Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 268 (18.10.1919)
- Date
- 1919-10-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979345--02400-2987909- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 268 Mtn, Vamstidtz 18. Oktober 1919 Sech £ % belStkteibmaschinell» rcparatöfen Telephon Br. 4073/8 intopurbhn. JB)a|v BerkstfiHe für Feinmechanik ih ■ Er Q? 12 Maschinenbau, l.vBlbe^traBe9 Die Ernährung. Der MarLtSericht. Dir Beschickung der Grünwarenm 8 rkte fiel gestern etwas günstiger aus. Das Angebot war vollkommen ausreichend und die Auswal,l auch verhältnismäßig groß. Vorherrschend ist allerdings Weißkraut, aber auch alle anderen'GemAearttn waren, wenn auch in bescheidenen Mengen, vertreten: Auf dem Obstmarkle gab es gestern nebst Aepfeln und Weintrauben auch' Birnen. In der G r o ß m ar k t h a l l e . waren gestern nur 100: Stück lebende Gänse rmd eiwas Braunschweigerwurst, das Kilogramm zu K 60.— erhältlich. Heute gelangt amerikanisches Pökelfleisch und amerikanisches Rauch» fleisch h»n l b k i l o g r a m m w e i s e gegen den Abschnitt 12, beziehungsweise 18 de§ neuen Einkauischemes zur Ausgabe. Dw Preis' beträgt X 48.— pro Kilogramm. Auf bnt JischrüLrkten waren nur -ewafferk Estsikfische, da8 Kilogramm zu K 11.50, zu haben. Auf den meisten Märkten kamen gestern Eier zur Ausgabe. Heute düiflen weder Geflügel noch Eier zu haben sei«. Ksmimmales. Wiener GemeinveraL. Sitzung am 17. Oktober. -Die gestrige Sitzung stand unter bem"nachha lügen Eindruck dar Vorgänge in der letzten Siadtratsjitzung, welche die christlichsozialen Stadträte verließen, als die Majorität den Antrag, Arbeiberräte in die Wohnungs-- Immissionen <zu entsenden, zum Beschluß erhoben hatte. Die Christlichsoziälen hatten ihre Drohung, auch an den Sitzungen des Gemeinberates nicht.mehr tcilzumhmen, tzzahr gemacht. Die gestrige Sitzung fand inihrer Abwesenheit statti.Der „Kmnpf um die ÄrMtsrräbe"dürfte ür irNsLver Kommunalpolitik mehr als ein taktisches Kanöver sein, er wird sich zweifellos zu einer Belastungs- und" ganz besonders zu einer Kräftpvsbe heraus gestatten. '. V : - / ' Die Christlichsozialen haben in einer, KWsitzung Beschlossen, sich an der kommunalen Mitarbeit so.lauge nicht zu beteiligen, solange die Sozialdemokraten jh'ren Beschluß.-nicht rückgängig machen. Die Sozialdemokrqte.n haben gestern den Stadtrats antrag zuui Bs- 'schlich srhoben. Werden nun die ChriftlichsozialLN die äußersten Konsequenzen ziehen? Stehen wir vor einer Massenmandätsniederlegung? Wir glauben es nicht. Die Christlichsszialeu. find'zu kluge Politikc und verstehen sich aufs Verhandeln, wie' die „Koalition" zeigt. -Es D nicht anzunehmen, daß/wir vor ReuwahÄtt m den Gemeinderat stehen, das Risiko wäre doch zu groß.-Aber immerhin./-eine heroische Geste ist'-S doch. .< 'Der Antrag, Arbeiterräte in die Kommissionen für Wohnungsaufnahme zu entsenden, wurde mit, d^.n Stimmender Sozialdemokraten zum Beschluß erhoben. Hier das Wesentlichste aus der Sitzung: In Beantwortung einer Anfrage des Genwindevates Knnschak aüZ einer der letzten Sitzungen, verliest Bürgerrneister Reumann eine ihm zngekomMene Zuschrift-des Landeshauptmannes von Niederösterreich, in der es heißt: Dereinheimischen Bevölkerung Wiens find aus dem Aufenthalte zahlreicher fremder Elemente Schäden erwachsen. Mit der Krtndmachung der Landesregierungvom 