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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-02 · Heft 340 (2.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 340 (2.1.1920)
Date
1920-01-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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/ Gerte 2 Wien. FkeÜag lrch nur dann in steinendem Matze gedeihen, wenn die Regierung DenikinS nnd*Koltschaks sich befestigt und die wirtschaftlichen. Verhältnisse sich bessern. Daran mitzuarbeiten und cs nicht zuzulassen, datz die jungen Anfänge einer neuen Ordnung aufs neue vernichtet würden, sei eS durch die bolschewilifche oder die reaktionäre Welle, gebietet den Kulturvölkern nicht nur ein -humanitäres, sondern auch ein klares egoistisches Interesse." Das „Berliner Tageblatt" veröffentlicht den Aufsatz mit inem skeptischen Vorbehalt. Daß der Artikel aber überhaupt ^scheinen konnte, dürfte im Zusammenhang mit jenen Geüchten stehen, die auf ein beabsichtigtes Kooperieren zwichen Deutschland, Rußland und Japan hindeuten. Jedonalls wird das Interesse an einer Unterstützung KoltschakS ucljr und mehr international. Nur Amerika dürfte die Nachsicht, dass Koltschak mit Japan wegen der Abtretung eines keile? von Sibirien Verhandlungen eingeleitat habe,' mit geiuger Freude, ausgenommen, haben. Frankreich fürchtet zurächst den Bolschewismus vor allem wegen seiner Bedrohung Kalens, mehr als eine zukünftige Konstellation und England -rwünsco!' nichts sehnlicher als die endliche Rückkehr gesicherer PMaftnisse im Osten. Unter diesen Umständen dürfte die reuerliche Bieldung, datz man beabsichtige, im Frühjahr mit rtier Energie gegen die Bolschewiken vorzugehen, viel für ich hoben, wenngleich mit einem scharfen Einspruch der Sozialisterr zu rechnen ist. PoMLsche^Rundscha«.. Ein bei Map ... Mox Vorbau empfing, Wiedas Londoner Jüdische Karrepondenz-Bi'.reau meidet, am M. Dezember die Vertreter der mglischcn Presse. Der Konferenzsaal des Hauptbureaus der zionistischen Organisation war mit Korrespondenten dec be- -eutcndücn englischen Organe, Pretzbureaus und der jüdischen Zeitungen gefüllt. Nocdau machte einen tiefen Eindruck luf älle 4kUwesenden. ' Besondere? Interesse rief seine Stellungnahme «zur Sei llärüng B a l f o u r s hervor. „Englands - Großmut weckt" in rnS'^ die iEmpsiirdüng," erklärte Nordäu in eindrucksvoller Weise, „datz nach zwei Jahrtausenden der Dunkelheit endlich;ie-Stunde der Morgenröte - naht. Wir dachten, daß' der Messias ein-Individuum sein werde. Heute fühlen wir, datz iS eine kollektive Einheit und sein Name England sein dürfte. DaZ7 ..jüdische Volk hat vi^le falsche Messiasse gekannt. Wir hab.sn die feste Zuversicht, daß wir mit England nicht die gleiche. Erfahrung machen werden. Dre Enttäuschung würde zu fürchterlich sein." 9 ' ' V,’’; ■ - : ' - Mall Gazette* nennt jhn einen Patriarchen in Israel, auf den das Juderktünk mit Recht stolz sein dürfe. Der «V-benin'g Standard" schreibt: „Nordau sprach mit der Weredsämkeit eines Propheten über die Zukunft Palästinas." Selbst der assimilatorische „Jew.ish. «G u a r d i a n" bezeichnet die Ankunft NordauS in England als ein bedeutsames Ereignis. . . '2 Jänner 1920 #t. 340 Gin fvamSstschseMLssch-deurschss Znsammeni- <re*cn Der vor slnigen Monaten schon von „Matrn" der französischen Oeffentlichkeit mitgeteilte. Plan deutscher Finanzleute und