Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 376 (8.2.1920)
- Date
- 1920-02-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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SRenTBoSüfsg' t, , ■rMirir-gBB8Miwiw,ff<ittiwa,f'iMr ■■■ .>— rmsm* Äle«er Äkorgenzeikuus' Literatur u^Wiffenschaft. Die ^.Hazefirah" als Tageblatt. Die „Hazefirah" erscheint wieder als Tageblatt, diesmal M der zionisttschenOrganisatton in Polen herausgegeben. Die „Hazefirah^ ist eines der ersten Tageblätter in unserer rationale» Sprache. Sie wurde durch den berühmten Mathe-. »atiker und Naturwissenschaftler Slonimski begründet, der Kachum Sokolow hrranzog. Sokolow übernahm dann selbst Me Leitung de- Blattes. Er verstand es so lehr, dem Blatte seinen persönlichen Stempel aufzudrücken, daß die„Haz?firah* ohne Sokolow gar nicht gedacht werden konnte. Die zionistische Bewegung 'wurde durch die'„Ha,efirah" ,n Polen mttgcschaffcn. "D.ie Rolle, die-sie im jetzigen Momente zu spielen berufen K/sst vielfach verschieden"von drr/die sie vor dem Kriege gespielt »t. Früher war sie das Blatt derjenigen hebrä'schcn Leser, die It der hebräischen Sprache und Literatur chr Bedürfnis nach Visse« unNBildung befriedigte. Aus der „Hazcfirah" erfuhren ie dlleS Wissenswerte' von dem. waS in der jüdischen und allgrneincn Welt vor sich ging, weil, sie rm großen und ganzen rrmde Spracht« nicht lasen. Sie hatte freilich auch einen Kreis w» Lesern, der sein nationales Bedürfnis an ihr befriedigte. Heute ist die, ,Hazessrah" bemsrn, die Hehr ä i s i e r n n g ser Juden Polens und überhaupt des Ostens zu festigen und zur wuernde« Erschemüng zu machen. Düs Stadium, rn dem Heiräisch em Luxus war, ist vorüber; die Diskuision, ob Hebräisch M Golus zur gesprochenen Sprache werden kann, rst für die rational empfindenden Juden geschlossen. Wir fühlen es heute larkek denn je: die geistige Gesundung, unseres Volkes hat die berlebendigung der hebräischen Sprache zu emer ihrer immanenten AoravSsetzungen. Und diese Verlebendigung hangt von unS selbst ch./F8r unsere Kmder die allgemeine Mische Schule, in der die kdsschett Fächer hebräisch gelehrt werden; mrr die Erwachsenen dre «drässche Tageszeitung. Heule hat die „Hazefirah" im Osten die llufgabe,de» jüdische« - Leser z ü m H e bräischen zu er« jirhen. . Cb. T. steWSfr Sstsönnmg«« Cm Judentum. Mit Bcfoitberer J8e* Mcksichtigüng des Chassidismus. Bph S. Ä. H o r o d e^k Y. Drnst Bircher, Bern-Leipzig, 1920.) Eine. dankenswerte Bereicherung .der recht dürftigen bittzrg,ttrr - übex'ben^ChassidismusdeutMer Sprache wird furch das' neue Büch einest Autors.?.gebotey,. der in..zahl«. reichW' -hebräischenAussätzen, in. Mem -Buche über Rabbi stqchpiani'von.Brätzlaw und. einem solchen über , die mystisch-' wltgsösen SirömungLN unter de«! Juden in.. Palen alllep««' unh .speziellere Seiten dieses Gegenstandes behandelt hat. Die mehr auf innerlichster künstlerischer Nachrestaltung beruhende Darstellung Martin B'ubers (namentlich.,.in. .seiner. „Legende des.Poalschem") .sowie eine neuere 8 e,p.'n t^o.s'f.s, ^dis.doch aksiusehr eine gewisse Atissidnstiendenz »eH'E. d^tt.'i'Hiex.. .nämeytM ''nach.. der ' Serbe der äußerenbisso'b,. .aber auch.'durch'Belege der chassidischen Lehre selber « .