Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 237 (16.9.1919)
- Date
- 1919-09-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. _ ütemi. En?n4raA ' Der WslkSWirL. Die BeZKhlMg von Schuwen Vstevs eeichischer Währung m tschechische GUnÄiger. Pan Dr. Hermann Siestzer. ' Ln/'sssam und MnitzhÜch beginnt hex Waren- und HandelS- »Mhr zw'schen dtzx Tschecho-Plowak« und Oesterreich wieder in Äang zu Hunnen. Die beiden Staaten sind eben wirtschaftlich rerart aMnander antzmikseu,. tzs< wirischaMchen Benchun-rm gvischm dev Handels» und Jndustriewelt dieser Länder sind so utge, daß ungeachtet der noch immer bestehenden gan; außer- -rdeytlichen. Zoll-, Transport- und BerkichrssHwrerigkeirerr. und res schwerfälligen Systems der Ein» und Ausfuhr und Bal'.itrrewilligungenein ziemlich lebhafter Warenverkehr eingesetzt fort-- Heute besteht ja die begründete Hoffnung, daß die staatliche Knebelung des Warenverkehres in absehbarer Zeit ihr Ende 'inden und der freie Handel wieder in seine Rechte eingesetzt verden wird. Um so dringender-ist die Notwendigkeit, alle Maßrahmen zu treffen, damit nicht an die Stelle der politischen und nationalen Neiherejen, die in früheren Zeitendas Verhältnis avischm.'Deutschen und Tschechen vergifteten, wirtschaftliche lkonMr treten. Zu solchen, bietet immer aufs neue die Frage Anlaß, in welcher Währung die Bezahlung von alten Schulden nt tschecho-slowakische Gläubiger zu erfolgen hat. PH rsicht juristischen Verstände geht, es nicht ein, daß der Schuldner-der sich zur Zahlung von altösierreichischen Kronen ver- -filchtch hat, jetzt auf einmal tschecho-slowakische Kronen, also etwas;anz anderes leisten soll. Es ist nicht einzusehen; wieso die Tatsache des Zerfalles Oesterreich-Ungarns geniigue soll, - um dem Wänbigex.M§ außerordentliche Bereicherung auf Kosten seines Schuldners zn bringen. Nichtsdestoweniger hat das Wiener Laudesgericht kürzlich n diesem'Sinne entschieden. ,. En Wiener Kaufmann wurde vom Kreisgericht Leitmeritz am 8. März 1819 zur Zahlung von 13.744 aus einer Mgrenlieierung von einer Tctschemr Firma verurteilt. Der .Wjmer Schuldner bezahlte infolge dieses Urteiles den genannten BklM in deutschösterreichischcr Währung an die Tctschmer Firma, die sich aber damit nicht zufrieden gab und die Knrs- V t f f e r e n z von L L8-t6 zwilchen der tsckecho-slowakischen und deutschösterreichischm Währung emklagte. Das Kreisgei icht Seitmmfe bewilligte die Exekution wegen dieses Mchrbeir-iges .als festes der Forderung und das Exekution sfi e t rcht Wien v o l l z o ad i e P s ä n d u n g. Der Wiener Schuldner erhob nun Widerspruch beim Exckutians» gericht und stellte den Antrag auf Einstellung der Exekution, da er nur zur Bezahlung seiner Schuld in d eu ts ch- 8 st « r x eich rscherBaluta verpflichtet sei. Das Wiener Exekutiousgericht gab diesem Exekutionscinstellungsamrag Folge und hob in her Dcgründuna hervor, daß der Antrag der betreibenden Partei auf die Bezahlung der Schuld in tschechoslowakischer Währung, beziehungsweise Zahlung einer 40°/«igen Kursdifferenz im Gesetze nicht begründet sei, weil die Faktura auf Kronen schlechtweg lautete. Gegen diese vom H. v. sN. datierte Entscheidung brachte der