Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 227 (5.9.1919)
- Date
- 1919-09-05
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Är. 227 Wien, #mro$ Bühne und Kunst. Bolksoper. (Ne» eintzudi ert: „Der fliegende Holländer*.) , > Der »me Direktor legt frisch Hand an die Nmbelebnng deS Wagner-RepertoireS »md laßt der nur oberflächlich revidierten „Meister singer*»Au!Mrmig eine gründlicher durchgesehene Einstudierung deS „Holländer" folgen. Man merkt, daß die bloße Anwesenheit des autoritativen Musikers genügt, um Orchester und Savtzer auS der Schablone des Kunstbetriebes zu reißen. DaS soll aber nicht besagen, daß Weingartner ach Pult nicht wirkliche Arbeit leistet. Cr ist auf jeden Einsatz bedacht und durchdringt mit seinem Willen zu rhythmischer und gedanklicher Gliederung alle Einzelheiten des musikalischen Werkes. Auch dem Ganzen sollte eine Reform zuteil werden durch Einführung der Bayreuther Fassung der romantische« Oper, die alle Szenenbilder ohne Pause einander folgen läßt. Aber das streß aus szenische Hiudernlsse und so blieb 0S nur bei der Zusammeuziehung der beiden letzten Akte, eine Aendernng, die der Intention Wagners näher kommt, aber-der der allgemein verbreiteten Kenntnis des Werkes nicht mehr von wesentlicher Bedeutung sein kann. Die Achtung vor dem künstlerischen Anhalt kann durch solche StimmungSbecinflussungen kaum in besonderem Maße gesteigert werden. Die retuschierende Hand" des Dirigenten zeigte sich vor allem in Chor und Orchester. Im Tm'emble ragte Herr F l e i s ch e r mit nchtiger Erfassung der träumerischen Dämonie deS Helden hervor. Fräulein Rantzau als Senta bot bis aus einen mißglückten Wölterschrei eine schone Leistung. Herr Fris ch l e r verkörperte die merkantile Bonhom- «ne des Daland, Erik, der musikalische Brackenburg, war bei Herrn Ritters heim in guten Händen. Als Steuermann erkletterte Herr S ch ürman n etwas mühsam die höheren Gesängsreglonen. Weingartner, dem man eine stimmungsvolle und in der Wirkung geschlossene Alifsührmig des Werkes verdankte wurde wscher unter großem Jubel vor den Vorhang zitiert, um endlose Beifallsbezeigungen entgegenzullehmen. vr. K. M, Alls den Theatern. Im <5 $ 3 n b r u n «ic r Sch lvßth ea t e r wird h EUt e Goethes Lustspiel „$> 11 'Sft i t sch u l d i g e n" auf- Mhrt, hierauf folgt Biörnstjerne Björsons Lustspiel „Die R e u v e.r wählte n". Anfang Ya7 Uhr. cm Äü. der> N nie» Wiener Bühne findet heute Freitag bte Erstaustührnna der Groteske „D i m v f l* . von Robert Koväl starr. D:e Vorstellung beginnt präzise 7 IHr. Die erste Aufführung von D reg r l y s Komödie „D e r 05 5 ema nn, deralleSwei fj", findet m den Katumer-- fprelen am Samstag den 6. d. M. statt.' ' ..Am Carl-Tb eater kommt die Operette „D i e b r er Kavalrere" am Freitag den 5.d.M. zur hundertsten Aufführung. Anläßlich des 770. Geburtstages Goethes findet Dienstag den L. d. M., (bei schlechtem Wetter am 10. d. M.> um 4 Uhr nachmütags m der Fr eilichtb ühn e zu Schönbrunn (Römische Rume) eure vom dentlchösterreichrsckien Volksmr7i v U nn s a m te veranstaltete Freilichtaufführung von Goethes «I v h l g e n r e a u f T a u r i s". zweiter und dritter. Akt, für d re Wiener Mittel- und Hoch sch ü l e r und de re« 8 e h r kö r p er statt.