Äerrdvilex ''Weise'^iergänz^' Eick sin' religionsgeschichtlichem Linne ungemein int-eressäntes Bild des Chassidismus..wird hier Mtworfen, Voss, der Entwicklung" getvrsser .allgemein jüdischer Krundvo'rstellungeN, welche wie diejenige des „Zaddik^ im ^Adismus .an -einen '.GMeHunU^Pelangen/ über die küM Levi Jizchak von... BerdrtWw, übet'vre-.erste Zeit der ÜriW.'.Sonst». tiefreligiösen als'.tzölkßtümtichen Betvegung bis .'MWiMYgest'', Lines sichtbaren Zerfalles.. Wir er-. Hych,' wieder Chassidismus - in Polen,. Litauen . und der Mkng,. den drei-'.jüdischen Haüptprovmzen des Ostens, sich rach'einer mehr 'Wssischen oder mehr.nationalistischen Seite Wfkverlziext,.:-wie erst -nach dem Tode des Beer von Meseritsch M/besonhere Gruppen um ihre Führer scharen, wie speziell Im' .;,Chahad.ismus", der aus S.ch n e u-r S o l m a n von ßobz' zuMMeht, der Chassidismus ' eine, mehr. shsteMatischmtioyalisiische.Form anilimmt, während die Sekte der „Bratziawer" noch heute in dem vor hundert Jahren verstorbenen kabhi. N a ch m a n ihr geistiges Oberhaupt erblickt und wie pig. Zahl ihrer Anhänger noch heute zunchme. Und wenn Pie' Gestalt des Abraham, eines Sohnes jenes Beer von Neseritsch, von der, Legende zu einer Art „Engel" verklärt vtzd, so führt Nns andererseits diejenige eines B a-rm ch aus Niddziboz, eines Enkels des Boalschem, noch mehr aber Pichenige' - des „R i's h ine r s", der - Zuerst sein Heiligenamt «tit fürstlichem Aufwand umgab desselben übrigens, der Sadag-ora zum. Sitze seiner Dynastie, erhob — nahe an jene Verfallserscheinungen, die schließlich im "Kultus der Wnndereabbis und ihren weltlich prunkvollen Hofhaltungen, in peid und Streit zwischenden Dynastien und speziell in der ebenso peinlichen als psychologisch int-ressaMssn Affäre des ketzerischen Zaddiks von Leow (in den Se^igerjahren des oevflossenen Jahrhunderts) kraß zutage traten. Diese Versalkserschei'nungen trüben freilich nicht den reinen Eindruck nnes innigen Gemeinschaftslebens,, das die Chassidim besonders ausztzichnebe und in' welchem' sogar der weibliche Zaddik nicht-fehlte, und jener erhabenen Aussprüche, die uns mehr'als alles in das innere Leben des Chassidismirs blicken lassen. (Aus eine sprachliche - Unmöglichkeit sei nebenbei hin-- gewiesen, die der Autor Wohl ans christlichen Därsteklrmgen' übernommen haben dürste: auf den Plural: „Chasfiden", der wahrscheinlich die „Chassidim" in modernerer Fassung erscheinen" lassen wollte.) E. M. VSLar Baum: Die Tür ins. Freie. Kurt Wolff-Verlag, Leipzig. -Was er. in seinem früheren Buche „Die verwandelte Welt", dttsprach, hat er m dieser Erzählung gehalten. Oölar Baum hat- - sich entwickelt, ganz bedeulend entwickelt; das wird einem, bald klar, wenn man die breite behagliche Erzählung in der jüdischen Kleinstadterzählung, „Die böse Unschuld" in em Verhältnis zu der psychologischen Tiejschür'una in diescrn Buche setzt. Em gewaliiges Aillwmtskonimen wie