Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 179 (18.7.1919)
- Date
- 1919-07-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 179 Men. Freilag die Bitten der Fmu Anbonie D o n a u, der Frau Emilie Kaulus und des Herrn Robert.We-inbrennererbrochen und Wäsche, Kleider, Lebensmittel und Schmuck im Werte von beiläufig 20.000. Kronen erbeutet. Kaura und Stepanek zeigten, dem Kopetzky die unbewohnten Villen, in. denen etwas zu holen^-sei. Josef Kaura bat' auch an der.Plünderung des Monturdepots' in B r u n n. a m G e b i r g e im Noveryber 1218 teilgenommen und sich Stoffe im Werte von über 5000 Kwnen anzesignet, die er dann gegen Lebensmittel umtauschte. Für die gestrige Verhandlung wurden größere Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Eine Abteilung Volks-' wehr und Sicherheitswache sowie die verstärkte Justizwache sorgten für Msrechterhaltung der Ordnung, jedoch g.ab es'keinen Grund zum Einschreiten. Sämtliche Angeklagten bekennen sich schuldig. Karl Kopetzky schildert in humoristischer Weife seine Flucht aus der Strafanstalt Möllersdorf. Sodann werben die einzelnen Diebstähle und Einbrüche besprochen. Heute werden die Zeugen einvernommen werden. Das Urteil wird, übermorgen gefällt. Ehebruch aus Dankbarkeit. Ans Prag wird drrichttt: Bor dem hiesigen Strafgerichte hatte sich die 36jährige verheiratete A. I. wegen Verbrechens des K i n d e s m o r d e s. zu verantworten. Die Angeklagte wandie sich an die Richter und zagte: „Meine Herren Richter! Sie werden sich noch der Zeit erinnern. Es war m den grimmig kalten Februarnächten, noch lies im Kriege. Die Fronen, Greise und Kinder lagen auf dem Pflaster und warteten bis zuni M o r g e u auf em Laibchcn elenden Brotes. In diesen schweren Tagen und Nächten, da meinMann i m F e l d e stand, litt ich beispiellose Not, meine beiden Kinder schrien nach Brot. Ich wobnte in Roffok bei Prag. Mein Erwerb war gering, ich wußte mir keinen Rat mehr. Da lernte ich einen Mann kennen, der mir aushalf. Mehl und Kartoffeln bekam ich, Eier und Butter. Da gab es eine bessere Zeit . für uns. .Aus D a n k b a r k e i t g a b i ch m i ch i h m h i n. Ich gebar ein Kind. Nach-der Entbindung kühlte ich mich sehr schwach, daS Kind neben mir schrie und ich konnte ihm nicht helfen. Ich legte schließlich ein Kissen aus sein Hauvt und als die Hebamme kam. war das Kind bereits t o 1. Ich habe das Knd nicht töten wollen, das lag mir .fern." Der Gerichtshof sprach die Angeklagte vom Verbrechen des Mordes frei, verurteilte sie jedoch wegen ungenügender Sorgfalt und Außerachllasiung der mütterlichen Sorgfalt zu fünf Monaten strengem Arrest. Weinend verließ die Unglückliche, von ihren beiden Kindern begleitet den Gerichtssaal. . : Der Volkswirt. » Die Sozialisierungsbank. Wir erhalten von einem hervorragenden . j', Wiener Volkswirtschaftler die nachfolgende Zu- " schrift, die wir, ohne uns mit ihren Konklusionen zu identifizieren, veröffentlichen, weil ' - wir glauben, daß hier ein eminentes In- , teresse der Oeffentlichkeit berührt wird, die ■ auch auf wirtschaftlichem .Gebiet GeheimdipwmaLie sehr peinlich bemerkt. Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen, und deshalb, um dieser boshaften. Schelsucht vorzugreisen, greift man häufig ins Dunkle, fettst auf die Gefahr, nicht immer ins Schwarze zu treffen. Dabei kömmt es nur auf das Ueberraschungsmoment an. Gelingt es, die Oeffentlichkeit und ihre Meinung vor vollendete Tatsachen zu stellen, so eine Art Durchbruch zu erzwingen, die Welt vor Staunen sprachlos zu machen/ ist die Sache schon gewonnen. Eine solche Ueberraschung und ein solcher Erfolg scheint sich an die Meldung zu knüpfen, daß das Oesterreichische Kreditinstitut für Verkehrsunternehmungen und öffentliche Arbeiten als Sozialisierungsbank ausersehen wurde. Auf die Gründung einer solchen Anstalt war man vorbereitet, da sie bereits vom Staatssekretär für Finanzen in einem seiner Borträge angekündigt war. Sie ist dazu bestimmt, einerseits die Belehnungstransaktivnen, die 'mit der Abfuhr der bevorstehenden Vermögensabgabe einhergehen werden, durchzuführen und andererseits die Sozialisierung zu finanzieren 'und die für diese Operationen erforderlichen Geldmittel auf-. zubringen. Zweck und Aufgaben des umgewandelten Kreditinstitutes, -das seine langatmige Firma in den nicht minder gesprächigen Wortlaut „Oesterreichisches Kreditinstitut für öffentliche Unternehmungen und Arheiben" ändert, sind, unverkennbar neu; die Finanzierung der Vermögensabgabe und die SoziaMerung Erschießt ein bisher unbekanntes Betätigungs gebiet. Freilich, die'M'i.tte l, die zur Erfüllung des Zweckes angewendet wechen sollen,, sind althergebrachte; denn der Gegenstand des Unternehmens besteht darin, in 'Hinsicht auf die Vermögensabgabe privaten Parteien zur Berichtigung ihrer Verbindlichkeiten an den Staat Gett gegen Sicherstellung zu borgen; in Hinsicht auf die Sozialisierung, dem Staat zur Berichtigung der Entschädigung an die privaten Unternehmer die benötigten Anleihen zu beschaffen und vorznstrecken. Es gttt nun wohl kein^ 'Bank und kein Kreditinstitut, welches nicht schon bisher dergleichen Transaktionen in seinen Wirkungskreis geschlossen hätte. Anleihen an private Klienten und Anleihen für öffentliche Zwecke führt wohl jede Bank in ihrem Firmenschild. Sie wetteifern darin; sie führen schwere Pakete solcher Wert« in ihren Portefeujllen. Umso überraschender war es, daß die Wahl gerade auf das Institut für Perkehrsunternehmungen gefallen ist, welches zwar nicht gerade als das Veilchen im Verborgenen angesprochen werden mag, allein mit dem Umfange solcher Transaktionen, die sich meist aus die Finanzierung von Bahnen niedriger Ordnung beschränkten, heute die eigentlichen Groß" und Wiener Morgeuzettrmg ~ Mittettanken soweit Zurückbleiben. Ein Aktienkapital von zwei Millionen, verschwindend klein, fettst wenn die Auslagen zugeschlagen werden, und ein Umlauf, von ftaatsgarantterten und mündelsicheren Obligationen, welcher 150 Millionen nicht wesentlich übersteigt, ist das ganze Rüstzeug des Institutes, das gegenüber den Panzern der anderen Banken federleicht wiegt. Gleichwohl würde es aus dem Schatten seines verhältnismäßig! bescheidenen Dgseins in das hellste Licht des Tages und seiner aktuellsten finanzpolitischen Tendenzen gerückt. Die Gründe, die für.diesen Schritt angeführt werden, klingen wenig plausibel. Man meint, bei dem geringen Kapital, welches dazu nötig tvar, fiel «s dem Staate leicht, ohne viel Aufhebens sich in diesem Institute festzusetzen und es in seinen Bannkreis zu ziehen. Man meint ferner, das Institut sei für die ihm vorbehaltenen Aufgaben besonders prädestiniert, weil es in der Placierung von Obligationen j Spezialität erblicke, sich. darin auswirke und eS zu besonderer Geschicklichkeit gebracht habe, unbeschwert und unbeirrt von anderweitige» Geschäften, welche das bankmäßige Getriebe mit sich bringt. Indessen verfangen diese Erwägungen zweifellos nicht. Bei Unternehmungen, welche wie die Vermögensabgabe und Sozialisierung, Milliardenwerte in Bewegung setzen müßte», ist die Möglichkeit eigener Mittel und hie Beschränktheit der Organisation eher ein abträglicher als ein förderlicher Faktor. Daß dies richttg ist und auch