Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 527 (11.7.1920)
- Date
- 1920-07-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979605--04658-2990425- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rr. 527 Wien. Hsnma^ Mevev wrorgenzettunK Line m einige n K # :i i g. t* c i ck zlffflmmen^ileg?n. da dieser Staat nur so eine gewisse milkt arischer Bedeutung wiedererlangen könne. H o r t h y erklärte, daß Ungarn diese Auffassung ablehne und die Restauration der Habsburger nur im Rahmen eryes ungarischen Nationalstaates, nicht aber in einem Donau st a a t e in Frage kdmmen könne. Windischgrätz erklärte darauf, daß unter diesen Umständen die Habsburger nicht in der Lage seien, die Leiiimg Ungarns in die Hand 31t nehmen. Nachdem Windischgrätz sich mit Karl Habsburg in Verbindung gefetzt hatte, erklärte er, d a tz d i e H a b s b u r g e r der ungarischen Forderung Rechnung trogen und einen Modus zu finden trachten werden, der dem Gedanken eines Königreiches Ungarn vollauf gerecht wird." . ■ ■ Jüdisches Kindergarlenwesen in Palästina. Durch die Freundlichkeit einet: £otcriii des hiesigen jüdischen Pädagogiums, wurde uns ein Brief des Fräulein Grete Obernik, der ehemaligen Lehrerin des Pädagogiums in Wisst, die sich derzeit in Haifa befindet, zur Berfiigung gestellt, der viel Interessantes Ec' das jüdische Kindergartetzwesen in Palästina und Anregtmgen für diejenigen enchAt, die sich der Kindergartenarbeit -widmen wollen. Fräulein O b e r n i k schreibt unter anderem:. "'' ^Jch hÄöe' in. Jerusalem die' Mn'dergjlrtm besucht, Me vollständig nach dem Pestasozzi-FröHelhauS.in. Berlin, einigerichtet sind. Auch hier in Haifa, wo ich arbeite, ist dieselbe Schablone: MonatSgegryiftzl^d, v, Wochen lang Hühner. Dazu kommt, Iratz.die Handfertigkeit gaitzunkünftlerifch geübt wird. Auch das Singen mch Turrten ist ganz mülderwertig. Man darf sich darüber aber/ nicht wundern, drstn Palästina war durch sechs Jahre von der Welt abgesperrt und hat keine neüen Anregungen empfangen. Sobald aber welche kommen, geht man istnen/eifrig nach und wenn es auch hier eine Clique gibt, welche am guten Alten festhackten will, so gibt es viel mehr Menschen, die verbessern wollen. So ist z. B. das Monte ss 0 r i - Sy sie m seit einem halben Jahre das System des Seminars für Kindergärtnerinnen in Jaffa geworden und der dortige llebutzgskindevgarten ist der, crsto tadellos funktiorjierende Kindergarten nach Montessori, den ich gesehen habe. Die Leiterin des Kindergartens, fftmi Harari, ist in der Schtveig und in Paris hei Schülerinnen, der Montestori gewesen. Sie wechselt ittd'widttelle und gemeinsame Beschäftigung. Die Kinder" strtd dort anders , wie in anderen Kindergärten, ruhiger, feiner; . sie singen und turnen schön und arbeiten mit großem.Eifer. Hier in Haifa gibt' es zwei.Kindergärten, die zionistisch sind, und einer" ist orthodox. Ich arE<e natürlich in einem zionistischen Gast. Einer der chefdenist groß, schön, geräumig. Evn,Lorrlicher Gartett'/Dht^dest KiEr.n zur Verfügutig und Stztzckzcküg. Dort, arbeiten - drei Kindergäctnerimten. Die . LWtftr rst. auch die Vprstchemy des Gan, an welchem, ich arbeite. 