9. d. wurde bann in radikaler Weise an die Entfernung de Frem den geschritten und es kann konstatiert werden, baß diese Maßregel schon "nach kurzer Zeit einen nicht zu miterschatzünb-en E r s o l g brachte. ^-egen Kr Zurückgebliebenen wird nun mit aller Strenge vvrg o gange« Und deren ■ . Entfernung im gwangswege hetrsebrn werden.! ' Denr stellen sich wohl gewisse Schwierigkeiten in den Weg,-'wie die Feststellung jener zahlreichen Elemente, die sich der- Kontrolle zu entziehen trachten, die ungünstigen B.erkehrSV erhält nisse, welche einen . raschen-- AbjrmtZPort der zahlreichen Ausgewiesenen erschweren, die große Zähl der Personen, tue/che unter Anführung stichhältig e rs.cheinetv der Gründe um ÄusenthLltsbewilligimg an- ' ein ansehnziehu ngS- - -, i ■ .)at und daß ypch,r Vrsterhin mit einem hesriLdigenden Fortschreiten der Aktion zu rechnen ist. / . :r T>aS HeiMatsrecht der Oftjudeu. Gemeinberat Erntner (deutschnational) weist bgrans M,'-daß sich viele Osiinden durch Best.chung vou Konst'.i>Mnsbeamten ihre 'Heirnatszuständigkeit erwarben und fwyjt, oö der Bürgermeister gewillt ist, sämtliche Eingemeindungen, die Dstjuden .seit dem 1. Jänner erwarben,- eingehend zu' untersuchen'und solche, welche die Heimatszustandigkeit auf inkorrekte Weise erwarben, d«S W lener 'HeiistätSrechteS verlustig zu erklären und in ihre ursptirngftche Heünat - sofort abzuschieben.;;, Bürgermeister Nettman n: Der KonskriptionsamtSkommissar Kreuzberger, brr seit 17. September . we^en Verdachtes des Verbrechens des Mißbrauches der Amtsgewalt vom- Dienste suspendiert und verhaftet ist, ist geständig, gegen 20 Heimatschein«, ferner Auszüge. aus der Gemeinde- M'atrtk und StaarZbürgerschaftSerklärungen gefälscht zu haben. Eine- Ueberprüsung sämtlicher seit dem 1. Jänner 1919 an Dstjuden erfolgten Verleihungen des Heimatsrechtes wäre nur durch-eine Perkustcierung des Katasters der Cin Mimischen und R:flniftiion der HeimatSrechtakten durchführbar. ÜeVrigenS dürfte -das 'gerichtliche Verfahren volle Klarheit' m . die Sache bringen. ' . -. -. < . HerstcTlttrrg von Dachwahrruugen. '{, " Die Genreinderäte Dr. E h r l i ch, Dr. P l a s ch k e i tittb Dr. Poll a k fragen, wie weit dcts Projekt des BaudirektorS Dr. KärpluS wegen - Herstellung von- Dachwohnungen, das dM Stadtrat'-' schon seit läng'ever Zeit beschäftigt, gediehen ' sti. JnSbefonbett, ob mit dem Stäatsamt für Fiuünzsn V e vhanolungenwegen derStsu-rrfreiyeit solcher neuer Wotznu n gen eingMtet wurden. ' ' ' ' , Bürgernicister Reumann: Der Stab trat hat'mit de« Drschluß vom 29. Aumst die Nutzbarmachung. von Dachbodenräumen zu Wohnungs.'wecken beschlossen und wurde in Ausführung dieses Beschlusses an.bas Ttaatsärnt für soziale Fürsorge das Ersuchen gestellt, die Dewilligung zu erteuen, Wohnungen in Dachböden unter geioissen DorauSsetzungen errichten. gu könMn. Eine Erledigung in dieser Angelegene heit ist noch nicht erfolgt. . , .. Dir ÄiHeilerrLte und die WohnungSauftrahme.. Stadtrat Dr. Scheu ^Sozialdemokrat)^ referiert nun Wer. die vom Stadtrate beschlossene allgemeine. Wohuüngsaüfnaßme in Wen rzud bespricht die Tätigkeit der Aufnahmsjlommissivnen, die Bezahlung der Mitglieder derselben und ihre Zusammensrtzung. Bezüglich der Beiziehung der Arbeiterräte zu den Kommissionen 'weist er darauf hin, daß die Drganisation d-r Arbeiterräte ber Natur nach eine Orga nist t t o n d e r W o h n u n g s u ch e n d e n darstellt, deren Bedürfmssr in erster Linie befriedigt werden müssen. .Würbe in Dien eine andere Organisation dar Mieter gebe«, wäre ste h-range>vg«u worden. I« der mm folgenden Debatte bemängtlt Doktor S.ch w a r t -H i l te r die. Durchführungsbestimmungen der Lls» -nur»a§»n, nähme und die ' Husammensepuni det- S#mm'its.OUttr. 