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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-30 · Heft 190 (30.7.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 190 (30.7.1919)
Date
1919-07-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mer ÄM-Ms mtzL drm 'rE-schze OMZiere sind de« Matterer« zuw Opfer gsfMeu. •' _ ■ . Das VTNLrMLNSGStWM fLs die MTichSrZgiLrNNK. M« Steg der LMLspsxteie» fflb&e die WlÄestscheN. WMrÄrr, 29. JuL, Wattvnawersammlmrg.) Irr KEgefetzter Aussprache über die NegieruugserkLLrungeu j^Lärts Reichswmister Erzborger unter andorem: > Die Regierim-g hat immer mit voller Entschiedenheit bestritten mÄ ich bestreite es auch/ es ist eine welthistorische Lüge, daß Deutschland der alteiniga Urheber des Weltkrieges ist. Aber etwas anderes ist «S, wenn mmr bei objektivem Studium der AAen dazu Lommt, daß auch Deutschland seinen Teil an der Schuld - trägt. Wenn ich das ausspreche, so' sage ich nur die^ Wahrheit. Wir brauchen den SLastsgerichrsHof, »erklärt der Minister weiter, aus ztvei Gründen. Die können keine Gesundung in Derttschland hi.rbeifichren, offenkundige GeschichtLfälschnnge«/wie sie von jeher dort beliebt sind. Wr häben den. Kanrpf nicht aufgeuommen, sondern er -wurde uns aufgezwungen rmd vuf-- gedrängt. Wenn Sie ihn aber haben tvvllen, werden Sie Hu haben, und zwar mit aller Rücksichtslosigkeit Mg. W a h r m u t wendet sich gegen den Gesetzentwurf über deu Staatsgerichtshvf, weil er. Deutschlarrd in der Schuld frage der" Welt gegenüber in eine falsche Lage bringt. r ’ ' Damit schloß die ^sprechünU.. . .MH persönlichen Bemerkungen wurde Zur Abstimmung ^schritten Das Haus beschloß nach < eurem Antrag Lobe (SoZialdemvlrat), die Rede der WAnister phe.nicht der' Beweis ehrlich und odMktrv erbracht wurde,. I und das beiMbrachte Material auf Kosten des Reiches wer und wieweit in Deutschland Schuld rst. DerStaatsim. deutschen Volke zu verbreiten, mit einer ErrveiLerung gerichtshof wird seruer dazu dienen, daß dst unerhörten nach einem ArrLrage Arnftad-t/ (dsuLschnaLional), - daß Beschuldigmrgeu, die wähoeuÄ fünf Jahren mrs dem Uuslatche auf Ms " Niedgxgepvastelt -nicht ^«bM. NnfrechterhalLen 'köm.ren. Er wird, dazzr berträgchk' bie Achtung vor dem berrtfchen Namen-im Auslände ^wieder herzustellen, nachdem objektiv MgesteW ist, was wahr, chas unwahr und nicht haltbar.sei. Wir hä'LL«r /weiter ^geschwiegen und' rmr . einen Teil des - Material ver-' öffentllcht, das meiste aber deru S taa t s g e r i ch t'sßvf Vorbehalten. Was hat diesen wohlerwogivnen Man per Negierung durchkreuzt und uns eine aridere Haltung mrfgezwungen- Die unbegründeten Angriffe, die von dev rechtsstehenden Parteien und den Mitgliedern der früheren Regierung erhoben worden sind. Dies snrd auch das Schreiben des päpstlichen Nuntius nebst Än- VerösfeNtlichunI beizufügen - sei, urld,' Merr weitercn Zusatz des unabhängigen SoMldenwkrMn Agnes, auch die Stenogramme der . Berharcklungen der Mationalversammlrmg durch Berösfentttchung zu billigen Preisen dem ganzen Volke zugänglich zu mathen. Das Vertrauensvotum für die Regierimg. wurde sodarm mit großer Mehrheit ange^ nvmmen. Die uamentliche Mstimnrung über das Mißtrauensvotum ergab, pesserr ÄblehuMg mit 243 gegen L3 StinnneK. . ILalLGNische WsrLLhrANgTN gegen DeNtschösterrexch. B e v 11«, 29. Juli. (Korr.-Bur.) Das „T AHN-- Ads«M-a4L" MeZDeS mrs BsfeL r „Sssoßs"' meldet «rrs Nom r Me elnla«fsrrd-m Ma-Hs richte« lsffsrr es «ls. «msZeschloffs« eNfchei«M,. datz De^erreich vmr Friede«svertrag unLsrschreibe« werde»AnKesichts der verschärften Lage habe der Winifter-^ Präsident angesrMrDt, - daß die - En Llassung der a ch L j ü n g ft e «Jahrgänge a n f Z u s ch i e d e n sei. AnsrWftmg der MAeNLMKM in BALgarien? B e r l r n, 29. Juli. (Korr.