3^rr liegt unter den Wohnungen der sephardifchen Juden, in'einem armen Viertel. Die Kinder sind schmutzig, lausig; st« haben alle Trachom und ansteckende Flechten, mn Kopf, weshalb sie abrasisrte. Köpfe haben. Dieser Kinder«; garten ist aus schulhhgienischen Gründen eröffnet Mordm. Die «Hadassah" leistet in dieser Hinsicht Wunder, Damit diese Kinder nicht die gesunden artstecken und damit sie doch gepflegt werden, hat man ihtten einen eigenen Kindergarten gemacht. Täglich kommen Pflegerinnen, die Augen,-Köpfe und Wunden, zu. behandeln; häufig der Arzt,, um Untersuchungen anzustellen. Jeden Mittwoch gehe ich mit allqn Kindern ins Beth-ha-mirchaz. Dieses ist ganz arabisch. Die . Kinder werden von sephardifchen Frauen über und Er eistgeseift und dann mit Wasser begossen, welches Er den ganzen' Saal strömt. Meine Beschäftigung ist da, die Kinder beim . Ausuyd. Ankleiden zu Erwachen, ihnen di« Nägel zu schneiden und die Nicht genug gesäuberten zurückschickeii. Ich arbeite von 8 UZ 12, 3 bis viertel 4 Uhr. Freitag ab halb 12 Uhr und Samstag bin Ich den ganzen Tag frei. Ich bin'.ganz allein mit einer Wartefrau. Die Leiterin kommt einmal in d«r Zeit, ist Übrigens jung,.gebildet und sehr anständig. Ich habe nebenbei noch viel Zeit zu dem, was ich tun wist. Ich arbeite unter täglich wachsender Begeisterung und fühle gar nicht, haß ich in der Fremde bim Ich habe auch ein wenig Ansprache, bin selten allein, Ich bin nicht dafür, daß Kindergärtnerinnen ohne Praxis nach Palästina konnnen. Erstens versorgt sich das Land durch das eigene Sominar Mst und. die. Mädchen, deren Muttersprache hebräisch ist, sindeine große Konkurrenz. für ausländische Aspirantinnen, Außerdem ist. hier die Arbeit schwer, man mutz Routine: haben. Schließlich mutz man von der Arbeit ^iaterieWqrnährt' mich ,nein Posten'. tausendmal besser akß:H Wien. Aber m<m hat hidr ntir, was man sich seW miÄrittgt. Bringt man sich Gesellschaft, so hat man .sie; bringt man sich Vergnügen von der Arbeit, so. hat man Vergnügen. Wer Interesse hat, gerade für 'das.Mudertzatztenwesen zu arbsiteNj der mutz das-ypfer btingen, noch mindeMs gysi Jahre zu warten W'ÄMaMpraxis zu erwerben. Wer Er nicht Mvten kanch der soll mit einer Kwttzah- - kommen.: Drittens falten noch M warten, welche man bei^üns im Päd^Wum .,Mstlerinnen" nannte. Dir Md'nWch. fcte auf das Bah und auf das Nastertfein M MtmrnMn-.testen, werden hi« vielfach hexlktzt .mch äbgasWn. - , DaS HaO btetet laMchssMch viel. Bon . Jaffa hishiee zu fahren, ist der größte Genuß meines Lebens. Haifa liegt schön und mein Zimmer ebenfalls. Ich HE drei Fenster, Ausblick auf den Karmel und von der Terrasse, auf -er ich ehßn sitze, Ausblick auf das Mer uich den Karmel, , Ich bitte euch um schöne KindsAart«» für meinen Kindevgartem Da Ich in den Fersen vielleicht nicht da bin. adressiert: Margaltth Obernik, Jerusalem, Ziotnst Comission, Dr, Bergmann für. Obcrni^. \ Kokonistenkm -e fifr Palästina Wanderer. Die „Äi-rnev Urania" hat sich -üstex Ersuchet: des Palästina-Amtes bereit erklärt, sti-ährend? der Sommerserien spezielle Kolonisten- und .Kleinwirtschaftskurse unter der Voraussetzungzu-veranstalten, baß sich zumindest 40 Teilnehmer melden. Pie Kurse umfassen folgende Gegenstände: Obstbau, Kleintierzucht, Gemüsebau, Einführung in das landwirMaftliche Maschinenwes-rn, Milchwirtschaft, -Tierzucht, Bienenzucht! Pflanzenbau, Tierseuchen und ihre Verhütung, , lanbwirtschastlicheS Msliora''ionswef-n, BetriebKlchrer Gartenbau, Rebspalicrzuchc tm Hausgartr-l. Die Kurse dauern zirka zweteinhalb' Monyte5 Tägliche Beschäftigung 8 bis 4 Stunden. Teilnehntergqbsihr sün alle Gegenstände zusammen zirka- 150 Kron-rn (ftir chia ganze Kttrsdauor). Allen Palästina-Auswanderern, irkSbefdstdtzre den Chaluzirn, welkh.