Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 494 (8.6.1920)
- Date
- 1920-06-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. Dienstag t>—■ ' .—> «-> . *m , . -- ' 1 " - Warschau. 7. Juni. (Funkspruch.) Polnischer 'Generalstabsbericht vom 5. Juni: Zwischen Dnjepr und Dnjestr nehmen die Kämpfe einen für unsere Truppen günstigen Verlauf. Unsere Flieger beschossen an mehreren Punkten feindliche Kavallerie.' die sich sammeln wollte. Rus.Zische Gefangen^ sagen aus, daß der Feind in, den letzten Kämpfen schwere Verluste erlitt, wodurch sich seine Angriffs traft sichtlich schwächte. Im Norden von Kiew lebhaftere Tätigkeit der feindlichen Aufklärungsabteilungen entlang des Dnjepr. Im nördlichen Sektor der Front dringen unsere Truppen trotz Hartnäckigen Widerstandes des Feindes vor. In der Hairptangriffsrichtung haben wir die- Linie Glembokie—Dokszvce erreicht. Unsere Trupen haben bisher eine große Anzahl von Gefangenen und mehr als hundert Maschinengewehre eingebracht. Um "den Druck auf die zurückgehenden Truppenmässen abzuschwcichsn, unternahmen starke bolschewikische Detachements Gegenangriffe an der Berefina, mit der Absicht, dey Uebergang über den Fluß zu erzwingen. Diese Angriffe wurden abgeschlagen. Auf die Nachricht, daß der Feind starke Truppenmässen bei Bobruisk sammelt, um den, dortigen Brückenkopf anzugreifen, gingen unsere Truppen zum Gegenangriff vor, der sisgreich für uns endete. Den geschlagenen Truppen, meist Marinesoldaten, nahmen Wir vier gepanzerte Automobile und einen Tank ab.! - London, 7. Juni. (Funksprnch.) Die bolschewikische -Offensive zwischen Pripet und Dnjepr hat begonnen. Der Ausklang der Zudenschrachterei in Pinsk. Warschau, 4. Juni.- (Tel. der „Wiener Morgenzeitg") Wegen der bekannten Erschießung von 34 Juden in Pinskam 5. April 1919 hat der-- polnische Landtag eine Untersuchungskommission eingesetzt, die nunmehr, endlich nach fast.einjähriger Tätigkeit dem Hause ihre in der letzten Kommijsionssitzung e i n st i m m i g gefaßten Beschlüsse vorlegt. Die Kommission hat fsstgostellt. daß die „Ereignisse" in Pinsk aus dem Boden der abnormalen polnisch-jüdischen Beziehungen entstanden sind., daß ,>a§ gegenseitige Mißtrauen und der Unwille die Grundlage für allerlei Beschuldigungen und Verleumdungen gefchassen haben, welch? leicht bei der Militärbehörde Gehör fanden", daß ferner ,chas Stadlkommando - in Pinsk, statt eine Untersuchung wegen der angeblichen bolschewikischsn Versammlung anzustellen, zum schärfsten Repressivmittel, der Erschießung von 34 Juden gegriffen har". Die Kommission hat auch festgestellt, daß ,Her Beschluß der Erschießung nrch t das Resultat eines Fe l d g e r i ch t s v e r s a h r e n s" war, daß „die Exekution vorgenommen wurde, ohne die Perl.onaticn der Erschossenen festzu stellen; und daß General L i st o w s k i, da er die Vorgänge nicht genau Untersucht hat, der jüdisch n Bevöl^runz bon Pinsk zu Unrecht eine Kontribution von 100.000 Rubel auferlegt Hai. / ' . Daher legt die Kommission dem Landtag-folgende Resolutionen zur Beschlußfassung Vor: 1. Der Landtag fordert,die Regierung auf, die Angelegenheit der Erschießung von 34 Juden in Pittsk am 5. April 1919 und der Mißbräuche, die damit verbunden waren, dem Militärgericht zu übergeben. 