Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 551 (4.8.1920)
- Date
- 1920-08-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr 551 Wien, Smwr&if» stäse, die riesige Beträge erfordern, und die scheinbare Widerstandskraft der Krone hat schließlich auch zu Importen von LuxuSNahrungSmitteln aller Art verleitet, gegen die die Regierung, wie eS scheint, unter dem Drucke der ..freihändlerischen" Agitation Widerstand mcht einnrak versucht hat. Daß jetzt in tausend Läden Schokolade, Südfrüchte und die. erlesensten Delikatessen in unbeschränkter Menge feilgeboten werden können, wird die Bevölkerung im komnienden Herbst und Winter mit einer sprunghaften Verteuerung des Notwendigsten büßen müssen. Der Fremde, ’ bet jetzt nach Wien kommt, ist erstaunt über die Fülle von Nahrungsmitteln, die er überall zu sehen bekommt, aber dieser Glanz strahlt vom Aufwand eines Bankrotteurs aus, der sich über den wahren Zustand seiner Vermögenslage nicht Rechenschaft geben will. Die zweite Stütze des Kronenkurses, eine ziemlich lebhafte Jndustrieausfuhr, hat ihre schon früher nicht bedeutende Tragkraft in den letzten Monaten zum großen Teil eingebnßt. Der „Ausverkauf" hat fein natürliches Ende gefunden. Die niemals sehr großen Lager sind zumeist leer und können mcht ergänzt werden. Die industrielle Produktion steht in vielen Betrieben sM, teils weil es an Kohlen und Rohstoffen mangelt, teils weil die Weltmarktkonjunktur umgeschlagen hat und die Herstellungskosten im Inland eine Höhe erreicht haben, die einen Wettbewerb im Ausland nicht mehr zulassen. DaS letztere gilt gerade von denjenigen Industriezweigen, die in der Zeit der Ausfuhrkonjunktur vor einigen Monaten noch von stärkstem Optimismus geschwellt waren. So sind die Preise von Serienmöbeln, die den Lieferanten eine Zeitlang förmlich aus der Hand gerissen tourben, weiter int Sinken, größere Partien überhaupt unabsetzbar. Die Schuhindustrie klagt über eine Absahkrife, wie sie seit vielen Jahren nicht zu beobachten war.. Dre Zusammenhänge mit den armlogen Erscheinungen in Deutschland sind offenbar. Ganze Industriezweige — wie in erster Linie die Schuhindustrie — sind mit ihren Halbfabrikaten und Hilfsmaterialien auf Deutschland angewiesen. Der Vorsprung billiger Löhne im letzten VeredlungSprozeß schwindet bei eingeschränkter Erzeugung völlig dahin. (Nebenbei bemerkt, hört die Öffentlichkeit nichts davon, daß die Industrie, die sonst so nachdrücklich für den freien Handel eintritt, die staatlichen Einfuhrbeschränkungen ablehnt, wo es gilt, sie gegen ausländischen .Wettbewerb zu schützen. So ist vor wenigen Wochen das Ansuchen einer großen deutschen Schuhfabrik um Einfuhr von einigen hunderttausend Paar Schuhen abgelehnt worden, weil der Preis um 100 Kronen per Paar niedriger war als der billigste Preis, zu dem die deutfchösterreichischen Fabriken erklärten, liefern zu können, also eine offenbare Benachteiligung der Verbraucher aus rein protektionistischen Gründen!)V Besonders schwer ist auch die Stagnation in der Automobilindustrie. l Eine andere Gruppe von Industriezweigen ist vorläufig von Absatzschwierigkeiten verschont, leibet aber unter den größten Betriebsschwierigkeiten. Von neun Hochöfen Deutsch, österreichs ist nach wie vor bloß einer m Betrieb und der