eingesehen wird, beweist, daß auf diesem schwachen Stamm alle jene Geschäftszweige angepwpft werden sollen, welche sonst einem Amt lieh und ivert sind, das nun daran geht, das Pferd von hinten aufzuzäumen und das kleine Kreditinstitut zu einer, großen Bankzentrale auszuweiten und wie es heißt, die anderen Banken zu diesem löblichen Tun einzuladen. Sicher ist es, daß bei der Begebung von Staatsanleihen und sintemalen der Kriegsanleihen,, nicht so 'vorgegangen wurde. Da waren alle Finanzinstitute samt und sonders zur Mitarbeit zugezvgen; jetzt, wo es gilt, die Vermögensabgabe zum Abbau der Kriegsanleihe zu explvitieren, bedient sich die Staatsverwaltung eines eigenen, settstgefertigten Werkzeuges. Sie hat es sich bereits zurechtgeschnitten; Verwaltung und Vorstand des Kreditinstitutes ist mit ihren Leuten bereits besetzt. Wir haben also eine Staatsbank; dieser frohe erlösende Ruf darf sich der schwermütigen Brust entringen. Freilich präsentiert sie sich noch immer in dem Gewand der gewöhnlichen Aktiengesellschaft; von der Drapierung und der Uniform der gemeinnützigen Anstalt ist noch nichts zu merken, deren Aufschläge grundsätzlich nicht die Egalisierung mit Aktien, sondern mit staatlichen Obligationen ziere» soll. Es .fällt aber offenbar schwer, die breiten, wohlgeebneten Pfade der Aktiengesellschaft, die nur suppletorisch mit dem Titel und Charakter einer gemeinwirtschaftlichen Anstalt ausgezeichnet werden soll, zu "verlassen, »i» den Weg zur öffentlichen Assoziationsform zu finden. Wir wollen aber hoffen, daß jdye, die diesen Schritt getan haben, nicht straucheln und siegreich am Ziele landen werden, an dem als lachender Wimpel die Errungenschaften her neuen finanzpolitischen Probleme in den bunten Farben der Vermögensabgabe und der Sozialisierung flattern. Polen kann kein Gold bekomme». Zwei Milliarde« Mark Defizit. Mährijch-Oftrau, 17. IM tTschecho - slow. Preßbur.) »Goniec. Krakowski* brrichtet aus Warschau, daß es der Regierung nicht gelungen sei, Gold im Auslande zu erwerben und daß deshallr an Stelle einer Reform bloß die Vereinheitlichung der Währung eintreten werde. Die Grundeinheit werde der Gulden (eine Mark) sein. Durch den Wechsel der Krone gegen den Gulden werde also namentlich Galizien wirtschaftlich geschädigt werden und deshalb hätten sich die galizifchen Abgeordneten im Budgetausschuß dagegen ausgesprochen. Die im Budget angeführten Ausgaben betragen 2.263,584.563 Mark, während dir Einnahmen 663,630.863 Mark betragen. Das Defizit stellt sich somit aus zirka 2 Milliarden und wird noch steigen, da im Ausgabenbudget neue große Erfordemifie fehlen, nämlich 51 Millionen Mark für das Ministennm für öffentliche Arbeiten, % Millionen für das Gesundheitsministerium und 100.000 Mark für das Kultusministerium. Die Filialen der Wiener Banken in der Ffchecho-Slowakei. Prag» 17. Juli. (Tel, de? »Wx, Mortzenztg.*) In Len letzten war hier das Gerücht verbreitet, daß seitens der Regierung eine Rationalisierung der g u 8» l a n d l i ch e 11 B a y k kn m de? Ischechocklsmakischen Republik geplant ski. Wie wir von zuständiger Stelle ersghren, besteht nicht die geringste Absicht, die RysiusiWon her ausländischen Bankfttiälen vorzuncbm?n, noch ihnen kwe irgendwie gegrteie Beschränkung anstuerlegen. §S dürfte bloß die Rezeption der kaiserlichen Verordnung vom Jahre MH sUutcrnrhmungep und Institute, die dem Staate dienen), di? die Grundlage für die Behandlung der Banken bildet, dmchgeführt weiden. Vorher soll aber diese Verordnung den gegenwärtigen Vethältnisien entsprechend geändert werden, wobei dies? AenderunM nur formeller, Keineswegs sachltcher Matur sein werden. Bestürzung der französischen Bankleute wegen veS Sinkens der Valuta. Lyon» 17. Juli. (Funtspr. des Tel -Korr.