Industrieller, ein französisch-englisch-deutsches Konsortium "zu gründen/ um Rußland und die Welt von der bolschewMschen Gefahr zu befreiend die . Wirtschaftskraft Rußlands dem Gedeihen Europas wieder dienstbar zu machen sowie Rußland selbst wieder auf die Deine zu helfen, wrrd jept von dem Berliner Korrespondenten des „Temps" wieder aufgenormnen. Der Korrespondent gibt in der Sonntagsnummer des Blattes eine Unterredung'tzrieder. die er mit'dem Industriellen Arnold R e ch b erg hatte, undchläßt diesen fernen' Plan auseinändersehen. Dünn sagt er; . , . Die interessierten Kreise Deutschlands verfolgen.' d^e Idee mit großer Zähigkeit und verstehen es ouögezeichneü den Franzosen wie den Engländern dre vorteilhafte Seite ihres Projektes zu zeigen, und wenn man sie nach dem Vorteil fragt, den Deutschland davon erwartet, so'entwickeln die Deutschen eine .geradezu entwaffnende Bescheidenheit und Mäßigung. Deutschland, so erklären sie, werde glücklich. sein, von der gefährlichen bolschcwrkischen Nachbarschaft befreit zu sein und es würde natürlich an dem wirtschaftlichen Ergeüüis teilnehmen, um .seine .schuld zu. bezahlen und. die eingegangeyenE Verpflichtungen genau erfüllen zu können. Deutschland würde auch alle Garantien geben, daß eS die natürlichen Reichtümer Rußlands nicht nur zu seinem Vorteil allein ausöeuten will, sonder^ daß es den Gewinn loyal mit. Frankreich und England in einer fruchtbaren und friedlichen Zusammenarbeit teilen will. Auch, die Vereinigten Staaten würden dabei auf ihre' Rechnung kommen,- denn die Besserung der wirtschaftlichen Lage Europas würde dem Handels-, austausch euren neuen Ansporn geben und der. gegenwärtigen Krise ein Ende machen. , Der Korrespondent fügt hinzu, daß die Plane von Politikern und Militärs unterstützt würden, die hei den nächsten deutschen'Wahlen oder vielleicht yuch durch einen Gewaltstreich ans Ruder kommen könnten. Jedenfalls sei $8 der Mühe wert, diesen Plan zu verzeichnen und ihn zu den Akten, der großen europäischen Fragen hinzuzufügen. Die Art der ganzen Darstellung des „Temps" macht den Eindruck, als sei dem Korrespondenten der Plan nicht unsympathisch, und > Aus die Frage der Möglichkeit einer, j üdi sch enAe-als wage. er. es bei der geaeMärtigen Stimmung in'Frank- SßaMfima -rw,d°-t° N°rd-»,:. „Wenn Groß. noch nicht ganz. französtsch-n direkt zu empfehlt... . . - ' / .' ' Britannien sagen sollte: „Wir sind der MaNdätar! Hier, ist Palästina!" würde die Welt staunen, wie schyell wir Juden unsere Regierung ausbauen würden." Ailfsehen erregte die Erklärung NordauS, daß jene Fuden, dre nach Palästina gehen wollten, aber?keine Möglichkeit zur Verwirklichung ihres Planes" finden,^daS Recht haben müssen, die jüdische Nationalrtät schon in ihren g.egenw ä r t i g e n Wohnländern zu erwerben. Als Grenzen Palästinas fordert Nordau im Norden den Berg Hermorr', rm Süden Aegypten, im Westen dj^ Mittelländische See, im,.O)stcn den Hauran bis zur Bagdadbahn. ' . ' Die gesamte englische Presse widmete dem greisen Zro-, nistenführer warme Worte der Bewunderung.. Die. «Pa ll Die Baseler ANiversiLLLskortferersZ. Bon D'. frvtio Dersn-ann. Das Zionistische. Aktionskomitee hat 'eine Reihe von jüdischen Gelehrten eingeladen, an. einer Beratung teilzu- «ehmen, welche vom 14. bis 16. Jänner iw der Aula des/ Museums'in Basel stattfindet, die der hebräischen Universi-ü tat gewidmet sein wird. Eine der wichtigsten Aufgaben des Neuaufbaues Palästinas tritt damit wiederum rn den Vordergrund des allgemeinen Interesses. 