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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-04 · Heft 432 (4.4.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 432 (4.4.1920)
Date
1920-04-04
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sonntag Wiener Morgenzeitung 4. April 1920 Seit«? KsH« ««- Steiner. aM -- . Bon Bojta B a? o« S. jy , Aus dm Tschechischen übersetzt von Kmll Aaudek. r. ft. ftcvtfct.nmfl.) ‘ In wess?n Kopfe, -vH in Steiners oder Kolms. Mrst der Gedanke auftauchtr, eine geMeinsAme MrtM ftz gründen: Kohn und Slemer. ein Pferd zu kaufen jÄ& gern-infam Ziegen und Fchern MAuseu zu fahre«, Mt sich nicht genau b-stimmey. Das gem^nsame LM gab wahrfch sink ich .beiden diesen retdnd?« Gedanke« rin und ein H«M Macht« M zur M-rNchk>rit Der verarmte Kleinhäusler MgrUM — weder Kohn noch Seiner trugen 'M?' gerinMe Schuld m seiner .Verarmung — Lbd:sl.'dekt-e nach AMrika und v.'sanfte alles, was er kein Mgen nannte. DuS Wertvollste, das 4er besaß, war Et.DalM, M Gchimmer, PSd dex dazugehörige Lagen; >tzler Müder auch damvf dis Bretter ein Lagen zum DüngersührM, Per Schimmel war -alt, zenau kannte niemand im Dorfe fein Alter, und seine kippen konnte man von -weitem auf eine halbe Stunde UN Weßß zählM. Mit dem Wagen aber bildete er rin Harmonisches Ganzes^ der Wage" war wie für den Schimms geschafM und her Schimmel wie für den Lagen. HM M f-MW E MM mtfyw Me wichtige 8erMM che hex Sauf MMlossM MuM. Sie berieten so eifrig, als ob es sich um L-.'ben und Tod zehandelt hätte. Das Geld hatten sie schon beisammen welim$ busaßen sie selbst, zum größte« Teil aber sie es in ^öuigßrätz ausJehorgt such dahin Me man sich schon geeinigt, daß der Schimmel in Steiners Ziegenstall Mn'igen Aufenthalt nehmen würde, aber immer erhöh Sohn noch irgendwelche Bedenken. Er habe irgendwo gehört, daß der Schimmel ßü rrisÄ fei, we mn es . ihm ein fasle, (p laufe ex wie verrückt, und wenn es ihm wieder einfalle, so sei' m nicht vom Fleck zu bringen. Seiner verti^igte voll Feuer den Schimmel. Er sagte, das alles sei bl.Her Neid, man gönne ihnen, den Huden, nicht, -aß sie sich aufgeholse« h che st, iWö sich eiii Pferd und einen Wagen kaufen zu können. „Und wer wird eigen lieh kutschi r?u", wandte Kohn Mieder et«. Jäh -Ol« höchstes mit ddm Schubkarren fahren, aber einen Zügel Hab' ich! noch nie in der -Hand gehabt." „Ich. auch nicht", bekannte Steiner, „deswegen werde ich aber doch fahren. Du wirst es schon auch e.l rnen, wirst schon sehe«. Die Univ rrs'M braucht du deshalb nicht zu besuchen, das kann jeder Bub. Wenn du zum Schimmel sagst: hü! so läuft er und wenn Hu ihm ho! zurufst, Hann bleibt er wie angemauert ßtehen. And diese Bequemlichkeit, bedenk MrZ Atue« Muzen, keinen Schubkarren —* Wie die Heeren so wahr ich lebe, Werde« wir ssheen und du wirst alles auf dm Wag' n legen und für den Wallachen wird das eine Sp'elerei sin. Die Ziege bind' ich am Wagen ganz einfach an und sie muß laufen, ob sie will oder n'cht.. Wenn ich zwei Ziegen habe« werde, so binae ich einer die Füße zusammen und wers' sie auf den Wage« — fahr', du Schindaas — und spiel' den Herrn! Du wirst sehen, wie sich das Geschäft heben wird." Den nächste« Tag, zeitlich -in der Früh, wurde der Kauf --geschlossen und eine halbe Stunde später schon fuhren die neuen Besitzer den erst.u gemeinsamLn Weg- Ihr heutiges Ziel war Nehomltz, von Gucina zwei Stunden entfernt. Warn ca selbst hatte hen Schimmel an den Wage« gespannt und hinters Dorf auf den rechten W.