Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 294 (14.11.1919)
- Date
- 1919-11-14
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 294 Wien. Freitag ' " 1 ' >! —-. —- — - Tagesbericht. KnlLurtaten deutscher Studenten in Graz. Aus Graz wird «ns geschrieben: Die Dentschnationalen bvn Graz, die sich im Kritisieren und Ermahnen Anderer, sich dem Ernste der Zeit entsprechend zu führen, nicht genug tun Knuten, die au den regierenden Parteien fern gutes Haar lassen, benützen jede Gelegenheit, um in die Entwicklung der Verhältnisse Verwirrung zu bringen und der Regierung Verlegenheiten zu bereiten. So sprach hier vor kurzem «in alldeutscher Agitator, W u l l e, von der „Deutschen Zeitung" aus' Berlin. Der Haß gegen alles, was nicht deutsch ist und der Gedarrte der Wiedervergeltung feierten in seinen Reden wahre Orgien. Dabei wurde eine ausgiebige H v h e uzollerupropaganba betrieben. Im Streite Wiens mit den Ländern wird von der hiesigen nationalen Presse Del ins Feuer gegossen, damit jede Verständigung, die im Interesse aller ist, unmöglich gemacht werde. Am 9. November veranstaltete die Studentenschaft bei der Schillert'äste, im Stadtpark eine Feier, wobei im Sinne des größten deutschen Dichters auch aus die Juden geschimpft wurde. ■ „Der Jude herrscht im Lande," ries der Festredner, vergißt aber, daß in'/derselben Nacht wiederum alle Häuser, Auslagen ustv. mit Zetteln überklebt wurden, welche an Drohungen und Verhetzung aller iibertreffen.! -■ Die Veranstalter holten sich in einem Gasthause Mut gu der Tat und verteilten sich dann planmäßig über die ganze Stadt. Einigen wurde rechtzeitig durch die Wachsamkeit der Polizei das Handwerk gelegt. Es wurden 16 .Verhaftungen vvrgenommen. Die Verhafteten waren durchwegs c Das Land Steiermark steht vor einer ErnähruhgSkatasiroPlie und „die Blüte der deutschen Jugend" fällt die Zeit mit bübischem Treiben ans, das im Auslande das.Ansehen Deutschösterreichs nur herabsetzen kann. Rumänische Passewirtschaft. r _ Die Klagen über dir rumänischen Paßschikanen häufen sich. Immer wieder kommt es vor, daß die Mener rumänischen Gesandtschaft vidierten Reisepasses, wirra ausstellt und die Reisenden dann knapp vor dem Reiseziel nach vielen Beschwerden und Auslagen umkehren müssen. Letztens reiste ein nach der Bukowina zuständiger, dort geborener und des Rumänischen mächjtiger jüdischer Kaufmann, der als Hausbesitzer und Inhaber einer protokollierten Firma in Czernotvitz doppelter Steuerzahler ist, auf Grund eines von der Wiener rumänischen Gesandtschaft vidierten Reisepasses nnt Heimatschein versehen, nach ^zernowitz. Beim Betreten seiner Heimatstadt wurde er aus 24 Stunden!irr den Arrest gesteckt und nachher auf polnischen Woben abgefchoben. Er muß nun, wie er schreibt, nach Warschau zu reisen versuchen, nm vielleicht dort M gültiges Visum zu erlangen. Es wäre interessant, zü erfahren, ob die rumänische Militärbehörde in Czernowitz allen in Wien vidierten Pässen oder speziell nur solchen von Juden die Anerkennung verweigert. Leider hat man gegen die rumänische Willkür keinerlei Machtmittel und es bleibt uns nur übrig. jPermann zu warnen, den Pässen