Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 299 (20.11.1919)
- Date
- 1919-11-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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SÜU. ~ifa j».W' w—...— fügenantifc Zsuckeranleihe von 300 'Milliöuen FkattkS, ffte welche Zucker nach Frankreich unk» Holland geliefert werden sollte, als gescheitert anzusehen ist. *- Ferner*'wird aus Prag berichtet: Die neu in gründende 'Genossenschafts-Zentralbank der svzialhewvkyatischen. Partei soll über ein Kapital von 30 Millionen verfügen und wird in ihren Händen daS Msld und die Finanzierung der Partetgerrosssnschaften sich Unternehmungen vereinigen. An ihrer Spitze-steht hei? ehemalige Justizminister Dr. Soukup. — Anläßlich des Butz- und Bettages' blieben gestern in Berlin ülle Börsen und die Devisenzentrale geschlossen. _ . r Dalntenkurse. Bei lebhafter Nachfrage haben die fembeti Daluten im gestrigen freien Veikehr abermals tpäftige Avancen erzielt. 'Bezahlt wurden für Lei- Mest 4.80, Marknoten 4.—, Rubelnoten 2.76, Lire 10.80, Schweizer Noten 25.-^-, Französische Noten '14.—, Dollar 135.— und Auszahlung Berlin 3.50. Die Hvpsmhiwsse ln Tschechien. Aus Prag wird unS bttichtst: Die Auftvärtsbewegung auf dem Saazer Hopfen- Markte yracht unausgesetzt Fortschritte. Am 14. d. M. wurde bereits der wohl noch nie dagewesen« Preis von K. 3706.— für 50 Kilogramm bewilligt. Wer Hopfen kaufen will, so heißt es in dem neuesten Marktberichte der Genossenschaft der Hopfen- und Produktenhändler in Ganz, ist in diur, meisten Fällen gezwungen, sofern er überhaupt einen Älbgeber findet, dessen Verlangen glatt zu akzeptieren. Dassel« gilt auch von Hopfen älterer Jahrgänge, bei detteft Kw derzeitige Tendenz nicht so scharf wie bei dem 1919er z!nm Ausdruck kommen kann, weil hier die verschiedenen Jahrgänge bei her Preisfestsetzung mitsprechen und dadurch naturgemäß ein weiterer Spielraum entsteht. Nach wie vor bleiben 1917er die gefragteste«, die sich bereits gestern in dem Preis- Hchni«st von K. 1700.— bis K. 1800.-»- bewegten. »Diese ausfallend« Erscheinung hat, wie in dem erwähnten Berichte der . Genossenschaft weiter ausgeführt wird, ihre Ursache in tziw ununterbrochenen Steigerung der fremden Währungen. Der Hopsenpreis ist mit her Valuta auf das engste verknüpft, denn Hopfen ist derzeit ein sehr begehrtes Produkt für KompvnsalionsLwecke nach England und anderen Staaten. Man hat ferner ganz äutzeracht gelassen, baß wir bei den 1500- und LOOO-Kronenpraisen tief unter dem Weltmarktpreis gestanden sind, denn zu dieser Zeit wurden beispielsweise Kalifornier — die mindeste Sorte am Weltmärkte — schon mit 60 Cents pro amerikanisches Pfund am ProbuktionSorttz bezahlt. Das ergibt «ms Basis unserer Währung umgerechnet zirka K. 2700.— pro 50 Kilogramm. Wir sind also -bei rnno K. SOOO.— erst m dich Weltparität «tngerückt. Da heute schon jeder Klein- «Smer Sei der Bewertung seiner Waren die Valuta in Rechnung setzt, so ist es nur naturgemäß, wenn die großen Hapfeuexportfirmen bei Ueberseetransaktionen die außervrbentliche Höhe der Währung des Bestimmungslandes zur Grundlage nehmen. Feststehend ist die Tatsache, daß gerade Mgland in der Lage ist, enorme Quantitäten Hopfen aus- Uohme» zu können und sie auch aufnehmen wird und da das eüglische Pfund heute K. 300.— notiert, ist alles weitere v»rr selbst gegeben. L diepoluisch« Wahrung schreibt der Londoner «Darlh Telegraph*, anfangs. 