Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 293 (13.11.1919)
- Date
- 1919-11-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. Donnerstag LVrener Astorgrrr-eitNn^ 13. November ivIA Nr. 293 Meine erste Liebe. -Ans tzrm Hebräische« tzsn Atsfcheh Emilans»?. |2. FsrtsetuE - Und auch an jenem Margen war mein Geist herausch! Vvn dor Schönheit der Natur um mich, auch mein Leib — in der Heinb hielt ich t^rs Windmesser und vergaß die ganze Welt. Und plötzlich dranz «« mein L)hr das laichte Rauschrn eines Fraurnwckes, der durch das GraS am Wege streifte. Ich fuhr auf Md sah hin — und mein Herz stand stille, r Eie. Gi« stand am Wege, der am Deinber^v-orbe^ führt. Ueber ihr »baleS Gefichtchen huschte ein leichtes Lächeln, voll Liebreiz and voll Anmut. In ihr?» Hunden hielt sie einen großen Strauß Feldblumen. Und ihre r^sen guten Aug-?n blickten mich srennblichan. * ,Hch.^ habe den Herrn, wie mir scheint, im Laden ^ber H? r,: N. in Jaffa gesehen. . . nicht?" ' Ich fühlte, wie mein Gesicht bis unter die Ha^rwurzeln rot wurde. ■ w8» — .„Wir . / .-ich und .mein Mann, sind gefterr nichts in die Kolonie gekommen - . . Mein Mann hat hier leinen Aräbisch-Lehrer gefunden. Ich bin aus gegangen, »ine Wohhung für uns anzuschauen. Da snh' ich .die lFeldbl-rnmnr und wurde Port ihnen abseits gezogen. ' Wie schön ist^ es doch hier . .; Ich stand auf meinem Platz wie festgenagelt und berschstrna' jedes Wort. ka% aus ihrem Munde kam, wie eine- ErstlingSsruchL- - >,ÄaT ist das dorr* ^. . Wie himmelblauer Schatten . . .7" f -,Das. sind ja die Berge von Jüdal ... . Dort zwi-- ^stchen dien Bergen sind die Makkaöäse nezogen . . \>r \ Di« Mort« drängten aus «reinem Munde wie von LeDst' und ich . . . Denn ein« Grube vor mir gewesen wäre, ich hätte mich'lebendig begraben: wie Sonnte ich eS wagen, so viel zu reden, in ihrer Gegenwart? .. . Und -auf ihren Mienen schwebte ein leichtes, leichtes Lächeln, und sie schaut« mich mit viel Freundlichkeit an. „Ich Hab« S'e in Jhr-."r Arbeit gestört . Der- Mhung, ich gelw schon .. ." - „Ich werde mit Ihnen gehen! . . . Ich weiß eine Wohuunz, ein: s«?r schöne ..." - , Ich staunteüber mich selbst, woher kam mir die Mhnheit. so viel zu reden? „Nein, bewahre! ... Ich will Sie nichtbelästi- > gen . Sie sollen Ihre Arbeit nicht unterbrechen.^ Man hat uns schon eme Wohnung vorgeschlagen und ich gehr, Sie anzuschauen .*. . Wenn eS Ihnen ge» . fällt, besuchen Sie unS . . . Sie haben wohl sicher auch Freunde?" > „Ja - . - - - „Do kornrtten Sie mit Ihren Freunden . .!, Sie nickte mir mit dem Kopfe zu, in grenzenloser; Anmut, und ging davon. Und noch geraume Zeit stand s ich auf dem Platze und schaute ihr nach, und ich wandte; kein Auge von dem. Wege, bis sie verschwänden w-ar. ' . Die Lust an der Arbeit war hon. mir gewichen. Mit vieler Not brachte ich den Tag zu Ende.! v. | . , Am Üföettb des folgenden Tages drängten wir uns i alle drei zugleich in die Tür ihrer Wohnung. Sie saßero ■ berde im ersten Zimmer am Tische und tranken Tee. Beim Geräusch unseres Kommens wurden sie aufj merksam und richteten ihre Blicke auf uns.! - „Ah! . . . Das ist mein Bekannter ... Ich habe; dir ja erzählt . . . Und das sind wohl Ihre Freunde? 