Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 135 (3.6.1919)
- Date
- 1919-06-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Stt. 135 Wien. Dienstag Wiener Morgenzeitung 3. Juni 1919 Seite 7 Bühne und Kunst. Sport. Der Volkswirt. Ans den Theatern. Die.Neue Wiener Bühne bringt heute Dienstag kn 3. b. M. Shakespeares „Hamlet" mit Alexander M o i s s i in der Titelrolle- und mit folgenden Neubesetzungen: Ophelia — Elisabeth Borgum: Laertes — Mendes; Polen ms — Schreiber; Geist — Dobme; Königin — Eis; Totengräber — Stärk; RosenlraNz — Hendrichs; Güldenstem — Lessen. Beginn V-7 Uhr. Ick Wiener Komödie n h a u s, eröffnet Harry W a l d e n am 1. Juli ein.einmonatiges Gastspiel, bei lvclchem »äs flinfaktige Schauspiel „Der König des Lebens" Oskar Wilde), von Doktor Fritz Löhner Und Bruno Warden, mit dem Künstler in der Titelrolle zur Aufführung gelangt. Harry Walden, der das Werk avch investiert, wird sieb bei diesem Anlasse dem Wrener Publikum zum erstenmal als Regiffeur vorstellen. Da im W i e n e r K o m o d i e n h a u 8 die bisherigen klufführüngen von „König Lear" mit Rudolf Schildkräut in der Titelrolle ausverkauft waren, steht sich die Direktion veranlaßt, ^König Lear" bis auf weiteres auf dem Repertoire zu behalten. L)ie Lear-Serie wird nür Freitag den 6., Samstag den 7. und Montag M. 9. Juni unterbrochen. An diesen Tagen gelangt die erfolgreiche Komödie „Der Schatz" mit Rudolf Schildkraut in »er Hauptrolle zur Wiederholung. Es wird nochmals nachdrücklich cknruf verwiesen, daß die Lear-Airfiührungeir um lkl Ahr, dre Schatz-Ausführungen um 7 Uhr beginnen. Das .Stadttheater unter der Direkte o it Kardzag-Jn r n v. Wie wir erfahren, werden aus klnlaß des Gastspiels Hans M arrsam Wi e n e r Stadtt h t ft 1e1> bei welchem Haust Nrese Gelegenheit haben wird, »eü Urbetgüng in einen neuen Rollenkrejs — das große Charaklcrläch — zst vollziehen, nachfolgende Werke zur Aufführung gelangen ':. Bon Gerchart H ä U v t ist a n n ^Dre Weber" mit Hk'trÄ Matt als Hilftseryer „Der Biberpelz mit Laust Nrese als Waschfrau Wolff und Herrn Man als ihrem Mann, dem Schiffer Wolff; .-„Fuhrmann Herrisch ell' mit Haust Niese als Hanne Schäl und Marr in der Titelrolle; werter „Elga" und .Hannele", deren Besetzung noch nicht feststeht. Von Ibsen werden ^.Die Stützen der Gesellschaft" mit Herrn Marr als Konsul Bernik und Frau Nrese als Lona Heftel gegeben werden. K v n z e r t v e r e i n- und T o n kü n st l e r o r ch e st e r veranstalten Mittwoch den 4. d. M.» lk1 Uhr, das erste volkstümliche Symphoniekonzert im großen Konzerhaussaal. Dirigent: Anton Konrath; Programm: Bach: Präludium und Fuge, Hoforgarnst Louis Dite; Händel: lloneerto?ros8o; Haydn: Symphonie st cknr; .Mozart l, 2) Kanzvne des Cherubin aus „Hochzeit des Figaro; b) Racheürie der Königin der Nächtens „Die ZaubnDte"; Hedwig V.Stermich-Debicka; e) Jupiter- Symphonie. Karten zu £ 1.70 bis K 3.20 an den Üblichen Verkaufsstellen. Der Verband österreichrfcherTheater? d i r e k t o r e n hat Sonntag seine Beratungen über den ab l. September einzufülircndeN Einheitsdienstvertrag fortgesetzt. Mit dem Deutschösterreichischen Bühnenverein wurde die endgültige Vereinbarung getroffen, nach welcher vorderhand die SpinMen auf 12 Monate verlängert werden. Die mit April und Mai zu Ende gehenden Verträge wurden bis 31. August prolongiert und gleichzeitig vereinbart, daß die neue Spielzeit am 1. September zu beginnen