Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 461 (5.5.1920)
- Date
- 1920-05-05
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
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\ Nr. 461 Wien, Mittwoch LLrsüsv Morg-ttzsrtüÄ $ 5..Mai 1920 Serie 7 üischiin Oberhauses.) 6. Maßnahmen, um die Handelsbeziehungen zwischen dem Westen unddem Balkan-Osten zu entwickeln. (Berichterstatter Ioksiinovic, Mitglied der serbischen Skupschtma.) GozküleBanK kitWwü. Wiew'r von zuverläifigkr ^ettc* afahren, scheiden die Herrin Brirbard-Torcagkr und Max Hoch». ' mann aus der Direktion der KorNmexz- und, Diskonto-Bank A.-G, aus. um in die Bnw finnig der Totalen Bank rm- Mlreten. T)ies wird auch -en.Anstoß dazu bieten, Alker tsöömci Neoitmmfa'ion deS Institutes und unter HnaMichnng französischen Kapitals und rumänischer Banken de beschlossene Kapitals» rrhohung aut» K SO.Of'O.COO.— durchzuiühren. Kommerz- und Drsksnto-Vank.AktrenaefeVschaft. .Mie wir erfabren, fcheidm die Hern« Bernhard Der«Iaer und Max Hochmann aus der Dnekt-on der Kommen» und Diskonto» Banks Hingeaen wurde der friihere-Generalsekretär der Oeste-- reichisch-ungarischen 'Bank. Herr Friedrich Swnnd-DalaÜck, in die. Direktion berufen. Die'e Beruwng sieht im Zusammenhang' , mit Expansiynscchsichten der Bank, die in der allernächsten.Zeit aktuell werben dürsten. Der ehemal'ae Generalsekretär der Notenbank, bT ans seiner laiigiälrriaen Tätigkei der dieser d'e peschäst- -lichen B'rhältnille m allen Tellen der früheren Monarchie genau kennt und auch üb.'r merivo lle Verbindungen mit dem Anslande verfügt. wird in der rasch' aüsstrebenden Anstatt gewiß ein reiches Arbeitsfeld finden. Vollständige Aufhebung des privaten Kompenfationshandels in Jugoslawien. Ans Belgrad w rd berichtet: In der gestrigen Sitzung des MinisterialausschusseS fü> HandclSangelcgknheiten wurde drr vollständige Awhebuna des privaten KomvknsaiwnsbandMbewilofferi. Zn kür'esttr Zelt wird ein Ukas gegen die Preistreiberei veröffentlicht werden. - * Die Peeisgestaltuns in der Textilbranche. Aus Fachkreisen rv rd d m „Prager Taflblatt* geschrieben: In letzter Zen tauchtest Gerüchte auf. daß dir Preise der Artikel der Textilbranche, und zwar iw: ho andere Wirk-, Strick-- und Manusalturware finken werden, ohne das eine Begründung hierfür angegeben wird., Nachstehende Dattn beweisen aber, daß rrn Sinken der Preise in der nächsten Zelt absolut nicht zu envarteh rst; So liegen zum Beispiel aus der Schweiz Anbote ans Beda^wtitel vor. die im Mä'z noch.Frcs. 2.85 gekostet haben Uns für die heut tres. M0 verlangt werden. Frankreich h^t aus alle Artikel emen usschlag von 50°/0 eintrctm lassen. Farbstoffe erhöhten sich Inder letzten Zeit bis 7000°/-. Die B a u m w o l l e. die bei der letzten Zuteilung K<5 1?0.— kostete, wird jetzt mit Kö lfiO.