'Wie schön von euch ..."! Sie kam uns entgegen und streckte federn einzelnen von uns ihre kleine Hand hin. Wir drückten ihre Hand , mit übermäßiger Warme, ohne ein Wort zu reden, und rmr unser schwerer Atem war im Zimmer zu hören. Wir blieben in Reih und Glied, stehen. Auch er wandte irn; sein Gesteht zu,«ohm von seinem Platz aufzustehen. „Junge Leute aus der Kolonie? . . . Sehr augenehm , .x. angenehm . . - Mein Blick hastete auf ihm. Ein schwarzes Gesicht, gelocktes-Haar, ein viereckiger schwarzer Bart, schwarze, strengt Augen. Der Blick dieser Auge!» b;trachtete uns ,bon obOl herab. In seinen Zügen war'«in Ausdruck von Wphlbe>L§en und Selbstbewußtse'in. Er gefiel mir nicht. Ich.schaute zu ihr hinüber und es. schien mir, daß'e8sie ein wenig verdroß, daß er auf seinem Platz sitzen blieb und ihr Blick, ein flehender Blick, ruhte eine Weile auf ihm. Dann wandte sie sich zu uns: ,-Bitte Platz zu nehmen, meine/ .Herren . .? Hier sind Gessel . . . Wir wollen Tee trinken . . .,Da^ ist niein Manu - Ich habe dir ja.erzählt: diesen jungeu -Mann habe ich in einem Laben in Jaffa, gesehen ttuc seinen Kovf sah ich zwischen den Säcken 7. . J-st^s nicht-so?-/. . Und nachher haben.wir uns im Weinberg getroffen .. ." - „Ja. ja" .— unterbrach er ihre Rehe wie unwillig. v— Sie arbeiten hier, meirre^ Herren?" „Ja", antwortet« Salomo für uns und wir setzten uns„ jeder auf den Rand eines Sessels. \ - ' „Ist die Arbeit schwer?" fragte sie mit ihrer weichen 'Stimme und Hr warmer Blick ruhte ckuf Salomo. 7s' ie beneidete ich ihn in diesem Uiwknb.'ick^ daß er unser Sprecher war! - , „Nein, gnädigy Frau . . Welch eine Kraft hatte doch Sawu.a! ' „Den ganzen Dgst den Rücken gekrürumt? . .'V" „Ja, aber die Arbeit ist lieb und befeuernd . .v, Wäiß sie, daß nur ich mit dem Winzermesser arbeite und Salomo nicht"? — dachte ich bei mir vor lauter Eifersucht,, und doch war ich im Herzen Salomo dankbar, das; er das Gespräch so zu führen v"rstand, und mein Mut stieg ein wenig. lFonievuna iolflt.) tatan-r*u»TO**»- ,-i H- Theater ¥ S«rME AHäk.. ».-,’8^'ttIVii««»- it\ »dH x- Mß-HeitzLlier,. NXCftM S vkr' Srr»e 8 Utzr VprEesirk. V»U.il».tzrstrttt7lr«m: Trr.rtt.M Der MaSkeubsv. s M - SntesShr Ä-M-Ver. jftirb« *!Ji UÖT tRbc 8 Uhr veittrHtrvMrtdesttj'. -Trlschtt?lu 3108? »«jütt, s nit < tu« j rbestef an der UJkn. Vybiv. Lcßin» l/;8 N-i fenfct g Ulrr Iip©rteire ^sl«v«S(dester. «tfccttiaiin Ar. HM, IKK Der ftdele Bauer. Bt^aaL Vfi VH» E«dr 8 ttftt Wteaer Bdr^ertneater. Hasard. »egbtn V.8 ttte 8 itfcr SabatinStrauss-CDeater Drei alte Schachtel«. Skgv« '.,8 Uhr E«dr 8 Utzr Mektt Rä»Mrrpfere. I. U*U»ütr»tz»ße 38. StstzmerDhal«, Ärxi»» Ukr 9*%t t Uhr --- 3esefttSdter Cireater. Die Ka«ette»da«e. •cftea 8 Wr ’ Ai»r » mt Äeae iUtater Bühae, ItLf «as»M« 83. Di« Seudrmg GnuaelS. <8«M» */.« Uhr - «ritze 8 Uhr Mieter StaStttzeater. Der WetkSterckel« tt|t «bm 8 Stzr «eaalssiace-BflüRt. 711., Skeir8«»tz«Sr h. Der dritte •«tte. Ihvtrt 8 B|t 8be I tt|» tastspicitireater. Die - tstte Ksmteffe. 9«tfatx Vi< tttfc Sitte t ttfr ZlS «U ftoble 8M . toVttnme* schmerz?»«. Gebisse ahne Gaumen. Reparaturen sofort. 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