Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 420 (23.3.1920)
- Date
- 1920-03-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979498--03708-2989368- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sekte 5 Wiener Morgenzeit,mg Wien, Dienstag 8sn3tonum Nfidling bei Wien TeisphOft «ödllng *54. 2516 Verwaltung: B. voll - Aerzltiche Leitung: Dr. Max Scheinpflug ■lokal Halteatelle dar Straaaeabahn Wiedereröffnung: 1. April 1920 _ Harrlioho Lage — Moderne Kurb9helfe — Gute, fcorgemässe Verpflegung _ Ein Vortrag des Staatssekretärs a. D. Dr. Schumpeter. »eber baZ Thema „Staat und Industrie" hielt gestern Staat-?s.'lret3r a. D. Dr. Schumpeter einen inten» e»;anten Bortrag. Er erörterte eine Reihe von für die Industrie wichtigen Fragen, wie die Kphlen-, die RoHstoffnnd die Arbeiterfrage. Betreffs ausländischer Rohstoffkredit« bemerkte der Bortragende, daß er die Form ausländischer Hypothekarkredite für die Rohstosfbefchaffung her österreichischen Industrie praktisch für nahezu ausges chlos sen halte, da das ausländische Kapital nicht sichere und niederverzinsliche, sondern nur sehr hohe Profite suche und suchen müsse. Eine gangbare Kreditform sei die Kreditgewährung von Konern zu Konzern. Ans die neuen Steuervorlage» übergehend, erklärte Dr. Schumpeter, daß mit deren Durchführung jedes Motiv zu wirirchattlich produktiver Arbeit verschwinde. Er halte besonders die Ve r m ö gens z uw a chssteuer für wirtschaftlich ungeheuer gefährlich. Da niemand wisse, was morgen an neuen Steuern kommen werde, werde di« Tendenz, Kapital zu produktiven Zwecken aufzusammeln, zerstör t, dagegen werde die Spekulation von einem Tage auf den anderen gefördert und wirklich fruchtbar« dauernd« Vermögensinvesritionen unmöglich gemacht. Die Rate der einmaligen Vermögensabgabe zuzüglich dauernde Vermögens- und Dermögenszuwachssteuer könnten in gewisse» Fällen SS Prozent eines Vermögens aufzehren; in England, das nach gewonnenem Kriege sich in starkem wirtschaftlichen Auft. schwnng befinde, sei eine Besteuerung nur bis zu 70 Prozent möglich. Durch die Kont okorre ntbest euernng werbe man, statt das Kapital an die Banken zu gewöhnen, wie es vorteilhaft wäre, nur das Kapital den Banken entfremden. Die Aebertragrmg von Wertpapieren ans Wien nach Prag. Prag, 22. Marz. (Tel.-Kowp> Wie die .Bohemia* er» fahrt, ist die Drreinbarung brziialich der Uebertragung derWert Papiere auSWiennackPrag wieder hinfällig geworden. Die deuücbosftrreich srbe Neg-erung bat erklärt, die Angel egen heit erst der Rcparationstonimrision zur Erledigung vorzulegr«. Abreise der SowietdelegierLen nach London. Moskau, 22. Man. (Funki'pmch.) Tie Hauptleitung der Genoflenichrsten hat der Londoner Zweigstelle mitgeteilt, daß folgende fachmännische Sachverständige an dm Verhandlungen in London teilnchmen werden, Sergej Konstantinowitsch Belleaardr Ar Finanzen. Boris WoSkiesenski für Eismbahn» Grosjean Augustowitsch für Stostkunde, Brklvr Ewidki für Mechanik, Michail Krrschner für allgemeine Waren. Wasstli Siarlvff für Elektrizität, Nikolai Jerebzoff für Landwirtschaft, Viktor Tscheidhnzcw für Webwaren, Alexander Lolkoff für Getreidehandel, Semen