Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 469 (13.5.1920)
- Date
- 1920-05-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wrrn, DontterKiag Leisner MorgenzetrunA 16. Mm MM Seile 7 Str. 469 Me der Pumpianer Rebbe die soziale Frage löst. Aus dem Jüdischen des R. Brandes. (t Fortsetzung.) > ' Er sann w-ejler, bis baß es ihm schien, als sei *ti efucnt R. saltät gekommen. ,Der N Ichium ist. eine GtMfc GotteZ. Wie kann der Reiche sich' davor Veiten? Er trachtet zwar. Dag lrnd.Nacht, wie er den Reichtum, dieses Unglück, lostverben könne. Aber welcher, vernünftige Mensch wird ihm. denn das Unglück abnehmen?" Aber ei» /argex Z'w7.r «l''M-zhe ihn doch und ließ ihn immer iv'eder an s inen D: duktionen stutzig werden, ffr suchte nach einem plausiblen Grunde» warum dis Wichen ihren Reich'um behalten müssen.' „I" Esel!" sagte er sich dann. „Wenn der liebe Gott —> G)tt behüteüber jemand eine Krankh-eiÜ oder ein and r"s Nebel schickt, sr) muß her Mensch diese Strafe, für begangene Sünden schon auf sich nehmen, damit er dereinst reinen Her'eÄ ins Jenseits eingelen kann..Ebenso rst'L. doch mit dem Reichtum: Wem Gott ein solches Unheil ^usendet, der kann es keinem anderen Übertrage.: und muß sich sein ganzes Leben elendiglich damit Herumplagen, Sonst kann er ja nicht selig werden." Und so hat er gegrübeÜ, gegrübelt und vhitofrtz Me'rt über die Welt und ihren^ Inhalt. Er war tben ein großer Weltsenn-er —, alles durch das Studimn her Thora und der. heiligen Schriften. Und felsenfest,'ab solut über jeglichen Zweifel erhaben war es ihm, daß eben dek Reichtum ein snrchtbares Uirglück ist, schon dar'un» weil keiner dem Reichen das Unglück abnehmen wolle ... #' . Jahre vergingen. Jahre . . . Jahre. Sein Sabbatrock, den er einst als Bräutigam erhalten, bekam Löcher, ex^t an der einen Stelle, bann an der anderen, an den Aermeln, am Fu't'r . . . sein Wochentagsrock war schon längst nicht mehr zu gebrauchen.. Er hatten ihn so lange getragen, bis er sich in sich selbst aufgelöst ha"te. D'.e Kindisch.ir wnrbimmer größer. A le Jahre segnete ihn Gott ~~ sein Name sei gepriesen -- mit einem neuen Sprößting . ... Einige feinet , Mätch n waxen ättvtählich- Hergn- <-ewalb?'n —- es war hohe. Zeit, nach einer paisenden Partie Ums h u zu ha t'n.. llit j die Äitgi,..? ... Mitgift?! Sie hatten ja nicht einmal einen gan'en Nock auf dem Leibe. Und die anderen, kleineren-Ki-rder hockten auf der Erde herum, mit ckchmntzi'gen.'Nasen und Mit nackien Füßchen, in -einem Hemde, das ihnen längst schon zu kurz war. Seine fünfundzwanzig poln'schen Groschen, die er, wie riuji f:i» Vater — Gott Hab' ihn selig — die Woche b ezog, reichten kaum für Brot. Und nun s i re^Fcäu?! " ' Den ganzen Tag lag sie ihm in den -Ohren und klagte, wciite, jammertl:: „Von mir will Ich ja gar nicht'reden ... aber .die Kinder laufen barfuß und nackt herum" . . . Und es kamen noch ärgere Zeiten. Selbst an Brot fehlte es bald. ' In: Hause des Rebben mußten sie fortab einen Tag um den anderen, fasten. Die Frau setzte ihm die Hö'le ,rr:: „Warum ersinnst du nicht irgendeinen Rai'^ ein Mi tet? Du fitzt den ganzen Tr^ und lernst und! redest kein Wort. Siehst du denngar nicht (und di« hellen Tränen perlten ihr das Ms'cht herunter)^, daß wir vor Hu'^er umkommen?" ' '- ,D'e Kinder sind ja überhaupt nur Haut uM