Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 487 (1.6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979565--04304-2990031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. Juni 1920 ' Nr. 487 Wien. Dienstag >--:-:- Der Volkswirt. Eine Krone --- 4.25 Centimes Geld. ' Heftern stellt« sich in Hürtdj die österreichische Krone Geld aus . . 4.25 ( 4.20 ach 29. Mai> die osterr. gestempelte Krone Geld aui 4.20 ( 4.25 am 29. Mai) die tschechische Krone am« * . . . 12.50 12 25 am 29. Mai) die Mark ans . . . . ..1525 (14,SO am 29. Mai) Agram . . . . . ..... . . 5.— ( 6.— am 29. Mai) Budapest ... . ... . , . . * . 3.50 (st.40 am 29. Mat) Warschau »»..»«»» . , 2-90 t -3>^ ach 29. Äkai) Der Umtausch der Kronen in Polen. Warschau, 31. Mai. Der „Dpcnnik PostizeOni" meldet: Das Finanzministerium hat bereits alle Borberetniig«: zum? Umtausch d e r K r o n. e n getroffen. Der Termin des Umtausches wird nach Eintrcffcn endgülirger Berichte der ein- -elnen Woiwodschaften über die Ergebnisse der Absienipelimg und hie Zahl der zum Umtausch notwendigen Marknoten bekanntgegeben werden. Es stehen noch die Berichte aus Klempolen und aus der Woiwodschaft Kielce aus. ' Handelsnachrichten aus der Tschecho-Slowakei. ' Prag, 30. Mai. (Privat.) Die Frachten auf der tni ttl ere» Elb e sind um 21 Pfennige für je 100 Kilogramm erhöht werden. . . Wie bereits seinerzeit gemeldet, wurde die Fiuna A.Larrna, Unternehmung für sämtliche Ingenieur-, Hoch- und Tiesbantcn in Prag unter Mitwirkung der Bohemiabank in eine Akkimgcsellichaft umgewandelr. Die Firma lautet: „Erste Tschecho - Slowakische Bauunternehmungs-A.-G.. früher A. Lanna/ Das KirpM öetiZgt 10 Millionen Kronen und kann aus 15 DDliönen Kronen erhöht werden. Der. frühere Besitzer Lanna erhält ein Drittel dr Aktienalso etwas über 8 Millionen Kronen.;" Unter der Firma P a s'e k K a u f m a n n, G. m. b. H. ist Prag I, ist eine neue Firma mit K 500.000 Stammkapital ins) Leben gerufen worden. Die Gesellichaft wird sich mit dem Handel und Kommissionsgeschäften im Großen befassen. * Der Wirtschaftsvcrbaud der lichecho-ilowakischen Porz e l l a n i n d n-st r i e hat ntit Rücksicht auf die in den lebten Wochen enorm gestiegenen Gestehungskosten auf Gebranchsgeschirr und Töpfe einen TeurrungSzuschlag von 20°/« eingeführt. ' - . . v,; . Valutcnkurse. J,n gestrigen freien Verkehr waren Markstoten höher, die übrigen fremde« Zahlungsmittel zumeist auf dem lMgrmeldeten Nrheau. Es-notierten: Leinoten 3.63, Ä u b e l n o i e n Kr 2.67,A M a r k n o t e n gr ü n K 4.59, f-i t c/K jiOi—f-D o l t a r ll 176.—, S ch w e i z e r o t e n D 30.-7-, P^s U N d K 650.—, t s ch e ch i s ch e No ten st 3.61' 'H u sz chh-i un g A g r m«. K 162.—. Auszahlung B ub oH' c st K 97.—, A u s z a h l u mg Prag L 3.60, AuszahluugBerlin.K 4.58. ungarisch e N o t e n 97.