Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-07-07 · Heft 523 (7.7.1920) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 523 (7.7.1920)
Date
1920-07-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979601--04623-2990386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Gerte S Dre^ Mitttpsch Memer M»«ßß»-eUU»A Geßangsrufisi vsMömmsn gerecht und -fand mit dem chsmpsniften starken Beifall. SchülerKvüzerte. Der auSgezekchnete Ruf, dm ProfefforS Juli»-W o l fs h» & Schule gemetzt, brachte ferner letzte« SchÜlerproduktion ' Ein Abschiedsabend für Franz Schreker'schob 'ich in die Reihe der Feierlichkcitey ein.. Sein Werk Leibst war, da die Aufführung der „Gezeichneten" entfiel, .ln der Festwoche nicht vertreten und auch dieser Abend zeigt-r Hn nur als Dirigenten des Phitharmonjjchen Chores, den er als wertvolle Schutztruppe für die Moderne ins Leben gerufen hatte, und der nun nach dem Scheiden seines Meisters dem Generaldirektor Bruno. Walter gehorchen wird. Das Programm des. Abends war nicht gerade repräsentativ zu nennen. ^enthielt bereits Bekanntes von Re z n i c e k. von Frau M ü lle r« German«, der erfolgreichen Wiener Komponistin und Richard Ma n d ls. „Elfenreigen". Das. Klavierkonzert Josef R o ss n sto ck s. eines der 'wertvollsten Werke aus Schrekers - Schule, fand eine . glänzende-- Reprise und sah dank seiner frischen Erfindung, der feinen musikali-, chen Faktur und dem glücklichen Aufbau den Erfolg der Erstausführung vollauf bestätigt. ° .. . Furtwängler schloß sodann mit zwei vollendeten Leistungen den Kreis seines diesjährigen Wirkens ab. Die suggestive und überzeugende Eindring« lichkeiü seines Pianos,, die kunstvolle Vorbereitung dynamischer Steigerungen bis zur Krönung der musika« tischen Höhepunkte durch eine letzte Reserve an . Klang« starke und Intensität, das übte sowohl bei der Dritten Mahler-Symphonie als bei bör' bereits hinlänglich gewürdigten Auffassung seiner „Neunten" wieder unvergleichliche Wirkung, die sich in stürmischen Begeisterungskundgebungen äußerte. Ter letzte Abend des Tonkünstlervereins war der Wiener Komponistenjugend gewidmet. Wilhelm Groß, dessen Orchesterstücke noch immdr auf die Aufführung in den philharmonischen Konzerten warten, war mit seiner Violinsonate, die R o s e kreiert hatte, und die jetzt Rudolf Ko lisch, ein überaus begabter-junger Musiker, spielte, charakteristisch und glücklich vertreten. Lieder von P. A. Pisk fanden wenig willige Ohren. R. St. Hoimann schöpft mit seinen Gesängen aus depr Reservoir der Mahler-Stimmungen, schreibt aber mit . sinnfälliger Melodik und Rhythmik dem »Sänget wie dem Publikum zu Dank. Karl Horwitz schreitet noch im Nebel ungeklärter, modernistischer Klangvorstellungen, erscheint aber dennoch wertvoller als Paul Redl, der für seine musikalische Erotik einen opernhaft - gefälligen Stil wählt.. Fräulein Maria Hussa und Herr Tausche fangen die neuen Lieder mit dankenswerter Hingabe. Ein wertvoller Gewinn des Abends war die Bekanntschaft.