4 ' Es wird gut fein, wenn aus diesem Anlaß die Oeffentlichkeit über den Stand der Universitätsangelegenheit rnsor« miert wird. Im Herbst 1913 hat bekanntlich der Äi'ener Konfteß den von Ussischkin und We.izmann erngebrachtech Antrag 'angenommen, an die Gründung' eurer jüdischen Mr^ sersität in- Palästina zu schreiten. Zwei Gründe waren hauptsächlich für diese Gründung maßgebend: ein temporärer und nn allgemeiner. Der temporäre Grund war die unerträgliche Lage der jüdischen Studenten aus Rußland, dre dort in nur geringer Zahl zum Studium zugelassen und gezwungen waren, die Universitäten Westeuropas aufzusuchen. Diese Universitäten aber waren wenig geneigt, den Flüchtlingen ein. Asyl zu gewähren. Ueberall hatten diese zu fühlen, datz sie fremd sind. Die großen deutschen Universitäten schlossen vor ihre Tore. WaS war natürlicher als daS Verlangen nach einer eigenen Universität? Aber auch auS einem anderen Grunde fand' der Gedanke einer hebräischen Univerittät daS lebhafteste Interesse der Zionisten, und dieser Grund war eS gewesen, der schon 1601 eine von Berthold Feiwel und Martin Buber geführte Gruppe Gewogen hatte, den Ruf nach einer jüdischen Universität zu erheben. Die erwachende hebräische Kultur rief dringend nach einem Institute, das berufen wäre, lenkend, leitend und befruchtend zu wirken. Die neue hebräische Kultur leidet unsagbar unter dem Paradox. daß das jüdische Volk, eines der intellektuellsten aller Völker, noch einmal /neu beginnen muß, eine Kulturzu schassen. - ES ist wie wenn ein Erwachender nach einer Operation noch einmal gehen lernen muß. So mußten wir. das, Volk, dessen Söhne im geistigen Leben fast aller Völker führende Stellen eiruiehmeri, uns erst, und nicht ohne Mühe, Graf Pririan Wer seine angöblichrn Memoiren. In einem"G-cspxäch> das der. Wiener Berichterstatter. bis „Magyarorszag"' mit dem Grafen -Stephan v>on Burian hatte, stellte dieser - mit allem Nachdruck in Abrede,: daß.er die.-Herausgabe. seiner Memoi.re.l beabsichtige und' vorbereite. 'Er habe durchaus nicht die Alllbi.ivn, L ud endor ff und.Czernin nach)uahmen. Man-, könne-'-ganz beruhigtsein — meinte, lächelnd de'' Graf —> ich werde kerne Enthüllungen machen, das ist nicht mLine Act. Auf die Frage des Journalisten, ob es bald „hcimkehren" wolle, antwortete Burian: unser erstes Lehrbuch schaffen, und heute noch fehlt es an den notwendigsten Elementarlehrbüchexn in unserer Sprache. Die Universität wird, so hoffte man, wohl mit Recht, mit etnemmale einen großen Strom vom geistigen Leben nach Palästina bringen, und uns helfen, den Uebergang aus allen Sprachen und Kulturen.in unsere eigene, jetzt noch dürftige,' zu vollziehen, ohne daß unser geistiges Leben Schaden erleidet und wir. künstlich barbarisiert werden. So wurde der Beschluß des Wiener Kongresses auf Gründung einer hebräischen Ilniversitüt in Palästina allenthalben mit Jubel ausgenommen. Das erste Halbjahr 1914 verging in intensiver Arb.eit her zionistischen Leitung an der Verwirklichung deS' Beschlusses. Por «allem war. Professor Weizmann die unermüdlich treibende - Kraft der UmversitätSfache. Der Hindernisse waren genug zu überwinden. Auf per einen Seite mußte man dem Widerstand einer Gruppe russischer Juden' begegnet, die von der Verbindung