-Vm.) Das „8 Ahr- AdGKdLLM"^, meLdet ans BnLaseft : Gas r«- Manischs PrTM«rea« meldet «Ns Gsfts r W«l- -garie« fte?)L' rrsr. schrnersn A«rAhL«» T« de« ietzte«- UaKE« fände« ln aLsu Städte« blutige DemsnftrMs« statt, irr deren Bsrlauf immer wieder dis Arr§r«ftmg der NKt§rep«Dlilr i« VnLgarie« Ksfordert w«rde. Sine. AMmälzrmg s ch e i« t Nicht m e h.r a rr.f Z rr.h a.L.Le.« - « feirr^ DENtschsstwreLchischs ArLsiLer für tat WiLder- . KNfÄKN FrMkreichs. ' LWsre KshlrNvLrssegsrrg. — Die LeSsASWitteldsUefsrNAg. ' Saittt^GerMmn» 29. Juli. (Korr.-Bur.) Der Minister für Mederunsöar», 8 o u ch e u r, erWm heute um' 6 ayr abends in Saint-Gerimvtn imd bespruÄ nnt d^»n StkutÄanrier Dr. Nenne r, der den SeKiorMef Sch ü l l e r und den Leaatisnsrat Frankenstern beizog, dee Fmge, imvüftr» mio in welchen Formen d e n t s ch 8 st e r r e i ch i s ch e A r b e i t e r bei dm ä ü.s gedehnten Wiede r h L d» st e l l uu g Z a r b e i t-e.n" tn Rordfr aukr eich B es ch 8 f t i g n n g finden könnten. . Loncheur teilte mit, daß solche Verhsndlttt»KM bereits mit D e u t s ch l a n d. I t a l i e n und Polen stattsindm. Die Arbeiter w ü r d e n s e l b st v e r st ä n d! i ch nicht^ atz S o l d a t e n oder K r i e.g s s e f ang e« e, sondern als freie Arbeiter behandell werden, wobei bloß du noch vorhattdene« Empfindlichkeiten der Emivvhuer der verwüsteten Gsgmdsn gc>mße Vorsichten ratsam erschnnen laßen. B^MdrwNse sei cs noch nicht möglich, den Fremden volle B ew e g u n g s f r e ich e i t in ganr Frankreich emrnrinrmm. Dabei würden BrrhaMrmgen über drc B«q»mrrieM»g, VerMegung -md andere Fragen notwendig »verden. Was. die Bekandlrmg und Enstohnnng bcluint; so verpflichtet die srcnMmche Re^rrnnH das Gesetz, mrvländii'che Arbeiter darin nicht, schlechter zu bohandel-u als die eiub-eimrscheu. Es mären daher in kürMer Zeu direkte Verhandlungen zwischen dey maßgebenden s r a nz ö f-i s ch e n R e a i e r.u n g s st e l l e n und zMndigen V p t fretcru yer b eu tschö st or r t ich i s ch e n A r b e i t e r s ch q f t zn führen. An die ÄMWimgen oc§ Ministers f#$ stch eine ein» Mhrnde Besprechung der ganrrn Frage. Der Kanzler j&ftte in AnSsicht, daß er binnen kAzestor Zeit eine KoumüNan aus DeutschvfierrRch nach Saint-Gmuain berufen werde, dis m BerhavdluMen emtrcte« wird. Munster Lynchenr brachte sodann Ko Angelegenheit der K.o h! e n v e r s o r g n n g zur Sprache, welche durch mehrere Msrrer DeÄschristen betrieben worden war. Sr verwivS dabei auf de« internationalen Ch arakter d er K o h l e n k r i s e. Buch Fcemkreich beziehe nur etwa 6s PPvzcrrt seines BedarfeZ rmd dr»S rrnrrgÄlrnWg. . SMouschrt Schüller gab sine MevnmÄOAe DgrsteÜWM unserer Kolstkn-not. Außerdem besaR« sich die Ko-rissrmz noch mit unserer E vn 2 h r n n g 8 s ch w irr i g k e 11 Lsncheuc teile mit, daß er Fcei-ag narb L-'-ndsn zur Snwng des.Oberen W-irtschaftsr.'ites reis^ wo diese Fragm dehau-elt und etirsM-den werden sollen, und erbat sich von rmierer FriedenSabd-rdunng schnWche Matericüien. Diese werden ihm noch heute berc-igestellt. :SL Cs. -l'Si e n, 80. Juli. Die deutsche Raüonalverfammlung führt jetzt eine DebsttL, die bei aller Anerkennung ihres sachlichen 'Ernstes doch reichlich zu spat kommt. Märe das Spie! jener um den Kaiser Wilhelm aescharten Verderber Deutschlands und der ganzen Welt im Novemlü?r auf-- ssed-eckt worden, so hatte die Wirkung auf den Friedens-- sertrag nicht ausbleAtm kötMen. Denn schon damals' wäre der Beweis geliefert roor-xn, daß das Volk Deutschlands' und seiner Verbündeten machtu:id wehrlos einer Bände verbrecherischer Narren ausgeliefert, war, die i bei sich von dem unglücklichen Aus-gang des. Krieges