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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-12 · Heft 292 (12.11.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 292 (12.11.1919)
Date
1919-11-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. m Men, MArvvch » —I ' P—" ■«■HW», I « Handels-, Nnanz» iwb EmäbrunrikmmisieriuinS bat W M'N'Üerrai eine Berordmmfl eilaffm. womit der Handelspnkehp grrearlt wird. Nach dieser Verordnung wird der «-tt n e 11 Warenverkehr mit Ausnahme des Zuckertzandels vollkommen f r e t sein. Der Finanzmrssckiust tesiötiple die Normen füt Ausfuhrzölle. Erer, NerL und Brennholz dür.en nicht au-yesiihtt werden. <. -— Be»mSs«»»dttar»z der Wiener Postfpaosiaffe. Me W'r eriabre«. we ll die Bermogmtzbilanz der Wiener Poftivarkaffe nach dem Stande vom 30. September 1919 wlarnde Pvffrivnen aus: A k ti v'a: Wertpapiere: «) 67b 6 Mill. österr. Kriegs«-« leihe« zum Kurte von ll 60.— ----- 406.4 AM.; 8>) 1153 M'll. verschiedene Effekrrn im Kurswert von 96.2 Mill.: *) StaatSkaffenkcheme und Salmmlcheme 97.2 Mill. Abzahlung der Pofffparkaffe au tas Bankeukonsvit'um auf Zeichnung der 9. Kriegsanleihe 364.6 Mill., > Einlagen bei Banken, Eparkaffe«. und Girokonto bei der Oesterr.-unyar. Bank (nach dem Stande vom 81. Dezember 1918) A387L Mrll. Forkerunpe« aus dem Verkehre mif dm Postämtern : in der T f ch e ch o » S l o w a k e i 47. Polen SVK, Jugoslawien 12.7. Oesterreich 48.1 Mil!., im ganzen 143.7 Mill., Lombarddarlehen 180.8 Mill.. We^sclvorrat 46 Mrll.. Kassa^ Bestand,20.9 Mill.. Summe der Aktiven 8242.2 Mill. — Passiun in Millionen Kronen): Einlagen in der Scheck- 'abteillmg. m'd zwar: Oesterreich 1927.2. bvhm'sche Länder 324 8, Gak^terr 109.8, Bukorvma 8L, Juyoilawien 62, Bosnien und HVjegvw'na 12» Südtirvl 14.6. Deutschland 28. sonstige Länder Md Feldpost 19 8, »m ganzen 24882 M'll., Spareinlagen 353.8, Rorderunyeu der Disponenten in der Depofftmabtelnng 1362. KrregSanlethe-Lombard 180.7. Schuld an die Pollvk,rvalim»r der Bukowina 1.5, Reserveionds der Sch'ckrbrrilung 79,7 und derSparabteiluug 4» zusammen 88.7. Summe der Passiven 3212.3«. Eine Prämienanleihe. Wie w:r erfahren, besairt sich dir Fruanzverwalrung ml dem Gedanken rruer P.än enantrhe mrd im, Ztaarsamt der Finan-ru werden Vorarbnren zur Bembung ciprr solchen pe)'offen. vre sich ttu' m Irrere Milliarde bemuten soll. Den Besitzern der ersten Kn'ssaulr'de, de nn April n. I. fällig wrrd. soll evrnNnll der Nm'au ch ihrer Stbüe?n Titi eS der Prämenünleche unter gewissen Bcgüvstigunge« «ingera»imt werden. {''. Valutenkurse» Die Preist für Valuten im gestrigen Wen Verkehr stellten sich wie iolgt: L e r n o i e n 8 9 >, Mark.Noten 8.7a, Rubelnotrn 2 4V Lire 9 8g. Schweizer ftvanken 19.60, iranzosische F r ä n k s 1150, Dollar 105.