im Inhalt io auch in der Form' die hier viel wichtiger, bejahender ist als in den siühercn Schickten; wichtiger wird hier.jed.es ^i^ort genommen, so daß hinter, jedem auch', wirklich ein Beyrrsf^sichtbar wird'. Es' ist dicht'möglich, daß nickt jeder leinen Geschmack 'itr diesem Buche findet, das ' m die Iwssten Anlässe des Grauens greift, das die-Gesellschaft die er Tage umhüllt, wie Aiwa des Satans,- aber schließlich, will ja Baum, kemrn Eisenbahnroman geschrieben haben, den man von emer Station zur anderen dmchli'est. Die Phantasie dieses DrchtcrL ist zu gr'oß, zu groß ist sein Anklageberrcht und zu bittet seine' Verzweiflung an dieser Gcs-llschast, 'die keme Gemeinschaft ist. sondern ein ungeheures gefräßiges. Tier, zu groß, .um .sich in ienem. leichtfertigen Büche niederzwchlqgen. Hier ist einer, der den Kampf gegen dieses Tier aufnimmt und zugrundegedt. Wie aber, der, der sich seinem Mitleiden und dann seinem Gerechtigkeitsgefühl opfernd hingrbt, verbrennt in die Lobe trüber, selbstzerquälender Losung, das M »n feiner psuchalogiicher Darstellung, vie.M an russischen Vort"lde>n geschult habet, mag, gegeben. Darum werde auch dieses Buch Oskar BaumZ gelesen. " " ' " ' ' .Eugen Hoeflich. Du. Owlglah, Schlage die Trommel und fürchte dich nicht! Politische Gedichte. Strecker & Schröder, Stuttgart, 1919. Eine Vorbemerkung des Verlages betont, daß diese Sammlung im Sommer 1914 zusammengestellt wurde und wahrend des Krieges nickt herauskommen konnte. Das nimmt runnchst wunder. Dm» der Herausgeber, der aus dem „Srmvliztssimus" allbekannte Satiriker, hat bei Walter von der Bogelwcide' angefangen und schon mit Freiligtath aufgehört. Aber Vieles auS der Lyrik der Reaktionszeit zwischen 1815 und 1848 klingt so aktuell, daß die argwöhnlsche Krttgszenkur möglicherweise wirklich ein Haar in der Supve gesunden hätte. -E'N Nachwort' des Herausgebers rechtstrtigt dann die spärliche Auswahl, die ausnahmslos Bekanntestes bringt, mit Raumrückfichten und wirklich sind 124 Seiten für eine Auslese au« der gesamten politischen Lvrik der Deutschen nicht entfernt ausreichend, aber immerhin sind „Der Gott, der Eisen wachsen leß", das Heine'sche Weberlied und wohl auch manches andere der witgeteilten Gedichte aller Welt so gelüusig, daß ' sie weniger Bekanntem den Raum hätten abtreten dürfen. Alles in allem: Ans eine gute Idee wurde bei der Ausführung nicht eben viel Mühe verwendet, unk» das gleiche gilt vbn den Bildbeilagen, wo ein paar Karikaturen ans" dem Bonnärz die Revroduktton weit mehr verdient hätten, als das Porträt HuttenZ und das allbekannte Barrikadenbild Nathels. Ny. Bruno Frauk: Ein Abenteuer r« Be« ed ig, MulariomVerlag. München. Das Welchen ist in der Sammlung „Die Novelle" des Münchener Berlages erschienen, die in ansprechendem Taschenformat Mkisteinovellen der Weltl'teratur in billigen Ausgaben bieten will. Der Begr-ff der Me-stemovelle ist bier nicht übermäßig strenge gefaßt und auch dre vorl'egende Erzählung wird trotz ihrer guten literarischen Qualitäten de« unbestrittenen Hochlristunaen der Gattung nicht ohneweiters