Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 380 (12.2.1920)
- Date
- 1920-02-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979458--03352-2988972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
^e«rr Wen, Donnersraff Wiener Morgenz tYfnniT 12. Februar 1926»^ l«fe ciuf dem Marktplatz auf, als Monument, „daß es in Alawetschno keine Juden mehr geben werbe". Das Blatt ixrröfsentlicht auch eine Reihe von Namen der unglücklichen D|Jfer. 1400 Misch« Krieqsgefangene aus Galizien in Sibirien verlassen. Von Oesterreich und Polen verleugnet. Das irr New»2)ork erscheinende „Jüdische Tagflat^ veröffentlicht folgenden Hilferuf der jüdischen sali^ifcden Kriegsgefangenen in Sibirien: Gefangenenlager Krasnaja-Netschkr (Sibirien), t Oktober 1919. 6 j Werte Herren! Wir Gefertigte gehören zu einer Aasse von Kriegsgefangenen, die sich in hoffnungsfcfct Lage befindet. Ein volles Jahr ist. bereits vergangen, feit der Krieg zu Ende ist, und in der ganzen Velt findet sich auch nicht ein Mensch, der sich unser irinnerre. Die Regierung desselben Oesterreich, oelches uns in den Kampf geschickt hat, hat jetzt er- Ilärt, daß wir zu einem fremden Staatsgebiet gehören und daß sie nicht genug Geld hat, »m für fremde K.'u'gsgefangene zu sorgen. Nachdem wir sechs volle Jahre die unmenschlichsten ßeiden für den österreichischen Staat ertragen haben, oird uns j-etzt kundgetan. daß wir Feemde, ohne Vateriand und völlig unserem Schicksal überlassen sind. Die kschechsn, Rumänen und Italiener sammeln ihre Kriegsgefangenen, welche österreichische Untertanen gewesen ^nd, und schicken sie nach Wladiwostok und Schanghai, -on wo sie beimbc fördert werden sollen. Nur wir jalizischen Jurden haben keine Hoffnung, jemals aus der Gefangenschaft befreit zu werden. Wir -aben uns an den österreichischen Ministerpräsidenten gewendet und die Antwort erhzalten, vir halten von ihm nichts zu erwarten- Die polnische Regierung hat aus den Polen in Sibirien eine polnifch-sibiriiche Legion gebildet und es ist zu hoffen, daß diese Legionäre in Kürze heimkehren verden.. Wir galizischen Juden sind eigentlich jetzt polnische Bürger, doch in dle polnische Legion werden wir picht ausgenommen. So leben wir hier im kalten Sibirien hoffnungs- Ivs. Unsere einzige Rettung sehen wir darin, daß man »ei der Pariser Friedenskonferenz erwirke,' wtz die jüdischen Kriegsgefangenen aus Galizien durch private Hilfe heimbefördert werden. Die dazu notwen- »igen Schiffe könnten in Amerika und Japan gechartert werden. Jeder von uns wäre bereit, die Transportkosten aus eigener Tasche zu zahlen. Diejenigen, welche Mittel besitzen, würden sofort zahlen, die Vermögensiosen in Raten, wie es die europäischen Emigranten tun. Es ist nicht zu bezweifeln, daß der größte Teil der Kosten von unseren Angehörigen in Galizien aufgebracht werden würde, wenn ein Aufruf unseretwegen in den zalizischen Zeitungen veröffentlicht würde. Das Wichtigste ist, daß sich in Amerika eine Kommission bildet, welche 1. bei den Alliierten die Zustimmung zur Ent-. lassung der galizischen Kriegsgefangenen in Sibirien -uf Privatkosten zu erlangen sucht; 8. sich mit den Schiffahrtsgesellschaften in Vercindrrng setzt und einen Ratenvorschußplan ausarbeitet, welcher uns die Möglichkeit gibt, die Reisekosten zu bezahlen; 3. Geld bei unseren Angehörigen in Galizien sammelt. Die Zahl der jüdischen Kriegsgefangenen aus Galizien, die sich in Sibirien befinden, beträgt etwa 