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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-16 · Heft 413 (16.3.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 413 (16.3.1920)
Date
1920-03-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ufr. 419T /Men.Menskäg' .■;jg,'—:— •* >»«- irm -... -..— Gerichtssaal. Der Mord an der kleinen Mizzl Krainm. \ Wie yock erinnerlich sein dürfte, wurde dre Hadernwnmrler'n Julianne @ f ttter seinerzeit unter dem ^^erduchle verhaftet, mit dem.Morde an der llnnen M»zi Krumm m «ment ent* fernten ZnsaNmt'Nlmngr m stellen. Die Frau bä te ein Stück Fleisch, von dem Körper der Ermordeten stammenk'. mit nach Harne gebracht, dasselbe zubereuet und es rbrem Manne vorgesetzt, der es als Mevschenfle sch erkannte. Nun bat. sich. avie . tznr-erfahren, die volle Schuldlofiokert der Frart Saurer an dem fchrcckltchen Verbrechen he,ausgestellt. Ta? Verfahren' wuree r r n a e st e l l t >nnd die Frau über Intervention rhrcS Bertti- LigerS Dr. Hans F u ch s enthaftet. Der Ran5ch des PferdehFndlerK. :'i Vor dem DivislonSgrricht hatte sich der als Infanterist Ängerücktr Pferdehändler J-?ses Tomie wegen Verbrechens der yua:i,'iziert«n Körperbe,'chä)i)Ung zu verantworten. Der Angeklagte. hatte in einem Kaffeehaus ein großes Zechgelage - veranstaltet. Tömic fuchtelte mit dem Revolver umher und stürzte sich schließlich auf den Anstreicher Köstrzek mit einem .offen.'« Messer. Koste',ek erhielt hierbeivon Tomic einen Stich in'den rechten Unterart, der drei Nerven, des Ärrneö durchschuitt und den . Arm bis auf die Knochen bloßlegte. Tonne, gegen den gestern beim Militärgericht die Verhandlung hü Ende. g führt wurde, wurde zu sechs Monaten schweren Kerkers veruuteilt.^ Die Katze in der G^erie Mlethke. Gor dem Bezirksgericht Isefstadt hatte stch gesterrr <1» fvrtg s tz'.er Verhandlung Herr Otto Miethke wegen einer eigenartigen Uebertretung gegen die Sicherheit des Lebenzu verantworten. Die Hausbesorgerin de) an bas Palais Miethke . angrenzende» Hauses Frau Ludmilla Diek hatte^vor einiger Zeit die Anzeige erstattet, daß Herr Miethke wiederholt von seiner im zweiten Stock gelegenen Wohnung aus auf daim Hofe befindliche Glasdach mit einern Flaubertgrwehc schiehs, um dir auf dem Glasdach spazierende Katze zu verscheurhen. Der Angeklagte hatte in der ersten .. Verhandlung angegeben, dal; die Katz? der Auzeigerin mit Vorliebe auf dem Glasdache ihr Unwesen treibe. Es fei auSgefchlost.n, daß durch diese Schüsse jemand getrosten werden konnte. Die Auzeigerin hatte angegeben, bah sie einmal säst getötet worden wäre. Der Richter s-räch Hernr .. Miethke «rangels zeden strafbaren Tatbestandes fett. Der Volkswirt. Eine Krone --- 2.40 Centimes. \ Gestern stcll'e sich in Zürich die östcrreichlschr Krone auf . . . . .210. (2.70 am 18 März die tschechische Krone auf ... . . .6.10 7.2', ont 13. März %it Mark aus ......... .6.25 (7,10. om 18. Matz Wirtschaftliche Nachrichten. (Orig nüber chte der «Wr. Morgenztp.") ' Das Staatsanrt des Innern hat dem Landeshauptmann von Stei.rmark Dr. Riutelen und dem LailbcstzanptiuaNn- 'Hellbertreler Dr. Ah rer die Bewilligung zur Errichtung einer Aktiengesetlschasp unter der Firma Steirerbanklll.