Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 183 (23.7.1919)
- Date
- 1919-07-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979260--01635-2987059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rk. 183 Wim, MUtwoch Wiener ÄrorgerszeiAng Bühne MÄ Kunst. Jüdischer Orchesterverein. Nachdem unS daS jüdische Fugrnoheirn eist in letzter Mmule das wertere Proben in ihrem Saale mietW Lr Eafä_ ErscyEsn wnd gckelen. Vreir Wdische VvlkL-ühne. Donnerstag den 24. d. M. findet nn W i e n e r B ü r g e r t h i a 111 die dritte Vorstellung der Freien jüdischen VolkMhne statt. Zur Abführung mlangt Jakob G o r d i n § Drama in vier Akten „U h n a H e i m". Beginn 7 Uhr. Metrspottheateo. Die Äesüchrr der 10!., 102. und 10öi Auffühmng der Operette „Schwarzwäldrnädel" erhalten ebenfalls das arigmelle Grinnerungsblatt, das an daS Publikum der 100. AttfMrang znr Verteilung gelängte. 70'. »Das Feuer" Bücher ««fever ZaiiL.« »Der Mensch ist am", das rrkeunt- N'.Stiese Buch von 8 e o n h a < d I v ä n k, schildert die bis zum Irrsinn MttgerLe Absurdität deS Kriegsgeschehens und die erlösende Mrmng menschlicher Gltte (geb.'L 20.' von Henry Barbusse, bücher, Halden Widerständen d'. zum europäischen Gewissen gesunden igrv.»>-ov.ov»/. »ipij »«# Paquet s, ,,Der>.Geist der rasstschen Neoolutiou", bringt die Wahrheit über die Sowietherrschaft und ihre Ziele (K 10.—). Zu beziehen durch die Bnchhnndlung N. L ö iv i t, Wien, l., Roten» turmstmße 22. ' y GerichtssM. , ToLschlSger mn seine MKrmssehus. Dar vom SLephLnsplütz. Sine bskarmte Wiener Stratzmstanr, der 47jnhrige Stiefelputzer arn Stephansplotz Johann H l a v n o v s k y, hatte sich gestern vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz des Hvirates Dr. A l t m s u n woge« Totschlages zu verantworten. Die Anklage, vertreten durch Staatsanwalt Dr. Brunner, führt im ^esenckchcn aus: . Beschuldigte, der als Sohn eines Kleinhäuölers in einem mirren Orte-RordbshmenS zur Welt kam, brachte sich ebendort als TaglZhner fort. Im Jahre 1899 heiratete er ein Mädchen auS seinnn Orte, verließ ste jedoch nach einem Jahre wegen angeblicher Untreue und kam nach Men. wo er als Süfiehmtzer fein Ausko-mmcn fand. Bor elf . Jahren lernte er die Jolrslne HM kennen und lebtW früher, mit ihr im gemeinsamen Haushalte. Während^ des Dneges war Hlavnvvsky emgerüät, wurde aber nur zu Hüfsdrensten und kürze Zeit bei einer Schemwerferabtellung verwendet. Bis vor kurzem war das Verhältnis deS Angeklagten zur Getöteten ein grüsZ, dies änderte sich aber, als er wieder von eurem in der, Jugend ausgetretenen epileptischen Leiden befallen wurde dreö ihn hinderte, sich der Hulrk in zärtlicher Weise zu Nähern. Die Mchk soll ihn daher, wie der Beschuldigte angibt, ivrtwHnW 1)erhöh nt und einen Krüppel genanut h aben. Am 19. Marz l. I. stand Johann Hlavnovsky um 5 Ühr früh aut, ging m, hie Küche, um sich zu wasche«. Die Hnlik folgte chm und sagte wieder: '. »,Drr ttst hrrlt ein Krüppel!" . l§s mtstand mm ein Streit, in dessen Verlauf die Hnlik den Angeklagten von sich wegstieß und chm ein Schnapsgläschen, mrS wÄchyn er eben getrunken, an den Kops warf. Der in große Err^MY geratene hlavnovsky riß nun ans der Hohlenkiste eine ins versetzte der Angeklagte Hiche, wormkf er flüchtete. Do- Verhör. . Der AngÄlasße, verteilst von Dr. Max N e u d a, ist r<\x krÄttgrr, grotzer Mann aat> spricht mit so stark