Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 428 (31.3.1920)
- Date
- 1920-03-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Weit,’fflttttwöd) t •- -J- —- .M-»——.- .1 ...» i ..".-——. »fettet* MvegDwzereanG «Wi4m ■st. «*i* um *rrr"-rr ---—- iimnii rms i 3 J Laufspreise , mit den Verkaufspreisen insoweit in Emllang bringt, daß die Apocheker nicht gezwungen sind, wie bisher mit Schaden zu arbeiten. Auf Grund dieser Erklärung sieht sich das Gremium veranlaßt, von der für den 1. April in Aussicht gestellten Aktion Abstand zu nehmen. Die Rezepte für die öffentlichen Fonds und Krankenkassen werden demnach anstandslos expediert werden. ' Expreß London-—Wien. V British Chamber vf Commerce (Englische Han- - s»!rlskammer) in Wien teilt mit, daß sie soeben vom Board vf Tvade, London, die Nachricht erhalten hat, daß die englische Regierung im Begriffe ist, eine treue Zugsverbindung zwischen Ostende—Brüssel—Köln —Frankfurt a. M.—Nürnberg—Pa ssau—Wien herzu- M'en. Dir.Züge werden täglich verkehven. einschließlich Sonntags. Dis Eröffnung des Verkehres soll am 1.'Mär, wenn möglich früher erfolgen. Es wird viel- ^icht möglich sein, direkte Fahrscheine auszugeben, und es würde aus diese Weise der Verkehr 'zwischen England und Oesterreich, bedeutend erleichtert Und billiger werde«. •. . Der Streit der Friseure. Ufte Lade« geschlofie«. — Einmal rasiere« 10 Krone«;? Der Streik der Frrsrure ist feit gist.rn früh avsgedrachen dnd nachher sämtliche Frisrnrladrn der Stadt find geschloffen. Fn einzelne» Borstadtbezirken bleibe» kleine Läden, deren Meister »klein ohne Grhilfm->die Kundschaft bedienen, ftir kurze Zri. ptzsfnet, doch mußte« auch diese wenigen Laden angesichts der Drohung der Gehilfen, die offengedliebene» Lade» z» demoliere», geschlossen werde». Die Gehilfe» erkläre», nicht «achzeben z» könne», ,«d die Bewilligung der «enen kohnfordenwgen, die das Rastere» i» der Innere» Stadt au jost zehn Kronen, i» der Vorstadt auf sechs Kronen steigern ivürde, würde für viele kleinere Betriebe de» Zasammenbruch dezenten. Die Gehilfe» haben erklärt, in de« öffentlichen Aemtern h»d Bureauswahrend des Streiks umsonst rasieren zu «ollen Das Trmkgckd bleibt der Kundschaft fteigesteüt. Bisher ist er z» keine« Auhestömnge» durch die Gehilfen gtkomme«. ■ t Am 10 MMo«e* Seide gestohlen. Mm 17. b. M. ist vom Rangrerbahnhof in der Brigittenau ein Güterzug nach Straßhof abgegangen. Fn . einem der Waggons waren vier Ballen Seidensträhne im Werbe von 10 Millionen Kronen verladen. Der Abgang des Zuges hatten sie sich noch im Waggon befunden. In Straßhof wurde dann sestgestellt, daß die^vier Ballen verschwunden waren. DaS Polizeibommissariat Brigittenau be'aßte sich mit dem kolossalen Diebstahl und stellte fest, daß etwa 29 Kilogramm hier-entwendeten SeidenstrLhne Lei der Firma Geiger L Schimmerttng, 1. Bez., Renngasse 13 verkauft worben . sind. Die Seide wurde dann Lei verschiedenen Firmen beschlagnahmt und. es stellte sich heraus, daß sie.tief unter dem wahren Werte im Kettenhandel von Hand zu Hand gegangen war und daß vier Personen Mitglieder der Kette waren, von denen zweifel- > los. .sine Person die Seide vom Tater unmittelbar erworben hüben muß. Zwei dieser Personen wurden am 28. d. M. verhaf et und dem Landesgerichte eingeliesert. jEs sind dies die 50jährige Schuhmachersgattin Berta Hersckkowitz, 2. Bez., Schöngasse 16 wohnhaft und dis,. 