-G. erteilt. ' , . Die -Meldungen über den Verkauf der Bleckmannwerke in Mürzzuschlag an ein amerikanisches Konsortium ioerdcn von unterrichteter Seite als unrichtig bezeichnet. Besprechung mit den Dankenvertretern über > die Losanleihe. SamStag fand beim Staatssekretär für Finanzen Doktor 3k e i s ch eine Lejprechung der V.rtreter her W euer Banken stall, die stch mit der jetzt zur Zeichnung anflikgendcn LoSanltil» e besthättgto» Der Ctaatsseiretär wies auf die materielle De' dcu-ung dieses, Versuches hm. btc Beinedigung der staatliche», Kredttbediir)n,sse auf den normalen Weg der tnnrren Änl.then zu lenken. Je größ.r der Erfo'g se n werde, desto eher und mehr werden wir'auS von der Inanspruchnahme der Notenpresse losmachen können. Er habe frerlich vom Anfang an bic Schwierigk.iten einer, Subskription im gegenwärtigen X Augenblicke mcht verkannt. Noch habe man nicht allgemein diegehörige Zuversicht m die po kitsche und finanzielle G.stal »nrg> und die wlrtscha'ttlche Konsolidierung gehe nur langsam vorwärts. Nun sei auch noch eine eml'findl'che Geldknappheit bervor girrten. yMMWKMBMB II M IM . Menachem Mendel. Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Scholem-Aleschem. dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. ’ ‘ w S ech steS Buch: Unglück auf Unglück. , X /fl '; (48 Forlen«-.'); V .Jetzt, meine teure Gattin, muß man Dich doch austlären, daß Du den Unterschieb zwischen einem - Inspektor und einem Jnquisiteur verstehst. Ein Jn- ' lsuisiteur fvird ein gLwö^ttlicher Agent genannt, welcher dis Leute vor dem Tode versichert; Inspektor aber heiKt schon ein älterer Agent, welcher Lruie zu Agenten / macht.. Außerdem gibt es noch einen „Oberinspektor", , welcher d'ie''Jltspectoren ernennt. Und über diese alle diese Agenten, die Inquisltenrö, Jnspekto.en und Oberinspeltorem ist noch einer gesetzt, der über ihnen allen ' . steht, ihn nennt man „Generalinfpektor". Ein höherer als .der ist auf der ganzen' Welt nicht vorhanden. Natürlich, um General, zu zwerden, muß man vorher Inqui'i.eur gewesen sein, dann Inspektor und dann! Oberinspektor und so weiter. Und wenn Gatt Hilst und, man für seine Verdienste General wird — dann ist inan fürs ganze Leben ve.sorgt. Es gibt» wie mein Mann n ir erzählt hat, Gener cke, wUchr nicht weniger als b'vcist.'tausend Rubel im I hr zu verzehren haben. Kurz und gut — er hat mirs. zugeredet, Agent ^u hnben I l> labL ü erlegt: Wa). habe ich da zu riskieren? Mein Gott, wenn es gehen wird, wird eS. MMer MKgekzertun'L —-»" -------;-, - ■('.- ■ Um io mehr mühten alle Beteiligten ihren Cs fee verdoppeln und äste Kräfte dafür einletz^r, damN diele w cht ge Kreditakt on zu tunlichstem Gelingen geführt werde. Bisher habe es in der öffentltchen und bankmasiigen P r o v a, aanda recht sehr an gehöriger AusilLrung deS Publikums über die Bedemmig. den Zweck und die Vorzüge der LoSanlkihe gefehlt- En stetes Wiederholen des offiriesterr P'.osvektts genüge natürlich nicht» um die breiten Kreise der Bevölkerung mü dem Sinne der Eutzelheiten der LoSanlerbe und nnt den Mvgl'chkeiten der Verwertung der Kr!e"Sanle>he tt'.eS imd D'rmittel in di scr LvS-rnleihe gehörig bekn'nt zu mach n. Dre Propaganda müsse in nimmer ru Über A u i » klärungSarbert individualrüerend geketet und hierbei ans die günstige Umwandlirngsmöglichkeit altostcrreich 'ch r SchukdtitreS in neuvsterreichiiche in t boheierNentabilität and besseren 'KurSchancen verwiesen werden. Neg tve Kritik genügt n'ch', hier handelt eS stch einmal nm ein posit.veS W.rken für die Gesundung der S 1 a a t s s i n a n z c n. A u ch d i e Bfsrse habe vielen G r u n d, d i e K r e d i toperation des Staates zn unterstützen, wett» ste stüber das Steigen der A?cch-ekknrse zur Begründung einer allmwert getriebenen Estekt'nhatist« gemacht hat, .so schewt ste jetzt die doch auS jed m Gestchtsvrwk'.e zn begrüßende Bestenrnfl des Krönmkurfes zi- -.