-Eintrittökarten zu dieser Aufführung können am Donnerstag den 4. d. M. auf Grund der offiziellen Legitimationskarten gegen einen Betrag von kl i.—,. bnm Univerfitätspförtner, ,m Kartenbureau Kehlendorfer, l. Bezirk, Krugerstraße, und in der Buchhandlung Klee mann, Hl. Bezirk, Hauptstraße 4, behoben werden. Zum Tode Dienesohns. ' Wie wir bereits meldeten, starb am Freitag den 89. August ln Warschau der bekannte jüdische Schriftsteller und Dichter D t e n e s o h n. Der Verstorbene war ein intimer Freund Schalem Alechems. Seine Romane „Der starke junge Mannczitz*. Staj«*, „Hcmele^, „Jäkele* sowie Kindererzähltmgen und die populäre Bücherei in fiddischer Sprache find sehr bekannt. In de» letzten Jahren, insbesondere nach dem Tohe Bereis, bemühte sich-Dienesohn hauptsächlich um die jüdische« Volkschulen und die Kinderheime in Warschau. Das jüdische Kind, insbesondere' auS den jüdischen Proletarierkrcisen. beanspruchte seine ganze Tätigkeit, Es gab deshalb auch in Warschau kernen anderen, der so populär war wie Dienesohn. Der Verstorbene war Vorsitzender des Vereines jüdischer Schriftsteller und Journalisten; aÜ - ...solcher., hat er sich besondere Verdienste um die jüdische Literatur erworben. Dienesohn war auch bei der letzten zionistischen Konferenz in Warschau anwesend. Die Nachricht von seinem Tode verbreitete' sich, schnell in der ganzen Stadt und rief allgemeine Trauer .hervor. Ein spezielles Komitee mit Vertretern sämtlicher jüdischer bürgerlicher und proletarischer Parteien hat die Vorbereitungen zum Begräbnis, welches am.Sonntag stafifand, getroffen. Dir Beteiligung der jüdischen Bevölkerung war eine ungeheure. Trotz strömenden Regens nahmen Über 50.000 Personen teil. 64 Delegationen verschiedener Parteien und Gesellschaften, darunter auch jüdischer Soldaten unb Offiziere, erwiesen dem Verstorbene« die letzte Ehre. Ei« slowakisches Natiorialtheater. . Der „Narodni Listh* zufolge. wird das slowakische N a t t o » a l t h ea t e r in Preß bürg, daS Over. Operette und Drama pflcgm wird, ferne Tätigkeit am 1. April 1920 eröffnen. __ - Gmpfehlensmerle Bücher. M. I. b »« G o r i o » hat im Verlag R. 8 8 w i t bisher drei Werke erscheinen kaffen, die wert find, von allen gelesen zu werden, die daS ostilldifche Land und ferne Leute, in meisterhaften Abhandlungen «uv Erzählungen geschildett, kennen lernen wollen. „Vom östlichen Jndenw«* enthält literarische, religiöse und politische Betrachtungen (K 4.62). „Zwei Generationen ist em Novellenband von Mkster Kraft der Seelerisch tldrruna (K 4.62). Das jüngste Werk. „Vor dem Sturm*, bnngt eine größere Zabl von kurzen, aber in ihrer Prägnanz doppelt erschütternden Erzählungen auS der Welt des OstjudentumS (K 6.—). Zu beziehen durch R. Löwit, Buchhandlung, Wien, l., Rotenturmstraße 22. LoreNer Morgen^eirans . Prün rr m e r a 1 i o n s- Einladung. Am 1.September begann einneuesQuartal.Wirbitten unsere Abonnenten, bas Abonnement rechtzeitig zu erneuern, damit keine Unterbrechung in der Zustellung des Blattes eintritt. Bezugs,vedittMNZen: Für Men: mit' ■Bitficflmifl Monatlich . . . Kronen 7.— Vierteljährig . . „ 80.-» Halbjährig . . i „ 40/— Gan-jährig ... „ 8<>.— FAv Deutsch Sfterreich: Mit Postversand Monatlich . . . Kronen 7.30 Vierteljährig . . „ 22.-— Halbjährig ... .. 44.-— Ganzjährig ... . 88.