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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-01 · Heft 548 (1.8.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 548 (1.8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Men, Sonntag Wiener Morgeirzeiknng l. August 1920 Sekte GerichLssaal. 15V.VVV Kronen zusammengestohlen. Zwölf Dienstdiebstähle. Lor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze des Oberndesgerichtsrates Dr. Doblhammer hatten sich gestern zwei äußerst raffinierte Dienstdirbinncn, die angebliche Bedienerin Marie G r i { und die Hausgehilfin Marie K u t i l e f, neuerlich wegen einer Reihe von Dienstdiedstahlen ur verantworten. Die beiden Beschuldigten traten unter falschen Namen bei den verschirdrnsten Dienstgcbern zur AusWrung von Diebstählen rin. Die Anklage legte der G r i l film DienstdicbstÜhle mit einer Schadrnssnmme von rund K 50.0(0, der Kiitilck sieben solcher Hansdiebstahle mit dem Schaden von über K 100000 zur Last. Die Angeklagten blieben ans manchen D:enftplätze» «ur einige Stunden und verschlefiderlen die DiebSberste an Trödler und andere ihnen unbekannte Personen. . , Bei der gestrigen Verhandlung legten die beiden wiederholt vorbestraften Angeklagten ein volles Geständnis ab. — Die Geschwornen bejahten die Schnldsragen mit zehn Stimmen. Der Gerichtshof verurteilte Marie K u t i l e k u v i e r I a h r e n, Marie GrilzudreiJahrenschwerenKerkers. BANK- UND WECHSELSTUBE h.,TT..„ KÜNSTÄDT Besorgung aller bankgeschäftlichen Tranaaktionen zu kulantesten Bedingungen. 8075 . Tolephon 18298 u. 21922 Der Volkswirt. Eine Krsne 3.40 Centimes Geld. , Gestern notierte irr Zürich: | die österreichische Krone Geld. . . 3.40 ( 3.42'/, am 30. Julr) die östrrr. gestempelte Krone Geld . . 8.50 ( 3.50 am 30. Julr) die tschechische Krone ....... 11.75-1175 am 30. Jul,) die Mart ... . 13.85 (13.80 am 30. Juli) Agram.. ..7.75 s, 7.75 am 30. Julr) Warschau.. 2.80 > 2.95 am 80. Juli) Budapest .. 3.40! 3.40 am 30. Julr) Die österreichischen Vorkriegsschniden in Frankreich. y Paris, 31. Julr. Havas.) Zu dm Verhaudlrmgcn deS österreichischen Staatssekretärs für Finanzen Dr. Reisch über die Frage . der österreichischen t V 0 r k r reg s sch u l d e u Meldet „Petit Journal", daß Staatssekretär Dr. Reisch der hiesür kompetenten Kommrsion für Auswärtiges eine Losnyg unterbreitet habe, dre dm gesunkenen Kronrnkurs berück,'ichtige, der zur Folge habe, daß eine Vorkriegsschuld von einer Millron gegen'wärt g 13 Millionen Kronen entspreche. Nach diesem Vorschläge habe der österreichische Schuldner seine- Schuld sofort zum gegenwärtige n W e ch s e l k u r s zu besleichen. Der österreichische Staat würde hinsichllrch deS Restes /der Schuld, dessen Begleichung in ans 25 Jahre abgestüften'Raten erfolgen soll, an die Stelle de§ Schuldners treten. Diese -Zahlungen würden nach einer fünfjährigen Frist beginnen. Die Ziffer der restlichen Schuld soll nach dem Kronenkurs vom Jahre 1925 ' festgesetzt werden. Während der sünffährigen Frist waren dem französischen Gläubiger Zinsen zu einem Zinsfuß zu zahlen, über den sofort beraten we>dcn soll. Das Blatt bemerkt, daß dieses Arrangement bereits die Bill gung der stanröstschen Sachverständigen gefunden habe. Die