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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-26 · Heft 573 (26.8.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 573 (26.8.1920)
Date
1920-08-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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t Leite 6 Wien. Donnerstag >®«#phatQ sei nicht von der Hand $u weisen, daß Ungarn gegen t«lS etwas unternehmen tonne, weshalb die Absicht des Beschuldigten sicherlich eine für uns bedrohliche war. Proteftorganisation von 32 Mietern gegen , Äie Entscheidung eines Mi-tamtes. Vor dem BczilkSgcrickN Landstraße (ObrrsandeSgerichts-- itei Dr. Wicdihl fmrd gestern ein bemerkenswerter Kinrdigunflsprozeß statt. Die Besitzerin deZ HauseS 3. Bezirk, Markt»ofgaffe 3, Helene Worma»»»», hat beim Mietmnt Mr den 3. Bezirk auf Grund von nachgewiefenen Reparaturen mtb Herstellungen im Hause um eine SOprozcnnge lMretzinserhöksimg angcsucht; da? Mietamt bewilligte 73 Prozent. Daraufhin haben sich die 92 Parteien dcS Haufe? chrZarlinerl, eine Versammlung ak gehalten »nid. beschlösse»!, f&te vom Mietamr festgesetzte Erhöhung nicht anzucrkennen; lfie sei er» bereit. -40 Prozent Erhöhung zu leisten, unter der ^Bedingung, daß die Hau-e-besitzcrin »veiterc Reparatnrc»», :v-Zilbesondere an den Fußböden, den Fenstern »nrd den Klosetts, -die sich in schlcchtcin Zustand befinden, vornehmes lass-?. Dieser von der ..Organisation" gefaßte Beschluß solle für alle Mitglieder derselben bindend sein. Da der erhöhte Mietzins nicht »bezahlt wurde, kündigte der Adnnnistrator vorerst drei Parteien wegen Zahlungsverweigerung. Diese haben gegen die ^Kündigung Eiinnände erhoben. Gestern fand mm die Verhandlung über der» Streitfall statt. Der Richter legte den. «Parteien nabe, iie mögen in die vom Mictarnt bewilligte Steigerung des Zinses eimvilligcn, denn für ihn!sei die Entscheidung des Mietamtes bindend. Der Vertreter »der Hausbesitzerirr, Rechtsairmalt Dr. Alfred Straffer, iwre§ darauf hin. daß zwei Parteien bisher lloß 22 Kronen, die dritte Partei 92 Kronen monatlichen Zins bezahlt haben innd daß anch bei dein erhöhten Zins noch immer die Wohnnn- -tzen sehr billig feien. Die Parteien erklärten, die Erhöhung und Steigerilng des Zinses nicht anzuerkerrnen, da dieselbe in dieser Höhe ungerechtfertigt sei; zudem seien sie an den ^Beschluß der Protestorganisation gebunden. Daraufhin hat der Richter die ausgesprochene Kündigung für rechts»'.»irlsam erklärt. Die Strandavzüge vom ^Gänsehäufol". Einen i»ir l'u Kläger unangenebmen Airsgang nahm eine itzesietn vor dem BochlSerrcht <eopo!dft.»d: durchgeiiihrte Ehreriibeleidigringsnnhandl»rng. in welcher dcr Gänsrhäuftl-Angekellic Etzranacl B r a n d n e r als Kläger gegen »ctncu .Kolleren Johann 3 t n cf b n m m t t austrat. »veil lktzstrcr'brim Bet»iebZ- .rat 'dee Gäniehäusel-AnoeßellLt»» vvrgebrach» habe. Drimdner Habe .Srrandanmgc vom GnnschlüM! gestohlen. Der Geklagte «klärte, eine Badediern» n vom Gär.schänsel habe Ähren Kol-;eginn<pr . erzäblr, Brandner stehle vor ihren Augen Strandanchige. Zwei Badedienerinneu gaben als Zeuginnen an, dir betreffende Kolleg n bade ihnen ta'.'