der Wiener rumänischen Gesandtschaft allzuviel zu trauen. Es wäre aber doch an der Zeit,, daß dieser Paßskandal ein Ende fände! * Keine Kohle. . .Aus dem staatlichen Koblenamt wird mitgtkilt: Die KMensitUittion tst u n v e t ö « b c r t schlecht. Die Einläufe an oberschlesischer Kohle sind schwach und richten sich nach d'ön zur Verfügung gestellten Waggons. Da großer Waggon- Mangel herrscht, sind dte Anlieserungeu gering. Die polnische Kohle, kommt in ganz geringen Quantitäten und. die tschechische Kohle weit unter deu vereinbarten Quantttäten. Der Waggonmangel macht sich auch un Inland empfindlich bemerkbar, so daß es vorkommt, daß nicht einmal der inländische Bergbau mit dem zum Verladen nolmmdigeu Waggonmaterial versehen werden kann. Auch Betriebsstörungen auf den Eismbahen infolge Kvhlmmangels nehmen zu. Was die Verwendung der Kohle anlangt, so sieht es mit dem Hausbrand sehr traurig aus.. Die Zuweisungen cm die privaten Haushalte rönnen nicht mehr herabgesetzt werden, weil jede Herabsetzung denr Aufhören des Bezuges überhartpt gieichkommen würde. Das größte Sorgenkind ist das st ä d t i s ch e Elekriritä tswerk. dessen Betrieb rnü kümmerlich zusammengescharrter Aushilfe ausrechterhalten werden muß. Die Prager Zuckeraffare. Wie die Brüitner „Mor. Orl." meldet, beMchiiat der ttchechlsche -Vandelsnlrmfter Dr. H e r d l e r rurück^utreten. Er ist .Har Nicht unmnteldar an der A n g e l e g e u h e i t d e s R ^ktio nsch e f s I i r k a beteiligt, soll sich aber allzusehr M den Abschluß des Zuckerg et ch ä ft es mrt Holland eingesetzt haben. Als sein allfiilliger Nachfolger wird das Mit- Uied der Nationalversammlung S v o z i l genannt. .V ' .I_"' Die Haftung des Advokaten. .y; %u§ Prag wird uns gemeldet: Der Prager Oberst Gerichtshof hat in einem konkreten Falle entschieden, daß en K d v öl at, der der gegnerischen Partei zusichert, e garantrere dafür, daß seme Partei eine Verbmdlichkei mffüllen werde, selbst haftpflichtig tst, wenn seil Ment dieses Versprechen nicht einlöst. Wie Deutschland für die Presse sorgt. Aus Berlin wird gemeldet: Dre R«grerung hat Maßrahmen getroffen, um die Belieferung der Z e t t u n g e n m i t P a p i e r z u s i ch e r n. Die ReickiStommifsson für die Kohlenverieilung wird bereits in den allernächsten Tagen angcwlesert werden, den Zeilungsdtuckpapleriabnfen monatlich eine Mlndestmenge Kohlen, die nach Anadbe der Druckpapterfabükanlen bei Lieferung in guter Beschaffenheit zur Deckung des gesamten Bedarfes der Tagespreise genügt, beschleunigt zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist bereits daraus hingen» lrkt worden, daß bet der B ef 5 rderung des ZeitungSpaprereZ von der Fabrik bis zum Verleger trotz der Verkehrssp 'tr r e keine Stockung eintritt. , Auch eine Reibe anderer Maßnahmen sind getroffen, um im gegenwärtigen Augenblicke, soweit es möglich, d e« P a p r e r b e d a r f d e r P r e s s e z« d e ck e n. Wiener Mor-enzeiLung Raubmord an einem Wiener Irrwelier in Schärding. Das BezirksgendarmerieVommando in Schärding teilte dem Sicherheitsbureau der Wiener Polizeidirektion am 12. d. M. telephonisch mit, daß dvrtselbst in der Zeit