zngezäblt werden können. Jchenfalls weist sie in der Art. w-e hier ein >> nicht eigentlich origineller Stoff in die zichttge Bl'ckivette gerückt wird, in der küblen Sicherheit der Daistellzma und dem ausgeprägten Stilgefühl ein nicht gewöhnliches episches Können auf. —ü. Die Dkrbeit. Organ der zionistischen voMozialistsschm Partei „Hapocl Harair^". Inhalt: Zum II. Jahrgang. — Ostjrrden. — I. Archowitsch: Unsere Ausgaben auf der Weltkanserenz. —.I. Sprinzak: Der nste Schritt. — Rndolf Samuel: Nitionalsmus und So 'al'smus. Aus Palästina: Arb-"tt,siedttmg. — Ans O'e''Galiläa. — Zur G e a e n w a r t: Tmidi: Nochmals d'e Sabotage der Ortbodox^n. — Daten und Materialien: Be-.ussstaiistik des Mücken Arbeitsam'es. — Ans der Bewegung. Berichte. — Zu be-, ziehen-durch den Weltverlag. Büchereinlauf. D i e tz e n s ch m r d t: JeruschalasimS Königin. Tragödie?Verlag Oesterbeld & Co.. Berl n. — Melrch R a w i t f (b: Spino -a. Verlag M. Hickl, B-rinn. Jiddisch. — Bruno- S ch 8 n l a n k: Sonnges. Land. Kindergedichte. Verlag Paul Cassrrer. Beil n. — Artur K a h a n e: D e Tarnkappe. Erich R-'ü'-Verl m, . Berlin. . — Hermann H esse: Mä'ckcn. Vertag Mcher Berlin. — Thomas Mann: Herr und Hund. Geräna vom Kindchen. Vnlaa S Fischer/ Berlm. — L Krall: Märchen 2 Bände. Ve»laa Ka'l Hai ba»«''-, Wim. und Leipzig. — Michel R o b e r t: Die Antwoi tenden." Ver lag Harbauer, Wien- Leseiiiii» Mstlille Msßn ittliet!.: -; Sonntag den 15. d. M.. u Uhr vorm., int Kleinen Mustkvereinssaal *; Vortrags-MEn-e » ] i„.§ebcksche ZichtVil des Mi l '■ (in deutschen Uedertragnngenp. , I Programm: R«!li"iSse »nd weltliche Lyrik. — Satiren und Epl»ramme. J — Dr. Ernst Müller: Einleitung. — 'Josef Schildkrant, Mirjam ,; Schnabel: Rezitation. int;! Karten an der Mnsikvereinslaffa, bei R.LStvit» i.Dez.. Rotenturmftraße SS.; « Kultitrschwindel. Wäre unsere heutige Kultur wirklicher Seeleninhalt der Völker, so dürfte es im deutschen Kulturkreise keine jüdische Journalistik geben. Denn sie ist die widerliche Vorspiegelung einer Kultur, die nicht vorhtnden ist: das schlimmste Armutszeugnis einer nirgends auf sich selbst gestellten, eigenwert: gen. Kulturepoche. Dürften sonst Men'chen ihre Kultnrlvsig"eit, ihr eigenes seelisches Manko, als Manko eines erlogenen Publikumsbegriffes „schieben"? Da ist seit Jahren in der „Muen Freien Presse" ein P a^u l G o l d m a n n „berufen"^ die Kulturwerte Deutschlands zu werten. Was er dabei an lo-rer Laden-- schwengelei des Kulturkommis geleistet hat, darüber sei jetzt nicht gesprochen; es wäre Sache des deutschen Volkes, wenn es heute wirkliche Kultus hat, sich zu wehren. Aber eüles muß angemerkt werden: Paul Goldmantt beginnt Mische Kulturinhalte zu „werten"; man müßte» also, glauben, daß er eigene jüdische Kulturinhalte hat. Beim ersten Wort aber ist das Gegenteil schon „an der Sonnen". Wer über den jüdischmetaphysischen. Inhalt des Zweig-Dramas „Semaels Sendung", so derivativ angelesen er auch sein mag, ein Werturteil ausspricht, der muß die seelische Voraussetzung dazu haben, wenn er auf das Piedestal eines Werters von