1400. Sie sind in Orten untergebracht, welche Bahnverbindung haben; daher wäre, es gar nicht schwer, sie an einem Ort zu sammeln. Wir allein können, da wir im Lager völlig abgeschlossen sind, nichts tun. Ihr seid unsere einzige Hoffnung. Wir sind überzeugt, daß es für Euch nicht schwer wäre, den letzten Rest der jüdischen Gefangenen aus Galizien, der noch nicht dem Typhus in den sibirischen Baracken erlegen ist, vom Untergang zu retten. Unendlich wird unser Dank sein, wenn Ihr an unserem Schicksal Anteil nehmt und uns unseren Familien wiedecgebet. - Mit bester Hochachtung Solomon, Nußbaum, Spaßer, Schaje Schott, Ringel. Brand der MordtvestLa^ilbruckc. Der Brand gelegt? Gestern gegen 9 Uhr abends ist die Nordwestbahnbrücke. die im Zuge zw schm der Brigittenau und Floridsdorf den Donaustrom übersetzt. in Brand geraten. Das Feuer brach m dem Teile der Brücke auS, der am linken Donauufer in das lieber fchwemmungsgebirt weit hincim eicht. Dre Flammen breitkten sich sehr raich in dem Gebälk« der Brücke aus uud griffm gegen die Milte der Brücke über. Hohe Fcueriäülen erhoben sich über der brennenden Brücke. Die Flammen waren weithin stromauf- und -abwärts sichtbar. Die Feuerwehr kam mit sehr starkm Kräften von beiden Ufern des Stromes. Vom linken Ufer kämm die freiwilligen LöschkorPS des XXI. Bezirkes und seiner Umgebung, von der Siadstette dre Berussstucrwchr mit ihren Wchziigen mit den Kraflsvritzen, die am Donaustrom aufgestellt wurden. lieber die Brücke wurden Schlavchünien gezogen und mit grober Energie wurde an bie Dämpfung der Flammen geschriiten. Der Bahnverkchr über dre Brücke wrr selbstverständlich rmterbrochen. Angesichts der riesigen Ausdehnung des Brandes war die Löscharlrett sehr schmier!^ Sie wird noch einen großen Teil der Nacht währen. Die Bruck; ck» zam Teile niedergcorann:« 'Dir Bedeutung des Brandt iur di« Auirechterükltnna des Bavu» Verkehres und der Schaden sind zur Stunde noch nicht zu übersehen. Nachts wird nns gemeldet: D« Brand scheint gelegt worden zu sein. Zu bemerken Ware «och, daß gegen die Drücke seinerzeit von kommrm'strscher Seite ein Anschlag geplant wurde» Der Urheber des Anschlages wurde, wie bekannt, später von der Polizei verhaftet. ___________ Der Streik iit der Airkerbrotfabrlk beendet. Die Negieruni hat gestern in bie skandalöse Streikaffäre in der Ankerbrotfäbrik eingegrif-en und -dir ganze Angelegenheit vor das Einignngsamt verwiesen. Der Arbeiter Bauer, der sich weigerte, der sozialdemokratischen Organisation beizutreten und die Ursache zum Streik wurde, ist bis zur Austragung der Sache beurlaubt worden. Der Ausstand und senre Ursache bildeten vorgestern den Gegenstand der Besprechung des KabinettSra'es, der sich schließlich einigte, gegenüber der Faüriksleitung von der auf Grund des § 14 ei» laffenen kaiserlichen Verordnung vom 24. März<-1917 Gebrauch zu machen und sie für den Fäll, als die Unternehmung weiter den verfehmten Einsamgeher schützen wollte, mit der Ueb:rnahme durch den Staat zu drohen. Die zitierte Verordnung, welch« di« Produktionsver Weigerung des Unternehmers unter Strafe stellt, ist auf den vorliegenden Fall gar n'cht anwendbar, weil ja eine Arbeitsvertveigerung der Arbeiter vorliegt, und es wäre wohl möglich gewesen, eine Einigung ohne Revolver und ohneKAnwendung des § 14 herbeizuführen. Die „Arbeiter.Zeitung" findet endlich die Sprache wieder. Sie beschimpft die ganze Presse als arbeiterfeindlich. Vorgestern hat sie den