habe. . iLrueuerimg des Bertrames mit Luele Weidt. Der Vertrag der Kämmersänkerin Lucie W e i d t mit dem Operntheater liinst mit Schluß dieses Spieljahres ab. Die Direktoren Richakd Strauß und Franz Schalk haben in den letzten Tagen mit der Künstlerin einen neuen Vertrag abgeschlossen, der das Wirken der Künstlerin für mehrere Jahre deck Operntheater sichert. Operntheater. Am Operntheater kann infolge Erkrankung der Frau Lucille Weingartner-Mar cel die für Mittwoch angekündigte Festausfnhrung von „Kain und Ab el" U ich 1 stattsiNden. Es wird am Mittwoch statt ..Kain und. Abel" --Der fliegende Holländer" bei gewöhnlichen Abendpreisen ckit Herrn Werner Engel als Gast in der Titelrolle, den Damen I eritz a und Kittel und den Herren Markh v ff Lener Und G a l l o s zur Aufführung gelangen. Die für „Kain nüd Abel" gelösten Karten haben zur Erfahr» orstellung „Der fliegende Holländer" keine Gültigkeit und werden ab 3. d. M.-, 9 Uhr früh, bis Mittwoch den 4. d. M., 5 Uhr nachmittags, an der Tageskasse 1., Brännerstraße 14, znrückgenückckcü. An der gleichen Kaffe sind et der Verkauf zur Vorstellung „Der fliegende Holländer" zu gewöhnlichen Abendpreisen Mt. Ern Dheatev für Kammerspiele in Prag. Aus Prag wird gemeldet: Eine Genoffenschast von Schriftstellern und Schauspielern beabsichtigt, in Prag ein Theater für Kammerspiele einzUrichteN. Der erste Versuch fand Freitag den 10. Mai mit einem sehr günstigen Erfolg statt. Die Hebung der englischen Bühnenkunst. In England will im. Nächsten stÄvnat ecke „Liga desbritischen Dra M ä s" ihre Tätigkeit auMehmen, die sich die Hebung der englischen Bühnenkunst zur Au gäbe gemacht hat. Sie beabsichtigt, nicht selbst Stücke auszuführen, sondern will sich auf Propagandatätigkeit und Beratung beschränken, wobei die schon. bestehenden Th eatergcsells Haften dem Rat der Liga aNgehören sollen. Jede -öffentliche oder private Bemühung, die Knust des Theaters zu heben, soll von ihr .unterstützt werden. Es werden Vorträge veranstaltet, die die Kunst des Dramas behandeln, und es sollen. Verbindungen zwischen den v erschiedenen Vereinigungen und den städtischen B e h ö r d e U, Universitäten. Schulen, Gewerkschaften, Genossenschaften NNd Arbeitervereinen geschaffen und ein Fonds begründet werden, der diese Unterstützen . soll in ihren Bemühungen, gute Theateranfsi'ihrüngen zu veranstalten. Ein Bureau soll Auskünfte und Ratschläge über die Wahl von Theaterstücken und zur Lösung von technischen Schwieriakeiten erteilen und Ausstellungen von Bühnenmodellen und BiihncncinrichtUngeN für einfache Säle veranstalten. Schließlich soll vom nächsten Monat ab enie Zeitschrist „Drama' Meinendie auch wertvolle dramatische Werke veröffentlichen wird. Erik Jan Hänussen hat ein kurzes GästsM in den KütMexspiclen „Pan" anMreten, m er >m intrmen Kreis des kleinen Tbcatcrchtus neüe Experimente zuck BöMäg bWgt. Der politische Bilderbogen 1866—ISIS von Sttrk, ckit Musst Von Werau, ergänzt das Sensationsprogramm dieser bewährten Bühne. Jüdische Bücher im Dorotheum. Die Vuchauktivn der „Arche" beginnt atu Mittwoch den 4. Juni ick Rößlersaale de8 DorochmiNs um 10 Uhr vormittags und wird um 8 Uhr nachmittags sowie am Donnerstag den 5. zu dm gleichen Ständen fortgesetzt und ain Freitag den 6. beendet. Die Werke. Unter denen sich zahlreiche HMckra. Orientalin und Antisemitica neben seltenen und wertvollen Werken der übrigen Literatur befinden» können am 