1 3M.* Llrklungnihmr der tzüd schuati»nal»n. . -rmsiuderat Dr. Ehrlich führt zunächst darüber>B«- t, haß ftiten» dsr NehnunaSkemmissär« nicht'immer _ « Äesrtz« voezeoan-en wird, s-nbevn daß auch nattenale und lonfesfionrlle Gehässigkeiten zutage treten. Häufig'habe« Jt$ .dir MhnMSäl^Mtjlädk M die ÄeMrd«u»L de» randeShauptmmmeS bezogen, welche die Entfernung der Fremden für den 21. September festgesetzt hatte und für diesen Termin Wohnungen angesorbert. DaS sei eine krasse und bewußte ‘ Gesetzesverletzung. Schließlich gibt Dr Ehrlich folgenoe ErNLrung ab: v Wir sind grundsätzlich bar Ansicht, Laß lediglich solche Personen . zu öffentlichen DerwaltungSakten herangezogen werden dürf-n, welche für solche Funktionen im Gesetze vorgesehen sind. Dagegen besteht nach unserer Auffassung. kein Bedenken dagegen, *u den WohnungSaufnahmekommissionen, soweit skr lediglich RegistrierungSa^bLiten besorgen, Vertreter der Bwölkerung int Interesse der Bevölkerung heranzuziehen. Insbesondere empfiehlt sich auch die Heranziehung von Vertretern d«r Arbeiterschaft, weil diese am meisten unter der Not leidet. Aus diesen Erwägungen haben wir gegen den Antrag des Referenten im allgemeinen nichts einzuwenden, wünschen jedoch, daß baS Prinzip, den Kommissionen lediglich RegistrlerarLeiten zu übertragen, in keinem Falle durch L ro chen werde. Die'es Prinstpw i r d jedoch unterbrochm. indem den Kommissionen für den Fall der Einsttinmigk.il^in Entlch-idungsrecht eingerüumt wird. Wir werden daher nur dann für die Anträge stimmen, falls dem Beschluß der Zusatz beigefügt wird: Dan Wohnungsau fna h mekominisstionen steht keinerlei Anford er ung.S- oder sonstiges Entscheidungsrecht zu. Erllärung der Deutschnatio wallen. Gemeinderat Erntner gibt im. Namen der D'entschnationalen die Erklärung ab, daß sie nicht zustimmen können, wenn einseitig Arbeitervertreter bei der Wihnungsausnahme zu gezogen werden, denn dan?» sei auch die Tätigkeit eineitig. Er werde an der Abstimmung nicht teilnehmen, weil ie Kommission nicht unparteiisch zusammengesetzt ist. ErWr«»z der Tscheche». .. Gemeinderat S i r n t e 5 gibt im Namen 'der Tschechen dis Erklärung ab, daß siedie Aufnahme der Wohnungen für notwendig halten und daß sie es als zweckmäßig erkeÄNLN, wenn die Arbeiterräte bei den Erhebungen Mitarbeiten. Er wünscht, baß die Tscheche» bei den Wohnungszuweisungen als gleichberechtigt behandelt werden. Die Tschechen werden für die Anträge stimme». Die Abstimmung. Nach einem Schlußwort des Referenten findet die Abstimmung statt. Die Refcrentenanträge weroen mit den Stimmen der Sv'ialdemokraten und Tschechen angenommen. Die Jüdischnationalen enthielten sich mit Rücksicht ans d ie Ablehnung des ZusatzantrageS Dr. E h r l i ch S der Abstimmung. Di: Freimachung von DuroauS für Wshmrngszwecke. Stad trat Dr. Scheu referiert über die Freimachung von Dur:auZ für Wohnstvecke und beantragt, baß die Absicht der Rationierung des WohnungöbedrrfeS auch bei jener Beirütziing von Wohnungen