einschlagendem tschochifchon MaleSt, daß er oft schwer verstürwlich wir-, m weint während des Berhörtz fast nnmlfhvrkich imb betont ivnner wich«, daß er bis zu seiner Emrückurra mit der HE sehr glücklich gelebt hat. Er schildert sie als sehr brave Fvau, die ihm feinen Haushalt geführt hat. Bors.: lind weshalb ist das Verhältnis auf einmal anders geworden? Weil Sie krank ivaren? — A n g e k l.: Nein, weil ich hakt viel zu schwach war. Ich konnte rhr nicht al? Wkamr genügen uno da frozzelte und beschimpfte sie mich immer. — Vors.: Me ist es zur Tat gekomnwn? - An ge kl.: AIS sie mir daS SchnapSgläSchen rnS Gesicht schwitz und mir dabei: ,M Krüppel!" zmref, geriet ich in eine solche Erregung, daß ich nicht wußte, was ich machte. Der NütgeklagLe schildert sodann, wie er nach Verübung der Tat de« Leichnam mit einer Tuchent zugedeckt hat Md sich zu seinen Verwandten begab, wo er von seiner Tat erzählte. Born Vorsitzenden befragt, weshalb er den >^rper ^zugedeckt habe, meint der Angeklagte unter Weinen: Ich hab'S halt net,sehen Knnen, so viel blutig war sie! Der Vorsitzende verliest dann einen Brief, welchen der Angeklagte nach Verübung der Bluttat an die Schwester der Getöteten gerichtet hat. In demselben gibt Hla mnomSkY bekannt, daß die Hnlik sich 1090 Kronen erspart habe, uüd bittet, ihr ein recht schönes Leichenbegängnis machen zu lassen. Er bereue aus tiefstem Herzen, seine Tat. Primarius Dr. W i« g. W i ck e n t h a l erklärte in seinen: psychiatrischen Gutachten, daß der Beschuldigte ein Mensch von tief stehe Uder Intelligenz sei. Er habe schon in seinen jungen Jahren zwei leichte Schädelverletzungen erlitten und sei in P o l a v o n einer explodierenden Granate verschüttet worben. Durch den furchtbaren . Schrecken scheine sich bei dem Jnkulpaten ein schweres funktionelles Nervenleiden eingestellt zu haben, eine sogenannte trenmatische Pst)choneurose. Die Folge davon sei, daß er gegen ans ihn einstürmenoe Affekte weniger wN'erstandsfähig ist und in einem Affektzustande nicht solche Hemmungen curfzubringen vermag wie ein normaler Mensch. Trotzdmn aber könne bei dem Beschuldigten weder von eine" ^ni *■•** ’1-*“ *r‘ ~tL *—■r* ifl¥1 “ verroirrung er & Die Veschwornen bejahten mit 11 Stimmen 8ir an sie gerichtete Schuldfrage wegen Totschlages, worauf der «Äeric-sistws d-n Angeklagten Johann Hlavnovsky zu v i o r I a -) vu schl'ver«n Kerkers verurteilte. Der Bolkswirt. Die finarrziellen Friedensbedingungen str Derrtschösterreich. Von hervorragender Sette. Das lange Zögern der Endende, die finanziellen FriedenSbedingungen Deutschöfterreich bekanntzugeben, war ein Kennzeichen dafür, daß der Oberste Nkat der Entente selbst über diese Bedingungen nicht einig werden tonnte, und es ist wohl attzünehmen, daß dieser Teil der Friedensbedingungen unter den verschredenartigsten Einflüssen mehrfach geändert worden ist. i merkt diesen Friedensbebingungen an, daß sie nicht aus einem Guß sind, daß sie einen Komprvmißstandpunkt darstelken, bei welchem allerdings der Deutschösterreich feindselige und gehässige Geist die Oberhand behielt. Wären diese FrieLsnsbedingungen vor Abänderung deS Artikels 49 des Friedensvertragsentwurfes, welcher bekanntlich das in den Sukzessionsstaaten befindliche deulschösterreichische Privateigentum liquidieren und sequestrieren wollte, bekannt geworden, es wäre «irre Diskussion über diese Bedingungen