-Bnr.) Die sianzösilchrtt Baullmte sind über dgS ständige Fallen der französischcn Valuta grgeniibcr dev mnmkanischm — der Unterschied beträgt bereits 40% «-• sehr bMirzt. Die Laa? wird wahrscheinlich die französische Rcgienmg zwingen, emzugrepen. 18. Irm 1919 u SeM"7^ Eisenwerk tzradek. Prag, 17. Juli. Das Eisenwerk und die Stahlgießerei A -G. in Hradek beschloß in der Vollversammlung, eine 5%ige Dividende zuverteilen. Zuckerraffinerie A.-G. Laun. Prag, 17. Juli. Die Agrar-Zuckeirasfinerie A.-G. in Laun hat den größten Teil der Aktien der Lanner Zuckerfabriks A.-G.', vormals M. Valter in Laim, erworben. Die Agrar-Zuckerrafsinerie A.-G. in Laun wurde im Jahre 1892 als ein rein agrarisches Unternehmen gegründet und hat sich durch Erwerbung des größten Teiles der Amen der Launrr Zuckerfalmks-A.-G. vormals M. Walter iy Laun auf die Führung dieses Unternehmens, das sehr gut gedeiht. einen Einfluß gesichert und dadurch zugleich auch ihre Position im Verbände der tschechischen Zuckerindustrie gefestigt. New-Dartzer Börse. Re«-DorK» 15. Juli. (Fondsbörseverlauf.) An der heutigen Börse war die^Stimmung bei Eröffnung nicht einheitlich. Schifffabrtwerte,waren wegen der Erklärung des Ausstündes der Hasenai beiter gedrückt. Führende Werte büßten 1 bis 5 Dollar ein. Im, weiteren Verlause trat unter der Führung von Aktien der Hisevbabnbedarssfabriken und Spezialpapieren eine kräftige Erholung em, so daß die Haltung bei Schluß der Börse ausgesprochen fest war. Umgesetzt wurden 1,800.000 Stück Aktien. Freigabe des Güterverkehrs mit dem Ausland für Postpakete im Werte unter 600 Kronen. Die nicdervsterreich'fche Handels- und Gewerbekammer hat an alle in Betracht kommenden Staatsamter den Antrag gestellt, daß der Güterverkehr mit dem Ausland für Postpakete im Werte unter' K 600.— vom generell oder sür bestimmte Warengattungen gegebenen Erfordernis einer besonderen Bewilligung seitens des Staatsamtes der Finanzen und der Verpflichtung derBalutaabgabe frckgeaeben werden soll. Hiedurch würde hauptsächlich für jene Branchen eine Eilcichteruna geschaffen werden, welche ihre Waren in lleinen Mengen in der Regel in Postpaketen direkt an den Verbrauchs versenden. Die Kammer hat mit allem Nachdruck darauf verwiesen, daß brr den engen Handelsbeziehnngen, welche mit dem neu entstandenen Ausland, den Nationalstaaten gegeben sind, pettc Kreise der Geschäftswelt außerordentlich hart betroffen werden und eine große Anzahl von Unternehmungen durch die zahlreichen Beschränkungen des Güterverkehrs in ihrem Geschäftsbetrieb derart eingeengt werden, daß sie allen Erfordernissen nicht Nachkommen können und vielfach genötigt werden, günstige Geschäftsabschlüsse zu verabsäumen. Für die Ausstellung einer Wertgrenze von K 600.— spricht die Tatsache, daß sie in der P. O. bereits enthalten ist, nach welcher für Pakete m einem höheren Betrage Mondere Vorschriften gelten. % Neue Braunkohlenlager in Polen. Die „Polnischen Stimmen melden aus Warschau: In der letzten Landtagssitzung wurde mitgeteilt, daß bei Wlockawek, an der Weichsel reichhaltige Braunkohlenlager entdeckt wurden. Diese Kohlenlager sollen v e rst a' a t l i ch t werden. Die Landmirtschaftliche Kreditbank — tschechisch. AuS Reichenberg wird berichtet: Die tzandwittschaftlichr Kreditbank für Böhme», die in Deutschböhmm eine ganze Reihe von Zweigstellen besitzt, hat sich dem ^Svaz", dem Verband tschechischer Banken, der unter der Führung der Zivnostenska Banka stxht, angeschloffen. Der Anschluß