ächl.ch nzahle, es fehlen ihr fortwährend „Sirandner" (so werden vom Bvdevciwnal der «Kurze holder die Sttandanrüge gennmn). Sie Hobe go'eben. wie Brandurr Strandanzüge vom Gämehaufel genommen habe, die er^ dann in der Freudenau verkauft habe. Mir Rücksicht auf« diese Zeugenaussagen verkündete der Rechter, Landesgerichrsr a! Tr. S t a w u, dm Beschluß, dm Akt gegen de« Brioarkläger Branduer wegen Verdachtes des Verbrechens des Diebstahls dem Landesgerichr a b z utreten. Der Angetla.pe nahm diesen Beschluß mit der Bemerkung mif : „*öiato 1 Co wird dir Wahrheit an den Tag kommen." Nus dem Landesgericht entsprungen und den Befangenaufseher bestohlen. D e Hltssmociteni'. Mari' l! an h o lt t ans Dien, »ie siebenmal wegen Diebstahls utib ankern- Eigmlumsdrlrfte vorbesiiast und d:e cmniaL aus dem Landrsgeucht cnt'prungen ist, stand zulekl denn Krersgerichl Lvsiener-2tcnsi »vt in Stwfba't. Dort stabt sie ,.4»rem" Gcianacuauft'eher an m »n; ii tv .feine Ta'chcnichr. Das Kreißgerichl ncrnricihc fic mea.cn d.e'es Diebstahls :u e i n em Ia!» r e schweren K:'.ke:s. r/cichd ni Marienbad. 'Kein Roman, sondern eine überaus verwickelte Geschichte, die .zwischen Warschaie und Marrenbad^ »prell, in 36 Br e e»». 14 B'llei-dviix urrd 46 Triterammen. - Von Schalem Alejchem. Lus dem Jüdisch'»', übertragen von Siegfried S ch'-m i tz. { ' " '11 1yort*ctritnp.l ,r . Qbtt alU’i.: weiß, »nie sie mir zuwider sind, diese Halajnd'u! 2lb:r das beruht auf Gegc»»- seitigleit. Iükrnst.sche Huven hassen sie , ärger als Schw..iaesÄ'-ch, und einen Arn»ei». der von uns komm: -- sic nenne,» ihn „Schnorrer" — würden sie in Stücke reißen. »venu es ginge. Da für 'liejhen sie nn'er russisches Geld mehrmals ihr Leben. Vor eisi.en» rnstüsche:» Hnnoerter niinint Dir cinDeutscher, iwe^rn's drauf anlo.,:»»!. auch den Hut ab aus eine Meile Entfernung. So esu dent'ch.'»: J,»de versteht gar nicht, daß wir uns über „unser Laub" zn beklagen Da&eit, das s.» präröiige Rubel besitzt,-für die malt zwei- Lürhalb Kronen und manchmal noch etliche Heller dazu Lriegt/. . . Ce ist jamm-erschade, daß ich kein SchriftfbeXkz bin. Ich härte hier Stoff über -Stoff zum Mchreib-e»>. Per allen, aber würde ich üben unsere Weiber von o.-r '.','alewli schreiben, die, lamu dass sie küber die Grenze still». Damen werden, unser schönes Marschnne» Iioüisttz vergessen und anfangen, Deutsch idrr spreche», Deutsch direkt ans Käme netz. Viele — die svAZ -Odefs-n — rprwcheu nur Russisch. Und was für- «in Russisch! . . . Nnd dazu ihr Auszug, ihre Sucht, einansder zu nöertressen durch Hüte, Schmuck und Brillanten! Mu sollst sehen, was sie treiben. Die Welt ist voll itzSüMO-i. Die. Lanze EE&lt. Wenn sie aus die P.rome- Toisuer Mvrgevzeitung_ Der Volkswirt. Eine Krone ---- 2.65 Centimes Geld. Gestern notierte in Zürich» dir vsirrrrrchifchk Krone Gstb. . . 2 65 ( 2.60 am 24 Avgusi) drk österr. gesteuwelt« Krone Geld . 2.70 ( 2.60 am 24. August) dir stschechrsäir Krone.98 ' 9.60 an, 24. August) dir Mark ........... 12.05 N 85 am 24. August) Agrant» . '. 5.80 5.90 o»n 24. August Warschau . .. —am 24. Augusts Budapest ..2 55 ( 2.4.1 am 24 August) Die Lage der Eisenindustrie in der Tschecho-Slowakei. Bon «nserem Brunner L.. 5. Berichterstatter. Gleich den übrigen Produkstouszweigen hat auch die Criiciitiitmftri: immer noch unter dem andauernden Rohstoff-- und Kohtenmauge!. zu leiden. Ist auch die. Not an Brennmaterialien momentan »licht >o akut wie noch vor Monaten und kann die in verschi?.de:,e>i Eist-nartikeln herrschende Knappheit infolge des gef,m?eu<u Inlandsverhranches keine erhebliche Zunahme mehr erfahren, so bewirken diese Fattore»» iin Verein mit' derü überall' in Erscheinung tretemden Streikfieber und den verschiedene»» D e r k e h r s h i n d t r n t f f c n, das; die Produktion der Werke da:'.rrnd zurückgeyt. Schwedisches Roheisen ist für Witkowstz seit