des Universitätsprojekfes mit Polästina nichts hören wollten und'eine jüdische Universität in der Schweiz zu begründen beabsichtigten. Auf der anderen Seite mußte daSungestüme Drängen der Universitätsjugend, gezügelt werden, denn Weizmann sagte sich mit Recht,'daß dke erste jüdische Universität keine Angelegenheit istdie in Eile. auS dem Drang des Tages gej schaffen werden..kann, sondern ein Unternehmen von historischer Bedeutung, daS gut vorbereitet sein muß. Vorläufig fehlte alles; die Grundlagen, der Plan des Aufbaues. Weizmann gelang eS, einflußreiche Helfer in der Person des verstorbenen Professors..Paul Ehrlich und, des GeheimrareS Landau zu gewinnen, er erwarb nach langen Verhandlungen die tätige Sympathie Edmond Rothschilds für die Universität. Da« als die ersten Grundlagen eben gelegt werden. sollten, brach der Krieg aus und unterbrach die Arbut. fessor Weizmann . in Anwesenheit General AllenbhS den Grundstein zu der hebräischen Uuibersität auf dom SkopuSberge in Jerusalem. Diese Grundsteinlegung war gewisser- Sie ruhte br» zum Jahre 1918. Am 1ö. Ab legte Promaßen der symbolische Akt, durch den die zionistische Organisatickk, bevollmächtigt durch die Balfoursche Deklaration, Palästina zum nationalen Heim der Juden erklärte. ES ist bekannt, daß bis feierliche. Grundsteinlegung der Anlaß zu „Ich möchte und werbe euch nach Häuft fahrest, weil, ich der Meinung bin^ daß es.Pflicht jedes'Patrioten ist, an dem Wiederaufbau, des Landes 'teilzunehrnen. Es wird je^ochi schon a't3. technischest Gründest vor dem Frühjahr nicht möglich sein. Kr Budapest kann ich keinr Wohnung bekommen, in meine engere Heimat, Preßüurg, aber werde' ich so lange nicht gehen, als die Tschechen dark ihr Unwesen treiben.^ Hin,'ich lich Jbc3 ungarischen FriedensvertrageK. spricht Graf Bstrian. die Hoffnung und Überzeugung aus, paß fect* unhaltbare Friede nicht lange standhalten werde und „daß binnen sehr kurzer Frist, das altehistorische Gebiet des Landes wiederhergestellt sein wlrd"-i- PudgetdeSatte ir» Prager Rathaps.^ In der montägigen Sitzung des Prager Gemdmoe-, koUegiuwSbegann die.Beratung des Budgets. Dft ordentlichen Ausgaben befragen 87i/a Millionen, die Einnahmen 31 Millionen? das Defizit sohin 6.28 Millionen. Im außerordentlichen Budget beträgt das Erfordernis 15.8 Millionen, denen eine Deckung von nur 349.000 Kronen gegenübersteht. Das gesamte Defizit, beziffert'sich auf'22 Millionen Kronen,.die durch Zu«' schlage zu den direktest Steuern und durch eine Zinssteuer bis zur Höhe von 10.3 Millionen gedeckt werden sollen. In der Debatte kam als zweiter Redner., dpr - Präsident des Jüdischen Nalionalrates, Stadtrat Dr'.. Ludwig Singer, zu Wort. - i Er erklärt sich namens der von ihm vertretenen Gruppe der bewußten Judenfchaft bereit, zwecks Stabilisierung. der Gemeindesinanzen die Vorlage^ zu bewillig en. Er erklärt, im Namen allerHener Jude» zu sprechen,'^vie trotz ihrer Verbundenheit 'mit anderSnationalen Kulturen vermöge pes- Eistflusfts. / ützv Stamme?gemeni^aft htt Geschichte mtb, der Tradition sch als Hnl.ehiirige einer eigenen nationalen Gruppß ansehen. Er verweist auf das mächtige Anwachsen der uationaljüdifchen Bewegung Und ihre Erfolg« bei v«r Friedenlkonftrenz sowie auf iie Sympathien, deren sich dar Zionismus erfreut, insbesondere seitens de? Präsidenten Masaryk.' Im weiteren Vorlaufe seiner Rvdst/ wendet sich Dr. Singer scharf gegen die.',Propaganda des .