— und ungestempelte Noten K 75.—. Generalversammlung der Helenenhof - Imperial- Hotel A -G. Wien-Karlsbad. Alle Aktien dieses Unternehmens wurden, bekanntlich von emcm französisch-englischen Konsortium unter dem Präsidium Henri Auerbach-Paris' erworben. Mit Nücksichl ans diesen Jnterestenwechsel hat rn der am 27. v. M. slattgehabreid Vollversammlung der ganze biöhe»ige Verwaltungsrat dopnjsiomert. Als Vertreter der neuen Gruppe wurden in den Berwaltungsrnt neugewählt: Henri A u e r b a ch (Präsident), der Genrralbevvllmächtlgte J>er neuen Gruppe und der Hotelgesellschast Dr. Ludwig Gelber, Generaldirektor Oskar Lehner (Wien, Hotel Imperial), ferner Direktor Alfred Schwab (Karlbad). Zugleich wurde eine vorläufige E**iohung des Aklirnkkapitals auf acht Millionen Kronen, ßs behältlich einer welkeren statutarischen Erhöhung, beschlossen. Jetti. Ei« altes, bekanntes Bildnis. Bon Jen ö SNohaefi. (4-Fortsetzung.) Sie begannen die Arbeit von, neuern.' , - Aus bcjji Schankzimmer trugen sie die Bänke in dir gute Okube.'zogen sie nebeneinander, betteten darauf iuit dem g'eliehenen Bettzeug, dies waren einige Wochen lang'IHM ganzen Möbel.) Denn wa§ sich im Zimmer befunden 'hatte, rvar zu Äsche, gewogen. Die, Mauer Ivar russig. Braun die Bücher und alle Siebensachen, Mrsengt^dieCillichens Wäsche, der kleine Polster, den Jetti grainvoll zu küssen liebte. Die Versicherungssumme' betrug weniger» als der Schaden.);s v i ' > . , ■ ■ ( Aron bestellte aus Ka schau Tücher, farbige Stücke mit.schönen Mustern. Das erste 'gab er..halb umsonst hin. die nächsten teurer. Er ließ Zwirn bringen, Streichhölzer, Kerzen. Wer um- Spiritus' zu ihm kam, dem bot er Schwefelhölzer an. Wurde nicD bezahltbann gab er es aufs Korbholz. Hierauf verschaffte sich der christliche Gewürz- Irämer die Schanklizenz. So folgten einander die überbürdeten Wochentage, die stillen Sonnabende, die lärmenden Sonntage. Von den Frauen in ihrern Dorfe war sie einzig *mit der Lehrerin befreundet, sie streichelte Jetti mnd liebkoste sie seltsäin und gab ihr beinahe verliebte Worte; aber Jetti wußte nicht, was sie von ihr wollte. Damals lebte, auch schon Heinrich. Er kam an einem uinflorten Herbsttage aus die Welt, als die ferne Gebirgskette ihren Kopf mit einer grauen Trauerwolke umhüllte, gegen, das Fenster Ruhiger, unaufhörlicher, ausdauernder Regen jchlug, und es schien, als wenn dies jetzt nun elvig bMm yMtx. Aber zm ZEMoM des lifcOcnte# Wiener Morgenzeitun«, Geue t», -— 4 Ungarische Vertrehvsbanü R G. dcr 20. ordcntlichrn Generalversammlung-wurde die Ausschüttung'einer Divkdende von K 20.