- mit Klavierstücken von Rudolf R e t i,. der als Musikfchristsieller und Pianist bekannt wurde und nun auch'als Komponist allgemeine Beachtung auf .sich ziehen dürfte. Retis Klaviermusik ist der Ausdruck einer starken und durchaus originellen Persönlichkeit. Technisch reizvoll,-neuartig in der melodischen Phrase, zeigt sie, daß es eine Fortentwicklung der Klavierkomposition gibt, die sich nicht in atonalen Grenzgebieten verlieren muß. Man wird ihr sicherlich bald in den Programmen ernster Virtuosen begegnen. Frau L a m p l - E i b e n - schütz hat den ersten Schritt dazu mit bestem Gelingen getan. Als letztes Stück des Abends machte, das Klavieräuartett C-Moll von Egon Kornau s ch, das der Komponist, mit den Herren des F'e i st - Quartetts klangfi#öMg und melodienfroh. zum Vortrag brachte, allerbesten Eindruck, - ' . .. . * - - - Dem Wiener Musikfest sind Gegner der verschiedensten Art entstanden. Nicht immer waren es die reinsten Motive, aus denen der Angriff entsprang,wie sich denn auch im Verlaufe der festlichen Ereignisse persönliche -und politische Forderungen störend bemerkbar machten. Aber auch die Gegnerschaft kann der imponierenden Arbeitsleistung Dr. D. I. B a ch s, der fast alleindie ganze Organisation und künstlerische Leitung besorgt^ "seine Anerkennung versagen. Daß nicht, alles dem Niveau eines Musikfestes entsprach däß . so mancher Würdige übergangen wurde, und daß am Ende der Hauptzweck des Ganzen, die Heranziehung des inter« nationalen Publikums, unerfüllt blieb, muß vielfach den unerquicklichen politischen. sozialen und künstlerischen Zuständen der Gegenwart zur Last geschrieben werden. Jedenfalls war das Müsikfesi 1926 ein guter Auftakt zu ähnlichen Veranstaltungen der kommenden Zeit, in der Wien unter günstigeren Auspizien vor aller Welt seine künstlerischen Schätze aus Vergangenheit und Gegenwart verlockend ausbreiten möge. Dr. Konrad M a r i l. Max Kttager. . . Max. K H rt g c t, der bereits im vorige« Herbst totgesagt wurhe.- ist Sonntag, den 5. Juli auf seinem Landsitz-in Groß-Jena im Alter von 63 Jahren an einer Herzlähmung ge stö r b e n. Wir haben schon im Oktober vorigen Jahre?, als Klingers Ableben irrtümlich gemeldet wurde, die Be-« deutung - und das Wert des großen Künstlers an dieser Stelle, gewürdigt. Er hätte damals bloß einen Schlaganfall erlitten, konnte ober trotz der liebevollste« Pflege seiner Frau, mit der er sich damals vermählt hätte, Gesundheit nicht wiedsrerlangen. Die letzten Monate des Meisters wären schon deshalb ein Martyrium, weil 'sich? die Gebraüchsfähigkeit sejner rechten Hand trotz aller ärztlichen Bemühungen nicht wiede« einstellen wollte. - Mar LliugerS Leiche sollte ursprünglich' in Halle verbrämt «rd bte Urne in Groß-tzena beigesetzt werden. Klinger wird hwtto «m S Uhr abends in Groß-Jena beerdigt, und pna» Witt» die Biei-etzu«g mit Venehmtgung der. LändrgteA »r bWt VMrrm SltzWerS sAtftvk«. zahlreichen Besuch. Fräulein B a r o « und Herr Bergmann rröffneten den Abend mit Gchumannschen Bariatione« für zwei Klaviere «nd. zeichneten sich durch Präzision u«d ausdrncksfähigrS Spiel aus. Ein »»gewöhnliches Talent ist daß kleine Fräulein Irma K a r a n y i, daS mit seinen Vorträge« stürmischen Beifall fand, der sich noch steigerte, als. sie mit federleichtem Handgelenk die„Ltiaeel!«»" von Moszkowski als Zugabe spielte.. Starke. Intelligenz und perlende Sk-lentechvik zeichnen auch die neunjährige Anuh Will« e r a«S. Als reifste unter den Milwirkenden erschien Fräulein Zofja Spatz, die im „^nckants 8piLn»to„ und einer Polonaise von Chopin durch samtweichen Anschlag, künstlerische Pedalifierung und Sinn für rhpttmsche »nh dynamische Wirkungen ihre hohe Begabung erwies. Auch dir Dame«' Ri s.ch «e r 'und Weibel sowie Herr I » e r »nd Herr G r u b e r, der mit eigenen Kompositionen erfolgreich war, legt« Zeugnis für ihre unzweifelhaften piayistrschrn Fähigkeiten und die pädagsgischE K»»st ihres