2. und 3. Juni ün RößleUaale, 2. Stock, frei besichtigt werden. AuktrynSkalaloge. dortselbst und ditrch den Verlag R. Läwit. Wien, I., Flelschmarkt 1, wohin auch Aufträge ,zn richten sinh. _ Stafettenlauf Floridsdorf-Hohe Warte. Wie wir bereits gesteerr kurz berichtet haben, hatte diese Veranstaltung einen vollen Erfolg aufzuweisen. Allgeineines Lob fand die mustergültige Vorbereitung des Laufens. Die Sektionsleitung der Hdkvah hatte: aber auch alles Erdenkliche getan, um «ine llaglose Abwicklung des Wettbewerbes zu ermöglichen. Wenn auch keine Massenbeteiligung von Leichtathleten stattfand, so war doch eiste ansehnliche Zahl von Läufern vertreten, so daß die Veranstaltung den von den Kvilkurrenten durchlaufenen Straßen ein besonderes Bild ab. Der Propagierung der Leichtathletik hat diese Veranstaltung sicherlich gedient. Mit der sportlichen Seite kann man sehr zufrieden seinda es spannende Kämpfe gab, und die erzielten Zeiten ausgezeichnete sind. Es zeigte sich, baß sowohl der W.A. F. wie auch die Hakoah über eine ganze Reihe von ausgezeichneten Miktelstrecklem verfügen, weniger gut ist in dieser Beziehung der W. A. C, beschlagen. Rapid war bedauerlicherweise dem Start serngeblieben. Der Verlauf des Rennens, den Unser Berichterstatter vom Funktionärauto aus verfolgen konnte, war äußerst interessant. Punkt 11 Uhr wurde das aus acht Läufern bestehende Feld vom Floridsdorfer Rathaus, vor dem sich eine vielhundertköpfige Zuschauermenge ein gesunden hatte, abgelassen. Steiner (W. A. F.) übernahm sofort die Führung, gefolgt von Haslinger (W. A.C.) Mrd .Scheu (Hakoah). Die übrigen konnten mit dieser Spitzengruppe nicht Schritt halten. Scheu hatte auf halber Strecke das Pech, einen Laufschuh zu verlier-en, so daß er barfuß weiter laufen mußte. Die erste Uebergabe fand vor der Kaiser Franz Josefs-Brücke statt. Dem W.. A. F.-Manne ging vorher der Atem aus. so daß et den Vertreter bds W.A.T. vötkassett mußte. 60 Meter zürÜck. folgte Scheu. Im schärfsten Tempo ~ bic Radfahrer hatten Mühe, folgen zu können — ging es über die Brücke. Die Reihenfolge det Läuftr blieb unverändert, doch schob sich die Spitzengruppe mehr zusammen. Anerkennenswert war die Leistung des Neulings Jenö ^ßeiß (Hakoah), der gegen Fried (W. A. F.) und Weiriberget (28. A. C.) Terrain ausholte. Die dritte Etappe begann unmittelbar nach der Brücke. Hier errang der IV, A.F.-Mann Schwarzinger die Spitze. Ein aus gezeichnetes Nennen lief per Hakoahner Samu Wertheimer, der Meter ans Meter ausholte Und bald dtn W.A.C.- Laliser überholt und Zurückgelassen hatte. Die rlächste Uebergabe fand bei der Dresdnerstraße (Endstätiön des O-Wagens) statt. Singer (Hakoah) konnte den Stab rmmittelbär nach dein führenden W. A. F. übernehmen. Räch wenigen hundert Metern hatte der Hakoahner, der sehr scharf Mging, die Spitze, die er aber nicht bis zur Ablöse Le aupten könnten. Vor dem Bahnhof Klosterneuburgerstraße, wo der nächste Stabwechsel stattfandhatten sich besonders zahlreiche Zuschauer eingesilndeü. Als erster übernahm Üasch (&,. A. F.) den Stab, Mich dükauf Revay (tzakoah), ziemlrch weit zurück drr W. A. C. Dbm Hükoahuee lief ein Kind über dtzN Dsg. sv daß n "zu FaN kack. Der W. A. F.