— und Auszahlung Berlin 8.46. Das Vermöge« der polnischen Gtaatsb Arger in Wien. Der Kiakan-'r ,CzaS" der chm ans Wien: Die Kommssivn znr Regelung der Beunösensav Gelegenheiten der pvlni- Men Staatsbmger «n Wien, an deren Spitze der W.cner Se- VSllmöchtlgtc des Ligu dieiungsamtes Dr. Lulms T w a rdvwskr strhl und der ü^rdi-s der polnische GetchLstsirnger Dr, Szarora. der ehemat ge Minister Dr. K o , p r o w s kt sowie die Herren Dr. Binder und Dr. L 8 w e n st e i n MigehZren, bat rm Einvernehmen mit der österre.chischm Regierung den En wurf cineS zwischenstaatlichen lieber eintvrnm n§ avßgeardeitet, daS den volnricken Staata-str-ern d>e B <- f r r r u n g ihrer V e r m^v g e n von b?> Beschlagnahm e und die f r e > r Ausfuhr Dielet V-rmogni a u s Oe sterreich nach Polen stchrrt. Der Ennvwwurde bereits der polnischen R.grerung zur Bcstütigung übcrlend't. Der Donauverkehr. Vom rfchechischen Min sieiium iür öffentliche Arbeiten wird m Igele N. datz der Veisth> anf >er Ddnäu trotz der ungünstigen Br»h«l'n>ssr an Ausdehnung mnimmt. Dem Donauv'rkeh samt <n P r e h b n r g stehen drl jetzt zur Veriügung: Drei Dkemoiauvre. 83 Srblrvptainvre.r urd 80 Tankschiffe. Unterwegs befinden sich sieben belad'ne Tankschiffe . M'.t Rohperrolrum aus Rumänien, woche d mnächsi »n Pretzbing emireffen werden, wo das Ptirolenm vom . ^strdeud» der Ralfincr-en übernvmmrn werden wud Sechs leere Tcr»r6ch sie sti-d nach Rumänien unterwegs. Bieber sind aus der Donau a.u ß a e s ü h r t worden : Zwer Sel'leppdamp er nnt Zt'cker, we-rerA landwirkschaffliche Ma'ch.nen. Glas. Stoffe. Schamolten/ östgel, Elkenkonstruktion und Host nach Ungarn. E'Nge'ührl wurden: Drei Schleppdampfer mlc Wein zu 700 ffaß» Man-anerze, sieden Schleppschiffe m>t Baumwolle. Unstiwegs brsindcn sich rock zwo Schleppschiffe mit H>mf. Gleichze>t?g werden fcGOO Tonnen Getreide m Serken c,«geschifft. Allgem. österr. Bvdrnkrevlt^lnstslt. Infolge attßervrdrnstich groieer Niickzihlun-eN hat fieftv bic Vodeeikredil- Wiener Morgenzertung 12. NooemKer 191A Seite 7 Anstalt zur Vorndbme einer Verlosung von Nom ll 15.000.060 ihrer 4'/,°/» Kominur al-^ckuldverschrelbungen. Eni. 1912, veranlasst gesehen. Die Ziehung rst am 8. p.ovrmber 1919 per 1. Februar 1920 dmchgeffihrt worden: die ZiehunciSlisien sind m der »Wiener Zeitung'^ vom 11. d. M. veröffentlicht und her de» Kaffen der Anstalt kostenlos erhältlich. P«stpa»etverkeh« mit der tschecho-slowakischen 21epublik. D»e niederöllerreiciFche Handels- und Gewerbe» kammec gibt hnrmsi bekannt, dah Poftpakrte nach drel-'M Staat bis rnm Höchstgewichte von 5 Kilogramm durch eine Verfügung der Poftdirrktion m Prag, vom Erfordernis erner Einfuhrb e w r l l r g u n g 1 r r i g r g e b e n wurden. Bou den Getreidemarkten. Die bereits «M Schluffe der Vorwoche vorgenommenm Eewmnsicknstellurigen gaben den Terrmnmäi kten der Union das G»vr8gr der Mattigkeit, das diesmal kraffer in Erscheinung trat, nachdem güesdae Beuchte hmsichtlich der Arbkittlbewegung Vorlagen. Bon Bert'N: liegen von allen Verkehi:Sg«b'iien sksir Tenden-Hrrichte vor. Gegenüber der Ans» iaffuna, daß die Ha'erabschlbffe der Landwirte aufgehoben sind, bemetkt das Rrlch»w<rtschaft4ministtrittm. daß die Apihebmig dek Verträge n cht «rtvlgte. Zuteil besteht das Druschvrrbor