-mer em^itig«'» Baissespekulation verwerten zn v'vsten. Es läge aber, ins, blondere bei den hen iaen llmständ n. gewiß im eiaenstcn Interesse der Bö se und der ihr na':est:henden- Krei'e, stclr' ncht irn Ans rmd Ab der Kurse m crschövsen, viclm-h' den KreditbcdÜr^niffen dcS Staates zu dienm. , Do > den Banken selbst, die vre Notlage dr8 Staates, die Pokwendigkeit der Sanierung seiner Wutlcha't und dre Gefährlichkeit e ner einseittgl-n NttSrral'endecknng durch Not'-nausgahe kennen und die Nückmirkurtsea selbst zu spü'en bekommen, müste e ne energi'che Jnitiatwe bei der Piopaaanda und Zeichnung de» ^osanlcihe erwartet werden. Merkwürdig sei berlp elsweise, daß die Z'rkularion und Vckamttmachnnaen der Bankstrttcn bwber nirgends darar^ hiugewiesrn haben.^ dast auch, wer keine Kneg?- anle he best'.ck und gegen Var zeichnen möchte, selbstv^stärrdttch dt? Möglichkeit da u habe, da ja jede Dankstest« ru de» ^age ist, rhrn -Krieg-ankeibctltreS der zur halbcn Zeichnung rriordeilichen Art z» kaufen oder zur Berfngrrng zu stesten. Die günstige Ausstattnng der vsterre chijchert Losankche bringe alle VoranSsevnngen mit sich. daS sparende Pubki'um anzuzichi», freilich muffe dieses auchgehSria da n angeleilet werden. Der Gouverneur der Postsparkasse Dr. Schuster herichretc namens des BansenkoniortiumS über die hishcrigen und d>r weiter ln Ansstcht genonimrnen Maßl-alinteu. All'eitS iimt hierau bte überemst mmende Disposition zum Ausdruck, der >m Zuge hestndlrcherr^o?aul^he durch eigene Zeiä nungen der Banken sow c durchs nachdrückliche Werbetätigkeit zu einem vollen Erfolge zu vcr Helsen. '16, Mrz 'LSM masthiiltkl Gr Sitte Auswahl! Billigste Prüfe! , L m Leopold Steinhiirl.Wien,!.,Bibm!raße S. tötlKO ■. ■ ...i—— Aufhebung der wirtschaftkichen Grenzerli zwischen Siebenbürgen und Numanieü. „Adoviiruk" berichtet,' baß in den nächsten Tage« der Beschluß des Ministerrates' veröfftntlHt weroe« wird, auf Grund dessen die wirtschaftlichen GrenM Lwlichen dem a'tcn Königreich und Siebenbürgen fitt aufgehoben erk ält w?rden undVereinigung nunmehr den Charntwr deS Endgültigen erhalt. Wie das genannte Blatt hervovhcht, ist dieser Beschluß nicht ohne Kämpfe innerhalb des Kabinetts zustande ge» kommen, da besonders die, Min'stw für da) siebenbüv« gisch? Gobirt gegendiese Vereinigung ^S e .lung genommen habest und für die 2sirfr:chterhaltung der Wirtschastlichrn Grenzen eintraten.' , Hand-lstkachvichlen aus Iirqvfrawren. Agram/18. März. (Privat.) Die Nationalb>ank des S. H. S. - Königreiches übcrrrimnrt auf Grund eittes Abkommens mit, dem Justizministerittm sämtliche Gebäude und Lokale der Oesterrerchisch-ungarrschen Bank in Agram urrd wird in diesen Gebäuden ihre Filiale eröffnen. Die kroatische Z rrcke r fa b ri k jn C up rijaderen VerwaltungSrat und Aktienrirehrhcit sich irr Prag befinden» hat infolge der Zerstörungen deS Krieges ein Defizit von über zwei Millionen tschechischer Kronen. Es wurde zunächst die Herabsetzung des Aktienkapitals von fünf auf zwei Millione« beschlossen, daS dann wieder auf zehn Millionen tschechischer Kronen vermehrt werden soll. Die Leitung der Fabrik erhofft, von der serbischen Negierung eine , bedeutende Entschädigung zu erhalten. Nach enter Meldung aus Crlli istckn Prefsilka beit Lutterrberg Kohle von der Beschaffenheit der Trifail« Vranukohle gefunden worden. , Krie sanleihekurss. An der gestrigen Doris noti rlcn: l. Kriegsanleihe 98.46, 'l. Knegs.iuleilw e8.5)0, 111. Kriegsinleibe 61.50, IV. SOiähr. <k''egkouleihe ^3.