55jährige Näherin Karoline Jwenz, Engerth-- straßs 210 wohnhaft. Unter dem dringenden Verdachte, an dem Einbruch im. Güterwagen beteiligt gewesen zu. sein, wurden der am Donauuferbahnhof als Kanzleischreiber unter dem falschen Namen „Eduard Domanetz" beschäftigte 20jährige Anton Tomauetz und sein Bruder, der 23jährige Bahnarbeiter Karl To man atz, verhaftet und dem Landesgericht eingeliesert. ,, Aufhebung eines Winkel-»,Pad"-Vnreäus . 5 " Von vertraulicher Seite wurde das Sicherheitsbureau aufmerksam gemacht, daß sich im Hause 2. Bezirk. Radimstratze 17, ein Bureau befinde, in dem man um Geld Reisepässe, Aufenthaltsbewilligungen usw. bekommen könne. Nach längerer Beobachtung schritten am 89. d. M. Kriminalbeamte des Sicherheit sbureauS ein. In dem Bureau wurden zweiundzwonzig Personen angetroffen, die in den verschiedensten Angelegenheiten vorsprachen, als wäre daS Bureau eine Amtsstelle. Die einen wollten sich Pässe verschaffen, den anderen war es um Aufenthaltsbewilligungen zu tun; wieder andere wollten Rekurse einbringen. und so ging es fort: Jeder hatte ein anderes Begehren. Dm Leute wurden durchwegs zur Ausweisleistung angehalten. Der Inhaber des Bureaus ist der Mäßige Rechtsanwalt Dr. David Juri s. Er wurde in Hast genommen, da mehrere bedenkliche Urkunden bei ihm gefunden worden find: Die Erhebungen zur Klärung d«^ Tatbestandes werden fortgesetzt. ___ * Wetterkatastrophe. Aus N ew-Tork wird ge» , meldet : Im Nvrdwrffen von Illinois und einigen Teilen von Ohio, Michigan. Indiana, Misionri, Wisconsin, Georgia und Alabama hat sich einUnwrttrr von sellrner Heftigkeit entlade«, wobei v iele Me»scheu umS Lebe« kamen. Der Schade» btträgt «ehr ere M iHi onenDollar. Mehrere hundert Gebäude find dem Erdboden gleickgemacht worden. Tausende Menschen find obdachlos. Du KrantmhLnser find mst verletzten ft b ers fi t I t. Genauere Berichte jehle« noch, du alle VeüehrS-. . Ausbruch des "Ars«*'. Aus R o m wird vom Marz gemeldet: Die An,eiche» für einen bevorstehmden Ausbruch des Vesuv mehren sich. * DelephonDnmg Wt«—Budapest. Durch zwei Da^e war dis telephonische Verbindung zwischen Wien und Budapest gestört,, ohne baß die Ursache genau ermi'telt werden konnte. Gestern abends wurde die Verbindung ..w is d s r h e r g e st e l l t. Es heißt, daß die reichsten S.recke der Delevhvndvaht gestohlen worden ist. . . * Hungerstreik der ungarischen Kommunisten im Steinhof. Das hiesige kommunistische Blatt meldet, daß die im Steinhof internierten Genossen gestern früh in den Hungerstreik getreten sind, der als Protest gegen die Internierung gedacht rst. Hierzu erfahren wir: Es sind im Pavillon in Steinhof derzeit nur noch , sechs Kommunisten interniert, und zwar Kun, Bettelheim, Dago, Pör, Haller-Förster ICzernowih) und der Münchner Dr. Levien. Die Untergebrachten erhalten die Anstaltsverpflegung erster Klasse und können sich überdies noch aus eigenen Mitteln verpflegen, von welcher felsiverstandlichen Erlaubnis sie auch Gebrauch machen. Der Hungerstreik ist demnach lediglich eine Kundgebung gegen die Maßnahme der Internierung. Die Internierung ist aber nicht nur durch daS Auslieferungsbegehren der ungarischen Regierung bedingt, sie ist auch als Schutzhaft für die Internierten zu betrachten, nachdem schon wiÄerholt von ungarischen Gegenrevolutionären der Versuch unternommen worden rst, die Internierten zu entführen und der ungarischen Justiz auszuliefern. * Ei« frecher Raubattfall im BotivNrcheapark. Ein frecher Strolch hat am 29. b. 28. um 11 Uhr vormittags im Votivkirchenpark einen überaus utzverschamten Raubanfall ausgeführt. Sein Opfer war die Beamtin Klara Forstner; sie hatte im Wiener Bankverein in der Schottengaffe einen Betrag von 62.714 Kronen behoben und das Geld in ihre Handtasche gesteckt. Das hatte ein junger Mann mit angesehen. Er folgte