Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 485 (30.5.1920)
- Date
- 1920-05-30
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 486 Wien, Sonntag /Wiener Morgenzeitung /30. Mai 1920 Seite 9, 5 scheine aus, welche für den internationalen Handelsverkehr der Aktionäre, ba§ heißt, dev europäischen Staaten untere Mander,. als Zahlungsmittel verwendet werden können. Allmählich können sich diese Uebevschüsse der Bank in Gold Nrnwandeln, sodaß eine metallisch bedeckte Banknote sich herausbilden würde. In der Uebergangszeit sind diese Schatzscheine durch den buchmäßigen NeiNgechiNn " üird' die gut- Heschriebenen Dividenden gedeckt ünd 'können für den Wärentmstausch von Staat, zu' St<nlt güte Dienste leisten. 's Diese, Elektxizitäistyerke können , in. verhältnismäßig 'skrrzev'Zeit EaE werden. Diä erforderlichen Kapitalien sM Mßih tzaPKnMch; wenn. Alt GÄ ßezahtt wird, trrrö 'btc ganze Sache ist technisch ohne Schwierigkeit durchs tzusühren.!' > ' ' '.' ■ i In gleicher Wessü-' NernikUMt es die europäische Bank, -die bdsten'uNd rentabelsten Wasserkräfte Europas auszubaUen. Die. Staaten,-' welche über solche - Wasserkräfte verfügen, Dringen dieselben als Apports in die' Aktiengesellschaft ein. jAuchnach Elektrifizierung her gesamten europäischen Wird' ichast würden groM Ueb^rschüsse an elektrischer'Energie für Exportzwecke freiwerdeü. Ueberall, wo Kohle vorkommt, entstehen Industrien und siedeln sich die Menschen gerne an. Mit Hilfe der weißen. Kohlen können große Gebiete der Europäischen Wirtschaft erschlossen werden, Bodenwerte gehoben und 'Mehrwerte, von beträchtlicher 'Größe geschaffen eN.'! i / . ( Andere Beispiele solcher zwisöheirstaatlicher Unterneh'mun- IgeN wären der Bau von Wasserstraßen und Kanälen, die Nonäu-^ampfschisfahrt, internationale Eisenbahnlinien, welche 'Pie Bäyk baut odÄ '.pachtet, Pachtung, und Erschließung von großen Gebieten für die europäische Wirtschaft (Turkestau, j . Dieofür cdie Anlagen -verausgabten Kapitalien werden tunlichD niHtl'Lnbaketn " Goldtz/^ soMvn, in Bankanweisungen jan WM^gen' Maat' gezählt' jür dessen HÄLet' die. An- Ma'sfungen,gemacht werden, fd "daß 'die THWrurkerung 'von OoldMWMüblikum und bte Verschlechterung der Landeswährung vermieden, werden.? i If" S^|cttjS»|pii^c HaA WiK.vpn ihren Aktionären, bas heißt den beteiligten- Staaten, mit Privilegien ausgestattet, Freiheit von Steuern und Gebühren, Begünstigung im Warenhchikrhv,^^llerlLkch'teÄrikAen,^ die'Bank" sich, am Handel beteiligt.' Man könnte eiUem der Bank an gliederten Handels- und Zollbeirat, das Recht einräumen, tvernr es die bLsonderen Umstände erfordern. Waren aus einem bestinunten Gebiet ohne. Rücksicht auf Verkehrsbeschränkungen MsLUführen und in einem andere» Staate einzuführen. Der Handels- und Zvllbeirat, der von allen Staaten, das heißt Aktionären, gleichmäßig^ beschickt wird, konstituiert sich, zum ZMusschuß Mr Zollparlament,. begutachtend . oder bearbeitet er aü der Beseiti'gung aller Berkehrsder Zolle, fo„. daß sich all- .Mt^eiWeWW'^Wirtschaftsgebiet zwischen den .AktipnäM/ das heißt dm Staaten, heransbildet. . ' Wenn, wie zu erwarten ist, bet der allgemeinen Sub- .skriptiöttMträchtliche Beträge 'des-Aktienkapitals vom Publikum d^chnef"tötzkö^n," kan»l "'sofort 'ein^ besondere Abteilung der 'sich ^als'Zettelbank mit: tzinem gesonderten Goldschatz