^ sich während der .Ferien in Wien aufholten werden, wird der Besuch dieser > Kurst (wärmstens empfohlen. Ste werden da vieles erlernten, was ihnen in Paläitmr zustatten konnneu wird. Auch für diejenigen, welstr itt der Landwirtschaft praktisch tätig waren, ist der Besuch dieser Kurse sehr empfehlenswert. Die A uln.e td un gen nimmt Frau Lotte Kempler bis 13. Juli täglich zwischen halb 5 und halb 6 Nhr nachmittags im Bureau d-rs Patästina-Anttes.' -2. Bezirk, - Zirkus-gassc' 83, r:rigegeu. Gegen die Fremdenansmeisungen. Das .'Iurückweichrn der polnischst Front vor den Altgriffen de--russischen Notttuppen ttnd die panikartige Stimmung, die deren angeblich bevorstehender Generalan'griff ut. Warschau und in Ostgaltzien hervorgerufen hat, wirken bis nach Wien. Tausende.'ausgewiesene Kriegsflüchtlings ans Galizien haben s'ch, wie inan prnK berichtet; in eitter Mafsenpetition an die Neparationskommisston mit der Bitte gewendet, 'sich für die Aufhebuntzder' Aüsweisüngen minzüsetzön, insoweit sie Unbescholtene chntz Hnbeanftändeiä MMffen.. ^n der Mingabs werden die. ohne Anführung von Gründen erfolgten' Attstveisungen/ zunächst unter' Hin-. weis auf-dis Bestimmuttgen des BaMbundsngssetzes vom Jahre 1871 als ungesetzlich bezeichnet'. Unter'Anführung ein-rr Reihe von Fällen wird betont, daß von der Aus- ’ Weisung Personen betroffen wurden, dte seit Iahten eittew redlichen Erwerb nachgehen, ihre Steuern.zählen, Nltd tein'srlei behördlichen oder sonstigen. Anstand hatten. Die Behörden „individualisieren die Fälle nicht" — führt die Eingabe aus — „sondern..bedienen sich eines gedruckten Ausweifungsformulars:,- das haufenweise ausgefüM . werde, ohne, daß man. irgendwelche Rücksichten walten laste- Eine Möglichkeit zur Heimkehr nach Polen gebe es.-..schon-Mgtü .dev. augenblicklichen, militärischen Lage htzs Landes nicht. ÜHeyn schon strömen neue Flüchtlinge in wilder Panik -vor den nahenden Bolschewiken über/ dir Grenzen Ostgaliziens. AuS diesen Gründen wird die Reparationskommissivu gebeten, für die Unbescholt'Luen nttd Unbeanständeten -unter den Ansgewiesenen die Aufhebung der Maßregel oder einen generellen Aufschub der Zwangsabreise bis zur Klärung der Verhältnisse, in Polen zu erwirken. Es heißt, daß eine maßgebende Persönlichkeit in der Rsparationskommission bei Ueberreichung dieser Eingabe deren Unterstützung Et Aussicht geststellt habe. Wieder eine Bande von Banknotenstempel- Mschern, Allt 7. d. M. erstattete ein Krieg-invalider dem Sicherheitswachzimmer auf dem Petersplatz' tm ersten Be-zjrk.die Anzeige, daß ihm ein M-ann im Bankhause der „Ungarischen Eütkaufsgenyssenschaft",- 1. Bezirk, Schenkenstraße 9, einen Betrag von 550.000 Kronen in ungarischen Banknoten verkaufen wollte. Da es sich, aber erwies, daß der Stempel auf diesen Banknoten falsch war, nahm der Kassier der Ba?tk die Noten nicht an, worauf sich der Werkäuter' wieder wtsernt habe. Der Kviegsinvglide gab an, daß der Mann der 25jährige Privaie Sigmund Kieselstein, Weßbachgasse 9 wohnhaft, sei. Der Krtegsinvalide, der'in Gesellschaft zweier Freunde war, hatte den Vorgang bemerkt und ' war dem Verkäufer auf die Straße gefolgt. Er hatte gehört, wie der Mann dem Chauffeur den Auftrag' gab, zum Hause Mießbachgasse 9 zu sahrett. Der Kriegsin'välide tvar entschlossen, den S h e r l 0 ck Ho l y: e s zu spielen,' er hatte mit seinen beiden Freunden rasch ein anderes Antv gemietet und war schleunigst zum Wachziutnwr Ptter gesaht'erl, wo er die Eingangs