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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-11 · Heft 172 (11.7.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 172 (11.7.1919)
Date
1919-07-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 172 < Wien, Freiiag Tagesbericht. «■**PwW" Ungerechtfertigte Angriffe gegen - > die itaNenische Mission. Eine scharfe Zurechtweisung durch die Regierung. Wien, 10. Juli. Amtlich wird vcrlautbart: In der letzten Zeit haben einige Wiener Blätter u n g e r e ch t f e r t i g t e Beschuldig u.it g c n yege n die italienische W a f f e nstill st a n d s k o m m i s s i o n in Wien und ihre Organe erhoben. Eine Wiener Zeitung ist sogar so weit, gegangen, gegen den Chef der Mission,, Generäl Segrö,^ehrenrührige Anschuldigungen zu erheben. Die deutschösterreichische Regierung bedauert diese durch nichts gerechtfertigten Presse-Angriffe» nicht nur.. deshalb, weil sie nach dem Waffenstillstandsvertrag verpflichtet ist, der Waffenstillständskommission Schutze zu gewähren, sondern auch und vor gllem deswegen, weil' ihr sehr wohl bekannt ist, wie sich die italienische Waffenstillständskommission jederzeit um unsere Lebensmittelversorgung und um die Linderung des Schicksals unserer Kriegsgefangenen in Italien bemüht hat. Die deutschösterreichische Regierung wird nicht ermangeln, die Redaktionen der Wiener Zeitungen darauf aufmerksam zu machen, daß die Verbreitung unwahrer Nachrichten über die italienische Waffenstillstandskommission den Interessen Deutschösterreichs schädlich ist. Sollte es in Wien Zeitungen geben, He sich trotz-, dem nicht scheuen, leichtfertige Beschuldigungen gegen die italienische Waffenstillstandskommission und ihre Organe zu erheben, so würde die deutfchöstcrreichische Regierung zu ihrem Bedauern gezwungen sein,' die gesetzlichen Mittel gegen diese Blätter anzuwenden. Der Anschluß der Wiener Sefardim an de« Jüdischen NationalrAt. . An der Spitze der soeben erschienenen, sechsten Nummer der „Mitteilungen her türkischen Jsraelitentzerneirrde (Sephardim) in Wien", die Liber das rege jüdische Leben dieser alten und vornehmen jüdischen Gritppe berichtet, befindet sich ein Leitartikel des Se- ,kretärs der Gemeinde, Dr. Marcel Halfon, welcher die Gründe darlegt, die die Sephardim anfangs Mar dieses Jahres zum Anschluß an^den Jüdischen Na tüv nalr at bewogen haben. Dr. Halfon weist.die von..assimilatorischen Wirrköpfen immer wieder ausgesprochene Ansicht, daß ' nicht das jüdische Volkstum, sondern die jüdische Konfession das alle Juden verbind ende, Band sei, und daß der Mische Nationalismus mit loyaler Staatsbürgerschaft unvereinbar sei, zurück. - , nZn einem solchen Gewissenskonflikt", schreibt er, '„ist 'eß Per Mst sephärdischeir' JudLii. niemals gekommen. Betrachten ivir die stolze, alte Geschichte der Sephärdirn^ - sei es der spanischen oder portugiesischen Juden — sie waren und sind stets nationale Juden. Ja, -sie brachten in den Zeiten der wirtschaftlichen Md kulturellen .Blüte ihres nationalen Lebens in Spanien' vor ^Hunderten Jahren ihrem Volkstmm und ihrer Religion das schwere Opfer, eher das Land, an dem sie mit allen Fasern ihres Herzens hingen, und dessen Spräche sie sprachen, das sie unter der Maurenherrschast liebevoll ausgenommen hatte, zu verlassen, ihre nationale Eigenart. zu verleugnen und sich zu assimilieren." j ‘ l Dr. Halfon tritt dafür ein, bas; die Sephardim den.NationalraL' mit aller Kraft unterstützen und . sich an den für. dep Herbst vorbereiteten Wahlen vollzählig beteiligen. In dein ireugewählten Nationälrat werden-die Sephardim neben den anderen Gruppen ' einen konservativen Block bilden und hingebungsvoll an den gemeinsamen nationalen Aufgaben Mitarbeiten/ ' Der Anschluß der Sephardim an den Nationalrat, über den wir seinerzeit schon berichteten, ist ein bedeutungsvoll«^ Ereig.nis des jüdischen Lebens. Die «nationale Judenschaft ist sich wohl bewußt,.wie wertvolle Kräfte die sephardischen Juden, dieser alte jüdische Adel, repräsentiert, und nimmt es mit Genugtuung ' zur Kenntnis, daß diese alten Kulturkräfte jetzt auch durch das Mittel politischer Aktivität der Sache des jüdischen Volkes fruchtbar gemacht werden sollen. --n. . A ' ' ' ' ' Die Chriftlikhsoziale« für die Absperrung von Wir« und Niederösterreich. Ein Attentat auf die Freizügigkeit. r Gestern . nachinittags fand im StadtratssitzungSsaale NntLr dem Vorsitze des Bürgermeisters' Reuinau.il sim Beisein der Vizebürgermeister Ho Winter und 'Emmi erlitt g eine Beratung der Bezirksvorstände und der Bezirksamtsleiter statt, welche von ,5 Uhr nachmittags bis.SsiUhr' dbends dauerte und deren Zweck eine Lnsormative Aussprache . über die geplante Einsetzung voch Wohnungsk.omtn.l s si osten war. .Es cutspann sich eine längere Wechselxedc< dil insbesondere die Zusammensetzung der Kommissioneu. die nach Vom -Entwürfe des Bürgermeisters aus- .-jgi. einem. Wohnungskommissär, einem Mitgliede der Bezirksvertri'w w,. einein Beamten und einem Arbeiterrat bestehen sollen ' svww üher die Aufgaben'.der Kommissionen und der,. Best,chufsr der Mtglietzer zum Gegenstände hatte^. Die^.-sozialdämy'tru-- «tischdn .Rkdner wiesimtwfiLre.-Srdtze">DrvrglHkeit'''deic An-'. Lelegestheit. .-HA imd betonten, daß .'die . weitestes - Schichte«', der .BÄöfterung zur Mitarbeit hevirugezogen werdenrmWir,i und daß es deshalb notwendig sei, daß den Arbeiterräten - ein überwiegender Einfluß zugewicseu werde, Üa wüst die - protze Masse der -Bevölkerung vertretest, gegeuüver welcher. Wiener Mörgenzeitnng fiese- 'Bluse/tOt X. Tccl&J4ff Die Chrrstlichsozialen behaupteten, daß diese Anschauung der ^Sozialdemokraten eine irrige sei. Im übrigen wäre der Wohnungsnot durch ein strenges Einreiseverbot für Wien und Niedcrösterreich sowie durch .Abschicbur» der sich. hier, aushaltendcn Flüchtlinge abzubelfen und sollten freiwerdende Wohnungen nur an die booenständige Bevölkerung .zugewiesen werden. : /fe,•_' / ,VJ Die Brürmer Kultustvahle«. Von nnserem Korrespondenten. Brün n, 8. Juli. Sonntag den 39. Juni fanden die Wahlen in die Brünnrr Knltusstube statt. Schon vor Wochen war