konstituieren. Auch diese'Noteu .Essen auf große 'MnMten hauten und vielleicht aus kurze Laufzeit beschränkt werden, um nicht thesaurkert zu'^werden und .bas Landesgcld zu Verschlechtern. Eine gemeinsame Notenbank aller europäischen Staaten wäre ein bedeutender Fortschritt in der Aerieinheitlichnng des europäischen Wirtschaftsgebietes. tzandelsnachrichte« aus der Tschecho-Slowakei. Prag» 89. Mai. (Privat.) Die Ts checko-slowakis öb e D a m p f s cli i f f a h r t s - A. -- G. hat beschlossen, das Aklienkavital mit Vorbehalt der staatlichen Genehmigung von K 4.000.000.— aus K 60,000.000.— zu erhöhen und den Vermaltvngsrat zu ermächtigen, die Emission nach seinem Ermessen entweder ans e'nmal oder sukzessive duränuMren. Unter Mitwirkung der Aussiger Filrale der Anqlo-Bank wurde in Aussig die Kermes-Han delsg esellschatt gegründet, die sich mit der Ausfuhr von Ganz- und Halbsabrckaten sowie Rohstoffen, hauptsächlich Holz, und mit der Einfuhr ansländischer Rohstoffe für die heimische chemische Industrie befassen wird. Das Stammkapital beträgt K 400.ono* Weitere Teilhaber sind die Schichtmerle und die Medica A. G. Die Firma „Erste mährische Dörrgemüsc- und Konservenfabrik F e l b i n 6 e r L Co. m S ch 5 l l s ch i tz bei Brünn" ist in Liquidation getreten. Zu den Unternehmungen der Gesellschaft gehören insbesondere die Schöllläntzer Trockengemüse- und Konservenfabriken nebst dem Marmeladchetncb und der Sauerkrauterzengung. Weiters verfügt die Firma über beträchtlichen eigenen Grundbesitz nebst großem Stembruch sowie über ausgedehnte GutZpachtnngen mit dem zugehörigen bedeutenden lebenden und loten Inventar und schließlich über b-c bekannte Schöllschitzer „Viktoria-Baumschule". Unter Mitwirkung englischen und holländischen Kapitals gründet die Zivnostenska Banka dem „Ustr. Ozn." zutolge eine neue Aktiengesellschaft zur Erzeugung und Berarbennng von Pflanzenfetten für Ernäbrungs- und Industriezwccke. Die Gesellschaft, an deren mit 10 Millionen Kronen vroponiertem Kavital sich zum großen Teil bloß Fachintcressenten beteiligen, soll im Verein mit einer Schwestergesellschaft arbeiten, die zwecks Nohstoffgewinnnng in Holland ins Leben gerufen werden soll. Neue G. m. b. H. H. F. Püriert & Sie., G. m. b. H, in Bodenbach. Stannnkavital K 100.000. H o l a n, Epeditions-G. m. b. H. in Prag. Stammkapital L U2.Ö0Q. Das ..Präger Tagblatt" meldet, daß im Grenzbabuhoi Tetschen seit Wochen große Verkehrsstockungen eingelreten seien. Hunderte Waggons Lebensmittel 'warten in deutschen Grenzbahnlwsen auf Weiterbeförderung nach Tschechien, doch bleiben alle Urgenzen der recchsdeutschcn Bahnverwaltungen zwecklose Ueberfüttung dev Zoklmagazme in Wierr-Weftbahnhof und Wien-Franz Josefs-Bahnhof. Da von dem Hachtbriefmäßigen Empfängern die in den Zollmagazinen in Wien-Westbahnbof und Wien-Franz Josefs-Bahnhof lagernden Zollgüter säumig abgenommen werden,. sind die Zollmagazine derart überfüllt, daß eine weitere Einlagerung neu cinlangender Zollgüter unmöglich ist. Die Parteien werden aufgcsordert, die Abnahme der ihnen gehörigen Güter bis längstens 6. Juni zu bewirken. Güter, die bis dahin nicht abgenommen sind, werden bahnseitS veräußert werden. AuS dev Wiener Börseknmrner. In der gestrigen Plenarsitzung der Wiener Börsckammer wurde zur Kenntnis gebracht, daß die m Sensalen ernannten Herren: Michael Honverp. Adolf Lemp^t, Dr. Jacques, Sgalitzer, Anton Kalita, Adolf Popper. Karl Znis von der nrrdcrösterreichischcn Landesregierung bestätigt und beeidigt wurden (Amtsantritt am 7. Juni 1920). Kanzleworsiand Rudolf Friedrich tritt am 1. Juni 1920 über sein Ansuchen in den Ruhestand. Dem Scheidenden widmete der Vorsitzende warme Worte der Anerkennung. Ungarische Agrar? und Rentenbank A.