—,!V. 7jähr. Schatz cheine W.50, V. SOinhr. Kr egsonie he 63.—, V. kjähr. Sckayscke ne 6Ü.2ö, Vl. ssttähr' Kriegsanleihe 63.—, VI. lojöhr. Cchatzschnne 68 5.0, Vll-. 40jähr. .K'riegSanl^he 63.—, Vll. fe*/4täf»r. Schahtch ne 6ß.5v, VlU. 40jähr- Kriegsanlerhe 62.—, VH!. Sckah cheme 68.75, Die KursattSsichten der LoSansei^e. Der Erwerber der Oesterrerchifchen LoSanlerbe, der heute unser den ihm gcrvährten Zeichnurrgsbedrngürrgen eilt LoS ganz wesentlich unter dem Nennwerte sich zu sichcrrr vermag,' hat alle Aussicht, darnit in den Besitz eines Papreres zu gelangen, dem jederzeit eine sehr günstige Marktfähigk e i t und K u r S e >, t w i ck l u n g. befchieden sein dürfte. DaS sollte namentlich die Eigentümer der in Betracht kommenden KriegSanleihekategorren veranlassen, ihre Schatzsclicine zur Zeichnung der LoSarrlcihe zu.verwenden. Denn wenn auch diese Titel in der letzten Zeit eine dürchaus berechtigte und erfreuliche KurSgcstaltung erfahren haben, so liegen doch die Verhältnisse auf dem zahllose Milliarden umfassenden Kriegsanleiheinarlt nicht so auSsichtScerch wie auf dem auch bei einem sehr großen Erfolg der Losanleihe immerbrn begrenzten Losmarkt. Es ist nicht anzunchmen. daß künftig dieser Markt durch Namhafte Verkaufsaufträge belastet werden dürfte, weil erfahrungsgemäß die Eigentümer von Losen sich von diesem Besitz und von den mit ihm verbundenen großen Gewinst- Hoffnungen nur scbr ungern trennen. Auf der anderen Seite steht zu erwarten, daß die zweimal im Fahre statt findenden Ziehungen mit ihren bedeutenden Gewinstchaneen der Kursentwicklung der LoSanleihe stets einen kräftigen Ättsporn geben werden. Auch die Tatsache, daß die Tilgung der otzne Gewirm gezogenen Lose mit 1200 Krauen, also 200 Kronen über dem Ncnitmerte, erfolgen muß, sowie die Belehnbarkeit. der LoSanlcihe bei der Ocsterrcichisch-ungarischen Bank wird den Kurs der LoSanleihe immer vacteilhaft beeinflussen. Balritenburse. Im gcst igen freien Berkchr wäre», fremde Zrhlungsmittcl, insdesonderS Marknote« und Dollar mehr achen Schwankungen utt'erworfcn. Es notrertenr Le t no t en K 8.95, Utubcltt.o t tn K 3;35, Marknoten g r ü n st 3.34. nach ll 3.15 und 3.3*. Lire 13.95, Schweizer not e n ll 41 —. D ö l l a r K 246.-^, nach 26'.—, t s ch e ch i sch e. N o t e^n K 3.02 und A u Zahlung 93 c c 11 n K 3.15. Besonders Heivorzuheben find die Sttigmmgen der L i r r und Dollar. , Wrenvr Börse. Die Ercignisse in Berlm wirkten nur insofern auf V« Dend'nz der gestrig'N Börse, als stch d^e, Spekulation weitest« rrhcnder N s:rve beste ßlgte, wostt auch noch die angekündigt^ Eiusiellmig de- Bahnverkchrs nckolge der neuer! chen Kohlen»' mrrcie vielfach tzeigeiragen dat. Die anfangs auf dem Markte? gelangte Ware fand lelilmke Auftmhme.. so daß die Rückgänge! sich in he eheitcnem Nnriauge hielten. Das Geschält vermochte! auch im Verlause res Verkehres . an Ausdehnung nicht zu ge-i wainen. da man de we tt.en Näckrrlch'en aus Berlm abwartem! rvollte. Alpine blieden ll 40—, Startsb.rhn ll 20.—, Salgv; Kohl n K 14'».—, Rim-r K 150.