, Dem die Männer einschwärmen wie Mücken. Aber — wisset — sie hat arge Nucken, War, wie man's nennt, kolossal überspannt, Wählerisch, launenhaft und sekkant: .«Ich bin" — .sagt sie — .„Reb Welwels Toch r. Und mein Erwählter muß sein ein Dokter, Kein Pharmazeut, kein Dentist, Kein dummer Kaufmann, auch kein Zionist. Der fort nach Basel fährt: Nein, den mein Herz begehrt. Der muß ein Arzt sein, brünett und f.'sch Mit Nalewki-Praxis und einer Kalesch' Der ist nach meinem Geschmack Und beißen muß er Paul oder Iacgues! . . Wiener MorgerrzettrmK letzen und ihn ab November monatlich mn 1 Cent zu erhöhen. Baumwollsamen wird 60 Dollar die Tonne kosten. Eine eigene Vereinigung wurde gegründet, um Baumwolle nach Mitteleuropa au-zusühren. . Die Ausfuhr aus Jugoslawien. Aus Laiback» wird berichtet: Uebcr die Ausfuhr wurde bestimmt, da!» der Beschluß, den Export von 15.000 Waggons Weizen zuzulasien, endgültig ist. Für die Ausfuhr von Wein und H o p f e n ist der Nachweis der gesunden Valuta nicht vorgeschrieben. Die H o v f e n e r n t e im Sänntal ist sehr gut ansgewllen und schabt man. den Eitrag aut 40 000 bis 50.000 Meienentnrr (gegen 27.000 im Vorjahre). -Nach Berichten aus Sachsenfeld, der Zentrale des südstnrischeN HopfeNbandrls, wird kür nn Kilogramm X 1 < 0 begehrt. Die Einschränkungen im Verkrhre mit Häuten, Leder und Schuhen wurden aufgehoben. Landervar»«. Die 39. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Oester» eichüchenLänvrrdant findet D o nnerst a g den 30 d. M.. 6 Uhr abends, 'nn Anstaltsgebäude (l., Hohenstguseiiggffe Nr 3) statt. Gegenstände der Verh.rndlung sind: 1. Bericht des Gouv-rNenrs über das abgelanfene Geschäftsjahr. 2. Bericht det Zensoren über dir Geschäfisgi'bgiung, 3. Be'chkuß'afsung über die Verwendung des Reingewinnes, 4. Wahlen m den Verwaltungsrat, 5. Wahl der Zen ovttt und deren Er atzmanner. Balutenkurse. Im Hinblick auf den neuerlichen scharfen Rückgang unserer Kivne waren fremde Zahlungsmittel im gestrigen freien Verkehr sehr fest. Es Notierten: Leinoten K 6.04, Rubelno 1 en K 3.^1, Marknotrnk 5.36, Lire K 12.40. französische Noten £ lA7o, Schweizer Noten. L 44 25. Dollar^ 26g.—, sschechrsche Noten K 4 32, Pfund K 965.—. Dinar K 10 70, ungarische Noten K 103.75, polnische MarkL 115.—, Auszahlung Agram K 265.—, Auszahlung Berlin K 537.50, A u szahlung Prag 434.—, Auszahlung Budapest K 103.75, Auszahlung Italien K 12,65 und Auszahlung SckrveizL 45.—. 8. September 1920 --1 SzaSzvarer 3199..— (Z- 174.—), Nordung. Kohlm (- 12 -). Obrrung. Hütten 3985- (ck- 45.-), Rossitzer 3280.- '+ 80—), Salgo - Tarjaner 6380.— (— 90.—), Trifflrler Koblen 3900.— (4- 150.—), Nng. Allg. Kohlen 7580.- (- 70.-^)/ Urikany 4720.— (— 30 — V Veitscher Magnesit — (— —Westbvhm. 4150.— <+ 150.—), Wolwegg — .— l— —.—), Danek Maichinen 2260.— (— 15.—), Brünn« Maschinen 2175.— t-l- 75.—), Daimler Motoren 1253.— (+ 19.—), Fiatwerke 1410.— (4- 35.—), Heid Maschinen 948.—! 4-18.—), Hostien & Schrcmtz 1025,50 (+18.50), Sigl LoldMvtiv 1495.— (•+ 17.—), Rustan 2330.— (—- 10.