— pro 1918 und 1919 beschlossen und als neue Mitglieder in den Vcrwaltungsrat Herr Berkhold S t o r f e r und Herr Zosek Bun gewählt. Zwangsausglekch S. Raez. Vom Wiener Hurdels- ' gerichre wurde mr Verhandlung und Be-chlußfaffung über den von der Firma S. R a c z (Inhaber Siegmund Racr>- Handel mit Zw>rn, Parfümerie, Kvrjk- und Lederwaren, l.. Rvtenturmstrasie 17. emgebrachten Zwangsausaleich eine Tagsatzüna aus den- 10. d. M., vormittags 10 Uhr, Zimmer 100. dieses Gerichtes ' anbcraumt. Den Gläubigern wird eine 10°/o'ge Quote geboten. Wien?» Börse. Roch der zweitägigen Verkehrsunterbrechung eröffnete die gestr'ge Byrse in reservierter Haltung, koch war ein fester Grundtan M Marktes ti ichtc verkennen. Zm Vordergründe des Intereffes standen S taatsbabn-Aklikn nnd die' GenMcheine derselben. Brr > echt lebhaften Umsätzen stiegen erllere bis 8 3838 um k< 318. letztere profitierten bi 349. Für die Stenrerung dicker Werte wurden Gerückte von Verhandlungen betreffs Umwandlung der Staatse^srn'aahn in e it rumänisches Unternehmen ins Treffen geführt. Von den StaatSbabn-Aktien ausgehend, besserte sich die Gesawthaltung des Mark'eS. ohne - daß jedoch der Verkehr an Ausdehnung zugenommeu halte. Im Schranken wurden einzelne Nöbenwerte mp. Besserungen bedacht, ferner gewannen Piager Eisen X 2l0, Konto K 200 und Scköller Zucker K 300, wogen Aopd K 2000 gegen den letztgemcHeten Stand billiger erhältlich waren. Die srcundliche TeiidcNz erhielt sich bis mm Schluffe. ° Renten gaben nachungarische Kronenrente verlor 3°/«. Im übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: Industrie-AnternehnzNngen. Allgemeine Baugckellscha-ff 705— (4- 35.—), Uniönbau 675.— (+ 45.— ), Wiener Baugesellschast 720.— (-}- 20.—), Königshofrr Zement — — —.—). Perlmooser Zemertt 2200.— (—.—), Wienerberger Ziegel 1890— (+ 90.—), LiNänger Brauerei —(■-.—). Sarafev» 2350. — (-Aussig Cbem 6980 — + 190.—\ Brosche Spiritus 2700.— (—- —.-r), Earborundum —* — Clothildc 2060.— (ck-120.—), A. E. G. Union Elektr. 1470.— (4- 150.—\ Vereinigte Elektrische 1140.— (+ 40.—), Siemens Schuckert 1605.— + 15.—). AlMne 3190.— c + 100.—). Berg- und Hüttenwerke 8800.— (+ 300.—), Austria Email —(■-.—). Eghdier —.— X— -x.—), Enresfclder 1900.— (—40.—). Felten. L Guilleaume 4278.—' (— 75.—), Greinitz Eisen 2150.— (-7 30*—), Hutter L Schrantz 13l5.— (+ 30.7-), Krnvv A.-G. 1567.- - + 8.-). Poldrhütte 2420.- (— 40.—). Pmger Ecken 6400.— f+ 200.— ), Ätlmamuranh 3070.— (m 70. —), Skodawerkc 2383.— (+ 58.—). Waffensabrik 8240.— (+120.—), Brüxer Kohlen —r, Gran- . Szasrvarer 2550.— (+ 175.—), Nordung. Kohlen 2230.— •'+110.—), Qdrrung.. Hütten —.-r (— -r.—X Rossitzrr — —.—\ Salgo'Tarianer 6C00.— (+ 235.-1, Trüailer Kohlen 3280.— <+ 130.—), Nng. Allg. Kohlen 6850.— Urikanp —(— —.—), VeNtcher Magnesit 13 800 (— 100 —), Westböhrn. 3490.— f+ 40.—), Danek Maschinen 2480.— (— 20.—), Brunner Maschinen 2599.75 (-— 10.25), Darmler Motoren 1050.— (+ 70—), Fiatwerke 1330.— (— —), Herd Maschinen 1098.— (— Hosherr & Schrantz 920 — (+ 1.—), Sigl Lokomvtiv 1330.— (+ 10.—), Ruffon 2148.— (+ 39.—), Simmeringer 1260.