tschecho-slowakische Gläubiger den Rekurs an das Wiener Zwillandtsgerickit ein. weil der Zahlungsort Tetschm sei und dieser Ort zum tschecho-slowakischen Staate gehöre, weshalb die Forderung aus Zahlung in derWahmng dieses Staates aerechrferiigt sei. Das Zivrllandcsgericht gab dem Rekurse Folge und trug dem Exekutiousgerlcht rin neuerliches Verfahren auf. In der Begründung wird bervorgehvben, daß durch die in betben Staatsgebieten erfolgten Wcibwngsänderungen die Bezahluny der Schuld in der allen Währung unmöglich geworden war. Die Frage, welche Währungs- Vorschriften zur Anwendung zu kommen haben, ob jene des deutschösterreichischen oder des tschecho-slowakischen Staates, müsse dahm beantwortet werden, daß bte in Tetschen (dem vereinbarten Zahlungsorte geltenden Vorschriften, also die Währungs- Vorschriften deStschecho-slowakischenStaates üNMwrnden sind. Dies entsprach auch dev Bestimmung des H05 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches, wonach in Ansehung des Maßes, des Gewichtes und der Geldsorten ans den Ort der Uebergabe zu sehen ist. Da der Ekstrichter unterlassen habe, zu erörtern, welche diesbesisalichen speziellen Vorschriften des tschecho-slowakischen Staates m Betracht kommen, erscheine das Verfahren mangelhaft und war somit dem Wrimtrv die ncuerltche Entscheidung zu verordnen. Wir wollen uns an dieser Stelle aus eine juristische BekänrpfM dieser Gerichtsentscheidung nicht sinlaffen. Doch sind Wir der Meinung, daß das Gericht eine wichtige und für diese ^rqge geradezu entscheidende Gesetzesflelle vollkommen übersehen hsck Die? VvllzngSanweisung des deutsch österreichischen Staats ausies ssix Finanzen vom 25. März 1919, St.-G.-Bl. Nr. 181, trifft gMsse Bestimmungen für die Ordnang der Rechtsverhält i'isse, hre mit dev Währungsänderung . im Zusammenhang stchm. D.tugch ist zu unterscheiden, ob es stch um alte Schulden, das heißt solche Verbindlichkeiten, die vor de«' 1. Februar ISIS entstanden sind, handelt, oder um neue Forderungen, das heißt solche, die n a ch dem 1, Februar 1919 entstanden sind. Für die ersteren gilt folgendes: Alle in Kronenwährung erfüllbaren Verbindlichkeiten sind ohne Rücksicht./ruf dm Zahlungsort und gleichgültig, wer der GläubiaerS ist, vom deutsch österreichischen Schuldner auf jeden Fall nach dem ursprünglich vereinbarten Nominalbetrag in d e a t s ch österreichischer Währung zahlbar. Das Agio der fremden Währung braucht also bei alten Schulden der deutschösterreichische Schuldner n i ch t auf sich zu nehmen. Ganz anders ist es bei neuen Forderungen. Derartige Verbindlichkeiten sind in den gesetzlichen Zahlungsmitteln deS helreffenden Staates, wo die Schuld zu erfüllen ist, zu berichtigen, aber auch nur dann, wenn dies ausdrücklich bedungen ist. Die erwähnte Gerichtsentscheidung, welche natürlich den tschechischen Gläubigem Überaus willkommen ist, wurde in der Dschechs-Slowakei für sy wichtig gehalten, daß sie sogar vyw amtlichen Prager PreßVureau verbreitet wurde, obwohl sie noch nicht rechtskräftig ist und das Urteil des Obersten Gerichtshofes in Wen noch anSstrht. Aus unseren Darlegungen geht wohl hervor, daß die Entscheidung klaren gesetzlichen Vorschriften widerspricht. * Freilich ist unS