mutz alle paar Wochen zeitweilig ausgeblasen oder eingedämmt werden. In den letzten zwei Monaten hat sich die Kohlenzusuhr wieder verschlechtert. Während vom Jänner bis Mai die Zufuhr von Ostrau sich allmählich von 21.100 guf 53.000 Waggons gesteigert hatte, ist im Juni ein Rückschlag auf 27.800 Waggons eingetveten, der freilich durch vermehrte Zufuhren auS Oberschlesien ausgeglichen wurde: die Kokslieferungen find im Juni von 21.800 auf 18.800 Waggons gefunken, die geringste in diesem Jahre verzeich. Das Kreuz. Von L. Schapiro. Aw8 dem Jiddischen übertragen von SiegfriedSchmitz. (4. Fortsetzung.) IX. „Was hast du auf der Stirn?" „Das ist ein Zeichen, um meine Seele aus den Neichen der Hölle zu retten" — antworte ich. Sie schütteln die Köpfe und beginnen sich zu zerstreuen. Ich werde unruhig. „Wartet" — jage ich — „ich will es euch erklären!" Sie schütteln die Köpfe und verschwinden. „Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich herausgeführt aus dem Lande Aegypten!" „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!" „Ein Gott der Vergeltung und der Rache bin ich — und verlange von dir: Sei etwas!" . . . Der Sturmesatem zieht durch die verwirrte Menge. Die Sklavcnleiber zittern wie unter Peitschenhieben. Aber die dunklen mageren Gesichter und die schwarzen Fieberaugen entzünden sich an dem. roten Feuer, das den Berggipfel umkrönt. „Ach, mein Sohn!" sagte sie. Mit dieser Sprache: „Ach, mein Sohn!" ... Es ist Dag. .Der Kopf ist wüst und groß wie ein Kürbis. Man sollte eigentlich fortgehen. Ja, fortgehen; aber — aha! die Stricke. Man müßte ein Mittel finden. Es gibt doch ein Mittel ... ein Mittel . . . Mittel. Mit vieler Mühe bringe ich meine Gedanken in Ordnung, so gut ich kann. Da ist ein eiserner Nagel. In die Wand des Bettes, an das ich gebunden bin. ist ein Nagel eingeschlagen; ein verbogener Nagel . . . . mit einem breiten Kopf. Wie kommt der Nagel her? . . . Das ist nicht so wichtig . . . Aber mit dem Nagel kann man. . . Was kann man mit dem Nagel? ... Ich drehte und warf mich so lange, bis ein Strick >an dem Nagel hängen blieb. Dann rieb ich. den.Strick m den: scharfen, Wcnkopf des. Nabels. t 4 August. Seite .net« Monatsmenge. Die Unruhe,- die aus' politischen^ Asozialen und wirtschaftlichen Gründen wieder die böhmischen und das Ostrauer Revier ergriffen hat, überträgt ihre Wirkungen sofort auf Delltschüsterreich. Wenn die polnischen Bergarbeiter in Ostrau für die Zugehörigkeit Ostschlesiens zu Polen, die Kladnoer wegen ungenügender Nahrungsmittelbelieseruiig oder die Drüxer für die Herbeiführung der kommunistischen Wirtschaftsordnung streiken, immer tritt , sofort ein scharfer Ausfall in der Belieferung Deutschösterreichs ein, obwohl die Menge, dre es auS diesen Revieren bezieht, nur einen bescheidenen Bruchteil der dortigen Förderung beträgt und geraume Zeit leicht aus den Vorräten ergänzt werden könnte. Dabei steht der Herbst mit der beginnenden Rüben- und Kartoffelernte, die erfahrungsgemäß auch im alten Oesterreich regelmäßig schweren Waggonmangel zeitigte, vor der Tür> ohne, daß es-möglich wäre, für den Winter bereits jetzt einigermaßen nennenswerte Vorräte anzusammeln. ' . Und schließlich ist auch die.dritte Quelle, aus der der deutschösterreichischen Wirtschaft eine