für H«fer nicht mehr, dagegen sind zur Sicherung der von der Rerchsgetrerdellelle auSgrschrirbrnen W'chimnlage dte kommunalen Austuhrdcschiärffungen und Transyorrbelchränklmsen kür Hafer bcs auf weiteres aufrecht erhalten, ioweit es sich nicht um Liefe'ungen an die Rerchsgetre desielle bandelt. Die Bi'- schräntuugen bedeulen aber ebenso wemg wie das Drusehverbvt eme LusdedttNß der Beiträgr. Auf dem hlesiaen Playe ist der G^chiifl§v«kehr eng bt>ienzt. Bor allem herrscht starker Bedarf sin Ersatzfuiteistosf», die trotz wsenklrch erhöhter Pre»sfordtiUnaen wrllißrr Aufna-me begeriien. Skitmt der landwinschaiillchen Besuchet wird vielfach der Um3aud beklagt, daß die »Velber durch das wxder emgiiret ne mildere Wetier emer Schneedecke entbehren, da d-e Sacven »ner Frvsizefahr gegenüber nicht geschützt sind. D,eheimischen Getrerdianlieferungen sind fortgesetzt'ungenügend. H«k> »öS BERNHARD MAYER Wies,!l.,Ta)Nrstraw8 8 S, Al!» huinkisfwglgc« «n< bBrreftfoscliäniichan Transaktionen im in* tm4 Atulande. GsUelaUjie* (» UinfendtMr ileehnnnr. Kostenlose Verwahr nur von Depot«, V»ra»«yemverwaHunfen. Losrevislonen. •ag^Warewabtellttitg» VSKÄLL Kula»*te^e Bedingungen awr Uformatixnen kostör.l*® TtCHt» Wiener BTrfe. Hirvorgeiufm durch den nnchhalti-en Eindruck der Geldvsvhimnme brr dir Berior-nng nahm Die Spekulation an der gestrigen Börie de E ö^rumg des Berikehres neueidmgS Entl<tstii«fl^abgaben vor. w.lche einen Druck auf das Kur-niman auAiblen. d'e Räcktzängr hielten sich jedoch in engen Gren'.en Dazr-eu Vcst«nid lür e'.w.rlne ungurvche Wrrte . geste-spW«: Nachv ogr, namentlich kür Ungar. Kiedit«Aktien, die um K 1<8.~ ut die Hohe g ngrn. Eine aiisaesi'rochen. teste Haliung b>knud»te der Echkavsttn. wo größere Au7wnrtS.iewegimgen m verju-«»nm wauii. Im Bordergiunhe des IniercsieS standen SckWhriwerw. Adua gewannen K 2T0.—, Austio-Amerikana K , ferner erhöhten sich G<il'.z?a um 450 — und die ien Milger Z«1 yernachläffigt gewAeiieir Aknen der Waffenfabrik um, & 310.—. Auch ftmdm Kobleripaviere wie>cn gioßere ckriili-ewNL-n ausi Brrg-ur.d HRtt vw?rke avancierten um K , Tr fetter Koblrn nm rvi.—, Wäbrtnd das Geichäfi in der Kut-ss^ m Hinblick auf den heutigen Fklertig eng degrentt blieb, Inrli die F sdgstit im Ikcheansin b-.s zum Ende des B'rk hrcs nnemwegt an. Die grmtnisame Nmen-kete erhöbe sich um 1*/« bis An dki Nachbökle singen Ekod«'Ait>'ll von T410.— aut Im ütztige» ve.weist« Ww auf nachstehende LchlMurse: Allgem«ne Dongesrllschasi 840.— O^vree B*uy-»sfck4si 540.— -9 — 4 Wenelberg« Ziegel — 98.—), L ennger Brenttrei 810,— Sarajevo Attien-Brauerei 1*Ö0-- (~ X Aussig Cbtzm W O — — ^--i. Brosche Syinws 1685.— <4- 80—>. Karborundunr 198O.-e (-s- 60.—), Lolchandclsgesellschaft 1296.— (-!- 5.—), Siemen« Schuckerl 700.- -f 30.A. E. G. Union Clektrl ' 916.— (— 6 —l. Alpine 1880.— 3ö.—), Austria Email 1680.— (— 39.—), Berg a. Hünen 6700.— (+ 200.—), Voldi» Kutte 1600.- '+ 24.—), Prager Eisen 4760.— <4- 850.-)^ Nlmamurany 1800.— (—88.—'. Skvdawerke 14!0.—(-t-16.—X Waffenfabrik 3190.