überhaupt nicht möglich gewesen; jeder seiner Verantwortung bewußte Deutschösterreicher, der zur Mitwirkung am tzlbschluß des Friedens in irgendeiner Form berufen ist, hätte den Forderungen der Entente ein glattes „Unmöglich" entgegenhalten müsse'.:. Nun werden die finanziellen Friedvnsbedingungen verbunden mit der Auflassung de§ § 49, mit dem Fallenlassen der Forderimg nach der Konfiskatiorl von gut zwei Dritteln des österreichischen Volksvermögens; es wird der deutschösterreichischen Friedensdelegation eine Frist von zehn. Tagen gesetzt, so daß die Hoffnung begründet erscheint, daß es uns in dieser wenn auch kurz bemessene« Frist gelingen wird, die Unannehmbarkeit und Undurchführbarkeit auch der neuen finanziellen Bedingungen zu erweisen. Von den seinerzeit publizierten Bedingungen ist noch eine sehr schwere aufrecht, das ist die der Berechnung der' deutschöfterreichischen Schulden an die Sukzessivnsstaaten. Es wurde wiederholt nachgewiesen, daß das eine Steigerung der deutschösterreichischen Schulden an die Nationalstaaten, soweit Privatschulden in Frage kommen, auf bas Zweieinhalb fache deS Obligos bedeutet. Auch in den jetzt verlautbardm finanziellen Bedingungen finden sich Bestimmungen. von ähnlicher Tragweite, deren Durchführung nicht nur zu dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des Staates, sondern deS deutschösterreichischen Volkes zur Folge haben müßte. In erster Mihe muß da die „Wiedergutmachung" hervorgehvben werden. Wenn die offenbar lückenhaften Nachrichten über diesen Punkt der finanziellen Bestinrmungen richtig interpretiert werden, so muß daS kleine Deutfchösterveich, dessen wirtschaftliche Schwäche täglich sinnfälliger in Erscheinung tritt,, auf Grund der Entscheidungen der Kommission für Wiedergutmachung die ganzen Schäden bezahlen, soweit sie zunr Beispiel feindlichen Zivilpersonen durch die Kriegführung der österreichisch-ungarischen Armee und Kriegsmarine zugefügt worden find. Di» Einschränkung, welche dieses Prinzip erfahren soll, liegt im freien Ermessen der Komnnssion für Wiederherstellung. Diese wird nämlich angewiesen, ans die finanzielle Situation Dentschösterveichs und auf die Verringerung seiner Zahlungsfähigkeit Rücksicht zu nehmen. Noch eine andere Einschränkung soll das erwähnte Prinzip derSchadensgutmachung dadurch erfahren, daß die industrielle Tätigörit nicht desorganisiert werden darf und daß keinem Unternehmer mehr als 39 Prozent seiner Produktionsmittel abgenvmmen werden sollen. Für diese Verpflichtungen erhält die Entente ein gesetzliches Genevalpfand, das an erster Stelle rangiert, auf das gesamte Staatseigentum sowie auf alle gegenwärtigen und zukünftigen Staatseinnahmen. Von dem Ermessen der Ententemächte wird es abhängen, ob mrd inwieweit Förderungen gegen Deulfchösterreich aus der Lieferung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen der Vorrang vor der Forderung auf Wiedergutmachung eingeräumt werden wird. Diese Bestimmung zeigt wohl deutlich, daß Deutschösterreich in allem und jedem in Hinkunft von dem guten Willen der Ententemächte abhängig sein sott, baß die Ententemächte es in der Haüd haben werden, die dringendsten Existenzbedürfnisse der deutschösterreichischen Bevölkerung reichlicher oder weniger reichlich zu befriedigen und daß ebenso die Produktion rmd der Wiederaufbau, der ohne Rohstoff nicht in Angriff genommen werden kann, gänzlich