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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-14 · Heft 530 (14.7.1920) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 530 (14.7.1920)
Date
1920-07-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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&eüb ö ..Uo »V. 4, ) U * «/V** ÖU\J Ein literarisches Unternehmen. AuS dem Tohuwabohu Sammh Gr»ue«a»ns. <2. Fortse-vngsi. " Eines Tages ^ing er zu dem Sohne des Pedells der dcur'ckicn Schule und ließ sichvon ihm Unterricht im Deutschen geben, die Stunde für drei Koveken. Er 2§- brauchte nur wenige Wockt-öu dielen Unterricht: dann sonnte er Urf> selber sorthrlü'n und er verstand-es, aus iveggen orsenen Leitungen sich billige Uebungsbücher zu «wrfchasie-.i. Im Sommer hockte er, seine jüdische Schule,, in eer nur.Debräisch gelernt wurde, schwänzend, stundenlang unrer dem offenen Fenster her deutschen Schule- und prägte sich Wort» mtb Inhalt des Vortrages ein. -- Nach einiger Zeit sing er selbst an, deutschen Zbnterr^r.hi -n erteilen, und hatte dabei den doppelten Borteil, -,u vrrrienen und sich selbst weiterzubilden. In - r. Periode wurde et auch mit dem mehrere Jahre älr.'re>: Iossel Schlenker bekannt, mit hem zusammen a •aiuv- Z^it fleißig das Studium der deutschen Sprache betrieb. , Uw GU genbeu zu finden, ohne um seinen Leb'ensunt.-roalt besorgt zu sein und ohne feiner Mutter zur Laß zu fallen, -ich w 'i e.eznbilden, nahm er., eine Daiwsebrerstelse auf dem Lande an —bei einem Schänkwirt der 'für seine beiden Töchter und den einzigen Sobn -einen Lehrer suchte; er hatte es in dem Hause nicht allzu gut, wurde von den Erwachsenen-und seinen Zöglingen - geringschätzig behandelt, schlief in...einem u ugeheizten Zimmer und hatte wenig zu essen, aber er barte Zeit für sich zu arbeiten. Er,.ließ sich -Bücher alwr' Art kommen, die ihm nur irgend nützlich zu sein vcr'..-rachLir und studierte hungernd und frierend beim Sweine des Talglichtes' bis spät in die Nacht. Endlich schien ihmdie Zeit gekommen, ernstlich <u die B.rwirklichung seiner Pläne zu gehen. Er war mü dr'.i Jahre im Hause gewesen, als er die Stellung an-gab: man ließ ihn ohne Kummer ziehen, denn r? der -.wret Zei' uwv t ' u "■?i * T-annti? sich inu."- tich fremd geblieben. Wolf kam aus wenig?. Tage nach^ Borptschew.,Mrück,nahm von der Mutter und den Geschwistern, bör ällock sivvüsiJofwE an den . er sich , eng angeschlossen hatte,' Abschied und trat die Wände-/ s rüng nach Dsutschland, deck Land' feiner/Sehnsücht, an. Er hatte M Hälfte sckner Ersparnisse secker Mutteck gegeben und schlug 'sich nun'von Stadt W Stadt durch, selten eine billige Fahrgelegenheit sindend. An die . Weichsel gelangt, wurde -er ‘ von . Flößern', denen, .er' al.eriand Dicnst leiste e, mitger.ommen und ge-angle-nach- 'langwieriger Fahrt und allerhand Schwierigkeiten an der Grenze, endlich bei Thörn lauf'deutsches Gebiet. Stun schlug er sich auf ziemlich verschlungenen Wegen bis Berlin durch - —' imcker^' die - jüdischen Gemeindestuben auf suchend - und von ihnen mit Fahrkarte und Wegzehrung auf eine 'kurze - Strecke versehen. - Er..berührte auf dem Wege von Thorn-nach Berlin unter anderem Schneidemühl, .Dhrschau,, Danzig, Königsberg, Kolberg, - Stettin, Eberswälde, Frankfurt' u. „Posen, Breslau, Kattowitz,^ Dresdens Leipzig, Halle, Halber-- : stadt- Mügdehurg, Braunschweig und,.