— jugeteilt. Dazu.kommen die täglich stehenden Forderungen der Arbeiter und Angestellten, die erhölnen Post- und Aelegraphmgrbühren und schliei/lich die neue Erhöhung der Eüeubahntarffe und Kohlenpreife. die'100 bis 150% Le.ragrn werden. Balutenkurse. Im gestrigen freien Berkehr waren fremde Zahlungsmittel etwas fester. Es notierten: L e i n o t e v K 8.87. R «b eltt'ole n K 3.10, MarkNoten grünL 4.27. M k n o t e n r o t L —, L i r e K 10.90. Dollar K* 240.-v S ch w e i z« r Noten L 41.50. Pfund H 925.—, t,kchechifche Roten L.3.61, Auszahlung P ca g 3.54, Auszahlung Berlins 4.22 und Äug e st e m p e l t e N o t e n 85°/-. » Daimler-Motorenwerk« Aus Stuttgart wird gedrahtet:.Das abgelausene Geschäftsjahr der Daimler-Mötorenwerke MW nach Vornahme der notwendigen Abschreibungen unter.Anrechnung des vorjährigen Saldovortrages von. 162.M Mark und unter Einbeziehung von 9 Millionen Mark aus früheren Rücklagen mit emem rechnungsmäßigen R e i n-- Borja.hre werden. ■(?•':■* y *'*'• *» wv ^‘i » to i# ,o i,(i *w(|uqic aus das MltenkapUal von rund 32 Millionen Mark zu verteilen. Von dem,Reste sollest insgesamt ll.b Millionen Mark zu WohlfahrtS- -zwecken verwendet weiden. Der nach Auszahlung der Tantiemen verbleibende Saldo von 216.613 Mark soll auf neue Rechnung vorgetragrn werden. Deutsch-tschechische Verkchrsvcrhandlrmgen. Eine große ministerielle. Kommission der tschechischen Ministerien für Handel, Eisenbahn und nationale Fürsorge begab sich gestern unter Führung des Staatssekretärs Do. Schuster nach Berlin zur Führung von Verhandlungen über hie Durchführung emiger Klauseln des Frieb-nsvertrages von Ver», stilles. Insbesondere handelt: es sich , um de„ - Eisenbahnverkehr, Elbe-Berkehr, den Transport tschechischer Waren nach Deu'schstnd und den «Transitverkehr durch Deutschland. Des-» gleichen sollen einige valirkärifche Maßnahmen geregelt werden, namentlich die Ersetzung der Francs-Zahlung durch- Mark. Bcsitztvcchs:! in?. brr Aktienmajorität - der Deutschen Palästina--Bauk. Die „Frankfurter Zeitung" gerichtet: Die Firma Julius Sichel u. Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien in Mainz, an der neben deutschen auch schweizerische,, elsassische. luxemburgische «nd belgische. Interessen beteiligt sind, hat aus dem Besitz der Fürstlich Hohonsthescheü. Vep» waltung die Majorität dev 'Aktien der Deutschest^ Palästina-- Bank erworben, Der: demnächst - zusaminentreteudm ordentlichen Generalversammlung der Bank wird-der Asttrag nuter-- breitet werden, ihre Firma in „Westbank Aktiengesellschaft"' ybzuäudern und ihren Sitz nach Fvanksurt am Main zu verlegen. Die Nationalbank für Deutschland hat .ebenfalls ein grSßere^ Interesse an der'Westbank genommen, während die Fürstlich Hohenlohesche B^civaltuug mit einem kleineren Teile, ihres bisherigen Akürnbesihes an dem ' Unternehmen auch, sernerchin beteiligt bleibt. Die Deutsche Palästina-Bank, die mit einem Grundkapital von 20 Millionen Mark arbeitet, hat ihren Aktionären nicht viel Freude berewet, da sie Jahre hindurch auf ihre umfangreichen Geschäfte im Orient große Abschreibungen machen mußte und infolgedessen keine Divideildeu ausschütten könnt«. Mm Schuber nnd Brenner Wien, I, Georg Cochpläts 3 / Telephon Nr, 10813 Kulanteste Dnrctfiitiraiig aller bankraässigen TraasakttOiien im jta* and Auslände. Wiener Börse. Die gestrige Börse eröffnet?