vom 4. bis 8. d. M. an dem Juwelier Alexander Po tl a kaus Wien ein Raubmord verübt worden sei. Die Leiche des Juweliers wies auf dem Schädel eine tätliche Wunde auf. In der Mitteilung hieß es, daß der Mörder vermutlich der Begleiter des Poltak. ein ettva 25jähriger hinkender Ma^kn mit englisch gestutztem Schnurrbart gewesen ist. Dev: Ermordete ist der am 25. Mai 1860! in Oedenburg in Ungarn geborene und dahin zuständige verheiratete Juwelier Alexander Pollak, Landstraße,' Nennweg Nr. 37 etabliert und Landstraße, Hegergasse Nr. 25, Tür 5, wohnhaft. Wie ermittelt wurde, hat sich Pollak am 28. v. M. von hier nach Linz begeben. In Linz ist im Hause des Hotels Weinzinger, Zollamtsstraße Nr. 1, sein 25jühriger Sohn Raphael Pollak als Juwelier etabliert. Dieser hatte dem Vater mitgeteilt, daß er geschäftlich nach Bruueck in Tirol verreisen müsse und daß er ihn bitte, ihn während seiner Abwesenhheit im Geschäfte zu vertreten. Gestern ist der aus Tirol zurückgekehrte Sohn Poklaks, der Juwelier Raphael Pollak, nach Wien gekommen und hat sich im Sicherheitsüureau'eingesunden. Ec teilte mit, daß sein Vater auf seine Reise nacht Linz seiner Berechnung nach etwa 50.000 bis 100.000 Kronen Bargeld, verschiedene Schmuckstücke mit Brillanten und andere Edelsteine, dann mindestens drei Smaragde im Werte von 15.000 bis 20.000 Kronen sowie andere ungefaßte Edelsteine Mitgenommen haben dürfte. Nach des Sohnes Schätzung dürfte sich her Gesamtbetrag an Geld und Schmucksachen auf etwa 200.000 Kronen belaufen. Nach der Abreise Alexander Polkaks waren von Wien nach Linz zwei Briefe an seine Adresse aus Linz hier an gebammen. Der eine war vom 4. d. M. datiert, der andere, ein Expreßbrief, vom 8. d. M. In dem Briese macht der Absender „Leopold Hain, Linz, Mtst-adt Nr. 4" Herrn Pollak von einem Gokdverkaufoffert eines nicht genannten Verkäufers sowie von Goldmünzen, Brillanttingen und Bruchgold, die alle zu verkaufen wären, Mitteilung. Bei seiner Ankunft aus Linz hat Raphael Pollak die Briese angesehen. Er stellte fest, daß die Züge der Schrift mit henLn Mehrerer Briefe über-einstimmen, die er selbst vor mehreren Monaten in Linz erhalten hat. In einem hat ein gewissere „Dinkler", in dem anderen ein gewisser „von Blittersdorf" aus Mattighofen oder St. Florian, vielleicht auch aus Otteushciin bei Linz Herrn Raphael Pollak eingeladen, ihn wegen Einkaufes von Juwelen zu besuchen. Die Leiche' Pollaks wurde in Schärding mit einer Kopfwunde gefunden. Er hatfe keine Juwelen bei sich. Nach der Sachlage dürfte der Ausgangspunkt des Verbrechens in Linz zu suchen sein. Wahrscheinlich hat der Täter Herrn Pollak mit dem scheinbaren Goldverkauf nach Schärding gebockt, ihn dort getötet und beraubt. Das Sicherheitsbureau hat von den Wiener Erhebungen dem Polizeiamt Linz und dem Bezirksgeudarmeriekommando Schärding Mitteilung gemacht. Raubmord an der Großmutter. Int Hauke. V., Maraaretenstraße 95. wohnte die Musikersgaltin Marie Birnbaum. Sie hatte am 23. Oktober ihren Enkcl. den 22jährigen Franz Birnbaum, zu Budapest geboren, Schriftsetzer von Beruß der sich aufiiknommen. Gestern abends wurde dre Fran in ilner Wohnung mit gräßlichen Verletzungen m ihrem Bütte schwimmend aufgefunben. Sie wir. wie der erste Augenschein ergab, mit einer Hacke erschlagen worden. Die Hanilmvobner verständigten die Sicherheitswache. Es war klar, daß an der allen Frau em Raubmord verübt worden tst. So weit festgcflelll werden konnte, waren aus der Wohnung ein Betiag von K 1400.