2. Der Landtag fordert die Regierung auf, die Kontribution von 100.000 Rubel, welche General Listowsli Le. irdisch n Perö ke u ig au erlegt la e un er die Hinterbliebenen der Opfer zu verteilen. 3. Der Landtag fordert die Regierung aus, an die Familien der Opfer Entschädigungen zu zahlen. Es ist anzunehmen, daß her Landtag diese Anträge o h ne Debatte annehmen dürfte. Ist die Untat von Pinsk damit gesühnt, ist es überhaupt möglich, sie zu sühnen? > Die Türkei mutz bis 26. Juni antworten. Konstantinopel, 7. Junr. (HavaZ.) Der türkischen Regierung ist von der Ewrnte mitgelcrlt worden, daß sie ihre Antwort auf den Friedrnsoertragsrmwmf der Entente spätestens am 26. Juni bekanntgeben muffe.’ : Die Konferenz von Spa verschoben? Paris, 7. Juni. (Funkspruch.) Gewisse Nachrichten Lassen voraussehen, daß die vorbereitenden Arbeiten für die Konferenz von Spa bis zum 21. Juni nicht beendet sein werden und daß die Konferenz verschoben werden wird. Millerand und Lloyd George dürften in einigen Tagen wieder Zusammentreffen. .Später werde wohl eine internationale Versammlung stattfinden, an der die Vertreter aller Staaten, die einige Tage nachher an der Konferenz in Spa beteiligt sind, teilnehmen würden. Erst auf Grund dieser Beratung würde man sich ztir Finanzkonferenz in Brüssel versammeln. - Kampf zweier Neichswehrbataillone. Tote und Verwundete. BäHn, 7. Juni. (Wolfs.) Samstag den 5d. M. sollte in Soest das zweite Bataillon des Infanterieregiments Nr. 62 mit.dem ersten Bataillon des Reichswehr-Infanterieregiments Nr. 13 verschmolzen werden. Die Maschinengewehrkompagnie des erstgenannten Bataillons — die frülcre Maschinengewehrkompagnie Libau — widersehte sich gewaltsam der Auflösung und. kehrte Maschinengewehre, gegen ihre bie Auflösung fordernden Vorgesetzten. Da die Verhandlungen nicht zum Ziele sichtten. tvucoe die Auslösung gewackjnm erzwnmirn. Wiener Morgenzeitung Ewgesendet. Wien Wien Verlobte. Wien, im Juni 1920. §sr7 Lea Weiss . Isak Wilf Rohatyn > Wolanka geben auf diesem Wege bekannt dass ihre Trauung am 25. Mai 1920 stattgefundt-n bat. rr,- ßcgino Spatz Meier Mauaster Radymno Lisko empfehlen sich als Verlobte. Wien, im Juni 1920. ssts Juwelier Better VII., MariaMferstrasse 93. — Telephon 32099. TITTXIJSlj&xrE' VEHKAXTP Tägltoh 6^1eg:«nheltikiai*l S55 Die mit ‘ der Durchführung der Entwaffnung beauftragten Reichswehrtruppen hatten drei Tote und sechs Vertu u n d e t e zu beklagen. Das zweite Bataillon des Infanterieregiments Nr. 62 gehörte bisher zur Besatzung der neutralen Zone. Generalstreik in Nordböhme«. Wag, 7. Juni. In den Bezirken Karlsbad, Elb o gen, Neu he ck,. Graslitz und Falken au ist heute früh infolge Mehlmangels ein Generalstreik ausgebrochen. Wenn Mittwoch früh die Brot- und Mehlv>.sorgung nicht in ausreichendem Maße gesichert sein wird, .wird die Proktamierung des Generalstreiks auch in anderen Bezirken erfolgen. Karlsbad, 7. Junü (Tel.