-m fester Haltung im Hinblick^ mf btc ohne Schwierigkeiten zu Ende geführte Versorgung. Im Vordergründe des Jniercsses standen Skaittsbahn-Aknen. die bis 4650.— um K 110.— grgen der» letzigemeldrten Stand in die Hohe mugen. Ferner fanden Alpine-Alticn und die Werte unggri- >cher Provenienz mehr Beachtung. Rima profitierten K 170.— und Salgo-Kohlen, die sx Coupon mü einem rechnungsmäßigen Abschlag von K. 40,- gebandelt wurden, avancicuen um l< 855.—. Als jedoch im Verlaufe des Verkehres Gewinnficherstellungen in den Alumc-Akneu durchßeiübrt wurden, trat hon hier ausgchend aus dev pan-en Linie eine Ermattung ein, >'o daß hie anfangs - erzielten Erhöhungen verloren gingen und einzelne Effektcngaltungen noch unter rhrem Eröffnungskurs dm Markt verließen. Ungünstigm E nffuß übte auck die von Zürich gemeldete Bcfferuna unserer K> one. Lediglich Salgo^Kohlen und Zkoda lagen ziemlich fest. Im Schranken war eine geteilte Tendenz vorhcnsckiend. Erhöhtes Interesse zeigte fick für Carborundum, welche K 200.— höher bewertet wurden, ferner stiegen Beiticher Magncfit um lll 1300.—, Brünuer Maschinen um 8 350.— und Karpathen Peirolcum um K 3S5.—, wogegen Berg» und Hüttenwerke K 600.—, Felten L Guilleaume K HO.—, Prager Eilen K 10i'.—, Fanto K 200.— und Apollo K 100.-, billig« abgegeben wurden. Bon den Renten verlor die ungarische Kronenrente 2%. Im übrigen verwerfen wir auf chacksteheude Schlußkurse: - , .. - Industrie-Unternehmungen. Allgemeine -Baugesellckaft 1060.- (- —Unroubau 748 (ll- 28.-) Wr-'ner Baugefellsch fit 822.— s— 5.—), Königshofer Zement — —' —Perlmoos er Zemem 5810.— (— 10.—). Wienerberger Ziegel 1900— c— 60.—), kiiefinger Brancm 1540.— (— 9.50', Sarajevo 2390.- (ll- 20,-r-), Aussig Chenr. 7600.— <— 410.—). Brosche Spiritus —(— —Carborundum 3250.— / + 200.—), Clothilde 2300.-7 (- -.-), A.E G. Union Elektr. 1730.— l-l- 30.—^, Vereinigte Elektrische 1270.— (— 14.—), Siemens Schlickert 1711.— ich- 1.—), Awmr 4240 — t—115.—\ Berg- und Hüttenwerke 10.000.— (— 600.—\ Austria Email 4390.—(+ 60.—), Egydier —(-Enzestelder 2160.- (— 80.—), Felten L Guilleaume 5850.— (— 110.—), Greinitz Elsen 2500.— (— Hutter & Cchrany 1520.— (-, Krupp Ä.'G 1469.— (ll- 60.-), Poldihiitie 2880.— (- 85.--), Prager Eisen 7 <00.—100.—), Nrmamurany3545.— (+ 80.—), Skodawerke 2^20.— (+ sto.—), Waffenfabrik 8890.4 ' Brüxec Kohle» '-.— Gran» 2400.—- <l-—-.--), Brunner Maschinen 3200.—' f-s- -Ssy.«')« Damrler Motoren 1465.— s— 5.—), Fratwerke 1600,— ox Cow-on. Heid- Maschinen .HD.-- s— 7.—), Hofherr L Pchrautz -U21.— (-K 11.—). Sigk^okomotlv 1400.— (— 15.r~), , Huftott 2890.— s— 45.—). Simmermger 1341.— (+16.—). Elbemühl 2750 - (+ 50.—', Leykam-Iosessthaler 2810.- (+ 25.—), ■ Neufiedler 9800.