1930 werden Gulden im Werte entsprechend 1 Frank, in Umlauf gesetzt und di« anderen Wahrungen durch eine ZwangSanleihe zurückgezogen, das herSr. diese Gelder werden zu einem bestimmten Satze in Gulden umgetauscht, beziehungsweise diö zu 80°/,, der Rest wird in 5°/,iger StaatSanlrrhe übergeben; schließlich solle eme Staatsbank mit 100.000 Gulden Kap'tal aus dem fkübrten Eigentum der russischen Staatsbank in Polen, den Uebcrschüsse« der 1917 gebildeten ilandesbank,. von den L'gn datiorsergrbMen der Ocüen'eichischunaarlschen Bank und der ReichSbauk in Polen gel'rldet, werden und die Funktionen eines Finauzagentcn des Staates gratis übernehmen sowie der Regierung bis zu 9 Milliarden Gulden Anleihen gegen Sicherheiten auf höchstens 6 Monate geben. Dte KvuiwMezMnung der Wertpapiere. Beim Siaalsamt für'Finanzen läuft täglkch eine große Menge von Gesuchen um ausnahmsweise Zulassung von österreichischen Stag!Spapieren zur Koni roll-- bezeichnung ein. Da die diese Materie regelnden, seinerzeit vor Abschluß des Friedensvertrages erlassenen Vorschriften nunmehr auf Grund der Bestimmungen des Artikels 205 dieses Vertrages durch/ neue Maßnahmen ersetzt werden ’mü'jfeh, die gegenwärtig im Staats amt. für Finanzen in .Bo rlrereituug stehen, muß die Erledigung derartiger Gesuche naturgemäß vorläufig bis zur Klärung der Lage ausgeschoben bleiben. Es empfiehlt - sich daher,,Im Interesse ^allseitiger Arbcit§ersparnis von der Ueberweisung derartiger, zurzeit zweckloser Gesuche a b z u s t hen. Ausgleiche, Vom Wiener Handelsgericht, wurde das über die Firma ’ Otto Köhler, Handel mit Land- und Berg- Produkten, 5. Bezirk, Grüngaffe 80, etngelcltek Ausgleichsberfahren infolge eingetretener Rechtskraft für beendet erklärt. Die nichtbevorrechteten Gläubiger erhalten eine löprozentige Ouote, zahlbar in drei Raten, und zwar die erste 6 Wochen nach rechtskräftiger Beendigung des Ausgleichsverfahrens, die zweite in weiteten 6 Wochen Nach. Fälligkeit der ersten Rate, die dritte drei Monate nach Fälligkeit der zweiten Rate. Außerdem tritt der; Ausgleichsschuldner seine Ansprüche gegen die. Firma G. Bretisch an einen Treuhänder ab, welcher Nach Realisierung auch anderer Aktiven diese Betrage zur Verbesserung der Quoten zu verwenden haben wird^ -r- Vom Landesgericht Wiest wurde das Ausgleichsverfahren Über das Vermögen des Ludwig Decker, gewesener ’t Mitinhaber der Firma Decker urch Mikschik, 6.. Bezirk, Nüdigergasse 4, ein» geleitet. Ausgleichskommissär: OLGN. De. Ludwig Laub, Ausgleichsverwalter: Robert Löwy, 2. Bezirk, Vaffcathgasse Nr. 3. Anmeldefrist 16. Dezember. Ausgleichstagsayung 23. Dezember, 11 Uhr. — Vom Laudesgericht Wien würde,das Ausgleichsverfahren über das Vermögen der Mrtzr Hum m e l, gewesene Geschäftsinhaberin, 14. Bezirk, Marzstraße 54, eingeleitet. Ä uSgleichSkommissär: OLGR. Dr. Anton Chwoika, AuLgleichsverwalter:. Otto Fuchs, 3. Bezirk, Große Schiffgasse 22. Anmeldefrist 21. Dezember. Ausgleichstaisabung 29. Dezember, 11 Uhr. ._ Wiener Börse. Bci Beginn der gestrigen Börse übte das neuerliche Sinken des Kronenkurses günstigen Einfluß aus die Tendenz des Marktes und führte zu abermaligen Kurssteigerungen, namentlich m den Alvine-Aklieu. die um K 380.— in die Höhe gingen. Türkenloie gewannen bei enorm lebhaften Umsätzen K 159.