erivähnte Anzeige erstattete. Der dtensthabettde Sichcrhertstvach'- Inspektor stieg gleich zu den Draieu ins Auto und fuhr mit ihnen znm Polizeikommissariat Leopoldstadt, bei dem lu gedrängter Kürze der Sachverhalt.erzählt wi'.rbe. "' ' -.. Zwei Kri'mjualveMNte begabett sich sofort ins Haus, Mteßbachgassk 9; dort wurde Kieselstein, dar im Hause Wohnt, verhaftet. AdM fand in seinem Bssitze tatsächlich' 550.000 'Kronep, die angeblich mit den' falschen Banknotenstempeln vrrsebert seüt sollen. Kieselstein wurde einem Verhöre unterzogen und gab über die Herkunft der Banknoten befragt, an, daß er sie im CafS Habsbürg von einem Kaufinann, den ec.nicht näher kenne, und von de'm cr nur wisse, daß ec Weber heißt und ans B n d a P e st stammt,, gekauft habe. Als sich nun die Kriminalbeamten mit ihrem Häftling entfernen wollten, trafen sic i>n Flur d^s Hauses Mießbachgasie 9 mir dem wegen Fälschung v-nt Bantnotenstempeln schon abgestraften Franz Boiumanu. Faßziehergasse 7 ' 'wpMHM, .Eatnnu'tt. Battmamt iruä uitwr. beut Arm sitt 11, 2»uli , Seite 5 ' “’HMNDISIIl ZIGARETTEWARIERG Z! SÄRETTENBÜISEN Si« Obeptpeffe« gilbst 2 die böch^cn EpwruluAQaa z des Rauches»«,. großes Paket und war voir dem beschäftigungslosen Her^ La nda u begleitet, der auch im Hause Miehbachgasse 9 wohnt. Banmann und Landau mußten .nun mit ins'l Amt. Das Paket, das Bantnann behutsam trug, wurde gcöfsltet und man fand darin eine ungarische Bartknoteustampiglte mit Gumununterlage, zwei falsche Brotkommissionsstampiglien ltnb utehrere leere Brot- und' Milchkartenforttiulartetk. Banmann und Landau hattew überdies mehrere 1009' Kronen, die znnt Teile mit alschem Slamp.iglirnänfdrnck versehen waren, bei'.sich.' Bei seinein Verhöre leugttete Baumann jede Beteiltgustst an der Anfertigurtg falscher BaNknotenaufdrttcke; das Paket will er vvtr einem ihitt nicht nühe'L bekaMten-! Mann znnt Tragert übernommetr haben, ohne"von denr Inhalte Kenntnis gehabt zu haben. Landau 'stellte'beb seiner Einvernahme gleichfalls jede Kenntnis -von der Anfertigung falscher Bankno'enstempel und Lebensmittelkarten in Abrede. Er behauptet sogar, den Bä'umaNN> übcrhaitpt nicht zu kennen und zufällig erst im Hausflur mit ihm zusannnengeftoßen zu sein.,. Die bei Kieselstein, 'Bäumann' und La.rtdäu gefundenen verdäch-, tigcn Banktwten wurden zur Prüfung ihrer. Echtheit der Oestercetchisch-uttgati'chett Battk ttnd der ungarischen Gesandtschaft übermittelt. Die Strafamtshandlung ist' eingeleiiet. __ Admiral Fishev gestorben. London, 10. Juli. (Reuter.) Admiral Lotd Fisher iK heute vormittags an den Folgen einer Operation gesivrbrn. * Begräbnifse am heutigen Tage. Z e u t r a t*; Friedh 0 i: 9 Udr Hiltncr Julius, s Uhr 30 Mm. Deutsch' Rosalia, 10 Uhr Boschan Hermann, N Ubr Kornfeld Oskar/ Neuer F r r e tz h 0 f; 9 Ubr 20 Mi«. Mayer Josef. 9 Uhe^ 40 Min. Sachs Hans Leo, 10 Uhr Blau Moritz. 10 Uhr 20Mm.. Marlheim Frieda. * Spende«. F ü r d i e ins Elend gerat ut t jüdiscke Familie („Hilferuf"): Therese A p f e h' v tiattiK 50.—, Anna Unflar K 12.—, Friedrich Ung ck ri K 25.-^, MoseS Apfelbaum & 13.—, A. W, Wien IX., 20.—, Heinnck Frankel, Wien XX., K 60.— (blshrr K 1050.—). —- Fürdie armej j'l b i i ch? Greisin: Heinrich Frankl, Wien XX, K v0.— (bishrr K 9415.