-Mann lief in tädellPM Stile, sv daß die Ablöse (vor der Jubiläumsbrücke^ mll zirka s6ll Meter Porspmng besorgt«. Diese Etappe, die vorletzte, führte in ihrem ersten Teile (Gunoldstraße) bergab, so daß das Tempo besonders rasch war. Hirschttr (Hakvah), der mit großer Aufopferung lies, konnte gegen Hüwelka (W. A.F.) die halbe Distanz aufholen. » Die letzte Distanz führte die äußerst steile Barawitzkagasse hiüaUf. Jnwakd, der Schlußmann der Hakvah, konnte Haidegger (W. A. F.) auf der halben Strecke einholen; Schulter an Schulter liefen die b«iden Konkurrenten auf dem Sportplatz eiü, wo noch eine Runde aus der Laufbahn zurückzufttzen war. Beim Betreten,d«r Ba.hn strauchelt« der Ltz. Ä. F.-Mann, doch ließ Juwald, die Gelegenheit ihn abzufchütteln, vorübergeytzN. Hüidtzssger ging bald vor, konnte einen Vorsprung von 20 Metern gewinnen, mit, dem er Such durchs Ziel lief. Gaalberg W.A.C.) folgte in. einem Abstand von weiterm 400 Metern^ Der genaue Einlauf war folgender: W. A. F. (Stnner. Fried, Schwarzinger, Mannsfeld, Lasch, Havelka, HaideWr) iü lt r Ü33 1., Hakvah (Scheu, I. Werß, Mertheimer» Smgrr» Revah, Htrschler, Jnwaldl 17:86'S 2., W. A. C. iHaslinger^ Wein'bn'ger. Rüdell, Franzi, Teufel, „Josef", Snlbrr^ 18 : 29'7 3., W. A. F. ll (Nimpser, Ehrlich, Krautingcr, Blüml, Pamperl» Scheuch, Kozsk) 1V: 07'S 4. Hakoah ll E. Weiß, GrvßckSvn- Wrrchcimer II» x Revay H, Hir schier U, K. Juhn, Weck) iß! Stz'6 8^ Hüktzüh Ül 20 r Ss'6 6., Hakvah IV 21:08 7.> Hechawer aufgegebcn. .... Die Strecke mt genau 8675 Meier lang. Die Zeit von I7fl, MckMU rtttfpricht m« Dmchschnnrsmt vvn 2 Minuten 24 Sekunden für den Kliometer, was Ms gepflasterter Straße als UusgezeichM gewertet werden muß. Die RcnMtrckg bestand anß den Herren Dr^ Krenberger, Dr. Frftdckann (Hakoüh), Dr> Fürth (W, A. F.), Koja (W. Ä.C.) und Kühe. Außerdem waren Zahlreiche Funktionäre der Hakoah in dankeriswerter Weise tätig. 8. Dße Futzballmeifterschnst. Durch die Mbedlützen RudolWigeis Und des W. A. C. hat Rapid einen kolvffalrn Vorspruvg gewuuoen, so daß dre Mannschaft mit ihrer Punkteanzahl M'einfaM dafleht. Der Stand der Meisterckchsst ist folgender: Rapid (17 Spiele, 14 Siege, 1 unentschredencs Spiel, 2 RiederlaM»TörMhällUis64:1f? 29 Punkte; Ruddlss^ h ü g e i (17 Spiele, $ Siege, 4 unentschiedene Spiele, 4 9hebct* lagen, 48:32) 22 Pmrkte; W. A. C. (17. 7, 7. 3. 38:26) 21 Punkte; W. A. F. (16, 8, 4. 4. 32 :20) 20 Punkte; Sportklub (17, 8, 3, 6. 26:35) 19 Punftr: Amateure (16- 5, 6, 8, 27:28) 16 Punkte; Floridsdorf (16- 6, 1- 9. 34:30) 13 Punkte; Hertha (16. 4, 1- 11, 80:49) S.Puukte; Simmering (16, 8. 3. 10, 23:61) 9 Punkte; Wacker (18, 2. 4,12, 20:49) 8 Paukte. Berlin-Stockholm -im Flugzeuge. (&«? vieltanfendkovffge M:nge erwartete vorletzten .Sonntag in Stockholm die Ankunst eines Sablätniar-Flugzeuges, das mit vier Fluggästen aus Berlin Über Kopenhagen in Stockholm ankommen sollte. Um Vs 12 Ulir landete ck prächtigem Gftitflnge das deutsche Ftvgzeug, von Händeklatschen NNd.Mcherschwenken der dichten Zuschauermenge begrüßll Der Führer, Dr, Sablahzia, hatte während des ganzen Fluges hon KopenhMN her mit Gegenwind zu kämpfen. Das Flirgzeug hatte ack Samstag nachmittags um */«3 Uhr Berlin verlassen und Kopeuhagen bereits nach drei Stunden erreicht, von wo es Sonntag früh 7 Uhr wiedR abgestöM war. P-kügtzd FutzdüÄ» M EomlStz fand in Prag Nor 10.000 Zuschauern das ZusMckcMcfftN dU beiden spielstarksten tfchMchenMannschMn,Svnrk a «nd Ttä di a, statt, das die erstere 2 r 0 gewann. Der D. F. C. spielle mit Povovic U von dm Wienre ÄmamreU segrn den T e p l i tz e r F. C. 2 :2 unentschieden. Vkavld spielt DonnerS-lag abends auf seinem