-«Svujk Svenm" („jeder zu den Seisten"). Diefts von Palacky verkündete Wort tverde mißbraucht. Das „Svujk Svemu", das hauptsächlich ge gen d ie I»den ziele, widerspreche dem Grundsatz der Gleichl«rechti« gung aller Bürger, dem Recht auf Existenz und gegenseitige Achtung und auch der Tatsache, daß der Staat heute alle sein^ ,Bürger zu den ,Einest" zählen muß-. (Stadtrat 'HadrHaler: Das heißt dach aber auch nicht, daß die Tschechen, bei den Juden kaufen müsftnt) :Da'ß '.d.Urch eine solche Wtatia» . das' Wirtschaftsleben, nicht gestärkt wird, sondern in der heutigen kritischen Zeit, durch einen Boykott auch schwer geschädigt we> den,kann,' braucht nicht erst ausg-eführt zu werden. Wenn also die Absicht eines solchen Beginnens antrs e m i t i sich war, so ist.ihre Wirkung/ a n t i st a a t l i ch. Mit dem. Avvell. beim Wiederaufbau der durch den Ae.'.Lrieg verwüstet n Wirtschaft die gesamte Bür^arschaft zu. e rmächtigen Mitarbeit heranzuziehen, schließt Dr. Singer.; ' ' ' , . Der Vertreter der deutschen Sozialdemokraten, Professor Dr. Naudgritz, vertrat die Forderung, daß jedes Volk sein Bildungsweftn selbst verwalte, aber auch allein die Kosttn hierfür ausbringe. Der Sprecher der Deutschneuen wurde. klärungen der Ententemächte für den Zionismus Än eine Verwirklichung der Universität konnte in'den letzten Kriegs- und ersten Friedensmonaten nicht geschritten werden. Die politische Arbeit verschlang alle Energien der führenden Zionisten und besonders Professor Weizmanns. Erst vor einem halben Jahr hat das Aktionskomitee durch Einrichtung des ErziehungSdeparternentS die Stelle geschaffen« welche sich dem Ausbau des zionistischen Erziehungswerkes widmen sollte. Und nunmehr sind die vorbereitenden Arbeiten so weit gediehen, daß die berufenen Fachmänner eürgeladen werden konnten, in endgültiger Beratung die Pläne für den Aufbau der Universität festzulegen. DaS soll vom 14. bis 16. Jänner in Basel geschehen. Welches sind die Probleme, welche die Beratung beschäftigen werden? Um diese Frage zu beantworten, mutz man sich vor Augen Hallen, daß wir nicht einfach in Jerusalem eine' Kopie irgendeiner europäischen oder amerikanischen Universität schaffen können. Nie hat eine Universität solche Aufgaben zu bewältigen und solche Schwierigkeiten zu überwinden gehabt, wie die unsere. Sie soll zugleich den Bedürfnissen Palästinas dienen und eine Universität des jüdischen Volkes in der ganzen Welt sein. Sie soll in einem Larrd errichtet' werden, das noch keine große Bibliothek hat. Sie muß vermutlich eröffnet werden, noch ehe dieentsprechenden Gebäude halbchegs vollständig zur Verfügung stehen. Sie soll eure hebräische Universität sein, die hebräische Kultur ' befruchten und erneuern — während der größte Teil der in Betracht kommenden Lehrer der hebräischen Sprach^ noch fern steht und die Schätze der großen hebräischen Literatur au Gedanken und sprachlichen Bezeichnungen noch ° nicht gehoben sind. Endlich müssen auch noch die Fonds für die Universität mrfgebracht werden. All dies bedarf gründlichster Verücksichtigmrg. Wir müssen organisch aufbaucn und es wird darum Sache der Beratung sein, ein Maximal- und ei« Minimalprogramm oufzustellen, zu sagen, wohin wir die Universität zu führen wünschen nnb womit wir sie beginnen wollen. /

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