Februar d, I. nnterwegs rnnd bis heute noch nicht eingrlaagt. In der Erzsrage »»»acht sich jt-ii,Schiffsraunlnot.für di: Wert: nnangenehin fühlbar, ebenso waren die Streiks der Transportarbeiter auf der Elbe, der Dder und dem Rhein für die Produktion von nachteiligen F-vlge»». Sv fommt cs, daß hentzutag: fast kein Werk über 80 Prozent der normalen. Fried:,»serzengung. hinauskoinmt, fa/bei einigen Betrieben ist die Prsdnitiön noch geringer. Was die V e r s o r g n n g de r H n t t e n mit <5i se n* crz an langt, bezieht Witkowitz „eben, schwedischen auch gute Erze, ans der Slowakei, we»r» diese auch infolge der .unznreichsnden Transportinittcl »,nd des Mangels an Hilfsstosfen (Kohle, Oele) nicht in genügender Menge geliefert werden können^ Dagegen steht es bei nnS recht gut um die Kalk- Versorgung der Hütten. Bestände sind in ausreichendem Maße vorhand-en und es wird in den Kalkbren»»erei?ir Zurzeit geimg produziert. In Schrot, an den, die 'Wecke lange Zeit hindurch großen Mangel litten, ist ziemlich viel Tlngebot vorhanden. Die Preise sind zwar tu die Höhe gegangen, doch nicht i?» dem 2)tarße, »vi: »nan gefürchtet hatte. Das A u s sr,h r gss sch äst, bei dem neben Belgien, Ztalier» i»nd Polen hauptsächlich Derrtschösterreich in Frage kommt, wo sich übrige»»-) die reichsdeutsche Konkurrenz rmmer mehr Geltung vcr-'chafft, gewinnt an Lebhaftigkeit. (Gießeve»- roheiien l kostet ab Werk Witkotviß 320 tschechische Kronen, während deutsches Speziälroheisen ab deutscher. Grube mit 270 bis 280 Mark geliefert werden katm. Im Friede»» betrug die Spannung zlvifchen diesen beiden 'Eisensorten 2 bis 8 Kronen.) Zugleich aber steige»» inr Zusammenhang darnit di: Schwierigkeiten in der Versorgung überhaupt. In den meisten Fällen muß die Hereinnahme von -luftragen für de»» Export abgelehnt »verden, weil man nicht so sehr in de»» Preisen als hinsichtlich der beschleunigten L»eferm»g, die von. fast sämtlichen Auftraggebern gefordert wird, mit dem Ausland kaum in den Wettbewerb treten kann. Die Liefern n g s in ö g l i ch k c i t e n der Werke sind unter den gegebenen Verhältnissen sehr beschränkte und es werde»» ausgedehnte Fristen gefordert. Wohl zeigt sich hie u»»d da eine gewisse Entlastung, iin allgerneinen maß man aber mehrere Monate warten, ehe die Lieferung möglich »vird. Jrrnnerhin ka»»n festgestellt werden, daß in letzter Zeit in Maschinen und anderen Eisenerzengnissen nicht nnbedentende Mengen nach Südamerika »uch a»»derei» Länder»» abgeschlossen wurden. Es »vird auch weiterhin von-der, Einsicht unserer Arbeiter abstänge.n, ob unsere Eisenindilstrie und-di: ihr verivandteu Ztrmige 26. Aügust 1820 ' ' f in der Lage sein »verden, durch Erweiterung best ArÜstcho» unsere Handelsbilanz auf ein günstigeres Niveau zu hchech.^ Die Preise für Roheisen werde»» im EinvermehrnM mit der Regierung festgesetzt, so wie auch die Schrvtpre^e: ,»nd die Preise für Fertigsabrikate von Preisverbär»den,>.did> in Prag ihren Sitz haben, jerveils Neuregelunigen unter»^ »vorfen find. So stiegen z»»in Beispiel die Preise für Roheis««^ die noch iin Dezeinber v. I. mit 76 tschechischen Krorreptz per 100 Kilograinm »rotierten,-bereits im Jänner auf - 1!' tschechische Kronen, ab 1. März auf 250 tschechische Z^rorryich und ab 1. Mai ans. 320 tschechische Kronen. In Wirttilh^hs hat ailch im Verkehr mit Eisen ein Schieberiüm fimher nie gekanrite»»» Umfang die Preise stark hjnausgetriehH^! Von seiten der Regierung wird so gut wie gar nichts getan,! um dem Hebel zn steuern. - lieber die Arbeite rverhältni s se Hort man ,Vers^ schiede»»« Urteile, jedoch keine allzu schweren Klage»». können mit der 2krbeitsleistung so rveit zufrieden sein, als"' sie heute nicht ivejentlich schlechter ist^ als während des Krieges.