Liebermann für Bauhof Eduard Huon für Bergbau. Gurman Gordm und Alexe: Srrrjmikoff, Handelsagenten. Bier andere werden noch sväter folgen lRikolaj Gustavowitsch für Maschinenbau, Kaptton Kotomin für Kraftwagen, David Alexandrow für Nutzholz. Lev Mortw. Handelsagent.) Die Delegation reist am Dienstag den 28. d. M. von Moskau ab und wird am Freitag den 26. d. M. an der keltischen Grenze sein. England will die Nordstasten für die Wiederausrichtung Oesterreichs interefsteren. Amsterdam» 22. März. Wie das Nentcrsche Bureau meldet, begibt sich der Leiter deS englischen- H'lfsnmkes G o o d e -n einigen Tagen nach dem Haag und nach Kvpendag n, um mt der holländischen Regierung, beziehungsweise mit den skandinavischen RegierMgen über deren Teilnahme an der Kreditgewährung zur Wie der an irr ch tun g Oesterreichs und der europäischen Zenlralstaatm zu beratw. Havdelsuachrlchten aus der Tscheche»-Slowakei. Pvas, 20. März. (Privat.) Wie die „Tribuns" erfährt-, beabsichtigt die amerikanische Gesellschaft ChaS. W. Brus, die über ein Kapital von 100 Millionen Dollar verfügt, auf Grund der Edge-Btkl der tschech »-slowakische» Industrie Rohstoffe unter vorteilhafte» Bedingungen zu liesern. Sie will weitgehende Kredite einzelne» Industrielle» und Gesellschaften gewähren. Zum Zwecke der Anbahnung von Beziehungen mit tschechischen Industrielle» und Einholung der nötigen Informationen, weilt der Generalvertreter der genannte» Gesellschaft» Herr Deghardt» in Prag. Zur Sin* leituim direkter Verhandlungen werden in den nächste» Tugen der Vertreter des Guaranty Trust, Murphym, und der Generalkasiier der Firma Brnk, Wikkinson, ln Prag Lintrefsrn., Die A.-G. für Leder- und Lederwareniudustrüi vorm. H. Bergmann Sohn u. Co. in Neubydzow hältam 10. April ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus der Tagesordnung befindet sich unter anderem die Erhöhung des Aktienkapitals von 2 auf 4 Millionen Kronen, so daß auf ein« alte Aktie eine neue entfiele. Der EmmWonskurs wird in der nächste» Sitzung deS BerwaktungSrates festgefcht werden. Die Reuf i edler Papier fnbrtk hat, wie die „Neichenberger Zeitung" meldet, die Fabrik der Firma Piette in Freiheit im Ricsengebirge, die hauptsächlich Zigaretteupapier erzeugt, erworben. Die größer« Fabrik der Firma Piette in Pilsen wurde von der Neustedler Papierfabrik bereits im Jahre 1912 erworben. Auf Antrag des Handelsministeriums hat die Plenarversammlung beschlossen: Die Bewilligung für hie Ausfuhr von Papier alle« Art wird grundsätzlich für die Dauer von zioer Monate» nicht erteilt. Die Ausfuhrbewilligungen, welche vor dem IS. März erflossen, bleiben i« Kraft. Gesuche um Bewilligungen für die PapierauSfuhr während zweier Monate weiden überhaupt nicht entgegengeuomme». Die Ungestempelte» Banknote». Die Vertreter der Wiener Danken haben m einer bei de« Wiener G>ro- und Kasieuverem staltgeiuudenrn Sitzung beschlossen, unabhängig von der Rotenabüemvelung in Unzarn drr Annahme ungestempelter Banknoten in Wien mit Rücksicht ans die im Ausland zirkulierenden »»gestempelte» (alten) Krsueimotm nicht z» unterbreche». Im gestrigen freien Verkehre waren .ungestempelte Kronen zu K 37.