Meisters ab. Auch Maximilian Reich l'i n, der eine« eigene» Abend gab, ist ans dieser Schule hervorgegangen. Er verfügt über eine» vollen, satte« Tv», anSgefeilte Technik und greift behebst die schwerste» Probleme an. Sri» ernste- Programm, daS Werke von Beethoven, Chopin, Liszt und BrahmS enthielt, trug ihm viel Beifall ein, io daß der Künstler auf einen ernst zu nehmende« Erfolg zurückblicken kann. Ein Schülerabend der Akademie fab zwei Kapellmeisterschüler am Pult, Herrn Jerzy M a l i»i a k, der in seinen Geste» ganz ausfällig an Franz Schalk erinnert, und Herrn Erich S t e k e l, d« schau seit geraumer Zeit im Philharmonischen Orchester als Musiker wirkt. Herr Stekel fand Gelegenheit, sich sowohl als BegleitungSdirigrnt i« schwierigen Violinkonzert von TschaikowSky (Herr I o » aS spielte eS mit Meisterschaft), als auch als Interpret der Oberon-Oovrttüre auSzuzeichne». Er führte da< SchÜlersrchester «it großer Sicherheit, musikalischer Intelligenz und Routine und dürste in naher Zukunft» auch größere musikalische Aufgabe« seines BernfeS «it vollem Erfolge bewältigen. - bk. „Preeisfa" im Garteutheaten de* Belvedere. Die « ach st e » Aufführungen von,P recio s a", «it der Musik von C. M. v. We b e r, finde» unter. der Regie Albert Hei» e S und unter Mitwirkung deS Shmphonre-OrchestrrS in derOttginalbefetzung morgen Donnerstag den 8. d. M, S a m s t a g den 10. d. M. «rd S 0 « »tag de» 11.' d. M., um V-10 Uhr abends i« Gartentheater deS Belvedere statt. Karten für diele Aufführungen im Bureau der' Frrilichtlpiele, M., Landstraße Hauptstraße 1. Tel.' 9517. in der Schloßverwaltvng des Belvedere, Ul,, Prinz Sugevstraße 3, bei Kehlrndorser, Glück, Arda und ad 8 U h r a d e« d s an jede« AufführuvgStage an der Ab end ka f f e im B e kv ed ere. Rücktritt Wilhelm v. Bode. Wie die ,Dofsische Zeitung* erfährt, wird- Gmrraldirektvr Wilhelm v. B'o d e, der Leiter der staatliche» Museen, im Herbst in den Ruhestand trete». Botze ist., eine der nstye AutaMten auskunsthistorischem Gebiete. FSHru«ge» i« der Kunstschau 1820. Um eiuem vielfach geänßette« Verlangen des Publikumwegen Veranstaltungen . von, Führungen zu eutsprecheu. wird Herr Prosesior Franz C i z-e k am Ditu'Stag de» IS. und Freitag den 16. 8. 3??. von 4 bis 6 Ufer nachmittags Führungen in der KMstschau 1620 (k., Wo llzerle M holten. Reqaifitio» zweier biblischer Gemälde. . LuS Münch e » wird berichtet, daß die zwei herrliche» Gemälde von D ir k B a u rs in?der Alte« Pinakothek .Melch if edrk n «:d A b r a h ä «" und ,D i e M a n « a l e s e", die mit der EliaSspeilung und de« Pafiahfest (welche im letzten Jahrhundert inS Dfrliner Museum gekommen sind, aus dem rechtmäßige» Wegdes. KameS) die. Innenseite der:Flögel deS großen Altavwerkin derPeterSÜrche zu 8 8 w en bildeten, an die Wiederg .u t m a ch ung S k o « «i s s i» « i « B e r l i n abgelieserr worden sind. König Ludwig!. hatte sie einst auS der berühmte» Boifferöschen Sammlung erworbe«. Au de» köstlichen Farbenreichtam dieser beihm Tafeln wird wobl jeder Besucher der Alten Pinakothek gxrne denke»..avch an den hohen Reiz der Landschaft, in der sich die beide« bibllscheu Szenen abspielen. StadteLampf Wie«—Derli«. Am Kommenden Sonntag findet» wie bereits gemeldet, der erste leichtathletische SiLdtewettKampf Wien—Herlin statt. Der Brandenburgische Verband hat nunmehr auch schon seine Vertreter nominiert» die in Wien antreten werden. Die Berliner kommen mit ihren besten Kräften» durchwegs