bekannt, daß die Frage, in welcher Währung Verbindlichkeiten, die in der tschecho-slowakischen Republik zahlbar sind, erfüllt werden müssen, von dm tschechischen Gesetzen gerade - entgegengesetzt gelöst ist. Denn das tschechische Gesetz vom ^bucncr öio 16. September nn£ «eite 7 —*"—■ ""—'i“— -* Bankvvrt WecfesekescbäH Wien, il., Taborstrasse 8 ä, lÄÄ" AH* baukmässig^n nnd bfii'ffcnjrenc.bHfllichen Trnnaaklicuea im 1ym>4 Ay«tsa<». Geldeinlage: i lnRufender Hecbmjpg. Kostenle»* Verwahrung ron Depots. VÄrnjögeneTerwpUnngen, LoBrevisloneb. Bw!iiin«no«:i, SWT lijforiMttioii»ii Horterlö«.'. R032 BERNHARD 10. April 1919, Z. 187, bestimmt in 8 6: „Die auf Kronen öfterrerchisch-uugarischer Währung lautenden Verbindlichkeiten, welche im Gebiete des tschecho-slowakischen Staates fällig sind, sind in Kronen tschecho-slowakischer'Währung zu bezahlen, wobei eine tschecho-slowakische .Krone sür eine Krone österreichische migarischer Wahrung berechnet wird." Aber dieses Gesetz kann selbstverständlich deutschosteneichische Staatsbürger imd deutschösterreichische Gerichte so wenig bmdvn, wie die oben erwähnt Vollzugsanweisung des deulschösterreichischen Staatsamtes kür Fingnzm die Tschechen etwas angeht, Fragen dieser Art können, eben nicht einseitig geregelt werden, sondern setzen unbedingt gegenseitige Verträge voraus.. Es ist..sehx zn bedauern, daß bisher Vereinbarungen zwischen den beiden. Staaten in dieser Sache, nicht zustande gekommen sind. Viel Aerger, viele Prozesse u«d viele Kostey wären sonst vermieden worden. Der Friedensvertrag verweist in Artikel 848 ausdrücklich darauf, daß die schwebenden Fragen in dikser Angelegenheit einvernehmlich zwischen den beleiligten Staaten) geregelt werden sollen. Andernfalls wird die Wiedergutmachungskommcksion die Geldart und den Umrechnungskurs sestsetzey. Entrvivvrrrrgsplan. Die „Freie wirtschastfiche Organisollyn der Gewerdetrechcndrn und Kanfleute Oesterreichs" tritt m>t einem Entwiriungsplan an die Oeffentlichkeit. Die erste Massenversammlung mit dieser Tagesordnung findet Dienstag den 10. d. Alt., präzise 7 Uhr abmos, im Verbandsheim, Wien VI., Königseggasse 10, statt. Sprechen werden der Gewerbetreibende und volkswütichaftliche Schriftsteller Heinrich Färber und der Genostenschasrßvorsteher Leberecht Fischer. Die Organisation hat ihren Sitz in der Handels- und Gewerbckanmer, Wim I., Slubennng 8. Bon Pen Getveidemärkten. Der amtliche Bericht bestätigt dir bisher von privater Seite vorgelegenen Meldungen über em g ü Y st i g e s E r n t e e r g $ b n i i in den deutschrn Alvenländern. Trotzdem bleiben die heimischen Getreideankünfte weiter gering, die Versorgung der städtischen Bevölkerung kann nur mit Zuhilfenahme der Enlentezuschüsse und von Surrogaten bewerkstelligt werden. Sollte die Situation keine Besserung erfahren, wird unbedingt eine Kürzung der Mehlauote erfolgen müssen. Das Geschäft auf dem Wiener Markte selbst bleibt belanglos, das lagernde Material zeigt geringen Umfang und Bezüge fremder Ware sind durch die Erschwerungen bei Eilangnng von Einfuhr? und Durchfuhrerlaubnissm fast unmöglich. Die Anslandsmeldungen lauten heute der Mehrzahl nach schwächer, der Anstoß scheint diesmal von Argentinien