-g geführt; dort verabschiedete er sich in sehr ergreifender Welse von dem Schimmel, wünschte den neu.'n Besitzern viel Glück und kehrte traurig in sein Heim zurück. Quer über den Wagenkorb war ein Brett gMK ttnh aus diesem faßen beglückt die Geschäftste'.lhaber. Der hecheborne H-.w Graf aus Me sitz — -wenn er i» seinem Galawagen in die Hofburg zur Audienz fuhr % konnte ich dabei nicht stolzer gebäroen als Koh« urch Stssiner bei dieser ihrer ersten geschäftlichM Ausfahch. Steiner hielt die Zügel in der Hand wie'das AklevhallLMe; den Sch'mmel brauchte er nicht einmal ztzk lenk.'n. er ging auch ohne Zuruf, zwar langsam, Schrift: M Schritt, aber am me« vorwärts. Es war ze'.ttichs früh, aber ans den Feldern — es war Erntebegum -’;- gab es schon viele MEchen; diese Helden in ihrÄr Arbeit inm und betrachteten «eug^rig das ung-woHntr Schauspiel. B n allen Seiten flog Kohu und Ststus« ein freundliches Grußwort zu: Biel Glück auf $$£ Reise! Die Schulbuben, die sich in Spott sonst nicht genug-un könn en, gingen heute mit glotzenden Äugest an ihnen vorüber und griffen unwillkürlich nach ökk Kappe. Sohn und S.einer dankten herablassend, "f ..So eine Fahrerei laß 'sich mir gefallen." gegenwärtigie s-ch Steiner sein Glück und fügte -ist wenig prah-er'sch hinzu: „Wenn man bedenkt, daß Heist und mein Vater/ali ihr Lebtag mit dem Ranzen herum? striche« und wir da wie rechte Herren in unserM' Wagen fahren. . . fürwahr, weit genug haben wir es gebracht." - . . „Sehrweit, sehr weit." stimmte Kohn freudig .bei, „und wir können es noch weiter bringest, so üi$ Gott Glück und Gesundheit g'bt. Ich kenne gar manchen Juden, der mit drm Ranzen begonnen hqt und in der Kaiesch einherfährt, wie züm BeispiÄ der 'f hrader Popper." ' ' " .2 „Schade nur, daß wir beide schon hohe Vieg^igeü sind. Wenn wsr sicher, sagen wir, nur um zehn Jahrs jünger wäre«.... Ho! Ho!" unterbrach PlWliA Steiner fernen Redefluß uno zer-rte an hen Atzgelst nach allen Seiten. (Forst ctzungfotftt.) © 2Ö, m, AM«L wiener Stadttixater. Uß]}crnakxns«Anzd£G! neue wiener Bühne UL, Wa,sg»he 63. P. T. BaTgtfieaw. UM.« 4, ßmeflimm: M Mß Das Marche« vom Wolf steginn 8 Udi EUdr » Uvr vtontag: Va7 ttöt „Doitsr KaE» 03>*J8il>MW, ». Bestellbureau: TeI.3SS.47L Die Mcistersingxr dp« MnxubM. Peginn ',,h upt itp0i 9 tfur (Rpnlffg: V-6 Uhr Rofeii- " kavauel*. y^iKsoper, M-chMiag»- Der Wildschütz. vcgjrn, 3 Uyr . Eiche hß Uhr AbklchK: ■ Lavalleria xustieana. — Der Bajazzo. iWinri',»? Uhr chudx S M UM«,-. , Uhr.FiMch".: SUhr VW V'V‘i)9". Deutsches Uoikstheaier. LclepM Me, 31037 i NacümitiagS: Peer Gynt. Vcginn. llbe Wpe 4 Uhr Abends: Der Puppeusptelk». — Der;,runc Lr.t.ao«. Komtesse Mizzi. Besinn g.7 wir Stifte q W Uo»t,»r? Uhr »M-Me . '/.« Uhr ,'peer tSijill-. IMieaer üasHnef^ieie* 1., $«PHWTO(40BC ßfc ««hmtiragS: Die hxejtzuudert Tage. Lxgin« ^/,3 Uhl Silbe Ü Uhr Abends: ELzeUenz. Legnrn 7 Utu Isnde 9 yh; zr 'iz? Uhr \ Uhr ,Du »relyuilverl Lage". Zsreltläatek Ldemel. Nachmittags: Nattza« yer Welfs. Kegln» i uyr Eure 7tö Uhr AdrndSr tzeglni, 7 Uar tfHDtffl Ul« Wm»ar ‘l;3 Uhr .NathW her Peijfr”; 7 M »HkkplHvrW-, Die Kamcliendame. ScHilM Vg» Uhr Ende b Uh, Abends: Die Frau Rat. Sßginn 7-Wr - Ende 9 Nh, N«U»gr 6 Uhr »Wie Lsmeiien' 9<mt*;1 Uhr «Die Frau La,-' lienaizraneegüdne. VU-, «eirvlMgM »s. Nachwulog»: beginn '/ 4 Ubr Ende L Udr Luftiger Nachmittag für die äugend. Abenvs: Die drei Diebe. Beste»?