— Füv die Tschecho- Slowakei: mit Postversand in tschechischer Währung Monatlieh . , . Kronen 7.50 BlrrtiMhrig . . „ 82.— Halbjährig;; . ,,, 44.— Ganzjährig ... „ 88.— Küv Polen und die Übrigen Nationals ftaatsn: ' mit Postveriand Monatlich . . Kronen 8.50 VtMeljähng- . . „ 2ö.— Halbjährig ... 50.— Ganzjährig . . . „ 66.— Gmzelexemplar SS Heller. Für Derttschlatid monatlich 5 Mark. Schweiz 5 Franke», sÜr das übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Dre ^Geldsendungekl für bic Uschecho-Slo«-Ker find per Erlagschein a» daS Postsvarkaffmämt P. S. Rr. 150.699 in Prag, für Polen. Westgaltzien und Polnuch-Schlefirn per Post-j anweisung au die Miene'v Lombavd. und Eskornptebank» . „Wiener Morgenzeilung". Krakarr» Rynelr 12, zu nchtru. Administration der „Wiener Morgenzeitung" Wien, ri.,TQbovstratze 1-8. Telephon 44.V38N.4S.S19. Sport.- ^Jüdischer Sport in.Graz. Haksah 1-Weiße Elf. Gösting 4:1 (L rv>. Am letzten Sonntag trug die Haloah ihr erstes Meisterschaftsspiel ans, daS ihr einen sicheren Sieg brachte. Das Spiel litt sehr unter den schlechten Platzverhältnissen, da auf dem kleinen Sturmplütze schwer ein groß an gelegtes Spiel zu betreiben ist. Trotzdem waren die Hakoahner stets im Angriff und der Gegner hatte' es nur dem glänzenden Spiel seiner Hintermannschaft zu verdanke«, daß er vechältniSmähig glimpflich davonkam. Bei der Hakoah ist insbesondere der linke Flügelmann KraüS hervorzuheben. Die Torschützen waren: Adler (2). Freiberger 1 und/Kraus. DaS Wettspiel der R.eserveman«schäfte« fand auf dem Hakoahplatze, 'statt und sah die Hakoahner mit 6:0 (2:0) siegreich. Hier zeichneten sich der Mittelläufer Glesinger und im Angriff Liechtenstein besonders aus. Jüdischem Sport in Kraka«. S.Tp.Kl.Makkäbi-Sp.B. Biala-Lipnik 1:1 <1 rv). Bei regnerischem Wetter hatte vorletzten Sonntag der I. Sp. Äi; Makkabi den Sp. B. Biala-Lipnik zu Gast, mit dem er ein Revanchespiel auszutragen hatte. Das 1. Spiel, welches in Bielitz mit einem überlegenen Siege LipnikS endete, sah den Makkabi noch in den Anfängen seiner nach fünfjähriger Pause wieder aufgenommenen Sporttätigkeit. Wenngleich feit damals nur einige Wochen vergangen sind, gelang es Makkabi doch gegen seinen spielstarken Gegner unentschiLden abzuschnelden. Dry Gäste boten ein schönes, aber scharfes Spiel. Dank dem aufopfernden Spiele der Mäklabi-Detteidigung stnd dem glärrzenden Können des Tormannes, gelang es ihnen« nur ein einzigesmal erfolgreich zu sein. Nachstehend der Spielverlauf: Nach . Abstoß erzielt Makkabi in der 9. Minute durch einen rasanten Schluß Tig nersch auS großer Entfernung» has führende Goal. Die darauffolgenden mehrfachen Vorstöße der' Makkabistürmer werden jedoch teils durch die Schwäche deS linke« Flügels, teils durch die Verteidigung der Gäste zunichte. In der 3Y. Minute wird ein Elfmeterstoß gegen Makkabi diktiert, der jedoch dem Tormann scharf in dt« Hände geschossen und daher abgewehrt wird. In der zweiten Halbzeit macht sich eine leichte Ueberlegenheit her Gäste bemerkbar, die auch «ach mehrfachen ergebnislosen Vorstößen in der 80. Minute durch ihren vorzüglichen rechten Flügelstürmer ausgleichen. DaS schöne, in äußer stlebhaftem Tempo geführt« Dfjiel erbrachte den erfreulichen Beweis, daß dis sportliche Entwicklung des Makkabi eine aufsteigende ist und sich ihm eine schöne Zukunft prophezeien läßt. M. Herbst-Rundspiel in Hütteldvrf. >y,u tws am 7. mid 8. d. M. stattfindende große Nundspiel wurde ei,dgültlg folgende Gpieleinteckung getroffen: S o n n t a g. W a s p l a tz: 8 Uhr: Hakoah—Spottklub; 5 Uhr: W. A. F.