—), Simmering«^ 1349.75 r-f 1.75), Elbcmühl f— Leykam-IosefS-i tbaler 2725.— (4- 85.—), Nettfiedler 9300.— (— —.—), Apolld 5000- (-f 500.-), FanW'21100— — 600.—), KarvatbeÜ 17.o< o.— <— —.—), Galrzia 24.500.— 500.—), Schodnlech 14.100.- (Z- 600.—), Eosmüttös 3300.*— (4- 100 -), Fkzfabrike» 5000 - (4- 20.—), Schoeller Zuckdr 7170.- (— lOo.-), SchöN» üi'iefcnet 3890.— (-f 70.—), Orfierp. Eisenbahnverk. 2100.-^ (st- 50 —Ung.. Ersenbabnverk. 1174.— (st- 49.—V" Wiener Waggonfabrik 1825.— '+ 25.*-), GerNgroß 740.— (— 8.—); Holzhandewgesellschüs, 2575.— (- 15.—), Türkenlose 2180,-i . LvaospvvtMMsMsHWWM.AWck i4'.'ÖÖÖ.— (—175s— Anssig-Tepl'tzer —(— —.—), BuschtchMder tit. A 3680.—! >'-\ Bnschtebrader iit. B 1990.— (+ 190.—), Donau« Daww. 11.360— (st- 140.—). Ferdinands-Nordbabn 13.350.—! (st- 200.—). Graz-Köfiacher 3560.— (4* 50.—), Kaschau-Oder^ -> berger 1460— --.«—), Lemberg * Czernowitzer 2250.—i (— 40.-1, Lloyd —J-.—\ Navigationt 10.750.—! (-.—). Staätseiienbahn 3919.— f-f 27.—), Lombarden 117Ö.-M - 27.—), 3% Südbabn-Prior. 1414.— (4* 19.-), StaatsbahN« GenuMeine 2590.— (st- 15.—).; Ranten. Mairente 99.— 1.50', Frbruarrenie 99.25 (st- 1.251, Oesterr. Kronemente 99.— (st- 2.50), Oesterr. Goldrrnie —(— —Ungar. Goldrente —(— — Ungar. Kronenrente 109.— (— —.-—). ' I Barrlren. Anglo-Bank 855.— (st- 20.—). Oesterr^-boSv^ Bank 665.— (st- 4.—), Unaar. Bank und Handels. — —.—), Bankverein 827.— (st- 17.—), Bodenlredik 1820 — (st-41.-). Oesterr..Kredit 1029.- (st- 4.—), Ung. Kredit 1779.— (st-49.—), Depositenbank 790.— (st- 17.—), Niederöst.' Eskomvteges. 1149.— (st- 6.-), Ung. Hypothekenbank 529.— st- 14.-1, Länderbank 1239 75 (— 8 25, Bosn. LandesbanH 651.— (-s- 6—), Mercur 638.— (st- 3.—). Oesterr.-ungcr - Bank 6860.— (st- 79.-. Umonbank 654.- (st- 9.- ß. Verkehrsbant 649.50 (st- 29.50). Zivnostenska 1700.— (-st- 8.- Wiener Börse. Die gestrige Börle verfehlte in nicht einhekilich« Tendenz, das Geschält war nach den letzten fia'ken Hanssebeweaungen m engere Gren'm gezogen. Siärkeren Schwantunaen unterlagen Südbahn-Plioritäten. die zu K 1395 einsetzlen. sich auf K 1460 erhöhten und dann ravid bt§ K 1380 fielen. Selbe schlossen zum Kurse von K1414 unb erholten sich an der Nachbörse wieder bis K 1445. Alpine litten unter Gew nnstcheistellungen und verloren £ 150, wogegen die übriaen Kulistewerte nur geringe Veränderungen aufzuweisen hatten. Im Schranken herrschte erhöhtes' Interesse für Transport weite. Es gewannen Buschtlchrader tit. 8 £ l9o, Dampfschiss K 149,. Nordbahn K 200. Dagegen gaben einzelne Jndustriewerte lm Ktt's nach. Schoeller chlck r krmaß!gten stchmm K 100, Fnnto um kl 600 und Galüm um H 500. Montanwelte, Waffen und ciniclne Kohlenpaplece wie Bauwerte konnten Bkfferungen erzielen. Der Gcsamtverkehr war bis Schluß ruhig. Renten setzten ihre Aufwäitöb-weguna fort und akwannen neuerdings bis 2Va9/<. Nachstehend dir wichtigsten Schlußkurse: Industrie-Unternehmungen. Allgcmeme Baugesellschaff 795.— (st- 65.—), Uvionbau —.— (— —.--), Wiener Baugesellschaff 749.— (-st- 7.