«!*; «teure «bt Montag: ty-4 Uhr „Lustiger Nach. Mittag ihr Kic Iuarstd':? Uhr »Dir ppei Piche-. Wiener Komödien!)*«*. A-, Nugdorjerslragk 4^6. Wr uvd und ftiuk Schwester. Äegtnn %s Um Mdr f Uh. Abrnbs: Dperrsechserl. beginn */47 Uot Env, 6 Qb, Montag: V. 3 Uhr »Der, Boaei, Wldlkl"; *lJt .®a|Sj,eicStd)|(|«*<i Carl CDenter. RachmMag»; Ein Walzertraum. Uegum *1,3 Um läittöc '/jö Uh: Abend»: Der Hofnarr. Segten '<.? Ubt Ende 9 ttbi Moiuagt llt9 Uhr »Der 3iaft«l* vtnbrl«'; „Per Hojuchr-. CbeAier an der Wen, Nachaunag«: Der Zigetmervaro». Brgmn 3 Uhl Efthk 4 Uhl Abend»: Dorfmufttanteu. Hey,na *i,1 Um «Labe 8 Uhr Monte»' 8 Uhr „Dir Uoir». Ht»mbst"; '/,<Uhr.Dorfmusicanle«". Nachmittag«: Dokior Stieglitz. Legion Uhr Ende 6 Uhr «U/Ttb»: Vharifüe«. Beginn f Ubr Ende s «fe Mpntag: '/,8Ubr »Der Herrchen». hüg^l"i '/.7 Uhr „DoltorLMütch". Raitnun4*Oeater, Ssiien-Telepvp« Mx, Süso, 1M04 Nachmittagr DaS DieimiiserlhauS. Legrnn S Uhr Ende b Uhr Abend»: Dichterliebe. Leginn *i$ Udr Ende t Uhr Montyq s Sllftr »Haanert*; % 7 Uhr ,Dichtcrt.eoe". jHpölio-Cbeaier Rund um die Bj'hue. — Die Klette und der inteincu April--LariöiSteU Beklnn 'l.7 Uhr. wiener LSrgeriveaier. Vachviittag«: Lumpattva..abunduS. Ltguin 3 Udr Ende « Uhr Abend«: Dufchi tanzt. Legi«, ' .7 Ubr Ende » Mr Monte«: 9 Uhr »Ein V«hm in »»«rite; '/.7 Uhr »Ynichi tanz,". joDannSirauss-Cbeaier Nachmittag-: Drei aste Schachteln. -Leglnu uvr End« '/jö Uhr Abends: Das HoUaudwelbchen. Leg,»» '/.? Ub, Enve v Ubr Montag: Vs5 Uhr »Die Falchtny». ier-: Vj Uhr »Da« Holland, veibch r.n*r*piettvcaier. DachmUlagS «ad abends; Die ttüuistiu der htuft. Mo«,aa: 3 Uhr und 7 Uhr »Die Kömgm der stuft". Metrspoi Lb^uer. r,B^.,'vi--a.yis oem!Luichüebüichx Gastspiel Karl Ze«ta vo» Burgthemer Eilt armes Mädel. Anfang V$it Uhr nachm. Schwurzwatdmädcl. klufany '/,? Uhr abends. Kaffechaus-Uebei nalame! P. T. Erlaube mir die böfl. Anteige, dass ieh das Caf6 Winkler!9., Mater« I4u(gjrten$(rasse 10 käuflich erworben h:,bi; und dasse'b" a«n 4. April 19^0 nach gründlicher Renovierung eröllnen werde. teb werde mich bestreben, durch Verabreichung nur erstklassiger Speisen undvietränke ,owie kulanteste Bedienung die Zufriedenheit meiner p. t Gäste zu erwerb -n. Am Eröffnungalage ab 6 Ubr abends Konzert der Volk3wehrkapelle des Kreises „E4. Um zahlreichen Zuspruch bittet ergebenst ADOLF RÖCKLER, Gastier. m Ieh er'anha ‘ mir, len P. T. Gästen die ergebenste Anzeige an inaclien. «Ire*, ich «ie MLVSLLUWLL7SLLLVÄL vox, j4err<* oyntzor H., Glockengasse Nr. 2/4 (Strassenhof) i So flieh äa mich p^hracht und selbe an,er meinem Namen weiterführe, Dorch lan’jtihris« Praxis in diesem Gewerbe sowr Ste Obe.hellner im selben Gorchälte bin ich :in der anßenehmeu Lage, wer,' geehrten Gä«*le tfur h Verabreichai»* vdratiylvche*- Siiel'en und Getränke bei aufmerksamer Bedienung b siens «afriedemm eilen. (in, satdr -ichea Zuspruch bittet hoehachtnngsrolli; ^.eiorSi'.a Has>-, Restanralear. XVeuelnfäbrnng! 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