— in Bankno'en zu K ICO.-, dann tute schwere goldene Herrcnuhtkette, em goldener Ring und eine grawchwarze Brieftasche geraubt. Es wurde erhoben, daß die Tat zwischen ü und 7 Uhr ausgcführt worden sein muß. Als Täter kommt der Enkel, der Schriftsetzer Franz Brrnd an m. m Betracht. Der junge Mann ist flüchtig. Er rst mrltelgroß, hat dunkelblondes Haar, bartloses Gesicht, sieht jugendlich aus und ist mit grauer Militärunrform nrit Mantel und blauer Milltärmütze betleidet, __ Militär gegen renitente Bauern. Aus Pilsen wird berichtet: Letz'er Tage fand in der Gemeinde S t e n o w i tz bei Prisen der „Nova Dobä" zufolge unter Militär- und Gendarmerreassistenz eineGetreiderequisition statt, weil zwölf der dortigen Bauern überhaupt noch nicht oder nur einen unbedeutenden Teil des vorgeschrtebenen Kontingents abgeliefert habm. Alle brsherlgcn Schritte bei den Bauern, auf gütlichem Wege Getreide abzulresern, waren vergeblich. In zwei Tagen wurden unter dieser Assistenz 80 Prozent des ganzen vorgrschriebmcn Kontingents gelaust. DaS Getreide fand mar, überall a u s g e d r o s ch e n, so daß für die N'chlablieferung durch die Bauern keine Eutschuldigung gilt. Die ganz bedeutenden Nequlsitionsauslagen haben die Schuldigen zu wagen. Ueberdies murdeu tbuen vom Getrerdepreis 2V Prozent abgezoxen. Da rm Pilsner Gerichtsdezuk von dcm vorgeschncbenen Kontingent von 507 Waggons erst 260 abgelitfrrt worden sind, wird dieses Mittel auch in anderen Gemeinden an gewendet wetden, wo die Bauern die Venorguug der Bevölkerung in solcher Werse sabolreren Im Gerrchtsbezrrk Blowitz sind von den vorgeschrrebeueu 388 Waggons bisher nur 31 abgeliefert worden, so daß energisches Einschreiterl nötrg ist. Eure ganze Rerhe von Gemeinden in dresem Bezirke hat für die öffentliche Approvistonrerung noch kern Körnchen ab geliefert. Im Pariser Bolfchew!ken-Ca?r. Ein interessantes Bild von dem Eafß, in dem die russische Jugend schon vor dem Kriege ihr Hauptquartier aufgeschwgen hatte und T r o tz k i täglich zrck sehen war, emwirst John Bell in der „Daily News": „Das Eafö 14. November 1919 ---—., , in Montparnasse, wo Trotzki mit seinen Landsleuten Der-», schwörungen ausheckte, macht heute noch denselben Eindruck wie damals. Die alten Stammgäste sitzen an ihren gewohnten Tischen, spielen Karten und Schach und reden arrf-j > geregt in einer Sprache, die nicht französisch ist. An einend? Tisch blättert ein junger Mann in einem Uebungsbuch',1; zweifellos ein Student von der Sorbonne. In einem WinkeÄliest eine junge Frau mit glänzenden swarzen Augen/ im! -einer Partitur und schlägt mit den Fingern den . Dak^zaugenscheinlich eine Besucherin des Konservatoriurns. :l STra1 einem anderen Tisch flüstern zwei junge Leute mit träümer« .' scheu blauen Augen und gewaltigeir Haarmähnen^mitetnandee^ beide von unverkennbar slawischem Typus. Sie sind alle' Idealisten, die Russen, und feurige Politiker. Nicht imtited iit der letzten Zeit ist e» dort so friedlich zugegangen.