bewährte Repräsentanten deutschen Sports. ' Die Aussichten der Wiener Leichtathleten — wir haben die Liste am Montag gebrecht — erfolgreich abzuschneiden, sind sehr gering. Trotzdem wird die Veranstaltnng interessante Kämpfe bringen» da die Wiener doch stark genug sein werden, um den Gästen Hartz zuzüsetzen. Das Stra«dfest>er Hakoah. Daß sportliche Programm für daß am Sonntag stattfindeube Strandfest der Hakoah i« neueröffneten Hakoah-Strandbatz in der Knchelau,- hat eine neuerliche Dereichernng rrfahrnn Äußer dem W e t't s ch w i m m nt «nd W a s s erball, spie l, werde« auch die bewährten Fechter und R r» g e r der Hakoah in Schaukämpfem ihr reiches Können zeigen. Ferner ist npch tin G o x k a m P f vorgesehen, so daß die Beranstältung eineu wertvolle» Ueberblick über daderzeitige Niveau des nationale» Sportes gestatten wird. Da auch da- B e rg n ü gun g S p r o g t a m m ein äußerst originelles und abwechslungsreiches sei« wird, dürste' auch diese Beranstallung der Hakvah dru gewohKie» großen Erfolg bringe«. Dafür syricht 7. Mi 1929 Shtz-M auch das allseits rege Interesse, welcher dadurch seiyen AnSdrvck ndet, daS heute .schon den größte Teil der zur Vttfttgnustehende« Karten verkauft ist. Restliche Karten im' Sekretariate'der HÄ»«h (l. Börsegaffe 10, Caf« City), bei de» Baderkaffe» ä» de» TrainingSabenden. und bei den Mitglieder« der SchwimmseAwy^ Die Tournee de» Bioo es Athletitoi Elut^ L Tournee des Vwo H Atbletikai Club erstreckt sich. vorlä»fiä. L die Städte Bielitz. Krakau und Czrrnowitz, doch smd auch.Gpme in Mährisch-Ostrau, Ttschen und Lemberg geplant.' EvenMck Wem pietanwäge sind an den Svortklub Hakoab. Me», Werdertorgaffe 3, zu richten. Die Tournee beginnt Mitte IM! Der Budäpester M. T. K. siegte am Sonntag -ege» üe Stuttgarter KlckerS 3:0, -'' 7 DLpeinsfusio». Die Wiener BewegvngSlpieler haben sich mit der viettklassiaen Lehrer - Spottvereimgnng fufiontertz Der Verein führt den Namen Wimer Bewegungsspwlrr und spiest » tzer H. Klaffe. . Kurt I»hu, der tüchtige Läuter der Hakoah, bat sich a« Samstag im Spüle gegen Sportllub eine ernstliche AGv» Verletzung zugezogen, so daß seine Mitwirkung an der Dentschland- Tournee i« Frage gestellt ist. " Die WafferbaLmannschnft der Hicknah wird die 'ommendrn Wettspiele in folgender Ausstellung beßreite«'; Spiral! lTor); G e i g e r, T e i ch n e r (BertridMÄg); Kram er. Wertheimer II (Mitte); K » ho«. 'MeDth e i m e r I (Angriff). Ersatz :La»desmann,K arpfe». Die Teilnehmer am heurisew Schm-imme» ,Q«er durckß Wien*, die von den Vereinen deS Verbandes der ^östttreichischen Schwimmvereine yngemeldet wurde», habe«' die ärzt-! liche Lkiünngsvrüfung zwischen 6. und IS. Juli abzulege». O ß. t der Prüfung: I. medizinische Klinik, IX., Lazmet^i gaffe 14 a/10, btt Herrn Dr. Lud. Hvsbaver. Zeit: Jeden Ta« (Sonntag ausgenommen) zwischen 9 und 12 Uhr vonmttamu Teilnehmer, die nicht bis 15. Juli die ärztliche und spvrtüchm LeistnngSprüfung abgelegt haben, verliere« des Gtartrecht^ oh«a daß Einsätze zurückgezahlt werden. . A Sportll»b Hakoah. Morgen, Donnerstag. tzrWlh 8 Uhr abends, Sitzung der engere» Klubleitung. Sportsektio» Ahawath-Zio». Fußball seltir«: Das Training sämtlicher Mannschaften findet diese Woche nicht statt.