— (also mck S*/t DrSagw) erhältlich. Die Geldschwierigkeiten an der Börse im Nachlassen begriffe«. Die seit längerer Zeit stark empfundenen Schwierigkeiten bei Beschaffung von Geld zu Zwecken der B e r s o rg u n g wirkten derart lähmend auf de» Verkehr der Börse, daß dem Geschäft dadurch sehr e»g« Grenzen g^ogen wurden., zumal das Publikum, das nicht volle Deckung leisten konnte, vom Engagement ganz ausgeschaltet wurde. Wie sich bei der letzten Versorgung gezeigt hat, stellte der Wien« Giro- und Kassenverein flüssiges Geld zur Verfügung, was vermutlich auf Veranlassung der Banken geschah. Vielleicht gibt dies den Anlaß zur Belebung des Verkehres. Notrnabstempelung nnd Iivikngsa«leih« in Ungar«. Vudap7st, 22. März. Finanzrninlster Koranyi gab im Zusammenhang mit der Neberskmpeluug der Banknote» der Oesterreichisch-ungarischen Bank und der Ztvangsanleihe eine Erklärung ab und sagte unter anderem: Auf die Erhöhung der Kaufkraft des Geldes 28. März 1920 Sk 42ft wird Hefe Aktion vorläufig kaum einen Etnfwß mW» üben. Wenn aber die iBankrivtonpreffe erblich stagniere» wird, muß sich nach einer gewissen Zeit die Kaufkraft des Geldes bessern. Ohne Zweifel ruft es Widerspruch hervor, daß das- Postgekd nicht abgestempelt und zur: Zwängsauleihe nicht heraugezogen wird» doch hat dies mehrere Ursache». Es muß nämlich der nomnaA mußte t schon im voraus eine Begünstigung gcsicheyv werden; dann darf gegenüber dem ungarische» Gelbe keim Mißtrauen erweckt werden. Dem Postgelde, daN die Grundlage des künftigen ungarischen Geldes LMsttz mußte schon im voraus eine Begünstigung nesicherch werden, damit es der Äerbehr vertrauensvoll <mfüeh«M Die. Regierung hat dem Publikum das Versprechen : gegeben, daß sie das Pvstgew unangetastet lWn «llr» : und sie wird ihr Versprechen unter allen Umständen tzalteu: Unsere Valuta LrNn nicht mit Hilfe des PapiereS gesefserd werden, sondern durch Erhöhung der PrvduA tipu. H4er gibt es aber Hindernisse, die - momentan geradezu unüberwindlich erscheinen. Der StlratshauS^ halt muß ins Gleichgewicht gebracht werden. Zur Verbesserung der Valuta dient in erster Linie b*s> Etzpork und hier können wir hauptsächlich aufdir Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse rechnen. Bor der völligen Konsolidierung der Finanzverhältnisse können wir an die. Errichtung e'ner ungarischen Notenbank nicht denbich. Dieser Schritt wird übrigens die ArönmzA der Regelung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes fein. Ob der Staat die Leinere» Zwangsanleihe» in Anspruch nehmen wird, hängt von dein Erfolg der Zwangsanleihe ab. Bezüglich der aus der Zwangsanleihe sich ergehenden Staats« bLigaLlonen verfügt das Gesetziu dem Sinne, daß sie für die Zwecke der einmalige« Vermögensabgabe und des. BesitzankaufeA in lmtnr« lverden angenomnren werderr. Es ist auch davon hie Repe, daß die Soupons dieser Obligationen auch btzi " der Zahlung von Säuern und Gebühren ang'nommeH weichen sollen. Gegenstand deS freien Berkchr-S k'.'n«Atz diese Obligationen nicht bilde«. 