- DäÄ Bolschewiken-Caso wurde von der Polizei^sehr äuf^' m e r k s ain b e o b a ch te t;. öfters wurden Streifungen, darir^■> veranstaltet, weil man nach verdächtigen Persönlichkeiten' frittjtej und eine Zeit lang war bas Lokal völlig geschlossen. UftSg es aber wieder geöffnet wurde, kehrten die Russen sofort' auf ihre alten Sitze zurück. Hie und da^ findet^ ,manj leidenschaftliche Mienen, und aufgeregte Gespräche, die darauß / schließen lassen, daß das Cafs noch heute der Mittelpunkt ähnlicher Bestrebttugen ist, als dantals, da Trotzki Tjiec, residierte . . ^' * Die zehn schönsten Bücher des Krieges. Das sozial- . demokratisch^ „Journal du Peuple" in Paris veranstaltete', unter diesem Titel eine Umfrage in seinem Leserkreise, in-' der zwar ganz allgemein die Angabe der zehn schönsten ' - Bücher des Krieges erbeten wurde, jedoch die Beantwqrtnntz ' geradezu mit Sebstverständlichkeit, ausschließlich auf f.r a n«. > z ö s i.s ch e Bücher beschränkt erscheint. Ein bis zwei Einsenders ^. erwähnen U n r üh s „Opfergang" und L a tz k o s „Nkenscheits, im Krieg", das auch ins -Französische übersetzt -würde, von ' Nikolais „Biologie des Krieges", F r a n kß „Der MensK * ist gut" und anderen mutigen deutschen KriegswexkenTchemr jenseits des Rheins nichts bekannt zu sein. Ueber die zehn , „schönsten" französischen Kriegsbücher ist aber die Meinung st vollkommen übereinstimmend. Fast jeder der Einsendernennt Barbusses „Feuer" und «Erleuchtung", Romain N o l l a n d s „Au de sus de la melee". D u h a m e l s „Leben dev. Märtyrer", Martinetz „Tage des Fluchs", einige Marcellas Capys „Une voix de femme dans la melee", viele Leow. Werths „Clavel soldat". . * Rückkehr von Wiener? Studenten aus de«! Schwerz. Ende Oktober sind 400 Wiener Studenten nach sechZ- bis achtwöchigem Aufenihalt in der Schweiz nach Wien zurück-i - gekehrt. Der schweizerische Zeniralausschuß der Hlsisaktion für Wiener Studenten bat an den Stadtrat ein Schreiben gerichtet in dem es unter anderem heißt: Der Zentralausschuß wird alletz: emsetzrn, um auch fernerhin seinen Wiener Kollegen Hilfe zu bringen. Heute schon ist es gelungen, etwa 30 Wiener Studenten einen Schweizer Aufenthalt für dm g a n z e n W i n t e r z» ermöglichen, wobei es sich zum Teil urn kranke, zum Teil um! bejonders bedürftige Studenten handelt. jj * Die Wohnnngsausnahme. Wie nntgeteitt wird^ wurden am ersten Tage der Wohmmgsausnrhme 1115 Häuser von dm Wohnungskommissionen begangen und hierbei. 13.297; Wohnungen besichtigt. Hiervon wurden 237 Wohnungen ganz und 321 teilweise als für eine Anforderung geeignet befunden.' In manchen Bezirksteilcn kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Miewaiteien und Hausbesorgern einerseits rmd den Arbelterräte» andererseits, doch ereigneten sich bisher keine ernsteren Konflik^ * Dr. B. Schlesinger, der Führer der tschechische Sozialdemokraten, ist — wie dem „Prager Tagblatt" au§\ B r n n n gemeldet wird — cnts der Partei ausgetreten und zux Poale Zron