— (+140.—), Elbcmühl 2400.- (+ 205.—\ Leykam-Josefsthaler 2500.- ' + *10.-), Neusiedler 9300.— (— —.—), Apollo 3500,— (+ 50.—), Fanto . 14 200.— (+ 200.—), Karvatben 9100— (— 400.—X Galizra ' 15 700.— (— 2 0.—), Schodnicn'—(— —.—). Cosmänos 3270.— (+ 80.—), Fezfabrlken —.— (-.—), Schoeller Zucker 7100.— (+ 300.Schönpriescner 3205.— (+ 6.—), Qefferr. E>senbahnve>(. 2350.— (+ 50.—), Ung. Elsenbahnberk. 1099.— > + 104.— . Wiener Waggonfabrik 1021.— (+ 51.—), Gerngroß 632. - - (+ 17.—' Holzhandelsgckeüfchaft 2730.— + 30.—Türkenlose — Transpori-AnLernehmungen.Adria 9800.— (+ 820.—), Aussig-Teplitzer —i-.—), Buschtchradcr lit A —.— ), Buschtelnader lit. 8 —.— (— —.—), Donau- Dampf. 9900— <— 30.—), Ferdinands-Nordbahn i-.—). Gräz-Kpffachcr —(— —.—), Kaschau-Oderberger 1409.-7 <— 60.—), Leiliberg * Czeruowitzer 1900.— (+ 150.— ), Lloyd 22.000.— i— 2000.— V Navigazione — .— (-Staatseisenbahn 3838.— (+ 318.—). Lombarden 505.— — 9.—), 8% Südbahn-Vrl0i. 929.— (— 13.—), Staatsbahn' Genußscheine 2610.— i+ 349.-). Renten. Mairente 90.— (-.—), Febrnarrrnte 91.75 (H-.75), Oesterr. Kronenrente 88.25 (-.75), Oesterr. Goldrente —(— —Ungar. Goldrente —(-), Ungar. Kronenreiite 115.— <— 3.— i. inülltimr Größte Auswahl) Billigste Preise!- Leopold Steinhart, Wicu, Bibcrstraße 9. —-- ----- 473/8» -- ---- . * Banken. Anglo-Bank 798.— (+ 2.—), Oesterr^boS«. Bank 500.— (— — .i~), Ungar, Bank und Handels^ — (--), Bankverein 830.— (+ 22.-0, Bodenkredn 2080.—, (+30.-), Oesterr. Kredit 1056^— (+18.-), Ung. Kredit 1545.-7- (— 34.—', Depositenbank 846;— (—- 9.—), Niederöst. Eskomvteges. 1350.— (+ 40.—), Ung. Hypothekenbank 520.— (+ 10.—), Länderbänk 1040.— (.+ 20.60), BoSn. Landesban! 545.— (+ 5.—), Mer cur 925.— (+ 5.—), Oefferr.-imgar. Bank 4750.- (- 200.-), Nniönbank 910.— (+ 20.~), fc kehrsbank 7oi.— (+ 1^-), Zivnostenska 1585.— (+ 10.—. Budapester Börse. Budapest, 31. Mai. Zu Beginn der heutigen Börse war die Haltung fest. Sowohl in der Kuliffe als auch auf dem Lokalmarkte wurden wesentlich höhere Kurie notiert als bei Wochcnschluß. Nach Erledigung der zahlreichen Kaufaufträge sah sich die Spekulation infolge der unsicheren Haltung des Kronenkurses im Auslande zu Gewinnsicherungen veranlaßt, io daß die Kurse in der Kulisse durchwegs leicht abbröckelten. Die feste Haltung kam aber bald wieder zum Durchbruch. .Von Bank-Aktien waren östen'eichische und ungarische Kr edit-Aklien lebhait gesucht. Mühlen» werte stellten sich durchwegs höher, während Kohlenwerte keine einheilliche Kursbewegung aufwiesen. Schlffahrt-Attren konnten sich kräffig erholen. Eisen- und Maschinen-Aktien erneuten sich reger Nachfrage. Von chemischen Werten wärm Chinoin-Aktie» gefragt. -Der Schluß war fest.' Ans dem Balutenmarkte herrschte eine feste Haltung vor. Mark erreichten nachbörslich den Kurs vonÜOO. ' Im offiziellen .Balutcnhaudel notierten: Lei K 330.