ausgeganam zu sein, wo umfangreiche Ankünste zu verzeichnen sind. Der Abtransport der Ware ist mit Rücksicht auf die noch immer bestehende Frachtranmnot schwierig. Wiener Börse. Unbekümmert um die vielfachen Warnungen vor spekulattven Ausschreitungen war die Tendenz der gestrigen Börse dennoch sehr fest, da abermals größere spekulative Käufe für das außerhalb der Börse stehende Publikum zur Ausführung gelangten. Die Devise „Flucht vor der Krone" führte zu namhaften Steigerungen in den führenden Kulissewerten. Bei recht lebhaftem Verkehr standen wieder Bankenwerte im Vordergründe des Interesses. Oesterreichischer Kredit stiegen um K 39.—. Ungarischer Kredit um K 21.-?, Unionbank profitierten K 19.—, Fivnostenska Banka K 20,—. Lebhafter begehrt waren ferner Alpine-Aktien, die bis K 1470.— stiegen, unter Gewinnsicherstellungen sich jedoch bis K 1458.— ermäßigten, somit um K 69,— hoher gegen den letztgemeldeten Stand den Markt verließen. Mt einer kräftigen Avance von K 99.— wurden Skoda-Aktien bedacht. Ebenso lebhaft wie in der Kulisse war das Geschäft auch im Schranken. Dort waren V e i t s ch e r Magnesit um K 250.—, W e stb ö hmisch e Kohlen um K 50.—, Trifailer Kohlen um L 99.— und Gglizia Petroleum um K 190,— höher. Lediglich Nayrgazione verloren K 200.— und die Aktien der Poldihütte K 44.—. Von den Renten gewannen die g e m e i ns a m e n N o t e n r e n t e n bis 21/4°/o. Im Übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: Industrie-Unternehmungen. Allgrm. Baugesellschast Untotibau 346.-— (+ 8.—), Wiener ^?^5.Ä^Zlestnger 710.— t— —^Sarcgevo Ät.-Brauerei —.— (— —Aussig Chem. 1700.— Brosche Spiritus 1270.—(4- 35.—), Karbomndum 1202.— (4gl.—-), Äolz> Handelsgesellschaft 920.— (— 2.—), A. E. G. Union Elestr. 814.— (— 1.—), Siemens Schuckert 504-50 f-s- 11.50h Alpine 1458.— f-p SS.—), Austria Email 1890.— (— 10.—), Berg u. Hütten 2345.- (— 65.-), Poldihütte 1101.— (—44.—), Prager Eisen 3895.— f— 5.—), Rimamnrany 1185.— 31.—), Skodawerke 979.— H- 99.—), Waffenfabrik 1488.— (— 12.—), Salgo Tarjaner 1495.— (4* 65.—), Trifgiler Koblen 1289.— (-4-99.—), Ung.Allgem. Kohlen 8060.-(— 20.—). Urikanv N90.— (-!- 25.—), Westböhm. 1550.— (4* 60.—), Brünner Maschinen — (-Heidt 448.— t-4 5.—), ZokomoNy Sigl 705.— l-t- 5.—), Simmermger 480.— k— 15.—), Mbemühl 700.— (+ 13.—), Leykam 715.— (+ 35.-1. Karpathen Y800.- (4- 25.—). Gaftzia 3110.— {+ 95.—), Fezsabriken 1800.— (— —.—), Schoeller Zucker 1610.— (4- 60.—), Böhm. Zucker —(— —.—), Oesterr. Eisenbahnverkehr 663.— (-s- 2.—), Türk. Tabarregie —(— ■—.—), Tsirleplyse 601,— (+• 1.—), Krupp Ll.-G. 759.50 f- 16.50), Rnston 674.- (+ tz.-), Fianyerke 1150.— C+ 33.-), Veitsch'er Magnesit 4000*— (+ 250.-), SchLnpnesener 1090.— (--Austro-Amerffana 2370.— (- 30.-). - TrunspvrL-rinLernehrnunaen. Adria 2300.—(-.—) Aussig-Tcplitzer —.— (— —.—), Biischtlrhrader lit. A. 2400.— ' 1+ 20.—), Buschtiebrader lit. B. 1021.— (— —Orientbahnen —.— (-Donau-Dampf. 3005.— (-f 5.—), Ferdmands-dk ordbahn —.— (— —Aohd —' i— —Navigazione 7800.— <— 200.—), Staatseisenbah» 1268,— (+8.—), Lombarden 169.— (+ 2.—), 8*/» Sud» i bahn Prior. 472,— (+ 6.—), Staatsbahn Geuußsch. 655.— (+ 17.-). dienten. Mairente 82.75 (+ 2 25), Febmarreute 82.50 (+ 1.25'., Oesterr. Kronenrente 82.