4 * Zu Beginn der gestrigen Sitzung der NatronaL» Versammlung unterbreitete der Referent des Finanzausschusses Abgeordneter Josef Szabo dem Hanse den Gericht über den Gesetzentwurf betreffend die Itefec* stempellmg der Banknoten. Das Haus beschloß, Steif Gericht dringlich in Verhandlung zu ziehen und auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung zu fetze«. Wirtschaftliche Nachrichten. (Onswalbertthle der ^Wr. Mvroenztq.") Ans Bern wird uns berichtet: Das Bvlksim'^ratiw« begehre» betreffend das- Verbot der Sprelb.anLeSi wurde bei der Bollsabstim^uung mit 373.000 gegen 313.000; Stimmen angenommen. Ein Gesetzesvorschlag auf Schafsung von Lohnämtern »ich Errrigungsämtern sowie die Evteibma der Kompetenz an Behörden, Mindestlöhne ststzufttze» m» GesaMtarbeitZverträgd zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganiiatipnen für obligatorisch zu erklären, wurde nach scharfer Opposition ans der romanische» Schweiz wegen $»*’; stitttttonekker Bedenken und aus Gewerbe-, Handelst»ttt; Fndustriekreifen entgegen der Parow der sozkelldemokratifche» Partei und der übrigen Arbeiterparteien mit 249.000 gegen 243.000 Stimmen abgelehnt. Der Berliner Börfevorstand hat beschlofhe^ wegen der bestehenden Äerkehrsschwierigkeiten henle die Fonds- und'Produktenbörse «ussallL« zu laste«. Auch finde«! Än« amtliche« Metallnotierungen statt. Ueber die Wieder«- aufnahm-e des BörsenverkehreS wird der Börsenvorstand morgew beschließen. Devisen werden heute und morgen notiert, abar vrine Noten. Samstag schloß dte Londoner Börse mit 3.83? auf New-A ork. Dies bedeutet im Wechselkurs einer Psnndgoldw ert von 15 Schillil^ 8 Pen« in Ameribr gege» 13 Schilling 2 Pen« vor drei Wochen. , Die Cholera. Et-ählvng von I. L. Perez. (N«S drm Jüdischen von 'S i e g f r i e d Schmitz.) , (1. Fortsetzung.) Alle Hoffnung liegt in dem Nahen deS Herbstes, wenn die Sommerglut vergeht. Bor der Kälte mutz die Scuckw weichv'n! . . . Die Herbstsefte find vorüber. Pie Tage werden kurz und kalt. Bisweilen fällt schon Fruhschnee. Doch die Seuche wütet noch immer mrd naht unerbittlich! Hilf, Herr! ll. Nur zwei Leute im Städtchen hatten kein: Furcht vor der Äuche. Im Gegenteil — sie hofften auf sie. Das war der junge Doktor Gawitzky, ein Christ, und Jossel der Jeschiivahbocher. *) Sawihkh hatte sich zwei Jahre vorher, kurz nachdem er fein« Uurversitätsstudien beendet hatte, im Städtcheu niedergelassen. Als er kam, gab es über ihn und eine Stimme des Lol»es: ,F)as ist eine Perl«! Wen« ec kein Christ wäre, könnte er «in Zaddik unter de» sechsunddreitzig Säulen der Welt fern! In dem Menschen wohnt Lein Fünkcheu Bosheit^ Er war leutselig und freundlich, grüßte jedermann, selbst. Kinder K«fe Frauen r FisäM, nach Mischer Art zubsveitet, aß er für sei» Leben gern! Adur erwieihm auch besondere Ehre: Uederall wurde er ehrerbietig gegrüßt, sogar durch Adnehmrn de- Hwtatzl A« Sabbat schickt« * J^chkvmhb-cher «• ein Jün-Ka«. welcher üe Echule der hicherrn Mrschen Gelehrsamkeit, die Ses<d'»2b. belmbl. Hier ist es sber -rradez» Bernr. Denn Jsftck >ü »de» nicht «ehr al- IrichnvahöoÄ-r. mw zwar sezo? «a ni&nm JchchraMoch«, -« itjmt Mchl wiwA man ihm Kuchen oder lud ihn zu einem Fischgericht ein. Segenswünsche begleiteten ihn auf Schritt imd Tritt. Aber niemand rief ihn. „Wer braucht auch