zum Ausdruck kommt, die nicht Wohnzwecke v-rfolgt. -Der Gemetnderat möge daher von d-r Staatsregi.''Uitg die u-nnehende Einsetzung einer Kom- .misston .zur Prüfung und Bestivlmung deS Raumbedarfes aller Staat"- und öffentlichen Behörden, Aemter usw. fordern. In der Debatte weist Dr. Plas.chkes ans die von den Staatsämtern noch vielfach besetzten Räumlichkeiten hin, die zum großen Teil wenig benützt und zum Teil sogar l:er stehen. Er bespricht eine Anregung der.jüdischnativnalen B?zirk?räte für dir Leopoldstadt, den deutsche« Eisenbahnern die dr.i leerstehrndan Amtshänser der Norbbahn zur Verfügung zu stelle«, zumal auf diese Weise di« Eisenbahner eine kollegiale Pflicht erfüllen und der aus diesem Anlaß betriebenen Jndenhetze die Spitze nehmen ' körmte. - Andererseits müsseman darüber staunen» daß, Keine Wohnung:«, in denen zionistische Vereine untergebracht warenangesorbert wurde«, wie in der Glockengasse 30 und in der Ennsgasse. Wir haben daraus keinen Skandal gemacht, verlangen aber, daß uns die Gemeinde Schulräume zuweist, wie wir sie begehrt haben. Sodann bespricht Redner die Pflicht der Wohnungskommissionen, mit der Anforderung der Lokalitäten Vorzug :hcn, welche die „Soziale Fürsorge Anitta Mülles derzeit gemeinsam mit dem Joint DiftributionS Committee innehat, weil diese Lokale durch das merkwürdige Vorgehen der HauSeig«ntü!tter vor der 'Delogierung stehen und -schließt mit der Forderung, die politischen und sozialen Einrichtungen der jüdischnationalen Partei dadurch zu fördern, daß ihnen allen entsprechende Räume zur Verfügung gestellt werden. Die gleichmäßige Behandlung der zionistischen Partei mit all;» anderen Parteien werden wir mit aller Macht verteidigen. Bei der Abstimmung werden die Referentenantrage angenommen. Nach Erledigung einer Reihe weiterer meritorischer R -f-rate wird' die Sitzung hierauf geschlossen. * Di: Abstinenz der Thristlichsiozialen. Der Klirb der christlichsozialen Wiener i^emeiuberäte bat g'>stcrn beschlossen, knsolange den Sitzungen des Gemeinderatrs und Stadtrates fernzubleiben, als die sozialdemokratische Mehrheit im Rathaus den Beschluß, Acberterräte in die Wohnungskommissionen zu entsenden, nicht rückgängig macht. fchwevde. noch de« 8 IM C HAT-1TH© RA- FEI ER' 4er Sektionen II. und XX. M m, UTE " ha!1> 6 Uhr abends in den Olympia-Sälen des Cafe „Arlon* PROGRAMM: fcEDA: Vorlesym» eigener Satiren EGON BKEOHEB: Rohelet JAKOB KOSTROV (Tenor): Jiddische Lieder und Arien N. EBBNBERG: Rezitation MAX FELIX: Lieder und Arien- VALERiE NEUMANN (Sopran): Liedör und Arten ' N. CtERSTMANN: Violinsolo S. H\BER: Simchfit-Thora-Gegchichten von Schal AI «jedem KiaTiertegleUunB: r. BRASLAV5AT. Ine. HELLA FELIX und NEUUaNN Hieraxrf: 10NZERT ^'V»«chT Wpi*en und klassischer Musi':, TANZ u. «u ÜNTEill!ALTUNG xievkluM U Vdr Hoäss. <%ti Kartel l K ae 4«r Lass«. Im.Tarjf^pMf.M Uhrit Erste Hilfe Mitteilungen der „Rohö". ZeNtralmigann, Vlll., Pra^istengaffe IS: Abgabe von prinnr ‘ Pri'mim (io Dekagramm K 4.-), roten und gelben Rübm (1 -Kilogramm' K 1.—), So-So-Kaffce-Ersatz^ Walchstärke> MandolaM, Barr, Nerbtttcher, KaNosfelwalrgrieß, Essig und Ern» sredegläser, von « brs 12 Uhr. — Magann, I.. Nibelungen» gassc 7: Waschpulver, Puddingpulver, Senf und chintR'cher Tte^ von '8 b,S IS Uhr. - 11, IV.; V.. XIII., XVII., XVIII. und XlX.. Bezirk: Abgabe von prima Primfen (10 Dekagram« K 4.