—- (-1- 310.-), Salga Tarjaner 2450.— . + 65.—), Trifaiter Kohle» 2700.— f 4 104.—V ltng. Allgenu Kohlen 4160.— (4 10.-), Unfein» I960.— l4 35.—), Westdöbm. 2150—44- 50.—). Brunner Maschinen. 1280.— (— 23.—X! Lokomotnr Sigl950.— (4 20—), Simmermger765.—t4 80.—). , Elbemühl 957.— (4 12.—), Leykam 1095— (— 4.—), Karvathev 9050.- (4 40.-), Galma' 7450- -4 450.-), Schoell« . Zucker 2950.-°- (4 5Y.—), Böhm. Zucker 3500.— (--% Oesterr. Eisenbahnverkehr 1002.— (4 72.—), Türkenlose 915.— (— 38 -), Krupp A.-G- 924.- i4 20'.-), Nullon 1370.— -- '13.—). sfiatwerke 1849—(— 20.—), Deitscher Magnesit 7600.— (4 60.—), Schönpriesener I960.— (ff- 20.—), Austro- Atnerikana 5000.— <4 4000.—). ( (. Transport-rsnternehmunge«. Adria 5170.— (4* 270.—% Buschtichrader lit. A. 3200.— (-Buschtiehrader tit B. 1648.— v— —Donau-Damvl. 3540— '4 40.—V Ferdlnands-Nordbahn 8180.— '440.—), Nav gazione 11.500.— — Staatseisenvahn 2270.— (— 63.—). Lombarden 231.— (— 5.50. 3% Südbahn-Pnor. 700.25 (— 8.751 StaatSbalm-GennUch. 1278 -i, (— 2.—). .. Kenten. Malremc 91.75 (ff- 1.75), Februarrente 92** rff- 1-—)» Oesterr. Kronenrrnte 85.76 (ff- 1.25). M Bnnken. Anglo 614.— (— 5.—), Bankverein 888.80 (4 8.50i, Bodenkredrl 1447.- (ff- 23.-), Kredit-Anstalt 906.- (— 4.—), Ungar. Kredo 1350.— (4 149.—), Depositen 750,— (4 12.—), LändrrbMk 810.— 81.—), Uniondank 705.— (4 11.—X Verkehrsbank 720.— (— 18.—), Zivnostenska 1400 — (4 94.90\ Innsbrucker Warenbörse. Innsbruck, 11. November. An der heutigen Warenbörse , waren angeboren: Game. Baumwolle, Textilwaren, Hanf. Senfkuchen, nielassirrler Haserschrot, Kürbisse, Paradeismark, rote Rüben. Bohnen, Reis. Kümmel, "Edelkastanien, Kerzen. Nachfrage bestand nach Oel, Wem. Kastanien, Mehl. Südfrüchten und Lä chenholz. Zum Abschluß gelangten Nersstärke in Stanaen ab Buchs .und emlge Partien rtaltenischer und schweizerischeL Damnivollwacm.. \ 9* Prager Börse. : v Prag, 11. November. D'chccho-slow. Preßbur.) Die hmtige Börse nahm einen ruhigen Bei lauf. Nachfrage bestand «ach Bergmann--, Kvliner Pnroleum-, Dell-, Prager Kreditbank- und Bvhm'sche UnwnbansiMien. Es schloffen (GMmso)i &Hf{9 böhm. Hyvothekenpsandbtiefe 93.50, Meliorationsscheine der Landesdank des Konigreiches Döhmen 96.25. Böbm Sp'.rkaffepfandbiiefe 100.—, 4*/8&/o mähr. Kttpoihckenpfandbriefe 100.75. dieselben 4% 97.75, 2°/0 serb. Lose 325 —. Aktien: Amvlon 655.—. Wklibrau Pilsen 1610.—, Bvhm. Aitimbraucrei Budwe.s 2020.—. Nusler Akticnbrauer« 1110. —Bergmann 1320.—, Ceska Banka 590.—, Bvhm. Agrarbank 700.—, Bodrnkrrdllbcmk 588.—. Bohemiabank 680.—, Vlähr.'-schlts'sche Bank 579.—, Zivnostenska Banka 659.—, Prager Kred'tbank U26.—. Böhm. Indusirialbank 66l.—. Böhm,- llnionbauk 562 —. Landwiittckafil. Kreditbank 908.—, Novak &. Jahn 700.—. Kolincr Kunstdünger 1275.—, Kvliner Kaffeesurwgate lrt. ö. 12LV.—. Petroleum Kolm 2250.—, Laurrn 8»'0.—. Podolcr Zement 605.—, l. böhm. Fabrik für orient. iffncke:waren 1550.—. Böhm Handelsgeiellichalt 1775.—, Danek 749.—. Ruston '755.—, Schamotte 1595.—, Medica -790.