— kill 350.—. Mark K 475 — bis 495.—, Pfund Sterling K 655.— brs K* 675.— , französische. Franken K 1250.— bis 1320.—» Schweizer Franken K 2900.— bis 3050.—, Dollar K 165.— bis K 185.—, Navoleons K 645.- bis 665.—, Lne K .1050.— biS 1100.—, Romanow-Rubel M^00.— - bis 320.—, SokolS + 380.—bis 405.—, öfferr. Noten K —.— bis —, Kronen» Dinars K 615.— bis 635.—, Franken-Dinars K 665.— bis 695.—. Leva K —.— bis —. Von Devisen notierten: Ait'.sterdam 5700.— bis K 6100.—, , Kopenhagen K 2400.— bis K 2600.—, Chrisiiania K 2600.—,* bis K 2800.—, deutsche Bankplätze K 430.— bis K 450.—, italienische Bankvlntze K 1600.— bi§,.-K 1050.—, Prag K 37Q.— big K 390.—, Stockholm K 3000.— bis K 3300.—, Schweizer Bankplätze l( 2850.— bis K 3200.— und Auszahlung Wien K 98.— bis K 103. Berliner Börse. Berlin, 31. Mai. Bei Eröffnung deS Verkehrs wHre« die wichtigsten ausländischen Devisenkurse stark angeboteu und teilweise scharf im Preise nachgcbend. Dies veranlaß«, zusammen nnt der allgemeinen, durch das Putschgerxde geschaffenen Unsicherheit wiederum teils freiwillige, teils infolge Aufzehrung der Einschüsse erzwungene Glattstellungen, die bei der. allgemeinen, an der Böcke obwaltenden Unsicherheit, Unlust und Zurückhaltung Rückgänge zckr Folge hatten, die in der Regel 10 bis l5°/o erreichten, bei Deutsch Uebersee Elektrizitäts-, Westeregl. Alkali-, 'Stcaua Romana-,- Otävi- und 'anderen Petroleum- und Kolonial-Aktien jedoch 30 'bt§. 45% betrugen. Höhere Kurse wurden lediglich nur lür Argo- und Siemens & Halske-Aktien notiert. Der Bankaktienmarkt zeigte sich wieder etwas widersiandsiäbigcr. Bel festverzinslichen Werten-rvaren die Veränderungen nur unerheblich. .Nur Mexikaner-«nd Türkenlose stellten sich wesentlich niedriger. Die Devisenkurse. Wie», 81. Mai. (Kncke der osterr. Devffeuzentralck) Amsterdam 5875.- 5875—). Berlin433.50(433.50),ZWih 2790.- 2790.-), .Chrisiiania 2675.— (2675.—). Kopmhagm 2375.— (2375.-), Stockkolrn 3050.— (3050.-), Mark-Notm 426.50 (426.50), Lei-Noten 320.- (320.—). Leva-Noten 290.— 290.—), Schweizer Noten 2765.— (2765—), Französische Noterz. 1175.— (1175.-1. Italienische Noten 850.— (850.—), Englische Noten 610.— (610.—), Doüar-Notm 150.— (150.--), Rubel-Noten (Romanows) 220.— (220.—). Wien» 31. Ma>.. (Kurse im freie» B'er» t e h r.) Agram 155.— bis 165.—, Budapest: Zahlung in Post- Tage 5 heiterte sich das Wetter uns. ang.und nie gesehene männliche Verwandte standen unt den Tisch herum, nur bei feierlichen Anlässen getragene Zylinder- Hüte kamen auf die Köpfe, ein Segen folgte dem andern. Aron sparie nicht mit dem Mun. Auf die eine Qualität sägle er,, es wäre Kognak, das war der stärkste.'Die Kinder aus( dem D'or"e kamen, diese nie geahnte Welt zu bewundern, die Männer wiegten die Köpfe und tranken, manche erzählten schlüpfrige Anekdoten. Mer