Zeitlang beträchtliche ausländische Zahlungsmittel zuflössen,- fast völlig versiegt. Die Wertpapierkäufe deS Auslandes haben im wesentlichen aufgehört. Die Liquidation des deutschösterreichischen Besitzes an natwnalstaatlichen Llküen und die Beteiligung ausländischen Kapitals an unserer Großindustrie selbst sind in der Hauptsache abgeschlossen, was nicht hindert, daß noch die Line oder andere Transaktion dieser Art zustandekommen kann. Aber als regelmäßiges Mittel der Devisenbeschaffung in größeren Beträgen kommen Cffektenverkäufe kaum mehr in Betracht. KlMtfchukaussteUung tn London im Juni 1921. Wie die Niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer mitteilt, findet in der Zeit vom 3. bis 17. Juni 1921 in London die 3. internationale Kautschukausstellung statt, für welche bereits jetzt Vorarbeiten im Zuge sein sollen. Nach dem Prospekt wird die Ausstellung sich außer mit 'Kautschuk- und verwandten Industrien auch mit anderen kolonialen Produkten, wie Kakao, Baumwolle, Pflanzenfasern, Kafsee, Tee, Pflanzenölen, Zucker, Drogen, Farbstoffen, Hölzern usw. befassen. Zusammen mit den fertigen, aus vorstehenden Rohstoffen erzeugten Produkten werden auch hiezu verwandte Werkzeuge, Maschinen und alle den agrikulturellen, technischen unk» wissenschaftlichen Zweigen der verschiedenen Industrien dienliche Hilfsmittel ausgestellt werden. Im Zusammenhang mit der Ausstellung soll auch eine internationale Konferenz stattfinden, welche den Industrien für Kakao und vegetabilische Oele besondere Aufmerksamkeit widmen wirb. Der Prospekt der geplanten Veranstaltung kann beim Handelsmuseum, Wien, 9. Bezirk, Berggasse 16, eingesehen werden. Die Mcdewvchr in Wien. Ueber Ersuchen der Vollversammlung der Teilnehmer an der Möbewoche in Wien hat der Staatssekretär für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten, Eduard Heinl, in einem besonders liebenswürdig gehaltenen Schreiben das Ehrenpräsidium dieser Veranstaltung übernommen. Erfreulicherweise hat sich trotz der Kürze der Zeit, die für die Vorbereitungen zur Verfügung stand, und trotz der Reiseschwierigkeiten schon ^jetzt eine befriedigende Anzahl von Firmen angemeldet, von denen sogar schon einige in Wien eingelangt sind. Umwandlung tn Lire von Lcbrnsversicherüngen mit SstevreichiM« Kriegsanleihen. Einer hiesigen Korrespondenz wird aus Trient gemeldet: Die von der Landesregierung für Trentino und Südtirol im Interesse der Lebensversicherten im Tridentimschen Venetien eingelektete Aktion ist nunmehr Stunden vergingen. Ich war schon halb verrückt und wußte kaum, was ich tue; aber ich tat meine Arbeit mir der Pünktlichkeit und Präzision einer Maschine. Und es kam ein Augenblick — da gaben die Stricke ein wenig nach. Eine kleine Anstrengung noch — zu meinen Füßen lagen zerrissene Stricke. Zu ineinen Füßen lagen zerbrochen die Scherben zertrümmerter Götter. X. Ich bog mich übers Bett. Dort zuckte fieberisch ein Etwas, das gar keine Ähnlichkeit mit einem Menschen hatte, und ächzte, ächzte so Ml, daß mein Ohr es kaum fassen konnte. Ich rief leise: „Mutter!" .... Mein Atem hauchte das Wort der Wunde zu, die einst ein Gesicht gewesen war. Noch einmal rief ich: „Mutter!" ... Bewegung ging über die Wunde. Etwas öffnete sich. Ich sah scharf hm: Es war ein