der Landwirtschaftsbank an dicke ausgesprochen deutschfemdlichr Affozration ist eine Folge des Umstandes, daß die Mehrheit der Aftien der Bank im Laufe der letzten Monate in tschechischen Besitz übergegangen find. Günstiger Hopfenstand im Saazer Land. AuS S,a a z wird berichtet: Die reichlichen Niederschläge der letzten Tage h'ri warmer Witterung haben die Entwicklung der jungen Hopfmpflanzen sehr günstig beeinflußt. Fast m allen Anlagen wurde bereits, die volle Gerüsthöhe erreicht, teilweise auch schon überschritten. Die srischgrüneu jMgen Pflanzen sind frei von jedem Ungeziefer und setzm kräftige Seitentriebe an. Wenn das e“ Hifle Wetter anhält, kann man schon jetzt von einer guten sicht auf eine kräftige Ernte sprechen. Die Lage der dentschböhmischen Textilindustrie. AvS R'richenberg wird telegraphiert: Der Verband der deutschböhmische» Tsttlmdustnellm m Reichevberg hat cm den Mwisterpräsidenten T «s a r ein Telegramm gerichtet, in welchem er gebrtm wird, der in der schwersten ErzeugMgs-und Absatzkrise hesiMtchm Tqflilmdustrie durch Aufhebung der Verordnungen des BersorgungSminisieriums vom 27. Mai, 10. und 16. Juni die notwendige Hilfe zu leisten. Dicke Verordnimgckr sollen die Konskriptivn der Warenvorräte und den Verkehr mit diesen regeln. Dies? Regirrungsmaßnahmm . benehmen der Textilindustrie jede Möalichkm des Wiederauflebens und zwingen sie unvermeidlich infolge Mangels eines halbwegs gesicherten Absatzes und Exportes Mer Erzeugnisse statt zu einer Erweiterung der Arbeit im größten Maße zur vollständigen Betriebseinstellung. Gleichzeitig wird der Ministerpräsident ersucht, neue Verfügungen auf dem Gebiete der Teftilmdustrie nur nach vorheriger Beratung mit berufenen Sachverständigen »nd Vertretern der Textilindustrie z» erlaffen. Da das Handelsministerium in einer Besprechung von Arbeitgebern und Arvcktnehmern der Textilindustrie die Rücknahme der erwähnten Verordnungen in Aussicht gestellt hat, dürfte die Aushebung demnächst erfolge«. Don de» Getreidemürkte«. Die Tendenz der Getreidemärkte ist anhaltend ruhia «nd auch auf dem hiesigen Platze ist die gegenwärtige Geschästslage unverändert. Die Erntearbeiten werden nun endlich doch in Muß kommm und dürftm deshalb die «nbefriediaenden Berhältnme rücksichtlich der Zufuhren eine weitere Verschärfung erfahren. Bezüglich der Getreidcübernahmspreise in der kommenden Kampagne scheint nun eine Einigung erzielt .worden zu fein und kann nach den bekannt gewordenen Sätzen ho« K 180.— pro Meterzentner für Weizen und Roggen, und von K 118.—^ für Geste und Hafer sowie von K 1.— für Kartoffel« «nd K 2 — für Frühkartoffeln ein weitgehendes Entgegmkvmmen gegenüber den Landwirten seitens der Regierung roustatrert werden. Es wäre nur zu wünschen, daß dio Landwirte ihre Anerkennung sür das ihnen bewiesene Entgegenkommen in her restlosen Ablieferung ihrer Ernte zum Ausdruck bringen. ■ Wiener Börse. Maßgebend für die feste Haltung der gestrigen Börse war die Annahme, daß der Medensverträg mit Deutschösterreich bald Zustandekommen dürfte, ferner wirkte der Schritt der Entente, den ungarischen Bolschewismus ehebaldigst niederzunngen und die vom Berliner Markte vorgelegenen freundlichen Berichte stimulierend. Lebhafter gestüfete sich der Verkehr wieder in Tabak- Aktien, welche nach mehrfachen Schwankungen den Hpchstkurs yoy K MO.-— erreichten und eine AvMee gegen den letztgemeldeten Stand von K 173.—U zu verzeichnen hatten. Parallel mit der Steigenrng der Tabak-Aktien waren auch O r i e n t h a h n e n um K 120.— höher gehalten. Den Banken werten kam die Nachftaye nach Kriegsanleihen zustattm. Länderbank-