näheren Modalitäten werden bei den Besprechungen, die bis Sonntag oder Montag dauern werden, erörtert werden. Das Ergebnis de« stnanzpolitischen Veryandlmrgen Mit der Tschecho-Slowakei. Die zwischen unseren Vertretern und jenen der tschechischen Ncgict'uug staitgesimdenen Verhandlungen über die laufenden sinanzpoliruchen Augelegmheuen haben insofern zu einer Einigung geführt. a!S dir w e ch s e l s e i 1 i g e F r eigab e d e r E f f e k t e n d e p 0 t s b e i d' e n Banken vereinbart wurde. Auch werden in Znkunit die Coupons tschechischer Wertpapiere im Besitze von österreichischen Staatsbürgern zur Einlösung gelangen, wie auch umgekehrt. De« ZoNzuschlag auf 2409 Prozent erhöht. Durch eine Vollzngsanweisung deS StaatsamteZ für Finanzen wiid heute der Zollzuschlag vom Zwansigfachen auf das Fünfnndzwanzigfache des Grnnd.wlls, das ist von 1900% auf 2400% Prozent erhöht. _ Der Notenwechsel mit der Repartttronskomrmssion. Die „Wiener Abendpost" schreibt unter anderem: In Punkt H der Note der Reparationskvmiwssion sind die Ber-- pstichtungen enthal en, die die österreichische Negierung übernehmen soll. Sie bestehen vor allem darin, daß das öffentliche Eigentum des Staates, der Länder oder der Gemeinden nur m t Zustimmung der Neparationskommisstvn veräußert, werden darf. Diese Bestimmung hangt einerseits müder im Frieden festgcstellten ersten Hypothek auf das öffentliche Eigentum, andererseits mit den Garantien für die uns tingeräumten Kredite zusammen. Sie hat in dieser allgemeinen Fällung die Befürchtung hervorgerufcn, daß die finanzielle und wirtschaftliche Gebarung des Staates, der Lander und der Gemeinden dadurch behindert und vielfach unmöglich gemacht würde- Es unterliegt keinem Zweifel, daß dies nicht die Absich tderReparationskom Mission ist. Uni aber volle Klarheit hierüber zu schaffe», wird die österreichische Regierung eine Note an die Ncparationskommission richten. Es ist dies einer der-Punkte, deren Besprechung sie sich Ui ihrer Antwort an die Reparationskommission Vorbehalten hat. , Prrvatverkehr. Der gestrige Privatverkchr war unwesentlich. Lombarden wurden zu K 650 umgesctzt. — Pon ausländischen ZakilüngsmiMn 'waren- D ö'l l a r begehrt, und winden zu K. 188 gehandelt. Rudel notierten 6 335. Börse f»« laudmirifchaftliche Produkte. Bei schwachem Besuche nahm die heutige Wochcnbörse einen lustlosen Verlaus Von einem nennenswerten'Geschäfte löunte übrigens auch der zahlreicherer Beteiligung des Marktes nrcht gesprochen werden, nachdem ja die Fessel «, welche den Getreidebandel bedrücken, auch durch! die neue staailrche Getreide!,ewnlschastungssorm noch nicht gelockert wurden, und es' vorerst noch der Aufhebung verschiedener Regstrungsverordnungen bedarf, durch welche erst das Generdeüberkontmgent in den freien Handel käme. Was yrgmwärüg offeriert wird, erstreckt sich hanvtsächlich auf Zwischenfrüchte, meist Sorten zur Grünfülterung, ferner auf Fuktererbsen - zur Vermehrung der Kraftfütterminelvorräte. Auch neues Heu gelangt zum Ausgrbvt. doch machte sich im Hnrblrckc auf die hohen For derungen, dre wegen der guten Erträge als unberechtigt angesehen werden, keine Nachfrage bemerkbar. Auch Stroh ist lebhafter ausgeboien. ohne aber Kauter zu finden. In Klee- und