Auge. Ein Auge — das andere war aus ge rönnen. Das Auge war blutbeschmiert, doch es funkelte wie eine glühende Kohle. Erkannte es mich? — Ich weiß nicht. Ich glaube wohl. Es war mir, als blicke dieses Auge auf mich mit einer langen Frage und strengem Begehren. „Ja. ja, es wird alles recht sein!" sagte ich laut und ernst. Ich wußte nicht klar, warum ich sprach. Dann sah ich mich im Zimmer um. Unter dem Trümmer Hausen der zerbrochenen Möbel lag ein Fuß des Tisches. Ein Stück schweres, dickes, geschnitztes Holz. Es war brauchbar. Ich hob den Tischfuß und mir all meiner Kraft senkte ich ihn auf das glühende Auge. Das blutige Etwas zuckte einmal auf und blieb dann steinstarr liegen. Das glühende Auge war nicht mehr. Ein Stöhnen und ein kurzes, halbersticktes Brüllen traf an mein Ohr. Doch das klang ohne meinen Willen, gewiß. Und die Stimme war so fremd, baß ich nicht sicher weiß, ob es meine war . . . Als ich auf die Straße trat, sank die Sonne — die alte Sonne, die seit tausend Jahren schon ihr Gold spinnt. Wer sagte doch nur, einige zwanzig Jahre seien mehr denn ein .Dag.? — Ich, war. jausend Jahre. glt< " für die auf , östürrejchischen Kriegsanleihen ' ruhenden Vevq sicherungen zu einem; konkreten Ergebnis gelangt. Für solche Versicherungen hat die Landesverwaltung bon der Staats-! Versicherungsanstalt folgende besondere Begünstigungen et* wirkt, die bis 31. August unter Vorlage der eutsprechendert Urkunden angesprochen werden müssen: Alle ‘ auf Lebens^ Versicherungen der rb genannten Gat'ung in Kronen eingezahlten» Beträge können bis auf zwei volle Jahresprämien in Lire al Pari anerkannt und zugunsten einer neuen, mit der Staatsanstalt gegen eine gleich hohe jährliche Prämie abzuschließenden, auf bares Geld lautenden Versicherung verrechne^ werden. Es wird eine Ab- und Erlebens Versicherung nti£ einer 18jährigen Dauer apgeboten. Die ist Lire umg-rechnetAtz Prämien werden zur Halste sofort vergütet und von der ftir detv neuen Vertrag für das erste, beziehungsweise für das zweiter Jahr zu entrichtenden Prämie abgezogen, während die andere:! Hälfte im Falle des Erlebens als Zusatz zu dem auszu« zahlenden Kapital liquidiert wird. Die Anträge haben durchs die Gemeindeämter an die Staats-Versicherungsanstalt übermittelr zu werden. ' s Dalutenkurse. Im gestrigen freien Berkehr wurde« nmgesetzi: Marknvtenk 1.60. L i r e kl 10.90, Lei K 4.82, Schweizer Francs K 32.80, Dollars 193.—, P f u n d Sterling K 710.—, tschechische K 3.85, Din a r bi 10.05, ungestempelteNoten K 105.60, u n g a r i«i sche gestempelte Noten K 109.—, polnisch Mark 6 99.50. _ Wiener Börse. Nachdem mährend des gestrigen Börsenvcrkeh»-? infolge der! Nachrichten über den posnstch-russi'chcn Krieg eine starke Reserve vorherrschend war, setzte sich zuletzt eine freundlichere Ausiassuna durch, wozu nicht üllern das Dementi der rurnänstchrn MobilÜ sierung beitrug, sondern auch die bedeutende Geldfliissjgleit. Lebhafp begehrt waren die Siidbahnpapiere; Lombard»» schlossen umj K 69 höher (mit K 678), Prioritäten um X 45 (SchlußkmS? K 1000). In Petrolcnmwerten kam es zu Nealisterungcn, FantH stiegen um K 350 bis K 16.950, während Karpathm K 30o cin*j büßten (Schlußkurs K io.