^ Der Lohn eines Hüttenarbeiters in Witkowitz beträgt 70st< bis 800 tschechische Kronen »vöchentlich. Fast als ein Hoh»tl auf unsere bestehende»» Z»»stände scheint es, daß man heüttz' über eine weitere Her a b j e H u n g der achtstündigen 2lrbrlts, zeit »m Bergbau ernstliche Beraturrgen pflegt, wo doch alles daraus abzielcn sollte, die Leistung auf der ganzen Linie, bis zuin äußersten z»» steigern. Eine bemerkenswerte Er-- scheinung ist dabei, daß vielfach über Mangel an Arbeitskräften geklagt wird, während in den in unmittelbarer Nahe ' gelege»»en Städte»» die Zahl der Arbeitslosen bis heute fetiti. wesentliche Verringerung erfahren hat. Hand in Hand damit geht uaturgeinäß die eingangs erwähnte Knappheit an Eisen. u»»d. Stahl. Daß unter diesen Urnständen die Nachfrage geradezu stürn»ische Formen annimmt, kann kaum über«-, raschem i Was den Ro he »senmar kt anlangt, der ganz twn der Wagengestcllung und Brennmaterialzufuhr abhängig ist, »var es noch in de»» Sommermonaten möglich, die Gießereiei» verhältniSinäßig befriedigend zu versorgen, sotveit die Berkehrsverhältnisse dies zuließe«. Allerdings hat die völlige^ Zerrüttung unseres Eisenbahnwesens den Versand stark^be»' einträchtigt. Der Schr otmarkt zeigt augenblicklich''geordnete Verhältnisse. Die Preise fiir die einzelnen Sortetrgehen »veit auseinander. So werden beispielstversc für Dvetzf späne Sätze von 120 bis 150 tschechischen Kronen genannt,, für Kernschrot notiert »nan 100 bis 120 tschechische Krowe«^ Feinblechschrot ist mit 80 bis 100 tschechischen Kronen zahlt worden. Halbzeug ist knapp. Der Bedarf barcht! ist groß und ka»rn nur zum Teile befriedigt werben. Ebensit steht es »nit Stabeisen. Die Nachfrage ist auf dev) ganzen Linie sehr dringend, insbesondere haben die.Kvjtte! struktionswerkstätten, Lokomotiv- ,md Waggonfabriken großen Bedarf. Auch für Bauzwecke laufen »vieder ykufträge ein. In Blechen ist die Erzeugung gleichfalls, zurückgegangen, die Nachfrage jedoch unverändert groß^ge«! blieben. Wie bei de,» übrigen Erzeugnissen sind auch Ijferjfc&j Preise erhöht. So kosten Grobbleche 616 tschechische Kro«Uj per 100 Kilogramm. Der Satz für Mittelbleche steht »hevtL-. auf 645 tschechischen Kronen für Feinbleche unten 1 MM-- »neter ä»»f 690 tschechischen Kronen. Verzinkte Bleche kosten! 1025 tschechische Zkiwnen. »< - — 1 >; 1 Einheitliches Matzmtb Gewichtsshstem i»- Palästina. ~ 4, InIerusalem fand die erste Sitzung der H au d elch^ kämm er nach ihrer neuen Zusammensetzung statt, -wodiie mehrere Anfragen der Regierung zn beantworten waren. -Did Handelskammer sprach sich gegen die Abhaltung besonderer Vieh-, Getreide- und Gemüsem»rr?te -a«9i. Einstimmig nahm man den Regiernngsvorschlag aus EinfLhvmg eines e i n h e»t l i ch e u Maß- und G e w i ch ts» s y ft e mS an, und;«ar des Dezimalsystems mit Kil», Liter und Meter. Es »vurde auch rin AnSwrg gesunde« zur Vermeidung der Doppelverzollung dev Jerusalemer Ware»» sorvohl in Jaffa als auch m Jerusalem. nabe komm er» oder sich im „Cafe Egerländer" vers»»mr»»Är», dann z:igt man auf sie mit Fingern; denn sie »nachcn solchen La rin, lachen so laut und qui ken so stark. a-> wären fic zu Hause, ans den Nalewki. Mit einem -Bort. Esther, Marie»,bad hat/ sich iit den letzte»» Jahren nicht »im ein. Haar geäuoert. .Höchstens ist »»ach »»»einer!Meinung das jüdische Marienbaa ei»» wenig znrüagegangen. seit der englisch.' Köllig Eduard gestorben »ft. I»h.