einen Doktor? Genügt der Bader nicht? . . . Und gar der Bader des Städtchens! . . . Wenn der nur einen Bkick auf den Kranken wirft, weiß er sofort, woran es fehlt... So ist es auch ganz selbstverständlich, daß der Apotheker seine Rezepte gelten läßt! . . ." Ein anderer Arzt, der «tt und ehrwürdig ansgesehen Mt«, hätte vielleicht «her Patienten bekommen. Doch Sawitzkh hatte «s verfehlt: ^vas ist ja ein Grünschnabel mit einer kahlen Oberlippe und einem Kinderge sicht! .. . Der ist ja kaum aus der „Schuld draußen! . . . Natürlich will das Ei klüger fein als dw Henne; der widerspricht dem Bader, welcher bei seinem Beruf grau geworden ist! . . . Er sagt, die Kranken nehme« zu viel Rizinusöl ein!.. . Lorbeerblätter — sagt er — helfen nichts bei Wöchnerinnen! Bo« Salb « hält er nichts; hört ihr's? . .. Ein Doktor, der von Salben nichts hält und nichts vom Aderlaß und Lorbeerblättern — habt ihr fo etwas schon gehört? . . . De« soll man rufen? . . . Selbst der Apotheker rümpft die Rase über seine Rezepte! . . . Und ein Rezept kostet zwanzig Groschen! . . ." So klang da- Urteil über Gawitzkys ärztliche Kunst. So ging es etwa ein halbes Jahr hindurch. Sawitzkh führte offene« Krieg mit dem Bader »«d heimliche Fehde gegen den Apotheker. Mit den jüdischen FamM» selbst stand er im beste« Einvernehmen. Indes hatte er das bitzche» Geld, welches er mitgebracht hatte, aufgezehrt. Allmählich wuchsen unbezahlte Recknnngen beim HanSwiri, bei« Fleischer und beim Schneider heran. Die Gläubiger wurde« »ngednkdig. Als mm eines Lageder Diener aus dem Fleischerlade» FleM hemLchr.tzi..da fefe&te sich SawitzA zu den Theorie» des Baders' und gestand zw, de» Aderlaß sei überaus wichtig und MziunsÄ, reichlich genossen, ein ausgezrichnetts Universalheilmittel. Doch damit half er sich nicht. Denn nun hieß eS: Etz nicht ernst gemeint. Er will nur die Leute fmrgen!... Wenn er es a'btt doch ehrlich meint, da gibt er ja dem Bader recht! Dann braucht mau ihn doch zum Kvew» reiben!" ... Sawitzky tarn indes irgendwie zu G-eK (fÄchr Leute machen bekannckich häufig Erbschaften dE BanWi und Vettern, wenn sie es gerade brauchen!) Md sützM wieder ein halbes Jahr de« Kampf, mn sich tzmchzwck. fetzen. Doch es war vergeblich. Da griff er zu ek«M neue« Mittel: er wurde plötzlich Antisemit von devj ärgste« Sorte! Er hörte auf zu grüßen, spuckte sogar auS, wen« er einem Jude» begegnete. Den Kreishauptmann beredete er, am Anfang des Winkers einige Inden«' familien vom flachen Laude auszukvLifen. Als «dr neuer Polizsihauptmann kam (der alle hatte schon eine bestimmt« Schweigetaxe), führte ihn Sawitzkh in alle Höfe» die „untzygienisch" waren (so lautete das neue Wort). Zum Motheker äußerte er sich einmal, wenn er an seiner Stell« wäre, würde er alle Jude«! vergiften. -die neue Taktik Haff ein wenig. Man rief hie und da zu Kranke« und bezahlte ihn für töe Visiten. Seine Rezepte freilich wurden zerrissen nxtbf seine Medikamente weggegoffen. GS war nur eine Art Schwcigetaxe. Aber dos war zu wenig, um davon zu leben. Andere Zwangsmittel standeü Sawitzky nicht mehr zu Gebot« und die Aussichten, sich doch durchzusetzen, waren gering. (GortieMm» frfaD 030