Knochen. Die Seele hat kaum noch Platz darinnen^ Und nun fing Reb Nachumchen wieder zu grübeln an und zu philosophieren. Aber jetzt philosophierte £8 schon — über die Armut. . - * t „Ganz arm." so wagte er es sich allmähl'ch, abet^ doch noch zaghaft, einzugestehen, „ganz arm zir seinß muß doch wohl auch ein Unglück sein. Warum hießtz es denn sonst auch in den Sprüchen des weisen Salom'or. Reichtum und Armut g'b mir nicht?" " >'x;i Dann bemerkt -auch die heilige Gemovo schon, daß die Armut den Menschen vom guten Pfad mbdrärrgeü. und ihn -seiner Vernunft berauben können 'Es scheint' also, daß es aus Erden zweierlei Unglück gebar Reich-- tum ist s^ i'mm und Armut ist bitter. Das hatte W am et enen Leibe ia erlahren müssen. i Sollte es dagegen gar kein Mittel geben, gar? keine Hilfe? < Und Reb Nachumchen fing wieder zu grübeln an^ ■ Hastig lies er im Ziinmer umher. Mit großen Schritten. Die lii,>pen murmelten leise, unverständliche Worts, während die Arme hastig in die Luft hmeinfuchieltsn» . Tausend Gedanken fuhren ihm durch, den Kopf. Bibe stelt"n, talmud'sch.' Sentenzen) halachische Disk ssionen, Cr'ich utt eit aus den: ganzen jüd'scheu Schr'iftrnm . . . all bas brauste aus seiner Erinnerung hervor, alle die Stellen, die eben handelten . —- , von reich und arm. (Fortsetzung folgt.) Streng rit. Restaurant ■*> Moderest etnoeriefitete Zimmer EleMrl3cha Beleuchtung 6 Minuten warn Kord- und Sordwestbahnlisf getagen. Kö 1@1 Ba rsehak Wien, U„ Grosse Schiffgasse 3 nächst der Stefaeiobrücfce 917 Telephon Kr. 40.139 Zivil® Preise Bäder Int Hause Mimten, I Antiquitäten, { Sold, Silber. falsche Zähne usw. zum! Nächsten Tageskurse GEIRINGER Wien. Krainergfissä f l (ZüRftag auch ron der Rotes türm- . strasse. 13 Telephon 14-1-68 ' Kann & Fnled, mnm in licbten und : dunklen Modedcssins für Kleider und Blusen sehr preiswert V!.. Unke Wienzeile 40. im Hofe m"; Von tiefstem Schmerze g beugt, geben wir hiemit Nachricht von dem Hmscheiden unseres mmgstgeuebien Sohnes, Brüsers und Schwagers, Herrn welcher nach schwerem Leiden, in der Blüte seiner..Jahre am 12. d.M. in em .besseres Jenseits abberuten. wurde. - Die Beeidigung des teuren Verblichenen findet Freitag dm 14. d. M., uck 10 Uhr borwsttrtflS vom Zrntralfriedhos (rsr. Wt.,8. Tor) ans statt. es: Wie», I. Uoli!messe'-g. 8 Wien, :s. Mai isro Fische! Und Rachel Nachtigall als 8kimu Aron und Gustav Nachtigall. Schura Rndörfcr alz Geschwisicr Dr. Jakob Rudörfer als Schwager. L77Y Freitag. M., und Sametaq, f5. Eüai I9£0 5?b halb S Uhr naciimittege! Grosse Mbeäe&ikfss-n! Vorzimmer, Schlafzinrmer, Speisezimmer, Herrenzimmer Saloneittri.chtung T edv i ch t, darunter einige Perser und ein SeidentepHkch, Bilder ^Wta, Duxa, Siochner. Beyer. LiwnanNchilsch. Gelle re.) ... und viele einzklniSbe!. Außerdem Brillaorlchmmk, Ringe, Boutons. 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April d. 296, wurde der Gemeinde Wien die aesehliche Eemächtirjüng' wir Begebung dieser Anleihe erLM. - - , "Auf Grund dieser Ermächtigung gelangen nunmehr Teil« schuldverschrerbungen im Nennwerte von K 300^000,000 iur Ausgabe. Der Erlös aus dieser?tnleihe soll gum großen Teile kür irntxrnchmungen dienen, die zwar als Notstandsarbeiten ge-- dacht sind, aber auch dauernde reale Werte därstellen und Ulciäbieitifl den Slealbesitz der Gemeinde wesentlich