Sportplatz gegen tac Vienna. Hakoah. Heule, ab 4 Uhr uachrnittaaS. Tracking der I. und U. Mannschaft. Antisemitischer Zuckcerboylrott in der tschecho^ slowakischen Repnblik. Wir erhallen folgende Zuschrift: „Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit auf die wirtschaftliche Bohkottbewegung, welche von der tschecho-slowakischen Zuckerkommisstorr' in Prag gegen alle jüdischen Kaufleute in Mähren eingeleitet wird, die bisher de« Zuckerverschleiß für die Zuckerzentrale besorgt haben; ohne Angabe von Gründen wird diesen Kauflruien von der Zuckerkornmission in Prag der jahrelang ohne Anstand geführte Zuckerverschleiß entzogen, um an irgendeinem nichtjüdischen Konkurrenten übertragen zu werden. Abgesehen davon, daß die Erteilung einer \ Berschleißbcfugnis mit der Frage der Zugehörigkeit des Verschleißers zur tschechischen, deutschen oder jüdischen Nation' an und für sich nichts zu hm hat, müssen diese Maßregelungen um so mehr befremdend wirken, als sie von den Organen einer Regierung ausgehen, welche allen in der tschechischen Republik vereinigtm Nationen in phrasenreichen Ankündigungen jederzeit die volle nationale und wirtschaftliche Freiheit verheißen hat. & Ein energisches Einschreiten des Jüdischen Nationalrates gegm diese wirtschaftliche Vergewaltigung wäre dringendst geboten, damit nicht die bekannten polnischen Unsitten auch in bti: tschechischen Republik sich widerstandslos embttrgern. Es wird festzustellen sein,. ob es sich um einen Auftrag der: verantwortlichen Regierungsstelle, das ist des Handelsministeriums, oder um Uebergriffe untergeordneter Organe oder um eine der vielen Kormptionsaffären handelt, von welchen in der tschechischen Preffe gerade in der letzten Zeit so oft die Rede war, J (Sitte eingehende Untersuchung wird die Regierung dw tschecho-slowakischen Republik nicht verweigern können.* Zur Vermögensanmeldung. Eine Kundmachung der niederösterreichischen Finanzlandes-! direktion besagt: Die Kontrvllbezeichnung der, mit Fornrular 8! augemeldeten nicht deponierten Wertpapiere wird in Wien vom 4. Juni an bei den Strueradministrationeu vorgenockmen werden- Zu diesem Zwecke sind die Wertpapiere (auch Pfandscheine über solche und LebensverstcherMgs-Polizzen) unter Vorweisung des mit der Anmelduugsbestätigung versehenen Anmeldungsformulars B bei der SteueraWmiffration des Wohnsitzes zu überreichen. Für jede Kontrollbezemsnung ist eine MüNipulat ionsgebühr: von 50 Heller zu entrichten. Bilanz der Buschtlehrader Bahn. Prag, 2. Juni. (Tel. der „Wr, Morgenztg.") Die Bilanz! der Buschtiehrader Bahn ergibt einen Reinertrag von H,382.866.— (H- K 97.202.—) des Ü-Netzes, dagegen beim 6-Netz einen Fehlbetrag von K 608.293.— (gegen einen Reingewinn von K 1,124.834 pro 1917), welcher aus dem Ertrage des ^-Netzes gedeckt wird. Für die Ü-Aktie gelangt eine Dividende von 4°/0 — K 42.—! (gegen K 61.50) zur Verteilung und si 388.105 werden auf neuei Rechnung vorgetragen. Für die B-Aktien gelangt eine Dividende von 2% K.8.— (gegen K16.—) zur Verteilung und zu diesM! Zweck werden dem Reservefonds B K 692,000.