-..erinnere »»»ich noch, tvas, wie ich vor einigsrt Jahren in Marienbad war, mit dem Eduard getrieben word'n ist, der gefüllte F'i'cht im grössten .jüdischm N.'staurant gegessen hat. Äticht nur der Wirt dieses N's!äiirarits, ein dicker, ausgefressener.. D-'ü.tschmit einer E-urt-nnase, hat sich Gott weiß tvas darauf eingebildet, daß er das Glück gehabt hat, daß der englische..König bei ihn» Fi,'che gegessen hat, sondern jeher Kurgast, jeder Jude -hat es für eine Ehre gehartbu. dort zu esse:», wo der. englische. König gegessen hat. Es hat Juden gegeben, die in ihre»» Briefen vor ihren Wlibevu prahlten, daß sie an einem Tisch und sazüsagen ans einem Teller »nit dem englischen König, dem. ben'-hmten Jnpenfreimd. . . . Jetzt ist Nar'.euba'o in d'esem Punkte »»»cht mehr dasselbe. Mau kann sagen, daß Eduards Tod, er ruhe in Friede»», für die. Marienbadei: Juden ein viel stät- ' keoer Verlust ist als für die ganze übrige Welt. Was'soll ich Dir sonst noch schreiben, teure Esther? Ich sende Dir hier einen Brief meiuetz Freundes Schlojm« K»»rlÜr»de.r. Wie gefällt es Dir, daß der alte Narr so um se»ue Belest gittert? Und was sagst Du zu' dem,' was. er über Mrl Tsch apuik redet? Wenn man sagt,' daß den .Kurläubers eiwbs Salz fehlt, so ist etwas Wahres dran! So ein Narr! Glaubt, ich hätte-hier wirklich r»»chtS airderes ftn tun, als auf seine Bielcie achtzugeb^L Als ob cs nicht genug Weiber vv»i den Nalewki hier gäbe! Es fehlt noch eine! Ich meine, die eine Jamaikerin mit ihren drei Töchtern wäre genug, für Marieubad und könnte schon die ganze Weibersippe von den Nalewki würdig vertreten. Ich bin frohst daß ich »nit de»» Nalewki-Weibern m»d »nit Weibern überhaupt nichts zu imt haben muß. Die lasse ich Deinen» netten Schivager. Er ist ein Kavalier, also gehört das in sein Fach . . . Aber still! Ich weiß, daß Di» eS nicht liebst, wenn »»»an von Dem-eln Maser spricht . . . Kurz und g»»t, ich weiß eines: Ich biw z»»r K»»r hier, also, muß ich »nich auskurieren — was hätte jef) sonst»»» Marienbad zu srlchen? Genug schlimm ist die Lar»g»veile, die m»m hierhat, und die Sehn» sucht nach Hause, die man nicht los »vird. Mit gebe,', daß die Zeit zu E»»de ist und ich schon nach Hause., kann! Indessen — das kann ich Dir ehrlich sagen -r lue ich nur das, was der Doktor uiir sagt »»ud .tveichi nicht u»n Haaresbreite dastou ab, »nie ein Jude Nilh-t vom Schulchan-Aruch. Der Doktor ist a»»ch sehr z»»-- frieden ntit iilir,,Er hofft, haß, ich diesmal nicht treiiiig^,. vielleicht noch »»»ehr abnehmen werde.als vor 'eichgl'U; .Jahren. Und luimnii das alles? Ich glaube deshalb, »veil ich hier »V bict gehe, wie ich zu Hause'UchÄz nicht: in einem Jahre gehen werde. Außer, daß ich »»»ich/- »ua»»ch»nal nach dem Essen für eine halbe Stunde.'niederlegest sitze ich leine Minute, ruhig. Vom Karl-'.n»spie.sist kein« Mde. Ich habe leim' Karte, chst-e.'jeu, seit ich uiiA Warschau »veg bin. Und ich esse fast gär' -nichts.' .'Jchhalte so strenge 3)iät, d.aß. dor Doktor selber sich tyuudert. Er sagt, daß alle seine dicken Patie>»ten, mich ausgenommen, au Eßlust leiden. Ich .aber halte im de»»», Grundsatz fest: -Wenn man 'Mo Kur »nacht, darf m^snst »richt dem büsLN Trieb imchgeben. Win sülldigem.genug '»nit dem Essen das ganze Jahr hindurch. Jst's nichtstzi.? (Fyrlfttzung folgt) '

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