vermehren. Die Schwierigkeiten der städtischen Unternehmungen sind nicht unüberwrimlich und nur hervorgerufen durch die äugen» dlicklichc Unzulänglichkeit der Kohlen Versorgung, die eine volle Änsniitzung ihrer Leistungsfähigkeit Zeitweise behindert. Die Unternehmungen werden sofort wieder gewinnbringend werden, sobald es gelungen ist, deren volle Betriebsfähigkeit durch ausreichende Koblenbelieferung zu sichern. Soweit es im Bereiche der Möglichkeit liegt, trachtet die Gcmeidevcrwaltung, ihre Betriebe von ausländischen Komon- &caüflcn unabhängig au machen. Dse Gemeinde Wien hat sich in hervorragendem Maße an der Erschließung des Lunß- Wardliosncr-Kohlenvorkominens beteiligt; das Zillingdorfer Kohlenbergwerk samt der elektrischen Ueberlandzcntrale in Ebenfuri erfuhr in der letzten Zeit eine ganz wesentliche Auscrcstaltung. .v Am städtischen Gaswerk in Leopoldau wurde im letzten kkahre eine Bcnqolfabrik errichtet, deren Produkte denkost, spieligcn Bcn^inbcdug aus dem Ausland wenigstens teilweise entbehrlich machen sollen. Die Gemcindcvcrtvaltung hat im laufenden Budgetjahre eine umfassende Steuerreform dnrchgeführt, neue Abgaben eingeführt, bereits bestehende erhöht und sich dadurch neue, dauernde Eimmhmsgncllen eröffnet, deren Ertrag vorläufig mit 280,000.000 Kronen beziffert werden kann, wodurch die finanzielle Lage der Genteitrde eine wesentliche Stärkung erfuhr. - Außerdem wurde in 'den Vcrhandllmgen mit der StaatZcegicrung erreicht, daß die Erträgnisse gewisser Staatssteuärn der Gemeinde Wien überlassen worden sind. Unterhandlungen wegen Erdölnnig der staatlichen llebcrwcisungen sind im Gange und die Gesetzesporlagen hierüber durch die Staatsregierung bereits in der Nationalversammlung eingebracht worden. Der Neakbcsitz der Gemeinde sowie der Wert ihrer aus» ked'chntött wirtschafUichon Unternehnmugen steht noch zu den sernergeitigen Anschaffungspreisen nnd Investitionskosten, also wesentlich unter den Tagespreisen, zu Büch. - Die Tctlschuldverschrvibungen der neuen Gemeindeanleihe werden in deutscher Sprüche ausschließlich in aus Kronen der durch Gesetz vom'2. August 1802, R. G. Bl. Nr. 126, beziehnngswerse durch Lollzugsanweisung des Staatsamtes der Finanzen vom 28. März 19X9, St. G. Bl. Nr. 191, festgestellten Krouenwährüng ausgestellt, läuten auf den Inhaber, werden ab 16. Mai 1920 mit jährlich 6 Prozent in halbjährigen, am 15. Mai und 16. November jedes Jahres im nacht tvem fälligen Raten verzinst und am 16. Ma: 1924 zum Nennwert rüägezahlt. Der Gefanitbetrag von 300,000.000 Kronen ist in folgende At schnitte eingeteilt: St. 5.000 L L 600 K 2,500.000 — . 2".0i0w „ 1.000 w 2V«O0o r— I » 15.000 , * 5.000 w 75,000 00 , 20.250 , „ IQ.OoO „ 202,500. 00 - K oO '.000.000'— Die auf das vorstehende Anlehen bezüglichen Bekanntmachungen werden im «Amtsblatt der Stadt Wien' und m der amtlichen „Wiener Zeitung" veröffentlacht. Mit dem Eintritt des NückzahlungStermincS hört jede weitere Brrstnsung auf.?lm 15. Mai 1924 k-rfolgt die Einlösung der Cchatzscheine gemeinsam mit dem letzten an diesem Tage fälligen Zinsschein. Dw Kapitalszahlung erfolgt gegen Eur,ziehung des Schatzschemes, die Zinscnzahlung gegen. Einziebuna der fälligen Zintzschejne an hen Uebexbringer. Die Rentenstruer samt Zuschlägen für die ZinSscheino übernimmt die Gemeinde Wien zur