der Beamtin über die Schottenkreuzung in den Votivkirchenpark, eilte dort auf sie und entriß ihr die Handtasche mit dem Gelde. Mit der Beute sief er davon. Klara Forstner eilte ihm nach, erreichte ihn und hielt ihn fest, indem sie . um Hilfe schrie. Der Strolch hielt ihr aber den Mund zu, um sie am Schreien zu hindern. Paffanten hatten die Szene mit angesehen und liefen zur Stelle. Da gab ihr der junge Mann die Handtasche mit dem Gelde zurück. Er wurde verhaftet. Der Mann ist der 22jährige Vertreter Josef Proksch, Gumpendorferstraße 111 wohnhaft. Er wird dem Landesgerichte eingeliefert. Kommunales. Wiener Gemeiwderat. Di« Benmtenvorlng« und die Erhöhung der »«wen Gemeindesteuer» nngenoNtMen. In ein« mehr als zehnfifindigen Sitzung die bis »ach Misternacht dauerte, wurde» nach einer lebhaften Debatte an der sich Redner aller Parteien beteiligte», die Vorlagen betreffend die GehaltSreg«liern«g derBeamte» und die ne»e'rliche ErhShung der Gemeindest e» e r » a « ge n o m m e n. I« der Debatte ergriffe» au» die Gemeinderäte Dr. P l a s ch k e S vnd Dr. G h r l i ch dai Wort und stellte» Aba»deru»-Sa«träge zu der neue» Gte«ev- Vorlage. I» Anfang der Sitzung hat bei der Verhandlung über bas Referat betreffend die Einsetzung eiM gememderutlichen Aus- An die geehrten Abonnenten der „Wiener Morgenzeitnng"! Oester». Postsparkafiendonto 150693. — Tschechoslowakischer Postsparkaffevrrkehr 150.093. Wir bitten, das Abonnement der „Wiener Morgenzeitung" rechtMig zu erneuem, damtt in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Abonnements preise f3r Wie»: Beim Abholen im Expedit (11., Tabvrsttaße 1—3) oder in den Berschleißstellen (Trafiken) monatl. K. 20. DaS Abonnement wolle gefälligst rechtzeitig in de» nächstgelegenen Trafik oder Berschleißsteve erneuert und der Abonnrmeatbetrag gleichfalls vortfelbst erlegt werben. , Für die Provinz: Mr Deutschösterreich: monatlich Kr. 20, vierteljährig Kr. «0. Für die Tichecho - Slowakei r monattich Kr. 7, vierteljähüg Kr. 21 tschecho-slow. Währung. Für Jugoslawien monattich SSt. 12, vierteljährig Kr. 30 jugoslawischer Währung. Für Pole« monatlich 16 poln. Mark, vierteljährig 48 pol«. Mark. Für das übrige Ausland monatlich Kr« 25 österreichischer Währung. Wir bitte», ans die NbonnemenkbetrSge durch die bezfiglichen Postspartassenamter «nd dort, wo dieser Vorgang mcht möglich ist, durch eine Bank, welche mit Wie» Berbindung hat, zulommen z« lasten. Die Derwalt««- der „Wiener Morgeuzetttzmg" Wiuu 2. ML 1 3 EU»ges««det. Brillanten, Platin, MGiwen, PeriettUhVMjJ falsche Zfihne, alle Sltbergeeenstilade verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier und Goldarbeiter S. Hol Wien, VI., Mariahilferotrasse li Werkstatte: I., WollzeUe 17/13. ZahUhOekate Preis«,da schusies m Schaffung von Spielplatz«»'« Wien Dr. P l a f ch keO unter HmweiS ant feine schon früher gestellte dieSbqftglicho JnteipcLatto« in entschiedener Weise dre Z « w e i f» n g da» Spielplätzen für die zionistischen VezirkSo t g a n r s a 1 i o nen »nd den Verein i ftb if ch er Kivderfreunde »ettangl. Die »enen Steuern. . Bei den neuen Stmem handelt es sich m« die P l a k a tst e u e r, die Eknhcbuug einer Abgabe von K r a s ttt a g e« in Nrederösterrcrch, die Fremdenzimmera b g a b e. die Erhöhung der Gemeindeabgabe« von g ebran n t e« geistige« Getränken, die Emsührnng einer Gememdeabgabe für die B e n ü tz « n g v o n öffentliche» Fuhrwerks standplatze» rm Gebiete der Stadt Wie«, die Novellierung eines Gesetzes über die Einheb»»» "mer Glmeindeab-abe von öffentliche« Dari fihrung en und Tanzunterh altnn ge», die sogenannte LnstbarkeitSabgabe, die Gmffthm»» einer Gemeiiideabgade von Pferde» für Perfonenbefördem»» Pferd e a b g a b und über die Erhöhung de» Gerneindenrnlagen. WaS die erhöhten Grmrmdemnlagen anlangt, fv folkM dickt nach der Vorlage mit Wirksamkeit vom 1. Jan«« 1920 toitj nächstehend erhöbt werden : ' 1. Bei der Grundsteuer von SO*/, auf 10(P/#; S. bei der allgemeinen E r w e r b st 11 c t ftee- I. Klaff« von 40% auf 100% ll. . S4% 90»/» in. 0 . 