kulturellen Seelenelementen steigt, wie es Goldmann tut. Wenn jedoch Goldmann m der das Siück e!!nleilenden Debatte'Gottes mit Semael über d»ie Wle'erkehr der Schechina, der Gottelglor'.e, ausruft: „Er (Ebohim) weiß, was die Schechina ist, aber woher soll es ein Theaterpublikum wissen?" — dann sch'ebt er eigenes kulturelles Manko dem „Publikum" in die Schuhe. Es ist nämlich nicht wahr, daß die von den Rationaliiätssch vindlern gepriesene Klarheit und das Wissen um die Dinge ihren Wert bestimmt.. Auch auf dem Theater n'cht. Welches „Theaterpublikum versteht" die metaphysischen Teile des „Fällst"? Und doch ist die seelische Wirkung vorhanden, soweit eben seelisches Kultürbetvußtsein vorhanden ist. Und das Theatevpublikum von „Semaels Sendung" ist vielfach, sogar «. WAmi mt? N —s Größte Auswahtt Billigste Preise? ftdünlh Steinbart. Wien. I.Biberiirake S. mitl den traditionsbewußten Voraussetzungen für daS „Verständnis" des Schechinabegriffes versehen. 'Aberj der Endeffekt — und das ist die grobe Unwahrheit:! der Gvldmann-Typen — ist ja . nicht das „Verständnis", sondern das kulturelle seelische Empfinden eines! Publikums, einer Gemeinschaft, eines Volkes. Es magi sein, daß das Berliner Publikum der „Semael"-Auf-i führung dieses seelische Empfinden nicht hat. Die Hoftz^ nung wäre doch nicht aufzugeben, obwohl es ein Ber^ liner Publikum ist. Aber es ist Irreführung der offcni*; ltchen Meinung, wenn ein Paul Gvkdmann durch seine? lächerliche Sorge um das ,Missen" des Theaterpubli^ kums jemandem vormachen will, daß er bas „Wissens hat. Selbst wenn er im „Urfauft" oder anderswden Begriff „Schechina" gelesen haben sollte, so har er ihn seelisch nie aufnehmen können. Denn dazu ge-i hört ein Festhalten an der jüdischen Kulturkontinuität^ Das fehlt all den jüdischen Weltkulturkommis vo«i Schiage Goldmanns. , Weltkultur ist nämlich nur das Idealbild der Eigens kultur. Und die diese nicht haben, treiben mit einevtz Begriff- Mißbrauch, den sie ausbeuten, um durch seines rationalistische Verdrehung der Welt ihre große Leer« zu . verdecken. Daß aber die Journalistik dieser Arü kulturell leer ist, daß Paul GoLmann auch keine seelische. Grundlage für die deutsche Kultur hat, dafür ist der? Beweis, daß er durch seins Forderung vom Wissen des! Theaierpubiikums der Ansicht Ausdruck gibt, bas Werst Zweigs sei ein deutscher Kulturwert, müsse also einend deutschen Publikum verständlich sein. Das ist ärgste Mache. Denn der deutschen §kultur ein, wennanchf stark literarisch verarberteles Seelenelement einer ganzz anderen, fremden 5kultur aufdisputieren z« wollen^ dessen ist nur ein durch die kulturleere, seelische Hemmungslosigkeit alles dialektisch erniedrigerideÄ Träger ab so.u. er Kulturlosigkeit fähig. Jj Verdrehung, Täuschung im höchsten menschliche^ Sinne, im seelischen, das ist das BW der jüdisch^ deutschen Journalistik, diesmal an einem kleine« Kommisthpus abgenommen. U-eberwunden kann diesL grauenhafte Krankheit nur werden, wenn die Knltüv der Völker, unter denen dieser Typus aufwächst, durchs ihre eigensee.ische Vertiefung ihm den Boden