—, Dell 1030.-. Budapefter Börse» Vrrdapest, 11. November. Die Bv'.se eröffnete in fester Stimmung Es entw ckelte sich ein lebhaftes Geschäft, in,deffen Verlaut tich die gestrigen Kurse so ziemlich bchaupten konnten. Schiffahrtwerte wurden infolge der Steigerung dies« Papiere an der gestrigen Wiener Börse , bevorzugt. Adrm-Aktien.gewannen K 700.-, Atlantiea- und Levante-Aktien K 200.—, be irhuntzs-» weffe K 100.—. Von Banlwerlen wurden Holchank-Akticn bei ge:mafügigen Schwankungen lebhast umgesetzt. Auf dem Schrankrnmarlte war daS Geschäft gleichfalls belebt. Gesucht waren Ungariiche Zucker-Aktien. Ungarische Kuegsanleche, die inofsiziell gegen Zahlung ,n Vostsparkalfenoten gehandelt wurde, erreichte de» Kurs von. 600/o. . Im privaten Valutahandel notierten Lei 305," Mark 300, Franks 850. Dollar 85.50 und Romanow-Nudel K 205.—. Das DrSagiv der ^lemvrlten Ssterrelchischrn Krvnennvten betrug Meine erste Lie-e. Aus dem Hebräischen von Mvscheh Gmttansül. * „ (1. Konsums.) Dev Tag sinkt, die Hitze nimmt ab, der: kühle Wind belebt wieder deinen Geist, und dde Hanne, die sich zum Untergang neigt, bringt dir die fwhe Kunde des Abendglöckchens . . . da ist dir so wohl ums Herz. In den Stundender Arbeit fehlte uns, wie gesagt. Nichts. Aber in den Stunden der Ruhe, da geschah esj nrrnchmgl, daß uns plötzlich ein Gefühl der VerwWheit, ' der Einsamkeit ersaßte, wir fühlten unplötzlich so verlassen^.. . und das Herz war trüb und schwer... ES geschah, daß wir alle drei außerhalb der Kolonie saßen, auf dem Sand, in eifrigem Gespräch Über irgend e^vaS. Und plötzlich verstummten wir alle. Ein schwarzer Schatten strich an uns vorbei und nahm uns die Worte vom Munde, oder senkte ein: schtveve - Vast auf unsere Seele. Oder es geschah, daß wir nach Vkittornrcht in den' Gassen der Kolonie spazieren gingen. Unser Mund war voll Singen und unser Herz voll Jubel. Und plötzlich brach der Gesang ab, das Herz ward leer und die Sc^e betrübt. Da stahlen wir uns d^von und kehrten beschämt in unser Zimmer zurück, warfen uns schweigend, ohne uns auszukleiden, auf unsere Betten, und noch lange Zeit hörte jeder den lauten Atem des andern. Was war das für ein Geist, der UnS so plötzlich übersiel? Was war es, was uns quälte, was entbehrten wir? Doch da kam etwas in unser Leben, was unsere Herzen lange Zeit erfüllte, und die frühere Leere war , nicht mehr. Und wenn ich diese Erinnernng hervorhole, fühle ich noch heute einen warmen und reinen Schmerz — jeuett Sch wetj, den der Mensch nur solange er noch jung ist, und sein Herz marin und rein ist. III. Es war in Jaffa. Ich saß im Laden eines Freundes; dieser Laden diente -als Saminelpunkt für die junzen Leute aus den Kolonieu, die nach Jaffa kamen. Zwischeir hohen, Mit Reis und Erbsen gefüllten Säcken faß ich da und betrachtete von meinem Platze die Konween en und Gehenden und die Vorübergehenden auf der Straße. Es war Posttag,, und da pflegte iminer einer von uns, in bestimmter Reihenfolge, nach Jaffa zu f«h en, um unsere Briefe abzuholen. Ich weiß