überzeugt waren, nach außen hm aber sich m. uferlosenAnnexionsforderungm nicht genug tun kLmüeu. And sie. arbeiteten einander glänzend in die Hände : Michaelis schrieb cm Hindenhurg und Ludendorff, sie' -mögen ihn unterstützen.. Und si^-taten es. Matthias Erzberger, der mit den Enthüllungen angefangen bat, gehört dem Zentrmn an. Die Rolle, die: er während..der ersten Kriegsmonate grspielt hat, ist nicht sehr einwandfrei, wie man überhaupt in der Ben.rieilung bif fini Mitglied des Lussichtsrates der SchWerlridustriesirmai Thyssen sogar für die Angliedc-rung engtiferjer Inseln anv 'Derüfchlmrd erngeLretsn. Erstals er diese Stelle: mederlegte, wurde er Zum Püziftstm.und entfaltete eine sehr lebhafte Tätigkeit, die ihn auch in Konflikt mit. den ^verschiedenen Oberlwmmanden brachte. Die.Alldeutschen verfolgten ihn wie jeden, ber das Wort Frieden Lusfprach, mit ihrem wütendsten Haß, der nicht einmaldavor zurüLfchmte, die Frauenehre feiner - Mutter anzugreifen. Jede Reise ErZöergers — er war zu wicherholtemnalen in. Merr — hatte eine Flut von Be» DeMNLiationeu des Mmrnes zur FMe, der' sich' äVbr mchv emschüchtern kiest.' -JN'e'm neues Stadium brachte erst der gewesene Wiener Botftha-ster Mas Wedel die Angelegenheit. Er klagte Erzberger an, im Frühjahr 1917 im Bunde mit Kaiser- Karl den bekannten Geheimbericht Czermns in die OeffentüchkeiL in Deutschland und Frankreich gebracht und dadurch den feindlichen Siegeswillen von neuem gestärkt Zu haben. Graf Wedel zitierte auch einen Sjrtef, eingestand, der Friedensfache schwer geschadet zu habem Jetzt schien es Erzberger geraten, neben der Sorge um die Reichsfinänzen auch die Führung der inneren und -äußeren Politik auf der Tribüne der Nattonal- . Versammlung an sich Zu nehmen. Er ging zum Angriff, über. Er teilte die Geschichte des englischen, durch den Papst v.ermitLe!ten Friedensangebotes mit, in welchem nichts als eine mmdige, unzweideutige Erklärung! Deutschlands Liber die NeutraliM Belgiens gefordert worden war. Der Reichskanzler Michaelis, wegen seiner konservativen Betbrrrderfchast ein Schoßkind der. Jrmker,' antwortete ausweichend und teilte das hochkedeutfame Dokument, das vielleicht zueiner culssichtsreichen Friedeirsdiskufsion hätte führen können, 'weder dem Reichstag noch dem Armeeoberlwmmmrdo mit. So hat dieser herzlich unbedeutende, schwächliche, von dem ebenso mrbedeutenden, aber ruundfertigeren Helfferich beeinflußte Mia)äelis dis letzte Chance zum Frieden aus der Hand gegeben und mit Wilhelm H. allein entschieden. So sah die Politik eines Staates aus, dessen leitende Persönlichkeiten nichts von einander wußten und nebeueinanderher regierten. So wurde eim ganze Weit ins Unglück gestürzt von Menschen, die nicht fähig waren, den Augenblick zu erkennen, über deren Auswahl nicht die persönliche Tüchtigkeit, Indern das mehr minder orthodoxe protest-mrsische Bekenntnis entschied. So war die Leitung eines Staates beschaffen, der unablässig in die irmeren Bechültniffe seiner Bundesgenossen - emgriff und auch deren Politik beeinflußtes ja sogar, nach dem bekannten Brief Karls an Sixtus, vollständig an sich zu reißen versuchte. Die An-zul-änglichkeit ward hier zur Tatsache. Sie hatte erst Unsicherheit, dann den völligen Ausannnendruch gepaart mit Verrat zur Folge. Daß es aber so ktM tmb kommen mutzte, daran trägt der church ParlMnentarisMus Kk'.nn r-erb.-'.^t? Antvlttatismus Deutschlands, ferne dadurch ludm-st? und i:?.mer meitcrsresiftude Kriegsmüdigkeit unb Ver.7wcifluug ■ und schließlich die Korruption. c'tt-.-.'c!• ß äing'?.n>s die Schuld, an die sich dann^ log"' d"7 der { dulgNstcheil Generale reihte, reo gr -s eben alles in-

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