-Rapid; Montag, Rav i d p l a tz: 8 Uhr: Hakoah ^Rapid; ft Uhr: W. A. F.- Sportklub. — An den beiden Vormittagen findet auf dem Sport» tlubvlatze in Dorndack em Reservtnturnier statt, das folgende Emtetlung, ergab : S o n n t a g: .9 Uhr: Fav. Vormäits- W. A. F., t/sil Uhr: Hakoah—Sportklub; Montag: 9 Uhr: Spiel der Unlerlegenen vom Vortage, ljsu Uhr: Sp,el der Sieger vom Vortage. Turnverein Makkabi XX. Dienstag den 9. d. Mum 7 Uhr adeyds findet tni Turnsaale, XX.. Jägerstraße 54, Knabenschule, die fcieiiidßc Eröffnung des TurnbetnebeS des Turnvereines Makkade XX statt. Alle Mitgüedcr der Turnseltion werd»» böillchst eurgeladen. Gäste willkommen. ö. Septetnber 1L H beite 7* Der Volkswirt. Der Kurssturz der polnischen Mark. Man schreibt unS auS Warschau: Zum bedeutendm Km-» stürz der polnischen Mark bemerkt der „Kurier Polski*: Dp. eigentliche Ursache des Kursrückganges der polnischen Mark iß der Kursfall der deutschen Mark an den ausländrschm Börsm insbesondere in Zürich. Die polnische Mark hat keinen Debet m Ausland, ihr Kurs ist von dem Kurs der deutschra Mark abr hängig. AuS diesem Grunde genießt die deutsche Mark in Poler ein Agio zugunsten der polnischen. Diese Konjunktur wurde vor der Spekulation und gewissen Wechselstuben in ungesunder Weis' ausgenützt. - Ein Warschauer Banker äußerte sich im „Kurje, Polski" über den Kurssturz der polnischen Mark folgendermaßen- Der KurSfall wurde durch den steigenden Bedarf an fremde, Valuta verursacht. Vorläufig verfügen wir über kein Mittel, bet weiteren Kursrückgang aufzuhalten. Man könnte nur die Emsuh, von Luxusartikeln aus dem Auslande verhindern. Im Inland tonnt« nur die ncüerriebtete Devisenzentrale die rückläufige Bewegung dek polnischen^ Martknrscs bekämvsen. Diese Aktion hängt jedoch nutzer Errichtung der polnischen Notenbank zusammen, der di» Devisenzentrale angegliedert werden soll. BanknotenUMlSAf 43*5 Milliarden. .Laut Stand vom 81. August hat sich der Banknotenumlau der Oesterreich«ch-ungarischen Bank abermals um 286'5Millioncr aus 48-453 Milliarden erhöht. Die Giroguthaben, und sonstig, fällige Verbindlichleiten ermäßigten sich um 195*958 Millioner auf 5839 Milliarden. Dreitägige, Verkehrsmrterdrechrmg an der Börse. Laut Kundmachung der Wiener Börsekammer entfällt a» S a m s t a g den 6., Sevtcmb er der Börseverkehr. Der nächste Verkehr findet am D i e n s t a g den 9. September statt Eine elektrische Bahn zwischen DomSrowo nnd Krakau. Aus Krakau wird berichtet: Wie die hiefigen Blätter melden, beabsichtigen Dombrowaer Jndustriekreise, eine elektrisch, Eisenbahn zwischen D o m b r o w a und K r a k a » z» erbauen. Der elektrische Strom soll durch die Ausnützung dm Wasserkrast des D n n a j e c gewonnen werden. Die Elektrifizierung der Arljdergbahn in Angriff genoMwen. Aus B l u d e n z wird berichtet: Mit den Bauarbeiten W die Elektrifiziemng der Arlbergbahn wurde dieser Tage begönne und soll Ende 192 l der elektrische Betrieb aus der Arlbergbaht eröffnet werden. Die Arbeiten für die Verlegung der staatlicher Schwachstromleitungen (Telephonunb