-G. Laut Beschluß der am 2i. d. M. abgehalienen Generalversammlung der Ungarischen Zjgrar- und Rentenbank A.-Gwird diese Bank ihre Tätigkeit des weiteren als E m i s s ionsin st r t u t f o r t s e tz e n, während das laufende Bankgeschäft sukzessive a u f g e lassen wird. Valutenkurse. Im gestrigen freien Verkehr waren von Nemden Zahlungsmitteln M a r k n o t c n billiger erhältlich. Es notierten: L e i n o t e n K 3.60, R u b e l n o t-e n K 2.70, Marknoten grün Li 4.36, Dollar .177.— und L i r e K 9.95. Berliner Äörse. Kommerz.-uDiskonto-Bauk-A.G. Zentrale Pressborg ° Filiale Wien, I., Wlpplingerstrasse 24-26 ° Telephon 12356,18296,17408 Berlin, 29. Mai. An der heutigen Börse herrschte infolge von Bcsorgniffen inner- und außenpolitischer Art eine gedrückte ' Stimmung, die es m einer belangreichen Geschäftstätigkeit nicht Kommen ließ. Die Kursbewegung war bei vorwiegendem Angebot Meist nach unten gerichtet und zeigte auf den Äauvtmnsatzgebieten iRückgänae bis zu etwa 10V». Badische Anilin-Aktien verloren sogar 23*70, Steana Romana-Aktien 75°/o. Vereinzelt waren auch Besserungen, angeblich auf Deckungen, zu. verzeichnen, 'so. .Hr Kattowitzer mid Deutsch-Ueberfee-Aktien. Kolonialwerte konntet ' sich im allgemeinen gut behaupten. N'eu-Guinea-Aktien stellten sich sogar um 41% höher. Das Geschäft sckstpvte .sich . hei mäßige» Kursschwankungen träge hin. Aus dem Äulagcmärkte waren' die Veränderungen, nur geringlügig. Die Devisen neigten M Abschwächung. ' ' Die Devisenkurse. v Wien» 29.. Mai. (Kurse der vsterr. .'DeVisenziMtr-le.i'/M Amsterdam 5875.— <5975—1, Berlin433.50(445.—),Züttchl 2790.— <2885.—), Christiania 2675.— (2750.—), Kovenbagem 8375.— (2450.—), Stockholm 3050.— (3100.—), Mark-Notm 486.50 (439.—), Lei-Noten- 320.- (320.—). Leva-Noteu 890.-. 290.—), Schweizer Noten 2765.— (2800.—). Französische Nvrcn 1175.—" (1200.-7-). Italienische Noten 850.— (850.—),! Euglstche Noten 610.— (620.—), Dollar-Noten 150.— (150.—),] Rubel Noten (Romanows) 220.— (220.—). Wien» 29. Mai. (K u r.s e i m freien D e t»] k e h r.) Agram 158.— bis 168.—, Budapest: Zahlung, in Post»! sparlassageld 95.— bis 105—, Budapest: Zahlung in gestempeltrnj Noten 95.— bis 105.'—, Ungarische gestempelte Noten 92.—| bis 106.—, Warschau. Krakau in poln. Mark 88.— bis 98.-^J Prag 353.— bis 373.—, Ttchecho-slow. .Kronennoten 5000er 353.— bis 373.-, kleinere 353.— bis 373.— Neue Dinars notcn 600.— bis 650.—. Berlin» 29. Mai. (Devisenkurse.) Amsterdaul 1443.50 (1448.50*. Antwerpen Ll-4.2(> * (317.201, Christiania 699.30 (699.80\ Kopenhagen 649.3H (641.80) , Stockholm 864.10 (864.10), Helsingfors I84.80j (199.80) , Italien 229.75 (229.75). London 153.85 (484.85).! Äkew-Nork 39.20 (39.20), Paris 294.70 (302.20), Schweiz 699.3» <699.30),. Spanien 641.60 629(407 Wien altes 21.47, (22.97), Wien ^gestempelt 29.47 (30.47),' Prag 84.90 (84.9-' D Budapest 22.97 (24.47). Vrag, 29. Mai. (Kprse der Devisenzentrale.) , Amsterdam 1648.50 <1578.50), Belgrad .162.25 (159.35),] Berlin 119.25 (119.25), Bukarest 99.50 (99.50). Sofia 72.5« '72.50), Zünck 808.50 (778.50).'Kopenhagen 738.50 (698.50)^ Stockholm 958.50 (908.50), Mailand 264.