Streik überhaupt verschwiegen. Bis zur Erledigung des Streites im Einigung^- amt hat oie Arbeiterschaft der Anlerbwtwerke provisorisch die Arbeit wieder ausgenommen. » AnglüiLUche Kinder. Von den Eltern vernachlässigt «nd mißhandelt. Abermals mußte die Kinderschuh- und RettungSgesellfchaft in zwei Fallen einfchreiten, wo eS sich um arge Mißhandlungen und beispiellose Verwahrlosung von Kindern handelt. Ungemein kraß ist der Fall in der Familie deS Tifchlergehilsen Karl Knecht!, der im 16. Bezirke, Neulerchenfelderstraße Nr. 99, wohnt. Es wurden in dem vollständig vernachlässigten Quartier vier Kinder im Alter von vier Monaten bis acht Jahren in einem erbärmlichen Zustande angetroffen. Sie waren in Lumpen gehüllt, ganz verlaust und am Körper mit einem Krätzeaus. schlag bedeckt. Den drer älteren Kindern diente der teilweise bretterlose Fußboden als Schlafstelle. DieS, obwohl der Tischlergehilfe - ein Monatseinkommen von mehr als 2000 Kvonen bezieht. Die Kinder wurden zunächst dem Karolinenkinderspital zur Heilung ihrer Leiden über. antwortet, gleichzeitig aber auch die Anzeige an daS zuständige Pflegschaftsgericht erstattet.^ Ein zweiter Fall betrifft die kleine Anna Nemeeka, bi« ebenfalls von ihren Eltern entsetzlich gepeinigt wurde. Man fand an dem Körper der kleinen Märtyrerin einige blutunterlaufene Wunden, die ihr mit einem harten Gegenstände beigebvacht wurden. Bor Frost zitternd, trafen Hausbewohner die Kleine nachts auf dem kalten Gang, wohin sie die unmenschliche Mutter gestoßen hatte. Mitleidige Menschen verständigten hiervon die Kinderschutz- und Nettungsgesellschaft, die das Mädchen in daS Stiglersche Kinderheim in Maria Enzersdorf brachte. Gegen bie Eltern wurde die Strafanzeige erstattet. V';er Todesopfer der Leobsrrer Krawalle. Leoben, 11. Februar. Bei den gestrigen Vorfällen wurden drei Gendarmen verwunde». E ner von ebnen. der aus den Reihen der Menge emen Schuß in den Nücke« erhallen batte, ist feiner Be lrtzung erlegen. Auf Seite der Demonstranten fiuh btet Todesopfer z» verzeichne», und zwar zwei Männer und ein vierzehnjähriger Bursche. Sprüche aus dem Osten. Ißt ein Armer ein Huhn, so ist er krank, oder das Huhn ist's. * Das Gel6 ist rund — aber ein Hund bleibt ein Hund. * Wer ist ein Held? — Wer einen Witz — nicht macht. * •„SDtt hast uns auserwählt vor alle» Völkern" — Gott, was haben dir die Juden getan? * Ein' Goj ist als Kind klein, als Erwachsener groß — der Jude umgekehrt. ' f ■ Der Jude ist das kleinste Geschöpf — und jeder stößt sich an ihm. * Unter Nichtiuden ist gut leben, aber sterben will ich unter Juden. * Was immer ein Jrrde sein mag, ein Narr ist er nicht. Beerdigungen am heutigen Tage. Alter Friedhof. 11 Uhr: Siegmund Deutsch; ‘/*12 Uhr: Moritz Sohr. NeuerFriedhoi, 9 Ukr: Sbvh>e Händl: 9 Ubr 40 Min.: Paula K a r p c l;!0 Uhr: Joief Weiß; 11 Uhr 20 Mm.: Robert Fog es; 11 Uhr 40 Mm.: Ernst t c w b; 12 Uhr 20 Min.: Rosalia G u t l m a n n. MM« 8evA. Kurzer. Wien, N!., Wchbahirstraße 23. Tkiebvo» 515Z7. » * Gründung einer allgemeinen Gesellschaft füt Orientforschmrg in Palästina. In dem Dominikaner- Kloster zu I e r u s a l e m hat unlängst eine Versammlung von Vertretern verschiedener Gesell'chaslen für Orientiorschung stattgesunden. Bon derjüdischenGesellschakt wäre» Ben-Jehuda, David I e ll i n und Professor Doktor S l v u s ch anwesend. Auf dieser Versammlung wurde deschloffen, eine allgemeine Gesellschaft für Orr entforschung in