^). * Die Zensnr in Konstantinopel. Das wegen seines mutigen Hinhaltens in der Jndenfrage bekannte spantoltscke Blatt ..A Indio" wurde, wie ans Konstantinopel berichtet wnd, von der Zensur auf undesttmmte Zeit suspendiert. * Starte Feere»a — Geneealprokurntor ooii Konftantinopel Wie „'ia Nation" meldet, wurde Maitte Jsaac F e r r c r a, bisher Sektionsekef-, im Justizmitnsierium» nun Generalprokurator für Konstansinopel ernanpr. Jsaac Ferrrra. .der anck lacbschrhtstrlterlsch erfolgreich tätig ist, nimmt anch am öffentlichen jüdi'chcn Leben regen Antetl. Er^'ge^ bört .nt den ältesten, attnmi MUglirtzent der Federal ton Siontste Ottomane und hat wiederholt beachtenswerte polemische Artikel zugunsten des Zionismus veröffentlicht. * Gin Postftreik im Ischle» Poftbozirk Im Poßbezirke Bad Ischl ist qestem ein Poststreik ausgebrochen, wodurch^ der gesamte Post---. Telegraphen- und Telephonverkehr im Obersalzkammergul labmgelegt ist. An dem Streik nehmen sämtliche Beamten. Ünterbcamten und Dtrner teil. Sie sitchen durch diesen Streik der Fyrderuna der gesamten Staatsangestellteuschait deSi Jfchter Bezirkes>nach Einreihnna in eine höhere Ortsklasse Nach«: druck zu verleihen. Es soll AnSficht bestehen, den Ausstand noch heute zu beenden. * heyrstM«r für jitdischr Hochschüler und >)ochschülerüm«r an jüdischen Volksschaten. Zu Beginn des Schuljahres 1921/2L werden in Wien V 0 l ks sch u lke h re rstel l e tt mit deutscher' Unterrichtssprache zur Besttzitng gelangen. Da es gegenwärtig an entsprechettd gtialisizierten Lehrkrästew mangelt/ hat die U n t e r r i ch t s k 0 m m i s s i 0 n des Jüdischen Nationalrates in ihrer Sitzung vom 28. Juni 1020 beschlosstn,! für jüdische Hochschüter und Hochschülerilmen, welche willens: und geeignet sind, sich unter Verzicht auf die Fortsetzung ihres Hochschulstudiunts dem schönen und vergntwortuuE. vollen Perus vott Erziehertt ihres Volkes ztt widtncn, inf ' September 1920 einen Le h re rb I l d >t >1 g 3 t u c s ztt eröffnen, der es den an ihm mit Erfolg Teilnehmenden ermöglichen soll, im Frühjahr 1M1 sich der staatlichen Peiseprüsuitg in Wien zu nnterziehem Die llnterrichtskomtritssioit' sichert den Absolvettteit dieses Kurses zu, daß sie itach bestartdener Reiseprüfnng eine Ansteljnitg als provisorischen Lehrer, beziehungsweise Lehreritt, cm einer jüdischen Volksschule irr Wien ans die Dauer von zwei Jahren erhalten tverdcn, und zwar mit Wirksamkeit vom Beginn deS Schuljahres 1921/22 und mit Bezügen, welche den. vott der Gemeinde Wien den provifortschatt städiischett Lehrern gezahltett" Gesamtbezügen mindestens gleichwmmen werden. DieNnterrtchtskomMiffion wird ferner den Besuchern des Kurses etwa am Jüdischen Pädagogium die Gelegenheit geben, sich znM;' Teil schon vor, yattpisachlül) aber während ihrer provisortschen.' Dienstleistitng in der hebräisckten Sprache attsznbildett nute - im Juni 1923 durch Ablegung einer besonderen Prüfung die . ' Befähigung zttm Unierricht des Hebräischen «tt indischen Volksschulen mit deutscher Unterrichtösprache zu ernterben. Deu-' - jenigen, toelcho die Prüfung aus dcnt Hebräischait hestattdetp' herben werden', sichert -die Unterrichtswntmission bet 'fort-' gesetzt zu friedenstellender Dstnstleisttmg die Fortdauer im-, , provisorischen Anstellung vis zue Megmig der staaftEa s üehrerbesähiguitgsprüftulg ttnd fite dett Zeitpnnit nach Abtegung diestr Prürnng die definitive Anstelltmg zu.. Dagegflnti -ist eine tveitero oieitstlicho Vertveudnng solcher Teilnehmer, am Lehrerbildungskttrse, welche im Juni 1923 hie Lrhr-i befähignng ans hebräischer Sprache nicht erwerben, grnnh-i. säylich nicht beabsichtigt utrd könnte daher nur in besondecZ'