eigenen Zahlung. , Die Einlösung der Cchatzscheine und dexen Zinsscheine erfolgt kostei'srei in Wien bei der Hauptkasse der Stadt Wien, der Anglo<Ocsterreichischen Bank, dom Wienre Bank-Percin, der Allgemeinen Oesterreichischen Bodoncreditanstalt, der Oosterrcichischen Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe, der Oestcrreichischen Länderbank, der Niederöstorreichischen Eseompte-Gesellschaft, der lluivn-Bank,' der Zestträlsparkasse der Gemeinde Wien, der Allgemeinen Depositenbank, der Bank u. Wechselsiuben-Actien-Gescllschaft «Atercur", der Allge- > meinen VerkehrSbank, der Wiener Lombard- und Escompte- Bank uüd der Zentralbank der Deutschen Sparkassen. Die Cchatzscheine genießen die Mündclncherhcit; können somit zur. fruchtbringenden Anlegung von Kapitalien der Stiftungen, der unter öffentlicher Aufsicht stehenden An- . stalten. des Postsparkasscmnntcs. dann von Mündel-jrideikvmmiß- und Depositengeldern, ferner zum Börsenkurs jedoch nickt über dem Nennwert — auch zu Diensturw Ge» - schäftskautronen verwendet werden. Die Cchatzscheine. sind der der Oesterreichisch-ungarifchen Bank zum Lombard Melassen und werden von derselben .zum bevorzugten Säyo ihrer eigenen Pfandbriefe bevorschußt. Die Kotierung an der Wiener Börse wird erwirkt werden. s?ür .diL Sicherheit 'dieser Anleihe haftet, die Stadtgemeinde Wien mit ihrem 'Vermögen und ihrer gesaniten Steuerkraft. Wie n. im Mai 1920. l '.. Für die Stadtgemernde Wien: y Der Bürgermeister: Jakob Nenmann. - . < VerkaufsbedinsrurrgLNr i ■ Die Zcichnuna der auf Grund der vorstehenden Ankün«! digung zur Ausgabe gelangenden . | Nominale *< 300,000,000 Oprozenr. steuerfreier Schahschein-Anleihe der Stadtgenreinde \ Wien vom Jahre 1920 findet in der Zeit vom 14. Mai bis einschließlich 5. Juni d. I. bei den gefertigten Instituten und deren Filialen, Erposituren, De^ositenkassen und Wechselstuben statt. Der - Zeichnungsprcss beträgt 98,25 Prozent zuzüglich 5 Prozent Stückzinsen vom 16. Mai 1920 bis zum ZohlungSiag. Die.Zeichnung erfolg: mittels de: für dieselbe bestimmten Anmeldeformulare^ welche bei den vorgenannten Stellen kostenfrei erhältlich sind. Die Zuteilung wird sobald als möglich nach Schluß der Zeichnung unter Benachrichtigung der Zeichner erfolgen. Jeder , Zeichnungsstelle ist die Befugnis Vorbehalten,- nach ihrem Ermessen sede einzelne Zuteilung zn bestimmen. Die Zeichner sind verpflichtet, die ihnen zugeteitten Schuldverschreibungen am 12. Juni 1920 zu bezahlen. - Anmeldungen auf bestimmic Abschnitte können nur in* , soweit berücksichtigt werden, als dies nach Ermessen der ZeichnungSstelle zulästig erscheint. Die dlbttahme hat bei derselben Stelle zu geschehen, bei, welcher die Zeichnung erfolgte. > •> Bis zur Fertigstellung der Schatzscheiue merbeti. dey Zeichnern einstweilige Bestätigungen (Skrips) auSgcfolgt.' Wien, im Mai 1920. AnglorOvsterrelchische Bank. Allüemeiue österreichische Vohpt»-- eredit-Anstalt. Oesterreichischr Ländcibank. Niederosterreichischo Eseomtzte-Gesellschaft. Allgemeine Depostten^Lank. Allarmrins VerkehrSbank, Wiener Bank-Berein. Oesterreichische VredÜ-, Anstalt für Hand.l und Gewerbe. Nnion-Bvnt Zintr-.'^aekaffa der Gemeinde Wien. Bank u. Wechselstuüeu-slletlen« . Gejeltschaft „M.rcnr". Wiener Lombard', und EscomsttecBank, Zentralbank der Dentschen Sparkassen, H 3 2