— (+ 2.—), Oesterr. Goldreute 138.50 (-.—), Ungar. Goldrente 158.50 (4- —.50) Ungar. Kroncnrent^ 82.— (-- Banken. Änglo 443,— (+ 18.—), Bankverein 447.— (4- 8 -), Bodenkrebit 1047.- r+ 2.-), Kredit-Anstalt 738.— (4- 39.—), Ungar. Kredit 774.50 H- 20.50), Depositen 549.— (4- 4.—), Ländyrbank 538.— H- 13.—), Unionbank 535.— 1+ 19.—), Berkehrsbank 340.— H- 5.—\ Zivnostenska 855.— (.+ 20.-). . Präger Börse. Prag, 15. September. (Tschecho-slow. Preßbur.) Wegen Manacl an Ware kam es an der heutigen Börse nur zu kleiuo» Abschliissen. Die Tendenz des Marktes wurde durch Realisationen beeinträchtigt. ■ ' ' Es notierten (Geldkurse): 4°/0 Freiheitsanleihe 100.20, .4%% mähr. Landesanleihe 1911 103.—, h°l0 Anleihe der Stadt Prag 1913 108.25, 4"/» böhm. Hhpothekenpfandbriefe i. K. 106.25, Fondsscheine der Landesbank des Königreiches Böhmen 109--", *tc Kommunalschuldscheine der Landcsbank des KönigretcheS Böhmen i. K. 104.75, Meliorationsscheine derselben 100.95, Eisenbalmschuldscheine derselben 100.25, Böhm. Sparkassa Pfandbriefe 102.50, 41/20/0 mähr. Hvpothekenpfandbriefe 106.50, dieselben 4°/0 103.25, 4% mähr. Landeskulturbair-Kommunalobligationeii 99.50, 4Vt% Pfandbriefe der I. mähr. Sparkasse 105.—, dieselben 4°/0 102.—, 4t/„0/o Schuldscheine der böhm. Jndustrralbank 101.50, 4% Schuldscheine der Zentralbank der tschechischen Sparkassen 99.»0, Prager städtische Sparkasse 100.—, Rote Kreuzlose v. 1916 27.50. — Aktien: Nusler Akt.-Brauerei 950.—, Bergmann 780.—, Ceska Banka 545.—, Mähr. Agrar- und Jndustnalhank 700.—, Bodenkreditbank 600.—, Bohemiabank 660,—, MLHr.-schlestsche Bank 540.—, Koliner Kunstdünger 1040.—, Kaliner Kaffersurroggte Ut. 6 1035.—, Petroleum Kolin 1880.—, Prager Papier 685.—, siaurm 722.—, Podoler Zement 520.—, l. böhm. Zuckerwaren u. Schokol. 1500.—. Bohm. Handck^ grselljchast 1430.—, Medica 630.—, Dell 865.—. Berliner Börse. Berlin, 15. September. Auch an der heutige» Börse zeigte das Geschäft aus dem Markte für Kolonial- und Schiffahrtwerte zeitweise ein wildes Bild. Die Auswäitsbeweguug setzte sich aber nicht in der gleichen stihmischen Wesse fort wie an den letzten Tagm der vergangenen Woche. Man hielt zwar an der Erwartung fest, daß die Schlffahrtgesellschasten für die abgeliefertrn Schisse elue den Buchwert erheblich übersteigende Entschädigung erhalten werden. Da aber jeher sichere Anhalt über die Art der Abwicklung fehlte, schritt ein Teil der Spekulation zu Realisationen, wodurch beträchtliche Kurssteigerungen vermieden wurden. Auf dem Kolonial-Aktienmarkte schwankten Pomona-Aktim um Hunderte von Prozenten; nach 3400 °/„ ging der Kurs dieser Aktien auf 2900 °/0 zurück. Der Montanaktienmarkt war recht fest veranlagt. Oberschlestsche Werte wurden bei erheblichen Kursbessepmgen stark begehrt. Dir Kursbewegung in Farbwerten war keine einheitliche. Rückgängen von 5 btS 6 °/0 ftatiden große Besserungen gegenüber. Das gleiche Bild zeigten Elektrizitäts- Akllen. Valutawerte lagen unter Schwankungen fest auf die weitere Verschlechterung der Marknoten im Auslande. Nammtlich Cänada Pacific-, Steaüa Romana-, Prinz Hemrichbahn- und Petroleumwerte wurden zu höheren Kursen gehandelt. Der Anlagemarkt war bei geringen Umsätzen behauptet. Deutsche Werte sprachen stch fest aus. 3°/ot0e deutsche Neichsanlerhe war lebhaft gefragt. Oesterreichische und ungarische Werte wurden wenig beachtet. Die Börse schloß ruhig und allgemein schwächer. Die bedeutende Steigerung der Devise Holland auf 1060 wirkte nachteilig auf die Haltung des Marktes ein. Berlin, l5.Septrmber. (Schlußkurse.) Schantungbahn147.75, Große Berliner Straßenbahn 120.