-Komp.i Der Generalstreik ist allgemein. Es herrscht vollständige ArbcrtStuhe. Dle Bezrrkshaupimannfchaiten Karlsbad und Ellboge haben ein Alkohol- Verbot erlaffen. Alle Geschäfte. die Kanzlenn und Banke» sowie Schulen m Karlsbad und anderen den offenen Bezirken fmd geschloffen. Es werden nur die unumgänglich notwendigen Arbeiten ausgeführt. Zu Ausschreitungen ist es bisher nirgends gekommen. Wenn bis morgen Mittwoch rncht genügend Garantien vorhanden find, b entsprechende Lebrnsmirtelmcngen emtreffeu, so ist auch mit einem Streik der Elseubahner und der Postbediensteten zu rechnen. 3« Budapest H-erden Pogvorrnsterr verhaftet. Budapest, 7. Juni. (Ung. ^Tel.-Korr.-Bur.) Wir bereits gemeldet, drangen Mittwoch abends mehrere. Burschen in den Speisesaal des Hotels Hungaria ein, ,wo sie anwesende- Gäste blutig schlugen. Mehrere , höhere 'Offiziers der Nationalarmee nahmen vier der Angreifer >fest und übergäben sie der Polizei. Im Laufe der Er« Hebungen wurde festgestellt, daß die Bande verabredet hatte, Juden auf dem' Donaukorso tätlich zu insultieren. Die verhafteten vier Individuen , wurden der Staatsanwaltschaft überstellt, welche sie wegen Verbrechens d.es Raubes und des Aufruhrs vor ein Standgericht -stellen wird. , Tagesbericht. Kundgebungen der Wiener Pogromiste« Mit den üblichen Begleiterscheinungen — Anpöbelung friedlicher Passanten und sonstiger Liebenswürdigkeiten der Srraßendsmagogie — fand gestern die mit großem ' Aufwand von Reklame vorbereitete Kundgebung der Wiener Pogwmisten statt. Christlich soziale, Alldeutsche monarchistische ehemalige Offiziere und die berüchtigte Dvel-Platte halten zu diesem Zwecke eine Koalition geschlossen und das „christliche Wien" trat in Erscheinung. , / Trotz aller Anstrengungen war die Beteiligung an der Kundgebung eine recht schwache und der Zweck, den die Drahtzieher der Demonstrationen ' verfolgten, wurde nicht erreicht. Neuwahlen stehen vor der Tür und Herr Kunschak mit Urftn und Riehl möchten gerne die Straße für ihre Wahlzwecke mobilisieren und die Hetze gegen'die Juden soll die. gemeinsame Plattform sein. Nachstehend der Bericht: Für gestern hatte der Antisemitenbuitd im Verein mtt der Fcöntkämpfervereinigung und anderen christlichsozialen sowie deutschnationaten Verbänden, denen sich auch ein Teil der Studentenschaft .angeschlossen hatte, eine Versammlung vor das Rathaus einbecufen, für welche schon seit ungefähr zwei Wochen lebhaft, agitiert wurde. Einzeln und in kleineren ’ Gruppen kamen die Teilnehmer der Versammlung, viele von ihnen waren mit Kornblumen geschmückt und nur einige Gruppen waren schon von den Bezirken aus in Zügen zum Rathaus marschiert. Einer dieser Bezirkszüge war von einer Musikkapelle begleitet. Bor dem Rathaus hatten sich ungefähr 8000 Versammlungsteilnehmer eingesunden. In der Volkshalle und vor dem Rathaus sprachen mehrere Rebler, darunter die Antisemitenführer Dr. Riehl, Kunschak, Ursin, Jerschabek sowie ein Oberstleutnant namens Hirtl. Nach Schluß der Versammlung setzte sich der Zug der Demonstranten vom Rathausplatz in Bewegung. Ordner bil« deten die Spitze und rangierten den Zug, der seinen Weg beim Parlament vorbei über den Ring nahm. Während des Marsches wurden demonstrative Rufe gegen die Ostjuden K Zum I9ZU -rr. «e» laut und vielfach wurden Paffanten ohne seden Anlaß, tna > weil man sie für Juden hielt, mißhandelt, welchen Miß« Handlungen dann stets