Grassamereien Ware für neue Ware wohl Nachfrage, doch ist diese noch nicht vor» Händen. In ausländischem Mais ist wohl großes Ausgebot, doch kann der Forderung nach Bezahlung in Urkvrungsvaluta nicht näheraetreien werden. Wie die auswärtigen Besucher berichten, ist der Getreideschnitt bis auf Heuer nunmehr größtenteils beendet. Das Erträgnis ist im allgemeinen zufriedenstellend, was »uch durch die Drnkchresnltate bestätigt wird. Auch im Auslande liraen aroßtenteils beiriedrgende Ernteberichte vor, wenn auch die Gesamterträge infolge manaelhatter Dünaung und vielen «nbeba»ten Landes gegenüber dem Vorjahre abermals eine Einbußeer* fahren werden. „Die Vermögensabgabe",. Die bekannte, vom Rechts« nnwalt Dr. Emil K 0 l l e k herausgegebene Zeitschrift ,D i e Steuer" veranstaltet ein; Sonderausgabe über die Ver« mögensabgabe. Diese wird unter Mitarbeit allererster Fachleute daS ganze Gebiet der Vermögensabgabe in ebenso ansiührlicher wie allgemein verständlicher Weise behandeln und wird em vorriigllcher Behelf für die interessierten Kreike werden. Der niedrige Bezugspreis von bi 10 soll sie allgemein zugänglich machen. Voranmeldungen unter Vorauszahlung des Bezugspreises nimmt die Verwaltung, Wien, l., Wipplingerstraße 22, entgegen. Perfonemverkehv mit der Tschecho-Slowakei. Die niederöstecreichische Handels- und Gewerbekammer teilt mit: Fahrkarten für dre tichecho-slowakischen Strecken, gültig von den österrerchisch-tschecho-slowakrschen Grenzstationen, find bei den Zweigstellen des österreichischen Verkehrsbnreans bereits erhältlich. Ja nächster Zeit werden auch direkte Fahrkarten für einzelne wichtige Verkebrsverbindungeu zwischen Oesterreich und der Tscheche-Slowakei ausgegeben werden. Die neuen Eisenpreise in Deutschland. Ans Düsseldorf wird uns geschrieben: In der gestrigen Sitzung des Jnlandsarbeiterausschuffes des Ersenwirtschaftsbundes wurden folgende Werkpreise ab 1. August 1920 beschlossen: Rohblöcke 2140. Vorblöcke 2260. Knüvpel 2365, Platinen 2410, Formeisen 2740, Stabeisen 2840, Walzd'.aht 3160, Grobbleche 3595, Mittelbleche 4060, Feinbleche 1 mm und wehr 4195, Feinbleche unter 1 mm 426(1, Bandeisen 3185, Unrvermleisen 8175 Mark. Die Preise für die übrigen Sorten der Listen vom 1. Juni wurden ebenfalls entsprechend ermäßigt. Der Aufpreis für Siemens- Martm-Handelsgüte wird auf 65 Mark festgesetzt. Die vorstehenden Prerse gelten bis auf werteres, mindestens aber bis Endr Oktober 1920. Eine Kodlenpreiserhöhung bis 20 Mark die Tonne ist hiebei rmgerechnet. Für jede Mark KohlenPreiserhöhMüber 20 Mark erhöht sich der Walzcrsenpreis um 3.50 Mark die Tonne. Berlins« Börse. Berlin» 81. Juli. Nachdem nunmehr die Waffenstillstands« Verhandlungen zwischen Polen und Rußland begonnen haben «ud der Ultimoverkehr für dw Börse erledigt ist, setzte sich nach zögernder Eröffnung die Aufwärtsbewegung der Kurse in kräftigem Tempo fort. Im Mittelpunkt des Interesses standen bei ziemlich belebtem Geschäft wiederum Mönian- und Petroleumwrrte. I» einzclnen dieser Papiere fanden stärkere Aufkäufe teils seitendes AuslandeS und, wie man sagt, teils auch zur Gewinnung vo» Emstußnyhme seitens großer Konzerns statt. Petroleumwerte waren anfangs ziemlich erheblichen Schwankungen unterworfen, im späteren Verlause ober gingen dre Kurse steil in die Höhe. Deutsche Erdöl-Altren erreichten nach 2000.