ein zionistisches Wahlkomitee gewählt worden, das mit den Vorarbeiten betraut wurde, mit dem Obmann^es ziomsttschewVolksvereines „Theodor Herzl", Herrn Ing. M a r S i e g; r an der Spitze. Da die sogenannten „parteilosen" Inden an. dieses zionistische Wahlkomstee hcrangetrcten waren, um irgendeine gemeinsame Plattform zu. finden/ die einen Wahlkampf ausschließcn sollte. kam es zu einem Kompromiß mit 6:6 Kandidaten, an die sich drei Unvartensche anschloffcn. Der Kanipf für die Gemeinderatswahlen hatte natürlich das ganze öffentliche jüdische Leben absorbiert, so daß man sich der Knltusgcmeindewahl nicht ganz widmen konnte, was zionististherseits um so weniger geschah, als man ja .einen ruhigen Wahlgang mit Recht voraussctzen konnte. Nichtsdestoweniger veranstaltete das gemeinsame Wahlkömitee. eine öffentliche jüdische - Wählerversammlnng, die für den 14. Juni ins „Künstlerhaus" einberusen wurde mit Dr. Philipp Schreier (Zwnist) und Doktor. A. Brick (Parteiloser) als Referenten. Die Kultuswahlen hatten diesmal deshalb Bedeutung, weil die neue Vertretung lediglich zum Zwecke der Einführung einer demokratischen Wahlordnung und eines neuen Gcmeindestatutes gewählt wurde. Die Zionisten betonten auch in-der Versammlung, daß sie in erster Linie das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht rinführen werden. Unter dieser Devise wurde auch das Kompromiß geschlossen. ' Am Wahltage selbst zeigte sich eine flaue Beteiligung? Von zirka 1400 Wählern gaben lediglich 399-ihre Stimme ab, so daß die gesamte Liste, u.zw- Zionisten: Dr. Philipp Schreier, Doktor Theodor Haas, Sandor Hirschmamr, Schüller, Sigm. Patak, Dr. Karl Sonnenseld r die Parteilosen Dr. A. Brick, Doktor A. Hermann, Siegfried Blumcntal, Leopold Schnürer, Doktor Sandek, Samuel Bera.n und die drei Kompromißkandidaten Dr. Brunner, Dr. Srhcrbak und B. Rischawy, gewählt wurde. WeLLerkütastrophe irr SüdwLhren. Aeberschwemmungen. — Hagelschläge. — Gestörter Eisenbahnverkehr. Brünn» 10. Juli. (Tschecho-slow. Preßbur.) Südostmähren hat durch die k a t a st r o p h a l e U e b e r s ch w e m^m u n g schweren Schaden gelitten. -Infolge des Wolkcnbruches in der Nacht vom Dienstag ans Mittwoch schwollen die Olsava und die March derart an, daß sie die g a n z c XI m g e b u n g übe rs ch w e m.m t e n. Das Master siieg an der Bahnstrecke zwischen Neudorf und Ungarstch-Brod bis l?/s Meter über , den Normalstand. Die Eisenbahnverbindung mit der Slowakei wurde unterbrochen, da die Bahn,. die den Wlarapaß nnt Ungarisch-Hradisch verbindet, stark beschädigt rst. Einige.B r ü ck e n bei der Station Dilnitz-Brunow wurden n i c d e r g e r i s s.e n und fortgeschwemmt. Zwischen Hradschowitz und Ungarisch-Brod blieb e i n P e r s ck n en z n g st e ck e n und kann nrcht weiterfahren. Ueber Verluste an Menschenleben ist bisher keine Äieldnng eingetcoffen. Dieganze Gegend zwischen Ungarisch-Hradisch und Ungarisch-Brod st e h t unter Wasser. Der Schade an Felofrüchten ist sicherlich gewaltig. An den Rettungsarbeiten beteiligt sich die Garnison von