die Wache Einhalt gebot. Die Gäste der auf der Ringstraße befindlichen Kaffeehäuser verließe» in panikartiger Flucht die Lokale, worauf die Vorhänge bei den Fenstern zugezogen und die Kaffeehäuser selbst ahge» schloffen wurden. Trotzdem wurden bei einzelnen dieser Kaffeehäuser durch Sternwürfe Fenster zertrümmert Vor dem ».Hotel Imperial" kam es zu einer Kund« gebung geaen Hotelgäste und einige fremdländische.Offiziers die mit diesen Hotelgästen auf der Straße standen. Auch hier schritt Sicherheitswache ein und der Szene wurde dadurch eilt Ende bereitet, daß die Hotelgäste ersucht wurden, siq in das Hotel qurückzuziehen. Der Verabredung zufolge sollt, auf dem Schwarzenbergplatz nach einer nochmaligen Ansprache die Auflösung des Zuges unter bezirksweisem Rückmarsch er« folgen. Trotzdem Dr. .Riehl, der hier eine Ansprache hielt, ii derselben seine Gesinnungsgenossen aussorderte, ruhig mi& einanderzugehen und keinen Versuch zu einem Zug in die Leopoldstädt zu unternehmen, zogen etwa 3000 des Demonstranten über den Ring weiter und wollten hier au verschiedenen Stellen ut das Innere der Stadt eindringen Sicherheitswache verhinderte dies. Einmal mutzte dabei die Wache die Säbel ziehen, ohne daß aber von der Waffe Ge» brauch gemacht worden wäre. Als ein Teil der Demoi»stranttu in den S t a d t v a r l einzudungen versuchte, entstand hier eine Pamk unter den in Kursalon anwesenden Gästen sowie unter den zahlreiche» Personen und Kindern, die sich im Parke aushielten Auch hrer konnte die Wacke Avsschrertungen verhindern, wie sit auch wiederholt das Emdringen der Demonstranten n ■ Kaffeehäuser hmtanhalken konnte. Heber bre Asper »v brücke wollten dann die hierher gelangten Teib nehmet ber Versammlung m dm II. Bezirk gelangen Slcherheitswacke hatte de Brücke b e s e tz t. so daß' der Versuch der Demonstranten, gegen die Brücke Sturm zi laufen, sehlschlug. Ein Teil der Te ln^mer an der Kundgebvnli wurde dann durch die Wache gegen die Ringstraße mrückgedrängt die übrigen setzten ihren Dnnonstrat-onsmackch über den Frans ■ Jme'S-Kal fort. Auch hier kam es häustg ru Mißhandlungen vor Pgffamen. Ber jeder der über den Donaukanal m den II. Bezir! führenden Brücken versuchten die Demonstranten neuerlich der dort aufgestelllen Wachlordon zu durchbrechen, um in der Leopold-, stadt m gelangen. Ern anderer Teil der Demonstranten versuchte in die Rotentur«'' straffe zu. ziehen und hier rnS Caiä Hadsbura emzudrinqen. A»«ß dies konnte durch bte Wache verhindert werden, ebenso w'e da Versuch, über dre Mckerst'ege m die Innere Stadt zu gelange^ wo dann d'e Teilnehmer dieser Kundgebung zerstreut wurde« Nachdem die übrigen Te lnchmer der Kundgebung gesehen hatten,' daß sie weder über dre Fadmands-, Marien-oder-Stephaniebrücke in den H. Bezirk gelangen konnten, zogen ste unter fort» mährend deuiynstrativen Rusen über den Kai weiter und während de- Marsches kam es häuft« zu wüsten Schunds- und Prügelszene« Bon der Äugartenbrücke. bte ebenfalls von der Wache ba > setzt war, zogen dann die Teilnehmer der Kundgebung durch di, Maria Tberesten-Straße zur Noßauer Kaserne. Hier beschimpfter sie die bekm Tore siebenden und aus d-'n Fenstern hinaus» schauenden Volkswehrleute, riefen ihnen ^Dirbswehr!