nicht mehr, welcher Gedanke mir durch den Kopf ging und mich plötzlich gefangen hielt, daß ich den Laden und die Gasse und alles, was um mich war, vergaß; da plötzlich drang eine Stimme an mein Ohr wie ^uS einer anderen Welt, eine so süße, so seelenvvl.'e Stimme, und weckte mich. „Weiß der Herr vielleicht, wo ich einen Arabisch- Lehrer bekommen kann?" * Ich blickte zur Tür der Stimme entgegen und mein Blick fiel auf eine zarte und schlanke Mädchengestalt, die mit meinem Freunde, dem Kaufmann, sprach. Seine Antwort hörte ich nicht. Die Augen des Mädchens hielten mich gebannt. Noch nie hatte ich solche Augen gesehen, weder im Wachen noch im Traume. Ihr ganzes Wesen lag in ihren Augen, die schwarz waren wie die Nacht und vollkommen wie die Keuschheit des Morgens. Und etwas wie ein tiefer, ferner Traum schwebte über ihnen. Einen kurzen Augenblick hafteten diese Augen auch auf mir und er schien mir. als ob ein leichtes Lächeln, kaum merklich, in ihren Mundwinkeln zuckte und wieder verschwand. Ich wußte, daß in unserer Kolonie einfähiger drrabisch-Lehzer t'vo^ne, ein S'pl'arte aus Damaskus, der der Berwaliung beigegeöen worden war, aber mir kam nicht der Mut, den Mund zu öffnen und etwas zu sagen. Die Möglichkeit, vor ihr etwas zu reden, erfüllte mein Herz mit Beben und ich fühlte, wie mein . Gesicht rot wurde wie Purpur. Sie wanote sich und verließ den Laben. Als sie sich umdrehte, fiel mein Blick auf ihren schwarzen, dicken Zopf,, welcher über ihre' .v Schulter bis zu den Hüften herabfiel. „Wer ist das?" fragte ich meinen Freund flüsternd. Und gleich spürte ich wieddr mein Erröten. „Eine neue ,Träumerin'; siehst du es ihr. denn nicht am Gesicht au?" Mein Freund war unwillig, obwohl eS keinen besseren Menschen gab als ihn und er auch selbst, niU Verlaub gesagt, zu den „Träumern" zu zählen war. „Bor einer Wioiche ist sie hier angekommen miß ihrem Mann.. „Mit ihcem Mann?!" unterbrach ich meinenFreunA und hielt dann, inne aus Scham und Verlegenheit, s „Wvrum schreist du so? Jawohl, sie und ih'K Mann. Er ist Mgesandter irgendeiner wisseufchastlichew Gesellschaft und gekommen, das Land zu erforschen. Auch sie werden die Zahl der ,Träumer der Träumt vermehren" > 'ff Noch an demselben Tage^kchrte ich in die Kolons zurück. Es waren gerade die Tage der Arbeit und ich! war von früh bis abend beschäftigt, aber nicht eins Minute vergaß ich die wunderbare Erscheinung, W mit' geworden war. IV. An einem wolkenlosen Morgen stand ich rm Weinberg und arbeitete. Der Weinberg lag auf einem Hügel, gegenüber den Bergen von Juda. Der Morgen war einer jener herrlichen Wintermvrgen, deren Schönheit einem die Besinnung raubt. An einemsolchen" Morgen vergaß ich all mein Wesen und.wirr versunken« in eine Zauberwelt,'eine Mlt voll flatternder Flügel,' tonenden Gesanges, wallenden Himmelblaues. Aneinenrn solchen Morgen arbeitete ich das Doppelte» und die Ar)»eit erschien mix so leicht, so inti.'ress.nt, so inhaltsreich. (Fortsetzung folgt.)

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