Palästina zu gründe». Die Gesellschaft wird von Zett zu Zeit Gammels ihrrslen in englischer und fran ösi'chrr Sprache hrrauSgeben. auch werden Artikel in anderen Sprachen wie Arabisch. Hebräisch rstw. in diesen Sammeischristrn Aufnahme finden. Als Präsident ist ein Franzose, als Vizepräsidenten ein Engländer vnd ein Amerikaner gewählt worden. Professor Dr. Slousck, ist der Sekretär dies«.Gesellschaft. Kolvnell StorreS. Ben-Jehuda und ein Grieche sind als geschäftsführende Mugl eder gewählt worden. - , * Straßenbahn bis '/,1V Uhr abends. Obwohl die Kohlenzuweifungen an die Eletrizitatswerke immer «och nicht so günstig sind, daß man von einer' wesentlichen Besserung spreche» kann, so waren die Einläufe in de« letzten Tagen immrrhm derart, daß kleine Reserven angelegt werden konnten. Wenn bit Enläuie wenigstens so anhalren und d'e Belieferung der Elrktr'z tatSwrrke mit ihnen gleichen Schritt halte«, dann wird, wie wrr von unterrichteter Sette erfahren, dre Straßenbahn a b 1. M ä r z eine Beiriebsverlangernng um eine Stunde erfahren. Es werden also. die letzten Wagen vom Ring um 7,10 Uhr nach allen Richtungen fahren. Dementsprechend werden auch die Theater, Banetss und Konzertt dm Begmn ihrer Vorstellungen um ein« Stnndesväte« verlegen. Gleichzeitig sollen auch dieHauStore wieder nm eine Stunde länger offen bleiben. i * Ein Kremrnezby-Hain in Palästina. Die Zentral-) stelle Oesterreich des Jüdischen R a t r o.« a l f o n d K erläßt folgenden Aufrui: Am 15. Februar wird Johann K r^e m e n r z k y 70 Jahre alt. Wer schätzen in chm dm getreuen Genosien Herzls, den M tbegrttnder und ersten Organisator unseres Volksschatzes, den in seiner Liebe für Palästina nie erlahmten Mann der Tat. Gerade heute, da wir an den großzügigen Ausbau MsereS Landes schreiten, ziemt es sich, diese seine Verdienste voll Dankbarkeit zu würdigen. Wrr planen darum die Stiftung eines Kremenezkp -Haines im Herzlwald und rrchtm hirmtt an alle Verehrer und Freunde des Jubilars den A n f r u f, zu un'rrer Sammlung unverweilt ihr Teil beizutragen, damtt die notigen ll 20.009 ehestens gesichert werden. Spenbm find z« richten an den Verein ^Jüdischer Nationalfonds — Keren Kajemeth Lckisrael*, Wien, U., ZirkuSgaffe 83, Postscheckkonto i00.B08, Telephon 45.325. * Tschechoslowakische AnswandererzLge. Die nächstm Auswandererzüge. welche von der tschechoslowalischen Gesandtschaft in Wien entsendet werden, verlaffm S9ien in der ersten Märzwoche. Die Anmeldungen werden unter Beifügung des Helmatschcines. einer Bestätigung der Gemnud« des lünliigen Anienthaltes üb« die EmwanderungSbewiü'gnng und des Wiener Meldezettels vom 16. bis spätesten- -5. Februar rn den Amtsstundcn in der Untristützungsabteilung der Gesandtschaft in Wien.!., Wallnerflraßr 8/H. mtgegrngenvmmrn. Der der Anmeldung ist für einen ganzen Waggon eine Einschreibgebühr von ll 409.—, für einen halben Waggon ll 200.—, für eine» Biertelwag.'on oder für Gepacksstücke ll 100.