Ungarisch-Hradisch. Auch L u ch at s ch o w i tz steht unter Wasser. Der Kurplatz und die Häuser sind überschwemmt. Dix B .a h n st r ecke - ist an drei Stellen beschädigt. Auch über die Wlarahöhen ging ein heftiges Gewitter nieder und ' überschwemmte Wallachisch- Kloboukund die ganze Umgebung. - Die Ernte ist vernichtet. Der ganze wallachische Bezirk ist von einem W o l k e nb r u ch m i t H a g e l s ch l a g heimgesucht worden. An Stelle der fruchtbaren Felder blieben Haufen von E i sk l n m p e JT, die an manchen Orten über einen halben Meter hoch sind. Längs der Eisenbahnstrecke ist nur ein trüber See zu sehen. Einer Meldung der „Lidove'Noviyh" zufolge wurde in der Nacht au? W r e r a u gemeldet, daß die Betschwa stark gestiegen ' -ist und trübe Wastermassen führt. Man befürchtet, daß diese eine Ueberschwemmung Südmährens verursachen werden. Auch aus Z li n ist eine Meldung über Hochwasser in der Drewnitza eingetrosfem Der Verkehr zwischen Zlin und Wisowitz ist vollkommen gestört. Die längs der Drewnitza' gelegenen Gemeinden isind ü b e r s ch w e m m t. Der Schade ist nuermcßlrch. Die Arbeit in dm Zliner Fabriken ist eingestellt. .r ' m ■ s Das amerikanische Iugendhilfswsrk. Za Wie« derzeit 99.644 PorftouLn täglich ausgegebea. Die amerikanische Kinderlnlssaktion, die in taschem Ausbau Kleinkinder, Schulpflichtige, Lehrnnge, Mittelschüler und' die i akademische Jugend ersaßt' hat, ^gibt nach dem gegenwärtigen Stande in Wien täglich 99.9-1 i Portionen zu 1 Kilonem ans. Die Einzelziffern dieses , außerordentlich großartigen'Werkes der . II. Juli 1919g.fe'5;.,1 den zahlreichen . Küchen deb Kinderhilfsaktion (Schö«>' bnnm, Augarten, Baracken in der Forsthausgaste usw.) werden verköstigt: 25.255 Kinder, 4748 Mittelschüler und 4756 ' Hochschüler (diese im Restaurant Kaiserhof und in den Mensen),- 'insgesaust 34.277. In halbosfenen Anstalten wurden, täglich 27^396' Portionen ^verabfolgt, und zwar 990 in den städtischen' Kindergärten, 20.880 in den privaten Tagesheimen und Krivvcn und 5528'in Lokalen, die offenen Küchen angeschlossen. sind..Den gelchlössencn Anstalten werden pro Tag 10.191 Portionen übergeben/und zwar den Spitälern 2434, den' städtischen WaffenhänserN .720, den privaten WaisinhänierN 759, den Pensionaten und Jiiternaten 6278. Der Erholungsfürsorge. den Fericnamoncn werdest'28.078 Portiouipl zügewiesen. In Summa nach dem - Stand vvm 7. Juli 99.944 Portionen täglich.- . ' . Indisches Ae«Lghm«asittm in Wien. Dii: Ausnahmsprüfung in - die 7., Klaffe beginnt .Dienstagden 15: Juli im jüdischen Jugendheim (II., -Obere Donaustraße 9i, 8-^ Stiege, 1. Stock). Die Schüler und ' Schülerinnen haben '.--an. diesem Tage spätestens um 9.. I1£»rtuitli mit Htjrcn Eltern -'zu.. erschcmen. Mitzubringen ift - cm Äest oder drei bis vier Bogxn - liniertes Papier sowie eine Feder.. Die Äufnahmsprüfung, der . Lchnmttel- und Jngendspielbeitrag sowie das Tintcngeld betragen 27.