in das BtzliehLn der Elfientemächte gestettt erscheint. Eine Summe, mit welcher diese Ansprüche auf Wiedergutmachung ab gesunden werden können, ist noch nicht festgestellt. Sie kann ' nach der Leistungsfähigkeit Dentschösterreichs verringert oder erhöht voerden. Diese Bestimmung über die Wiedergutmachung der Kriegsschäden ist so weitgehend und schwerwiegend, daß gegen sie. sogar die anderen Bcstiminungen über die Kriegsanleihen, über die Aufteilung des Staatseigentums und die Banknoten in den Hintergrimd treten. Hier hat man mit mehr oder weniger ^fipen Ziffern zu rechittn. ÄS ist äuch aus HieseM Teil dek finanziellen Kestitsirnnugen äeS FriLdenshLrltaScS ersichtlich, daß die En!en ■: sich bemüht hat. eine gerechte Lösung 8er Kriegsnnleiiu : nd Banüwtonfx-ag^ zu firrden. Die Hauvtlnst für Deutschösterreich bedeutet die Bestimmung über die Wieder.' uiinachung und sie muß vor. allem auch ans die anderen Nationalstaaten abgenuilzt oder bedeutend er-;23. M ISIS leichtert werden, sonst Sem« die Konsequenz beS FrtedensvertrageS keine andere fein, als bet bankerott, ja noch viel mehr; der Wirt Zusammenbruch bjeS gesamten beutschöster Volkes könnte nicht ausolriben, Friftverlättgerung der Korlfkribierrmg deS beweglichen Eigentums in Tschechien. Prag» 32. Juli. (Tschechs-slow. Pveßbur.) Ans Einschreiten der tschechischen Sektion des LandeSkulturrates versprach der Finanzminister, daß die Frist zur Uebrrreichung der Kdnskribierung deS beweglichen Eigentums und der nichtbÜcherlichen Forderungen, die am 81. Juli ablänst, bis 81. August t>. I. verlängert werden wird. Enquete über neue KompensationsdeVlngungen M Orsterreich mrd Deutschland. Laibach» 21« Juli. Das Korrespondenz-Bureau Laibach meldet aus B e l g r a d: Am 28. d. M. wird die Enquete über die neuen K o m p e n s a t i o N S b e d i n g u n g e n fiir Oesterreich und Deatfchland eröffnet werden. Auch die Handelskammern werden hierzu eiugelüden werden. Lchlefifche Bank in Tefchvn. Aus T e s ch e n nreldeü die »Polnischm Stimmen": Der Nationalrät erteilte die Kon? zession für die Gründung einer Aktiengesellschaft ^Schlesische Bank m Tischen" mit einem Kapital von 10 Millionen Kronen, das nach Bedarf erhöht werde« kann. Der Zinsfuß dieser Ban? wird niedriger sein als jener der Warschauer Banken. Das Kapital ist bereits nahM vollständig gedeckt. Der erste polnische Handelsdampfer. Aus Krakau berichten die „PolnischerkStimmen*: Nach Mitteilungen hiesiger Blätter wurde in Chicago unter dem Titel „Poland-Amttntz Linie" eine Aktiengesellschaft gegründet, die sich mit der „Polisii American Navigation Coovträtwn" fnsioniert hat. D:e Gesellschall, die sich die Schafsimg einer polnischen Handelsflotte zur Aufgabe gesetzt hat, unterhandelt bereits mit einer großen amerikanrfchrn Firma wegen Ankaufes eines TransportdamvferZ^ nnt 6560 Tonnengehalr. Der erste polnische Handelsdampfrr dürste schon in allernächster Zeit dem Verkehr übergeben werden. Die Goldausbeute in Transvaal. 