entzieh^' und wenn die weltliche Kultur des Judentums, welch« durch krisenhaft überstürzte Entwicklung die labile« Uebergänge und damit auch die seelisch labilen Mensche« geschaffen hat, harmonisch und stabll in die jüdische Kuliu.kvn.iimiiät hineinwächst. Sursum oorda! Uuds die „Journaille" muß in ihrer Lüge ersticken! s. s. * Scholem Ale;chem-Abe«d. Daß die Jüdische Bühne in der Taborstraße auch befferrÄ zu leisten vermag, als ihr sonst auf Kassenrapporte eingefielltch Programm, bewies der am 5. d. M. stattgesundene Abend M Ehren des Altmeisters Scholem Alejchem. Nach einer karzm Eiül iührung des Herrn Mendel S i« g er, der die Eigenart «N Bedeutung Scholem Alejchems würdigte, lag Hm! I. Schwager in köstlich pointierter Art die Heiterkeit avslösende Erzählung „s'Topale". Hierauf gelaugte he^' Dmlog „A Ejze* zur Aufführung, m welchem bekanntlich ein junger Mann aus der Provmz sich an Scholem-Alejche« um Rat wendet und ihn dmch seine Weitschweifigkeiten mch drollige Naivität zur Raserei bringt. Herr Deutsch schuf akS „junger Mann" eme ergötzliche scharf gesehene Type. Herr Bell als „Dichter" sekandierte ihm würdig. Die Duette deS Herrn Streng und Frau Glücksman« aus jüdisches Operetten gefielen sehr. Ausgezeichnet war der Bortra, jüdischer Volkslieder durch Frau Werutranb's Graf, d.e jedoch mit emer Indisposition zu kämpfen, schien. Herr Podzamcze als »Babe" »utbe viel brlachtl Zum Schluß wurde die Posse „Agenten" von de» Herren ^Reismann, Kceuz, Deutsch und Mrstcl sehr flott gespielt, wobej *Herr Neismann als Menachcm Mendel 'dem in unserem derzeitiger» /Roman gezeichneten Typus) eine vorzügliche Leistung bot. an. i Aus den Theatern. Burgthrater:Sonntag, dm 8.: „Egmon^.(Anfang */§5 Uhr. — Momag, den 9 : „Frau Gittas Sühne.^ (Anfang V*6 Uhr.) — Dienstag, den 10.: „Kinder der Freude." (Anfang Yz6 Uhr.) — Mittwoch, den 11.: ..Das Konzert." (Aniaug V,6 Uhr. — Donne,stag. den t3.: „Die Reise in die Mädchen-, zeit" (Anfang *1$ Uhr.) — Freitag, den 13.: „Judith." (Anfang 5 Uhr.) — Samstag, den 14. bei aufgehobenem Jahresabonnr-, ment zu erböhien Preisen: „Der Raub der Sabine»innen." iAnfang 5 Uhr.) — Sonntag, den 15.: „Frau Gittas Sühne." (Anfang ‘/s6 Uhr.) f Overntheater: Montag, dm 9.: „Tiefland." (Anfang Vs6 Uhr.) — Dienstag, dm 10.: „Ariadne aus RaxoS." (Anfang?,,ö Uhr.) — M tlwock, den 11.: „Cavalleria nistic&na/, „Den Bajazzo." (Awang Va6 Uhr.) — Donnerstag, den 13. r „Salome." (Anfang 6 Uhr.: — Freitag, den 13.: ^Der Ring des Polykrates", „Vivlanta." 'Anfang *1*6 Uhr.) — Samstag, den 14-: „Der Roienkavalier." (Anfang l/,5 Uhr.) — Sonntag den 15.: „Der Barbier von Bagdad", Ballettdiverttsseutent.' (Anfang V46 Uhr.) *; Wie von der Direftivn deS B u r g t h r a i 1mit-' geteilt w'.rd, muß bie erste Aufführung von .Macbeth" ans Mittwoch den 19. d. M. v e r s ch 0 b e « werden. In der N r u e n Wiener B ü h n e findet am 17. Fcbivar zugunsten des Ferialsonds der Mitglieder ein« Nachtvorstellung unter der Dcvrie „Zou: VA Doklov Ltieglitz" statt. Hervor,-'.e Wiener Künstivr' babrn ihr.« Mitwirkung -uaesaat. Beginn 9 Ubr.