— bis 1900.— den Kurs von 2200.—, Deutsche Petroleum-Aktien nach 820.— bis 832.— dt» Kurs von 845. Napbtha-Nobel--Akticn wurden bei nomiMler» Kurs eber vernachlässigt. Auf dem Markte, der Montanwerte batten Bochumer-Aktim bei Kurssprüngen bis 406 die führende Rolle inne. Ihnen folgten mit Steigerungen von 10 undvrremzelt 80% Laurahütte-. Harpen er-, Hösck-, LotbrmgerhLttr-, Phönix- und Nombacher-Aktren. Chemische Werte konnten sich unter Führung von Th. Goldschmidt-Aktien von ihren gestrige» Rückgängen wesentlich erholen. Elekiro-, Kali-, Kolonial- und Bankwerte lagen bei geringen Veränderungen still. Schiffahrt-- werte befestigen sich im Einklänge mit der festen Allqemeintendeuz I teilweise kräftig, ebenso stellten sich Orenstern & Koppel sowie I Rheinische Mctall-Äknen wesentlich höher. Von Renten bröckelte» I die heimischen Papiere leicht ab. während die ausländischen nahez« I ohne Umsatz blieben. Die höchsten Tageskurse konnten schließlich l nicht voll behauptet werden. LsmMsrL.-«.vi8konw LLllk». 8 Lssorgung aller bankgescliäftl. Transaktionen. Ent" gegennahme von (reldeinlagen. Ausgabe von Elnlagsbttchern. Uebernabme von Vermögensvenvaltungen. Warenabteilung. Zentrale Fressfeurs0 Filiale Wien,‘ -28DTe!epSion 12358,18296,17408 2SS?^‘ Das Kreuz. . Von L. Schapiro. '9«S dem Jiddischeni übertragen^ von S i >e g f r i e d S ch m i tz. > . (2. Fortsetzung.) d Und Minna verstand es als Erste! Sie sah es ausi Meinem Gesicht, ehe cs mir selbst noch klar war. Me nur? „Entschlossen?" -— fragte sie nach einer Weile mit .halber Stinnne. -.Entschlossen 1"— antwortete, ich gelassen und fest. Und fühlte dabei, datz der Beschluß angenommen werde jttt gleichen Augenblick.! Sie sah mich an; damr ging sie wieder rm Ziinmer auf und ab. Wenige Minuten später war sie wieder ruhig und ernst wie sonst. „Uebrigens, wir sähen uns ja noch!" — sagte sie und reichte mir d^ie Hand. \r Wie ich heim zu« ÄOker ging, fühlte ich .alle meine .Glieder singen. Und ich dachte daran, wie eigen doch bas Schicksal eines Menschen sei, dessen Lebensweg — wohl nur^ ein kurzer —. sich zieht von einer, Frau, die er belüahiö haßt, zii'" et'n^r' 'artdereu. bte dtr zu lieben; auf und blickte auf mich. Es -wurde mir unheimlich. Es kam mir voor, ihr Blick sei kalt und ironisch, als gelte der Pogrpm mir, nicht ihr. Ich blieb stehen, . halb an gekleidet, und sah sie verlegen an. Da erb ebte das Haüs Oie .in den Armen eines Sturwes. Di>L Fenster spangen klirrend, Tür auf Tür sprang ’ auf und mit dem Schwall wirren Schreiens und Weinens von der Gasse her brach eine Pogrombande zu uns herein. Ich bin stark. Doch bis zu jenerNacht habe ich mich nie herumgeschlagen, ernst, im Zorn. Bis zu jener. Nacht wußte ich nichts -vom echten Zorn, der berauscht wie alter Wein; von dem Zorn, der in einem Augenblick - igendwo rm Blut aüfkocht, der durch den ganzen Körper strömt, in den Kopf emporschießt und das Sehen verwirrt. Und als dre Pogrombande ins Zimmer einbrach und auf mich losging, da wehrte ich mich berechnend kalt, nur ein wenig zerwühlt, als müßte ich erst-davaufkommest, /was ^man von mir eigentlich wolle. Doch plötzlich, aus geringfügiger Ursache, ich glaube, einer zerschmetterte mein Schreibl Zl!ug Mit einem Wurf auf die Erde — verbrühte , slamurende Hitze meinen Köper, der Kops schwindelte mir und die Hand hob sich von selbst. Gerade vor mir beginnt. . . ' . Ehe ich in mein Haus traj, warf ich einen Blick :krttf die Stadt. Die Sonne sank mtb ein leichter, zarter >Schleier, aus Gold und Frieden gesonnen, legte! weiche Falten'sauf Gassen und> Häuser. .Unsere.Strdt war sschön •.