—. Diese Summe ist vor der Prüfung zu erlegen. , Au Dokumenten ist der 'Geburtsschein und ' das^ Eutlastmgsv zeugnis der Volksschule mitzubringen. Mn zweiter Termiü-. für - die Ausnähmsprüfnng wird im September bekanntgegcben. - werdest. Zst diesem Zeiipunkt werden auch Arstnahm§prüsimgen/m. die H*-- III, und IV. Masse abgrhalten wertzcu., :/ / -i--..- / * Vrofesior Aiemann geslorberr. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Leipzig: Professor, Dr.Hugo R i c m a-n n-, der berühinte Leipziger Musikgelehrte, ist gestern nach längerem Leider« im 70. Lcbeusjahre in Leipzig gestorvm. Der Verstorbene war einer der Bahnbrecher auf dem Gebiete' der Musikwissenschaft und genoß internationalen Rnß - ' ' * Bolkswehrfest im Wierisr Vergnügungspark. Samstag den 12. d. Ai. beginnt ab 4 Nhr das Sommcrsest der Volkswehr, welches eine Reihe auserlesener Darbietungen bringen ' wird. Bei dem Umstand, daß der Verauftältnug auch behördlicherseits durch Gewährung der Zci-.daner des. Festes bis 2 Uhr morgens ausgiebige Unterstützung t'cilgegcben wurde, dürstev sich alle Gesellschaftsschichten einsinden. Das Entree^ beträgt K 4.— und sind' an diesem Lage alle' Ehren-und Saisoukartcn des. Wiener Vergnügungsparkes in Anbetlacht des wohltätigen Zweckes ungültig.- .<■ , ' Einstellung ders Evakuisrungstransporte «Ach' dem ehemaLigen Galizien. Mit. Rücksicht auf mehrfache.. Anstande bei ,den. letzten großen'Transporten und die großem Schwierigkeiten amw Züge' durch Polen und Galizien zu führen^ wird von dev-Einleitung größerer geschloffener Transporte abgesehen;. Reisen zur Abholung der Effekten. und, zu Uebersiedlungen können, vdn nun an nur in kleinen Partien, 5 bis 6 Teiliichmer, oder einzeln rmtcr den gleichen Bedingungen wie bisher durchgestchrt werden. Anmeldungen sind von 10 bis 12 Uhr. vormittags bei Rittmeister Delhas, Gagistenverband, I., Schwarzenbergplatz 1, vorzubringen. Es können sich nur Teil-, nebmcr rnclden, die nachweisbar Effekten oder Möbel abzuholrn' haben. - , > FelÄrKarfchaLeuLttant' AvLur Königsbrunn tödlich verunglücht. Am- 8. d. M., abends, wurden der , pensionierte Feldmarschallenlnant Artnr Königsbruun, 1V„ Rainer- - platz 8-wohnhaft, - aut -der rechten Wienzeile vom Automobil. A I 206 zur Seite geschleudert. Er erlitt einen Bruch des Schädel- ., ' grundes,- wurde in das-Wiedner Krankenhaus geschafft und ist dort im Lause der Nacht stestorbefr. .-ch -! 'v Tödlicher Automöbilunsast eikes Arztes. Aut.. 5. b. M. luvt 7 Uhw abüids wurde der Arztdes WilhelMinen- Kinderwstalrs, Dr. -Walter B u dj b t u d c v, . an der Ecke der Universitäts- und Alserstraße beim Ueberschreiten der 'Fahrbahn von riuem Privatantomobll nicdrrgestoßcn. Die Räder gingen dem Uugliicklicherr ü b e r d e n B r ust k o r b. Er erlist ntehrere Rippenbrüche 'und schwere innere Verlegungen. Ans die Unfallstation des Allgemeinen Krankenhauses^ gebracht, starb Dr. Buchbinder kürze Zeit darnach. Er ist im 31. Lebensjahre 'gestanden und war Sohn des Troppäüer Arztes Dr. Leopold Buchbinder. Der überaus begabte junüe Arzt hatte durch 4LZ Jahre als Frontarzt den Krieg mstgemacht. - : * 17 Kolli Aeisegepäch gestohlen. Nach einer Mit-. teilung cher Gendaxplerie