—, Oesterreichische Staatsbabn —Lombarden 18.62', Prinz Heinrich-Bahn 345.—, Orientbähn 295.—, Hamburger Paketfahrt 126.25, Hansa 285.—, Nordd. Llohd 128 50, Vereinigte Elbeschiffahrt —, Berliner Handelsgesellschaft 160.—, Kommerz- und Diskontbank 127.—, Darmstädter Bank 114.25, Deutsche Bank 206.50, Diskonto-Kommandit 167.75, Dresdner Bank 140.—, Nationalbank für Deusschland 109,50, Oesterr. Kredit 121.75, Reichsbank 149.—, Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft 194.50, Anglobank 193.75, Bismacckhütte 830.—, Bockumer Gußstahl 185.—, Gebrüder Böhler 190.—, Consolidation 276.—, Daimler 217.25, Deutsch-Luxemburger 150.87, Deutsch8sterr. Bergwerk —,—, Deutsch-Uebersee 342.—, Deussche Erdöl-Gesellschaft 314.—, Gasglühlicht 876.—, Waffen tmd Mlmitivn 224.—, Dpnnersmarckhütte 210.50, Dynamit Nobel 156.50, Elektrische Unternehmung 800.—, Gellensirchener 177.—, Harpener 172.50, Hösch Eisenwerk 205.50. Hohenlohe 114.—, Laura-Hütte 157.-7, Lothringer Hütte 160.87. Mannesmannrohren 191.—» Orenstein & Koppel 187.50, Phönix 189.25, Rheinische Metallwaren 182.—, Rheinische Stahlwerke 145.—. Rdmbacher Hütte 159.—. Schuckert 138.50, Siemens & Halste 166.50, Telephon Berliner 180.75, Tabak 575.-. Die Devisenkurse. Wren,15.Scptrmber/Kiirseder deutschösterr.DevssenzmtrÄe.) Amsterdam 2140.— (8090.—), Berlin 859.—(257.—), Zürich, 1045.—(1015.—),Christiania 1335.—(1295.—), Kopenhagen 1810.— (1270.—),Stockholm 1400.- (1360,—), Mark-Noten 258.25 (256.25), Ln-Noten 262,— (262.—), Leva-Noten 157.— (157.—), Schweizer- Noten 1046.— (1016.—), Französische Noten 710.— (690.—), Italienische Noten 600.— (560.—), Englische Noten 260.— (250.-), Dollar-Noten 67.- (65.—), Rubel-Noten (Romanows) 210.— (217.—). Berlin, 15. September. (Kurse der Devisrnzentrale.') K- 1059.76 (982.—), Dänemark 580.— (580.—-), J.75 (686.—), Norwegen 606.— (606.—), Schweiz 499.87 (472.50), Oesterreich-Ungarn(42.45), Spanien 480150, (480.50), Helsingsvvs 189.25 (139,25). Prag, 15. September. (Kurse der Devisenzentrale.) Amsterdam 1037.50! 1004.50», Wim 55.— (55.—), Back« 130,— (130.-), Bukarest 122.- (122.-), Sofia 90.60 (90.50)y Zürich 498.50 (474.50), ChMania 640.— (612.-), KoveO Hagen 619.50 (592.50), Stockholm 684.— (654.—), Mailand 283.—« (275.-). Paris $93.- (328.-). London 112.50 (110.50), New» York 27.- (26.-), Brüffcl 298.50 (298.50), Mark-Noten 127.- (127.—), Deutschösierrelchische gestMpelte Kronen-Noten 54.— (54.—), Bulgarische Noten 85.50 (85.50), Lei-Note» 115.— (115.—), Schweizer-Noten 495.50 (471.50), Italienische Noten 280.— (272.-), Französische Noten 319.— (319.—), Englische Noten 108.50 (106.50), Amerikanische Noten 36.— (25.—£ Schwedische Noten 680.— (650.—), Norwegische Noten 636.-- (608.—), Dänisch« Noten 615.50 (588.50). 1