« - : ' > .; ■ ■■ . , , .■ Es'. war zu spät. Noch in derselben Nacht brach der Pogrvtu aus, plötzlich wie diev Explosion einer tzelegten Mine; und gerade in der Gegend, wo ich wvhllte. Die ersten Schreie poltertcrr mir in einem wirren Lraum. Dann begriff ich plötzlich, sprang aus memm Bett, zündete Licht an und begann mich hastig anzu-l kheiden. Da setzte sich meine Mutter in ibrem Bett stand'ein kleiner, dürrer Kerl nnt einem mageren, blutlosen Gesicht,' vifiM IrohMöeir, ÜleWn ' Schnurrbart und kleinen, stechenden Augen, die kalte Mordlüst füllte. Ich erinnert .:mich, daß ich -auf chies^ Wlbe Fratze meine Fairst nwdcrsausen ließ; dabei stieß, ich ein Brummen aus wie ein wilder Stier. Dann drehte sich alles um mich, in mir rasend schnell und furchtbare Freude durchzog mich.. Wie lange das bauerte, weiß ich nicht. Mein Zorn und meine Freude wuchsen in dem Maße, als meine Kräfte dem Widerstand begegneten ■ unb ihn besagten. Währenddessen traf mein-Ohv von weither eine kreischende, verbissene Stimme und abgerissen klangen zu mir ihre Worte: „Es geht nicht . . . anders . . . geht's nicht . . . Binden! Binden! . . Mächstiger wuchs der Widerstand, schrreller als meine Kräfte; er wuchs oben, er wuchs unten. Dann umgab er meinen ganzen Körper wie eine steinerne Haut. Die Freude war geschwunden und Zorn, höllisch lodernder Zorn fraß meine Brust und trocknete mir die Kehle aus. Bisweilen kühlte er ein wenig ab, gefror und lastete auf meinem Herzen wie ein schweres, spitzes Eisstück. Ich kam wieder zu mir. Ich lag auf der Erde, gebunden, fest verpackt iw Stricke, blutig, verwundet; in meiner Nähe tanzte der Kerl mit den stechenden Augen, doch mit furchtbar entstelltem Gesicht. Blut sah ich auch auf den übrigem Fratzen, die sich herumdrängten und mich anstierten.. Man hob mich auf wie einen Sack und band mich an an das Fußende des Bettes meiner Mutter. Meine Mutter! Jetzt erinnere ich mich' ihrer. Siewar aus dem Bette gesprungen,^ offenbar — mir zu Hilfe. Jetzt schleppte' man sie zum Bett zurück, wo ich gebunden stand. Ich erkannte sie kaum. In bloßem Hemd. Breite, magere Beine. Wirr verraufte graue. Haare und funkelnde Augen. Die Zähne zusammen-' gebissen. Stumm. Man schleuderte sie ins Bett, miv zugewendet. VI. Stellen Sie.sich ein Haar vor: Was ist ein.Haar, eitz einziges. graues Haar, aus dem Kopfe gerisßeu? Nichts, gar nichts. — Und zwei Haare? Ein. Büschel Haare, auf einmal ausgerissen? Und mehrere'Büschel langer, grauer Haare? Äch! Nichts, gar nichts! ,. . , Ja: Wenn matt Knochen bricht, knacken sie. Aber wenn man Scheite bricht, trockenes Holz oder was weiß ich, was? — knackt es auch. Das Knacken ist doch so eine natürliche Erscheinung! Eortsetzung folgt.)

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