- (— Apollo 3900.- l-100.-), Fanto 15.400.— (■?-• 200.—), Karvlitben 11150.— (8- 355.—V .Galrzia 14 1öO.— (»- 90.-7-), Schodnica (— CosNWtoß 3900.— (~r 50..—), Fezfabtlken 4700.— (— 50.—), Schoeller Zucker* 6500.— s— 28 '.- ''. Schönprresener 3750.— 25.—), Oestetr. Eisenbahnver^ 2480-- (4- 56.—), .llug. Eifenbabnvers. 1219 60 ■(+ 89 59, Wiener Waggonfabrik 1298.- <*-38.-), Gerngrvß 760. - > (-f 10.—', Holzhandelsgesellschast 2180.— — 80.-7-V Türkenlose —(— - . . Transport-Anternehmungen. Adria 9700.—(-l-450.—), Ausfig»Tevlitzer 545Ü.— (-j- 150.—). Bnschtebmder lit. 4021.— 9 '-\ Biffchtehrader üt. 8 1930.— ). Donau- Dampf. 11.680— f— 20.—), Ferdlnands-lltordbabil — (— —\ Graz-Köffacher —(— —.—). Kaschau-Oderberger 1600.— l-l- 45.-), Lemberg - Czernowitzer 1930.— ':+ 30.—), Lloyd —Ravigazivne — .-.—). Ctaatseiienbahn 4460.— (— 50.—), Lombarden 609.— — 3.—), 3°/o Südbahn-Vrior. 1095.— (—35.—), Staatkbahn- Genußscheme 2850.—t—3.—)., ' Renten. Mmrente 96.50 s—, —Februarrenie 96.75 (— —.50). Oesterr. Kronrnrcnte 9^.75 (—-.25), Oefierr. Goldreute —(— — ^), Ungar. Gvldrente —(— — Ungar. KroUcnrente 120.50 (— 55.—)« Banken. Anglo-Bank 858.— Oesterr.-bosu Bank —Ungar. Bank und Handels. 1356.—!— 4.—), Bansverern 883.— —' 6.—), Bodenkredlt 2375.— — -—.—), Oesterr. Kredit 1045.— (— 5.—V Ung. Kredit 1570.— (— 58.—', Depositenbank 924.— f— 6.—), Niederöst. Eskompteges. 1360.— i— 5.—), Ung. Hypothekenbank 600.-- . — -77.—), Länderbnnk 1065 (— 16.—), Bvsn. Laudrsbank 6?5 — k-l- 6.—), Mercür 966.— t-l- 8.—), Ocsterx.-üngar. Bank 543 '.— (+ 55.-), Unionban? 916.—(+9.-), Ber^ kehrsbanl 722.— (+ 4.—), Zivuostenska 1615»— (— 10,—). Praier Börse. Prag» 4. Man (Effektenbörse.) Es notrerten sGeldkurse): A n lag e w e r t e: FreihgrtIanlmhc 95.50.4Vs°/0 ma&r. Landcsarlcthe 94.75, dieselbe 5°/ol00.40> 5°/0 Aul. der Stadt Prag 102.50, 4'/,°/« Anl. der. .Stadt Pilsen 97.25, Schuldversckr. der Zivnostenska Banka —.-7, dieselben 4Vz"/» 4"/» Prior, der Buschtchrader Eisenbahn —2 */0 serbische Prämienanleihe .265.—, Türkeülo'e 590.—. — Bänkwrrte: Bohemiabank 945.—, Ceska Banka 580.—, Böhm. Univndank 574.—, Böhm. Eskomptebank 590.—. Böhm. Jndustrialbank 650.—, Laudw. Kreditbank 965.—, Mährische Agiar- und Fadufirialbank 900.—/ Mähr. Eskomptebank 615 —. Bodenbavt 710.—, Prager Kreditbank 1069.—!. l. böhmische Lebensversicherung 620.—, Rosenberger Kreditbank 509.—, Zivnostenska Banka 553.—, Böhmische Agrarbank 740.—, Bank für Baunnternchmungen —, Mähr.-schlefische Bank 808.—...Kroatische Landesbank —.-7-. — B n d u st r i e in e r t e : Koliner Kunstdünger 2125.—, Köliner affeesuriwgote Ut. 3060.—, Bödm. Mkicnbrauerei BudweB —. Podoler Zement —, Böhm.' Zuckerindufirie Prager Papier 1058.—, Chamotte 2110.—, 1. Iiöhmisch-Mahrckchr Match'nenfabrik —, Danek 848.—. Kolben —, Böhm. - Handelsgefi 2120.—, Laurm 1050.7-, Ruston 850.7-, Weltbröu Pilsen 1740<—, Bergmann —.—.Petroleum Kolin 2980.