übergcgangen. ' . « Der Wieverausba« Gslrziens. Wie auS^ Warschau gemeldet wird, fanden dort am 10. d. M. Beratungen über den Wiederaufbau Gal'.ziens statt. A« den Beratungen nahmen Vertreter galizischer Behörden teil. $JJ * Aufenthaltsbeschränkung in Pretzburg. Rach einer Kundmachung des Preßburger Polizelchefs, dürfen sichst Ausländer nicht länger als d r e i Tage in P r e ßbürg aufhaltm. Dre Anmeldung aller Angekommenen must binnen drei Stunden nach dem Eintreffen erfolgen, Ausländer müssen sich persönlich bet der Stadihaupimavnschasi melden. Die Nichtbesolgung dieser Verordnung wird mit Polizeiarresl bis zu 30 Tagen bestraft, außerdem ist Ausweisung itnb Abschiebung zu 'gewärtigen. * Der letzte tschechische Deklarant gestorben. Ausl Prag wird gemeldet: Gestern mittags ist hier der letzte tschechische Deklarant und ehemaliges Herrenhausmitglied Anton Ottokar Z e i t h a m m e r im 88. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene hatte neben Palacki und Ni eg er eine führende Rolle in der tschechischen Politik gespielt. *|| * Sixtus-Parma hat^ich vermählt. Mittwoch hat in Paris die Hochzeit des Prinzen Sixtus von Bourbon-Parma mit Fräulein De La Rochefoncauld-Dond^auvtlle, emrr Enkelin des Prinzen Konstantin Radziwlll. stattgesunden. / ' * Beschränkung lies Zugsverkehres in Polen. Den Krakauer Blättern zufolge ist m Galizien und Kongreßpölert-deu Elseribahnpersouenverkehr für 10 Tage stark beschränkt worden,! - um dre Kohlenzuiuhr aus Posen zu ermöglichen. ' * Hebräische Kurse. Zu den in nächster Woche beginnenden Kursen der hebräischen Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene, Erwachsene und Kinder werden Anmeldungen in der zionistischen Sektion Landstraße, HI., Untere Viaduktgaffe 13, täglich von 2 bis 5 Uhr nachmittags entgegengenommen. An-- Meldungen können auch schriftlich erfolgen. Im. Interesse des. laschen Beginnens werden die Interessenten ersucht, die An-. Meldungen umgehend erfolgen zu lassen. * Die Einstellung der Kinderzrrbußen. DaZ SiaatZ-, amt für Volksernäbrung muß ab Mitte dieses Monates die Ab?.' gäbe von Lebensmtttrlzubußen für Kmdi^ emstellen. i * Palästina«»oche. Das Wiener Palästinaamt wird tu her Woche vom 9. bts 14. Dezernber^ erne Palästmawoche in Wien veranstalien, welche durch Heranziehung autontiver Personen in Palästinasragen erhöhte Bkdcumng zu erhalten verspricht. Das Proawmm wird demnächst bekannt gegeben. j * Tod einer amerikanischen DrihLerirr, Jn N e wh a v e n, im amerikanischen Staate Connecticut, ist die cunerikanische Dichterin M>s. Ella W h e e l e r B-i c o x im- Älter : von 64 Iahten gestorben. Ihre Gedichte sind m England nutz int' Amerika sehr populär gewesen. -i * Wintereinzng. Aus Graz wird gemeldet: Seit: gestern früh schneit es in ganz Steiermark mit geringen Unterdrechungen. Besonders im steinschen Oberland liegt bereits eine ansehnliche Schneedecke. V * Aufnahme des Personenverkehres in Deutsch^' land. Aus Berlin wird uns gemeldet: Der Personenverkehr/ in Deulichland wrrd am 17. d. M. wieder aufaenonnircn werden.^ Die Zahl der Züge wird rm Verhältnis ztim Oltvber d. ,T. nur eine geringe Emichräviung erfahren.