— zn «legen. Nähere Informationen und Ab^alirrszert werden »n einer am Donnerstag den 26. Februar um 3 Uhr nachmittags im X. Bezirk, Seuc« feldergaffe 26, stattsindenden Versammlung mitgeterlt w«den» * Wiener Kinder nach Dänemark. Laut Telegramm aus Kopenhagen wurde wegen Auftretens drrGrippe dieEinstellungderKtnderzüge nach Dänemark bis auf werleres verlangt. Es wird daher die Abkahrt des Mü)eSzuges vom 12. Februar auf unbist mmte Zeit /nach bereußArmgelangten Meldungen um etwa acht Tage) verschoben. * Abgestürztes Flugzeug. Auf dem Flugplatz m Rakowiy bei K r a t a u ist Samstag nachmittags ern Flugzeug in erne Gruppe von Soldaten abgestürzt. Drei Personen wnrdm gelotet, drei andere schwer und zwei leicht verletzt. * Plebkszit-Postwertzeichrn. DaS Prager Postministerium! gibt bekannt: Auf Veranlassung der alliierten PlebiSzitkomnttssion wurden für die Plebiszitgebiete Teschen, ZipS und Arvar alle Sorten und Werte der bisherigen tschecho-slowaklschen Bricfinarken und außerdem der Postkarten mit dem Ueberdruck „S. O. 192^ ausgegeben. S. O. bedeutet Silesia Orieutalis. Die Marken für die Komitat« ZipS «nd Arvar tragen den Aufdruck „SpiS a Orava" (ZipSi und Arvar). Diese Postwertzeichen haben ausschließlich für Postsendungen, bie bei Postämtern im Plebiszitgebiete auSgegeben werden, Geltung und werden drer bis vier Monat« im Umlauf sein. 4 * Di« SchneestLrme in Amerika. Der »Rie» w « Courant" nulbct ausNew - N 0 r k: Die Schnerstürm« dauein fort. B'tte Küstenorte sind buchstäblich verschüttet; die Einwohner müssen sich aus dem Schnee herausgraben. * Eine neue Verwendung des Petrolenms. DaS slowak sche Blatt »Slovak" und ebenso ^Ludove Nvviny* beschweren sich darüber, daß die Agrarier m der Slowakei den Wählern Petroleum anbietcn. um sie bei den Wahlen für sich z« gewinnen. In Dubrave sollen drer Fässer Petroleum mitgerollt fern, die Bevölkerung soll es aber abgelehnt haben. Was alles den Antisemitismus fördern soll! I« der Pariser »La cs» e commune4', dem Organ BuizrmS. veröffentlicht der ehemalige sozialdemokratische Dumadepuliert» A l e x i n s k h, der auS Rußland zurückgckehrt ist, seine Emdrücke üb« das jüdische Problem. Bezüglich d« in Amerika emnrleuelkn Geldsammlungen für die jüdischen Pogromopfer m der Ukraine verlangt Alexinsky, daß dre gesammelten Gelder nicht nuruuterJuden. verteilt w«deu, sondern gleichermaßen der armen jüdischen und n l ch t j ü d i s ch e n Bevölkerung zukommen, da sonst noch e«n stärkeres Aufflackern des Aut is « m i t > s m u s zu bcsüickien s«. Aehnl'ch hat sich auch > M a k k a k 0 w m Paris geäußert. Die Forderung erscheint einigermaßen unverschämt. Jn>merhin ist sie geeignet die jüdische Lage in der Ukraine zn beleuchten, wenn bet Umstand, daß jüdi'che Gelder an iüd'sche Pogromopser verieilt werden sollen, zur Verstärkung des Antisemitismus beitragen soll. * Amerikanisches Aldoholverbot und Pefiach» . wein. Anläßlich des Alkoholvelbotes hat LouiS M a r s h a l l Sckirrtte uritk»nommen, um iür die Juden die Eilanblüs zu erwirken, an den S e d e r a b e n d e » w»e auch für religiöse Zwecke Wein benutzen zu dürfen. * Eine fatale Verwechslung. AuS Budapest wird gedr-ihtet: Gras Moritz Esterhazy, ber gewesene Ministerpräsident. wurde vor einigen Tagen in Budapest in der Nacht von v>« bis iünf Personen übertallen und blutig geschlagen. Bei der Affäre spielt, wie man ann'mmt. der smala Umstand di« Hauplrolle, daß man den stolzen Aristokraten, der als einer der Kandidaten für den Staatsoberhauplposten genannt wurde, für einen Juden dielt. Seit einiger Zeit machen steine Gruppen von Periomu die Stiaßcu von Budapest vom aunsemitlschen Standpunkt mks unsicher. Als nun Graf Este» ba;y m, der erwähnten Nucht non einem Bekannten mtt den Wo neu „Ä er v u S M 0 r i 0" owe pt neben wurde, fielen mehrere Männer über! ihn her und vnnbaudesten ihn. Hftt affm Wetmmtmrit mtTac töann:le. fjatü :öx,-^r j’lc nfie Snftenx, etVtHöifi&t'i ’l^nirrial’