--- L e i ch t a t h l r t i k s e k 1 io«: TrainingDonnexSiag,, 6 Uhr; alle Athleten, welche bei« Wettlaufen Hazatr teilNehMchu müffe« pünktlich erscheinen. Da- Wettlaufen findet Sonntag dem 11. d. M. am Hakoah-Platze statt. Treffpunkt V,2 Uhr. Müm heim, II„ Kleine Zufahrtsstraße 160. > Gerichtssaal. Ei» seltsameß Aasiaue«. \ J Unter Vorsitz des Senat-Präsidenten Dr. Spath verhaNhiM gestern der Oberste Gerichtshof über eine Nichtigkeitsbeschwerde die eines gewiffe» Humors nicht entbehrt und auch die Heiteckett der Senats anSlöste. Der Gastwitt Franz Weißentz.ach«» war vom KreiSgerichte Leoben «egen VerbrrchenS des Diebstahlr» eine« Jahre schweren und verschärften Kerkers vernttW worden. Weißenbacher wurde angeklagt, sich auf eine mehrere Stunde» entfernte Alm begeben und daselbst ein Paar Ochsen i«. Wette von £ 8000 weggeführt zu haben. I» Wer Begleitung befand sich ein grwiffer K ö » i g -- Hofer, dem er die Ochsen, die er bereitvon dem bilhenge« Eigentümer gekauft haben wollte, um X 16.000 weiter verkaufte. Auf dem halben Rückwege übergab der Angeklagte de« Köni-Shofer die Ochsen und begab sich nach Hause. Die L«grhött-e» des Angeklagten gaben an. daß er noch nach V,10 Uhr abenhS und schon um 4 llhr morgens zu Hanse war «nd gesehen wu^ha, Der Verteidiger suchte nu« nachzuweisen, daß es unmöglich M den Weg. der normalerweise fast s e ch S S t u « d e« hck und zurück erfordere, «it einem Ochsenpaare in stockfinster« Nacht bei starkem Regen in ttwa- Über sechs Stunde» z«ßü^e>? lege«. In der Nichtigkeitsbeschwerde wurde nun auSgefÜhßt, et bilde einey Richtigkeitsgrund, daß dem Anträge des DetteidigerS nicht stattgegebe«worden fei. EineG e r i ch t S k a m «tf;f:t 8,»j hätte unter Zuziehu « s e i » r S O ch's e!«-i paarefick selbst 8 b e r z e» g r« m ü s s e«, -ab ck! möglich sei, den Weg in sechs Stunden zmückzulege». Der Oberste! Gerichtshof hat nach langer Beratung die RichtigkejtsbesstMeck^ a b g e w i e f c n: Virtuose und Koutorifti«. Der Mandolinenpirtuofe Demeter Simonscu S i ml e - tz aus Bukarest machte am 2. Marz d. I., als er sich' iw Wien anshielt, die Bekanntschaft einer jungen, hübsch««! Mädchens, mit krm er speisen ging und daS dann feine« Einladung folgte, ihm in seiner Wohnung im Hotel Mw« einen Besuch ab'zustatten. Slmicel war ermüdet und legw sich auf das Bett. Nun benützte das Mädchen einen unbewachten Augenblick, 'um aus der Rocktasche des Mrtuoswtz eine- Brieftasche mit dem Inhalt von 7000 Lei, 5300 Mark»> 3000 tschechischen Kronen und 10.000 österreichischen KroNew zu entwanden. Mit dem Geld verschwand das Mädchen ausi dem Hotel und übergab, die ausländischen Noten ' einerfi Freund, dem wegen Betruges schon vorbestraften Si t r o h al, zum Einwechseln. Ihre Beute betrug insgesamt 53.000 Kronen. Sie schaffte sich Schmuck, Kleider -sow« einen Revolver an. Die Diebin würde nach einiger Z^ii' in der Person der 17jährigen Kontoristin Marie Brand:«ech ausgeforscht und verhaftet. Gestern hatte sie sich vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz des OberlandesgerichtsräinS Dr. Thöuy wegen Diebstahls zu verantworten. Dia U»-^ - geklagte gab zu ihrer Verantwortung' an, sie habe ln det! Brieftasche das Geld gesehen, ohne zu wisse«, daß es esir. so höher Betrag sei. Da sie sich in großer Notlage besttfid^ konnte sie der Versuchung nicht widerstehen und nahm di«! Brieftasche an sich. Strohal habe von dem Diebstahl nichts gewußt. Die Geschwprnen bejahten die Schuldftage msi acht Stimmen, nahmen jedoch eine Schadensumme ^untev. 4000 Kronen an. Auf Grund dieses. WähvsprwcheS verurteilte dev Gerichtshof die AyMaM -uj' lsM WtzNS.tr M'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.