Telegraphenlinien! aus den Bereiche der künftigen Hochspannungsleitungen der Bahn sind bereits nn vollen Gange. Die elektrischen Lokomotiven sind m Bestellung gegeben und auch die elektrische Kre-stquelle für Bahnzwecke wird erschlossen. Der Bau dcS 1800 Meter hoch gelegenen Speicher- Werkes am Svullersee mit der elektrischen Zentrale wird nahe- .stehend der Station D a n 8 f e n aufgesührk nnd nimmt dir staatliche Banlettung für diese Anlage in Klöster! , ihren Sitz. Erhöhung der Personenuzrd Frachtentarife in Gallzien rmd Schleften. i AuS Warschau'wird den „Polnischen Stimmen* berichtet: Der anitfiche „Monitor Polski" publiziert eine Verordnung, wonach die Personen--und. Frachteularise auf allen Elsenbahuliuien in Galisien und Schlesien um 100°/» erhöht werden. Die Verordnung tritt am 15. September in £h’a|t. , ' . Sin Vankierkongretz zur Frage der Valutaregulierung. Paris, 4. September. (Funkspr. der Tel.-Komp.s In den allernächsten Tagen wird ein Kongreß alliierter und ncutraler Bankiers einbernfen werden, um über frc wicht i g st e n wirtschaftlichen Fragens Entschlüsse zu fassen. Den Hauptptrnkt der Beratungen bildet die Frage der - Valuta reg ult er ung. Eine franzöfisch-ukrrainische Bank. Die Londoner Zeitschrift „F-nancial Times" berichtet, daß die S o c i s t 6 G 6 nsraleUnd BanquedePar i s die Absicht haben, eme Bank in der Ukrame zu gründen. Die Socrötä Gönärale hat bereits 50 Millionen Frankst gezeichnet. Das neue Institut beabsichtigt, Industriermd Handelsunternchmungen in der Ukrairre zu finanzieren. - , . . Von den Getreidemarktrn. Gleich wie bei uns, ist auch m Demschland das Wetter unbeständig.geworden und da von^ Hafer noch ein großer Teil auf dem Felde liegt, hat dies wohl mit dazu.beigetragen, daß das Angebot aus den deutschen Cr» zeugungsgcbietcn weniger reichlich und in den Forderungen merklich fester geworden ist. Dazu kommt noch, daß dzr deutsche Getreidehandel, eine Neuorientierung vornehmen muß, er muß sozusagen geographisch umlerncn. Während der Westen in den 'Friedensjahren reich mit wohlfeiler russischer Gerste und mit amerikamschern Hafer dotiert wurde, muß die Versorgung derzeit von der Zentrale auS bewerkstelligt werden, was nicht ohne Schwierigkeiten vor sich geht. Auf dem hiesigen Platze sind weilcrbm nur vclangldse Zufuhren zu verzeichnen, die den Bedarf nur ganz ungenügend zu versorgen imstande sind. Greifbare Ware erfährt hierdurch eine sehr hohe Wertung. Die Erntebcr-chte lauten befriedigend, doch wäre die Landwirtschaft mit Wtederkehr von dauernd warmem Weiter sehr zufrieden. Wiener Börse. Mit Mcksicht auf die bevorstehende Erhöhung der Effektenumsatzsteuer sowie der Annahme, daß bei der heute stattsindenden Versorgung kein Stückemangel zutagetreten dürfte, bekundete die Spekulation an der gestrigen Börse Reserve und nahm in Staatsb ahn- und Alpine-Aktien Abgaben vor. Erstere ermäßigten sich bis K 1305.— um K 48.— (nachbörslich bis K 1285.— um weitere K 20.—), letztere büßten K 25 — im Kurs ein. Von diesen beiden Effektesigattungen ausgehend, übertrug sich die schwächere Haltung auch auf die übrigen Gebiete. Ledigliä) die Werte tschechischer Provenienz waren Gegenstand regerer Nachfrage im Hinblick auf die Meldung, wonach die Coupons Ischecho-slowakifcher Effekten aucb an Deutscbötterreicber