- Hannover; - erst ■ 1 hier glückte es ihm, sich" aus-der wahnsinnigen Karussel- - fahrt, zu welcher die. jüdischen Gemeinden jeden än- : halten, der sich um Unterstützung, an,.sie ckendet und in 'die er ganz wider Wrlleu.geraten war-, frei zu.macken' ' und auf eigene Kosten nach Berlin" zu gelangen. — Die Wochen, welche et auf dieser fstund fährt: zu- ' gebracht hatte, waren indessen, nicht Verloren; er hatte, viel gesehen und gehört, hatte insbesondere in. den .Herbergen einen Einblick, in die Geheimnisse der Schnorrerzunft erhalten. Und als er nach Berlin...kam, . stand sein Plan fest, ein Vertrauensmann und Sekretär, jener. Zunft -zu werden. — Iw der Dragonerstraße bei Bornstein fand er für 5 Pfennige ein -notdürftiges! Nachtlager und wenige Tage.darauf hatte er sich im Hinterzimmer in seiner neuen Würde installiert, sehr zum D'.rdruß des dicken Branbler, der manchen seiner .Vf der .! tut .vmucriünnv: verschwinden sah. Ar Tat arbeitete BrändliiL nur noch mit Lewohüter^ Rontibe ckechani sch weitevr aber die neuen Ideen fehÜLM^ ihm. :Klatzke . aber wurde Won manchen Gästen, die auß der' Reise voder -in der vHerherge. mit ihm Ausammey-»h gekroff.rn si -Zvaren, a.l^ anschlägiger Kopf bezeichn«^ auch .wurdecki seine, manüigfachen Kenntnisse vielfaM gerühuG/Änd. wvr allem protegierte - ihn"einer. Hey) , geschäMsten altsn Kunden Borirsteins, pm in allemj SchuyMrkveisenmit besonderer Hochachtung genvintter,'^ yielgeckandter -Mann — ein Landsmann Wolf —. Htzrr-.Brrl Weinstein ans Borytschew. >*‘{v A " 777 ' 1 ■' -N ,We schreibst du das Wort?'" fragte Berk lsteM-W -über Klatzjße beugend, der eifrig, den j tzsißKADeüe - gelegt und tief auf die, Äschplatte.W schreibst ,chhilantropisch" 'eiuennM'Jst das'richtig?". „Jak" sagte KlaM,. ,^s schreibt sich' -mit Und -^r. ..schlug den,Duden auf. ,^Da steht es: , tropisch e- -mit pH — Ich-habe schon richtig geschriebvE - sagte Perl Weinstein. ,^Zch habe wirklichglaubt, -man schreibt es mit einem j," - Z-Noin! Mit einem f. ist falsch'-" " 'siÄÄnnTst's richtigk" ' - - And das ,f blieb stöhen. - ' sagte Klatzke,' ^>as ist Line KleirngLiL da, MUßE ich .schon oÄenUich auspasse«, daß ich. j : solch An'Hüvt' mal aus Devfehen' richtig schreibe^ wpllest hie . Leute nicht s haben; das' stört^ sL. ' Schvorrbrief muß falsch' geschrieben' sein' 7von bvv hinten. Bei den' gewöhnlichen, Worte» siweiß^ schon, wie sie nicht geschriebchr' werden, aber t$‘ ^g>H da manche so schwere Worte." „An was für -Leut« schreibst du . ... . . Mrtsch»»- folgt.) . ... si Theater von heute. 1 Dolksoper. Magdalena. 7 Wiener Knmmerspiele: Theodore & Cie. 7 JosesstäLter Theater: Das Kind mit den vier Müttern.. .. ' .7 Reue Wiener Bühne: Klein Dorrit. 7 Wiener Stadttheater: ^rie. 7 Renaissanee-Bühne: Der Bibervelz. ltj Wiener KomodienhauS: Das Sperrseihierl. ' «7 Carl-Theater: Liebesrausck. 6 Theater an der Wie«: Die blaue Mazur. ' J Wiener Bürgertheater: Dre Flederviaus. 7 Metropol-Theater: Liebe auf dm ersten Blick. 7 Luftspieltheater : Das Glückskind. Freie jndische BoNsbiihae AL!i-W!ck.W> Miitwvch den 74. Juli, des „Bayrischen Hof" Uhr abends, im Theatersaale Gackviel L. Jungwirth ..yerjückirche Wmg Lear" Sf&eiie&üb in * Men von Jacob Gordin. 3N3 Q r ü n cl e t und Interessenten der Palästina' Gartenstadt - Gesellschaft versammeln sich heute den 14. d. M. um Vä7 Uhr abends im Cafe City, L Bez., Börsegasse 10 (Ecke Werdertorgasse) ji*gesordnung-: 1. Bericht 2. Referat über die nächstenAufgaben 3. Eventualia. Gäste w 3111 illkorainen! Das Gründungskomitee. Bnchhandlung „Beth-lzrael“ 6. m. ti. H. Lemberg (Polen) Jagiellonska-15. Soeben ist erschienen: Sefer Schirah hebräisches Liederbuch in schön gebunden Miniaturformat, d.