auch so noch waren sie die Verkünder und Vertreter einäs großeü jkönigrelches/ das +tberall Untertanen besitzt, Jetti lag bleich unter der geliehenen Decke aus blauer Seide, sie zähkte die 'gelbgestickten Mumen. Heinrich, ihr Blut, unter seidenen schwarzen Augenbrauen, schwarzflänrznende Augen: er wird ein anderer sein als sein Vabssv, mehr sein: Arzt oder Rechtsanwalt, ein reicher Mann, Millionär. In der Stadt wird' er leben, als Erster, unter den Juden, als Kultusvorsteher, mit einem schönen schwarzen Bart. , Hat dKr, Movott einen Ksttztlzums, Lat das mstds JilSbettsiiiken eiste Musik? Skidsak zog die Äugenbraunen zusammen, als er sah, w'ie Jetti langsam alterte, wie über ihren Lippen die-Schlachtreihe der schwarzen Härchen immer höher ewporwuchs.'-Er hätte ihr am liebsten diese Härchen einzeln herausgerissest stder er wußte selber sticht, was er war ein-geiziger slowakischer Bauer im Grunde genommen, hätte aber unter die-Füße der fremden Frau Teppiche gelegt, 'damit sie darauf schreite, hätte einen Vogel mit klingender Kehle gefangen, damit er.„Jetti" zwitscherte, hätte wunderbar riechende Blumen.in den kleinen Garten gepflangt, damit sie Jetti immerzu in das Fenster hineindusteten. Aron legte die Gulden zusanunen, Heinrich wuchs, kj iSitcial xaMta Pfeife, spickte, aus und Mwieg. Das Kind lernte frühzeitig beten. Der Vater erzählte ihm aus der Bibel, aus dem Leben der Propheten, 'von Wundern der heiligen' Schrift: das waren für ihn die F7enmärchen. Aber die slowakischen, Dienstmädchen, sie hießen meistens Anka, wußten von Waldzlrergen und von-'den Feen der Quellen zu berichten.- Wenn Heinrich darüber seinen Vater befragte, erhielt er zur Antwort, daß dies Dummheiten wären, das' gemeine Volk sei blöd und unaufgeklärt. - Heinrich verstand nicht' die Worte, aber ihr Klang blieb in seinem Ohre haften. Dü bist mehr als diese Kinder hier, sagte sein Vater.'Das sind slowakische Kinder, Bauernkinder, und du bist Jude. Wenn-er . ,sich ..^sadoch' auf her- .Straße .oder .in der^ Toreinfahrt eines Bauern mit den .fremden kleinen Jungen and kleinen Mädchen laut herumtuinmelte (denn er mußte sich doch)mit anderen Kindern herum-, tummeln), fuhr man ihn manchmal während des Spieles an: Du Jude! Ich bin mehr, weil ich ein Jude hin, und sch bk«, der Letzte, weil ich ein Jude bin — dachte Heinrich — innerlich vom Nachsinnen zerrissen. Aber seinen Eftern sagte er nichts. < .... . Jetti, die unwissende, müde und verblühende arme Jüdenfrau,' setzte Heinrich manchmal in /ihren Schoß, und als hätte sie zu sich, gesprochen: Nicht wahr, mein' Kind) du wirst mich immer' lieben? Du bleibst nicht hier, ich weiß: du wirst ein großer Mann, aber -jstj wirst mich lieben, nicht wahr? ' '' Heinrich. glitt vom Schoße seiner Mutter hery^ und lief zu schien herumspringenden Kameraden hftmus« (FyckfetzuuH folgt.) d