—. Kaolin Zettlitz —: Tendenz.: schwächer. Budapester Börse. Budapest, 4. Mai. Die'Börse er öffnete heute in .freund» l'chcr St!urml»'ng. Nach Erledigung der vorliegenden Kaufauftiäge machte stch Rcaliiationsncrgung geltend, die zu einer vor- > übergehenden Abschwächung führte. Als jedoch aus Wien günstige Die Widerspenstige. AuS dem Jüdischen des A. Weißenberg. (5. Fdrtsetznng.) - Ein paar Tage später komme ich desselben Weges und gebe meinem Gaul zu saufen. Ich habe kaum die Krippe zwischen den Rädern yervorgeholt, da stehi DeS-orah schon hinter mlr. So sagt sie — willst du Mch.reinlegen! ^ei. brav und nimm das Si'lberftn'ck Mück! Und sie zwingt mir das'Guldenstück in die Hand. „tDumwes "Z'^N"»^säge ich und weise sie zurück/ ä^'WüßK ich von güt nichts. ^Sie aber läßt sich auf' nichts esn undbeschwört^,,mich bei ihrer (A'sundheii, das Geld zurückzunohmen. So steck' ich das Geld in meine Tasche, Werden untz später sprechen. Ünd wie sie mich' wieder ni'al zu einer ^guten Suppe- «einl-adeu wikl^ sag' ich kurz: nein. Und, sie? Meinen Sie, sie hat gegessen? Donnerwetter! Sie ist in die Stube gegangen und hat sich ans Fenster gestellt. Und ihrri -Äugen suchten mich. Ach lehne an meinem Wagen und blicke-sie - an. Wiv schweigen beide. Mer ihre Augen reden,-bitten, stehen. Vielleicht, datz ich in die Stube lÄnicken' soll. Wer weiß? Aber ich bleibe fest.. Nein. Und so blieb's. Ich bin weitergefahren und habe nicht einmal.AM-Abschied gewinkt, nicht einmal,.umgesehen 'habe ich.-mich, als sie wich grüßte. - Me 'ich nun am anderen Morgen < zurückfahre, halte ich wieder vor dem Gasthaus, um den Gaul zu füttern. Peborast sieht msch vom Fenster aus, kommt gleiche heraus und bleibt aus der Schwelle stehen. Ihr Gesicht ist/kreidebleich, die Augen mstde, vetsonnen und voller-Tränen und so still sicht' sie Ms wie ein Huhn, baS sich vom. Dach Ms den 'bewölkten Himmel '<m* schwant/ ■'; " Ä gehe auf sw zu. ' «Was ist dir, Dedotäy?" frag' ich?' ' : „Gar nichts", antwortet sie un!d Tränen perlen Ihr in den Tsugem. . „Du siehst so blaß auS!" sage .ich und ich fühle, wie ein seltsaine^ Mitleid miiü packt. . „Blaß? VieUeicht! Ich bin nicht ausgeruht." „Hast du die Nacht nicht geschlafen?" ^dein". sagt sie-leise-. „Warum denn?7 „Ach, du weißt es schon!" sagt sie und wiendel, sich ab und wischt sich die Augen mit dev Schürze«. In mir siedet's und ich sage: „M.Ssi' uns nie Pöses treten, wie ich von nichts weiß." „Aber warum hast du dich!' gestern nicht nach mir nmgeblickt^ ' „Neue Geschichte!" sag' ich', „wh) . kommt eines zum andern. Deswegen schläfst du nicht?" „Nein . . . aber e§; hat mir, leid getan, daß 'ich dich zwang»: den Gulden, zurück',unehmen." „Wegen eines! Guldens, all das! Na, da hast du breie, aber schlaf!" Und ich zag meinen G:Hdsack. „Und wenn ich sie nehme, bist du dann wieder gut mit mir?" fragt sie, und" um die tränenden Aug?.r huscht ein Lächeln. , . ‘ . . „Ja!" antworte ich, alsvvb's mir am. Traum du* gefallen wäre, ihr zu zürnen. ' ,,Dre» nicht, den einen, Gulden kann ich.nehmen." „Nun gut", sag' ich und lasse die beet; ank d4m Handtelllev tanzen. - ' ' „Aber du bist mir nicht mehrÜböse?"' „Wirklich nicht!'