-o. K 12*— Musikalbum Noten zu den jüdischen Volksliedern füreineSIngstimme od. Violine, schön gebunden. d.-ö.Kto*— Zu bekommen' in allen Buchhandlungen oder direkt beim Verlag. >si8 Die inni für Hebräisch, Polnisch und Deutsoh gebraucht, zu kaufen gesucht« unter „Beamter- Nr.. 1313“ an die Geil. Zuschriften AdiN. dps Blattes zurvoljständigenErlemung der 3 erwähnten Sprachen ohne Hilfe eines Lehrers sind in allen Buchhandlungen erhältlich oder direkt zu beziehen von S. W&Ikowski Krakau, Miodowa 22. Man verlange Erlagschein! Der Preis für 10 Briefe beträgt K 90 (d.-ö.). für 32 Briefe K 250. . : FürHebräischsind 32Brief e, für Polnisch 32, für Deutsch 10 Brjefe vorhanden. " ein sehr .praktisches Lehrbuch nir Erwachsene." Preis K 35. 63is II UEFCRT Tlsues •IJ. SCHLESINGER]* \sWfEit, II PBÄTER8TB. 16,// WIEN u: Nr,3 Stets sortiertes Lager in Solinger Statil- und Eisenwaren. ■ SFEZXAJGTi^XTS mr * A «~W »Aili.T. 'MFC * ~WB. SSailUck# weine icke LikSt», Cmnei, LikSr-Kteen/en, ßnimiwMne. T^elnnd Deeeerti. ErBlkUieige Waren. Kouknrrenzloec Preiee. Re?!le n. pr:irrt;it* Tisdietmng HERMAniK BtJRSTWIV ■Wien, IL, Tabentraste i—* (m der Perdioandabrficke) Telepeon d«.3S1. — TeL-Adreese: ,Hermetyn Wien*. Mi.i Neuei Palästina - Postkarten erhältlich bei BennO'Bernstein,Wien, IX.Porzellangai8e 19 bittet ASjibrigcr rüstiger ]ü3«s mit langjährigen Zeugnissen und prima Referenzen,, als Magazineur, Aufseher, Bureauaiener oder dergl.1 Gefl.*Zuschriften an Kaspar, XII., Erlgasse 38, ü/23?i;^ Schöne Perlschaltre mma «m hWk Plifli, I i Sffltr, imttztn AM ‘lt: nhKhcioiMi Ktüchai« Pptfs« . Juwelier Rabinowitsch n StejUtanteptr^Me Nr. 3^ Mr Nr. 3f» I 0R .«l|MM Hmw) Miß . mSanilaggeaehlosiei ■■ mcm. 'K'inden numnl 6rtd isidö *lvai*a 'E. vastaqS» » hoosÄ«Ml,UerlnvS» rstäökLx' ex/eilen 'wmfgjwt hyeliri »apllftptjlt» :< ■■ s kolossTärott megjelenü elonista HegrendtlhetS'ft ^,M1s»k>r hdk ..'-'.-Bffz« 5-:iM Kle er ÄllgeM. Verkehr Billigste Bezugsquelle - fnv Zigaretteuhülfenverkauferk r . . Prima Statzfermarkett bei Haß, 10. Bez., Rvtenhosgaiie LS. 308» i B>rill-nten, Kold- : u»d EiUerwaryn sowie sölsche gäbxe werde»- -z»> he% denkbar Preise» bezahlt. Adoli Kavai, Juwelier. i?Bez.. 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Juli -Post«» l« , hiesiger - Gärtnerei, wobei Obstdaum. (und Beerennbsi) puliur wo möglich auch Bienenzucht erlernen kann. Neanst,r»chi volle Sogil,-Wäsche'>?,: und zahlt Mnatttch K. 1K,.— Lehrgely.. Hilft evtntüest mich bei Erutrarbeöen'. Geföklfge Zuschriften erbeten unter ..?flrjsti,?trIudcSSS4'' an dir Adm. des Bla.-tet. - SS»» Bürsten aller Art sind preiSwrrtäbzugeberr Zuschriften vntcr.,Schöne War«443" an die Adm Offene Stellen. in Knadenpeujivuat viesezl Blattes «NW Wohnungen. Gesucht möbliert: /fweizimrnetwoh:>.-.ng in Bezirk sofort. Wird nur bei Tmchrrfte in Wien benützt. Unter „tt!. P. Spi-' an o-.e Adni. de» Vlar:e-;. ' S7.» Fnnge Dame mit Bernf sucht reine» l-jimuier niir Ülavier« beilsiizueig, cvrnt. kleine AohN7t«g. Ueirer .-Stadtnahe 151'' t. Ä. Sjtnu de» Zielte*. m n b*r skShe Win:' tuchi lüGii-zt-!,: iUchtbewust:»!- für d-> Serien. Her-: 'chii H»ti:an,si«ümarura . gCMrif. 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I Vrchdrack-^ 'u. Ignaz Tteiumaü«» Mers. (tzsrsnr.chm.ilrch^ ueirer ÄuurPoLtEr.' (St-.OLbJü».J 114

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