—. Auch die übrigen - valutarischen Wert« wurden mit Besserungen bedacht. Der AuswärtSbrwcgung schlossen sich auch Staalsdakm-Aktien an. Im weiteren Verlause des Verkehres bewirkten Gewmnsichcrstellungen ein« Abschwachung namen'lrch in Bankenwertcn. wogegen Aipine-Aktren und Türkenlv'r nahem die volle Avance zuichehäupten vermochten. Stärker rückgängig waren Nuston, die K 320.— verloren. Im Schranken war das Geschäir unregelmäßig. Wahrend einzelne Esfektcngottnngen wesentlich billiger erhältlich warm (wie Bodknk'.edU 130.—, Adria K 310.—, Holzhandels K S20.~, Wanmiabrck K 400.—, Ungar. Allgemeine Kohlen ll 450.—. Karpathen-Petrolrum K 120.—), waren wieder auf einzelnen Gebieten kräftige'Steigerungen zu verzeichnen. So erhöhten sich Lloyd um K 850.—, Böhmische Zuckerakkien »m K 100.—. und dir Akrieit Avollo-Mmeral um 950.—. Den >Anlagemarkt blieb vernüch:...,.». verweisen aus nachstehende Schlußkurst: , Iuduftrre-UnternehmUttyen. Allg. Ballgesellschaft 808.-- (— ai.—\ Wiwer Baugesellschaft 620.- l-i- 2b.-). Wien«» bergec Ziegel 1808.-— (— 32.—), Liestngrr Brauerei 865.-- c-s-16.-), Aussig Chem. 3600.1- (- 50.-), Brosche Spiritus i960.— r 4so —KarborüNdum 1890.— (— —: Holzhandels, güellschafl 1170.— l— 120.—), A. E. G. Union Elektr. 1110.-- Siemens Schuckett 740.- (— 2.—), Alpine 3200.-7- 4- 380.—), Austria Email 1790.- s-f- 30.—), Berg u. Hüttetz 7000.7k- -^.-1, Poldih litte 3000.- (— 50.—). Prager Ersetz 5000.— (4- 2.—>, Rimamurany.LSSO.^- '+ 10,—), Skodtp werke 1660>— (— 26.—), Wnstenfabrik SSOO.— (— 400*—‘X Salgv Tarjancr 2790.— l— 20.—), Strifalter Kohlen 2820.—!+ 10.—), Ung. Allgem. Kohlen 4150.— (— 450.—), Urikanh 2475.-- (— Brünner Maschinen 1430.— (— 20.—), Heidt'648.— 7-|-10.—', ftokomotw Sigl 925;—, (—49.50), Simniermger 878.—> 11.—V Lehkam 116p.— (4- 80,—\ Karvnthrn 9160.- (- 120Gülim 8125- (— 55.-), Feisabrikm 1800.— (+ 60.—\ Sämeller Zucker 3270.— (- BL hm, Zucker 4100.- (+100.-), Ocsterr.Meubahnverkebr 111Ö.- Ir- 13.—), Lürkenlose 1200.- 1+ 131.—)> Krnpv Ä.-G- Sw.- Siuston 1460.- 320.-), Fiatwcrke 1500.- l+ 60.—, Schö'npriesener 2100.— (+ 20.—), Austro-Anierikaua 4995.— (+ 45.-). i Trarrspovt-Unternehmungen. Adria 4670.— (—810.—). Buschriehrader lifc. A 3390.— .(+ 70.—), Buschtichrader ln. 8 röl.O.— t+ 10.—), , Donau-Dampf. 4200.— t+ 5.--^ Fn bin i ndS-- Nord bahn tz050.— Lloyd 7950.— t+t'bO—NavHazivnv ll.800 (— —.—). Staalseiscnbah» 3388.- l- 23.- i. Lombarden 237,50 (+ 2.50V 8% Südbahn, l'rtör t'55.— (+ 33«—), Staalsbahn-Genußsch. 1702.— (+32.-. "■ . . . - Llenten, Mairente 90.- k— —.90), Februarrente 90.— f— —Öesterr.s Kronenrente 84.— (— 1.—), Oesterr. Goldrente 186.— Ungar. Kronenrente 98.80 (— 3.50). . Banken. Anglo 631.— (— 16.—), Bankverein 616.— (- 6.-',. Bodenkredit 1570.- f— 130.-). Kredit-Anstall9l6.— (— 3.—). Ungar.. Kredit 1280.50 <— 49.501, Devosttet» 775.— 1 Länderbank 810.— 20.25), Unionbank 685.— (— 8 —V '+vkebrsbank 135.— f+ 5.—). Zivnostenska 1430.— (— «9.—:, Bosnische Landesbank 6251— (+ 60.—). Irtnsbrucker Warenbörse. Irmsbrrrck» 19, dkovember. An der heutigen Warenbörse waren angeboten: Tenilwaren. Garne, Zwirne, Hgns. Schweizer Tafelobst. Ziiwnen, Zuckersiruv. Edelkastanien, Sckwesel, Kupsevz mtriol. Speiscsoda, mexikanische Fibre, Borhängeschlösscst Sngtz^ Drahtstifte und Matchinen. Nachfrage bestand nach Oelen,' Fetten. Hülsemrnchtcn, getrockneten Kastanien und Obst., i Ber den an der heutigen Börse durchgesnhrlen Textilwaren^ Verkäufen wurden abgeschlossen: Zevhire zu 425 Lire» Uyrida zu! 390 Lire, Irlanda zu 320 Lue, Hosenzeuge zu 12 Are, alleÄ transtto ab Innsbruck. > Prager Börse. Prag, 19. November. Nach schwächerer Erässnung macht« sich im weiteren Verlause der heutigen Börse wieder no« fest« Stimmung geltend. » i Es schlossen (Geldkurse): 4°/« FreiheitZanleihe 99.45, 4</*^/ö] mähr. LandeSarileihe -101.75, 5% inähr. LandeSanleih« 102.75j 5% Anleihe der Stadt Prag 105.50, 4°/0 böhm. Hypothckeupsand^ brirfe t. G. 99.75, dieselben i. K. 10!.