— (249.-). Paris' 344,- (344.-). London 177.25 (167.25), New-Uork 45.50 (43.50V Wien 27.75 <27.37). Brüssel 359.- (344,-)'.' Jugoslawische Noten 159.25 (156 25', Mark-Noten 118.25 <118.25). Rumänische Noten 96.50 (96.50), Bulgarische Noten 65.50 (65.50); Schweizer Noten 805.50 (775.50), Dänische Noten “724.50, 694.5(4, Schwedische Noten 954.50 (904.50), Italienische' Noten 261.— (246.—), Französische Noten 341.— (341.—)^ Englische Noten von 1 Pfund Sterling aufwärts 174.25| (164.25), bis 1 Pfund Sterling 173.25 (163.25); Ameri>» konische Noten von 10 Dollar auswärts 44.50 (42.50V vowP bis 10 Dollar 43.50 (41.50), Oesterreichische gestempelte KryneM 26.75 (26 37'. Holländische 1643.50 (1573.50). Belgische 356.^ (341.—), Serbische Noten —(—.—). . .4 Zürich» 29. Mai. (Devisenkurse. — Mltgkteilt von dev Schwerzerischen Kreditanstalt.) . 3 Berlin 14.80 (13.30-, Holland 205.- (205.50,, New-Wrk 558.— (560.—). London 21.75 (21.79), Paris 42-25 (42.40)/ Mailand 32.25 (32 25). Brüssel 44.50 (45.—), Kopcnbllges 91.25 (91.50-, Stockholm 119.50 (118.50), Prag 12 25 (12.408 Agram 5.— (4.60), Budapest 3.40 (3.A). Warschau s.—; . <2.95), Wien Geld 4,20 (4.15), Wien.Ware! , vsterr.(gest. Kronen Geld 4.25 (4.20), östcrr. gest. Kronen Ward ' Amsterdam» 28, Mai. (Devisenkurse.) < London 10.70 00.66), Berlin 6-72)/- (7.354 Paris ' 20.90 (21.65), Schweiz 48.75 (48.65), 'Sun... 2.07V,, (2.15). Kopenhagen 45.70 (45.—), Stockholm 59.25 (58.40), Christiania 49.95 '(49.85); New Do.k 273.75 (275.50). Brüsirl 21.90 (22.25V Madrid 45.50 (45.7s), Italien 15.75 (15.75\ . 1 riS* Besorgung aller ljankgescliiiftl. Transalttioueu. Ent-j gegennalime von Geldeinlagen. Ausgabe yon Binlags^ biicberu. Ucbcrnahmc yon Vermögensyerzralluugpn^ Warenabteilung. | Export von SerienniÖbeln 11. Iandwirtscbaftl. Geräten! □ Import yon deutschen Heizmatmalien etc., ol Zettt.; Ein altes, bekanntes Bildnis. 5 '!? 7 Von Ienö Mohaest. (3. Fortsetzung.) s Im Winteb; )gab es weniger Arbeit, dann konnte man im Finstern sitzen und durfte an nichts denken,,' höchstens an. dieses: wenn es. nur lange so bliebe, finster und Wipternachmittag, damit inan nicht zu zacheiten brauche, ^her nicht zu henken, l, . Im Frühjahr ^chafste,^^ Jetti noch tüchtig, hierauf brachte sie.ein Mädchen -zur Welt/ sie gab ihm den Normen Cilli. Das Kind hatte rotgestreifte Polster, blondes Haar, das sich bald rötete, wässerige Augen. Mer es war Jettis Kind, das .schönste auf der Welt. Wch' der Vgter hielte es" oft, MWe es hin und her, fang ihm auch seltsame Jargonlieder, wer weiß, vielleicht hatte man ihm einst die gleichen gesungen, Jeden iSonnt'ag warf er zwei Gulden in W Büchse/ in einem ' Jahre, wird das schon über' hundert Guldeu aus-- müchen, dann kann man es zur Stadt in die Sparkasse tragen; wenn Cilli siebzehn Jahrs alt fein wird, hat sie die große Mitgift beisammen. ' An einem Abend begann Cilli zu fiebern, die beimchbarten Bauersfrauen empfahlen allerlei Kräuter, did Lehrerin gab einen Umschlag, Aron lief in die Stadt, aber der Arzt wollte nicht herauskomnren, einer seiner Kranken lag im Sterben. Als Aron nach Hause kam, atmete die