— entnommen. Der Neichsbankausweis. Ncrliir, 31 .Mai. Die in den beiden Vorwochen de-, abüchtete Entlastung der Reichsbmrk auf den Anlagekonten setzte! sich im verstärkten Maße auch in der dritten Maiwoches fort. Im Zusammenhang ckit den befriedigenden Ergebnisses des Absatzes von sogenannten „Depotschatzanwetsungen" ging die gesamte Kapitalsanlage um 2.750,5 Millionen aufj 26.008,5 Millionen zurück. Die auf der anderen Seite! ausgewiesene Verminderung der fremden Gelder um 2.821,71 Millionen auf 8.468,7 Millionen übertraf noch die EnklLstnng aus den Antagekonten. Der Zahlungsmittelbedarf ist nach wie vor überaus stark. Die Nachfrage nach Reichsbauknoten und DLrleheuka.ssenscheinen zusammengenommen stellt« sich in der Berichtswoche mit 297 Millionen um rund 400- Millionen ungünstiger als in der dritten Maiwoche des? Vorjahres, die Rückflüsse in der Höhe von 104,9 Millionen: gebracht hatte. Der Notenumlauf stieg in der Berichtswoche um 328,6 Millionen aus 27.286,5 Millionen, während big Summe der im Verkehr befindlichen Darlehenskassenscheine bis 23. Mai um 31,6 Millionen auf 10.973,3 Millioneck abuahck. Dem Goldvorrat wurden diesmal wiederum zuuh Zwecke der Bezahlung ausländischer Lebensmittel erhebliche: Summen entnommen; er verminderte sich infolgedessen aus 1.826,5 Millionen. Die Bestände der Bank an Sch eidemünzen Und Reichskassenscheinen erfuhren nur geringfügige Veränderungen. Bei den Darlehenskassen nahm der Dartehensbestand in der Berichtswoche durch Neuausleihungen ück 269 Millionen auf 16.804 Millionen zu. Erst« österreichische Glttnzstoffabrik A.-G. Unter Vorsitz drs Bizepräsidentm Herrn Max Feilchenfeld fand die 14. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Ersten - österreichischen Glanzstoffabrik A.-G. statt, in welcher die Bilanz s des Geschäftsjahres 1918 zur Vorlage gebracht und genehmigt würde. Es wurde beschloffen, von dem ansgewiesenen R e rüge w r n n per K 579.899.58 statutenmäßig 5 Prozent, das sind K 28.994.98 dem ordentlichen Reselvefonds zuzuführen, ferner nach Abzug einer Sonderrücklage von Li 150.600.— und der statutenmäßigen Quoten eine 10prozentigeDividende per K 400.000.— an die Aktionäre zu verteilen und den Rest zuzüglich LeS Gewinnvortrages aus dem Jahre 1917 per insgesamt R 137.814.2K auf neue Rechnung vorzutragen. Die ausschndenden Mitglieder des Verwaltungsrates, die Herren Max Feilchenfeld und Dr. Max Fremery, wurden einstimmig wiedergewählt. Zentralbank der tschechische« Spark«ften. Ans Prag wird gemeldet: Die Zentralbank der tschechischen Sparkaffeu hielt heute ihre Plenarversammlung ab. Der Jahresbericht führt an, daß sich die Kreditgeschäfte um K 20,712.787.— während des vergangenen Jahres erhöht und die Höhe von K 77,799.903.— erreicht haben. Die Einlagen stiegen um K 175,234.769.02 auf & 341,583.131.84. Die Bank weist einen Reingewinn von 1,950.064.— von welchem eine 5prozentige Dividende ausbezahlt werden wird. i Erste österreichische Sparkasse. Bei diesem Justricke wurden nn Monate Mai vdn 14.319 Parteien 10.560,484 eingelegt, an 25.707 Parteien & 23,326.581 rückgezahlt. Der Gesanck-- einlagenstand betrug m letzten Mai K 756,734.328. Hypothekardarlehen wurden K 2,115,500 zugezählt, K 1,683.233 rückgezahlt, iv daß sich der Swud der Hypothekardarlehen am 31. Mar auf jjf.316,336.702 stellte. Die Pfandbriesdarlcheu beliefen sich Ende Mm auf 8 17.7l8.8SS» OOjähnge Pfandbriefe warm K 18,295.400 im umlaitV Wechsel, wurden K 15,910.007 rSkonticrt, dagegen K 5,982.388 einkassiert, von Kaffenschaueu der Oesterrcichsich-l ungarischen Bank wurden K 20,160.000 cinkassicrt. Der Besitz nn Wechseln und Kafsmscheineu der Oesterreiehisch-ungarischen Bimk \ betrug sonach am 31. Mai K 61,915.207» mg it [i' iwrlirorrrtmiii n m iimninr ■iriii iimiiun iy m