- Ich' w:ederh-olip-"dir.'s!' . Sie nimmt den eben Guldein Die Tage gingen dahin. Wir lebten.-sre-mlöschastich miteinander. .Da - koMnt,da--'Ünglück.-/Am- Povtag des Osterfestes wird die ältere Schwester/ did'verheiratete, krank Md kaum sind, zehn Tage vorbei, gerade einen Tag nach-dem Fest!, stirbt sie. Ein goldiges Weibchen, lieb wie eine Schwester — das 1'ann ich Euch versicherlr.; So wahr' ich ein Jude bin,- tief ins Herz hat inich dieser Schmerz'getro"f''lr. Ich könnte nicht in die Stube 'gehen und nun gar Deborah'iü die' Augen sehen. Deborah ging wie ein Schatten herum, .den Kopf gesenkt. Ihr Ges'.cht war bleich wie eine eben gekaKte Wand. Früher war's so lieb und cheimllich. Und nun das Unglück. In jedem Winkel der Stube hockt die Trauer. Die * Mutter — bei jedem Wort kommen ihr die Tranes Selbst die Wände standen so traurig da. May jagt das gewaltsam unterdrückte Leid aus den. Stube. Einmal, vor Pfingsten war es, fahre ich, eins Schar Chessiditn zum Rebben nach Kalihiell,- da ' in ein nahes Städtchen. Und wie ich hier nun anhalten will, um Meinen Gaul zu füttern, lassen es die - Thassidkm nicht'zu: ich soM schneller fahren. Was, schere ich mich drum^ Ich denke, mein Pferd ist kein Chassid und hat ketue-Eile mit dem'Kebben. Aber-ich will mich auch nicht besonders aukhalten. Ich kehre also nicht in meiner ckl-ten Stelle ein und bleibe aus der Chaussee stehen-. Border Brücke. Lade die Krippe ab und gehe zum Brunnen — da hinterm Haus. Ich.sehe mich uyt: Deborah sitzt auf dem Gras, blaß wie der Tod, Len sorgenschweren Kopf gegen die Brust gedrückt. Da muß sie wohl Tritte hören. (Sie blickt auf und sieht mich und das Blut schieß): ihr vor Scham ins Gesicht - „Was s!tzt du so?" .frage ich. ' ' „Ich we^ß es selbst nicht", antwortet.sie, ich' sitz) eben sq.und bin. so ganz vergrübelt." ' Und vergrübelt sah > sie. wirklich aus — ich weiß selbst nicht: ich hätte gern erfahren, was sie beschästigt. Aber fragen, das ist nicht meine Art. Na, ich schöpfe mir die Krippe voll' und wie ich. nun fortgeh«z will> da fragt sie mich, wann ich wieder- MückjgLyo. Ich" sage ihr's und gehe zn 'meinein Wägen. ' Ich brachte meine. CHassidim zu ihren Rebbtzn und denke, nun kannst du nach Hause fahren. Was soll!cf) noch da? Etwa, mit den Chassid im tanzen und' mich um einen Lössel Erbsensuppe schlugen? In Lev" Tat, wie käme ich dazu? Ich überlege nicht lange, dreh» meinen Wagen und mache kürzen Prozeß. „Nicht schlecht, mein Pferdchen," denk -ich Mir, „du kriegst neuen Hafer: wib halten vor Deborahs Tür": Und so Llieh'! es. Den ganzen Tag nicht gefüttert. Es war schon spät m Nacht, als ich wieder hier char. Ich spanne meinen Gaul aus. drehe ihn zwischen den Deichselstangen um. baff er mit', dem Kopf zum Wagen steht und schiebe ihm den Sack Kaker vor. , <i (Fortsctzung folgt.) *'