8 o n d o n, 21. Juli. Die Goldausbeute der in der Transvaal Chamber of Mines vereinigten Minen betmg tm Juni d. I. 702.879 Unzen im Werte von 2,988.515 Pfund Sterling gegen 9,079.583 Pfund Sterling im Vormonat. Auf die Außendistrikte entfielen 19.776 Unzen Göld im Werte von 84.001 Pfund Sterlmg gegen 80.017 Psund Sterling im Mat l. I. Ende deS Monates Jnni wmden in den Goldminen 173.505, m den, Kohlenbergwerken 12.544 und in den Diamanrenminen 8831 Arbeiter beschäftigt. Die künftige Wietschaftspolitik Englands. Die zukiinftige englische Wirtschaftspolitik kann nach Äeußernnaetp deS HandelSmivisters Sir GrddeS im Unterhause jetzt noch mcht fixiett werden, weil die Lage Englands zwischen zwei Märkten, dem Markte deS ^bankerotten Errropa", wo der Wechselkurs w niedrig, und dem Markte des „sehr prospenerendm Amerika', wo der llpechselkurS so hoch ist» große Schwierigkeiten erzeugt. Die britischen Oelftmde. Kürzlich wurde Oel bei den Bohrungen zu Jronville priordert. In Stardstof und Birmington fließt daS Oel m einem Ausmaße von 400 Gallons pro Tag. Driespostverkehr mit de« niederländischen Kolonien. Die niederösterrelchischr Handels- und Gewerbrkammer gibt den Interessenten auf diesem.Wege bekannt, daß .der Briespostvettehr mit Nicderläudisch-Jndien und den übrigen niederländischen Kolonien wieder rrosinet ist. Zngelasicn sind gewöhnliche und eingeschriebene Briefe jeder Art. Do« den Gctrewnnärkten. Eine gewaltige Hmrsse ist an den La-Platamärkten zum Durchbruche gelangt. Ire BüenoS-AireS sind die Weizenpreise innerhalb weniger Tage von 10.35 Papierpesos au? 14.16 Papierpesos pro 100 Kilogramm gestiegen. MäiS hat sich im gleichen Zeitramne um. 60 Prozent verteuert. Berichte über den Grund der Arrfwärtsbewegung der Preise liegen bisnun nicht vor, frühere Meldungen wußten allerdings von einer Derschlechienmg der ErnteauSsichten zu berichten. Auch die Kurse an den amerikanischen' Tenninmärkten zeigen auswärtsstrebende Richtung. Die Haussegrrrppe hat wieder Oberwasser bekommen, sie diktiert sozusagen die Preis«, von welchen derzeit die Weltversorgung abhängig ist. ES wird dnlben energischer Regierungs" Maßnahmen bedürfen, um die Preise wieder auf einen halbwegs erträglichen Stand zu bringen. Der heuttge Markt stand völlig unter dem Eindrücke der heute verlautbarten erdrückende» Bedingungen des F'riedsnsvertrageS. Ein Geschäftsarfinw konnte unter diesen Umständen nicht zur Geltung gelangen. Der Umsatz beschränkte sich auf kleinste Mengen, die der Deckung dringercksten Bedarfes dienten. Der Schnitt erfährt durch die neuerliche:: Piedrrschläge eine unliebsame Unterbrechung. Auch für die geschnittene Fnlcht ist die Nässe wenig vorteilhaft. __ Wiener Börse. Bei Beginn der gestrigen Börse übte der nicberschmetternder Eindruck des deutschösterreichischen Friedensvertrages, welcher schon lange vor Eröffnung des Verkehres vielfach besprochen wurde, einen empfindlichen Dmck auf das Kursniveau aus. Die führenden Kulisiewerte setzten gleich um K 9.— bis k 42.— tiefer ein und gingen bei recht lebhaftem Geschäft weiter zurück. Eine Ausnahmsfiellung nahmen im Gegensatz zu den übrigen Werten die t ü r k isch,en, tschechischen Papiere sowie Südb a h n w e r t e ein. welche gleich im Anfangsstadium mit Avancen bedacht wmden. Tabak-Aktien eröffnelen K 2050.—, stiegen bis K 2270.—, vermochten jedoch die volle Avance nicht zu behaupten und schloffen zum Kurse von K 2100.—. Nach Erledigung der Der» kmrssdrders Kam ein Stimmungsumschwung zum Durchbruche, welcher mit der sich wieder stärker fühlbar machenden Notmflucht und mit größeren Käufen der valutürischen Papiere anaebllch für Exportzwecke motiviert wurde. Ein großer Teil der Einbußen wurde wieder wett gemacht; bloß Anglobank und beide Kreditdlktien blieben im Rückstände. Skoda-