—, dieselben 37,°/«, 98.75' 4l/«°/o Kommmralschuldscheine der Landesbank des Königreich Bödmen 101.50, von derselben 4°/o i. G. 95.75, dnselbm i. . 96.25. von derselben Meliorationsscheine 95.'—, Böhmische Spav kasstvsandbricfe 100.—, 41/a% mähr. Hypothekenpfandbritse 102.50. dieselben 4% 99.50, 4% mähr. LandeskullmbaukommuMlobligat.! 94.75, 4% Pfandbriefe der I. mähr. Sparkasse 100.—, Präge« städt. Sparkasse 99.—, Oest.Note-K«uz»Lose1916 2l.—, Türke! lose 485.—. —' A k t r e n: Amhlon 725.—, Weltbwu Pilf 1605.—, NuSler Aktlenbranerei 1200.—» Bergmann 1580. LowmvrL.->i.M8Lo»rs SLsL». i! vetzorFuug aller dankxosvliüktl. Irrursaktloven. Eniu gcgennülime roii Geldeinlagen. Ausgabe T»n EiplagsH bilcliern. Uebcrnahme von VermögensVerwaltungen^ Warenabteilung. Zentrale Pressbnrfl“ Filiale Wien,. ' 24-26 ° Taieption 12358,13296,17408 SSÄS Meine erste Liebe. Aus dem Hebräifchm von Mofcheh Smilanstzi. <7. Fortyhung.) Es gab Äugenblicke, wo ein leises Gefühl der Beftisdigung in wir ausslammte bei dem Gedanken: Ich habe ihn ja vom ersten Augenblicke gehaßt, ich habe ihm ja allezeit das Glück geneidet, daß sie ihm gehört, geneidet di« Hingabe, die sie ihm bewpes. Aber das war nur daS Gefühl eines vorüberhnschenden Augen- W^eZ, darin Aab ich mir selbst einen scharfen Verweis, und wieder litt ich nur um ihre Leiden. Einmal näherten wir uns ihrem Hanse, und noch bevor wir recht angeklopft hatten, hörten wir den G.chall von Worten. Gr redete in Erbitterung, und sie weinte und flehbe .. . Wir machten uns aus dem Staube. Was war es nur> das bei ihnen vorgesaklen war? Nach einigen Tagen gingen wir am Abend zu ihnen» zu einer späteren Stunde als sonst. Sie saß beim Tische und war sehr blaß und aufgeregt. Als sie unS sah, zitterte sie noch mehr, und eS schien mto, daß unser Besuch ihr diesmal nicht angettehm war. Hein Herz klopfte. Ein schwerer Kummer ergriff mich. Und in demselben Augenblicke öffnete sich die Tür deS -anderen Zimmers weit und er erschien. Er hatte ossenbar auf uns gewartet. Cr war vom Kopf bis zum Auß schwarz angezogen,' als ob er sich rüstete, in die Stabt zu. gehen oder vornehm« Gäste zu empfangen. Eine ungewöhnliche Feierlichkeit war in seiner ganzen Haltung/ Er begrüßte uns mit großer Freundlichkeit, er erkundigte sich nach unserein Befinden und nach unserrr Arbeit und er wandte sich anch zu mir. Utes akien war sein Benehmen höchst sonderbar. »Missen Sie, meine Herren» daß wir uns bald trennen müssen?" , . Ihr Antlitz wurde noch blässer als zuvor. Ich hörte das Pochen meines Herzens; es wollte aus dem §0«, springen. ’ " . „Wie?" fragte Salomo erschrocken und schaute die beiden mit Staunen an. „Wir" —. er legte großen Nachdruck auf dieses Wort — „wir haben beschlossen, bas Land in der kommenden Woche zu verlassen" Ich verwandte kein Auge von ihr. Ihre Augensterne waren starr Und ihr Blick schiveifte in weiter Ferne. . * „Unwiderruflich? .. „Ja, unwiderruflich." Sein« Stimme klang hart uno rauh. — „Ich habe Mich überzeugt, meine Herren, daß die nationale Hoffnung, die Sie auf dieses Land gesetzt