—) und diverse Kleinigkeiten, von 8 LtS 19 Ubr. -* aftfale für GrilvflenschastSrn tglrrder und Akitglletzer -sr , GrnLhrungSerußfchutz. Der GnMrmrgSmrSU^ '«fc Nationalveriammlnng hrrlt gestern vormittags eine Sitzung ab>Ke welcher nach einer längeren Debatte die RegierungSvoiöi' l a g e ü b e r d i e F e st s e y « n g d e r G e t r e i d e ü b r «inahmspreise angenommen wurde. Zum Berichterstatttv für da§ Haus wurde Abgeordneter Johann Gürtler bcsteW Die Fleischversorgung gefährdete Im Ernährung^- amt ist noch keine Nachnchl über die Fleischscndungen au§ Rotterdam nngerrostrn. Ob die Störung der Verladung m Rotterdam behoben;st, kann vorläufig nicht gesagt werden. Wen«, was möglich ,st. die Waggons nicht berms von Rotterdam ab« grroIl find, wäre a u ch d r e n 8 ch st w ö ch r g e F l e r s ch » - ab gab e gefährdet. Anrioffelabgabe. Bon Samstag bis Dienstag werde» in den Bezirken XV1/XVH, XVIII, XIX und XX rtatzenrsche Kar-. toffetn zum Preise von X 3.58 für das Kilogramm, ferner im XXl. Bezirke inländische Kartoffeln zum. Pretse von X 1.80 sürl das Kilogramm, und zwar Kilogramm für den Kopf gegen Abirennnng deö Abschnittes V der Kartosfelkarte abgegeben. Außerdem werden m den Bezrrkrn I. III. IV von SamStag biS Drcnskag ttalien-lche Kartoffeln gegen Abtrennung des Buchstabens G der Kartöffelkarte abgegeben. Rudolf Feldfchuh» II.» Pralerstraße 84. Zucker abgabe M> August. Schokolade, Tee, Katao, T-schweine, Sardine» usw. Geöffnet von 8 bis 12 und */,3 bis 8 Uhr abends. Bühne und Kunst. Das Verbot ver A«Whru«g von Arnold Zweigs^,Die SendungSemaels". So heißt tzälnlich bas Stück Zweigs in der AuS-- gnbe 1S13 und nicht „Ritualmord in Ungarn". Ja. der Dichter selbst den Dichter seines Werkes abgeändsrt hat und wohl wußte, warum, war es von vornherein! ein Fehler, den nach Sensation riechenden ursprünglichen. Titel in alle Ankündigungen mit aufzunehmen: NWS liegt dieser ernsten Dichtung ferner, als Sensationshascherei und wer die Tragödie kennt, wird dass Verhalten der Behörden ganz unbegreiflich finde«.' Parallel mit den Vorgängen auf Erden, die den historischen. Begebenheiten de- Prozesses von TiSzla-E-zleri: , folgen, spielt ein überirdisches Drama, das Ringen, des Satans mit Gott, den der Geist des Dösen vtzm seiner Olorie trennen will. Zur Läuterung bringt.Gott die Blutlüge über sein Volk JsrM und Semaek,. der Satan soll diese Prüfung über das Volk' bring-:«. Er bedient sich des dreizehnjährig'en M-oritz Schärf. Der Grundbesitzer Onodh wird von Semael veranlaßt, ein. junges Mädchen zu vergewaltigen, und ohne daß er es will, hierbei zu erwürgen. In seiner Verzweiflung! wirft er die Leiche in die Theiß und die Hilfskräfte; Semaels sorgen sofort für die Verbreitung des Ritual-» »mordmärchens. Durch die Qualen, die der Untersuchungsrichter Vary dem Kinde auferlegt, wird eK zum Lügner und erklärt vor Gericht, den RitualmVrR' durch bas Schlüsselloch der Synagoge mit «ngeseh«^ zu haben. Der SiaatSnnwalt, der Advokat Dr. EötvD! und btt Ütttbatm Schlosser, drei herrliche chvtstlichL Charakter gestalten (schox audieser Nndentung .«mf man entnehmen, wie unsinnig der Borwurf.wäre, h« 'Christen käme« schlecht weg m tat- Stücke) kämpf« mit «ekbstausopfomnL füi ih»» N»rer»eu-un-, daß feist Nitualmerd vvrlkge und i* gelinit ih»-«, dasLr ßr« , Wahrheitsbeweis, zu «bringtzn. Äuch, füp de» tmn*