—), Königshofer Zement — >-Perlmoofer Zemen> 2500— (-Wienerberger Ziege! 1800 — (-.—), Liesinger Brauerei 1399.— (st- 27.—1, Sarajevo 2695.- tst-90.-), Aussig Chem. 7440,- ist- 50.—). Brosche Spiritus 3250.— (st- 25.—), Carboichndum 3475.— l- 15.-), Clothrlde 2400.— (st- 50,-). A.E. G. Union Elektr. 1640.— (-st- 90.—), Bereinigte Elektrische 1275.— (st- 48.—), Sremens Schuckeri 1878— (— 22.—). Awrne 4110.— (— 150.— Berg- und Hüttenwerke 9980.— (st-180.—), Auft'na Email — (— —), Egydttr —(— —.—), Enzesfilder 1950.— (-4- 50.—). Fetten & Gu'lleaume 4100.— (st- Bö.—), Greinitz Eisen 22 0.— Hutter & Schrantz 1600.— (— 85.-), Kruvv Ä.-G. 1607.- (-st- 35.-). Poldchütte 2600.— (-k- 5.—), Prager Eilen 7900.— <4- 150.—), Rimamuranh 8445.— l— 65.—), Skodawerke 2469.— > st- 13.—)» Waffeniabrit 8495.— tst- 95.—i, Brurer Kohlen 7150— (-st- 150.—\ Gran- Jndes ging die Zcit ihren Gang, Das Suchen dauerte lang. Schadchonim' jagten wie besessen, Depeschen flogen, es wuchsen die Spesen. Doch einen Doktor, brünett und fesch, Mt Nalewki-Praxis und einer Kalesch'. Der nach des Mädels Geschmack, Des Name Paul oder Jacques — Haben sie nicht zustande gebracht. Obwohl sie sich mühten mit aller Mach.! Und andere: der ist ihr zu jung, der zu.fein,. Der eine zu groß, der wieder zu klein. Und wenn ihr schon einer gefällt» . ' ' So ist er — v Gott — Zionist Und pfeift auf das viele Geld, Wenn sie Zionistin nicht ist. Die Jahre vergeh'», das Mädel wird älkr. ' Die Männer werden mit jedem Tag kältev. Ein Mädel ist eben kein Wein: Sei sie noch so gebildet und fein, Kaum wird sie alt, wird sie säuerlich Und verliert — Ihr wißt es doch ohne Zw^i'e. -- Ihre Blume. Die Anmut verflüchtigt sich, Und das ganze taugt für den Teufel" . . . Nun, wie gefällt Dir mein Couplet. Ganz Marienbad trägt es bei sich. Viele haben es auswendig gelernt. Und was die Jamaikerin selbst anlangt, so hat man mir in ihrem Namen ausgerichtet, daß meine Nod-- stwenica sich borgettommen hat. Dir einen Brief Über mich zu schreiben. A potomu (und deshalb) sollst Du es gleich wissen: Alles, was sie Dir über mich schreiben w'irb) ist pure Lüge. Und wenn Du zufällig auf der Cylvdna ulica bist, mach' einen Sprung in die Redaktion und gib dort mein Couplet ab; sie kötmen es drucken; aber meinen Namen sollen sie nicht darunter sehen. Tt'S paßt mir nicht, denn es ist im Jargon ... Dein üuschoj i!j?lom Mark Dawidowitsch Mariomtschik. Prager VSrfe. Prag. 7. Smttmber. Die Börse zeigie mit.Mckficht aufs die^ bevorstehende Feiertaqspanse, ein schwächeres Aussehen.! Wahrend die Kurse auf dem Bankenmarkte, von einiqen Aus-, nahmen abgesehen, gut behauptet waren, wiesen Jndustriewerte! v' öötentcils Nückpänqe anfi D e Kulrffe verkehrte ans teilweise R-alisationcn schwächer. Die Börse schloß ruhig. Berliner VVrse. Berlin, 7. September. In Nachwirkung der gestrigen Ab^ sckiwack-ung lagen seitens des Publikums zu den ersten Kurse« ziemlich um^angre che Verkaufsaufträge vor, so daß die Börse' bei teilweise stark uackgebenden Kurien ein ausgesprochen