haben, auf einem Phautasiegebilde beruht. Sie hat gar keinen Stützpunkt in der Wirklichkeit. Und eine Bewegung, der die vernünftige Gru-Mage fehlt, kann nicht meine Sympathie gewinnen." Sie richtete plötzlich ihren Blick auf ihn. Ihr Blick war so rauh, so kalt; ich hatte noch nie einen solchen Blick von ihr gesehen. Und einen Augenblick schien eS mir, daß in diesem Blick ein Funke blitzte von . . . von ... ich weiß nicht, wie ich es nennen soll: ob erbittert« Feindschaft, — Haß, ob Verachtung> — vielleicht all dies zusammen. Und all dies vollzog sich im Verlauf einer Sekunde. Und dann glitt ihr Blick wieder von ihm ah und entfernte sich weit, weit weg, über uns alle hinaus»über das Haus hinaus, und vielleicht üb^ diese ganze Welt hinaus . . . Er fühlte, wie es schien, diesen Blick und erschauerte leicht aber er errnanni-e sich sofort und seine gewohnte^ Ruhe verließ ihn nicht. den; es wird nur ein Ackerbauland. bleiben, und zu» diesem ^eeufszweig fehlt euch die Begabung und btej Erfahrung vollständig. Und so kann euer Werk nichZ gelingen. Ein Nalionalvermögen habt ihr nicht. Eine) nationale Sprache habt ^ihr tticht — nämlich' eins) lebende Sprache.. Und eine' nationale Erlösung ohnal Land und ohne Sprache ist unmöglich. Und darum. . M ■*- seine Stimme. senkte sich und hob sich gleich wieberr —, „darum sage ich: Die Hoffnung aus ein« Wieder^ gebürt ist für uns dahin. Jeder, der mit offenem Augen unsere Lage betrachtet, sieht, daß es das Enda des Volkes Israel ist, aufzugehen unter den,Völkern| und zu sterben . . . Unsere Zeit ist gekommen . . /< „Und ich meine . . . wenn schon gestorben seist muß ... ist es besser, im Lande der Väter zu sterben^ ist es besser, zu sterben im Kampf um unser Lebest^ um unsere Erhaltung und unsere Auferstehung".-^ ward plötzlich ihre Stimme zu hören in ber ctiefem Stille, die im Zimmer herrschte, nachdem er, seine MbH boendet hatte. Und es war uns, als ob diese SflmM aus weiter Ferne. Alle traten wir einen SchrW zurück und schauten sie' bebend an. Es schien, uns, daßj das Rauschen ber Schwingen des Todes durch bei? Zimmer ging. / , „Warum?. . Zu welchem Nutzen? . ° ' „Die Sprache des Nutzens verstehe ich nicht .■. Wenn kein Nutzen darin ist, so ist doch Schönheit bar iw . . . Und dort, in dem Tods,' den du uns prophezeist^' ist nur Häßlichkeit, nur Grauen . . ." i So ist eS, meine Herren. Das Land, daS ihr euch anzueignest gekommen seid, ist ein bewohntes^ Land'. Vor unseren Mauern steht die mächtige arabische nationale Bewegung, und die wird sich auch Über dieses- Land erstrecken, wie über alle Länder, wp Araber wohnen. Ihr werdet nicht bestehen können vor ihnen. Die Regierung wird euch nicht unterstützen, die Furcht vor den Arabern hält sie' ab. Und auch eure Helferin Europa sind eitle Hoffnung. DaS Christentum bewahrt euch seinen Zorn. DaS sind die äußeren Hindernisse und nicht geringer sind die inneren Hindernisse. Das Land ist kein Industrieland und wird es nie wer- Er erschauerte am gariZen-Leibe, wie-wenn Mw ihn ins Gesicht geschlagen hätte. Und sein Blick spr'ühbsf von Haß und Wut. ■ ' Xlt. - Als wir am folgenden Tage gegen Abend zu ihrer. Wbhnung kamen, fanden wir die Fenster und diel Jalonsieu geschlossen. Was .war das? . . . NicMalsl hatte sie noch die Kolonie verlassen;, sie hatt-a?ckhreni.; Mann M. auf seinen Reisen in die Städw 'b)\y': sie haßle diese. / , > ‘? Wir Uesen erschrocken zum Hausherrn:' (Schluß folgt.) - 226607