20% m* IV. . 20% 40% ' S> bei de» d« öffentliche« RechnNNgH^ legnng nuterliegeude» Unter»eh«r»t^N von 4O*.'e aus 120°'«. Bei der Rentensteuer von SSV« ans 100%. * Die Umlagen zur allgemeinen Erwrrbstever aller vier Klefiae wrrden i» dem unter Punkt 2 vorgesehenen erhöhten Ausmaße st^ lange tingrhtzde«, bis gcketzl'che Bestimmnngen in Kraft treten» welche eine Veränderung der BemeffimgSgrrmdlagr der Zufistftftck festsetze». " ] Der Ertrag dicker Stenern soll zur Deckung der Gehgftb der städüsche» Beamte» dien»». Die ErnLhrimg. Der Marktbericht. Obwoht die Zufnbre« -nach de« G r 8 n » »t *»* mär kt«n gestern relativ günstig waren, reichte» dre vvH-> haüdenen Mengen nicht m Deckung des Bedarfes, da dir Rachrage »ach Gemüse mit Rücksicht ans die noch höhere« Precke ,»deren LebrnSmittel außerordentlich stark, ist. Ans de« Ras^ märkt kam gestrrn wieder holländischer Wirsingkohl zn« Bttvu» Auch die Z»snhren an Gärtnergemfise wäre» etwas günstiger, j v I« der Großmarkthalle waren wred« M anstrauschr» Kaninchen znm Preise vo» L 70.-7 pro Kilo«««« an geböte», obwohl die Berkänfer, du de» maßgebende« Stell« vorstellig geworden waren, daß dre Kaninchen. M drei«« Pie« ündertäuillch sind. Der Absatz war gestern gering. _ J : M den FischmLrkte« kamen nach längerttPE jugoslawische Karpfen, daS K logram« r» »66.—, u»m Verrann. Hknte dürste» gleichfalls Karpfen m bade« fem. Der P t ttß tÄe g e w 8 f f e rt e K lip p f»f ch e hat sich »« A 9.-- M daß Kilogramm erhöht. 1 Schwierigkeite« I» der Mazzothverforguug« Infolge Tran-portschwirnzkeite« ist ei» Teil der von Hol l a n d und E n g l a « d Kr Wien bestimmte» MaMltz bisher nicht tt»g«lroffe» »nd werde» deshalb — rechtgtrtigeS Gnlangr» vorausgesetzt — einige Abgabesteücn erst spLSe« beliefert werden. Der diesem Anlasie wird neuerlich darauf «5* merksam gemacht, daß mit dem Bezüge von Mazzoth der B e v\- r. iHt a «f d en Br »td ez » g in der Zeit »wisch« »M S. April verbunden ist. Ausgabe vo« Lebeusmitteln aus Dotlarpakeße« au bedürftige Persone» in Wir«. i <110 DvSnrpakete Type «« 20.000 Be»ft»fti,e «N der Osterwoche «erteilt. ' .: Bei der Verteilung von ^Dollarpakete«", dir durch! amerikanische Spenden der Allgemeinheit znr Berffignng geflckv worden sind, wurde eine Anzahl solcher LebenSmittrlpakele—> bestehend ans Weizenmehl, Kondensmilch und Corned-Beef den anS allen politischen Parten» gebildeten FrauenarbotskdmitrrS in Wien znr Verteilung übergeben. Mil der AnSgabß würde gesteru, und zwar hu VIII. Bezirke, begonnen. Heute wurde XVI. und XXI. Bezirke verteilt, 0« Freitag wiü diese Ausgabe -a Ende sei«. ( Bereiusuachrichteu.! WachrichteNvouBereinenerfcheiuenonA» ««iw SloS nur »«Tage der Beraustol tnntzj ./ Heute: ^»lturv 0 li t ifcher D i S k«ffi0 nSkl uft 6 Uhr abends i« CaK ^Gartenbau-, 1, Paikring 10, Bor» tragSndend BernardTag: „Der Einzelne «M» halb der Menschenaemrinschaft". — Jugendgruppedeß » , 0 Nr st i sch e B e z i r k S s ek t i 0 u V r i a t t t«n a» *!ß Uhr BerrmSabend. Referent: Aron Schwertfinger. 2he»g wird dekanntgegedru. Alle Mügliebrr über tft Jahre haben m erscheinen. Briefkafte« der Revaktiou. U»«r. Leib« nrcht dnwendb«. id»« tz»u«ttftßA