* zu, woran! klnulne Volkswehrmänner auf ^>ie Straße kamen und eS ein, Prügelfzene zwischen ihnen und de» Demonstranten gab Be, emrelneu Fenstern sab man schußbereite Gewehrlauf, hinauslügen. Berittene Sicherheitsrvache, dre h,er ein» schritt, verhinderte ärgere Zusammenstöße. Dre Bolkswehrlrut, wurden, überdies durch besonnenere Kameraden wieder in vir Kaserne i -urückgerufen. Die Wache drängte dann die.Demonstranten gegeü' den Cchottenrrng und das Schot'enror hm ab, womit dre Kundgebungen rm Ende hatten. Im ganze« wurden acht Arretierungen vorgenvmmem und -war wege» Richtfolgele stung. wegen Steinwürie gegen FenstetscherL-n; bei etmm der Berha'terrn wurde Übrigens rrn geladener Revolver gefunden, ohne daß der Alretrerte zum Waffentrageu berechiiLi gewesen wäre..,;>■ Dke Forderungen der Pogromiste«. In der Rathausveckammlung wurde eine Resolution aw> genommen. die unrer anderem verlangt: 1. dit soforrige Internierung aller e'mgewanderten Ostjuden; S. bet fortlaufende Abschub dieser jüdischen Parasiten rn ihre Heimat, sowiedre> Grenzsperre gegen jede wertere Zuwanderung der Ostjuden; Z. dre Beschlagnahme ihres hrer it* . wucherten Vermögens; 4. die Zulassung der hrer heimatsberechtigtet , Juden zu den Mittel- und Hochschulen nur tm Ausmaße ihrer' Verhältmszahl zur bodenständigen Gesamtbevölkerung. Was r« Oesterreich m-glich ist. Eine Verordnung der Gemeinde Matfee. Die Verfassung, die Steuerbehörden und die Totengräber in Oest. rr?ich wissen bekanntlich nichts über eine Einteilung der Bevölkerung nach Religion oder Nation. Die Polizeibehörde'.: und Landesstellen dagegen haben sich ein eigenes Recht geschaffen, auf Rrmrd dessen, sie in Wien die Ostjuden (oder was sie unter diese«! Begriff zusgmmensassen) ausweisen. in den Ländern die Juden überhaupt zum Aufenthalt nicht zulassen. Die Gemeinde M a t t s e e bei Salzburg gehtaber noch weiters Sie hat sich entschlössest, innerhalb ihrer Mauern ' nur Antisemiten zur Sommerfrische zu dulden und jetzt diesen Begriff gleich Nichtjuden. An den Häusern dieses -O^tes prangt seit einigen Tagen eine mit dem Stempel der Gemeindevorstehung versehene Vrrordnung „betreffend die Vermietung der Wohnungen in der heurigen Saison", deren erster Punkt lautet: „1. Die Vermietung darf nur für Antisemiten (Nichbjuden) erfolgen, da für Juden der Aufenthalt nicht gestattet wird." Es wäre , vergebliche Mühe, diesem Gemeinds- Vorstand begreiflich zu machen, daß er das Gesetz, der Freizügigkeit in einer selbst in Oesterreich nur noch von der G-rmeinde Rodaun erreichten Weise bricht. Wir möchten aber fragen, wozu es denn eine Aufsichtsbehörde gibt, die derlei allzu blamable Aeutzerungen schöner Seelen verhindern sollte? Wir sind ja auf Grund lästgerer Erfahrungen dagegen, daß jüdische Familien den christlichen Häuser- und Lebensmittelwucherern ihr Geld zutragen; aber wenn Juden zur Steuerleistung herangezogen werden, wenn ihr Geld gut genug ist, als Gehalt für beeidete Beamte verwendet zu werden, so sollte dtzch der Staat oder das Land soviel Ehrgefühl aufbringen, den,Kartoffelbürgern beizubringen, daß sie in bezug auf Aufenthalt weder zu verbieten noch zu gestatten haben.