in Reichenau an die hiesige Polizei-. dircktion ' wurden zwischen »dem 3. und 7. Juli l. I. aus dein'. Eilzuge Nr. 835 zwischen MatzleiuZdorf und Gloggnitz siebzehn' - KM. Reisegepäck des Herrn .S'andör N a k o und der Fran- .Hilda- Heß gestohlen. Die Kolli enthielten Kleider, Wäsche, Schuhe und Schmuck i m W e r t c v o n e t'iv a L 200^000;' lAufdie Wiedererlangung ist eine B e l o h n u u g .vdn' I^10i000 ausgesetzt. -- i? * Einbrüche. Die Geschästsrämue-der-Firma Wagner & K o nt p., 1., Sterngaffe 13, wmden am '9.- d. M. erbrochen. Gestohlen wurden Waren im Werte - von K 36.060. — In der nämlichen Nacht wurde das Geschäft -es- Schneidermeisters - Heinrich M ü 11 e r, XVIll., Schnlgaffe 9, erbrochen. Gestohlen . wurden Kleidungsstücke im Werte-von K. 27.000. , * Kasseneinbruch. In den Bmeauränmen pder Likvvsahrjk Grassüer & Feiner, U., Obere Douanstraße 71, würde am 9. d. M., nachts, eine eiserne Kgffe erbrochen^ Gestohlen wurde, ein- Betrag von K-16.000.* * Das Opfer, eines Verführers. Trotz wiederholter- Verlautbarungert konnte bisher itbcr.w.bcu Verbleib der seit dem ' 30. Mai vermißten 15Vaiafjuflcit. Handelsschülerin Franziska Haislrr, Tochter eines U'uterbramten, H.> Schöngaffe 8 wohnhaft, keine-Spur ausfindig gemacht werden. Die-Eltern' des KindesL ' sirtdr der Verzwetflüng nahe; namentlich die Mutter ,härmt sich Tag und Nacht um ihren verschwundenen.Lickling.ab? In bcir,. ganzen Nachbarschaft tränest -man uju das Kind, -das. anher-i ordentlich brav und fteißig war und wie.nun feststeht, das Opfereiucs gewissenlosen Verführers getvordm.zu fein scheint. Es,ist, erhoben, daß FraMiska'Haislerdem 33jähriqen Konzertmeister eines-, hiesigst Theaters, der selbst verheiratet und Vater Lines Kindes ist, .in, die Hände gefallen ist. Seine Bekanntschaft soll das Kind. erst., wenige Tage . vor .ihrem Verschwinden gemacht haben. Dannscheint die . arme. Kleine tiefe Rmc darüberersaßt zu. haben,* daß', sie,, die Unersabreue, . sich von dem Verführer .betören ließ.L»Am/ 30. Mai war sie noch mit dent Konzertmeister beisantmcn. Bei' Zer- Paulanerkirche trennte sie - sich von ihm. Franziska Haisler benützte die Straßenbahn. Der Kouzerlmcister hat sie, die. schon damals verzweifelt war, nicht mehr . gesehen^ Am selben Abend um.11 Uhr fragte sich die Kleine noch bei dem Theater, in dckl der Konzertmeister wirkt, an, da siHglanbte, daß .er / dort wohne; sie hörte, daß er nickst im Tcheater . wohnt, wie -er' ihr. gegenüber behauptet hat,^und daß er werheirätet ist. Diele Mic bis dahin nicht - bekannte'Tatsache. scheint das äcme Ä'md'.'zur-i Verzweiflung gebracht zu haben. Was aus dem'MädN.n geworden ist,, darüber fehlt jede Spur.. .Die Eltern rö.ürdrn--th'- gvne verzeihen, wenn,sie nur zmückkestste/' Franziska 'Huislec ist! gr'oß, gut enlwickTlt,''hat blonde-?, gewelltes Haar, aus'.dcr Oberlippe eine N a r b c und au den-Obrl-.ivt'cheir , große .Löcher iür Ohrgehänge. Sie trug graues Krftüm, -^Stickerellllufe, aus. wechcm..SM und hohe Schuhe.;

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