kleine Cilli nicht mehr. Die Mutter saß mit aufgeknöpstem Kleide am Bette, drückte das Kind an sich, preßte den kalten lleinen Mund an ihre. Brustknospe, bis die Milch herausspritzte. - Aron ließ beim Tischler einen Sarg machen. Am nächsten Tage fuhren sie auf einem Bauernwagen in die Stadt.. Der kleine S>arg. lag einLelviclelt nnlür '*#•« GLiM- . Als sie nach Hause kamen, schrak Jetti immerfort aus dem Traume und aus ihrern Wachsein auf: als hätte sie ein Kinderweinen gehört. Sie ging zu Bauersfrauen, die in den Wochen lagen, wiegte die Kinder mit wirrem . Kopfe, gab ihnen zu trinken, .rief die kleinen Mädchen: CM. ■ , ) 5 Aron klaubte aus der Büchse das^ Geld hervor. Es waren neunzehn Silbergulden,; Im Herbste Zraf .uMv^rbWi.tun^ns'Mx'Abgöorbnetentvahl. ' . Die ferne GebirgSketts leuchtete^ jetzt schon wie Marmor. Auf den Feldern wurde.hie und .da noch geerntet, die Sträucher waren von Johannisbeeren rot, die Slowakenfrauen brachM ün Körben schwarze Heidelbeeren. Jetti kannte-schon.jeden inr.Dodfe, es gab Gelichter, auf die sie freundlich schauen konnte, struppige Kinderköpfe, die sie streicheln mußte. Manchmal ging sie zum christlichen Gewürzkrämer hinein und hielt das Kind vvn diesem oder jenem an der Hand: kaufte für einen Kreuzer Zuckerln. Sonntag nachmittags hielt der §kandiüat seine Programmrede in Hem Kroh-Garteu neben der Stadt. (Einige Bäume, viel Naseu, einige Holzhütten: das war der Garten.) Nach der Rede Bolksfest, Ochsenbraten, Gratiswürstel und Gratisbier. Das Männervolk des Dorfes ^trottete und trabte in die Stadt hinein. Auch Aron durfte nicht fehlen: der Kandidat war von der Regierungspartei. Jip Dorfe faulenzte die Sonntagnachmittagsstille. Vor dem Wirtshaus spielten im Straßenstaub einige Kinder. Jetti saß in der guten Stube, versuchte, in einem eine Gekannte aus der Stadt geschickt hatte. Der Graß, wollte soeben das anständige Würgermädchen verführen^ das hinwieder — ' ' jj Ein Zigeuner öffnete die-Wirtshallstür. Ein frem^ der Zigeuner,-die heimischen waren alte beim Gratis-« bier. Jetti bediente ihn, werlic er auch ein Zigeuner war. 'Hierauf kamen noch zlvei Zigeuner, ein altes. Weiüs. und ein mächtiger, strrlwweliger Mann, i j „Anka", rief Jetti hinaus, aber Anka hatte sicki irgendwo Verlaufes - ) Noch ein Zigeutier kam, ein junger Bursche. 5keinev war ihr bekannt. Jetti wollte beider Tür hinaus treten^ um einer ihrer Nachbarsfrauen zuzurufen. - - - r Die drei Zigeuner hielten sie niederstopften ibrl , ein Tuch tu den Mund, schleppten fie in bte Stube, banden sie mit Händen und Füßen an"einer^ ' - Stuhl. Die Tür lehilten sie zu. . - . - v j‘ Jetti wollte schreien, ihr Herz zersprang von deri - großett^Aystrengung beinäbei Hlcrälis' fiel sie in Ohn< macht. f , ’ ■ j'v Vielleicht saß sie stuildenlang so, vielleicht mhi? eine halbe Stunde. ’•; . j. ' Plötzlich erwachte sie aus ihrer BeLäubuug, $Z? stickender Rauch unrg'ab sie, etwas hob sie m die LufL. und trug sie, als hätte fie, Flügel bekommen. Voni, rechts und links leckten ihr Flammen entgegen. - f Dann war sie auf der Straße, auf dem Stuhls Die Ohren summten ihr, sie hörte Rufe, ein wahn-,' sinniges Trompeten. Die Augenbrauen'- brannten - ihr^ sie öffnete-sie. Jemand s^and vor ihr, jemand nahm ihr jetztz. die Stricke von der Hand, jemand blickte ihr zärtliM in die Augen. Es war SLicsal.