schwaches Aussehen zeigte. Bon Montanwerten stellten sich die bisher bevorzugten Papiere bis zu 10°/g niedriger, ausgenommen Phönix»! Aktien, die fester lagen. Schiffahrts-Aktien verloren biszu 6^ Argo-Aktien sogar 25°/^, während die Embußen bÄ Farbwerten 5 bis 10% erreichten. Metall- und Maschinen» sabrlks-Aktien sowie Kakiwerle .büßten fast durchwegs t0% ein. Als witerstandslähig erwiesm sich Elektrowerte. Int Einklänge,mit der neuerlichen Befestigung der ausländilchetti Devisenpreise stiegen ausländische Werte und von diesen besonders Baltimore- und Kanada-A'tien weiter erheblich. Bon ausländischen Renten stellten, sich Mexikaner neuerlich höher, wogege« türkische und griechische Papiere sich gut behaupten konntet Petroleum- und Kolonialwerke waren vernachlässigt. Nur Steau» Romana-Aktien gewannen 100%. In der erste«! Börsenstundtz machten sich Ansätze zu einer Befestigung, namentlich iür Montanw»te, bemerkbar und cs kam weiterhin vereinzelt z« Schwankungen, dvH blieb die schwache Grundürckenzchestchen. Budapester BVrse^ Budapest, 7. Sevtember. Infolge der glatten Erledigung der Prolongation reigte die Böcke bei Beginn eme feste Haltung« Nr. XIV. j Chnwele Tschapmk aus Marienbiad an ihren GatteL Berl Tschapnlk in Warschau (auf den Nalcwki). Lieber Bernhard r V Du mußt mir verzeihen, daß ich Dir die ganzes Zeit nur um Geld und um Geld geschrieben habe. JH hatte schon so viel Schulden, daß beinahe mein«; Haare nicht mehr mir gehört haben. Jetzt habe ichs mir schon ein bißchen, Luft gemacht und danke Dir vielmals, daß Du auf die Idee gekommen bist, mir! das Geld telegraphisch zu senden. Marienbad ist eines Einöde. Unzählige Warschauer Damen^ die meisten von den Nalewki, und keine, bei dar etwas zu haben wäre^ Feine Damen! Eine wie die andere! Du solltest ihr Treiben hier sehen, ihren Putz, wie sie sich's hier gut! gehen lassen! Du solltrst ihre Gespräche hören — ichj sage Dir, daraus könnte man ein Buch machen. Was. sage ich? Zehn Bücher! Wo sind, alle Schriftsteller^ welche so schön in den Zeitungen schreiben? Warum kommen sie nicht her, in die Kurorte und Bäder: Nach Marienbad, nach Karlsbad, nach Franzensbad. nach Wiesbaden, Enns, Crantz oder Ostende, wenigstens für einen Sommer? Sie hätten darin genug Stofs für drei Winter! \ Da. hast Du zünt Beispiel 'meine Base Belcie Kürländer. Doch gewiß eine reiche Frau und der Augapfel ihres Mattnes, des Narren Kurländer. Sie könnt« doch, glaube, ich, in Marienbad menschlich wohnen, menschlich leben, menschlich essen. Und du solltest sehen,, was für ein Zimmerchen sie im Hotel gemietet hat — Sine HÜhnecfteige, gleich unterm Dach. Bei Tag brät die Sonne das Zimmer so durch, daß man bei Nacht dreimal ohnmächtig werden kann vor Hitze. Ab>er es ist billig. Wenn sie dagegen in dev Früh zum Brunne« kommt, ist sie so auffallend angezogen, so behängt mll Schmuck und Britünten, das; die Deutichen glauben, i das sei eine russische Großfürstin oder eine Chansonette. (Forttetzuna jolcn.)

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