—, Slora K 60.— hinter dem? l^tneirreldeten Stand zurijcki Im Schranken )var eine geteltdi Tendenz vorherrsch nd. Kohlmp.wiere waren, m t Ausnahme, vo«; Nossitzer Bergbau r-«d den Aktien der Ungarnchen allgemeine«! *+*&+* »v- ► U< AU» + gehest. Gehl es nicht'habe ich nichts verloren. Ich lege nicht Blltter aufs Lager, wie mein Mann fügt. In: Gegenteil — ich bekomme noch —'sagt er — einen Vorschuß, das heißt: man .gibt mir als Angeld'für mein'' Arbeit einige Rubel, damit Ich Reii^eid habe, mich cinll.iden und mir ein Portefenitte kaufen kann. Sa wie di? Sache au.'.sieht, ist sie wirklich nicht ohne. So habe.ick mich überreden lassen und bin — zu Glück und S'gen — ein Agent g.worden. ' Doch die Sache geht sticht so schnell, wle sie erzählt wird. Um Agent zu werden, mutz, man den Grneral besuchen. Denn fo lange der General nicht unterschrieben hat, ist man nichts.'Also hat er mich zusammengepackt, der Inspektor nämlich, und hat mich auf seine eigenen Kosten nach Odessa gebracht zum General im „Eguitable", der Über einige zwanzig Gouvernements zu befehlen und, wie man sagt, fast achtzchnhu::'ert Ageniea unter sich hat. Dir die Großmächtigkeir diese- Generals zu beschreibön, bas geht nicht. DaS heißt, eigentlich ist er selbst gar nicht so mächtig groß, nur das Getue ist großmächtig; große Augen hat er, scharfe, und ein helleS Gesicht und rote Wangen und er heißt Jewserel, Das Koytor des Generals ist eine ganze Wohnung, Zimmer auf Zimmer und wieder Zimmer. Eine Unmenge Tische mit Bänken. Büchern und Papieren. Agenten gehen cin und auS! eS summt und surrt, Depeschen-fliegen hin und her — ein unanshö^liches T.eibenl Ehe man zum General selber kommt, muß man durch die sieben Ringe der Hölle. Ich war halbtot, wie man mich vor diesen Iewserel gesührt hat; aber er war sehr freunde lich, hat mich g:betcn, P'atz zu nehmen» mir ein«' Zigarette verehrt und mich aüZgesragt, wer ich bin! und wa? ick für ein Geschä.'t l;abe.. Da habe ich mich ordentlich ins Zeug gelegt und ihm alles haargenaut cre.ählr. von Änang bis zu Ende; wie ich nach Kischineck gefahren bin und nach Odessa geraten» dort mit „Londons Handel getrieben habe, von dort nach Jehupez gekommen, auf der Börss ein- und ausgegangew bin. „Pulilow", „Liliput und andere „Papiere" ge» kaust und verlauft habe bis in die Millionen; wie ich dann (nicht einmal denken will ich dran) ein Makler geworden b/n mit Zucker und^mit Geld, mit Hausern und mit Güdern, mit Wäldern und mit Raffinerienx und tvie ich nachher Schrbchen geworden bin» sogar? Schriststellel auch, mich gedreht und gewunden, ge» müht und geschunden und mit der ganzen Welt hcrumge sch lagen und das Ende war immer — sage ich' zu ihm — Unglück auf U.lglldck in Hau) und Hof . . . Er hat mrck bis zu Ende.angehört, dann ist er, der General. Iowserel nämlich, auigest^nden, legt mie die Hand auf die Schulter und spricht zu mir folgender» nwßcn: »Missen Sie» was ich Ihnen sagen werde, Herr von Mcnachen-»Mendel? Sie ge.'allen mir, einen schöne» Nam5n hab.r Si. u:d^rei>:tr iöstnrn Sie unbe u'en auch. Ich prophezeie Ihnen: Sie werden baid ein großer Agent sein, wahrhaftig, ein großer Agent! Indessen; bekommen Sie einen Vorschuß. Fahren Sie in die groß« Wclt, das heißt in die jüdischen Städte und Flecken« dort kennt man Sie wie einen schlechten Groschen, Also: G.ück aus" ... , „ iFortsetzung jolgst) i

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