ö(0. Von Schrglikcnpapieren besserte» sich Oesterreichisch-ungarische Bank-Aktien um 210 bis K 5060,j Nordbahn ermäßigten sich um bi 200 (K 118Ö0). Der Anlagen-! markt zeigte nur geringfüg'ge Schwankungen, Ungarische Gvldreyty lag etwas höher (K 250'. Im übrigen verweisen wir auf div nachstehenden Schlußsure: ' j Jndustrie-AntevnehmungLN. Allgemeine Banaesell*! schaft 662.— (4- 4.—), Unionbau —(— Wieners Ballgesellschaft —(-.—), Körngsbofer Zement — ( (-.—), Perlmooser Zement 2100.— (+• 30.—), Wienerberger, Ziegel —(— —.—), Liesingrr Brauern, —(-)J Sarajevo (-Aussig Chem. —v-U Brosche Spiritus —'(— —Carborundum —.H (-Clothilde 2050.—^ (—10.—), A. E G. Union Elektr) 1210.— (-.—), Bereinigte Elektrische 1061.— (4- 0.75W Siemens Schlickert 1499 — (-Z 18.—). Alpine 299'.— 70.—U Berg- und Hüttenwerke 3360.— ,(— 00.—), Austr-.a Email 1 t— —Egydier —.— (— —EnzcsNkd'er — .74 (-Felten & Guilleaume 3850.— (— GreinU Eisen —(-.—), Hutter & Schrantz 1249.— (4- 49.-OJ Krupp A.*G. 1405.—;+ 4.—\ Poldihiilte 2358.— ,+ 3.—)^ Prager Esten 6250.— 150.-). Siimomnrcmy 2375.—, (-Skoda werke 2140.— ,-j- 5.—), WaNenfabnt 2820.— (+ 20.-), Brürer Kohlen 6750.— (+ 50.-'. Gratis Szaszvarer —l— —), Nordnng. Kohlen —j (— Obernng. Hüt'en 2850— (-(- 70.—). Rossitzer (— —i. Salgo - Tarjaner 5370.— (— 25.—.:, . Lrsiailev Kohlen 3080 - (+ 80.-), Uug. Allg. Kohlen 6950 - (- 210.-)*j Urikanh —(— —.—), Bertscher Magnesit —j (- Westböbm. —Wokisegg 1398.—, s-j- 48.—), Tanek Maschinen 1985.— (+ 25.—0, Brünneo. Maschinen 1750.— -— 20.— '. Daimler Motoren 1068,—j Jetzt kommen die düstersten Tage meines Lebens.! Die Stadt lag im Fiebev. Brand, Mord. Blutigei Kämtzfe. Schüsse in den Güssen, Offenbar hatte sich eiste Selb st.v ehr zusammengeschweißt: im F?u-er des Pogroms.- Was tat ich nur damals? Ich weiß es nicht. Bald fand ich mich in den Neihen der "Selbstwehr/ bald .mitten — in der Masse der Pogrombanditen^ Ich hatte das Gefühl, als wäre ich ein Blatt, das der: Sturmwind trägt. Auf meiner Stirn brannte dass Kreuz. In den Ohren tönte es: „Ach, mein Sohnsi^ Eine Szene blieb mir sin Gedächtnis: , | Ein alter Jude rennt durch die Gasse, hinter! ihm ein Junge von etwa sechzehn Jahren, eine Hackeit in der Hand. Er erreicht den Alten und mit einem!' ■ Hieb spaltet er ihm den Kops; dann schließt er mik einem Fußtritt den geöffneten Schädel. In demselben Augenblick läuft ein jüdischer junger!: Mann mit einem Revolver gegen den vertierten ,Bengel^^ Ein blasser junger Mann. Mageres Gesicht. Angen-ii gläser. Sie lausen. Ich nach. Der junge Mann schießt^' Er trifft nicht. Der Pogrombubc jagt in einen Hof.! Ich stolperte und fiel hm. Als ich in den Hof trat, stand der Bursche im einem Winkel des Hofes. Sein linderjunges Gesicht warj! grün geworden, die Augen groß und stier, seine Zähwe^ klapperten. Der blasse junge Mann stand hart neben^ ihm und hatte den Revolver gehoben. Sein Antli^ war noch blässer als früher. Er sah den furchtbarewj Schreck des halbwüchsigen Jungen, schaute eine Weilststarr in das furchtverzerrt« sinnlose Gesicht, dann rich^i tete er den Revolver gegen seinen eigenen Kopf und» erschoß sich. j In des Jungen Gesicht erlosch der letzte Funk« der Besinnung. Er kauerte sich zu des Toten Füßenjs nieder, sprang wieder auf und mit tollem GefchoeÜ sprang er über den Leichnam. Dann rannte er auH dem , ' «Schluß i-lgi.) '